Der mittelgroße gemeinsame Nenner

16 Mai 11
16. Mai 2011

(Schon als Kind habe ich mich beim Eurovision Song Contest mindestens so sehr für die Zahlen wie für die Musik interessiert. Früher habe ich meine Freunde und Eltern mit statistischen Auswertungen der Stimmen gelangweilt. Heute müssen die Leser dieses Blogs dran glauben.)

Es gibt eine sehr einfache Erklärung dafür, warum Aserbaidschan vor Italien den Grand Prix in diesem Jahr gewonnen hat. Die beiden Lieder waren ungefähr die einzigen, die sowohl Ost- als auch West-Europäern gefielen. Auf den Plätzen dahinter tun sich erstaunlich krasse Unterschiede in der Bewertung auf.

Ich habe einmal auseinandergerechnet, wie die klassischen und die neuen ESC-Länder abgestimmt haben. Das ist zwar weder eine scharfe geographische Trennung nach Ost und West, weil damit Griechenland, Zypern, Israel und die Türkei zum „Westen“ zählen, noch eine kulturelle, weil sich zum Beispiel die Türkei Aserbaidschan verbunden fühlt. Aber es mag als grobe Orientierung funktionieren. Das Ergebnis ist verblüffend unterschiedlich:


(Traditionelle, „westliche“ ESC-Länder sind farbig unterlegt.)

Es zeigt sich eine klare Präferenz von Osteuropäern für osteuropäische Kandidaten und Westeuropäern für westeuropäische Kandidaten, die sich meiner Meinung nach nicht allein durch die üblichen Nachbarschafts-Punkte erklären lassen, sondern unterschiedliche Geschmäcker reflektieren. Der Nu-Metal aus Georgien zum Beispiel kam im Osten hervorragend an und fiel im Westen komplett durch. Umgekehrt konnten die Osteuropäer mit dem Kinderliedpop aus Dänemark nichts anfangen, der den Westeuropäern gut gefiel.

Die bunten Plastikpopper Jedward aus Irland hatten vor allem deshalb keine Chance, weil sie in Osteuropa kaum Fans fanden. Auch Lenas Song stieß im Osten auf kaum Resonanz; die klassisch-kitschige Ballade aus Finnland wäre dort sogar auf dem vorletzten Platz gelandet. Im Westen hätte Schweden gewonnen, im Osten fast die Ukraine.

Für meine These, dass das nicht nur Ausdruck von Freundschafts- und Nachbarschaftpunkten ist, spricht das Abschneiden Rumäniens: Mit einer ausgesprochen harmlosen westeuropäischen Klavierpopnummer, die auf jede Art melodramatischen Ethnopop verzichtete, kam das Land im Westen deutlich besser an als im Osten.

Um den expandierenden Eurovision Song Contest zu gewinnen, muss man also „nur“ einen Auftritt hinlegen, der die Geschmäcker des Ostens wie des Westen gleichermaßen gut trifft ((Wie genau das Aserbaidschan und Italien geschafft haben, ist natürlich eine andere Frage)). Es muss nicht einmal der jeweilige Lieblingstitel sein; es genügt eine ansehnliche Zahl von mittelguten Wertungen. Aserbaidschan bekam gerade einmal aus drei von 42 Ländern die Höchstpunktzahl (Russland, Türkei und Malta), und auch nur aus vier Ländern zehn Punkte. Es war weniger eine überschwängliche Zustimmung, als ein breiter Konsens der Nicht-Ablehnung, der „Running Scared“ zum Sieg trug.

Die vom Publikum in der Halle rücksichtslos ausgebuhten Nachbarschaftspunkte sind dabei — selbst in einem Jahr ohne klaren Favoriten wie diesem — wieder einmal relativ bedeutunglos gewesen, so auffällig sie auch scheinen. Ja: Zypern hat Griechenland natürlich wieder zwölf Punkte gegeben, und San Marino wird daraus vermutlich mit Italien auch eine Tradition machen. Auch Deutschland hat die höchsten Punkte allesamt von Nachbarländern bekommen. Aber selbst ein Land wie Russland, das eigentlich am meisten von solchem Abstimmungsverhalten profitieren müsste, fällt mit einem schlechten Titel durch. Es mag für solche Länder mit vielen „Verbündeten“ leichter sein, einen Platz ganz am Ende zu vermeiden. Aber um nach vorne zu kommen, reichen diese Art Punkte nicht aus.

Nachtrag, 15:30 Uhr. In der ursprünglichen Version enthielten die Tabellen mehrere Fehler, die jetzt hoffentlich korrigiert sind.

99 Gedanken
  1. 1
    FeathersMcgraw says:

    Es wird aber kommen wie jedes Jehr – alle werden sich ueber dich Nachbarschaftspunkte beklagen. Dabei ist Deutschland dieses Jahr genauso schuldig (12 Punkte an Oesterreich) wie Oesterreich (10 Punkte an Deutschland), um nur mal ein Beispiel zu nennen. Es ist genau wie du sagst – diese Punkte gibt es aber zum Sieg reichen sie nie.

    Das Frankreich so gnadenlos durchgefallen ist ueberrascht mich persoenlich nicht so – ich hab mich vorher immer schon gewundert warum alle denken dass das so deutlich gewinnt. Bei Norwegen zum Beispiel war ich auch nicht begeistert, aber ich konnte es nachvollziehen, hier nicht. (Fairerweise muss ich sagen dass ich es auch bei Lena noch nicht so ganz verstehe, aber es muss wohl ein Fall von Lightning in a bottle gewesen sein)

    Warum Aserbaidjan gewonnen hat weiss ich auch nicht, aber plausibel finde ich es, das alleroestlichste teilnehmende Land hat sich eine Urschwedische Komposition und Choreographie gekauft, da kommt dann irgendwie etwas Zentraleuropaeisches bei raus. 2 der Backgroundsaengerinnen haben uebrigens dieses Jahr auch am schwedischen Grand Prix Vorentscheid teilgenommen, sind also durchaus Vollprofis.

    Schweden erklaert sich mir nicht so recht, obwohl ich wie immer Leodifestivalen geschaut habe. In Schweden ist der gute halt sehr beruehmt, und es muss wohl seine jugendliche Attraktivitaet und die professionalitaet des Auftritts gewesen sein die da nachgeholfen haben. Die Komposition kanns nicht gewesen sein, der zustaendige Schwede Herr Kempe (Herr Schempe wie man so schoen sagt) macht das ja schon seit ein paar Jahren und floppt damit tendenziell eher immer etwas auf europaeischem Boden.

  2. 2
    Jinsu says:

    Das mit den Nachbarschaftspunkten sehe ich auch nicht mehr als so stark an. Genau kann man das alles nur feststellen, wenn man die konkreten Zahlen der Telefonwahl und der Landesjury einsehen kann.
    Selbst wenn das Telefonergebnis einen klaren Sieger in der Landeswahl ergibt, kann die Jury das Ganze immer noch kippen, besonders, wenn die ersten Plätze knapp liegen.
    Interessant wäre auch zu sehen, wie das Ergebnis aussähe, wenn es keine Jury gäbe und nur das Telefonergebnis einfließt.

  3. 3
    von Haberstein says:

    [gelöscht]

  4. 4
    Howie Munson says:

    Ich werf nochmal die Thesenvariante in den Raum, dass sich möglicherweise diese Jahr viele sich eigene Chancen ausgerechnet haben und deswegen eben nur das Mittelmaß wählten… *g* (alternativ waren sämtliche Jurys halt anderer Meinung als das Publikum…)

    BTW:Kann mir mal einer genau erklären wieso die Schweiz völlig durchgefallen ist? Da gab es doch einiges was auch nicht besser war….

