Im Dschungel des Leistungsschutzrechtes

19 Jan 11
19. Januar 2011

Die Logik klingt spontan einleuchtend: Man darf nicht sich einfach an fremden Inhalten bedienen, um daraus ein eigenes Geschäft machen.

Das ist ein Argument der Verlage im Kampf für ein Leistungsschutzrecht, und es ist ein besonders wichtiges, weil es in der komplexen Materie ungewöhnlich anschaulich und überzeugend ist. Es richtet sich vor allem gegen Suchmaschinenbetreiber wie Google und liest sich zum Beispiel in den Worten von Hubert Burda, dem Präsidenten des Verbandes der Zeitschriftenverleger, so:

Suchmaschinen, aber auch Provider und andere Anbieter profitieren überproportional von unseren teuer erstellten Inhalten. Doch wer die Leistung anderer kommerziell nutzt, muss dafür bezahlen. Dieses ökonomische Grundprinzip muss auch im digitalen Zeitalter mit seiner „Link-Ökonomie“ gelten. Sonst sehen wir der schleichenden Enteignung der Inhalte-Produzenten tatenlos zu.

Es gibt vermutlich kaum eine Branche, in der so systematisch gegen dieses vermeintliche „ökonomische Grundprinzip“ verstoßen wird, wie die Medienbranche. Zeitungen und Zeitschriften leben zu einem erheblichen Teil davon, die Leistungen anderer kommerziell zu nutzen. Allein das Feuilleton! Es lebt davon, über Filme zu schreiben, die jemand anders gedreht hat, über Bücher, die jemand anders verfasst hat, über Gerichte, die jemand anders gekocht hat.

Nun kann man natürlich erwidern: Journalismus ist eine Dienstleistung für den Leser, ihn zum Beispiel über die gerade anlaufenden Kinofilme und ihre Qualität zu informieren — und letztlich profitieren doch die Filmproduzenten davon! Aber auch Suchmaschinen erbringen eine Dienstleistung für ihre Nutzer, und auch von ihr profitieren letztlich die Inhalteproduzenten, die dadurch ein größeres Publikum finden.

Man könnte auch erwidern: Journalismus schafft auf der Grundlage dessen, was jemand anders gemacht hat, etwas Neues. Aber auch das gilt für Suchmaschinen, nur dass der Schöpfungsprozess technologisch ist und nicht kreativ.

„‚Dein Inhalt, mein Geschäftsmodell‘ — diese Devise ist nicht akzeptabel“, formuliert der FDP-Bundestagsabgeordnete Stephan Thomae. Das ist auch so ein Satz, den man spontan unterschreiben möchte, obwohl er womöglich gar nicht stimmt. Jedenfalls gilt er offenkundig nicht für die ehrwürdigen Verlage, die der Satz argumentativ unterstützen soll.

Das wird in diesen Tagen ganz besonders deutlich anhand der Inhalte, die der Privatsender RTL für viel Geld im australischen Dschungel produziert. Aus diesem fremden Inhalt und dem gewaltigen öffentlichen Interesse daran versuchen die Online-Angebote der Zeitschriften und Zeitungen möglichst viel eigenen Profit zu schlagen. Um Journalismus, selbst im weitesten Sinne, handelt es sich dabei nicht zwingend. Der Begriff „Zweitverwertung“ trifft es besser.

Nehmen wir das Online-Angebot der „Welt“. Es bietet seinen Lesern ein eigenes „Dschungelcamp-Special“. Der Inhalt jeder Folge wird darin mindestens viermal nacherzählt:

  • unmittelbar nach der Ausstrahlung nachrichtlich, also: auf der Grundlage einer RTL-Pressemitteilung
  • am nächsten Morgen als Besinnungsaufsatz unter ungelenkem Einsatz verschiedener Stilelemente, die Humor, Intelligenz und Distanz zum Berichtgegenstand suggerieren sollen
  • in Form einer vielteiligen Bildergalerie
  • und schließlich in einem Video unter dem Label „Welt TV“, das das Fotomaterial noch einmal als Diashow aufbereitet, mit Offkommentar einer Sprecherin („Doch es gibt auch Grund zum Ärger im Dschungelcamp: Immer wieder ist das Klopapier alle“)

In einer umfangreichen Klickstrecke werden die „besten Sprüche der ‚Dschungelcamp‘-Moderatoren“ aufgelistet.

Für jeden der elf Teilnehmer der „RTL-Ekelshow“ hat „Welt Online“ einen eigenen Artikel angelegt, in den meisten Fällen ergänzt um eine eigene Bildergalerie, teilweise auch in Form von zu einem Film montierten Standbildern und im Fall von Indira Weis natürlich einer zusätzlichen eigenen, extra großen Klickstrecke mit Fotos aus dem „Playboy“.

Darüber, wie das „Dschungelcamp“ „funktioniert“, informiert einer Klickstrecke in 13 Teilen, auf die die Journalisten von „Welt Online“ eine entsprechende RTL-Pressemitteilung im Wortlaut verteilt haben. Zudem sollen die Leser abstimmen, wer die besten Chancen hat, das „Dschungelcamp 2011“ zu gewinnen.

All das ist durchsetzt mit Werbung, und jetzt wüsste ich gerne, was das anderes ist als die kommerzielle Nutzung der Leistung anderer.

