Bushido spricht Klartext

10 Nov 11
10. November 2011

Bushidos Dankesrede für den Bambi 2011 in der Kategorie „Integration“ im Wortlaut:

„Einen wunderschönen Abend, meine Damen und meine Herren. Bevor ich jetzt irgendwelche Leute erwähne, denen ich danke, außer die, die mir jetzt gerade winken.

Ich möchte eigentlich gerne ganz, ganz schnell auf den Punkt kommen. Ich hab gehört, ich hab nur 90 Sekunden Zeit, und ich hoffe, dass ich irgendwann mal wirklich jetzt auf die Minute landen kann. Oder auf die Sekunde.

Danke, Peter [Maffay], für die netten Worte, für das Verständnis, was du mir entgegen gebracht hast, und, ähm, ja.

Folgendes.

Es hat mich schon ein wenig erstaunt, 2011, zu erfahren, als ich sozusagen mit dem Bambi, äh, belohnt werden sollte, dass es immer noch so viele Menschen gibt, die anscheinend so viel bessere Sachen hätten machen können, außer sich jetzt darüber aufzuregen oder darüber zu diskutieren, ob ich ihn verdient habe oder nicht.

Ob ich ihn verdient habe — man weiß es nicht genau. Die Jury hat gesagt: Ja, es gibt anscheinend oder wahrscheinlich viele Punkte, die dagegen sprechen, es gibt aber wahrscheinlich ebenso viele Punkte, die dafür sprechen.

Ich möchte darüber gar nicht diskutieren, und ich möchte mich auf gar keinen Fall rechtfertigen. Ich möchte mich nicht schönreden. Ich möchte das, was ich getan habe und wofür ich einstehe, auch überhaupt gar nicht jetzt mit Ihnen diskutieren.

Mir geht es eigentlich um was anderes. Um mich brauchen Sie sich keine Sorgen machen. Wenn hier jemand sagt, dass ich keine zweite Chance verdient habe, dann ist das sein gutes Recht. Im Endeffekt, so, mich berührt das persönlich nicht, weil meine Mutter jetzt am Fernseher sitzt, und sie weiß, dass alles okay ist.

Dieser Integrations-Bambi steht aber nicht nur für mich persönlich. Okay, ich werd ihn mir auf jeden Fall auf den Kamin stellen, aber: Man sollte bei all diesen schlimmen Worte, die 2011… das Mikrofon wird kleiner, ich hab schon’n bisschen Paranoia, egal.

Und diese Menschen, die aufschreien und mir vorwerfen, oder mir das vorwerfen, vielleicht, wofür ich eine Zeitlang auch eingestanden bin, ja? Vergessen diesen ganz großen Rattenschwanz, der doch eigentlich viel, viel größer ist als Bushido selber. Ich meine, was sollen sie mir tun? Sie können sagen, dass sie mich nicht mögen, und dass ich es nicht verdient habe, aber im Endeffekt wird nix passieren. Wenn sie nicht dafür bereit sind, Leute zu akzeptieren, zu respektieren und vor allem zu tolerieren, die eventuell in einigen Dingen vielleicht ihre eigene Meinung nicht besonders übereinstimmt. So. Und deswegen sage ich noch einmal: Nutzen Sie die Möglichkeit. Denn ich bin bereit, ich bin 33 Jahre, und ich werde heute ganz bestimmt nicht mehr das sagen, was ich vielleicht vor 10 Jahren gesagt habe, warum? Nicht, weil ich Angst habe.

(Beifall.)

Und nicht, weil ich denke, dass mir hier irgendjemand was anhaben, außer die bösen Blicke und die schlimmen Wörter, die fallen. Es geht eher darum, dass ich gelernt habe, dass das, was ich gemacht habe, falsch war.

(Beifall.)

Und es ist mir auch vollkommen egal, wer hier in diesem Raum sagt, ich hab keine zweite Chance verdient. Es interessiert mich nicht.

Lassen Sie uns lieber an die Menschen denken, die eventuell davon profitieren könnten, wenn Sie mich vielleicht akzeptieren und vielleicht in Ihre Bemühungen einschließen, ein bisschen mehr Toleranz oder vielleicht ein bisschen mehr Verständnis zu schaffen, denn: Integration fängt nicht nur bei der Sprache an.

Alle reden darüber, man muss deutsch lernen, dann ist man sofort integriert, das ist Schwachsinn. Ich kann deutsch, eigentlich, kurz nach meiner Geburt hab ich damit angefangen. Und ich glaub, ich kann es heute ganz gut. Trotzdem denken immer noch manche Leute, ich bin nicht integriert. Warum? Weil immer noch nach ihren Taten gewertet wird und.

Ich kann hier nur ans Herz legen, ne? Zum Beispiel „Schau nicht weg“ war eine Aktion, bei der ich teilgenommen habe, warum? Ja, weil man mich gefragt hat. Und warum hab ich nicht Nein gesagt? Weil ich es für richtig und wichtig empfunden habe. Warum hab ich nicht mehr getan, in der Öffentlichkeit? Weil ich nicht gefragt wurde. Ist das Toleranz, ist das Integration, wenn man mich nicht, als vielleicht jemand, der Kontakt zu Menschen hat, die Sie vielleicht in Ihrem Leben noch nie gesehen haben, einfach nicht benutzt wird, beziehungsweise nicht eingebunden wird in die Bemühungen, einfach ein besseres Deutschland zu schaffen?

Ich bin Deutscher. Ich hab mich nie fremd gefühlt in diesem Land. Ich liebe dieses Land. Wir leben in einem wunderschönen Land. Wir haben sehr viel Perspektive in diesem Land.

Und ich glaube, wir Deutsche, die die Möglichkeit haben, sollten eine Menge von unseren Reserven und unserer Energie an die Leute weiterleiten, die es vielleicht noch nicht so sehen wie ich. Und das haben Sie vielleicht bis jetzt versäumt. Ich bin vielleicht auch selber ein bisschen dran schuld, aber ich sag Ihnen jetzt hier wie ich stehe: Es ist nicht aller Tage Abend. Und Sie können’s immer noch gerne versuchen. Und wenn Sie an meiner Tür klopfen, dann werd ich Ihnen die Tür aufmachen. Ich werde Ihnen die Tür nicht vor der Nase zumachen. Egal, ob sie von der Band Rosenstolz kommen, egal, ob sie vom Burda-Verlag kommen. Oder egal, wo auch immer.

Peter Maffay, danke Dir… Darf ich Du sagen? Sind wir auf Du? Ja? Darf ich’s öffentlich sagen, dass wir auf Du sind? Ja? Ich danke Peter Maffay dafür, denn er ist auch jemand, der wahrscheinlich als Paradekünstler in Deutschland gilt. Und ich danke, dass er soviel riskiert hat, und dass er mir den Respekt gegeben hat und mit mir zusammen auf dieser Bühne steht und sagt: Bushido ist okay.

Wie gesagt: Denken Sie an die Menschen, die unsere Hilfe brauchen, mehr brauch ich nicht zu sagen, denken Sie an die stillen Helden, auf Wiedersehen, danke schön.“

(Beifall.)

(Ich konnte mich nicht entscheiden, was die treffendste Überschrift wäre: „Ich möchte mich nicht rechtfertigen“? „Ich möchte nicht mit Ihnen diskutieren“? „Sie können’s immer noch gerne versuchen“? Oder vielleicht doch einfach: „Man weiß es nicht genau“.)

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302 Gedanken
  1. 1
    Kathi says:

    Du hast es abgetippt. Wahnsinn. Klarer klarster Klartext. Ich war ja zwischenzeitlich kurz eingenickt.

  2. 2
    Julian says:

    Hallooo was verarscht du den Bushido eyy? der is so quaiill ne, und du ne, nur son klugscheisser bist du, kleiner fccking neider und hater weil bushdio was erreicht hat und geld.. der hat fame was hast du??. zeig maln bisschen RESPEKT!!

  3. 3
    pseu says:

    Das ist wie moderne Kunst: Ich frage mich die ganze Zeit: Was möchte uns der Künstler sagen?

  4. 4
    Sven says:

    Ich habe einen erschreckend großen Teil der Rede gelesen bevor ich gemerkt habe, dass Bushido gar nicht Klartext spricht.

  5. 5
    rog says:

    Immerhin hat Bushido ganze Musikstücke anderer Bands in sein sonst recht überschaubares Werk integriert. Da finde ich: Der Preis passt schon.

  6. 6
    Stefan says:

    Wenn man es liest, wirkt es gar nicht mehr so wirr wie auf der Bühne, finde ich. Vermutlich hat er sogar damit Recht, dass er mit seinem jetzigen Status viel Einfluss auf Jugendliche in Deutschland hat, den man auch für positive Aktionen nutzen könnte, wenn man ihn denn nur mal fragen würde und ihn nicht wie das Schmuddelkind behandelt. Er selbst hat sich in diese Lage gebracht und er scheint intelligent genug, zu begreifen, dass viele ihm diese Wandlung vom homophoben Rapper zum nachdenklichen Storyteller nicht abnehmen.

  7. 7
    Hatem says:

    Rhetorisch in der Tradition von Edmund Stoiber.

  8. 8
    Jonas says:

    Ist das mit dem „Schau mich weg“ Absicht von dir? Hat Bushido das wirklich so gesagt? Oder hast du einfach statt „Schau nicht weg“ das andere verstanden?

  9. 9
    joe says:

    Unabhängig vom eigentlichen Thema der durchaus kritikwürdigen früheren Äußerungen dieses Mannes finde ich es ehrlich gesagt ziemlich kindisch, jemanden anhand einer frei gehaltenen und dann transkribierten Rede ins lächerliche ziehen zu wollen. Es gibt nämlich wirklich nur sehr wenige Menschen, bei denen dann NICHT so ein zusammenhanglos wirkendes Gestammel herauskommt!

  10. 10
    Julian says:

    Ich hab’s mir nicht angeschaut, nur auf Twitter am Rande den Trubel mitbekommen, aber die Rede hier erinnert mich spontan an: http://www.youtube.com/watch?v=8cTR6fk8frs

  11. 11
    Julian says:

    Hier der zweite Teil seiner Rede — naja, die zweite Rede zum zweiten Oscar: http://www.youtube.com/watch?v=Ybgg4H4zTHo

  12. 12
    Menja says:

    Beim Lesen dieser Rede fällt auf, welch egozentrische Manier dieser Mensch an den Tag legt.
    Es geht um ihn, ihn, ihn… Und Respekt für ihn, Degah!
    Das zeugt von einem sehr, sehr, sehr kleinen Selbstwertgefühl. Irgendwie kann er einem leid tun. Alle hacken auf ihn rum, dabei will er nur integriert werden („Weil ich nicht gefragt wurde…“)

    Dazu diese passiv-arrogante, sture Haltung.
    Integration? Darunter stelle ich mir, gerade als Repräsentanten, jemand anderen vor. Selbst wenn es ein Vertreter aus diesem Milleu sein sollte.

  13. 13
    Hadron says:

    Es gelingt mir nicht. Ich kann mir dazu keine Meinung bilden. Gemäß dem Prinzip der wohlwollenden Interpretation versuche ich, außerordentlich freundlich zwischen den Zeilen zu lesen, doch da finde ich nichts. Worum geht’s? Was ist der Kern?

    Ich weiß, freie Rede sollte nicht mit dem Schriftlichen verglichen werden. Ich könnte das gar nicht, vor so einer großen Menge, würde stammeln. Aber Buschido stammelt ja nicht! Das fließen viele, viele Wörter, Sätze sogar — danke für die Transkription — aber ich kann den tieferen Inhalt, die eigentliche Aussage nicht identifizieren. Was ist nur mit mir los?

    Er bedankt sich doch bei Maffay und liebt doch Deutschland und sagt, das irgendwas falsch war und das er 10 Jahre älter ist und seine Mutter ist da und … Da muss doch irgendwo, was sagt er, was Wörter oder Worte, ich, oder …

    Hüüülfäääh!

  14. 14
    Hatem says:

    Integration? Ja, in die Organisierte Kriminalität von Berlin.

    Bushidos Schutzfamilie sind die Abou-Chakers, eine der berüchtigten kriminellen Großfamilien.
    Schreibt Bushido selber in seiner Autobiografie.

    Einer der Abou-Chaker-Brüder ist sein „Manager“, ein anderer sitzt gerade auf der Anklagebank im Pokerraub-Prozess, ein dritter wird mit internationalem Haftbefehl gesucht usw.

    Klasse Vorbild, der Bushido!

  15. 15
    Stefan Niggemeier says:

    @Jonas: Mein Fehler. Ich hab’s korrigiert.

  16. 16
    Stefan Niggemeier says:

    @Julian: Meine erste Assoziation war dies.

  17. 17
    Saskia says:

    Bravo. Da wird der Preisträger für Integration bei der Preisverleihung öffentlich bloßgestellt — nicht sonderlich integrativ — und es reicht nicht, dass das Publikum dazu applaudiert und nicht merkt, dass Herr Plate kein anderes politisches Statement abzugeben hat, das ihn sonst morgen „nicht mehr in den Spiegel blicken lässt“, nein man muss sich über die frei gehaltene Rede auch noch lustig machen (wobei der Graf beim Ablesen mehr gestottert hat als Bushido bei seiner Rede). Dass sich die Konservativen so über seine Ehrung aufregen hat genau damit zu tun, warum er so erfolgreich ist: Er kommt an die Leute ran, an die sie gar nicht ranwollen. Man kann sich ganz klar darüber streiten, ob Bushido wirklich der Richtige für diesen Preis ist, aber öffentliche Bloßstellung bei so einer Preisverleihung darf nicht mit „Courage zeigen“ verwechselt werden.

  18. 18
    Steffen says:

    Vielleicht will er auch einfach nur sagen, dass er den Preis doch genau deshalb bekommt, weil er überhaupt nicht für Integration steht. Er hat und wollte doch offensichtlich nie integrativ wirken und genau deshalb bekommt er auch den Preis.
    Es ist die Versicherung für viel Empörung die wieder Aufmerksamkeit und damit Quote ist. Also genau das was Burda für diesen völlig bedeutungslosen Preis benötigt. Warum sollte er sich also entschuldigen oder irgendetwas zurücknehmen. Er wird für seine Homosexuellen– und Frauenfeindlichkeit geehrt, frei nach dem Motto Hauptsache laut. Positiv oder negativ ist da kein Kriterium und insofern wirkt er doch schon wieder integrativ, denn egal wer man ist man kann immer im Mittelpunkt stehen, sobald man nur extrem genug ist.
    Ob genügend Schulden, genügend dumm, genügend die eigenen Kinder schlagen ist egal, es ist sogar egal ob man das alles wirklich ist oder es nur spielt, es geht nur um die Lautstärke. Ein absolut verdienter Preisträger also er ist ein Vorbild für Integration in die Welt von Burda.

  19. 19
    diaet says:

    Ich habe bekennenderweise nichts gegen Dialektik, bin in vielen Dingen ambivalent oder zumindest Verständniskuschler™, aber in ein und der selben Rede die Sätze:
    „Es geht eher darum, dass ich gelernt habe, dass das, was ich gemacht habe, falsch war.“
    oder
    „Warum hab ich nicht mehr getan, in der Öffentlichkeit? Weil ich nicht gefragt wurde.“ bzw. „Und das haben Sie vielleicht bis jetzt versäumt.“
    unterzubringen, zeugt doch immerhin von einer gewissen… einer… Dings.

  20. 20
    j. says:

    Jetzt hätte ich fast nichts davon mitbekommen. Ich lese also zur Geisterstunde diese bildungsfernen Sätze durch auf der Suche nach Unterhaltung und alles, was ich finde, ist — keine Ahnung, aber keine Unterhaltung. Darf ich Du sagen? Ok. Du, Stefan, phättes Danke für’s Dokumentieren des Trauerspiels. Ich hoffe auf ein neues „Aktuelle“-Rätsel.