    Und überhaupt: Letztes Jahr hätte Azerbaijan gewinnen sollen (hätten sie mal Lukas als Begleitung genommen *duck*)

  5. 5
    jan says:

    @3 egal ist es schon, trotzdem sind solche Statistiken auf unterhaltsame Weise interessant. Jedenfalls finde ich das. Wenn Herr von Haberstein das nicht so sieht, ist das nun kein Grund, zynisch ausfallend (als das Gegenteil von Einfall) zu werden…

  6. 6
    SvenR says:

    Danke für’s Ausrechnen. Und Alles.

  7. 7
    Malce says:

    @4
    Ich frag mich das mit der Schweiz auch schon die ganze Zeit. Vor allem 0 Punkte aus dem Westen? Die hatten mit den größten Jubel bei der Zusammenfassung für das Televoting, dachte ich. Und wenn sie nicht zwischendurch dieses Komische mit ihrer Stimme gemacht hätte, hätt ich das Lied vielleicht sogar wirklich gut gefunden.
    Dank des duslogs hab ich zum ersten mal überhaupt fast die ganze Sendung und auch Teile der Halbfinals verfolgt (auch wenn ich zwischendurch sehr oft den Ton ausmachen musste) und hatte deswegen auch meine Favoriten, die allesamt auf den hinteren Plätzen gelandet sind (Geil, ich seh grad, dass im Osten meine vier Favoriten auf den letzten vier Plätzen sind). Vor allem bei Estland versteh ichs nich, das war von den lauten Liedern das Einzige, was ich mir wirklich gut anhören konnte. Lieder, die ich mir anhören kann, finde andere Leute aber meist grundsätzlich nicht gut, das erklärt wohl auch die Sache mit der Schweiz ;-) .
    Letztendlich war Aserbaidschan da wirklich noch die Beste Wahl, vor allem wenn man sich die Alternativen anguckt. England, Irland, Georgien, Schweden und Dänemark waren auch wirklich zu furchtbar. Und bei der Ukraine kann ich mich nur an den Sand erinnern.

  8. 8
    Jan says:

    Es war ja mehrfach zu hören, dass die Reihenfolge der Punktevergabe auf Grundlage der Ergebnisse bestimmt wird, damit möglichst spät erst ein Gewinner feststeht. Finde ich eine gute Sache. Aber wie konnte dann Ina Müller schon in der Sendung unmittelbar vor dem ESC wissen, dass sie als Neunzehnte dran ist?

    Ansonsten: Danke, Stefan! Freue mich schon auf’s Baklog!

  9. 9
    Christian says:

    Ist UK auch im Osten? Oder warum hat CH 0 Punkte im Westen? Damit kommen sie in beiden Listen auf den letzten Platz, was ich überhaupt nicht nachvollziehen kann…

  10. 10
    strawberry says:

    Es ist schon ein Unterschied, ob man im vorneherein die Länder in zwei Gruppen einteilt und dann nach Gemeinsamkeiten und Unterschieden sucht – es wäre doch ein Wunder, keine zu finden.

    Oder ob man nach statistischen Auffälligkeiten sucht und danach die Länder in Gruppen einteilt. Die ZEIT hat das einen Mathematiker mit den Ergebnissen der letzten 10 Jahre durchrechnen lassen. Herausgekommen sind sechs Länder-Cluster:

    Das war Anfang Mai nur in der Printausgabe der ZEIT, deshalb hier der Link zu einem Blog, der das aufgreift:
    http://homepage.univie.ac.at/horst.prillinger/blog/aardvark/2011/05/song-clusters.html

  11. 11
    Stefan Niggemeier says:

    @Jan (#8): Die Reihenfolge wurde nicht auf der Grundlage des Endergebnisses, sondern der Abstimmungen der Jurys am Tag zuvor festgelegt.

  12. 12
    Felix says:

    Wenns um langweilige Zahlenspielereien geht, kann ich mitmachen.

  13. 13
    Felix says:

    @8: Soweit ich weiß, wurde die Reihenfolge nach der Jury-Wertung (die schon am Vortag gefallen ist) unter Berücksichtigung einer möglichen Telefon-Wertung aufgestellt.

  14. 14
    Justus says:

    Interessant finde ich die Tatsache, dass insgesamt 20 der 25 Finalisten mindestens einmal 12 Punkte bekam. Die Gunst verteilte sich also auf ein sehr breites Feld.
    Allerdings waren die 12 Punkte-Vergaben dennoch sehr vorhersehbar. In unserer Runde tippten wir, wer von dem gerade aufgerufenen Land jeweils die Höchstwertung bekommt. (Das ganze ziemlich schnell und spontan, bei der Vergabe der 8 Punkte, musste der Tipp genannt sein. Der Beste hatte am Ende 29 Volltreffer, der Schlechteste 19.

    Und zur Ost-West-Statistik oben: Im Finale waren zwar mehr „Wetseuropäer“, aber die Wahrscheinlichkeit dass ein „Osteuropäer“ gewinnt ist allein deshalb schon größer, weil mehr „Osteuropäer“ an der Abstimmung teilnehmen.

  15. 15
    Martin says:

    Warum macht man eigentlich keinen World Song Contest.
    Das würde natürlich wahnsinnig lange dauern, wenn einige hundert Länder abstimmen dürfen, aber es wäre ein Gaudi. Wenn da noch die Asiaten, Afrikaner und Amerikaner mitmachen würden. Das hätte Style.

  16. 16
    Sebastian says:

    Ich habe mir kein einziges Lied angehört und nur Nachbarn genannt. Ab Land Nummer 10 lag meine Trefferquote bei ca. 90%, weil die Punkte von 1 bis 7 sofort vergeben wurden, und nur die höchsten 3 übrig geblieben sind. Dabei konnte ich Länder ausschließen die schon Punkte bekommen hatten (und in der Punkteliste markiert waren).

    Meine Trefferquote lag dabei dann bei ca. 90% für 8, 10 und 12 Punkte.

    Es ist offensichtlich, warum diese Quote so hoch lag.

    (ich schreib’s aber zur Sicherheit nochmal hin: es waren bereits Länder markiert, die Punkte hatten, somit konnte man alle Nachbarländer auslassen, die markiert wurden – trotzdem habe ich bisweilen markierte Länder getippt weil sie direkte Nachbarn waren – und darüber hinaus konnte ich die rechte Spalte komplett ausblenden).

    Es ist kein Wunder, dass alle denken, es würden nur Nachbarn gewählt. Selbst ich habe mich erst aufgeregt und dann darüber nachgedacht, warum meine Trefferquote so hoch war.

  17. 17
    Kixx says:

    „Für meine These, dass das nicht nur Ausdruck von Freundschafts- und Nachbarschaftpunkten ist, spricht das Abschneiden Rumäniens: Mit einer ausgesprochen harmlosen westeuropäischen Klavierpopnummer, die auf jede Art melodramatischen Ethnopop verzichtete, kam das Land im Westen deutlich besser an als im Osten.“

    Rumänien ist aber auch das einzige Land, wo das zutrifft, das widerlegt ja nicht gleich eine komplette These. Einer muss ja aus dem Raster fallen. Mein Favorit war schon nach drei Tönen Italien, aber der Song ist eben auch nichts für die breite Masse. Daher hat es mich schon sehr gewundert, dass der Song am Ende noch so aufgeholt hat.

    Bei der Punktevergabe fragte ich mich die ganze Zeit, wann denn jetzt die Jurypunkte kommen. Denn die Punktezuschusterei war ja genauso wild wie sonst auch, von Jury habe ich da nichts gemerkt. Ich schließe mich also denen an, die gerne mal wüssten, wie das Juryvoting aussah.

