„We are people with sand and we draw the sand“

Ich habe mich ja vergangene Woche neu in Anke Engelke verliebt. Und auf YouTube ist vor ein paar Tagen ein Video aufgetaucht, das einen Grund dafür zeigt.

Es sind Aufnahmen vom Ende der Generalprobe fürs Finale des Eurovision Song Contest. In der (zufälligen) Punktevergabe hatte der sandige Beitrag aus der Ukraine gewonnen. In der Probe übernahm Frau Engelke nun kurzerhand den Part, den Siegertitel noch einmal vorzutragen:

[Nachtrag, 23. Mai: Der NDR hat das Video anscheinend löschen lassen.]

Übrigens hatte die ARD dann glücklicherweise doch nicht die komplette Berichterstattung über den Grand-Prix an das Vertretungspersonal am Brainpool-Fließband ausgelagert. Versteckt am späten Sonntagabend im NDR-Fernsehen lief eine angenehm klassische Reportage.

Anders als die Leute, die für das schlimme Vorabgetöse verantwortlich waren und offenbar verzweifelt versucht hatten, irgendetwas aus dem Grand Prix zu machen, hatten die Filmemacher Andreas Ammer und Anke Hunold gemerkt, dass die Veranstaltung ein solches Übermaß an Stoff hergibt, dass es genügt, dabei zu sein, zuzusehen, mitzugehen, nachzufragen. Hier gibt es (für Duslog-Gucker) ein Wiedersehen mit Florian Wieder, der Estin, dem Finnen und natürlich Lena. Die Episode mit dem estnischen Silhouettenkrempel auf der Bühne wird in schöner Ausführlichkeit erzählt (und weitere wunderbar alberne Momente mit Anke gibt es auch):

44 Replies to “„We are people with sand and we draw the sand“”

  1. Die drei „Hier und heute“-Reportagen über Leute rund um das Ereignis im WDR Fernsehen am 10., 12. und 14. konnte man sich aber auch gut angucken.
    Es war nicht alles mit der Privatfernsehpappe zugekleistert.

  2. Anke ist groß.

    (Was mir bei dem Ausschnitt oben wieder auffällt: die Siegerehrung war in Oslo deutlich schöner und beeindruckender gemacht)

  3. Und „die Estin“ heißt noch mal wie, Herr Niggemann?!

    (Mann, Mann, Mann. Mit dem musste ich zwei Wochen zusammenarbeiten und -wohnen …)

  4. Professionelle Albernheit ist das Ziel, das ich anstrebe. Und wenn ich es erreicht habe, werde ich sagen, das Anke Engelke eines meiner Vorbilder war.

  5. Lukas: Wie verträgst du denn die abschätzigen Worte zu Getters Kulisse? Die ziehen ja ordentlich vom Leder.

  6. Die Kulisse ist natürlich absichtlich Krempel (wenn auch eher Sperrholz als Pappmaché), damit Getter davor um so mehr strahlt!

  7. @ xylophon

    Zitat: „Gebt Anke endlich ‚ne Samstagabendshow!“

    … eher bekommt Judith Rakers eine solche Show. Denn die ist jünger. Und vor allem blonder. Anke Engelke ist halt „nur“ die mit Abstand beste deutsche Komödiantin – was zählt das schon.

    Es hat nun mal Tradition, daß die ARD ihre besten Leute ziehen läßt. Die letzten beiden hießen Georg Schramm und Frank-Markus Barwasser. Dafür wird dann mit viel Geld und Riesen-Tamtam der olle Quiz-Onkel Günther Jauch eingekauft, der schon bald wieder wie gewohnt die Fragen von seinen Kärtchen ablesen wird – nur diesmal zur Abwechslung einmal zu seriösen Themen als „politischer Journalist“.

    Soll heißen: Anke wird wohl weiterhin fernab der ARD-Sender glänzen. Und das ist eigentlich auch gut so.