    P.S. Da ist noch ein Tippfehler bei „in idesem Land“.

  21. 21
    Jonas says:

    Hach. LaToya (wie schöön) hatte ich schon wieder ganz vergessen. Reizend, wirklich.

    Ich finde das übrigens immer noch viel toller, als diese Bushido-Rede — aber der Vergleich passt.

  22. 22
    j. says:

    @19 genau. Aus der Kategorie „Mir fehlen die, äh, Dings“

  23. 23
    Elbi says:

    Keine Toleranz der Intoleranz.
    Bushido mag den Preis bekommen, weil er die Leute anspricht, die die Konservativen nicht ansprechen wollen. Aber wenn seine Botschaft 10 Jahre lang „Hau [beliebige Minderheit] den Schädel ein“ ist, hat das immer noch nichts mit Integration zu tun.
    Wenn mir heut einer auf die Schnauze gibt, werd‘ ich ihm morgen nicht die Hand reichen, wenn er meint, er habe sich geändert.
    Sollte Bushido mal 5, 10 Jahre den „braven Spießbürger“, der er jetzt meint zu sein, spielt, dann können wir weiterreden. Von heut auf morgen lauft da nix.

    btw: Aus einem „diesem“ wurde ein „idesem“. Hab die Rede nicht gesehen, hoffe aber, dass das ein Typo ist ;)

  24. 24
    Lukas says:

    Sie werden Shakespeare erst wirklich genießen, wenn Sie ihn im Klingonischen Original lesen.

  25. 25
    Gila says:

    Danke, Stefan, dass Du Dir die Arbeit gemacht hast! Ich habe bewusst nicht geschaut, da hilft das echt.

    Mal eine Frage an die ggf besser informierten — spult er seine alten Texte bei heutigen Konzerten immer noch ab? Ich vermute ja. In jedem Fall sind sie immer noch ein Bestandteil der Jugendkultur, ebenso wie die Fäkalausdrücke. So lange man gesellschaftlich akzeptiert, dass „Schwuchtel“ und „Jude“ Schimpfwörter sind, hat man den Begriff Integration noch nicht verstanden.

    LG Gila
    (jüdisch, mit schwulen Freunden — und persönlich vor den Kopf gestoßen.)

  26. 26
    Jens says:

    Den Bock zum Gärtner gemacht!

  27. 27
    zwiesel says:

    die bambi-verleihung ist in etwa so egal wie der häufig verwandte begriff der integration an präzision vermissen lässt. jeder glaubt zu wissen, wann jemand in der gesellschaft (gesellschaft heisst: „einer von uns“, im gegensatz zu denen, die es nicht sind) integriert ist und wann nicht, obgleich das gestammel schnell losgehen dürfte, sobald man dafür nachweisbare, eindeutig messbare parameter anführen müsste.

    da taugt ein bushido vortrefflich zur verdeutlichung: als sohn eines tunesischen vaters und einer deutschen mutter muss er offensichtlich erstmal beweisen, dass er integriert ist, was er komischerweise mit zwei deutschen elternteilen nicht müsste. er müsste es wahrscheinlich auch nicht, wenn er schweizerischer oder australischer herkunft wäre.

    wenn man ein antiquiertes verständnis von männer– und frauenrollen hat, sollte man besser keinen muslimischen hintergrund haben, sonst ist man nicht integriert — csu-mitglieder sehen sich üblicherweise nicht mit diesem makel konfrontiert.

    nun ist es nicht meine absicht die texte von bushido durch relativierung zu verharmlosen, ich denke lediglich, dass sich die frage der integration nicht so einfach beantworten lässt. bushido ist ebenso gut oder schlecht integriert wie die böhsen onkelz.

    interessanterweise wäre nie jemand auf die idee gekommen, mitglieder der onkelz (okay, es gibt sie nicht mehr, und der ex-sänger ist jetzt integraler bestandteil einer sozusagen „geschlossenen gesellschaft“) für ihre gelungene integration auszuzeichnen. es zeigt sich aber, dass ein preis für integration die trennung vom rest der gesellschaft eher unterstreicht, als dass er das bewirkt, was er eigentlich vorgibt. „der zivilisierte weisse mann“ zeichnet mal wieder den „noblen wilden“ aus… bushido wird das sicherlich nie auffallen.

  28. 28
    Marc says:

    Ich fand die (frei gehaltene) Rede eigentlich sehr sympathisch. Ich habe mit Rap wenig am Hut und Bushidos Werdegang auch nicht wirklich verfolgt, aber ich hatte schon das Gefühl, dass er seine Worte ehrlich gemeint hat.

    Enttäuscht war ich von diesem Rosenstolz-Typen. Geht es eigentlich noch stilloser? Zum Glück haben wenigstens ein paar Leute gebuht.

  29. 29
    Homer S. says:

    Eine freie Rede ergibt nach ihrer Transkription fast immer schwer verdauliches Kauderwelsch. Man mag zur Person Bushido stehen, wie man möchte — diesen Umstand würde ich ihm nicht anlasten. Wenn man sich Mühe gibt, erkennt man sogar eine Botschaft. Im Video zur Verleihung wirkt das Ganze schon nicht mehr so arg konfus. Die Interpunktion im Text tut ein Übriges.

    Da finde ich einen Hans-Peter Uhl in seinen Äußerungen weitaus verwirrender. Nur hat dieser einen Stapel Papier vor der Nase liegen. Und nein, ich bin kein Fan Bushidos.

  30. 30
    Icke says:

    So in Textform wirkt es weniger schlimm als im TV.

    Ich hab mich ja ein bißchen fremd geschämt, vorhin.

    Aber wollen wir ihm mal sein Gejammer verzeihen. Er hat es halt nicht leicht. Vielleicht entwickelt er ja noch die Größe mit Kritik gelassener und inhaltlich deutlicher umzugehen.
    Das Gelaber vorhin war jedenfalls peinlich, egal wie man inhaltlich zu der Debatte steht.

  31. 31
    A.A.Lucas says:

    Der unverständliche Teil lautet: Das Mikrofon wird kleiner. Ich hab schon n bisschen Paranoia, egal.

  32. 32
    Timo says:

    Lieber Herr Niggemeier: Danke, danke, danke! Auch fürs Abtippen.

  33. 33
    Pascal says:

    @Marc: Das sehe ich anders. Bushido ist eine mindestens kritische Personalie, weil er sich nicht ausreichend von seinen (ehemaligen?) frauenfeindlichen, homophoben und menschenverachtenden Texten distanziert. Er sagt „ich hab viel Scheiße gebaut, aber nun muss auch mal gut sein. Jetzt bin ich doch brav, also akzeptiert mich gefälligst“. Ob die „Scheiße“ nun die gewalttätige Jugendphase oder auch die weithin als Verbesserung erkannte verbale Gewalt-Phase umfasst, wurde mir nicht so recht klar.

    Bei jamaikanischen Reggae-Künstlern, die das reinigende Feuer auf sündige „Arschgefickte“ beschwören — natürlich nur rein metaphorisch — gibt es (glücklicherweise) Konzertabsagen.

    Jemand der durch sein Werk mindestens dazu beigetragen hat, dass sich „Schwuchtel“ und „Fotze“ in der Alltagssprache hält (von der Angst homosexueller Menschen, händchenhaltend durch migrantische „No Go Areas“ zu gehen und die resultierende Fremdenfeindlichkeit will ich nicht schreiben), bekommt einen Preis für Integration. Das darf ein Betroffener (der, laut Lyrics ja verkloppt oder vergast gehört) wohl „nicht korrekt“ finden.

  34. 34
    Mariella says:

    Lest mal die menschenverachtenden, homophoben Kommentare der Bushido-Fans bei Youtube, Facebook etc. unter den Bushido-Kritischen Beiträgen. Die bilden genau das ab, wofür Bushido jahrelang stand und wovon er sich sich nie distanziert hat. Es zeigt also: die Integration ist perfekt gelungen und Burda hat recht. Danke Burda! Dieser „Künstler“ treibt nicht nur die Integration in unserer Gesellschaft voran, sondern hat auch in eindruksvoller Weise die Jugend orbildlich geprägt. Tolle Leistung!

  35. 35
    Marc-Oliver says:

    Der ganze Teil über die Wintersportler fehlt ja.

  36. 36
    Dexter says:

    Ich hab es nicht geschafft, diese gedankliche Diarrhoe zuende zu lesen. Woher man die Kraft nimmt, das das mitzuschreiben, bleibt mir ein Rätsel :)

    Das irre Gesabbel erinnert mich an den hier:
    http://www.youtube.com/watch?v=a6bNRU8NOIk

  37. 37
    nona says:

    Ich hätte ein paar Anführungszeichen in die Überschrift gestreut. „Bushido“ spricht Klartext. Bushido „spricht“ Klartext. Bushido spricht „Klar“-Text. Oder, äh Dings, so.

    Er wiederum hätte das natürlich viel kürzer auch einfach mit einem „Ey fick disch Alder, isch weiss wo dein Haus wohnen tut!“ abhaken können.

  38. 38
    teekay says:

    Endlich sprechen Leute ueber einen Musikpreis auf dem absteigenden Ast…sogar bei SPON munckeln sie, dass die ‚Empoerung‘ vielleicht Absicht war, damit fleissig ueber den Bambi geschrieben wird?? Aber wer koennte sich in der Medienlandschaft 2011 so eine perfide PR ausdenken [Ironie aus]?! Zum oben genannten Text faellt mir eigentlich nur noch der Grundschulspruch ‚Wer das liest ist doof‘ ein ;)…

  39. 39
    Tim says:

    Ich zitiere „Kommentator“ Nummer 2:
    Wenn das „Bushido„‚s Hörerschaft repräsentiert, dann fürchte ich mich zurzeit am meisten um unsere schöne Sprache!Und alles Übrige gehört dann sowieso in die Kategorie „Gute-Nacht-Marie“!!!Unbekannt waren mir übrigens bis dato die neudeutschen Vokabeln „Hater“ und die sehr schöne Redewendung „der hat Fame“.….….….….….….…..
    @17:Herr Plate stellt nicht bloss,Herr Plate fühlt sich als Mensch angegriffen,bekommt eine Ehrung für seine künstlerische Arbeit und verleiht lediglich seinem Unbehagen Ausdruck mit dieser „Integrations“-Absurdität namens „Bushido“ die gleiche Trophäe zu teilen. Verständlich daher das Bild vom „in den Spiegel schauen können“.
    Liebe Saskia, lerne bitte zu denken bevor du mitredest.Danke!

  40. 40
    Holger says:

    Wo ist der Teil seiner Rede mit dem kleiner werdenden Mikro und der Einsicht, dass er wohl schon Patanoid sei?

  41. 41
    Holger says:

    Ups, muss natürlich “Paranoid“ heißen

  42. 42
    Christine says:

    Danke fürs Abtippen. Ich hatte keine Lust reinzuhören. Es ist erstaunlich, wieviel Druckzeichen in 90 Sekunden passen :)

  43. 43
    Marc says:

    @ Pascal
    Homophobie bei Menschen aus dem nahöstlichen Kulturkreis gibt es aber nicht erst seit Bushido. Da ich selbst arabische Wurzeln habe, weiß ich das sehr gut. Mein Vater weigert sich ja bis heute, anch Berlin zu fahren, so lange dort ein schwuler Bürgermeister regiert. Ich glaube nicht, dass der je Rap gehört hat ;)

  44. 44
    Maggie says:

    @ Julian / #2 Respekt kann man nicht einfordern, den muss man sich verdienen!

    @Stefan, Danke, da kann man Klartext lesen.

  45. 45
    Ulrike says:

    Zwischendurch sind ja mal Bemerkungen, die mich drauf schliessen lassen, daß der junge Mann durchaus nicht dumm ist. Leider fehlt es ihm aber (noch?) an menschlicher Größe, nicht nur zu sagen „eh, hab’sch falsch gemacht, Leben is kein Ponyhof“ sondern „Es tut mir aufrichtig leid, daß ich mit meiner gequirlten Kacke Kinder zu unreflektierten Dummheiten verleitet habe.“. Solange er das nicht gebacken kriegt, kann er noch so wohltätig sein, wie er will. Es riecht übel nach bloßer PR.

  46. 46
    Gregor Keuschnig says:

    @37/teekay
    Der „Bambi“ ist kein originärer Musikpreis; Bushido wurde auch nicht für seine Musik ausgezeichnet, sondern für „Integration“.

    Immerhin hat er in seiner Rede die Problematik um die Preisvergabe thematisiert; die meisten hätten das mit Nichtig– und Nettigkeiten zugekleistert. Desweiteren ist sie durchaus in sich stringent. Rhetorisch brillant sind diese Pseudo-Dankesreden im übrigen nie; diese hier wurde frei gehalten und sollte einen gewissen Inhalt transportieren. Von „Diarrhoe“ oder Rhetorik à la Stoiber kann ich hier nichts erkennen.

    Die Preisvergabe ist natürlich dennoch ein Griffs ins Klo, es sei denn, man begreift „Integration“ als Übernahme dumpfer Ressentiments, wie man sie früher deutschen Stammtischen unterstellte (die wehren sich längst gegen diese Form der Vereinnahmung). Die Tatsache, dass Bushido eine bestimmte Generation (bzw. Schicht) anspricht, ist an sich ja noch kein preiswürdiges Kriterium. Die einzige Möglichkeit diese Preisvergabe zu retten bestünde in dem Gedanken, ihn auf diese Weise zu domestizieren — was ich eigentlich für aussichtslos halte.

    Letztlich bleiben solche Veranstaltungen Ansichten aus einer Parallelwelt, die sich zu bestimmten Momenten einfach selber feiern möchte und das gemeine Fußvolk via Television teilhaben lässt. Gottschalk oder Heesters Preise zu verleihen ist in etwa so originell wie Geranien auf der Fensterbank im Sommer. Deshalb bekommt auch irgendwann jeder jeden Preis; wofür ist fast egal — es wird sich schon was finden (siehe Bushido). Ich freue mich schon auf die Bambi-oder Goldene Kamera-Verleihung irgendwann 2013 oder 2014, wenn Silvio Berlusconi den Ehrenpreis für Aktivität im Alter bekommen wird. Im Showact rappt er dann im Duett mit Bushido.

  47. 47
    Luisa says:

    Seine in der öffentlichen Kritik stehende Vergangenheit ist einfach noch nicht lang genug her, als dass er „nach seiner 2ten Chance“, wie er es nennt, einen INTEGRATIONSPREIS verdient. Noch im Jahr 2007 haben die Musiksender VIVA und MTV für kurze Zeit nicht gezeigt und kurz darauf wurde ihm bezüglich seiner Songtexte von Schweizer Politikern und Journalisten menschenverachtendes Verhalten vorgeworfen. Zudem stufte die Bundesprüfstelle für Jugend gefährdeter Medien einzelne Lieder Bushidos eben als Jugend gefährdend ein (Quelle: Wikipedia).

    Die Preisverleihung ist eine Ohrfeige für alle im sozialen Umfeld arbeitende Menschen, die sich wirklich tagtäglich mit den Problemen bedürftiger Jugendlicher auseinandersetzen.

  48. 48
    alivenkickn says:

    @Pascal Kommentar 33

    Sie bringen es auf den Punkt. Es geht um seine Texte. Um die gleichen/ähnlichen Aussagen/Haltungen die in Texten von Reggae Künstler die auf dem Chiemsee Festival von der Becks Brauerei eingeladen zum Ausdruck gebracht werden.

    Es geht um die Konzerte von solchen Reggae Künstler die abgesagt werden.