(Hinzu kommt noch die Doppelmoral, sicher über die Ekligkeit der Show zu empören und gleichzeitig möglichst stark von ihr profitieren zu wollen. Überhaupt vermisse ich in den rituellen Aufzählungen, was das Internet der Menschheit Schlechtes gebracht hat, regelmäßig die Erfindung und Inflation der Fernsehsendungsnacherzählung: Nach jeder „Anne Will“-Sendung, nach jeder „Deutschland sucht den Superstar“-Folge setzt sich ein Heer von traurigen Schreibern hin, um minutiös, ausufernd und einfallslos für Medien wie „Welt Online“ aufzuschreiben, was geschehen ist, unabhängig davon, ob etwas geschehen ist, aber ich schweife ab.)

Medien nutzen ununterbrochen die Leistung anderer zu eigenen kommerziellen Zwecken, und im Fall von „Ich bin ein Star — holt mich hier raus“ in besonders schamloser Weise und mit besonders wenig eigener Leistung. Ich bin Gegner eines Leistungsschutzrechtes, wie es die Verlage fordern, um ihre fehlenden Online-Werbeerlöse auszugleichen. Aber wenn es eines gäbe, wenn wir die kommerzielle Nutzung der Leistung anderer kostenpflichtig machten — sollten die Verlage dann nicht auch selbst für das bezahlen müssen, wofür sie von anderen bezahlt werden wollen? Wäre dann nicht vielleicht für jede Fernsehkritik, aber ganz sicher für jedes Dschungelshow-Special eine Lizenzabgabe an RTL fällig?

Würden wir das wollen?

Das „ökonomische Grundprinzip“, von dem Hubert Burda spricht, dass bezahlen muss, wer die Leistung anderer kommerziell nutzt: Es klingt so plausibel, aber es ist nur eine weitere Erfindung, um mit Gewalt eine Sonderabgabe zur Subvention der Verlage zu legitimieren.

73 Gedanken
  1. 1
    Jimmy says:

    Hm… den Suchmaschinen verbieten die eigenen Inhalte zu durchsuchen UND diesen Inhalt auch noch ausschließlich gegen Bezahlung zugänglich machen… ich bin da zwar kein Experte… aber ich kann mir nicht vorstellen, dass die auf DIESE Art und Weise auch nur einen neuen Kunden gewinnen können…

  2. 2
    s.kluess says:

    Ich verstehe die Befürworter einfach nicht. Es macht einfach keinen Sinn – und die völlige Abwesenheit der Reflexionsfähigkeit macht diese Geschichte noch Erstaunlicher.

    Falls dieses Gesetz kommt, hoffe ich auf zwei Dinge: a) google lacht und schmeisst diejenigen Verlage, die eine Abgabe fordern, aus dem index. Ok, google news wäre als service wohl am ende, aber sicher noch billiger als den Verlagen einfach Geld zu schenken. b) Irgendwer erinnert sich an diesen Artikel und verlangt von den Verlagen eine Abgabe, wenn sie über etwas berichten, was die Leistung anderer ist.
    Ich sehe z.B. überhaupt nicht ein, warum eine Zeitung das Recht haben sollte über die hart erarbeitete Meisterschaft eines Fussballvereins zu berichten. Da machen die ja mit der Leistung anderer Geld!

    Kopf->Tisch.

  3. 3
    Thomas L says:

    Ich denk mir immer wieder von neuem: HÄ?
    Google News macht doch nichts weiter als den ersten Absatz eines Artikels anzuschneiden und wer wirklich wissen will um was es geht muss drauf klicken, landet beim Anbieter. Ist doch toll, so kommen die Leute überhaupt erst zum Angebot.. oder wie?
    Und wenn man nicht will dass fremde Leute ins Haus kommen, dann macht man doch einfach nur die Haustür zu? Es reicht doch einfach ein Schild aufzustellen (robots.txt) und schon bleibt Google artig draußen.. oder nicht?
    Kann mir noch einmal irgendwer erklären was nun das Problem der Verleger ist. Und zwar bitte aus Verlegersicht, denn von außen sieht das ja doch reichlich bekloppt aus.

  4. 4
    RJ says:

    Beim so genannten Leistungsschutzrecht geht es meines Erachtens gar nicht um den Inhalt, sondern um die Kommunikation selbst: Wer mitreden will, soll zahlen.

  5. 5
    theo says:

    „Wäre dann nicht vielleicht für jede Fernsehkritik, aber ganz sicher für jedes Dschungelshow-Special eine Lizenzabgabe an RTL fällig?“

    Gehen wir mal davon aus, dass RTL mit dem Status Quo vollauf zufrieden ist. Und das ist der springende Punkt: derjenige, welcher die Inhalte produziert, darf entscheiden, ob andere dafür zu bezahlen haben oder nicht.

    Mal abgesehen davon, dass – denkt man das alles konsequent weiter – auch ein Medienblog kräftig zu zahlen hätte.

    Dass Medien am „Dschungel-Hype“ teilhaben wollen, ist kein verwerfliches Verhalten. Die Einfaltslosigkeit dabei kann man allerdings bemängeln, da stimme ich gerne zu.

  6. 6
    Upton Sinclair says:

    Hhmm, wenn es die Leute doch klicken wollen… Aber das ist ja alles nichts neues… Die Musikindustrie ist seit Ewigkeiten aufgebaut auf die symbiotische Beziehung zwischen Medien und Künstler/Inhalt. Das Produkt ist auch dort zugleich auch Inhalt. Und beide Seiten profitieren davon. Warum sollte RTL Geld von Welt Online erhalten? Die werden doch schon mit ungekaufter Werbung bezahlt. Promotion nennt man das.

