36 Replies to “Eine Vorzeigejournalistin”

  1. Mit DSK und Kachelmann lässt sich die Zeit bis zum nächsten ESC bestimmt gut überbrücken.

  2. Eine der (vielen) frustierenden Erfahrungen aus dem Kachelmann-Prozess und dessen Ende für den Journalismus ist die, dass sich im Nachhinein alle mit ihrer Sicht- und Handlungsweise bestätigt fühlen. Und eine Frau Rückert würde sich wohl nie selbst stoppen; da wäre das Leitungspersonal ihres Blattes gefordert. Da die Zeit solche Eskapaden nicht unterbunden hat, scheint man auch dort sehr zufrieden zu sein.

  3. Zum ersten Link auf law blog („Kachelmann: Presseskandal im Justizskandal“): Frau Rückert behauptet, dass Sie zuerst von Herrn Birckenstock angesprochen worden ist. Die zitierte E-Mail scheint dies für mich zu bestätigen. Allein aus den beiden zitierten Passagen auf ein verwerfliches Verhalten von Sabine Rückert zu schließen finde ich übereilt.

  4. Was haben sie bloß? Ist das mit Frau Rückert eine Art persönliche Obsession? Ich finde jeden Journalisten begrüßenswert, der zunächst nach dem Grundsatz „innocent until proven guilty“ arbeitet.

  5. @devas: Was hat die Reihenfolge der Kontaktaufnahme damit zu tun?

    @überrationell: Und deshalb konnte Frau Rückert in ihren Artikeln nicht erwähnen, dass sie mit dem Verteidiger des Angeklagten schon gemeinsam ein Buch geschrieben hat? Ich finde, der Leser hat mindestens einen Anspruch darauf, solche möglichen Interessenskonflikte zu erfahren. Wenn die Journalistin schon nicht meint, dass sie diese Nähe als unabhängige Berichterstatterin disqualifiziert.

  6. @2: Mit nichtssagenden Blogkommentaren lässt sich die Zeit bis zum Start Ihres Blogs gut überbrücken.

  7. Frau Rückert hat aber schon VOR Kachelmanns Anwaltswechsel die Spuren- und Beweislage als einzige so ordentlich aufgelistet, wie es sonst keiner getan hat. Zu dieser Zeit war sie noch ganz unbeteiligt und hat auch Schempp nicht vorgeschlagen. Und auch ihr damals abgeleitetes Szenario des Geschehens muss heute als bestätigt gelten. Ihre frühe Beurteilung ist ganz schön beachtlich, finde ich.

    Ich glaube, dass Frau Rückert dank ihrem klaren Denken die Situation als einzige richtig erfasst hat, und kann auch verstehen, dass sie die Not verspürte, in das wirre Geschehen einzugreifen.

    Nach all dem, was Kachelmann dazu geäußert hat, hat er aufgrund der klaren Berichterstattung seine Lage zum Ende des verg. Jahres neu bewertet.

  8. Ich verweise auf die reale (Nicht-) Beteiligung von Frau Rueckert an Anwaltswechsel und anderen Dingen, alle Verschwoerungstheorien sind abseitig. Es geht nicht um die Differenzierung zwischen parteiisch und nicht, sondern um diejenige zwischen Ahnung und keine, selbst recherchierende(r) Journalist(in) oder unkritischer Speichellecker einer luegenden Staatsanwaltschaft zu sein – Frau Rueckert kann nichts dafuer, dass ausser ihr und weitgehend Frau Friedrichsen alle anderen Journalisten sich als Inkarnation letztstehender Umschreibung gefallen haben, siehe auch http://www.weltwoche.ch/ausgaben/2011-24/laecherlicher-wahnsinn-die-weltwoche-ausgabe-242011.html

  9. Und wenn wir von Journalistendarstellern sprechen, allen voran @3, dem bunten Burda unter den Mediendiensten.

  10. Geht das jetzt schon wieder los?
    @Konstantin Neven Dumont: Wann geht’s eigentlich los bei Ihnen?
    @Georg Altrogge: Gilt das eigentlich auch für meedia (dass Sie sich in Ihrer Sichtweise bestätigt fühlen)?
    @Jörg Kachelmann: Hätten Sie eine Sabine Rückert gegen sich gehabt, würden Sie sich zu Recht beschweren. Warum loben Sie nicht mal die Medienvertreter, die sich um Ausgewogenheit bemüht haben? Auch wenn’s schwer fällt.

  11. @15./Jörg Kachelmann: Ich finde schon, Holzhaider von der SZ zum Beispiel, ein topseriöser, zurückhaltender klassischer Gerichtsberichterstatter. Wie überhaupt auch immer „die Süddeutsche Zeitung“ gegeißelt wird, wenn es doch in Wirklichkeit um eine einzige Geschichte des „Süddeutsche Zeitung Magazins“ im letzten Sommer ging, die mit der Prozessberichterstattung des Hauptblatts überhauptnichts zu tun hatte. Was ich mit diesem Beispiel sagen will: Es ist in dieser Diskussion auch alles andere als hilfreich, sie auf Schwarzer, May, Rückert und Friedrichsen zu verengen. Dazu tut man denen zuviel Ehre an.