  49. 49
    martina wilczynski says:

    Sei es drum, solche wie dieser kurzgeschaltete Rapper, werden diese Gesellschaft nicht prägen. Insofern muss dieses gewaltige PR — Maschinerie nicht darin enden,seine CD´s und anderes in die Charts hoch zupuschen.Der Mensch bestimmt was er kauft. Für mich steht fest, ich käme nicht im geringsten auf die Idee auch nur eine CD auch nur Ansatzweise im Laden zuberühren.

    Was fällt mir noch ein ? Ja wir haben noch viel zutun um an unserer Aufrichtigkeit, einem sich gegenseitig so zuakzeptieren wie man ist, zuarbeiten. Dazu braucht man klare Sicht. Und nicht diesen „Doofnebel“ aus dem Hause Burda!!! Die Realität ist eine andere! Augen auf im Straßenverkehr und anders wo.…!

  50. 50
    FF says:

    Der Typ ist kein Künstler, schon gar kein Musiker… Nicht mal ein schlechter Rapper. Der ist von vorne bis hinten ein Marketing-Gag. Eine Daniela Katzenberger, mit der sich 15jährige männliche Assiprolls identifizieren können. Ist ja auch was…

    Was ereifere ich mich. Gegen die menschliche Dummheit kämpfen selbst die Götter vergebens. Und wenn sich damit ordentlich Kohle verdienen läßt — why not?

    Ich allerdings möchte von solchen Knallchargen — visuell und akustisch — möglichst verschont bleiben.

  51. 51
    Bambi-Kritiker says:

    Habe selten so eine peinliche Dankesrede im Live-TV gesehen/ gehört. An den gezeigten Gesichtern der vielen Promis konnte man gut nachvollziehen, dass sie mindestens genauso baff waren wie ich: ein Künstler, der nicht weiß, was er er eigentlich sagen sollte, nachdem er kurz zuvor eine schallende Ohrfeige für seine „Leistungen“ erhielt. Am Besten: gar nichts außer sich bei denen zu bedanken, die ihn ausgewählt haben.

  52. 52
    VolkerK says:

    Endlich verstehe ich.

    Bushido sollte die Karnevalssession einläuten. Für eine erste Büttenrede ist das gar nicht schlecht.

  53. 53
    http://blackbirds.tv – Berlin fletscht seine Szene » 626/11: MSP: Peter Plate, Peter Maffay, Bushido & der Bambi says:

    […] Youtube) Nachlesenswert: Stefan Niggemeier hat die Rede von Bushido transkribiert, hier (danke, Anna Sinnlos) – Der Integrationsbambi 2011 für Bushido ist –mehrfach wiederholt– ein […]

  54. 54
    Thomas says:

    „Er gilt als der erfolgreichste Rap-Musiker Deutschlands und ist ein hervorragendes Beispiel für gelungene Integration: Bushido, Sohn einer deutschen Mutter und eines tunesischen Vaters, wuchs unter schwierigen sozialen Bedingungen auf und schaffte es nach ganz oben. Mit seinem eindringlichen Sprechgesang und oft provokanten Texten eroberte er die Hitparaden. Seine CDs wurden vielfach ausgezeichnet, national wie international. Bushido ist heute Gesprächspartner und Ratgeber für Politiker. Seine Stimme findet Gehör, nicht nur bei Millionen Fans, sondern auch in den Medien. Als willkommener Gast in Talkshows und Interviewpartner proklamiert er das Selbstverständnis vieler Deutscher mit Migrationshintergrund: ‚Egal woher unsere Väter kommen, wir sind Deutsche‘. Bushido setzt sich ein gegen Gewalt und für ein respektvolles Miteinander in einer multikulturellen Gesellschaft.“
    http://www.bambi.de/home/Promoter/Bushido-BAMBI-fuer-Integration_mtid_362.html

    wenn dem so ist, kann er den Preis meinetwegen haben. Allerdings kann ich das wirklich nicht beurteilen. Es wäre wirklich nicht schlecht, wenn man da einfach ein paar konkrete Beispiele haben könnte.

    Auch wenn er früher ein schwulenfeindlicher, gewaltverherrlichender „Künstler“ war, hat er den Preis verdient, wenn er sich verändert hat, oder? Hat diese Auszeichnung nicht eine viel größere Tragkraft, wenn man sie an eine geläuterte Person vergibt?

    Ich weiß NICHT ober er wirklich geläutert ist oder ob er zumindest vorgibt ein anderer Mensch zu sein oder ob er immernoch der gleiche Charakter ist, wie vor 15 Jahren. Aber wer von den Kommentatoren hier kann das?

    Ich hätte einfach gerne konkrete aktuelle Beispiele, die für oder gegen den Preis sprechen.

  55. 55
    Roland says:

    Ich bin der Meinung, dass eine Diskussion über das Verbot jeglicher Drogen (Alkohol, Kokain,…) auf solchen Veranstaltungen geführt werden muss. Komisch dass das noch keiner gefordert hat.

  56. 56
    Sven says:

    Lächerlich wie einige sich hier an der Rede ergötzen. Habt ihr nichts besseres zu tun? Ihr werdet es eh nicht mehr ändern können. Er hat den Preis bekommen, fertig aus.

    Und nein, ich bin kein Bushido-Fan. Aber ich respektiere es, wenn er sich öffentlicht für sein damaliges „ICH“ entschuldigt und sich verändert hat.

  57. 57
    alivenkickn says:

    @ Thomas #54

    Mai 2010 . also nix von wegen vor 10 Jahren .…

    Am Rande des „transgenialen CSD“ ist es am Samstag zu einer Auseinandersetzung zwischen Teilnehmern der Veranstaltung und dem Berliner Rapper Bushido gekommen. Auf der Strecke der Alternativveranstaltung zum Christopher Street Day, an der Skalitzer Straße in Kreuzberg, kam es zu einem Wortgefecht zwischen Demonstranten und dem Rapper. Nach Informationen von Morgenpost Online soll Bushido dort eine Frau wegen ihrer sexuellen Orientierung beleidigt haben. Daraufhin beschütteten die Demonstranten den Rapper mit einem Getränk.

    http://www.morgenpost.de/berlin/article1121800/Bushido_bekommt_Aerger_bei_Homosexuellen_Demo.html

  58. 58
    Mithos says:

    Habe gerade noch mal nachgesehen: Er verdient aber immer noch weiter am Verkauf seiner Alben mit den Texten, die er als „Fehler“ bezeichnet hat.

  59. 59
    alivenkickn says:

    @Sven #56

    Aber ich respektiere es, wenn er sich öffentlicht für sein damaliges „ICH“ entschuldigt und sich verändert hat.

    Genau so sehe ich es auch. Er hat die Gelegenheit gehabt bei der Verleihung zu sagen: „Ich entschuldige mich für meine homophoben und frauenfeindlichen Äußerungen .…“ so das man es ihm auch abnimmt.

    Marketing — Promotion hin oder her … Es geht um Authentizität. Man merkt — nimmt wahr wenn jemand authentisch ist, wenn jemand auch das meint was er sagt.

  60. 60
    Marc says:

    @ alivenkickn
    Was da wirklich passiert ist, geht daraus aber nicht hervor. Vielleicht wurde er provoziert. Die Handgreiflichkeit ging ja anscheinend eher von der anderen Seite aus.

  61. 61
    alivenkickn says:

    @ marc
    ja deshalb habe ich auch „soll“ geschrieben bzw den text so weitergegeben. das die handgreiflichkeiten von der anderen seite ausgegangen sein könnte .…ja das ist auch möglich — wahrscheinlich. lgisch im eifer des gefchst reagiert man emotional und nicht rational. doch wenn er seit 10 jahren geläutert ist .… .wie er sate .…dann wäre es schon möglich in solch einer situtaion zu sagen ey . .laß uns reden.…

    aber das sind spekulationen

  62. 62
    sV says:

    Es soll ja auch die Möglichkeit geben, einen Preis nicht zu akzeptieren. Von Bushido erwartete ich das natürlich nicht, aber Rosenstolz hätten in diesem Fall ein klares Zeichen gesetzt.

    Meines Wissens sind die Preisträger doch vorher bereits bekannt und Niemand wird von irgendetwas überrascht.

    Einen Werbeauftritt für das neue Album zu absolvieren, sich dann über die Entscheidung der Jury zu beschweren und danach trotzig mit dem Preis von der Bühne zu schlurfen, zeugt nicht von gutem Stil.

    Immerhin werden wir seit Wochen mit dem „Burn-Out“ des Peter Plate genervt. Ein Mann, der es sich leisten konnte von heute auf morgen, auf unbestimmte Zeit, alles hinzuwerfen. Was wäre das für ein Statement gewesen, dem ollen Burda sein Reh vor die Füße zu werfen?!

    Obwohl…Burda hätte es sicher geliebt!

  63. 63
    parasit says:

    Was hat Integration mit der Stellung zu Homosexualität zu tun? Die deutsche Mehrheitsgesellschaft lehnt Homosexualität auch weiterhin ab, auch wenn man das in den Elfenbein-Altbauwohnungen am Prenzlauer Berg schon mal vergessen kann.

  64. 64
    Hamburgerin says:

    Da bleibt man wirklich sprachlos. Obwohl, ich erkenne Ähnlichkeiten:

    http://www.youtube.com/watch?v=Sgn0dWnfFx4

  65. 65
    TKEDM says:

    Ich habe mir dieses „Event“ angetan, um zu sehen, wie auf Bushido reagiert wird und damit ich über die Veranstaltung stänkern darf und es war wirklich grausam. Auch ich habe kaum verstanden, was Bushido bei seiner Dankesrede eigentlich sagen wollte. Es war so ein Durcheinander, daher vielen Dank für den Text. Jetzt habe ich zumindest einige Sätze kapiert ;)

    Noch einiges, was mir gestern aufgefallen ist oder wozu ich Fragen zu habe:

    1. Ab welchem Zeitpunkt war der Walk-in von Frau Catterfeld eigentlich live? (der Songtext war grausam, aber ohne Ton war es eigentlich ganz nett anzusehen)

    2. Das Publikum war zwar der Veranstaltung entsprechend gelangweilt und lustlos, aber hätte man da nicht wenigstens einen „Anklatscher“ engagieren können, damit dort überhaupt mal einer applaudiert?

    3. Warum sah Frau Riekel gestern so dermaßen abgewrackt aus und hörte sich auch so an?

    4. Warum war das Rednerpult so hässlich ka**braun?

    5. Seit gestern muss ich sagen, dass man dem Deutschen Fernsehpreis viel Unrecht getan hat.

  66. 66
    Ommelbommel says:

    Und der Bushido-Ähnlichkeits-Bambi geht aaan: http://www.youtube.com/watch?v=siw-MAiKVtA

  67. 67
    Yassir says:

    Ruhrbarone sprechen in diesem Zusammenhang über Yassir. Lesenswert: http://t.co/Ui712d0A

  68. 68
    Madlen says:

    Also ich finde Bushido gut. Er hat endlich eine Meinung und. All die, denen das nicht nahe geht, müssen integriert werden. Selbst Peter sagt, darf ich Peter sagen?, dass Bushido ein Ausnahemkünstler ist aber warum nicht? Weil! Und genau deshalb, liebe Leserinner und liebe Leser, sollten wir es riskieren!

  69. 69
    Markus says:

    Wahnsinn! Danke für Abtippen. Das Lesen des gesamten Textes ist fast so anstrengen wie die _90_ Sekunden gestern abend.…

  70. 70
    Ein Brief an alle Bushido-Kritiker | alltagsforschung.de says:

    […] Stefan Niggemeier geht subtiler vor, aber das macht die Sache nicht besser (auch hier der Hinweis: Ich kenne Niggemeier nicht, schätze […]

  71. 71
    Willy says:

    @parasit: Ja, tut sie das? Da bin ich nicht sicher. Ihr Kommentar liest sich eher, als wäre da der Wunsch der Vater des Gedankens.

  72. 72
    silvio machunze says:

    ich bin kein großer fan von bushidos musik, aber die von rosenstolz ist durchaus schlechter.

    der preis für integration ist natürlich ein witz. aber weniger wegen seiner „homophoben“ äußerungen von vor x jahren, sondern wegen seinem hintergrund im schwerkriminellen-schutzgeld-milieu. er selbst zahlt ja auch/muss zahlen. das ist massive nichtintegration, dazu möchte ich ein zitat aus einem rap-forum bringen:

    „ich finds zwar auch ziemlich lustig das bushido den bambi für integration kriegt, aber da gibts einige sachen die an ihm problematischer sind als die zitierten textstellen. wenn man schon nen offenen brief schreibt, dann sollte man zumindest vorher gründlich recherchieren und dann eine vernünftige stellungnahme zu papier bringen.
    bushido ist in dubiose immobilien geschäfte mit arabischen großfamilien verwickelt und vertritt seine zugehörigkeit zu diesen kriminellen strukturen offensiv nach außen. die existenz von eigenen rechtsvorstellungen und werten innerhalb und zwischen diesen clans, sowie ihre hervorgehobene stellung in bestimmten millieus sind sowohl ein symbol für das scheitern des deutschen staates integrationsangebote zu unterbreiten, als auch für die integrationsverweigerung eines teils der eingewanderten bevölkerung. aus diesem grund ist die ehrung bushidos als vorbild für integration völlig fehlgeleitet.
    auch deutsche männer pflegen teilweise ein rückständiges und fragwürdiges frauenbild, dieses als maßstab für integration heranzuziehen ist heuchlerisch. die anerkennung der deutschen rechtsordnung dagegen ist ein wesentlicher bestandteil der integration, aus diesem grund sendet eine ehrung bushidos das falsche signal an jugendliche mit migrationshintergrund und verhöhnt all jene migranten, die friedfertig einer ehrlichen, aber in der öffentlichkeit weitaus weniger hervorgehobenen tätigkeit nachgehen. “

  73. 73
    Bushido spricht Klartext » foøtoblog.de says:

    […] Bushido spricht Klartext Bushido spricht Klartext […]

  74. 74
    parasit says:

    @Willy

    Nein, keineswegs. Ich bin nur dagegen, die feuilletonistische Integration von Homosexualität mit einer echten Integration zu verwechseln. Man thematisiere mal auf der Baustelle, im als Beispiel schon fast zu Tode gerittenen Fußballstadion, im Fitnessstudio seine Homosexualität…

    Interessant ist das alles doch, weil es aufzeigt, wie wenig klar umrissen der so oft verwendete Integrationsbegriff ist. Etwas pointiert: Bin ich als Araber in die Mehrheitsgesellschaft integriert, wenn ich in Dresden im Fußballstadion stehe, die Fans aus Aue als „Juden“ beschimpfte und den Schiedsrichter als „Schwule Sau“?

  75. 75
    formschub says:

    Och, wenn man den Monolog sprachlich filetiert, bleiben doch immerhin drei famose Sätze übrig, die das Erdulden des obsoleten Rests aufs Unterhaltsamste versüßen:

    • Ich möchte mich nicht schönreden.
    • Vergessen diesen ganz großen Rattenschwanz, der doch eigentlich viel, viel größer ist als Bushido selber.
    • Ich kann deutsch, eigentlich, kurz nach meiner Geburt hab ich damit angefangen.

    Applaus!

  76. 76
    Bambido – Integration in Tierform « PHASE 28 says:

    […] so viel dazu sagen – was aber leider nicht funktionierte. Seine komplette Rede hat Blogger Stefan Niggemeier fein säuberlich mitgeschrieben. Wer es lieber audiovisuell mag, sollte sich das Video weiter unten ansehen. Mich persönlich […]

  77. 77
    Annett says:

    @Saskia: Nur mal zur Info: der Graf hat ein Handycap, er stottert. Und darüber sollten sich selbst Bushido-Anhänger nicht lustig machen.
    Aber ansonsten bleibt die Frage, warum in drei Gottes Namen ausgerechnet der einen Preis für Integration bekommt. Und ja, ich finde, dass Homophobie ein Grund ist, jemanden diesen Preis zu verweigern, das hat durchaus viel mit Integration zu tun. Frauenfeindlichkeit genauso.