  7. 7
    Alberto Green says:

    Das ist, als würde das Big Sexyland jede Litfaßsäule in Berlin abgeschafft oder besteuert haben will, weil die Kunden ja ihre 80er Jahre „Schönheit“ (die mit den Sternen) umsonst angucken können. Habe ich das so richtig verstanden?

  8. 8
    Tobias Mandelartz says:

    zwei Faktoren sollte man bedenken:
    RTL hat sicherlich großes Interesse, dass das Format so häufig wie nur irgend möglich auch in seriöser Presse (damit meine ich jetzt die Welt) umfassend behandelt wird, damit das nach wie vor vorhandene Schmuddel-Image bereinigt wird und sich die Werbe-Buchungen dem immensen Quoten-Erfolg anpassen.
    Und kein Medium, das auf eine Rundum-Versorgung der Konsumenten setzt, kann es sich leisten, auf Berichte aus dem Dschungel-Camp zu verzichten. Das Spektrum der Zuschauer ist nämlich breiter als allgemein vermutet (was dwdl gerade mal erstaunt darlegte (http://tinyurl.com/4o4sthm) und es damit sogar in die 6vor9-Tipps des bildblogs schaffte).
    Dummerweise ist das Camp aber komplett von der Aussenwelt (und damit neugierigen Journalisten) abgeschirmt, was bleibt dem bedauernswerten Schreiberling also übrig als sich auf das Material zu stützen, das ihm RTL zur Verfügung stellt?
    Das entschuldigt selbstverständlich nicht dämliche, selbstherrliche und pseudo-süffisante Artikel zum – seien wir ehrlich – mit Abstand erfolgreichsten Fernseh-Event des Jahres, wie etwa der heutige im tagesspiegel (http://www.tagesspiegel.de/medien/das-ist-also-indira/3710852.html)

  9. 9
    Tobias Mandelartz says:

    PS:
    Man hätte ja auch eventuell mal in Erwägung ziehen können, bei einem Artikel, in dem man die kommerzielle Zweit-Verwertung von TV-Events in Online-Medien kritisiert, und dies mit entsprechenden Links untermauert, auf den Flattr-Button zu verzichten.
    Aber nun?
    Ein Medienjournalist schreibt einen kritischen Bericht darüber, dass Kollegen sich fremder Inhalte bedienen, um ihre Webseiten mit Müll zu füllen, und lässt sich dafür aber gerne einen Obolus entrichten…

  10. 10
    Jan says:

    @3 Diese Diskussion gab’s hier schon recht häufig im Blog und sie haben absolut Recht.

    Letztes mal kam hier jemand mit dem Nick „journalist“ (ich glaube zumindest, dass er das war, korrigiert mich, wenn ich falsch liege) und meinte, wenn man google per robots.txt einfach ausschlösse, ist das auch nicht okay, weil man dann im Nachteil ist und Google habe eine Art Monopol. Halte ich für Humbug bzw. so ist die Marktwirtschaft halt.

    Mal gucken, ob die Diskussion wieder kommt – the same procedure as every year. (wäre für so ein Zitat eigentlich jetzt auch nach dem Leistungsschutzrecht Geld für Freddie Frinton (bzw. seine etwaigen Erben) zu zahlen?)

  11. 11
    Marc says:

    Anschaulich beschrieben. Ich habe neulich auch darüber nachgedacht, dass ich aus dem was mir Leute bei einer Straßenumfrage für lau sagen, einen Artikel stricke, den ich der Zeitung verkaufe. Ebenso läuft es mir Antworten auf Anfragen bei der Verwaltung oder Politikern. Da lasse ich mir für lau erzählen was die im Bauamt so treiben mit den Projekten fürs Konjunkturprogramm und das verkaufe ich dann an die Zeitung.

    Und wenn man die Idee Leistungsschutzrecht zuende denkt, müssten die ganzen Internetserviceprovider wie die Telekom ja auch Abgaben an die Websitebetreiter zahlen. Denn nur dank der Inhalte bei Youtube, SpOn, Niggemeier und mir ;-) wollen Menschen überhaupt ins Internet. DSL ist ja kein Selbstzweck.

  12. 12
    SvenR says:

    @Alberto Green #7: Hä? Bist Du betrunken, oder ich?

    @Tobias Mandelartz #8: …mit dem kleinen, aber feinen Unterschied, dass der Medienjournalist kein Gesetz fordert, nachdem Sie auf den Flattr-Button klicken müssen.

  13. 13
    Jan says:

    @8 Auf den ersten Blick ist Ihre Kritik einleuchtend, auf den zweiten fällt mir aber auf, dass man via flattr ja komplett freiwillg bezahlt. Ich denke nicht, dass Herr Burda diese Freiwilligkeit einräumen würde… ;-)

  14. 14
    Diderot says:

    @ Tobias Mandelartz

    So richtig haben Sie das noch nicht verstanden, glaube ich. In dem Beitrag wird ja die Doppelzüngigkeit aufgezeigt. Niggemeier sagt ja nicht, dass man NICHT über das Dschungelcamp berichten sollte, sondern dass nicht mir zweierlei Maß gemessen werden soll

  15. 15
    Thorsten says:

    Es ist doch nur Neid.

    Die Suchmaschinen sind eben keine „Kollegen, die im gleichen Boot sitzen“, ihre Hauptaufgabe ist nicht das Verlagswesen, wie es Hubert Burda betreibt, und sie viedienen eben mehrere Milliarden mehr mit ihrem Geschäft, als ein Journalist, der sich über das Dschungelcamp ausführlich auslässt, und dessen Verlag.

