Während ich das hier blogge, sitzt Lukas am Küchentisch und macht das, was er seit Sonntag jede Nacht um diese Zeit gemacht hat und vermutlich auch die nächsten neun Nächte noch tun wird: Er baut die Übergänge zwischen die einzelnen Szenen der nächsten Folge von duslog​.tv, steuert den Ton aus, flucht über die Eigenart der Kamera, einen Kanal lauter aufzunehmen als den anderen, lacht, niest und gähnt. Dann exportiert er noch die Datei und geht irgendwann ins Bett, während sie bei YouTube hochlädt.

Ein Vorteil von Düsseldorf gegenüber Oslo: In Düsseldorf wird es dann wenigstens noch nicht wieder hell.

Der fünften Folge, die in ein paar Stunden online sein sollte, merkt man vermutlich ein bisschen an, dass es gewagt war, zwei Wochen lang jeden Tag eine Folge zu produzieren. Nicht dass es an Stoff mangelt (obwohl die richtige Beklopptheit hier erst am Wochenende losgeht, wenn Lena zum ersten Mal probt, der Bürgermeister zum Empfang lädt und die meisten Berichterstatter anreisen). Aber bei unserer bestenfalls viertelprofessionellen Arbeitsweise, die alles andere als effizient ist, treten schnell Ermüdungserscheinungen auf, allein schon durch Schlafmangel. Und das Ergebnis ist sehr tagesformabhängig, weil es so wenig durch irgendeine Planung, sondern den Zufall bestimmt ist. (Und wenn wir dann nicht rechtzeitig ein schönes Plätzchen zum Drehen finden, sitzen wir halt im Dunkeln, wie in Folge 5.)

Ich hoffe, dass der kreative Wahnsinn, der dadurch gelegentlich entsteht, den Mangel an Perfektion ausgleicht. Und obwohl es schön wäre, wie der Kollege Roman Rätzke, der mit Sandra Nicole Hofmann das offizielle Videoblog auf eurovision​.de moderiert, das eigentliche Produzieren anderen überlassen und abends feiern recherchieren gehen zu können, liebe ich es nach wie vor, das alles — mit Lukas — in Handarbeit selbst machen zu können.

Ich wollte noch ein paar Sachen aufschreiben, die ich gelernt habe in den ersten Tagen beim Eurovision Song Contest in Düsseldorf. Aber ich muss jetzt wirklich ins Bett.

(Lukas hatte für den „Journalist“ schon ein paar Sachen aufgeschrieben, die er im Vorfeld gelernt hat.)