  78. 78
    Marc says:

    Eines noch, denn das wird gerne übersehen: Jugendliche aus sozialen Brennpunkten suchen sich ihre Vorbilder selbst und lassen sie sich weder von den Medien noch der Mehheitsgesellschaft vorschreiben. Und das werden Endeffekt werden das immer Personen sein, die dem „aufgeklärten“ Teil der Gesellschaft nicht in den Kram passen. Bushido ist doch genau deshalb jemand, auf den diese Kids hören, WEIL er provoziert und dieser Mehrheitsgesellschaft jahrelang den ausgestreckten Mittelfinger gezeigt hat. Aber genau deshalb ist er auch einer der wenigen, die wirklich etwas bewirken können.

  79. 79
    silvio machunze says:

    weiterhin wurde gestern die gesetzesänderung zur doppelten staatsbürgerschaft abgelehnt. weiterhin müssen sich jugendliche ziwschen ihrer familiären herkunft (staatsbürgerschaft von land x) oder der deutschen realität (staatsbügerschaft in dem land, wo sie zu hause sind, nämlich hier) entscheiden. über 300abgeordnete der unionsmehrheit haben für das belasssen und die nichtänderung gestimmt. das ist aktive integrationsverhinderung. diese chargen haben aber mit hoher wahrscheinlichkeit mehr schnittmenge mit burda

  80. 80
    Torsten says:

    @44: „@ Julian / #2 Respekt kann man nicht einfordern, den muss man sich verdienen!“

    Ist das so? Ich darf also im Umkehrschluss respektlos sein, wenn mein Gegenüber sich noch keinen Respekt „verdient“ hat? Ich darf töten, weil ich keinen Respekt vor dem Leben haben muss, wenn dieser Respekt sich nicht verdient wurde?
    Interessant. Danke für den Hinweis.

  81. 81
    Sonja says:

    Es ist eine Schande, jemandem wie Bushido, homophob und misogyn hoch zehn, einen Integrationsbambi zu verleihen.
    Jemand, der in seiner eigenen Rede von Toleranz und Akzeptanz spricht, dies selber aber weder in seinem Handeln noch in seinem Reden wiederspiegelt.
    Das wunderschöne Deutschland zu lobpreisen — ja klar, schließlich hat er da ja auch zig Millionen mit seinen widerlichen Texten verdient und sich von minderbemittelten Ghettokiddies zum Rap-Gott erkoren lassen.
    Ohne Worte.

  82. 82
    Saskia says:

    @ Annett: Dass der Graf ein Handicap hat, wusste ich nicht und wollte mich daher auch nicht über ihn lustig machen. Falls das so angekommen ist, entschuldige ich mich dafür. Ein Bushido-Anhänger bin ich bei weitem nicht.

  83. 83
    Thomas says:

    Bild schreibt: Bushido die Burda bitch ?

  84. 84
    parasit says:

    @Sonja

    Wer von „minderbemittelten Ghettokiddies“ schreibt, mit dessen sozialer Toleranz ist es aber auch nicht SO weit her, oder?

    Und noch ein Tipp: „auserkoren“ ist kein Infinitiv. Höchstens im Ghetto.

  85. 85
    Alberto Green says:

    Der wollte aber nicht die Vorwürfe gegen ihn als Zeichen von Intoleranz in der Gesellschaft anprangern, oder?

  86. 86
    SvenR says:

    Leute, entspannt euch. Die Veranstaltung gestern hat doch nur gezeigt, dass Burdas Bambi sich erledigt hat.

    Yvonne Caterfeld (war sie das wirklich?) singt atemlos ein altes U2-Lied mit denglischem Text (warum?), Gwyneth Paltrow moderiert (warum?) in Englisch mit LaToyaesker Übersetzerin, Herr Burda sitzt feist rum, Frau Burda Furtwängler wird als bezaubernde Gastgeberin vorgestellt und kaut dabei Kaugummi, ich schalte den Fernseher ab.

    Bambi für Thomas Gottschalk? Warum nicht, aber doch nicht für das TV-Ereignis des Jahres! Lächerlich.

    Bambi für Helmut Schmidt? Milleniumsbambi? Für welches Millenium denn, das, in dem er aktiv war, oder das heutige? Und es gibt keinen, der ihm sagt, dass er da nicht hingeht?

    Lady Gaga für Pop International und Justin Bieber für Entertainment. Ja, ne, is‘ klar!

    Bambi für Bushido? Für Integration? Muhahahahahahahahaha.

    Beliebige Kategorien, beliebige Preisträger.

    Wo ist eigentlich Joopie Heesters, wenn man ihn braucht?

  87. 87
    klick says:

    Es ist doch klar geworden, was er sagen wollte. Ich weiß nicht, ob ein Typ wie er in einer so heiklen Situation nach dem Rosenstolzauftritt druckreif seine Position darlegen können muss. Bei stammelnden Schauspielern, die so niedlich gerührt sind, wird das verziehen, er ist aber kurz zuvor deutlich angegriffen worden. Viel interessanter ist doch die Frage, ob er Recht hat oder nicht, und wo denn die Grenzen der Toleranz wirklich sind. Nicht die Form, der Inhalt ist es. Viel spannender ist auch der Punkt, ob eine solche Inszenierung eines Verlages, der sich damit zur moralischen Instanz der Republik aufschwingt, überhaupt etwas in der ARD zu suchen hat, weil das solchen Preisen ja doch eine erstaunliche Wertigkeit gibt.

  88. 88
    Hollo says:

    Und in 10 Jahren bekommt den Preis für Integration der Sarrazin – das hat er doch auch alles nicht so gemeint. Mit dem Alter wird man ja weise – scheiß auf das zerschmissene Porzellan – macht nur ein paar Flecken, die gehen wieder raus. Und überhaupt: Meine Mutti ist die beste und ich liebe sie.

  89. 89
    Lola says:

    Bushido ist in Deutschland geboren worden und seine Mutter ist Deutsche. Bei ihr ist er aufgewachsen. Da dürfte man meinen, dass er Deutsch spricht, da er kein “richtiger Ausländer“ ist…
    Bushido ist nach der 12. Klasse von der Schule abgegangen– 12. Klasse Gymnasium spricht nicht gerade für einen ganz harten “Gangster“ mit reichlich Street Cred, der erst ganz, ganz böse war und nun urplötzlich geläutert ist.

    Seine Texte und “Beats“ sind teilweise “entliehen“…, was ihn zur Hegemann des deutsche Hip Hops macht.

    Desweiteren: Frauenfeindlich, schwulenfeindlich.

    In seinen Texten erwähnt er die Schwule vorzeitig beendet zu haben, um Koks zu ziehen… Nun gut, das mit dem Koks haben wir, er und ich, gemein und im Gegensatz zu ihm bin ich Ausländer 100%, aber zum Drogenkonsum und sogar Verkauf anregen, sich mit kriminellen Handlungen brüsten (Gewalt gegen andere)- ist das wirklich ein gutes Signal an Jugendliche mit dem sogenannten Migrationshintergrund? Auf keinen Fall.

    Nun ist man bei Burda anscheinend nicht mehr ganz so beisammen und deshalb dürfen wir anderen diesen Preis einfach ignorieren.
    Es zeigt nur wieder einmal wie wenig Talent es bedarf, um in Deutschland Geld mit, ich entschuldige mich schon mal für den Ausdruck, Scheiße zu verdienen.
    So eine Scheiße aber auch, Germany.

  90. 90
    Stefan Niggemeier says:

    @klick:

    Es ist doch klar geworden, was er sagen wollte.

    Nämlich?

  91. 91
    Hadron says:

    Ich bin seine Rede nochmal durchgegangen und habe versucht, sie einzudampfen, sofern das überhaupt wertungsfrei möglich ist. Ich lese sie nun wie folgt:

    ***

    Guten Tag, danke Peter,

    es gibt Punkte, die sprechen dafür, dass ich ihn verdient habe, andere sprechen dagegen. Ich möchte mich nicht rechtfertigen und nicht darüber reden, was ich getan habe. Wenn jemand meint, ich hätte keine zweite Chance verdient, dann ist mir das egal, weil mich meine Mutter bestätigt.

    Der Integrations-Bambi steht nicht nur für mich persönlich. Menschen, die mir meine Vergangenheit vorwerfen, vergessen, dass da noch viel, viel mehr dieser Meinung sind. Es wird nix passieren, wenn man andere Meinungen nicht toleriert. Ich sage heute nicht mehr das, was ich früher gesagt habe, aber nicht aus Angst vor Kritikern.
    (Beifall)
    Das, was ich gemacht habe, war falsch.
    (Beifall)
    Wenn man mich akzeptiert, können andere davon profitieren. Integration fängt nicht nur bei der Sprache an, es zählen die Taten.

    Bei „Schau nicht weg“ habe ich mitgemacht, weil ich gefragt wurde und es richtig fand. Mehr habe ich nicht gemacht, weil ich nicht gefragt wurde. Ist das Toleranz, Integration, wenn man mich, als Randgruppenkenner, nicht einbindet in die Bemühungen, ein besseres Deutschland zu schaffen?

    Ich bin Deutscher, fühle mich nicht fremd, liebe dieses schöne Land.

    Wir sollten andere dazu anregen, es so zu sehen, wie ich. Das haben Sie versäumt und ein wenig auch ich. Es ist dafür nicht zu spät. Egal, ob sie von Rosenstolz oder Burda kommen, ich öffne meine Tür.

    Ich danke Peter Maffay, dass er mir Respekt gegeben hat und mich akzeptiert. Denken Sie an die Menschen, die unsere Hilfe brauchen, an die stillen Helden, auf Wiedersehen, danke schön
    (Beifall)

    ***

    @Alberto Green: Doch, das scheint mir so…

  92. 92
    Helen M. says:

    Also ich finde: Burda und Bushido, da wächst zusammen, was zusammen gehört. Hat der Markwort nicht auch immer mit „Ficken, Ficken, Ficken“ geworben?

    PS: Hab ich es überlesen, oder fehlt tatsächlich bisher noch der Hinweis: und das alles von unserem GEZ-Zwangsbeitrag

  93. 93
    Ralf says:

    Danke für das Transkript — mir fiele nur die kalauerbehaftete Frage ein, ob der Fernsehpreis nicht passender „Bimbo“ hätte heissen sollen, aber das ist selbst am casual friday ein wenig zu zynisch.

  94. 94
    E.W.Salz says:

    Ich bin immer noch fassungslos, wie jemand, der solch menschenverachtende, homophobe und aggressive Texte verfasst solch einen Preis bekommen kann.

  95. 95
    klick says:

    Dass man Leuten wie ihm eine Umkehr ermöglichen muss, dass er heute nicht mehr zu seinen damaligen Liedtexten steht, er dazugelernt hat und einen Weg in die etablierte Gesellschaft finden will und es gut wäre, wenn ihm das ermöglicht würde, weil er sich als Stellvertreter, Vorbild, Ansprechpartner für viele andere Jugendliche aus ähnlichem Milieu sieht, dass er vor allem für die Gesprächsbereitschaft auf allen Seiten plädiert. Man kann das als Anmaßung empfinden, kann ihm das nicht abnehmen, ihn widerlegen, ihm sagen, dass es sich fast ein bisschen wie eine Drohung anhört, ihm das auch verweigern, aber verstehen konnte man das schon. Mit gutem Willen…

  96. 96
    Tippse says:

    Er schwafelt wie ein geläuterter Ex-Knakki , den man gerade wieder auf die Menschheit los gelassen hat.
    Ein Mensch kann sich ändern, der Grundcharakter wird immer bestehen bleiben.
    Immerhin hat dieser Mann es geschafft, von der eigentlich peinlichen Bambi — Verleihung, den Blickpunkt auf sich zu ziehen.
    Schaden wird ihm das nicht.
    Ich frag mich, wie viele seiner Fans diese unerträgliche Selbstbeweihräucherung überhaupt gesehen haben!
    http://www.youtube.com/watch?v=pxu9c6rWmEo&feature=related

  97. 97
    Mari says:

    Ja eine Überschrift zu finden ist wohl wirklich schwer… Eine Rechtfertigung auf cool gemacht. Schade eigentlich. Peter Plates Kritik war ernst gemeinter als diese lange „Ich entschuldige mich nie“-Rede.

  98. 98
    Peter Schaefer says:

    Werter Niggemeier,

    Du hast Dir die Mühe gemacht, das Durcheinander dieser Rede abzutippen, das ist schon bewundernswert.
    Noch erstaunlicher finde ich, daß Du es nicht wirklich wertest, sonder eher durch deinen letzten Absatz eine Fraglosigkeit andeutest.

    Persönlich kenne ich den Preisträger nicht, seine Musik hingegen mag ich nicht und die durch die Kritiker kolportierten Texte, muß ich mir auch nicht dringend zur Unterhaltung geben.

    Durch Zufall sah und hörte ich die Rede und ich muß sagen, sie macht mir den Mann sympathisch. Wie er da so steht und stammelt, stark sein will und letzten Endes auch ist, aber auch mit sich selber ringt, wie er seine Gedanken jetzt am besten zum Ausdruck bringen kann.
    Das macht ihn für mich zumindest sehr menschlich und — ich sage es absichtlich hier überzogen altmodisch — liebenswert.
    Schauen wir, was er weiter macht mit sich, seinem Leben und seinem Einfluß. Ich zumindest bin gespannt.

  99. 99
    Andreas says:

    Gewiss, man mag darüber erzürnt sein, dass B. den Preis bekommen hat. Aber das gilt doch nur dann, wenn man auch eine hohe Meinung von diesem ganzen „Bambi-Gedönse“ hat.

    Wenn man es hingegen — wie ich — als eine Bestrafung ansieht, so einen Preis zu bekommen, dann kann man doch nur sagen: B. hat sich diese „Auszeichnung“ redlich verdient. ;-)

  100. 100
    Zahnwart says:

    Warum, bitte, behaupten alle, dass Konservative gegen Bushido seien? Bushidos Wertesystem ist extrem kompatibel zu konservativen Positionen, ob es nun ums Frauenbild geht, um seine Einstellung zu Homosexualität oder um seine Feier der Leistungsgesellschaft — kein Wunder, dass er einen Preis von Burda bekommt, von einem Verlagshaus, das genau diese Werte ebenfalls vertritt. Im Gegenteil kann Bushido mit progressiven, gar linken Positionen wie Solidarität, Emanzipation, Internationalismus rein gar nichts anfangen.

    Und ansonsten: schlechter Rapper, unsympathischer Zeitgenosse, irrelevanter Preis. Sowie eine Dankesrede, die ich eingedenk all dessen gar nicht mal so außergewöhnlich schlimm fand.

  101. 101
    parasit says:

    „Ein Mensch kann sich ändern, der Grundcharakter wird immer bestehen bleiben.“

    Unglaublich, was hier unter dem Deckmäntelchen der Tolerant für reaktionäres Zeug von sich gegeben wird.

    Übrigens hatte der unsäglich Typ von Rosenstolz (sic!) eh Recht, schließlich ist er schwul.

  102. 102
    Twipsy says:

    Da umklammern sich panisch Institutionen, deren Zeit abgelaufen ist: Die Burda-Yellowpress und die zwangsfinanzierte Anstalt. Schaut mal in die Gesichter der Promis da. Selten so viel gequälte Unlust gesehen. Rosenstolz haben den Preis angenommen, trotzdem. Weil sie wissen, dass sie, wenn sie denen nicht gehorchen, morgen in den Arsch gef****t werden. Sorry für den harten Ausdruck, aber so spricht ein Bambi-Preisträger. Dann kommen ganz üble Storys in die Bunte, dann kommt Frau „jeder hat eine zweite Chance verdient“ Riekel (Herr Kachelmann auch?) und schickt ihre Agenturen los. Fragt mal Münte.