  18. 18
    amfenster says:

    Apropos aufregen: Warum hat die „Nachbarschaftshilfe“ eigentlich immer diesen nicht totzukriegenden Ruch der unzulässigen und den Spielregeln zuwiderlaufenden Mauschelei? Gerade dieses Jahr, wo wir mit unseren 12 Punkten für Österreich absolut schuldig im Sinne der Anklage sind.
    Nachbarliche Sympathien sind doch nur eine Zutat der herrlich irrationalen Gemengelage, in der die Wertungen zustandekommen. Dass ich mein Urteil ganz nach Gusto und unter großräumiger Umfahrung objektiv-seriöser Kriterien von der Gefälligkeit des Liedes, der Nasenspitze des Sängers, dem Kleid der Sängerin, der Professionalität der Gesangsleistung, der Trashigkeit der Performance oder eben auch von der Sympathie für ein Nachbarland abhängig machen kann – das macht doch erst einen wichtigen Teil des ESC-Vergnügens aus.

  19. 19
    Howie Munson says:

    Wenn man danach sortiert von vom der ehemals „politische Osten“ die Punkte bekam, kommt folgender Reihe heraus:
    MD RS TR HR UA RU LT AZ BY GE AT MK RO PL IL IT AM BA IE SI FI SK GR SM AL NL HU PT CY BG MT EE CH ES SE FR DE BE LV NO IS UK DK

    Italien und Österreich sind also östlich aber Lettland und Estland westlich ^^
    (obwohl die genau andersherum zugeordnet sind)

    ((und dreistellige Kürzel sind Sportfreunden wohl geläufiger…))

  20. 20
    Martin says:

    Ich glaube ja nicht, dass wir bei den Österreichern und Schweizern so bliebt sind, sondern in beiden Ländern schon eine stattliche Zahl von deutschen Einwanderern haben.

    Mich würde das ohnehin auch mal hinsichtlich der europäischen Migrationsströme interessieren. Die Türken haben doch sonst immer von den Deutschen sicher viele Punkte bekommen, oder?

    Oder Sprachähnlichkeiten spielen sicher auch ne Rolle, wie bei Finnland und Ungarn oder Spanien und Italien. Das war bei diesem ESC bei der Punktevergabe auch zu beobachten.

    Mich würde außerdem interessieren, wie sich die Startnummer auf die spätere Platzierung auswirkt.

  21. 21
    ajo says:

    Laut der Wikipedia-Tabelle hat Italien 2mal 5 Punkte vergeben, dafür Niederlande keinmal :)

  22. 22
    Ben-99 says:

    … ich halte das mathematische Aufbröseln der Punkteverteilung keineswegs für „langweilig“, sondern sehr aufschlußreich und auch wichtig, um einer nationalistischen Hetze entgegenzuwirken. Den Tiefpunkt in dieser Disziplin erreichte wieder mal BILD mit der hämischen Überschrift:

    „Kriegen wir für unsere Milliarden wenigstens Punkte von den Griechen?“

    http://www.bild.de/unterhaltung/musik/eurovision-song-contest/wahl-krimi-17896878.bild.html

    Auch wer kein Fan der ESC-Großveranstaltung ist, sollte sich über die politische Dimension dieses nur scheinbar harmlosen Schlager-Wettstreits im klaren sein. Sachliche statistische Auswertungen helfen daher, Mißtrauen und Vorurteile abzubauen.

  23. 23
    esox says:

    schon als kind bin ich beim esc immer eingeschlafen.

  24. 24
    chrispi says:

    Die von Martin (#20) erwähnten Einwanderer spielen wohl in diesem Spiel die größte Rolle. Wären die türkischen Teilnehmer ins Finale gekommen, hätten sie sich wie in den letzten Jahren auf eine hohe Punktzahl aus Deutschland verlassen können – beinahe unabhängig von ihrem Beitrag.

    Leider ist dieser wunderbare Musikwettbewerb darauf angelegt, zum Wettstreit der Nationen hochstilisiert zu werden und die Künstler in den Hintergrund zu schieben.

    Es würde doch schon ein ganz anderer Eindruck entstehen, würden auf dem Wertungstableau die Namen der Künstler stehen (gerne mit Länderflagge) und die Jurys würden ihre Punkte an „Ell und Niki“ vergeben statt an Asebaidschan.

    Die Medien und Kommentatoren tun ihr übriges. Und zwar nicht nur die selektiven Wahrheiten der Bild („Danke Österreich für 10 Punkte!“-„Schlimme Nachbarschaftshilfe im Osten immer dreister!“) sondern auch unterschwelligen Sprachpanschereien (Peter Urban im Live-Kommentar: „Oh, nur drei Punkte für UNS“)

    Ich bin gespannt auf die Veröffentlichung der getrennten Jury-/Televoting-Wertungen. Ich kann mir vorstellen, dass durch die breit gestreute Wertung und knappe Entscheidung in diesem Jahr erstmals der Siegertitel anders ausgefallen wäre. Auf den hinteren Plätzen gab es ja auch in den Vorjahren interessante unterschiedliche Präferenzen von Laien und Profis.

  25. 25
    Glawen says:

    Eine sehr schöne Aufschlüsselung der Punktevergabe bei der ich auch dem Fazit zustimmen kann, dass man den Geschmack aller treffen muss.

    Zwar bin ich kein regelmäßiger ESC Zuschauer aber man bekommt ja trotzdem so einiges mit. Da hat mich das offensichtlich nachbarschaftliche zuschanzen von Punkten, besonders im Osten und im Norden, auch immer etwas irritiert, wobei irritiert eigentlich nicht sondern schien mir wettbewerbsverzerrend. Nachdem ich aber mittlerweile einige Bulgaren kenne, sehe ich es jetzt eher so, dass die Geschmäcker verschieden sind. Wenn man bei denen auf einer Party ist läuft halt zB auch massig Ethnopop und andere Musik mit der ich wirklich gar nichts anfangen kann.
    Wobei die Ethnopopwelle ja auch eigentlich vorbei ist, dort fiel es mir aber extrem auf.

  26. 26
    Manuel says:

    Hm, sehe ich nicht ganz so. Kann man so eine Analyse auch mal nach Nord-Süd und nicht Osten/Westen einteilen? Also meiner Meinung nach sind zwar immer auch ein paar Nachbarschaftspunkte dabei (von denen immer am meisten Deutschland profitiert, da es am meisten Nachbarländer in Europa hat), aber im Endeffekt hatte Aserbaidschan das einzig wirklich runde Lied und im Nachhinein ist der Sieg eigentlich klar.

    Übrigens – ich weiß, unverschämt, aber ich möchte trotzdem kurz auf meine Analyse am Klavier hinweisen, nehmt es mir nicht übel:

    http://www.uiuiuiuiuiuiui.de/fazit-eurovision-song-contest-2011-ha-ha-lustig

  27. 27
    Stefan K. says:

    Ich hab mir gestern auch ein paar Zahlen angeschaut:

    Meine Hypothese war: die Zuschauer in den meisten Ländern (und da würde ich Deutschland nicht unbedingt ausnehmen!) mochten die Wiedernominierung von Lena nicht.
    Ich hatte den Eindruck, dass Lenas 10. Platz nicht besonders gut ist für ein Austragungsland.

    Ich hab mir daher mal die Platzierungen der Austragungsländer in den letzten 15 Jahren angeschaut:
    4x 2. Platz, je einmal 3., 4., 5., 6., 7., 8. und 9. Platz – aber auch je einmal 17., 19., 20. und 24. Platz.

    Jetzt müssten die, die das musikalisch einschätzen können, urteilen, ob es an der jeweiligen Musik lag – oder ob Austragungsländer eben doch einen gewissen „Bonus“ haben…?

    Ich bin – wie mein Namensvetter hier – froh für Lena Meyer-Landrut, dass sie sich jetzt erstmal um sich kümmern kann und sich ihren eigenen Weg in die Berufswelt – egal ob als Sängerin oder nicht – suchen kann.

    Denn ich fand, dass Raabs bequeme und egozentrische Entscheidung der „Titelverteidigung“ sie in Gefahr brachte, sie „zu verbrennen“.