  8. anke ist einfach nur geil.
    und am meisten schmeiße ich mich weg, wenn sie in so einem großen ding sitzt, wie der sendung promi-wer wird millionär mit günter jauch, und einfach nicht flapsig fluffig mitspielt, sondern sich spreizt und zögert und irgendwie vermittelt, dass sie heute und gerade jetzt lieber woanders irgendwo läge, nur hier nicht gerade sitzen und das spiel nach andern regeln spielen sollen soll aber eben nicht will.
    wow.
    dahin kommen, dass man sich das traut, das war sicher ein langer weg.

  9. Ich habe mich schon gefragt, wann auf das Video mit dem Sandgesang eingegangen wird. Trudelte bei duslog.tv als Kommentar ein, ist einfach großartig. Und ja, DAS ist für mich Humor. Die lachen sich nicht über sich selbst kaputt dabei, sondern machen das schön trocken.

  10. Ich liebe Anke Engelke auch! Den ESC fand ich heuer ziemlich unterhaltsam (trotz der m.E. total übertriebenen Inszenierung), denn dieses Mal waren eltliche sehr außergewöhnliche Beiträge dabei. Leider wurde der Mut vieler Interpreten zum Besonderen aber am Ende nicht wirklich belohnt. Meine persönlichen Favoriten waren z.B. Jedward, Amaury Vassili, Raphael Gualazzi und Eldrine. Den Siegertitel fand ich ehrlich gesagt relativ langweilig (kleinster gemeinsamer Nenner). Und Lena konnte in meinen Augen in der diesjährigen Konkurrenz auch nicht wirklich mithalten (lag aber imo auch daran, dass sie mit ihrem Titel ihr größtes Pfund nicht präsentieren konnte – ihren natürlichen, ungezwungenen Charme). Der estnische Silhouettenkrempel ist mir sympathischer als die offensichtliche Bombastic-Sucht der diesjährigen Veranstalter. Dafür haben sich zwar fast alle Übermittler der Länder-Votings höflich bedankt, aber ich könnte mir gut vorstellen, dass einige insgeheim dachten: Typisch Deutsch, die müssen sich immer als die Größten darstellen.

  11. Was sagt es eigentlich über das deutsche Fernsehprogramm aus, wenn solch eine schöne Dokumentation des ESC am Sonntagabend im NDR versendet wird?

    Im letzten Jahr gab es auch so eine Doku nach LeNAs Sieg – gesprochen von Peter Urban und dem ambivalenten Kommentar „Lampe an – Mädchen da“. Das hat schon damals mehr über den ESC ausgesagt als all die Berichterstattung drumherum (ausgenommen vielleicht Os- und Duslog).

    Schön, daß es so etwas dann doch noch gibt, wenn auch leider zu später Stunde. Vielen Dank für den Hinweis darauf, Stefan!

  12. Danke, Stefan,

    für diesen Einblick. Nicht nur, dass Anke einem eine echte TV-Lichtgestalt sein kann, man kann auch ihre Singstimme noch großartig finden! Jetzt ist die Liebe definitiv neverending … ;-)

  13. Ja, das hat Anke wirklich gut gemacht. Ich war geradezu überrascht von ihren fließenden Französisch- und Englisch-Kenntnissen.

  14. Wenn man weiß, dass sie in Kanada geboren wurde, dann ist man darüber nicht mehr ganz so überrascht ;-)

  15. Vom Filmemacher: Danke für all die Blumen … auch noch mal für das Lob zum Film im letzten Jahr (war auch von mir). Und in der vorbehaltlosen Getter Jaani Bewunderung bin ich mit Lukas natürlich ganz einer Meinung.

  16. @Mr. Green:

    Übersetzt dann wohl: „Lena Meyer-Landrut, Deutschland, zuhause weltberühmt.“

    @andy ammer:

    Mit welcher Begründung seitens der Sendeanstalt wurde denn der Film auf so einen späten Sendetermin und in den NDR verbannt? Darf das hier verraten werden? Besten Dank für eine Antwort und nochmals für die beiden hintergründigen Filme,

    janar

  17. @Mr. Green

    Wenn es eine Begründung gegeben hätte, dann würde ich sie natürlich nicht verraten. Aber es dürfte bekannt sein, dass ich manchmal etwas eigenwilliges Fernsehen mache und nicht bei Brainpool arbeite.