    Und wenn es da eben einen so viel größeren Kuchen gibt, schämt man sich für kein noch so an den Haaren herbeigezogenes, ja schon fast bettlerisches Argument, um ein Stück von dem größeren, womöglich auch noch süßeren Kuchen abzubekommen.

    Dabei kann ich es sogar ein Stück weit verstehen, wenn Burda so spricht. Kein Verständnis habe ich hingegen für Stephan Thomae. Der ist – im Gegensatz zu Burda – nämlich Jurist und sollte es besser wissen.

  16. 16
    Hobelbruder says:

    „(…) setzt sich ein Heer von traurigen Schreibern hin, um minutiös, ausufernd und einfallslos für Medien wie „Welt Online” aufzuschreiben, was geschehen ist (…)“

    Was hast du denn auf einmal gegen Leute wie armen Peer Schader? ^^

  17. 17
    Hobelbruder says:

    edit: den

  18. 18
    Klaus says:

    Endlich mal ’ne vernünftige, verständliche, sachliche Erklärung, worum es in diesem „Streit“ der verschiedenen Medien geht. Danke, Stefan N.

  19. 19
    tacke says:

    Ich verstehe immer den Vorwurf der Verlage an Google nicht: Wird Google vorgeworfen, dass sich Inhalte der Onlinemedien mit Google finden lassen? Oder richtet sich die Kritik gegen die Angebote Googles, aktuelle Nachrichten zusammenzustellen und die Versatzstücke als eigene redaktionelle Zusammenstellug zu präsentieren? Weil in beiden Fällen stellt Google doch nur den Link, der dann doch auf die Website des Onlinemdiums führt, oder nicht?

    Ein einfaches „Ersteres“ bzw. „Letzteres“ reichte aus.

  20. 20
    Dominik says:

    @theo einfaltslosigkeit… freud’scher Versprecher? ;)

  21. 21
    Johannes says:

    Die Verlage müssen einfach mal verstehen, dass sie Google diese Inhalte freiwillig zur Verfügung stellen, und dass sie selbiges mit einfachsten Mitteln verhindern können.

  22. 22
    Johannes says:

    @18: das wissen die Verlage glaube ich selbst nicht so recht.

    Benutzt eigentlich irgendjemand Google News als Haupt-Nachrichten-Seite? Ich glaube immer, das wird gnadenlos überschätzt.

    Die redaktionelle Zusammenstellung ist weitaus besser. Ich denke die meisten Menschen benutzen Google News lediglich als „Google mit anderen Parametern“, d. h. als Nachrichtenscuhmaschine.

  23. 23
    Neues vom Mars says:

    Nicht genug die Hinterdrein-PR-Schmiererei diverser Medien, man bestaune
    und bewundere die pflichtbewusste Kolumnistenpflicht von meedia.

    http://meedia.de/details-topstory/article/das-narzisstische-frulein-knappik_100032680.html?tx_ttnews%5BbackPid%5D=23&cHash=f95fc1dc2a

  24. 24
    lil says:

    Man hat ist einfach nur satt.
    Nicht mehr und nicht weniger – man ist oder wird einfach nur vollgepumpt mit diesem Quark.
    Kein Mensch fragt, ob man sowas tatsächlich sehen möchte, weil es einem ungefragt vorgesetzt wird.
    Die Quote ist hervorragend, die Macher und Zuschauer sind befriedigt, aber geht es nicht auch anders?

  25. 25
    Stefan W. says:

    Man sollte das konsequent weiterdenken. Also beispielsweise sollten die Stromanbieter Geld ans Dschungelcamp abführen, denn die Leute drehen ja den Fernseher an, um das Camp zu sehen, und davon profitieren Vattenfall, RWE, en-bw und bayernwerke. Das ist doch ungerecht!

    Und dann sollte das Dschungelcamp auch Geld an die 4 großen Stromversorger abführen, denn ohne Strom würde ja nunmal niemand das sehen können – machen wir uns nix vor. Ohne Strom könnte niemand das große Fressen von Ungeziefer beobachten.

    @8: Da das Jahr nun auch fast vorbei ist wird es wohl Zeit das Fernsehevent des Jahres zu küren – ich würde mich ja auf Fußball-Länderspiel festlegen wollen.

    Mit Abstand.

    Nur um die Verhältnisse ein wenig gerade zu rücken. Hier regiert König Fußball, noch immer.

  26. 26
    rofl says:

    Mal naiv gefragt: wenn es die Verlage so stört bei Google gelistet zu werden, warum benutzen sie nicht einfach ne robots.txt?

  27. 27
    Marcus says:

    @26:
    Na weil dann weniger Zufallsleser mit den Werbebannern beglückt werden können. Schon echt böse dieses Google.

  28. 28
    dt says:

    Nicht, dass ich das Leistungsschutzrecht in Schutz nehmen wollte, aber das letzte Argument das Artikels läuft ins Leere: Die Redakteure, die die Artikel über DSDS oder das Dschungelcamp schreiben, bezahlen RTL ja, mit ihrer Aufmerksamkeit (sprich: Empfang von Werbebotschaften). Bei Google sieht kein Mensch die Ads mit denen die Verlage das Geld verdienen möchten. Da gibt es also schon einen qualitativen Unterschied.