  28. 28
    Lillian says:

    Kleine Anmerkung: 0 Punkte aus West-Europa für die Schweiz kann eigentlich nicht sein. Hatte England Anna nicht 10 Punkte gegeben?

  29. 29
    karnival says:

    Zusammengefasst:

    Aserbaidschan ist die CDU des ESC. Von vielen gewählt, doch niemand weiß warum, noch will es selber gewesen sein? Der Erfolg beruhte auf Überhangmandaten.

    Die Schweiz entspräche dann der SPD. Der traditionellste Teilnehmer, von der Anlage ja nicht schlecht, aber grauenhaft altbacken und uncharismatisch vorgetragen.

    Italien sind die Grünen: mit etwas angestaubter Idee ein sensationelles Comeback und überraschender Erfolg in allen Schichten.

    Georgien wäre dann die LINKE: mit dumpfer Polemik vor allem die Stammwählerschaft im Osten erreicht.

    Und die FDP? Bleibt nur UK: als Tiger gestartet, mit viel Opportunismus und Banalitäten als Bettvorleger gelandet.

  30. 30
    Olsen says:

    Mal was anderes: Was hatte der georgische Beitrag bitteschön mit Nu Metal zu tun? So zirka nichts. Ich wundere mich immer wieder, dass die Presse (zu der Herr Niggemeier, den ich sehr schätze, ja irgendwie dazugehört) sich so schwer tut, Musikrichtungen mit Gitarren drin korrekt einzuordnen.

    Oder sagen wir lieber so: Eine Kategorisierung muss gar nicht sein, weil sie meist fehlerhaft ist und sich Kategorien im Jahr 2010 eh nur schwer herstellen lassen. Aber dann eine Einordnung zu versuchen, nur weil es möglicherweise rein optisch einige Übereinstimmungen gibt… naja, dann doch lieber lassen, oder?

  31. 31
    BlueKO says:

    In Ergärnzung zu Lillian 28:
    Die Addition für z.B. Litauen stimmt leider auch nicht. Irgendwas ist da mit der UK-Spalte passiert.

  32. 32
    SvenR says:

    @Olsen #30: Zum Glück ist es 2011 wieder leichter.

  33. 33
    Christian says:

    @Lillian: doch, hab ich oben (#9) schon geschrieben. Vermutlich stimmen die restlichen Zahlen genauso wenig. Interessiert nur keinen ;)

  34. 34
    Stefan Niggemeier says:

    @Christian: Doch, interessiert. Hat nur ne Weile gebraucht, das zu korrigieren. Ich habe UK falsch zugeordnet. Und die Wikipedia-Tabelle stimmt nicht. Ich hoffe, jetzt stimmt’s.

    (Danke für die Hinweise.)

  35. 35
    Stefan Niggemeier says:

    Die eurovison.de-Rechnung hier stimmt übrigens auch nicht. Da hat Irland 5 Punkte, die eigentlich Island gehören.

  36. 36
    Torsten S. says:

    Besonders schlimm fand ich beim ESC ja den Kommentator während der Punktevergabe. Haben bestimmte Länder ihren Nachbarn 10 oder 12 Punkte gegeben, hieß es „auch das ist keine Überraschung“ oder „das sind wir ja mittlerweile gewohnt“. Als Deutschland dann 12 Punkte für Österreich vergab, hieß es „hier haben die Deutschen Geschmack gezeigt“. *würg*

  37. 37
    Alberto Green says:

    @ 35: Rhotazismus halt.

  38. 38
    SvenR says:

    @Torsten S. #36: Was daran liegen mag, dass Deutschland und Österreich sich eben jahrelang nicht viele Punkte gegeben haben…

  39. 39
    Sigmund says:

    Ich möchte einfach mal folgendes Gedankenspiel in den Raum werfen:
    Wenn Liechtenstein, Luxemburg, San Marino, Andorra auch mitgemacht hätten, und die Punkte aus diesen „Ländern“ entsprechend Stefans These auch alle an „West-„Produktionen gängen, dann würden doch höchstwahrscheinlich meist westeuropäische Kandidaten gewinnen, oder?

    (Oder wär das dann eine NATO-Mafia?)

  40. 40
    Katzenblogger says:

    Bei mir sind die ESC-Songs dieses Jahr fast ausnahmslos vorbeigerrauscht, als belanglos und musikalische Aufwärmware. Lenas Song hätte eine Ausnahme sein können, wurde von Lena aber – pardon – verpatzt. Unregelmäßiger, teils viel zu leiser Gesang, ja sogar Texthänger. Wer so lustlos antritt, kann nicht viel erreichen.

    Leider habe ich keine Siegel-Kommentare mitbekommen. Wie sich der alte Schlagerkomponist über elektronische Musik grenzenlos ärgert, das hätte ich gerne noch mitbekommen.

    Nunja – und die Idee der „Titelverteidigung“ war wohl nicht so gut. Für Lena mag das ein Deal gewesen sein, obwohl ihre LP letztlich doch als gefloppt zu betrachten ist. Uns Zuschauern und Lästermäulern hat uns die Idee der Titelverteidigung den nationalen Sängerwettstreit genommen. Was ja schade ist, weil wir eine insgesamt doch sehr lebendige Musikszene haben.

    Ach, über einen neuen Auftritt von Knorkator hätte ich mich riesig gefreut. Zum Beispiel.

  41. 41
    Turnschuh says:

    @Torsten S.; SvenR
    Üblicherweise war es sogar so, dass Österreich Deutschland meist sehr viele Punkte gab, Deutschland Österreich aber bei gleicher Gelegenheit stets völlig ignorierte.

  42. 42
    Alberto Green says:

    @ Sigmund: Nicht lachen, San Marino hat teilgenommen.

  43. 43
    Alex says:

    @Katzenblogger(#40):
    Eine LP als „gefloppt“ zu betrachten, erachte ich bei Platz 1 in den Charts und einem Goldstatus als zumindest fragwürdig. Und zum Vorentscheid: da es ja im eigentlichen Sinne ein Komponistenwettstreit ist, war es im diesen Jahr ironischerweise konsequenter denn je :)

  44. 44
    Patrick Negm says:

    Herr Niggemeier,

    kein Wort bei Ihnen über die taz-Recherche:
    http://blogs.taz.de/rechercheblog/2011/04/01/die-schleichwerbe-recherche/

    Dabei gilt für Medienjournalisten doch, was festgestellt wurde:
    http://www.nachdenkseiten.de/?p=5448

    Aber Sie sehen das anders.

    Lieber endlose Elogen über Lena. Sie sind endlich die „Express“ unter den Bild-Zeitungen geworden.

    Herzlichen Glückwunsch!

    Ja, ich muß hier ja nicht mitmachen. Habe ich bisher auch nicht. Warum ignoriere ich Ihren Blog also nicht?

    Weil diese selbstgerechte Verlogenheit, dieses Verrätertum am kritischen Journalismus und der Freiheit der Willensbildung mir das Kotzen nicht mehr erspart.

    Mehr Boulevard als bei Ihnen geht nicht.

    Ach, bevor Sie mich dissen wie NevenDuMont: ich schreibe unter meinem Klarnamen.

    Und bevor Sie zensieren: dann geht die Nachricht an andere.

    Gruß

    Patrick Negm

  45. 45
    Scatterd says:

    Ich bin immer noch der Meinung, wir hätten mit unserem Opener antreten müssen :D

  46. 46
    Alberto Green says:

    @ 45 nochmal?