  18. Herr Müller postet etwas am Thema vorbei. Je nun.

    andy ammer: Vielen Dank für den Beitrag, interessante Einblicke in Orte, Vorgänge und Menschen.

    Leider habe ich die Reportage vom letzten Jahr verpasst, ich hoffe da gibt es mal eine Wiederholung. Wie war denn der genaue Titel, dann setz ich meinen TV-Browser mal darauf an.

  19. @sven: „Lena – Die Reportage“ läßt sich erstaunlicherweise noch online auf eurovision.de ansehen, aber leider nicht verlinken.
    In den „Videos“ auf Seite 13 zum 30. Mai blättern und freuen.
    (Erzähl das aber nicht der Privatmafia, sonst muß die Sendung auch sofort gelöscht werden.)

  20. @29, andy ammer:

    Oh, ich werde ein bisschen rot, denn ich bin gar nicht *der* Mr. Green! So geistreich eskaliert hier nur einer …

    Besten Dank für Ihre Antwort auf meine Frage! Mir war tatsächlich nicht bekannt, daß Sie eigenwilliges Fernsehen machen und nicht bei Brainpool arbeiten (ich besitze seit einem Jahrzehnt keinen Fernseher, schaue nur ausgewählt übers Web).

    Aber man kann es sehr gut an den beiden Reportagen sehen – sie sind eigenwillig und zeigen mehr von LeNAs „Authentizität“ als jenes Trugbild, das von ihr unter diesem Stichwort durch die deutschen Gazetten geistert. Es ist sehr aufschlußreich, wie Sie im Fernsehen die Illusionsfähigkeit des Mediums Fernsehen darstellen und dadurch zu Denkanstößen anregen. Respekt vor dieser Leistung und bitte mehr davon in Zukunft – möglichst auf besseren Sendeplätzen.

    janar

  21. @Andy Ammer:

    Ich habe jetzt auch die Lena-Dokumentation vom letzten Jahr gesehen. Beide Filme fand ich sehr kurzweilig – und das, obwohl man angeblich im Internet keine längeren Sachen zeigen kann. Ich gehöre auch zu den Leuten, die keinen Fernseher haben und daher nur so erreicht werden können.

    Ich bin verblüfft, mit wie wenigen Zutaten Sie ein solches Ergebnis erzielen. Tatsächlich finde ich Dokumentationen darüber, was im Hintergrund abläuft, spannender als das eigentliche Ereignis.

  22. @andy ammer/off topic
    Ich musste ja ein bisschen nachdenken, warum mir der Name so bekannt vorkommt — beim DLF gibt es auch einen Andreas Ammer, der da regelmäßig für den „Büchermarkt“ die Krimi- und Bestsellerrezensionen rockt. Ist die Namensähnlichkeit nur Zufall, oder steckt da etwa System dahinter?

  23. „dass die Veranstaltung ein solches Übermaß an Stoff hergibt, dass es genügt, dabei zu sein, zuzusehen, mitzugehen, nachzufragen…“

    Geschmackssache, lieber Stefan Niggemeier. Ich fand den Film nett, handwerklich gut gemacht, aber eben auch ein bisschen viel ARD-„Wir über uns“. Für die Nicht-eingefleischten-ESC-Fans auf Dauer vielleicht etwas ermüdend.

    @Alberto, 2$: „zu Hause weltberühmt“ ist wirklich ein Text-Highlight :-)

  24. Ganz ehrlich: Ich fand die „Witze“ von Engelke und Raab gerade an den Anfängen der Shows grenzwertig.

  25. Habe nie verstanden, wieso es eigentlich immer noch als Entertainment-Ritterschlag gilt, wenn „man jemandem eine Samstag abend-Show gibt“. So wie es einige hier und auf anderen Webseiten für Anke Engelke einfordern. Damit stünde sie in einer Reihe mit Frau Nebel, Herrn von Hirschhausen und Herrn Cantz. Dazu kann man ihr dann nur gratulieren.

Comments are closed.