  29. 29
    Brett says:

    Sehr gut! Gefällt mir.
    Lassen wir mal beiseite, dass die WELT ja nicht nur die Inhalte von RTL nutzt, sondern auch die PR-Funktion für RTL übernimmt – dass da also ein Konkubinat besteht, durch das für beide Seiten automatisch höhere Umsätze entstehen. Das also beiseite, ist der entscheidende Punkt: Dieser ganze geistig degenerierte Infotainment-Volksverblödungsbereich, der schätzungsweise 95% der deutschen Medienproduktion prägt, hat keinerlei Anspruch auf besondere Pflege und Schutz.
    Je schärfer man diesen Punkt betrachtet, desto schärfer sollte man allerdings auch danach fragen, ob die anderen 5% eines Schutzes bedürfen und wie der aussehen könnte.
    Städte, Länder und Kommunen geben für Kulturförderung zusammen jährlich schätzungsweise rund 10 Milliarden aus – für die Förderung der demokratischen Öffetlichkeit meines Wissens bislang nahezu nichts …

  30. 30
    Klaus Jarchow says:

    Die Medien zeugen die Sau doch selber, die sie dann durchs Dorf treiben dürfen. Das ist längst ein ’selbstreferentielles System‘ geworden … und weil’s alle sagen, glaubt das Publikum irgendwann, dass deren Blabla auch wichtig wäre.

  31. 31
    Michalis Pantelouris says:

    Ich hab das mal kontrolliert, es ist noch schöner: Die große Klickstrecke mit Indira Weis‘ Bildern aus dem Playboy besteht in Wahrheit aus nur zwei Bildern von ihr und ist dann unauffällig mit Bildern eines entfernt ähnlich sehenden Playmates aufgefüllt, was dann in den Bildunterschriften ein wenig ungelenk aufgefangen wird („Da kann das Monats-Playmate Miriam Rathmann nur schwer mithalten. – Auch wenn sie sich ebenfalls auf eine weite Reise gemacht hat.“).

    Alle anderen Tatsachenbehauptungen habe ich selbstverständlich nicht kontrolliert.

  32. 32
    Eine Idee says:

    Sollte es tatsächlich irgendwann Ansprüche der Zeitungen gegen google (etc.) geben, bin ich gespannt, wann der Gegenschlag kommt:
    Google kann ja nachvollziehen, wie oft auf einen Link bei ihnen geklickt wurde. Gleichberechtigt kann google also erwarten, an den Werbeeinnahmen für diese(n) Artikel beteiligt zu werden…

  33. 33
    arahf says:

    „Hinzu kommt noch die Doppelmoral, sicher über die Ekligkeit der Show zu empören…“

    bei „SICHer“ sind wohl 2 Buchstaben zu viel :p

  34. 34
    Jay F. Kay says:

    Guter Artikel, der alles sagt, was gesagt werden muss. Danke.

  35. 35
    Jan says:

    @28 Also soll jeder Artikel, den Google via Google-News verlinkt, einmal von einem Google-Redakteur aufgerufen werden, damit der (und nur der) die Werbebanner sieht? Der Zehntelcent pro Artikel (mehr? weniger? ka wie da so die Preise sind…) wird den Verlagen wohl kaum reichen, oder?

    So gesehen ist Google viel netter zu den Verlagen, als die Verlage zum Fernsehen: Wer sich auf Welt-Online die Zusammenfassung des Jungelcamps inkl. Bilderstrecken liest, erfährt den Inhalt der Sendung, ohne die Fernsehwerbung gesehen zu haben (sondern nur eigene Werbung von Welt-Online). Schlecht für RTL bzw. deren Werbekunden.
    Aber Google gibt ja nicht komplette Inhalte wieder, sondern verlinkt –> ergo sehen user, wenn sie denn einen Link von Google News auf eine Online-Zeitung anklicken (was sie tun müssen um den ganzen Artikel zu lesen) sehen sie die Werbung dieser Online-Zeitung. Gut für die Online-Zeitung bzw. deren Werbekunden.

  36. 36
    Philipp says:

    Süß ist vor allem, wie die Verlage in Ihren Büros teure Suchmaschinenoptimierer sitzen haben und dann rumjammern „Die Suchmaschinen klauen unseren Content“.

    Da gibt es eine einfache Lösung:

  37. 37
    Philipp says:

    Toll HTML wird ausgefiltert.. Sagen wollte ich:

  38. 38
    Philipp says:

    God damn…

  39. 39
    jjpreston says:

    So gesehen ist die Zukunft der Fußball-Bundesliga ja gesichert…
    Die DFL kann dann für die Berichterstattungsrechte 100, 200, 300 Millionen Euro p.a. verlangen (denn das, worüber da geschrieben wird, ist ja nichts anderes als die Leistung anderer), und die Zeitungen müssen es zahlen, weil ihnen sonst gefühlte 75% der Leser und Käufer wegbrechen…
    Wenn die DFL auf den Dreh kommt, war das für BILD und Co. ein Schuss nicht bloß ins Knie, sondern 30-40 cm höher…

  40. 40
    Twipsy says:

    Dieser Herr Thomae hat ja lustige Ansichten.

    die Textauszüge [Snippets] können eine Lektüre des vollständigen Textes bisweilen entbehrlich machen.

    Echt jetzt? Moment, ich probier das mal aus:

    <iOhne die Vermittlung und die Auswahl durch die Verlage würden wir in der digitalen Informationsflut ertrinken.