  47. 47
    Berni says:

    Ich denke, man muß bei den Nachbarschaftspunktevergaben gar nicht so sehr auf patriotischen Absichten herumreiten, sondern auch die Popularität vor dem jeweiligen ESC berücksichtigen.
    Im Beispiel von Lena 2011 würde ich z.B. die Punkte aus Österreich und der Schweiz schon auch darauf zurückführen, daß sie dort einfach seit über einem Jahr sehr bekannt ist und auch Fans hat. Auch ihre Alben haben sich ja in A und CH recht gut verkauft und nicht zu vergessen, auch die deutschen Fernsehsender inkl Pro7 werden dort gesehen.
    Ähnlich hat ja auch Stefan Raab im Jahre 2000 seine 12 Punkte aus Österreich und der Schweiz wegen seiner Popularität dort erhalten.

    In anderen Ländern verhält sich dies bestimmt häufig ähnlich.
    In San Marino werden ja auch italienische Medien konsumiert und in manchen Ost-Staaten ist die Konstellation, ohne Insiderkenntnisse zu haben, bestimmt häufig ähnlich.

    Überhaupt wird mir die Bekanntheit bestimmter Künstler in anderen Ländern, einschl. der PR in den Wochen vor dem ESC, zu selten thematisiert. Auch Lenas Sieg in Oslo dürfte die recht aktive PR, speziell in den nördlichen Ländern, nicht unbedingt geschadet haben.

  48. 48
    5zjunge says:

    Da fällt mir spontan der Sieger von 2009 ein, der Norwegische Weißrusse Alexander Rybak.

  49. 49
    Berni says:

    @48
    Sorry, ich nochmal, weil die Seite noch offen war.

    Ich glaube nicht, daß Alexander Rybak aufgrund seiner Herkunft 12 Punkte aus Russland, Weißrussland etc bekam, sondern weil er Russisch spricht und deshalb in dann jeweils örtlichen Fernsehshows u.ä. ein guter Gast (natürlich auch mit der Thematik Eltern, Geburtsland usw) war und dadurch sein Gesicht und auch sein Song schon bekannter wurde.
    Dies alleine langt natürlich auch nicht aus, aber es kann schon helfen ;-)

  50. 50
    theo says:

    „Aber selbst ein Land wie Russland, das eigentlich am meisten von solchem Abstimmungsverhalten profitieren müsste, fällt mit einem schlechten Titel durch.“

    Mein Eindruck war, dass der russische Auftritt wie eine schlechte Kopie einer schlechten westlichen Band wirkte. Zudem kam der Leadsänger nicht gerade als Sympathieträger rüber.

    So etwas hilft dann weder hüben noch drüben. Lena wirkte 2010 auch „wärmer“, weil offener. Vielleicht ist dieses Jahr kein Jahr für unterkühlte Songs – so etwas kann 2012 aber schon wieder ganz anders aussehen.

  51. 51
    Nobby says:

    Vielen Dank für diese Punkteanalyse, Herr Niggemeier.
    Allerdings finde ich Ihre Ost-West-Einteilung anhand eines seit 20 Jahren überholten geopolitischen Leitbilds durchaus fragwürdig. Sie konstruieren damit quasi einen „kulturellen Eisernen Vorhang“, der in der heutigen Zeit der globalisierten Interdependenzen seltsam anachronistisch erscheint.
    Wie wäre es stattdessen zunächst mit einer geographisch-räumlichen Netzwerkanalyse? Diese kann dann auch alle 43 abstimmenden Länder miteinbezieht, nicht nur die 25 Finalteilnehmer. Natürlich ist das ein größerer Aufwand, aber auf diesem Wege ließe sich eine wissenschaftlich relevante Datenbasis erschaffen, deren Aussagekraft in soziologischen, kulturellen und politisch-geographischen Belangen über schlichte Stammtischparolen hinaus geht. Vielleicht kennen Sie ja einen bereitwilligen Geoinformatiker, der Interesse hat…

  52. 52
    Johannes says:

    @ Sigmund 39#: Ich setze noch einen drauf und behaupte: Wäre die Türkei im Finale gewesen, käme der ESC-Gewinner jetzt aus Italien…

  53. 53
    theo says:

    Nobby, #51:

    „Sie konstruieren damit quasi einen „kulturellen Eisernen Vorhang”, der in der heutigen Zeit der globalisierten Interdependenzen seltsam anachronistisch erscheint.“

    Die von Stefan vorgelegte Datenbasis ist so klar, dass seine Aussagen evident sind. Wenn Sie schon die Methodik per se bemängeln, sollten Sie für ihre Theorie der „fragwürdigen“ Ost-West-Einteilung schon mehr auf den Tisch legen.

    Kulturelle Unterschiede zwischen Ost und West finden sich doch sogar noch innerhalb eines Landes, nämlich Deutschland. Das wird Ihnen jeder halbwegs kundige Soziologe bestätigen können.

  54. 54
    Ospero says:

    @52: Warum? Weil die Aseris, wie ebenso gern wie falsch behauptet wird, die ganzen türkischen Diasporastimmen abgegriffen haben? Null Punkte aus Deutschland für Aserbaidschan, mehr muss dazu nicht gesagt werden.

    @30: Man kann Georgien sehr wohl als Nu-Metal deklarieren – ich habe von vielen Leuten gehört, das höre sich an wie Linkin Park in schlecht, und wenn LP kein Nu-Metal sind… Aber man sollte meinen, ich hätte mir diese verfluchte Metal-Genre-Debattiererei schon in diversen Foren abgewöhnt, da kommt sowieso nie was Sinnvolles bei rum.

  55. 55
    Nobby says:

    @theo, #51:
    Wenn Sie schon die Methodik per se bemängeln, sollten Sie für ihre Theorie der „fragwürdigen” Ost-West-Einteilung schon mehr auf den Tisch legen.

    Dass die Ost-West-Dichotomie des vergangenen Jahrhunderts längst überholt und heutzutage keinerlei Rolle mehr bei der Einordnung des aktuellen global- oder europapolitischen Geschehens spielt, dürfte sicherlich kaum bezweifelt werden. Insofern ist es unverständlich, dass ausgerechnet zur Einordnung des kulturellen Geschehens in Europa plötzlich wieder mit diesen veralteten Mustern gearbeitet wird. Zugespitzt legt Herr Niggemeier quasi nahe, dass es in den letzten 20 Jahren im kulturellen Bereich – entgegen der Entwicklung im politischen und wirtschaftlichen Bereich – keinerlei Fortschritt gegeben hat, dass immer noch eine kulturelle Mauer zwischen Ost und West verläuft. Und das ist ein Fazit, das keinesfalls evident ist, sondern vielmehr den aktuellen Forschungsergebnissen (auch der Soziologie) zuwiderläuft.

    Deswegen ja mein Vorschlag, die Methodik umzukehren: Zunächst die Länderbeziehungen geographisch verorten (vielleicht ähnlich der Facebook Map), erst danach Analyse und Interpretation der Ergebnisse angehen. Ich bin mir sicher, dass das Fazit nicht mehr so eindeutig sein wird.

  56. 56
    Howie Munson says:

    @55 In kommentar 10 ist doch schon eine ander Ländereinteilung, dioe auf der Punktevergabe vergangenerjahre beruht erwäht worden….

  57. 57
    Patrick Negm says:

    Herr Niggemeier,

    finden Sie dieses Ergenbnis nicht selbst verängstigend?

    Lieber Gruß

    Patsick Negm

  58. 58
    theo says:

    Nobby,
    Sie werfen Äpfel und Birnen durcheinander.

    Das „aktuelle global- oder europapolitische Geschehen“ ist nicht zwingend deckungsgleich mit dem „kulturellen Geschehen“.

    Und wie bitte wollen Sie „die Länderbeziehungen“ verorten? Welche Daten sollen da wie miteinander verknüpft werden, um eine sinnvolle Aussage über mögliche kulturelle Gemeinsamkeiten zu treffen?

    Fragen über Fragen.

    Ich würde vorschlagen, Sie setzen ihre Ideen einfach mal in die Praxis um und zeigen dann dem Herrn Niggemeier und uns, was dabei heraus kommt.