  103. 103
    Jörg says:

    So wenig Versöhnlichkeit, so viel kleinkariertes Beharren auf Werte des Bildungsbürgertums. Die Kommentare hier erschrecken mich, wenn ich an zukünftige Integrationsbemühungen denke. Bushido ist keine glatte, gradlinie Persönlichkeit, aber er kann etwas bewegen, weil ihm — im Gegensatz zu den meisten Klugrednern hier und anderswo — die Leute zuhören, für die die Botschaften auch bestimmt sind. Ich hoffe nur, er nutzt das auch im positiven Sinne.

  104. 104
    Bimbambino says:

    Wollen wir nicht einfach Burda den Bambi für Intriganz verleihen und die Sache ruhen lassen?

  105. 105
    Beobachter says:

    Seit wann ist der Bambi irgendwie relevant? Was soll dann der ganze Aufstand um die Preisträger?

  106. 106
    Frl. Wahrheit says:

    „Alle reden darüber, man muss deutsch lernen, dann ist man sofort integriert, das ist Schwachsinn.“

    Bushido hat mit dieser Rede bewiesen, dass es auch ohne Deutsch geht.

    Herzlichen Glückwunsch dazu!

  107. 107
    Frl. Wahrheit says:

    @ parasit:
    Was ist ein Infinitiv???

  108. 108
    Lars Wienand says:

    Es ist auch interessant zu sehen, wie der Twitter-Account @bambi das begleitet hat: Gar nicht. Oder doch — aber der einzige kritische Tweet ist gelöscht: http://storify.com/larswienand/bambi-bestohlen-bushido-kritische-tweets-weg

  109. 109
    Lalelu says:

    „Bushido ist keine glatte, gradlinie Persönlichkeit, aber er kann etwas bewegen, weil ihm – im Gegensatz zu den meisten Klugrednern hier und anderswo – die Leute zuhören, für die die Botschaften auch bestimmt sind. Ich hoffe nur, er nutzt das auch im positiven Sinne.“

    Das ist doch gerade das Problem — die Leute hören ihm zu, ja richtig. Und zwar besonders Jugendliche. Ich war noch nie so froh wie heute noch nicht in dem Alter zu sein, Kinder zu haben, die Bushido hören könnten. Denn ich wüsste am heutigen Tage nicht, wie ich meinen Kindern in die Augen sehen sollte und ihnen erklären, wieso ein Mann, der solche Texte in seinen Liedern verarbeitet wie Bushido, einen Preis verliehen bekommen hat für Integration.
    Ich habe Mitleid mit allen Müttern und Vätern, die gestern Abend einen herben Rückschlag erlitten haben, bei dem Versuch, ihren Kindern klarzumachen, was Respekt, Anstand und Zivilcourage bedeutet.

    Gerade ihr letzter Satz… natürlich ist das nicht falsch. Bushido hat die Mittel und Wege um seinen Einfluss positiv zu nutzen und das er das in Zukunft tut, ist ja durchaus möglich. Das Problem ist nur, dass er bis jetzt eben DOCH sehr „geradlinig“ den entgegengesetzten Weg wählte.
    Einen Preis zu bekommen, bevor man das, wofür man ausgezeichnet wird, getan hat, scheint ja seit Obama irgendwie in zu sein, aber meiner Meinung nach an dieser Stelle besonders unangebracht.

  110. 110
    Lalelu says:

    Um die Rechtschreibung noch kurz zu korrigieren, mein Satz sollte heißen:

    Bushido hat die Mittel und Wege um seinen Einfluss positiv zu nutzen und daSS er das in Zukunft tut, ist ja durchaus möglich.

  111. 111
    parasit says:

    @Frl. Wahrheit

    Mein Gott, googeln Sie’s doch einfach.

    @Lalelu

    „Ich habe Mitleid mit allen Müttern und Väter, die gestern einen herben Rückschlag erlitten haben…“

    Wie groß kann man diesen Ballon denn noch aufblasen, eh er endlich platzt?

  112. 112
    waternat says:

    @— Julian — 11. November 2011, 0:13

    hahahaha, klar das Du zu Bushidos Fans gehörst. Mehr brauche ich zu Deinem Kommentar nicht schreiben.
    Doing.……

    Ich frag mich: ist das einfach eine Masche um Aufmerksamkeit zu bekommen oder ist Bushido echt so dumm, auf den Mund gefallen, unfähig sich wie ein erwachsener Mann zu artikulieren ( auch in nicht korrekten Deutsch, was ich persönlich nicht schlimm finde)und zu verhalten?

  113. 113
    Maria says:

    [gelöscht]

  114. 114
    Lalelu says:

    @parasit:
    Hat wenig mit Ballon aufblasen zu tun, ist nur meine persönliche Meinung. Erklären sie mal einem 12jährigen Kind, warum der schwulenfeindliche, frauenverachtende Möchtegern-Ghettorapper da im Fernsehen gerade einen Preis für „Integration“ bekommen hat. Für Erwachsene ist wohl klar, dass dieser Preis schwerlich ernst zu nehmen ist, aber in dem Alter, in dem Kinder seine Musik hören, haben viele diese Weitsicht wohl kaum. Wobei ich zugebe, dass ich es nicht ganz so pathetisch hätte ausdrücken müssen.

  115. 115
    Andreas says:

    Pass auf Stefan, Bushido weiß, wo dein Haus wohnt… ;)

  116. 116
    Marc says:

    „Ich habe Mitleid mit allen Müttern und Vätern, die gestern Abend einen herben Rückschlag erlitten haben, bei dem Versuch, ihren Kindern klarzumachen, was Respekt, Anstand und Zivilcourage bedeutet.“

    Tatsächlich? Ich finde, Burda hat mit dieser riskanten Wahl durchaus Zivilcourage bewiesen.

  117. 117
    Lalelu says:

    @Marc

    An dieser Stelle möchte ich Wikipedia zitieren:

    „Nach Gerd Meyer ist „Zivilcourage (oder gleichbedeutend sozialer Mut) ein bestimmter Typus SOZIAL VERANTWORTLICHEN Handelns, keine Eigenschaft einer Person. Zivilcouragiertes Handeln geschieht in Situationen, in denen zentrale Wertüberzeugungen und soziale Normen (z.B. MENSCHENWÜRDE, Menschenrechte, Gerechtigkeit, friedlicher Konfliktaustrag unter Bürgern) oder die physische oder psychische Integrität einer Person verletzt werden. Zivilcouragiert handelt, wer bereit ist, trotz drohender Nachteile für die eigene Person, als Einzelner (seltener als Mitglied einer Gruppe) einzutreten für die WAHRUNG HUMANER und demokratischer WERTE, für die Integrität und die legitimen, kollektiven, primär NICHT-MATERIELLEN Interessen vor allem anderer Personen, aber auch des Handelnden selbst […]“

    Man beachte die großgeschrieben Worte, ich erlaubte mir, sie zu betonen.

  118. 118
  119. 119
    Erwin says:

    M.E. rechtfertigen alleine folgende Text-Passagen unseres begnadeten Künstlers (kurz gegooglt) die Auszeichnung und sein Vorbildcharakter:

    „Das Leben ist ein Arschfick ! „,

    „Du leckst dir über die Lippen. Rufst nach BMW.
    Ich rufe zeig mir Titten. Wer will Battle mit BMW zu dritt.“

    „Mit der Nase voller Schnee und ner Nutte aufm Schoß,
    programmieren ich die Beats und kicke meine Flows.“

    „Ein Schwanz in den Arsch, ein Schwanz in den Mund
    Ein Schwanz in die Fotze, jetzt wird richtig gebumst“

    … ich muss aufhören, wirklich ehhh!

  120. 120
    Marc says:

    @ Lalelu
    Eben.

  121. 121
    KIEKSTE says:

    Danke für diesen großartigen Mitschnitt.

    Der Gewinner für nächstes Jahr steht übrigens auch schon fest.
    http://kiekste.wordpress.com/2011/11/10/bambi-schafft-sich-ab/

  122. 122
    Homer S. says:

    Vielleicht sollte man einfach dazu übergehen, all diesen Fernsehpreisen exakt die Bedeutung zuzumessen, die sie verdienen — und abschalten.

  123. 123
    Robztar says:

    Solchen Unfug brüll ich auch durch die gegend, wenn ich völlig besoffen an ner Brüstung ankomme!

    „Mein Volk! Danke, dass ihr mich gewählt habt! Zahlt mehr Steuer! Respektiert mich! Denkt nicht nach! Folgt mir blind in den sicheren Untergang!“

    Alles schonmal da gewesen…

  124. 124
    Torsten S. says:

    @7 / Hatem:
    Also bitte… Im Vergleich zu Bushido war Edmund Stoiber doch nun wirklich begnadet.

  125. 125
    nemo says:

    ich wäre für „Das Mikrofon wird kleiner“.

  126. 126
    Lalelu says:

    @Marc:

    Auf entsprechende Erklärung wäre ich dann doch wirklich gespannt. Entweder mir entgeht hier Ironie oder sie wissen deutlich mehr über Bushido als ich.

  127. 127
    Noel Q. von Schneiffel says:

    Bushido ist ein schlimmes Beispiel dafür, was geschieht, wenn Kinder nicht in Schule und Elternhaus die Werke von J.R.R. Tolkien studieren. Nur durch die erhabene Sprache von Tolkiens Werken werden Kinder so redegewandt, daß sie auch unter nervlicher Anspannung auf einer Bambi-Verleihung frei sprechen und verständlich formulieren können. Im besten Fall sogar metrisch korrekt.

    Ich weiß, wovon ich spreche. Ich habe persönlich siebzehn Bambis gewonnen und kann sagen, bei meinen Dankesreden wurden zuvor die Sitzreihen ausgebaut, so daß die Zuschauer besser in Ehrfurcht niederknien konnten. Das wäre nicht nötig gewesen; ganz ehrlich, es war mir teilweise etwas peinlich. Aber so war es eben. (Für aufmerksame Leser, die nun protestieren: Leider stehe ich nicht mehr in der offiziellen Preisträgerliste, da ich durch eine Verschwörung von Agenten des Bösen nachträglich gestrichen und die Aufzeichnung vernichtet wurde. Tolkien hat viele Feinde!)

    Insofern verstehe ich aber Bushidos Songtexte, wir sie z.B. von Erwin in #119 zitiert wurden, nicht als verwerflich, sondern als wütenden Aufschrei eines Mannes, dem durch das Vorenthalten von Tolkien-Texten in seiner Jugend viele Entwicklungschancen genommen wurden. Es ist nun einmal Fakt, daß durch dieses Versäumnis nicht nur (durchaus charmante) sprachliche Schwächen hervorgerufen werden, sondern auch eine generelle Verrohung der Sitten, Prostitution und Drogenkonsum. Dies ist leider Teil der heutigen Gesellschaft, und das muß man, auch wenn man Bushido heißt, wohl noch thematisieren dürfen. Auch wenn es wehtut.

    Die Schuld liegt damit zumindest teilweise in Bushidos Elternhaus. Außerdem halte ich es für sehr rücksichtslos von Eltern, ihr Kind „Bushido“ zu nennen. Da denkt doch jeder sofort an George W. Bush, der ebenfalls große Probleme mit freiem Sprechen hatte. Vielleicht hat auch das den jungen Bushido traumatisiert. Es gibt auch so etwas wie selbsterfüllende Prophezeihungen.

  128. 128
    Adrian says:

    Guten Tag.

    Interessante Kommentare, aber war ja zu erwarten, dass wenn das Wort „Bushido“ fällt, nur schlechtes gesagt werden kann. Zuerst zu seinen Texten: Großartige Entwicklung zeigen sie, wie ich finde, nicht. Trotzdem gibt es einen Unterschied zu seinen alten und neuen Liedern. So brutal wie früher sind sie nicht. Sicherlich findet man die guten alten Schimpfworte wieder. Aber mal ehrlich, welcher Rapper benutzt diese nicht. Ja. Jetzt werden mich die Kritiker in Grund un Boden stampfen wollen. Bushido macht seine Texte nicht für das Radio, das Fernsehen oder jegliches andere Medium. Seine Musik gilt den Fans und natürlich auch seinem Portemonnaie. Lady GaGa ist, im Gegensatz zu Bushido, natürlich mit viel weicheren und vor allem sinnvolleren Texten „unterwegs“.
    Integration. Ein großes Thema in Deutschland. Aufgegriffen von Politikern wie Thilo Sarrazin oder auch von Problembezirken wie Neukölln. Dort wo sich Integration abspielt sind die 80%, der hier Kommentierenden sicher regelmäßig. Vielen Dank für die Zustimmung, die Sie gerade beim Lesen des letzten Satzes mir gegenüber aufbringen.
    Bushido. Ein Rapper, ein Geschäftsmann. Nun stellt sich die Frage, verdient ein „Halb-Tunesier“ einen Bambi in der Kategorie „Integration“? Gute Frage, nicht wahr? Fragen Sie sich ja auch beim Kommentieren, oder? Nein. Sie fragen sich nicht. Sie hören „Bushido“ und schalten auf „Durchzug“. Egal was der gute Herr macht, Hauptsache Sie sind gegen ihn. Und tuen Sie nun bitte nicht, als wenn dieses nicht stimmen würde. Um auf die Frage des Verdienstes des Bambis zurückzukommen, würde ich sagen, dass er ihn auf jeden Fall verdient hat. Eine Person, die, offiziell zumindest, vom „Tellerwäscher zum Millionär“ wurde. Ein Mann, der viele Jugendliche dort trifft, wo es keiner besser geschafft hat. Es ist nicht Frau Merkel, Herr Gabriel oder irgendein anderer Politiker, die sich die Jugend anschaut, es ist Bushido. Nun stellt sich direkt die nächste Frage, nimmt Bushido seine Verantwortung wahr? Auch dieses werden jetzt die meisten Leute verneinend beantworten. Ist ja auch logisch, ein konservatives Land, braucht Konservative Menschen und konservativ ist derjenige, der es macht wie die Vorgänger es gemacht haben. Bushido macht das Gegenteil. Er stellt sich gegen alle sagt Sätze wie „Ich fick‘ deine Mutter!“, rappt gerne auch sehr unpädagogisch wertvolle Texte und nebenbei sagt er, dass er die SPD nicht wählen wird, da sie ihn verboten haben. Gut. Da hat sich jemand „ins eigene Fleisch geschnitten“, aber was die Parteien machen ist deren Sache. Der gute Herr Bushido ist derjenige, der bei der Jugend angekommen ist, weil er alles andere als konservativ ist. Hierzu: Herzlichen Glückwunsch.
    Zurück zur Frage der Integration. Bushido bezahlt, soweit ich weiß, Steuern, ist der Deutschen Sprache mächtig, wobei man sagen sollte, dass er besser Deutsch als mindestens 80% der aus Deutschland stammenden Hauptschüler spricht. Seine Rede hielt er ohne ein paar Kärtchen oder Zettelchen, somit lässt sich schließen, dass er einer der Menschen in Deutschland ist, die besser dastehen als viele Deutsche selber. Schon witzig, oder? Selbstverständlich können Sie meine Meinung nicht teilen, weil sie ja schon längst das Wort „Bushido“ gelesen haben und alles das, was ich schreibe schlecht finden müssen. Was ich eigentlich nur sagen will ist, dass Bushido sein Ding gemacht hat und nicht wie die meisten Deutschen nur Leute kritisiert und meint, er müsse sich immer gegen etwas aus Prinzip stellen. In Interviews kommt der Herr ehrlich rüber und spricht perfektes Deutsch. Den „Weg des Kriegers“ beschritt er. Er war ein kleiner Untergrund Rapper, ist nun der Erfolgreichste Rapper und dazu auch noch ein, vermutlich, guter Geschäftsmann. Er unterhält sich mit Leuten wie Johannes B. Kerner, Peter Maffay, Sky Dymont und drehte einen Film mit Bernd Eichinger. Alles das sind in Deutschland doch Menschen auf hohem Niveau. Ist das nicht Integration? Aus „Ausländerkreisen“ zu den Leuten, die einen hohen Rang in Deutschland haben. Diese Frage beantworte ich Ihnen nicht. Ich gönne ihm den Bambi auf jeden Fall. Warum er ihn gekriegt hat, sagte er in seiner Rede schon. Mehr muss ich dazu nicht sagen. Wenn Sie mit dem Lesen hier angekommen sind: Herzlichen Glückwunsch.
    Für Rechtschreibungs– / Zeichensetzungsfehler entschuldige ich mich, aber das dürfte eigentlich ein gut lesbares Kommentar sein, denn so wie die Deutsch Sprache im Internet „verhunzt“ wird, war dieser Text nicht schlecht.