  12. Aus meiner Sicht gehört es zur guten journalistischen Praxis Verbindungen zum Gegenstand der Berichterstattung offenzulegen, somit hätte Frau Rückert nach Kachelmanns Anwaltswechsel zwingend ihre Beteiligung am Buch „Tote haben keine Lobby“ erwähnen müssen. Solche fehlenden Offenlegungen sind allerdings kein Rückertsches Problem, somit nicht zwangsläufig mit der Causa Kachelmann verbunden, sondern im Journalismus leider eher die Regel als die Ausnahme.

    Rückerts zweifellos sachkenntnisreiche Berichterstattung über den Fall Kachelmann selbst maße ich mir nicht an abschließend zu bewerten. Diese Berichterstattung ist aber auch gar nicht das Thema dieses Blogeintrags, sondern Rückerts Selbstzufriedenheit, zu der sie wegen des intransparenten Umgangs mit der Buch-Autorenschaft keinen Grund hat.

    Und schließlich, da ich das Nicht-Löschen der mit „Joerg Kachelmann“ unterzeichneten Kommentare seitens der Hausherren so verstehe, dass sie authentisch sind: Herr Kachelmann schreibt „Ich verweise auf die reale (Nicht-)Beteiligung von Frau Rueckert an Anwaltswechsel (…)“. Ja, was denn nun? Beteiligung oder Nicht-Beteiligung? Im Moment kann man das auf zwei Arten lesen, und das war sicherlich nicht beabsichtigt.

  13. @19 nein, die peinliche erbaermlichkeit der sueddeutschen und vor allem des formerly known as qualitaetsjournalist leyendecker ruehrt von den printgeschichten des letzten jahres, die magazingeschichte war nur die spitze des eisbergs – alles zusammen die kollektive bewerbung ins haus des furchtbaren verlegers in der naehe.

  14. jokahl: Ich will am 1. September starten, egal wie weit das Projekt „KNDM – KRITISCH. NACHHALTIG. DIREKT. MEINUNGSBILDEND“ dann ist. Andere ProjektteilnehmerInnen wollen erst später online gehen (alles soll toll und perfekt sein). Unsere vier Ziele: „Entschuldung der öffentlichen Haushalte, Umweltschutz, Verbraucherschutz sowie die Verteidigung der Freiheitsrechte der Bürger (z.B. Überwachungsstaat oder übertriebene staatliche Bevormundung).“

    Joerg Kachelmann: Sind Sie der Wettermoderator bekannt aus Presse, Funk und Fernsehen? Wie dem auch sei, bezüglich der Süddeutschen Zeitung sollte man in der Tat vorsichtig sein. Das vermeintliche Gewand der sogenannten Qualitätsjournalisten kann zwischendurch auch in die Irre führen.

  15. wenn ich herrn niggemeier vor drei jahren erzählt hätte, dass konstantin neven dumont und jörg kachelmann in seinem blog in dialog treten, ob er mir glauben geschenkt hätte.

    für die zukunft wage ich die folgende prognose:
    2013: eva herman x scooter
    2015: wigald boning x michael spreng

  16. @gebimmel

    Ja, sowas könnte es ruhig mal öfters geben, in wechselnder Besetzung.
    Wenn Sie die Prognoserunde schon eröffnen, würd ich gern noch mit 2012 einsteigen, und zwar setze ich auf Hans Ulrich Jörges x Markus Lanz.
    (Sorry fürs Off-Topic, Herr Niggemeier)

  17. @27 28 Erinnert mich an das schöne Format „Durch die Nacht mit…“ auf Arte. Gibts das noch? @KNDM wäre vielleicht was für Sie? „Durch die Nacht mit…KNDM und Stefan Niggemeier“

  18. Rückerts fehlende Transparenz ist sicher ärgerlich und journalistisch ein Fehler – aber angesichts der Dimension des Falles und des Ergebnisses zu vernachlässigen. In meinen Augen war sie bei diesem Prozess immer noch eine positive Ausnahme.

  19. Bestochene Polizisten, abgehörte Telefone, bespitzelte Opfer…ganz schön heftig was da abgeht in England. Aber deswegen gleich ne Zeitung einzustellen? Die spinnen, die Briten. Oder?

  20. @ Twipsy: Glauben Sie nicht alles so, wie Sie es lesen. Murdoch eventuell zu meinungsmaechtig? Wird reduziert, und besser gleich eingestellt statt verkauft. Journalisten sollten mal schauen, wie sich jetzt die Marktkonzentration veraendert.

  21. @32./33.: Ist doch klar was jetzt passiert: Sonntagsausgabe der Sun und für Murdoch ist wieder alles o.k. Dennoch eine bestechende Vorstellung, ich wollte England wäre Deutschland: Stell Euch vor, Bild würde morgen eingestellt, Diekmann verjagt (Rebekah Brooks wird Murdoch wohl noch opfern müssen) und Friede Springer am Pranger. Schön!

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