    Falls es Ihnen selbst zu viel Mühe ist: Vielleicht kennen Sie ja einen bereitwilligen Geoinformatiker, der Interesse hat….

  59. 59
    Saidiph says:

    Die Datengrundlage gilt ja nun nur für N=1 Song Contest. Kann man eine solche Aufspaltung auch für die vorhergehenden Wettbewerbe in dieser Form machen?

  60. 60
    Nobby says:

    @theo, #58:
    Und wie bitte wollen Sie „die Länderbeziehungen” verorten? Welche Daten sollen da wie miteinander verknüpft werden, um eine sinnvolle Aussage über mögliche kulturelle Gemeinsamkeiten zu treffen?

    Das habe ich bereits geschrieben: Mittels einer geographisch-räumlichen Netzwerkanalyse (geospatial network analysis) lässt sich anhand der vorhandenen ESC-Daten sicherlich eine interessante Grafik erstellen, ähnlich der genannten Facebook Map.

    Eine andere Variante ist die Clusteranalyse, auf die unter #10 bereits hingewiesen wird (vielen Dank für den Hinweis, Howie Munson). Diese geht in die gleiche Richtung, vor allem in der richtigen methodischen Reihenfolge, verzichtet aber anscheinend auf eine geographische Verortung der Ergebnisse.

  61. 61
    Martin says:

    Um die Diskussion mal auf den Punkt zu bringen: 2010 haben uns die Spanier um den Pott bei der WM beschissen und 2011 die Aserbaidschaner im ESC. Das ist bitter, aber ich kann damit grundsätzlich leben.

    Mir wäre es nur wichtig, wenn nun mal ein vernünftiges Konzept für den ESC 2012 auf den Tisch gelegt wird, damit ich weiss, wie es nun weitergehen soll und mal wieder die Aussicht habe ungeachtete meines eigenen Werdegangs hemmungslos feiern zu dürfen.

  62. 62
    Harald Eisenmann says:

    Der einzige der 12 Punkte verdient hätte war Stefan Raab für seine fulminatnte Eröffnungsnummer. Man konnte also bequem nach 15 Minuten den Fernseher ausmachen und man hätte NICHTS verpasst.

  63. 63
    düsseldorferin says:

    eigentlich kommt man doch auch ohne zahlen zu dem schluss, daß nur ein lied erfogschancen hat, das „osten“ wie „westen“ gefallen muss…oder?

    aber schön, dass du´s nochmal errechnet hast.

  64. 64
    Johannes says:

    Dem Vorwurf eines kulturellen Eisernen Vorhangs kann man ein Stueck weit begegenen, indem man schaut, wie stark ein Land fuer seine Nachbarn abstimmt. In einem zweiten Schritt kann man schauen wie man Regionen unterschiedlich zusammen werfen kann und wo sich dadurch Unterschiede ergeben. Leider ausschliesslich fuer 2008 haben wir das hier mal gemacht: http://www.europeandme.eu/1brain/25-european-myth

    „It is true that if you take Eastern Europe on the whole, neighbourhood matters more than in Western Europe. However, if you take only those countries in Eastern Europe which are members of the EU, neighbourhood actually matters slightly less than in Western Europe.“

    Aber an die Auswertung in #10 kommt das natuerlich nicht ran.

  65. 65
    inga says:

    @Harald Eisenmann: Schade, dass Sie offenbar gezwungen wurden, eine Sendung bis zum bitteren Ende zu sehen, die Ihnen offenbar nicht gefallen hat. Was hätten Sie nicht alles Sinnvolleres mit Ihrer Zeit anfangen können!

  66. 66
    inga says:

    @Nobby: Im Grunde würde es ausreichen, alle Länder zufällig in zwei Gruppen zu verteilen und dann nachzusehen, ob sich ähnlich deutliche Differenzen ergeben wie bei Stefans obiger Einteilung. Falls nein, kann man sehr wohl sagen, dass es einen unterschiedlichen Ost- bzw. West-Geschmack gibt.

  67. 67
    Ben-99 says:

    @ inga # 65

    … mal dran gedacht, daß man auch eine Show aufzeichnen oder zeitversetzt schauen kann? Dann braucht man hinterher nur ein Bruchteil der Original-Sendezeit, um sich ein Urteil erlauben zu können.

    So benötige ich für die „besten Momente“ zum Beispiel aus „Wetten daß“ im Schnitt gerade mal 15-20 Minuten. Und auch am ESC-Abend mußte ich mir nicht wirklich jeden Song in voller Länge antun.

  68. 68
    J.Schiffmann says:

    Das Ost und West einen unterschiedlichen Musikgeschmack haben kann ich nicht feststellen. Die Ungarin hätte genauso gut für Schweden, und der Russe für Frankreich antreten können – also ich hätte die ganzen Aufftritte nicht Ost oder Westeuropa zuordnen können. Vielleicht Moldawien und Griechenland, aber sonst?

  69. 69
    J.Schiffmann says:

    Wirklich neutral kann nur bewertet werden, wenn man nicht wüßte, welcher Act für welches Land antritt – aber das ist unmöglich…

  70. 70
    Olly says:

    Ich bin ja jetzt nicht so der ESC-Experte, aber macht die fehlende Neutralität nicht einen Teil des Reizes der Veranstaltung aus?

  71. 71
    Patrick says:

    Bin ich der Einzige, der es komisch fand, dass die Schweiz kurz vor dem Voting immer nur mit einem „nananananana“ Refrain gezeigt wurde?
    Wer stimmt denn für ein Lied, das nachher nur mit „nananana“ gezeigt wird, wenn er 24 andere – aussagekräftigere – Titelwiederholungen zur Auswahl hat?

  72. 72
    Ste says:

    die postkarten fand ich schrecklich. filmisch gut, inhaltlich öde, wie diese elendige du-bist-deutschland-kampagne. sowas wird baku nicht passieren.

  73. 73
    SvenR says:

    @Ste #72: Warum sollten die in Baku auch Einspielfilme aus München, Hamburg oder Heidelberg senden?

  74. 74
    nurmalso says:

    wer nun wem punkte zugeschustert haben mag oder auch nicht, ist doch völlig wurscht. wenn die qualität der beiträge gestimmt hätte, wären eine „falsche“ abstimmungsmethode oder eben auch nachbarschaftspunkte zu verschmerzen gewesen. so aber muss ich mich nachträglich noch ärgern, dass so mancher musikalische rohrkrepierer so weit oben gelandet ist.

  75. 75
    Martin says:

    Estland scheint der absolute Verlierer zu sein bez. der Freundschaftspunkte. Die Nummer von denen ist doch sehr ordentlich, aber dennoch konnten sie nicht einheimsen. Finde ich schade.

  76. 76
    strawberry says:

    Ich kehre gerade aus einer angeregten Mittagstisch-Diskussion zurück, die um die Frage kreiste, was es denn nun eigentlich bedeutet, wenn beim ESC der gemeinsame Nenner festgestellt wird.
    1. Bedeutet „gemeinsamer Nenner“ automatisch “schlechter Massengeschmack“? Ist der ESC schon im Ansatz auf verwässerte Kompromisse festgelegt und sind alle Versuche, die Qualität der Beiträge anzuheben, zum Scheitern verurteilt?
    Meine Gegenmeinung war: schlechter Massengeschmack resultiert aus der formelhaften Wiederholung vergangener Erfolge, ein gemeinsamer Nenner kann aber auch anders gefunden werden. Ein Lied/Interpret kann neu, frisch, originell, intelligent und faszinierend sein und gerade deshalb einen gemeinsamen Nenner darstellen.

    2. Wie wahrscheinlich ist es aber, dass sich bei den Vorentscheiden und im Finale ein solcher origineller gemeinsamer Nenner durchsetzt? Sind nicht die Auswahlverfahren eher so ausgelegt, dass nationale stereotypische Geschmacksmuster und von Kommerzprofis nach Erfolgsformeln gestrickte Lieder nach vorne kommen?