    OMG, er hat Recht! Mehr muss man wirklich nicht lesen…

  41. 41
    Jan says:

    @Philipp 38-40 : :D danke, made my day, diese Fehlversuche! :) (lache nicht über dich, sondern mit dir)

  42. 42
    Jörg Kremer says:

    Das Leistungsschutzrecht ist eine Forderung derer, die den Wandel in Medien und Gesellschaft nicht wahr haben möchten und können. Es ist die Verzweiflung derer, die die Meinungs- und Themenhoheit verloren haben. An wen? An alle. Danke für den Artikel, der das erneut beleuchtet und bekräftigt.

    Man hätte natürlich auch ein anderes Thema als Beispiel nutzen können, aber das Thema Dschungelcamp bringt natürlich auch hier viel mehr…

  43. 43
    Fred Katz says:

    Und dann gibt es noch die Medienjournalisten, die davon leben, dass sie über das schreiben, was andere geschrieben haben. Also letztlich wie ein Schnippseldienst, mit viel Häme garniert. Mahlzeit!

  44. 44
    Tobias says:

    @Twipsy 42: Es kann tatsächlich sein, dass Textauszüge das Lesen der dahinter verlinkten Artikel überflüssig macht. Das berichtet zumindest der bekannte Medienjournalist Stefan Niggemeier: http://www.stefan-niggemeier.de/blog/ersatzlektueri2/

  45. 45
    Twipsy says:

    @46 Eher berichtet er, dass es Leute gibt, die es für überflüssig halten. Das ist ein Unterschied.
    Davon abgesehen ging es mir um was anderes.

  46. 46
    Ali says:

    Hier mal ein Off-Topic-Kommentar: Sagt mal, seid ihr bescheuert???*

    Ich beschäftige mich für meine Abschlussarbeit zurzeit mit politischen Cartoons und Medienfreiheit in Südafrika. Aus bestimmten Gründen geht damit auch eine Betrachtung der Kritikfähigkeit der Regierungspartei ANC und der Medien einher. Dabei kam ich zu dem Schluss, dass es gerade bei der Medienfreiheit-vs.-Persönlichkeitsrecht-Kiste eine extrem selektive Wahrnehmung gibt. Der ANC krakeelt, dass die Medien rassistisch und zuweilen konterrevolutionär seien, die Medien jammern, dass der ANC medienfeindlich sei — ohne dabei groß auf die Argumente der jeweils anderen Seite einzugehen.

    Da ich mich schon länger mit dem Thema beschäftige, kann es natürlich sein, dass ich in letzter Zeit besonders empfindlich auf dämliches Diskussionsverhalten in Foren und «nach unten offenen Kommentarspalten» reagiere. Aber ich frage mich: Seit ihr bescheuert? Mit «ihr» meine ich all jene Pappnasen, die sich stets nur einen Fakt raussuchen und dann rumkeifen, als wären wir hier in ’ner Waschküche. In diesem Blogpost ist exemplarisch der neunte Kommentar zu nennen. Wie doof muss man denn sein, dem Niggemeier Doppelmoral vorzuwerfen, weil er unter einem kritischen Artikel einen Flattr-Button gepackt hat? Hallo? Stefan hat doch groß und breit erklärt, dass er das Leistungsschutzrecht kritisiert, mit dem verlagseigene Informationen vor fremder Verwertung geschützt werden sollen, wobei Verlage doch ständig selbst fremde Leistungen verwerten. DAS ist Doppelmoral. Die Kritik an der Verwertung so isoliert zu betrachten, verbietet sich.

    Ich komme nicht nur wegen der Beiträge vom Hausherrn in diesen Blog, sondern zu einem nicht unerheblichen Teil auch wegen der Kommentare. (Hab ich das neulich schon mal hier geschrieben? oO) Zurzeit habe ich aber den Eindruck, dass die Kommentare hier von solchen Pappnasen entwertet werden. (Und damit meine ich noch nicht mal diese unerträgliche Sandkastengeschichte von neulich — die wirklich nur begrenzt witzig war!) Ist es denn wirklich so schwer, mal einen gesamten Artikel zu lesen und sich gesamtheitlich auf diesen zu beziehen und nicht nur in Schnappatmung (Ja, aber der hat doch auch!!!) zu verfallen??? Auch wenn wir mittlerweile in einer Häppchengesellschaft leben, kann man ja wohl wirklich erwarten, dass wenigstens in solchen Blogs vorm Kommentieren kurz nachgedacht wird. Nur kurz. Gern auch länger.

    Ich habe fertig. Zur Beruhigung gucke ich mir jetzt Tierfotos an.

    * Damit’s auch alle lesen! :D

  47. 47
    Jörg Kremer says:

    Wenn Ali aus der 48. Etage jetzt nicht mit „Seid Ihr alle bescheuert?“ begonnen und dann noch mit Klarnamen unterschrieben hätte, wäre ich sehr zufrieden gewesen. Grundsätzlich gebe ich ihm mit seiner Kritik nämlich Recht.

  48. 48
    Ali says:

    Tut mir leid, da hatte sich was angestaut. Normalerweise bin ich ja viel netter. Aber ich hab auch überlegt, ob ich nun wirklich sooo beginnen soll. ^^ Warum aber sollte ich nicht mit meinem Klarnamen unterschreiben? Solange mir kein fetziger Nick eingefallen ist, muss er herhalten. Fetzig. Sagt man das heute noch?

  49. 49
    Jörg Kremer says:

    Ali Baba? Ali Mente? Ali Bert? Ali …?

