Von wegen, Blocks fehlt die Relevanz

04 Aug 08
4. August 2008

Die Stadt Dinslaken erklärt in einer Pressemitteilung:

Dinslaken in den Medien
Selbstironie ist gefragt — auch Gelassenheit

Dinslaken/München/Frankfurt. Pünktlich zur Reisezeit erschien kürzlich in der renommierten Süddeutschen Zeitung (SZ) unter „Hippenstocks Strategien“ ein Cartoon: Vor der Rezeption eines offenbar überbuchten Hotels ein Ehepaar mit Koffern. Der Portier dahinter zu den Touristen: „In der ersten Woche teilen Sie Ihr Zimmer mit einem Ehepaar aus Dinslaken — ich denke, deshalb der Rabatt.“

In der aktuellen Ausgabe des Satiremagazins „Titanic“ geht es in einem anderen Cartoon auch um diese Stadt. Der hier geborene Lukas Heinser, derzeit in Bochum wohnend, befürchtet, durch die bundesweit kurz hintereinander verbreiteten Karikaturen sei Dinslaken in der Medienlandschaft offenbar „endgültig irgend so ein hinterwäldlerisches Kaff“ geworden.

Der junge Mann, der in seinem Block (www.coffeeandtv.de) gelegentlich aus und über seine Heimatstadt schreibt, teilte der Stadtpressestelle überdies mit, Wetterexperte Jörg Kachelmann und TV-Plauderer Roger Willemsen hätten sich lästernd über die Stadt im Grünen ausgelassen. Unter anderem soll Willemsen die Star-Sopranistin Sandra Schwarzhaupt gefragt haben, warum sie in New York und nicht zum Beispiel in Dinslaken studiert habe.

(Link zum Leseverständnis: Coffee And TV: „Mit ‚D‘ wie ‚Provinz'“.)

24 Gedanken
  1. 1
    Sebastian says:

    Dinslaken gibt es wenigstens. Ich dagegen bin Teil der Verschwörung…

  2. 2
    Micha says:

    Gut gemacht, liebe Stadtpressestelle! Noch interessanter weil relevanter ist nur die Notiz „Kompostannahme zweimal wöchentlich“, die die Block-Meldung (verdient) verdrängt hat.

  3. 3
    Mr. J. says:

    Mindestens das Wort „Block“ bestätigt, dass Dinslaken „endgültig irgend so ein hinterwäldlerisches Kaff” ist.

  4. 4
    SvenR says:

    Keine Relevanz, alles bloß selbstreferentiell ;-)

  5. 5
    Thorsten Weckherlin says:

    ich weiss gar nicht, was Ihr habt: Dinslaken hat ein Frauengefängnis, eine Zeche (stillgelegt), eine Bürgermeisterin, ein Theater, eine grandiose Theaterkneipe – HERBERT, eine der ältesten Fußgängerzonen (sagt man jedenfalls), früher sogar Hexen, das Theodor-Heuss-Gymnasium, eine Trabrennbahn, ein Eissporthalle mit den Dinslakener „Kobras“, ein rotes Bahnhofsviertel, was will eine grosse Stadt mehr….

  6. 6
    Joerg Kachelmann says:

    Ich hab was gegen Dinslaken gesagt?

  7. 7
    Stefan says:

    Noch nicht. Aber worauf warten Sie?

  8. 8
    Nobilitatis says:

    Ja. Wurde Zeit, dass Deutschland definiert, was es unter „Provinz“ versteht. Millionen von Touristen werden sich in Gang setzen, um die Ruhe dieser Kleinstadt zu genießen …

  9. 9
    Lukas says:

    RICHTIGSTELLUNG

    In ihrer Pressemitteilung vom 31. Juli 2008 behauptet die Pressestelle der Stadt Dinslaken, ich habe ihr mitgeteilt, „Wetterexperte Jörg Kachelmann und TV-Plauderer Roger Willemsen hätten sich lästernd über die Stadt im Grünen ausgelassen.“

    Diese Behauptung ist so nicht richtig, Herrn Kachelmann trifft keine Schuld.