  129. 129
    Sebastian says:

    Der Text gehört eindeutig in die gludernde Lot…

  130. 130
    Der Bambi für Bushido und die Folgen | Lerg Media says:

    […] mehr der Bushido von damals ist. Dass sagt er auch selbst in seiner Dankesrede, die man hier bei Niggemeier nachlesen und im Video unten anhören kann. In der Rede geht er – wie ich finde – recht […]

  131. 131
    Marc says:

    @ Lalelu
    Nun, es scheint etwas unterzugehen, aber Bushido hat den Preis ja nicht für seine Songtexte bekommen (das fände ich wiederum seltsam), sondern für sein soziales Engagement, etwa gegen Gewalt an Schulen. Ist das preiswürdig? Ich denke zumindest, dass er damit mehr erreicht als jeder andere, da die Zielgruppe ihm zuhört.

  132. 132
    Tom says:

    Sprach er und rauschte in seinem weißen Mercedes Coupé AMG getuned mit aufheulendem Motor davon (ein Berufsschullehrlin hätte es mit seinem Polo nicht besser machen können) um nach 50m von gefühlten 80km/h wieder runter zu bremsen. Denn da kam die Kreuzung. (Augenzeugenbericht)

  133. 133
    panino says:

    Vielleicht hat es eine/r meiner Vor-Kommentatoren schon erwähnt: Es gibt seltene Ausnahmen im Brackwasser der Unterhaltungsindustrie: z. B. Judith Holofernes in ihrer Antwort auf das Angebot, die BILD zu bewerben. oder den männlichen Part von Rosenstolz P. Plate. Ich hätte ihm empfohlen, als Antwort auf die Preisverleihung an Bushido dem Hirschen auf den Boden zu stellen und draufzupissen; und da man Mann oft nicht kann, wenn so viele zuschauen, hätte der der Effenberg-Finger gereicht.

  134. 134
    Fritz Tillack says:

    Ich bin auch der Meinung, dass der Burda Verlag (Bunte) sich damit keinen Gefallen getan hat, dass der umstrittene Rapper Bushido einen Bambi verliehen bekommen hat. Ganz klar, Rosenstolz hat das gesagt, was viele Promis gedacht haben.
    Wenn nun Bushido von der Jugendzeitschrift BRAVO(55) einen Goldenen BRAVO OTTO für sein Lebenswerk bekommen hätte, dann müsste einen das nicht wundern.
    Aber, es kann ja auch durchaus sein, dass dieser Künstler endlich einen anderen Weg gehen möchte, dann sollte man ihn diesen nun mit unschönen Worten nicht verbauen. Und seien wir doch einmal ganz ehrlich, haben wir eigentlich keine anderen Probleme als uns die Frage zustellen, hat er diesen Bambi verdient oder nicht, wenn nein, dann gäbe es die Möglichkeit für Bushido diesen ganz einfach für einen guten Zweck zu versteigern, wäre doch ein guter Anfang, oder nicht?

  135. 135
    PK Dick says:

    So isser halt. Und jetzt geht alle wieder Blunt oder Blur oder Blupp hören.

  136. 136
    silvio machunze says:

    also kein wort von euch, zum thema verweigerung einer reformierung des staatsbürgergesetzes hin zur doppelten staatsbürgerschaft (und damit aktiver integration) durch die schwarzgelbe mehrheit am selben tag, wie die echo-verleihung? hier wurde konkret integration verhindert. kein wort zu den verstrickungen bushidos in schwerstkriminelle clan-kreise?

    nicht mal ein wort zur grässlichen musik von rosenstolz.

    lieber textzitate seiner songs googlen und empören. ein user über mir hatte durchaus recht: die meisten von euch kommentatoren würde die menschen, die bushido erreicht, nicht mal mit der kneifzange anfassen und haben sicher in den letzten 5jahren sehr wenig mit den menschen zu tun gehabt, bei denen integration wirklich not tun würde

    ihr fordert integration, aber was tut ihr dafür?

  137. 137
    KIEKSTE says:

    @Adrian: Es ging nur zweitrangig darum ihn für seinen eigene Integration auszuzeichnen. Der Mann ist schließlich Deutscher, in Bonn geboren und in Tempelhof aufgewachsen. Eine Integration ist somit nicht nötig… ob das einigen Deutsch-Deutschen passt oder nicht. Hier sollten viele, auch der Burda-Verlag mal über ihr Gesellschaftsbild nachdenken, denn es ist veraltet.

    Ein wichtiger Punkt ist, ob die Texte nun „Schwuchteln“ enthält oder nicht, dass dem Mann der nötige Intellekt fehlt, um eine Kunstfigur darzustellen was die Grundlage für eine kreative Narrenfreiheit auf der Bühne ist. Bushido kennt den Unterschied zwischen Bühne und Straße nicht, der Idiot in ihm ist echt und somit auch sein verkorkstes Weltbild. Ihn als Vorbild zu bezeichnen ist in jeder Hinsicht lächerlich. Ein Fäkalreimer, der mit sinnfreien Texten, bekommt einen sinnfreien Preis — passt doch.

  138. 138
    Oliver says:

    Ich mag mir gar nicht vorstellen, wie er die Sch… gesagt hat, ich halte es da mit Serdar Somuncu

    http://www.youtube.com/watch?v=g34LfDisKt4

    „Der ist nicht mal Türke … der ist Türkensurrogat“

  139. 139
    Wendy Gondelntrauertragen says:

    „Bushido setzt sich ein gegen Gewalt und für ein respektvolles Miteinander in einer multikulturellen Gesellschaft.“

    Das ist der letzte Satz in der Jury-Begründung.

    Vor zwei Jahren veröffentlicht Bushido den Titel: „Komm klar, Spast!“ Darin:

    „Das ist Carlo Coxx, ich scheiß auf dein Popsong,
    ich zieh meine Gun, und dein Kopf poppt wie Popcorn.
    Der Lehrer meinte damals, aus dem Bengel wird nichts.
    Ich hab drauf geschissen und bereu es nicht wirklich.
    Ich bin jetzt 27, er ist 49,
    und die Tochter wird gefickt, ihre Fotze schmeckt nach Pfirsich,
    und meine Ex meinte damals, ich kann ihr vertraun.
    Heute wird sie nur von mir verhaun,
    guck mal hier du Sau …“

    Noch im letzten Jahr, im September 2010, erscheint das Lied „Lauf, Nutte, Lauf“:

    „Weg mit den Waffen, Fair Play durch Muskeln.
    Du bist sehr Gay, du Schwuchtel.“

    Sagen wir, Bushido sei eine Kunstfigur. Was die von sich gibt, wäre also Kunst, oder so etwas in der Art, etwas Artifizielles jedenfalls, Fiktion sozusagen, Pulp Fiction. (Natürlich ist der Film was völlig anderes als das Lied, aber es geht mir hier erst in zweiter Linie um Kunstkritik, sondern eher um Strukturen.) Es wäre dann eine Kunst, die mit (Diskursen von) Gewaltbereitschaft, Frauenfeindlichkeit und Homophobie arbeitet, diese aber nicht propagiert. Klar ist aber, dass es keine Kunst ist, die sich „gegen Gewalt und für ein respektvolles Miteinander in einer multikulturellen Gesellschaft“ einsetzt.

    Für den Kunstcharakter könnte sprechen, dass „Bushido“ schon 2007 in eine Berliner Problemschule gegangen ist und der Zielgruppe seiner Lieder erklärt hat, dass wenn sie, die Zielgruppe, sich kloppen wolle, dafür doch in einen Boxverein gehen und im übrigen auf die Lehrer hören solle (http://www.youtube.com/watch?v=Ma48PA8cuUo). Oder ist der, der da spricht, nicht Bushido, sondern Anis Mohamed Youssef Ferchichi, der sich von seiner Persona Bushido distanziert und damit ihren Kunstcharakter verdeutlicht? (Man könnte jetzt also diese Diskussion führen: http://www.stefan-niggemeier.de/blog/serdar-somuncu/)

    Allerdings scheint der Preis, der an Bushido und nicht an Ferchichi ging, nicht das Ergebnis einer solchen Diskussion zu sein. Ist ja auch sone Sache. Der medienwirksame Schulauftritt und sein Pazifismus kommt ja nur aufgrund jenes Ruhms zustande, den Bushido exakt mit dem Gegenteil dessen eingefahren hat, was er auf dem Schulhof sagt. Ist schon ein bisschen dialektisch, oder, für (die Verbreitung von) Tugenden erst dann ausgezeichnet werden zu können, wenn man vorher erfolgreich mit ihrer Negation kokettiert hat.

    Gegen den Kunstcharakter spricht, dass Bushido bei der Preisverleihung gesagt hat, „dass ich gelernt habe, dass das, was ich gemacht habe, falsch war.“ Das „falsch“ kann ja nur heißen, dass es falsch war, wirklich zu glauben und zu propagieren, was man singt; dass man also Persönlichkeitsäußerungen statt Kunst publiziert hat. Das ist vom Potential her natürlich schon mächtig und meinethalben preiswürdig: der Geläuterte, auf den gerade die hören, auf die es ankommt. Fair enough, aber dass es „falsch“ ist, das, was man auf dem Schulhof auf dem ipod hört, auch auf dem Schulhof zu praktizieren, scheint er ja schon zwei Jahre vor dem oben zuerst zitierten Text begriffen zu haben. Er kannte also, im Gegensatz zu dem, was KIEKSTE (#137) vermutet, „den Unterschied zwischen Bühne und Straße“ sehr wohl. Ist das Preisverleihungsfalsch also ein neues, ein anderes „falsch“? Was meint Bushido damit?

    Zu viele Widersprüche, zu viel Meta-Ebene, die man voraussetzen muss, für den eher nicht-akademischen, eher nicht reflektierten Kontext, in dem der Preis verliehen wurde. Man darf annehmen, dass sich Burda solche Gedanken eher nicht gemacht hat. Ich glaube auch, dass man Bushidos Zielgruppe kein Unrecht tut, wenn man annimmt, dass sie sich solche Gedanken eher nicht macht. Ferner darf man annehmen, dass auch Bushido weiß, dass sich seine Zielgruppe solche Gedanken eher nicht macht.

    Die Widersprüche lösen sich auf, alles wird plausibler, wenn man sich klarmacht, dass wir uns im dunklen Herzen der Kulturindustrie befinden, dass es also (tut mir leid, dass mir nur so etwas Banales einfällt) um Geld geht, um Images, um ein rein strategisches, weitgehend empathiefreies Kalkül, dass Provokationen, Verletzungen, Läuterung etc. ausschließlich als Vermarktbarkeitsfaktoren begreift. Ob es wirklich um „echte“ Werte wie Toleranz, Respekt etc. geht, bezweifle ich.

    Vor einem Monat sagte Bushido (http://www.welt.de/kultur/musik/article13673580/Sarrazin-und-ich-sind-Brueder-im-Geiste.html) in einem Interview: „Man kann nie genug Geld verdienen. Für mich ist aber auch die Musiklandschaft mit ihren Verwertungsmöglichkeiten immer noch so lukrativ, dass ich musizieren kann, ohne Minus zu machen. Sobald ich merken würde, dass mein Aufwand finanziell nicht mehr ausgeglichen wird, würde ich sofort aufhören.“
    Es ist ein Gemeinschaftsinterview mit Sido, mit dem er kurz zuvor eine „Fehde“ ausgetragen hatte — aber auch vor allem aus wirtschaftlichen Erwägungen.

    Bushido scheint seine Schäfchen im Trockenen zu haben. Da fällt es gleich leichter, den Geläuterten und sich ein neues Image zu geben, den Preis zu nehmen und zusammen mit Sido auf dem gemeinsamen Album „23“ den Kirchentag zu organisieren:

    Ich bin heute zwar erwachsen,
    doch tief drin im Herzen das Kind.
    Es tut mir leid, lieber Gott — ich war blind.

  140. 140
    QuerBlog › Linktipp: Stefan Niggemeier liest Bushido › Von Horst Schulte says:

    […] Stefan Niggemeier liest Bushido Bushido spricht Klartext — oder auch nicht. Schon gelesen?Blogartikel automatisch twittern? Blogeinträge automatisch twittern mit […]

  141. 141
    Jo says:

    Es gibt da ein paar Dinge, die ich gerne noch einmal ansprechen möchte:

    1. ist es ein fundamentaler Unterschied, ob irgend jemand am Stammtisch über Schwule herzieht, oder frauenfeindliche Sprüche klopft — oder ob dies jemand tut, der im Fokus der Öffentlichkeit steht und ein Millionenpublikum erreicht, das in ihm ein potenzielles oder gar reales Vorbild sieht (warum auch immer…!). Das reichte schon aus, um Bushido von der Liste der Kandidaten zu streichen!

    2. war dieser Eiertanz, genannt „Dankesrede“, gerade deshalb so krude, peinlich und sinnentleert, weil Bushido in einem ziemlichen Dilemma steckt(e): Er wurde für etwas „geadelt“, was ihm selbst völlig fremd ist. Auf der einen Seite bedeutete der Preis für ihn den Ritterschlag, seine Aufnahme in den illustren Kreis der akzeptierten, etablierten und auch „systemkonformen“ Künstler — aber über genau dieser Form der Integration schwebt für ihn sicher das Damoklesschwert des Identitätsverlustes. Dieses „wasch-mich-aber-mach-mich-nicht-nass“-Gefühl war deutlich zu spüren, und Erinnerungen an Elvis Presley und dessen vom Mangement erzwungene Wandlung vom Rock’n’Roller zum Schnulzenfuzzy war in irgend einer Form von Bushido antizipiert.

    Mit seinem Geschwafel und dieser unsäglichen Aneinanderreihung sinnentleerter Sprechblasen hat er es schließlich geschafft, auf dem schmalen Grat zwischen Anbiederung an den arrivierten Kulturbetrieb und der Abhängigkeit von seiner bisherigen Klientel weiter wursteln zu dürfen. Die einen können ihm (sehr wohlwollend!) ein paar Einsichten unterstellen, an denen sein öffentliches Auftreten künftig gemessen werden wird — die anderen freuen sich darüber, dass er sich von all den aufgetakelten „Losern“, „Schwuchteln“ und „Fotzen“ nicht hat korrumpieren lassen.

    Und das ist das eigentlich Schlimme an dieser Auszeichnung!

  142. 142
    Chilluminata says:

    Hier ein Meister ist geboren! Denn vielleicht ist dies der Versuch einer medial organisierten Reminiszens an den literarischen Kubismus! Oder vielleicht Pop Art? Das hat auch nie einer begriffen!