  50. 50
    Ali says:

    Näää, als ich jünger war, war Ali Baba wirklich mal mein Nick. Aber ich bin jetzt erwachsen. Flauschi geht auch nicht mehr. Ali Bert fande ich Zeit meines Lebens furchtbar. Hm, ich könnte vielleicht wieder den Nick Entenschubser etablieren. Wobei: Das hat wieder so was aggressives…

  51. 51
    polyphem says:

    Noch `n Gedicht. :-)
    (Für reko und Andere)
    (Ein Schnellgedicht, ungeschützt
    Und ohne Konservierungsstoffe,.
    Zum sofortigen Verzehr gedacht;)

    „Aus der Wolke ohne Wahl
    Zuckt der Strahl.“
    (F.Schiller, Glocke)

    Heftige Zitiergewitter.
    In Foren, Blogs und auch bei Twitter
    Tummeln sich die Zweitverwerter,
    Und so mancher Rechtsgelehrter
    Heuert bei Verlegern an,
    Hofft, dass er was drehen kann

    Andere Gelehrte meinen,
    Nichts sei neu und sie verneinen
    Drum das Copy- Schutz-Begehren,
    Wollen nur den Schöpfer ehren
    Ohne etwas zu vergüten.

    Die, die strebend sich bemühten
    Können leider nix erlösen.
    Scheitern ständig an den bösen,
    Unendlich vielen Tasten-Affen,
    Die selbst Hamlet neu erschaffen.

    Trotzdem sind die nicht Kopisten.
    Und selbst Medien-Journalisten,
    Die uns kluge Zeilen schreiben,
    Werden stets im Zweifel bleiben.

    Sitzt der Affe am Computer?
    Nein, Papier betippen tut er.
    Fragt ihr, wer wird daran verdienen?
    Die Hersteller von Schreibmaschinen.

    P.S.:
    (Eine Sammlung von Metaphern
    Reicht schon manchen Texterschaffern
    Um ein ganzes Buch zu schreiben
    Wollen trotzdem Dichter bleiben.)

  52. 52
    jubelfreuerundhoffer says:

    @Stefan Niggemeier: warum gibt es eigentlich kein live-blogging zum dschungelcamp?! :( hatte so sehr darauf gehofft :) ;)

  53. 53
    Jörg Kremer says:

    @jubelfreuerundhoffer: Oder wie in Oslo. Das wäre sensationell.

  54. 54
    polyphem says:

    @Entenschubser:
    Der Mond schaut durch die Wolken bleich.
    Was schwimmt denn da im Ententeich?
    Ich glaub es ist die Wasserleich,
    Die aus dem Dschungelcamp entfloh.

    Der ganze Teich voll Entengrütze
    Das Dschungelcamp bringt Rentnern Stütze
    Ein polyphem macht dumme Witze,
    Das ist im internet halt so.

  55. 55
    Benjamin says:

    Ich denke, die journalisten würden erwidern, dass das Schreiben über Filme, Dschungelcamp und Co. immer noch eine eigene Leistung darstellt, mit der sie Geld verdienen. Sie verdienen ja nicht am Film der Dschungelcamp selbst.

    Das automatische Indizieren und das maschinelle Kopieren von Textfitzeln und Bildern wie Google es macht, wird von Ihnen hingegen nicht als eigene Leistung anerkannt.
    In meinen Augen übersteigt die technische Leistung, die Suchmaschinen erbringen, natürlich bei weitem alle „eigenen“ Leistungen der Zweitverwertenden schreibenden Zunft, aber damit lässt sich natürlich schwerlich für das Gesetz argumentieren.

  56. 56
    Gregor says:

    Ich stimme der Argumentation nicht zu, da
    1) die Redakteure der Welt eine Berichterstattung über das Camp schaffen, also einen eignen content. Wenn man Niggemeiers Argument weiterspinnen würde das ja bedeuten, dass die Heirat der Windsors deren content ist weil deren Kosten und Event, also müssten andere dafür bezahlen, darüber zu berichten
    2) RTL hat ein Interesse an PR und Medienberichten zum Camp, daher werden auch Fotos etc. ohne Honorare rausgegeben

    Gregor

  57. 57
    Augusten says:

    @Gregor
    Die zeitungen müssten auch ein Interesse daran haben, dass ihre Artikel gefunden werden. Denn auch Google betreibt keine Zweitverwertung, sondern nur eine Suchmaschine. Google verdient an dem Content nichts.

    Das Problem ist doch, dass die Zeitungen ihre Inhalte kostenlos ins Netz gestellt haben, ohne sich ein Geschäftsmodell dafür zu überlegen. Und jetzt hauen sie auf eine Infrastrukturfirma ein, bloß weil die (in einem ganz anderen Bereich) ein funktionierendes Geschäftsmodell hat. Es passt übrigens ins Bild dass keiner der Leistungsschutzrechtforderer sich auch nur mal 5 Minuten damit auseinandergesetzt hat, wie Googles Geschäftsmodell funktioniert — sonst würden sie nicht immer wieder behaupten, dass Google mit ihren Inhalten Geld verdient.

  58. 58
    Claus says:

    Herr Niggemeier,

    sie haben mit vielen Dingen Recht, die Sie über das Leistungsschutzrecht schreiben. Das Hauptproblem sehe ich aber genauso wie Kommentart Augusten (Post 59) darin, dass die Verlage Gratsiinhalte überhaupt ins Netz gestellt haben.