    3. Und was bedeutet das für die deutsche Vorauswahl? 2010 hatte Raab noch den Zuschauern erklärt, man solle gar nicht an den ESC denken und einfach das Lied wählen, das einem selbst am besten gefällt. Demokratische Schwarmintelligenz. Heuer dagegen wurde extrem taktisch ausgewählt. “Taken by a Stranger“ wurde zuletzt sogar offen von Raab gepusht, weil sich der Konsens herausgebildet hatte, mit so einem Lied könne ein zweiter Sieg gelingen. Kann man daraus Schlussfolgerungen ziehen? War das zu taktisch gedacht oder zuwenig? Ist ein origineller gemeinsamer Nenner nur als Zufall und glückliche Ausnahme möglich? Oder sollte man bei der Vorauswahl nicht nur über Interpret, Lied und Performance sprechen, sondern auch darüber, warum man glaubt, dass sich auch andere Länder für diesen Titel begeistern könnten?

  77. 77
    paul says:

    sry stefan.

    ich weiß, bevor ich jetzt mecker, kann ich ruhig die recht einleuchtenden gegenargumente aufzählen:

    musst du nicht lesen, wenn es dich nicht interessiert.
    dann surf doch woanders hin.
    das ist ein privates blog, was erwartest du.

    usw. etc. – und das stimmt ja auch.

    …aber egal. ich habe einfach echt keinen bock mehr auf diese volksmusikcoverage. ich will endlich wieder den niggemeier-medienjournalismus lesen.

    dem musst du nun nicht folgen. aber schön wäre es trotzdem.

    beste grüße!

  78. 78
    Alex says:

    @71 und zur allgemeinen Frage, warum die Schweiz nur auf den letzten Platz kam: da muss man auch mal sehen, dass ja nur die Top Ten aus jedem Land Punkte bekommen. Im schlechtesten Fall biste in jedem Land auf einem hervorragenden 11.Platz und am Ende mit 0 Punkten trotzdem der große Depp. Letztendlich war der Schweizer Beitrag wahrscheinlich einfach nur zu „okay“, so dass es eben nur dreimal für die Top Ten gereicht hat. Andere Beiträge haben halt auch von von einer größeren Lobby und Bekanntheit in Nachbarmärkten profitieren können und konnten damit mit ein paar Ausschlägen nach oben die große „Blamage“ verhindern können.
    Ich denke, beim Finnen wird es ähnlich sein. Viele fanden’s eigentlich gut, aber er hat’s zu selten in die Top Ten geschafft.

  79. 79
    Alex says:

    Oh, da war in der Eile ein „können“ zu viel.

  80. 80
    Ben-99 says:

    @ paul # 77

    … hehe, mir wurden auch schon diese tollen „Argumente“ entgegengebracht. Das geht bis zum Vorwurf, man würde anderen Leuten ihr schönes „Hobby“ nicht gönnen ;-)

    „Mußt Du ja nicht lesen!“ ist aber auch immer wieder nett. Ich bin gespannt, was dieselben Leute sagen würden, wenn jemand das BILDblog wie folgt kritisiert: „Wenn Ihr dieses Springer-Blatt nicht mögt, dann ignoriert es doch einfach. Niemand zwingt Euch, BILD zu lesen!“

    Ein selten dummes Argument nicht, wahr? Und deshalb sollte man auch etwas toleranter mit Leuten umgehen, die nur ganz höflich den Wunsch äußern, statt über irgendwelche Schlagersternchen künftig wieder mehr über die Machenschaften eines gefährlichen Hetz-Blattes informiert zu werden.

    Die statistische Punkte-Auswertung ist allerdings recht interessant, weil es indirekt ja auch die falschen Behauptungen mancher Boulevard-Zeitungen entlarvt, das Ganze sei politisch ein abgekartetes Spiel.

  81. 81
    Jan says:

    Meine Güte, Ben-99 und paul, als ob Stefan Niggemeier irgendwo angekündigt hätte, er werde nie Medienkritisches in seinem Blog schreiben sondern nur noch über Eurovision Song Contests…

  82. 82
    moviemac says:

    #62: Der einzige der 12 Punkte verdient hätte war Stefan Raab für seine fulminatnte Eröffnungsnummer. Man konnte also bequem nach 15 Minuten den Fernseher ausmachen und man hätte NICHTS verpasst.

    Mööp, ersten war das ein Plagiat und zweitens waren mehr als sechs Leute auf der Bühne. Deutschland RAUS!

    #71: Bin ich der Einzige, der es komisch fand, dass die Schweiz kurz vor dem Voting immer nur mit einem „nananananana” Refrain gezeigt wurde?

    Das sicher nicht, allerdings entscheiden das wohl die Länder selber, welcher Ausschnitt gezeigt werden soll. Da ja auch schon eine komplette Strophe vernanat wurde, ist es wohl nur konsequent, auch den Einspieler so zu bestücken. Besonders klug fand ich das allerdings auch nicht, ein paar mehr belanglose Popzeilen hätte man sich für dieses ansonsten schöne Liedchen schon noch einfallen lassen können (oder zumindest aus dem entsprechenden Lexikon abschreiben).

    Ich bin gespannt auf weitere spannende Zahlenanalysen, besonders von den Experten, die die hiesige für unzureichend halten (wenn ich es richtig sehe, sollten hier ja nur Stammtischparolen mit „Stammtischfakten“ widerlegt werden – Mission erfüllt). Besonders zu beachten wäre beim nächsten Versuch, nicht nur die geo- und sozio-kulturellen Korrelationen zu analysieren, sondern auch die wettbewerbsinherenten Aspekte einzubeziehen. Denn schliesslich wird über die absolute Startnummer (vorn schlecht, hinten gut!?) und das Startumfeld (ähnlicher Song vorher/nachher schlecht, was anderes gut!?) mindestens genauso gestritten. Wem es gelingt, aus dieser an Wetterberechnung erinnernden Datenfülle, ein paar sinnvolle Modelle zu entwickeln, dem dürfte der Mathematik-Nobelpreis nicht mehr zu nehmen sein, naja, zumindest vielleicht der alternative.

  83. 83
    theo says:

    @Ben-99:

    („Mußt Du ja nicht lesen!” ist aber auch immer wieder nett. Ich bin gespannt, was dieselben Leute sagen würden, wenn jemand das BILDblog wie folgt kritisiert: „Wenn Ihr dieses Springer-Blatt nicht mögt, dann ignoriert es doch einfach. Niemand zwingt Euch, BILD zu lesen!”)

    Bildblog geht es nicht darum, ob und in welchem Volumen Bild und andere Zeitungen über Singwettbewerbe oder sonstwas berichten – sondern um das „wie“.

    Für Sie ein Zitat aus dem Bildblog-„In eigener Sache“:

    „Wir glauben, dass es hilft, die Fehler und Abgründe öffentlich zu machen — die kleinen Pannen und die große Desinformation.“

    Wenn Sie dem Hausherrn hier Fehler, Abgründe, Pannen und die große Desinformation nachweisen können – gerne. Bislang jedoch verlangen Sie als Leser eines kostenlosen Blogs lediglich andere Inhalte – und das mit einer ausgeprägten Impertinenz. Meinen Sie nicht, dass es ausreichend gewesen wäre, ihren Wunsch einmal zu posten?

    „Ein selten dummes Argument nicht, wahr?“

    Die Frage gebe ich gerne zurück.

  84. 84
    Squeedly says:

    @Martin, #75
    Das sehr schlechte Abschneiden ist mir auch unverständlich, hielt den estnischen Beitrag eigtl für einen sicheren Top-Ten-Kandidaten mit Chancen auf den Gesamtsieg. So kann man sich irren…

    @theo, #83
    Sehr schön auf den Punkt gebracht. Wird nur leider nichts nützen… manche Leute haben halt nunmal ausgesprochen merkwürdige Vorstellungen von „konstruktivem Feedback“.