  143. 143
    Matthias Schumacher says:

    Erstaunlich am Ganzen ist letztlich nur, wieviele Intellektuelle dem 63jährigen Burda-Bambi mit diesem kalkulierten Eklat noch mal auf die Beine geholfen haben.

    Wie alles anfing: Telefon in der Chefetage. Chef Burda im durchgesessenen Chefsessel (weil drei Milliarden Euro schwer) zur Chef-Sekretärin:

    „Sagen Sie mal, haben Sie eine Idee, wen die Leute nicht mögen?“

    Sekretärin: „Chef, den Cruise Tom, wegn seim René-Kollo-Ski.“

    Chef: „Sie meinen den Ami? Den hatten wir schon 2007.“

    Sekretärin: „Dann den Buskohl, nein, den Bullshito, der raabt und hat a Hintergrund in der Familie.“

    Chef Burda: „Großartig! Da machen wir was mit Integration. Der Sarrazin zieht ja nicht mehr. Und wen laden wir ein, damit der sich aufregt?“

    Sekretärin: „Na die von Rosinenstollestolze, die sage immer was, wenn denen was net passt. So zeige wir uns auch offe für de Schwule und de Lesbe.“

    Chef: „So machen wir’s. Rufen Sie mal noch bei der Rethel an, die soll den Heesters rechtzeitig hochspritzen lassen.“

  144. 144
    Pinto says:

    Bushido existiert und verkauft seine Songs, so oder so. Er verkauft sie, weil es Konsumenten gibt, die dieses Zeug hören wollen. Sie wollen es hören, weil es sie bestätigt. Seine Hörer sind ein … nennen wir’s mal Kulturkreis, der mit dem ganzen Bambi-Promi-Medien-Gesocks kaum etwas gemein hat, ausser, daß sie überwiegend (!) nix produktives für die Gesamtgesellschaft beitragen.
    Was das „Promi“-Geschmeiß mit der Immigranten-Szene vereint, ist ihr Status als leicht surreale Parallellgesellschaft mit eigenen Regeln. Insofern ist eine Einladung für Bushido, in der Runde der Smokingträger mal einen Abend mitzuhopsen, nachvollziehbar.
    Aber mal ernsthaft: wen interessiert denn dieser käsige „Preis“? Die einzige Existenzberechtigung dieser kitschigen Kaminsims-Deko ist doch, einen Vorwand für eine Tanzveranstaltung zu geben, auf der man sich selbst beweihräuchern und gegenseitig in seiner Großartigkeit bestätigen kann. Achja, und Promotion für den Burda-Verlag und ein paar Bilderstrecken zwischen den Anzeigen in den Klatschblättern zu generieren.
    Gar nicht ignorieren, den Zirkus. Weitergehen, es gibt hier nichts zu sehen.….

  145. 145
    Marc says:

    @ Pinto
    Wow. Also das fand ich jetzt hasserfüllt und menschenverachtend.

  146. 146
    sandermann says:

    Bushido, Sido und Co. haben mMn. mit ihrem geistigen Müll schon so viel Schaden angerichtet, dass können die zu Lebzeiten gar nicht wieder gut machen…

  147. 147
    sandermann says:

    dass das

  148. 148
    Thomas Weiss says:

    Lieber Paradekünstler als Paradepferd — immerhin.

  149. 149
    SvenR says:

    Paradekünstler. Pah! Da muss ich widersprechen — dann schon lieber ein altes Zirkuspferd.

  150. 150
    karajan says:

    ob er mir mit respekt begegnet wenn ich ihn frage, ob er mit mir beim nächsten csd mitmachen will?

  151. 151
    Norbert says:

    Aufs wesentliche eingedampft bedeutet die Rede doch einfach:

    „Ich habe eigentlich keine Ahnung, warum ich diesen seltsamen Integrationspreis bekomme“

    (und in Gedanken „wahrscheinlich bekomme ich ihn, weil ich nicht mehr so schlimm wie früher bin. Integriert war ich ja schon immer, aber wichtig ist doch, dass die, die nicht so integriert sind, sich mehr integrieren, wenn sie bei der Bambiverleihung sehen, dass man einen Preis bekommt, wenn man nicht mehr so schlimm ist — und wenn man einen Preis bekommt, ist man dann auch automatisch integrierter!“ )

  152. 152
    Marc says:

    @ karajan
    Was verstehst du unter Respekt? Ich persönlich halte wenig von homsexuellen Lebensentwürfen, respektiere aber jeden, der sich dazu entscheidet, diesen Weg zu beschreiten. Muss ich deshalb gleich auf den CSD? Ich glaube nicht.

  153. 153
    Dent42 says:

    Viel besser kann man es kaum formuliern

    „Ich habe mir Bushidos Rede noch mal genauer angesehen und die zentralen Aussagen herausgefiltert:

    1. Er gibt offen zu, dass es wahrscheinlich viele Punkte gibt, die dagegen sprechen, ihm den „Bambi“ zu verleihen.
    2. Er will nichts schön reden und sich nicht rechtfertigen.
    3. Man könne ihn kritisieren, aber das führe zu nichts – viel wichtiger sei es, zu akzeptieren, zu respektieren und vor allem zu tolerieren.
    4. Er habe gelernt, dass das, was er gemacht habe, falsch gewesen sei.
    5. Und: „Wenn Sie an meiner Tür klopfen, dann werde ich Ihnen die Tür aufmachen. Egal, ob sie von der Band „Rosenstolz“ kommen, vom Burda-Verlag oder woher auch immer.“

    Mal ketzerisch gefragt: Wer versucht sich hier an Integration — Bushido oder seine Kritiker?
    (…)
    Was das mit der ganzen Bushido-Diskussion zu tun hat? Eine ganze Menge. Da erhält jemand einen Preis für Integration (über den man durchaus diskutieren kann). Er stellt sich auf der Bühne und hält eine Rede, die geprägt ist von großer Nervosität — die aber deutlich versucht, für Integration zu werben. Und was bekommt er von den Kritikern? Anfeindungen, Häme und Spott. Aber mit dieser Einstellung führt man die verschiedenen Teile einer Gesellschaft nicht zusammen. Man sorgt nicht für mehr Integration. Sondern für mehr Spaltung.“

    http://www.alltagsforschung.de/ein-brief-an-alle-bushido-kritiker/

  154. 154
    Alberto Green says:

    @SvenR: Haben Sie auch schon einmal im Zirkus gearbeitet?

  155. 155
    FF says:

    Ist hier vielleicht bald mal Schluß mit Bushido hier, Bushido da?

    Wieviel Gehirnschmalz wollt ihr noch an einer Vollnulpe verschwenden…

    Aber bitte.

  156. 156
    Jan says:

    @155 hm das Traurige ist ja, dass er keine Vollnulpe ist (sonst wäre er nicht so erfolgreich), sondern dass er alles bewusst und berechnend tut, was er so tut… bzw. das „Gefährliche“ vielmehr als „Traurige“

  157. 157
    christian says:

    Dass Bushido Toleranz predigt ist ja richtig schön. Er wird jetzt sicherlich sehr tolerant werden gegenüber Schwulen und überhaupt allen Lebensformen, die ihm in der Vergangenheit nicht in den Kram gepasst haben — bzw. nicht passen konnten, weil er ja die Rolle des bösen Rappers spielen musste. Dass es eine Rolle war durchschaut man ja so langsam…er hätte ja nicht so schick zur Bambi-Verleihung gehen müssen… und wenn ich mir vorstelle, dass sich Bushido zu Hause ein Bambi auf den Kamin stellt, hat das ja schon etwas Süßes! Abends vorm Einschlafen schaut er sich das Bambi an und am nächsten Morgen geht er aus dem Haus und ist wieder der böse Rapper aus der Unterschicht…

  158. 159
  159. 160
    polyphem says:

    Einen Bambi verdient niemand.

  160. 161
    polyphem says:

    aus #128:
    “…Er unterhält sich mit Leuten wie Johannes B. Kerner, Peter Maffay, Sky Dymont und drehte einen Film mit Bernd Eichinger. Alles das sind in Deutschland doch Menschen auf hohem Niveau…“ Niveau, Niveau, Niveau, wo, wo, wo„
    (Ach , es geht nicht um Echo? Echo, Echo o o o )

  161. 162
    Inge says:

    „Peter Maffay, danke Dir… Darf ich Du sagen?“ Wenn er Nein gesagt hätte, wäre Bushido ausgeflippt. Nix Klartext, nix Beifall mehr. Zoff auf der Bühne vor den völlig überforderten Gästen. (Dass die überhaupt geklatscht hatten… :-))

    Merkt Ihr nicht, dass Bushido echt aus dem Herzen (!!!) gesprochen hat?

  162. 163
    Ersdummerjunge » Craplog.de says:

    […] Haben die Stones so gemacht, Madonna und Rammstein sowieso. Das wissen sogar Dumpfbacken wie Bushido.Was mich fassungslos zurücklässt, ist vielmehr die Intelligenz– und Talentbefreitheit, […]

  163. 164
    karajan says:

    @marc
    deine meinung wäre mir gleich, wenn homosexuelle nicht diskriminiert würden und auch sonst einen gewaltfreien alltag leben könnten — dem ist leider nicht so, insofern, ich kann es nicht mehr hören, wer sich alles dazu berufen fühlt mir mit zu teilen, dass er von homosexuellen lebensentwürfen nicht so viel hält. ich halte sehr viel davon und bedenke, wenn du dich so äußerst, dass du damit menschen verletzt. solche äußerungen kannst du schieben, wenn homosexuelle gleich viele rechte haben wie heterosexuelle.

    auch menschen, die ironie nicht verstehen wollen nerven mich. der csd steht dafür, dass ich es lächerlich finde, wenn sich so ein kleiner p****** auf die bühne stellt und respekt dafür haben will, dass er auf minderheiten rum gehackt hat und es auch weiterhin tut.

    aber ja, er ist damit super integriert, mal ganz abgesehen davon, dass es für alle migranten auch heftig ist zu erfahren, dass der, der sich einen dreck um andere menschen kümmert hier als angekommen gilt. nice. was sage ich dem nächsten, der zu mir sagt „fotze, hals maul!“ ? herzlichen glückwunsch, du bist so gut integriert!

  164. 165
    lil says:

    Wer hat diesen Mann eigentlich nominiert? Es muss ja Leute geben, die darüber entscheiden. Und das ist wohl der Punkt: Wer ist so frech, dreist und unreflektiert, dass er ausgerechnet Bushido wählt? Bushido ist ein widerlicher Pinsel, das streitet sicher keiner ab, aber noch widerlicher scheinen die zu sein, die diesem ekelhaften Mann den Preis zugesagt haben.

  165. 166
    Augusten says:

    Das Schlimmste an Gestalten wie Sido und Bushido ist, dass sie nicht mal rappen können und deswegen ihre ganze Karriere ausschließlich auf dem Bedienen der Ressentiments der Zielgruppe und auf Skandal aufgebaut ist.

  166. 167
    Kommentator says:

    Mal unabhängig von Reden aus dem Fernsehen (gibt es „Fernsehen“ wirklich immer noch?):
    Wo ist der Unterschied zwischen Hassliedern von Nazis gegen Ausländer und Hasslieder von Rappern gegen Schwule?

  167. 168
    silvio machunze says:

    ah, endlich der nazivergleich, ich hatte schon das gefühlwir müssten ewig über toleranz reden

  168. 169
    Kritiker says:

    Respekt! Respekt? Respekt! Er verlangt Respekt ohne selbst Respekt vor bestimmten Gruppen zu zeigen. Die Distanzierung von den schlimmen, alten „Werken“ wird mit einem simplen „das war falsch“ abgetan. Eine Entschuldigung? Einsicht? Nix von beidem. Und dann erwartet der Respekt?

  169. 170
    zoey says:

    bushido spricht klartext beim bambi, darin öffnet er allen seine tür.

    davor macht er ein projekt mit sido, dem er eigentlich seit jahren nur in die fresse schlagen will (oder schon hat, oder nur angeblich wollte oder so). ob dem sido sein geld ausging oder bushido dringend irgendwas preesetaugliches wollte, ist mir bis heute egal.
    davor taucht er in irgendwelchen talk-shows auf oder wird interviewt, denn er will auch mal kommentare geben, weil er macht jetzt in good-will-projekten.
    davor fängt er an, anzüge zu tragen, den er will in der mitte der gesellschaft angekommen sein.
    davor macht er musik, deren texte schwulen– und frauenverachtend sind, die er aber gut verkauft kriegt, so dass er irgendwann anfängt anzüge zu kaufen und sich denkt, dass er in der mitte ankommen will.

    also bushido geht den weg, den jungs schon des öfteren gegangen sind. erst richtig reinhauen, dann schmusen wollen.

    was hier das einzige ist, an dem man sich aufhängen kann:

    burda gibt diesem typen einen bambi!
    patrizia riekel gibt diesem typen eine zweite chance!

    ich sehe schon zukünftige fotostrecken und homestorys.
    für mich stinkt der fisch vom kopf her.

  170. 171
    starkstromliesel says:

    Weil hier immer Fragen zur Jury-Besetzung kommen. Laut Wikipedia:

    Der Bambi ist laut Veranstalter für „Menschen mit Visionen und Kreativität, die das deutsche Publikum in (dem jeweiligen) Jahr besonders berührt und begeistert haben“,[1] bestimmt. Die Jury besteht regelmäßig aus Hubert Burda und allen Chefredakteuren des Burda-Konzerns. Der Bambi wird mittlerweile von Hubert Burda Media vergeben.

    Mit zwei Klicks kann das jeder selbst recherchieren, statt hier zu fragen.

  171. 172
    FF says:

    @156:

    Es gibt auch erfolgreiche Vollnulpen. Die Musik-, Kunst– und Showgeschichte ist voll davon.

    Lange kein Grund, für jede von ihnen eine Deutungsprofessur zu stiften.

    Für diesen Pseudo-Araber, Pseudo-Rapper und Pseudo-Provokateur gleich dreimal nicht.

  172. 173
    Matthias Schumacher says:

    Jetzt gibt Heino auch noch empört seinen Bambi zurück. Wäre das nicht ein Grund, ihm nächstes Jahr einen Bambi für Courage zu verleihen?

  173. 174
    nurmalso says:

    bushido, burda und bambi (achtung: alliteration)

    - gleich drei dinge auf einmal, die mir am allerwertesten vorbeigehen.

    nurmalso …

  174. 175
    Horst says:

    @Wendy Gondelntrauertragen /139
    Treffend, anke für die Analyse.

  175. 176
    Thomas says:

    Sicher ist in der Masse an Kommentaren auch schon jemand auf den zweiten von oben eingegangen?!
    Mal ehrlich so viel Klischee kann doch gar nicht mehr wahr sein,oder? Das ist wirklich schwer zu glauben.

  176. 177
    SvenR says:

    Die Jury:


    BAMBI ist Deutschlands wichtigster Medienpreis und ein Symbol für Publikumsgunst, denn mit dieser Auszeichnung ehrt Deutschland seine Stars. 

    Wer im Lauf des Jahres Besonderes geleistet hat, besonders berührt, bewegt, unterhalten oder auch geholfen hat, der ist würdig, ein BAMBI Preisträger zu sein. 
     
    Die Jury hat deshalb das ganze Jahr das Ohr nah am Puls der Zeit, sammelt Namen, Institutionen und Ereignisse. Sie werden von den Redaktionen des Hauses ausgewählt und eingereicht. Nach der Sommerpause setzt sich die BAMBI-Jury, bestehend aus allen Chefredakteuren des Hauses Hubert Burda Media, dann zusammen und ermittelt die Sieger. 
     