    Aaaaber: Sie schreiben ja schon relativ am Anfang, dass es natürlich Einwände gibt gegen die Argumentation, dass Journalisten von der Arbeit anderer leben.
    Nur, um dann am Beispiel Dschungelcamp dann ein Beispiel auszuwälzen, dass all diese Einwände in sich trägt (weil RTL natürlich ein maximal großes Interesse an der Berichterstattung hat):
    Klar, das war eine gute Gelegenheit über dilettantische Berichterstattung und exzessive Bilderstrecken etc. einen witzig formulierten Artikel zu schreiben.
    Aber als Argument ist das in diesem Zusammenhang doch ein bisschen dürftig.
    Das habe Sie (und das meine ich ohne Zynismus) echt nicht nötig.

  59. 59
    me says:

    Ich bin wahrlich kein Gooogle Freund hier aber hoffe ich daß Google Burda und Co. zeigt wo der Barthel den Most holt!

  60. 60
    JO says:

    Was mich an dem Beispiel „Dschungelcamp“ stört, ist dass es ja eigentlich „I’m a Celebrity… Get Me Out of Here“ heißt und RTL sicherlich viel Geld an Granada Productions bezahlt, damit die Spielidee und auch das angelegte Camp überhaupt benutzt werden darf. Das heißt, dass Sie ihren Artikel auf einem Beispiel aufbauen, das ja eigentlich zeigt, ja, es gibt schon jetzt ausreichend Rechtsgrundlagen, die Ideen anderer zu schützen – selbst wenn diese aus dem Ausland kommen.

    [Kleinigkeit: Auch ich bin Unterstützerin von IGEL]

  61. 61
    Stefan Niggemeier says:

    @JO: Beim Schutz von Ideen und Formaten ist die Rechtslage schwierig, aber grundsätzlich meine ich das auch: Journalistische Inhalte werden durch das Urheberrecht geschützt. Ein Leistungsschutzrecht ist gefährlich und unnötig.

    Ich halte den Dschungelwahn von „Welt Online“ und anderen für journalistisch falsch. Aber juristisch für zulässig. Nach der Logik eines Leistungsschutzrechtes, wie es die Verlage fordern, könnte RTL aber von „Welt Online“ Geld verlangen.

  62. 62
    _Flin_ says:

    Herr MdB Thomae hat übrigens auf abgeordnetenwatch.de recht entlarvend auf eine Frage zum Leistungsschutzrecht, die robots.txt betreffend, geantwortet:
    „Wenn die Verlage diese Suchmaschinen (Google) durch robots.txt ausschließen, werden sie gar nicht mehr gefunden, was für sie einen erheblichen wettbewerblichen Nachteil bedeutet“

  63. 63
    Franjo says:

    Schön,

    dass die Guttenbergschen Plagiate für die Bild-Zeitung nicht relevant sind, während der springer-Verlag ein Leistungsschutzrecht fordert.

    Weiter so.

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  1. […] anführen? Ach …. nein … ich höre gerade: Wollen sie nicht. Sie wollen ein Leistungsschutzrecht. Cancel […]

  2. […] Paradox diese Forderung ist erklärt Stefan Niggemeier recht amüsant mit einigen Beispielen: Im Dschungel des Leistungsschutzrechtes. Warum sie es trotzdem fordern gibts hier zu lesen: Scheiße man, die Zeitung […]

  3. […] Information, wen ich damit konkret gemeint habe, wollte die „Welt” ihren Lesern wohl nicht zumuten. Vorsicht […]

  4. […] to see whether there is fresh milk on stock. Besides, the greater portion of all media output is derivative to begin with as well; the press covers actions and events which were created by third parties without paying a […]

  5. […] Es ist nur eine weitere Erfindung, um mit Gewalt eine Sonderabgabe zur Subvention der Verlage zu leg… […]

  6. […] vielleicht ebenfalls für deren Leistung ein Entgeld zahlen müssten (also etwa den Theatern, wie Niggemeier meint), scheint Gott Mammon Fakten zu schaffen. Gerade kreist sein tödlicher Hammer über den […]

  7. […] nur aus, um ein „für“ und „wider“ – in diesem Fall geht es bei Stefan Niggemeier einmal mehr um das Leisungsschutzrecht – zu rechtfertigen. Das Zitat reagiert auf eine […]

  8. Die Logik des Leistungsschutzrecht der Verlage zu Ende gedacht…

    Stefan Niggemeier seziert (wieder) einmal die Logik des Leistungsschutzrechts, welche die Verlage fordern und formuliert das "ökonomische Grundprinzip" eines Hubert Burda zu Ende. Sind nicht auch die Verlage lediglich (Zweit-)Verwerter f…

  9. […] Im Dschungel des Leistungsschutzrechtes « Stefan Niggemeier Leistungsschutzrecht? Für sowas wie das? Der Niggemeier hat ganz Recht: "Überhaupt vermisse ich in den rituellen Aufzählungen, was das Internet der Menschheit Schlechtes gebracht hat, regelmäßig die Erfindung und Inflation der Fernsehsendungsnacherzählung: Nach jeder „Anne Will”-Sendung, nach jeder „Deutschland sucht den Superstar”-Folge setzt sich ein Heer von traurigen Schreibern hin, um minutiös, ausufernd und einfallslos für Medien wie „Welt Online” aufzuschreiben, was geschehen ist, unabhängig davon, ob etwas geschehen ist, aber ich schweife ab." (tags: johournaille) […]

  10. […] Niggemeier setzt sich in dem Artikel »Im Dschungel des Leistungsschutzrechtes« mit den Argumenten der Verlagsbranche auseinander, die sich und ihr Geschäftsmodell zunehmend in […]

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