  85. 85
    Ben-99 says:

    @ theo

    … keine Sorge, mir ist auch ohne Ihre schulmeisterliche Belehrung längst klar, daß auch die kleinste Abweichung von der hier offenbar gewünschten Einheitsmeinung sofort streng gerügt wird. Und zwar nicht etwa vom „Hausherrn“, sondern von einigen selbsternannten Ordnungshütern der Friede-Freude-Eierkuchen-Fraktion.

    Nun bin ich aber kein Feind, sondern seit Jahren ein erklärter Fan von BILDblog und finde auch fast alle Aktivitäten von Stefan äußerst lobenswert. Deshalb amüsieren mich ja auch die von @ paul bereits aufgelisteten „Argumente“ gegen vermeintliche „Unruhestifter“. Das konnte von Ihnen jetzt noch durch den Vorwurf einer „ausgeprägten Impertinenz“ gesteigert werden. Glückwunsch!

    Darf ich mir noch höflich eine Frage erlauben? Wie gehen Sie eigentlich mit Leuten um, die hier tatsächlich in feindlicher Absicht posten?

    @ Squeedly

    Das müssen Sie jetzt nicht sofort verstehen ;-)

  86. 86
    SvenR says:

    @Ben-99 #85: Die werden geteert und gefedert.

  87. 87
    theo says:

    Ben-99:

    („Darf ich mir noch höflich eine Frage erlauben? Wie gehen Sie eigentlich mit Leuten um, die hier tatsächlich in feindlicher Absicht posten?“)

    Ihr Anliegen (der Hausherr solle gefälligst nicht so viel zu Schlagerwettbewerben schreiben) ist doch inzwischen deutlich geworden.
    Ich frage somit höflich zurück, ob Sie es freundlich finden, in
    wenigen Tagen ein- und dieselbe Meinung hier wieder und wieder zu posten. Glauben Sie denn wirklich, eine konstruktive Kritik (wenn es denn eine solche sein soll) wird als Endlosschleife besser?

    Dass sie mich als „selbsternannten Ordnungshüter der Friede-Freude-Eierkuchen-Fraktion“ sehen, überrascht mich ein wenig.

    Dass Sie einerseits für sich ein Recht auf Kritik beanspruchen, gleichzeitig aber Kritik am eigenen Verhalten quasi als Blogwart-Mentalität ansehen, überrascht mich… eher nicht.

  88. 88
    Ben-99 says:

    @ theo

    … als möglicherweise manchmal etwas zu sturköpfiger Politik-Freak will ich Ihnen gegenüber gern eingestehen, die Empfindlichkeit einiger Schlager-Fans gehörig unterschätzt zu haben. Offenbar hört für sie an diesem Punkt der „Spaß“ auf.

    Doch um die, nicht zuletzt auch durch Ihre vielen Worte entstandene „Endlosschleife“ nicht noch voluminöser geraten zu lassen, verzichte ich gern auf weitere Reizthemen und schlage vor, uns von nun an nur noch höflich und respektvoll zu begegnen. Es muß ja nicht gleich zu einer Freundschaft fürs Leben ausarten ;-)

  89. 89
    Wolfgang says:

    @ Ben99

    Was um alles in der Welt ist ein „Politik-Freak“ ?

  90. 90
    Ben-99 says:

    @ Wolfgang

    … vielleicht jemand, der sich lieber für solch bescheuerte BILD-Geschichten interessiert:

    http://www.bild.de/unterhaltung/musik/dieter-bohlen/ard-boykottiert-bohlens-superstars-17947780.bild.html

    „DIE POLITIK IST ALARMIERT“ keift das Blatt in seiner neuesten Ausgabe. Und das nur, weil die öffentlichen Sender (zum Glück!) lieber Songs von Lena als von den Bohlen-„Superstars“ spielen.

  91. 91
    Martin says:

    Oje, Wagner von der BILD hat das Phänomen Lena doch ganz nett beschrieben, eben auf seine Art: http://www.bild.de/news/standards/lena-meyer-landrut/post-von-wagner-17874028.bild.html

    Das ist schon ordentlich gaga, aber eben auch ein bißchen wahr.

  92. 92
    Howie Munson says:

    Wie kann man eigentlich „jahrelanger“ niggemeier&bildblog Fan sein ohne mitzubekommen wer hier Stammkommentator ist??

  93. 93
    xxxxxxxx says:

    „Es zeigt sich eine klare Präferenz von Osteuropäern für osteuropäische Kandidaten und Westeuropäern für westeuropäische Kandidaten, die sich meiner Meinung nach nicht allein durch die üblichen Nachbarschafts-Punkte erklären lassen, sondern unterschiedliche Geschmäcker reflektieren.“

    Unglaublich. Danke für diese hochwissenschaftliche Erkenntnis. Osteuropäer geben bei einem wettbewerb der EU Länder tatsächlich anderen Osteuropäern ihre Stimme!!! Und das nicht nur wegen der Nähe zueinander, sondern, MEINE FRESSE SENSATION, weil man ähnliche Geschmäcker hat!

    Demnächst wertet Stefan hier dann aus, dass die Currywurst besonders in Berlin beliebt ist und weniger in Rom, nicht nur weil es in Berlin mehr Currywurstbuden gibt, nein, auch weil man in Italien lieber Pasta isst. Unglaublich.

    Ich weiss, interessiert niemanden und ich muss das hier ja nicht lesen, mache ich ab jetzt auch nicht mehr.

  94. 94
    Ben-99 says:

    @ xxxxxxxx

    … da scheinen Sie etwas mißverstanden zu haben. Denn es geht doch gerade auch darum, daß einige übertrieben patriotische, um nicht zu sagen nationalistische Blätter unterschwellig behaupten, vor allem die östlichen Länder würden sich gegenseitig die Punkte zuschieben, und zwar ganz gleich um welche Art Song es geht. Das könnte einem in der Tat unangenehm aufstoßen – wenn es denn so wäre.

    Wenn man nun aber erfährt, daß es wohl eher am ähnlichen Geschmack der dort lebenden Menschen liegt und daß darüber hinaus dasselbe auch für unsere im Westen Europas gelegenen Staaten gilt, dann wirkt das Ganze schon viel harmloser, weil es eben nicht auf eine Fortsetzung des kalten Krieges mit den Mitteln der Musik hinweist.

  95. 95
    Katzenblogger says:

    @ Alex

    Dein Argument ist nicht so ganz übel – ich finde aber, die bisherigen Gesamtverkaufszahlen des neuen Albums sind verglichen mit dem Vorgängeralbum eher mäßig. Wenn ich recht im Bilde bin, liegen sie bei einem Drittel – und werden dieses voraussichtlich auch nicht überschreiten. Zumal gemessen an der Medienpräsenz:

    Das bezeichne ich als Flop.

    Andere Musiker wären wohl heilfroh noch über die gedrittelten Verkaufszahlen von Lena. Andererseits: Lenas Sängerinnenkarriere dürfte weitgehend zuende sein. Da kommt nichts mehr.

    Taken by a new future.

    Lena wünsche ich alles Gute.

  96. 96
    Stefan Niggemeier says:

    @Katzenblogger:

    Lenas Sängerinnenkarriere dürfte weitgehend zuende sein. Da kommt nichts mehr.

    Aha. Warum?

    (Ich will gar nicht sagen, dass es nicht so ist. Ich weiß es schlicht nicht und bin immer erstaunt, was andere Leute so zu wissen glauben. Gibt es dafür sowas wie ein Indiz, einen Beleg?)

  97. 97
    SvenR says:

    Schade, dass ich nicht an den lieben Gott glaube, sonst würde ich zu ihm beten, das mein Leben so floppt, wie Lenas zweites Album oder ihre Konzerttourne.

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