    Vielmehr stellte ich fest: Vor vielen, vielen Jahren, war Herr Kachelmann in der Talkshow „Willemsens Woche“ zu Gast. Im Laufe einer launigen Diskussion stellte (soweit ich mich erinnere) der Moderator Roger Willemsen die Behauptung auf, es sei doch nicht schlimm, wenn das Klimaphänomen El Niño Dinslaken „hole“. Herr Kachelmann hat sich dazu nicht weiter geäußert. (vgl. auch hier und hier)

    Für die Missverständnisse, die in Folge des irreführenden Zitat-Zitats entstanden sein könnten, bitte ich um Entschuldigung.

    Lukas Heinser, Dinslaken Bochum, den 4. August 2008

  10. 10
    JesperL says:

    Was mich interessiert ist, wie Stefan auf diesen Artikel gestoßen ist. Im Eintrag oben fehlt ja ein Hinweis auf einen (dinslakener) Hinweisgeber und, dass Stefan regelmäßig bei dinslaken.de vorbeischaut, entbehrt auch jeglicher Grundlage.

  11. 11
  12. 12
    nona says:

    @Sebastian:

    *groan*

  13. 13
    roger willemsen says:

    Wissen Sie, ich bin erleichtert, dass es jetzt raus ist. Schon jahrelang laufe ich mit der Schuld durch die Welt, Sandra Schwarzhaupt gefragt zu haben, warum sie in NY und nicht in Dinslaken wohne. Dieser unreife und ehrabschneidende Kommentar zum Weltzentrum der Selbstironie hat mit freier Meinungsäußerung nichts zu tun, er ist schädlich und dumm, bietet er doch der Pressestelle der Stadt Dinslaken die feige Möglichkeit, sich zu blamieren. Es soll wieder vorkommen.

  14. 15
    Gregor Keuschnig says:

    @14/Thomas Tömsen
    „Provinzler und Knallchargen“ – ich will jetzt nicht sagen, woran ich im ersten Moment bei der Verlinkung im Zusammenhang mit der RP gedacht habe…

  15. 16
    Lukas says:

    Die plötzliche Popularität scheint zumindest der Website der Stadt nicht gut zu tun: http://www.coffeeandtv.de/wp-content/uploads/2008/08/dinslaken_off.png

  16. 17
    Jörg Kachelmann says:

    Dinslaken hat keine Wetterstation, was natürlich schon ein bisschen zu denken gibt.

  17. 18
    Yetused says:

    Ich muss unbedingt einmal nach Dinslaken!

    Jawoll ja!

    (Und jetzt alle: „Ich war noch niemals in Dinslaken, ich war noch niemals in Dinslaken…“)

  18. 19
    birgitvh says:

    @17/Jörg Kachelmann

    Das können Sie doch ändern, gibt auch bestimmt ’ne Pressemitteilung auf der Website der Stadt…

  19. 20
    Jürgen says:

    Verdammt – ich bin von Bielefeld nach Dinslaken umgezogen. Hätte mich mal lieber vorher informieren sollen.

  20. 21
    Hans J. Gotta says:

    Von wegen Dinslaken …
    Pinneberg schlägt alle(s).

  21. 22
    La Brea says:

    Meine Stadt, mein Bezirk, mein Viertel, meine Gegend, meine Straße, mein Zuhause, mein Block!

    Wieso? Stimmt doch…. :)

Trackbacks & Pingbacks

  1. […] nur noch schwer nachvollziehbaren Vorgang der Pressestelle der Stadt Dinslaken, die es irgendwie geschafft hatte, O-Töne von Willemsen, Jörg Kachelmann, Stefan Niggemeier und mir zu einem Potpourri der […]

  2. […] Ich wollte nicht mehr so viel über Dinslaken bloggen. Wirklich, ich wollte mich lösen. Roger Willemsen hatte ja eh alles gesagt. […]

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