    Zusätzlich zur Expertenjury gibt es den Publikums-BAMBI, der jedes Jahr von den Lesern und Zuschauern direkt gewählt wird.

    Steht so unter http://www.bambi.de/ueber-bambi/Jury/Die-Jury_mtid_150.html, wenn man’s denn findet…

  177. 178
    Protokoll vom 12. November 2011beiTrackback says:

    […] Bambi für Bushido (Rede, […]

  178. 179
    Zurück « Roberts Blog says:

    […] Danke an Stefan Niggemeier für die textliche Übertragung. Und für das Photo © SpreePiX – Berlin  bei flickr CC […]

  179. 180
    Christian says:

    Die Bildzeitung macht jetzt groß damit auf, das Heino seinen Bambi zurückgibt. Vielleicht sollte Bushido mal mit Heino zusammen einen Nummer produzieren.

  180. 181
    Manuel says:

    Also gut, der Kerl kann sich nicht ausdrücken. Aber Peter Plate hat gesagt, dass er morgen in den Spiegel schauen möchte. Das fand ich mindestens genauso witzig.

    Hier mein Senf dazu: http://www.uiuiuiuiuiuiui.de/peter-plate-bushido-bambi-battle

  181. 182
    Marvin says:

    Ich finde auch, dass er den Preis nicht verdient hat und sein Gesülze, ihm könne keiner was anhaben,… warum sagt er das so oft?
    Hätte er wirklich keine Angst, würd er da nicht mal drauf zu sprechen kommen. ^^

    Ich bin ein Mensch, die er in seinen Liedern versucht fertig zu machen,… ich sehe mich dasdurch nicht integriert. ^^

  182. 183
    FF says:

    Sorry, aber an die 200 Kommentare zu B. Ihr — Pardon — habt sie nicht mehr alle…

  183. 184
    selcarim says:

    Wer ist Bushido?

    Geboren am 28.09.1978 in Bonn, als Sohn einer deutschen Mutter und eines tunesischen Vaters (der trennte sich früh von der Mutter seines Sohnes) wuchs er, als deutscher Staatsbürger, bei der allein erziehenden Mutter in Berlin auf.

    Homophobe Ausfälle:

    In seinem, selbst verfassten, Song „Berlin“ fand sich 2003 die Textzeile: „Berlin wird wieder hart, denn wir verkloppen jede Schwuchtel.“

    Nach öffentlichen Protesten weigerte sich seine Plattenfirma (Universal-Records) im Jahre 2005 die Sequenz „(…) Ihr Tunten werdet vergast“ zu veröffentlichen.

    Bei einem Konzert 2007 schimpfte er auf, gegen Homophobie demonstrierende, Schwule und Lesben von der Bühne herab: „Die Wichser können demonstrieren, sich aufhängen — ich scheiß drauf“.

    In einem Interview 2009 erklärte er: „Ich finde es nicht normal, schwul zu sein“. Auf Proteste von Schwulen und Lesben reagierte er mit dem Zeigen des Mittelfingers.

    Aufgrund dieser öffentlichen Proteste hat Bushido immer wieder scheinbar eingelenkt, aber nur um kurze Zeit später in seinen krankhaften Hass gegen Schwule und Lesben zurück zu verfallen und diesen dann erneut öffentlich in volksverhetzender Weise zu artikulieren.

    Als bekannt wurde, dass Bushido gestern ausgerechnet einen Bambi für „seine Verdienste um Integration“ bekommen sollte, fühlten sich weltweit Schwule und Lesben vom Burda Verlag verhöhnt und organisierten Proteste:

    Eine Facebook-Gruppe gegen die Auszeichnung organisierte in kurzer Zeit mehr als 13.500 Unterstützer. Auf Twitter wurde Bushido ebenfalls zum Thema. Und Teilnehmer einer spontanen Demonstration am Ort der Preisverleihung (Wiesbaden) trugen Plakate wie „Bambi der Schande“ und hielten Songtexte von Bushido in die Höhe.

    Bei der gestrigen Bambi-Verleihung äußerte sich der, ebenfalls ausgezeichnete, schwule Sänger der deutschen Popgruppe „Rosenstolz“, Peter Plate, auf der Bühne über Bushido, ohne dessen Namen zu nennen, wie folgt: „(…) er freue sich, bei der Verleihung dabei zu sein aber, um morgen noch in den Spiegel schauen zu können, müsse er etwas sagen. Es sei sicher richtig, Menschen eine zweite Chance zu geben. Aber einen Sänger auszuzeichnen, der Sachen singt und sagt, die frauenfeindlich, schwulenfeindlich, schlicht menschenverachtend sind, finde er nicht korrekt …“ Dafür erhielt Plate Beifall.

    Der so Kritisierte bat sich daraufhin ausgerechnet den „Respekt“ aus, den er Schwulen, Lesben und Frauen so offenkundig versagt.

    Proteste

    Im Vorfeld der Auszeichnung hatte der Preisverleiher (Burda Verlag) alle Kritik zurückgewiesen und trotzig darauf beharrt Bushido als „gelungenes Beispiel für Integration“ auszuzeichnen. Ganz abgesehen von den homophoben und frauenverachtenden Ausfällen des Rappers, kann ich nicht nachvollziehen wieso ein, als Deutscher Geborener und in Deutschland Aufgewachsener, sich „integrieren“ musste, obwohl er nicht als Migrant ins Land kam, sondern seit seiner Geburt in Deutschland alle staatsbürgerlichen Rechte für sich in Anspruch nehmen konnte.

    Die Proteste gegen die Preisverleihung reißen indes nicht ab. Politiker und Prominente zeigen sich empört über den Burda-Verlag und in der schwul-lesbischen Community wird zum Boykott von Burda-Produkten aufgerufen.

    *Burda-Verlag:

    Bunte (1948–54 als „Das Ufer“, später „Bunte Illustrierte“)
    Focus (1993); Focus-Money, Focus-Schule
    Neue Woche (1998)
    Superillu (1990)
    Tomorrow (1999 bis Februar 2009)
    TV Spielfilm
    TV Today
    TV Schlau
    TV Spielfilm XXL
    ARD Buffet

    Zielgruppenzeitschriften

    Amica (bis Mai 2009[6])
    Elle (1988, mit Groupe Hachette), Elle Bistro (1997), Elle Decoration (1990)
    Frau im Trend
    freundin (1962 übernommen)
    Playboy

    Special-Interest-Zeitschriften

    Burda Moden (1950); Burda Spezial.
    Chip; Chip Foto Video Digital, Chip Sonderheft, Chip Test & Kauf.
    Cinema
    Das Haus (1949), Das Haus ideenMagazin, Das Haus Spezial
    Fit for Fun
    Freizeit Revue (1970); Freizeit-Revue Profi Rätsel, Freizeit Revue Rätsel Hitparade
    Gartenspaß
    Gartenträume
    Glücks-Revue (1986); Glücks-Revue Spezial Rätsel, Glücks-Revue Spezial Rätsel Basar.
    Gourmetträume
    Guter Rat („Verbrauchermagazin“, 2002 übernommen)
    Instyle (1999 übernommen)
    Lisa (1994); Lisa Kochen und Backen (1997); Lisa Wohnen und Dekorieren (1998) Lisa Blumen und Pflanzen (2001).
    Mein schöner Garten (1972)
    Meine Familie & ich (1972 übernommen)
    Freizeit Revue
    Viel Spaß (1999)
    Wellfit (2001).
    Wohnen & Garten
    Wohnenträume
    Young (bis Februar 2009)

    TV– und Radiosender

    Burda Broadcast Beteiligungen:

    BB Radio 50,0 %
    Donau 3 FM 50,0 %
    Ostseewelle 46,3 %
    Studio Gong-Gruppe 41,7 %
    Radio Teddy 17,5 %
    Antenne Bayern 16,0 %
    München TV 16,0 %
    Radio Arabella 15,0 %
    Die neue Welle, Karlsruhe 13,9 %
    Radio Galaxy 10,5 %
    Big FM, B-W 10,1 %
    Hit Radio FFH 4,2 % (gehört zur Radio Tele FFH-Untergruppe, die auch planet more music radio und harmony.fm betreibt)
    RTL II 1,1 %

    Quelle: Wikipedia

  184. 185
    Bernie says:

    Wenn ich höre, dass jemand den „Bambi“ bekommen hat, ändert das nichts an meiner positiven, neutralen oder negativen Meinung über eine „öffentliche“ Person. Ich halte diesen Preis einfach für unbedeutend. Es ist halt eine Werbeveranstaltung des Burda-Verlages.
    Ich mache mir überhaupt nichts aus diesen Preisverleih-Veranstaltungen und frage mich, was diese Übertragungen zur besten Sendezeit bei ARD und ZDF sollen.
    Es gibt einfach zu viele „Awards“, auch seriöse. Sie dienen hauptsächlich der Selbstbeweihräucherung bestimmter Cliquen. Auch die „Grimme-Mafia“ ist ein reiner Inzucht-Verein.
    Trotzdem werde ich nicht die „Chip“ abbestellen, weil sie inzwischen zu Burda gehört.

  185. 186
    Knüppel says:

    Bushido hat ganz offensichtlich Probleme … mit Frauen (außer mit seiner vergötterten Mutter — „alles Schlampen, außer Mutti“ :-) ), mit schwulen Männern (nur Schwache fürchten sexuelle Vielfalt) und mit lesbischen Frauen (die lachen sich scheckig über sein lächerliches Balzverhalten).

    Und diese Probleme vermarktet er, indem er seine menschenverachtenden Texte vertont und verkauft. Da seine Zielgruppe Kinder und Jugendliche sind, dürfte es dieser Klientel kaum auffallen, dass da jemand den „wilden Mann“ gibt, der in Wirklichkeit schwach und verletzlich ist. In der schwul-lesbischen Community ist es ein Running Gag Bushido als verklemmten Schwulen zu veralbern, der panische Angst davor hat, für schwul gehalten zu werden.

    Viele Homophobe versuchen mit aggressiver Schwulenfeindlichkeit davon abzulenken, dass sie mit der eigenen Homosexualität nicht umgehen können. In den USA werden regelmäßig Politiker als schwul geoutet, die vorher durch besonders schwulenfeindliche Reden und Aktionen aufgefallen sind. Dort sind Schwule, Lesben und ihre Lobbygruppen längst zu einer politisch nicht mehr zu ignorierenden Kraft geworden (Obama hat sich vor seiner Wahl um diese schwul-lesbischen Wählerstimmen intensiv bemüht und …, sie erhalten); bei auffallend homophoben Politikern und Religionsvertretern schauen sie genau hin und werden immer wieder fündig.

  186. 187
    Fetter Kater says:

    Soll er sich doch im kurzfristen Ruhm riekeln-wen kümmerts?

  187. 188
    S.A says:

    Hui, so viele Beiträge… nachdem ich über den 2. mindestens genauso laut gelacht habe, wie über einige Stellen aus Mr. Toleranz in Spé’s Rede, habe ich den größten Teil mal übersprungen. Habe mich schon durch seine Rede gequält.

    Die Stellen, die besonders ‚komisch‘ sind, sind die, in denen Bushido behauptet gut Deutsch sprechen zu können (selbst beim Lesen ist es noch schwer dem Gedankengang zu folgen) und vielmehr noch die, in der er behauptet, dass er mehr getan hätte (Aktionen für mehr Integration, Toleranz, ect.), wenn man ihn nur gefragt hätte — klingt doch ganz so, als sei es ein Vorwurf an alle anderen, dass man ihn absichtlich nicht gefragt hätte…

    Aber nunmal ehrlich:
    Wenn man helfen will, dann tut man es einfach!

    Wenn er doch soo viel erreicht hat, und Geld und ‚Fame‘ hat, dann sollte es doch ‚ne Leichtigkeit sein, selbst was an den Start zu bringen. Schließlich ist er ein Vorbild für die ganzen Jugendlichen, die derart viel ‚Respekt‘ für ihn übrig haben, und könnte mit „gutem Beispiel“ voran gehen.

    „Gutes Beispiel“ verkauft sich aber leider nicht gut.
    Hass– und Gewaltpredigten hingegen schon.

    Daher kann ich nur müde darüber lächeln, wenn ich höre oder lese, dass er sich nun geändert habe, man ihm doch eine 2. Chance geben solle oder ähnliches. Jetzt, wo er genügend Geld hat, bleibt es nicht aus, dass er an einem neuen „Image“ arbeitet — eines, das ihm deutlich mehr „Prestige“ verleiht.

    Aber ich muss jetzt mal ganz, ganz schnell auf den Punkt kommen, hab auch nur 90 Sekunden Zeit. Und will auch garnicht diskutieren, ob er den „Dumbo“ für den größten Paradekünstlerschleimer 2011 verdient hat. Man weiss es nicht genau…

    Danke, Stefan [Niggemeier], für die netten Worte, für das wirre Un-Verständnis, was du uns aufgelistet hast, und, ähm, ja. Folgendes:

    Bushido ist ein Paradebeispiel eines, äh-gozentrischen Heuchlers. (meine Meinung)

    [Vorsicht, Sarkasmus!]

  188. 189
    Gregor Keuschnig says:

    @144/Pinto
    Sehr pointiert.

    @183/FF
    Ihr Pardon – habt sie nicht mehr alle…
    1. Auch einige der fast 200 Kommentare sind von Ihnen.
    2. Sind Sie Bushido? Der Duktus stimmt schon mal.

  189. 190
    Zelle1 says:

    Einen kurzen Moment fühlte ich mich beim Lesen an Giovanni Trapattoni erinnert…

    Komisches Tier dieses Bambi…

  190. 191
    FF says:

    @ 189/Gregor Keuschnig

    Sie haben mich ertappt. Mein Duktus verriet mich! Cleveres Kerlchen.

  191. 192
    DerOnkel says:

    Selten so viele vor Selbstgefälligkeit und Dünkelhaftigkeit triefende Kommentare gelesen — wunderbar, wenn das Feindbild so klar vorgegeben ist, nicht wahr? Immer feste druff, weitermachen!

  192. 193
    MartinKöln says:

    Und ich dachte, er trifft sich nur gelegentlich mit dem Seehofer. Nach diesem Gestammel zu urteilen scheint sein Kontakt zu Stoiber noch intensiver zu sein.

  193. 194
    Uschi aus DO says:

    Bei Burda klopfen die sich erst auf die Schenkel und dann gegenseitig auf die Schulter, wenn die lesen, welches Interesse deren Schnapsidee hervorruft.

    Und ganz ehrlich: Bushido ist mir 1000 x lieber als Mimöschen wie dieser Typ von Rosenstolz und irgendwelche „Schwulenverbände“. Und der Claudia Roth empört, der kann in seinem Leben nicht so viel falsch machen.

  194. 195
    Andreas says:

    Dieser Typ ist eine Beleidigung für alle Ausländer welche ich kenne. Er verdient mit seinen Haßliedern bei den Unterschichten die Kohle,welcher er braucht um sich seinen Livestyle zu ermöglichen.In Talkshows läßt er dann seine „interlektuelle „Seite „glänzen“ und mimt den Salonlöwen.Seine Körperhaltung widerspricht dem aber.Er ist von seinem handeln her ‚für mich,durch und durch asozial.
    Gut daß er auf dem Gymnasium und auf einer Koranschule war.Aber gelernt hat er nichts.Sonst würde er nicht so texten.

  195. 196
    Helen M. says:

    @DerOnkel, #192; @Uschi, #194

    Könnt ihr auch irgend ein Argument beisteuern, das eure „Meinung“ stützt?

    Klar freut sich Burda über Aufmerksamkeit, aber ganz so einfach, wie das Motto ‚bad news is good news‘ unterstellt, ist es nicht.

    Ich finde, dass Bushido und Burda (und Seehofer etc.) sehr gut zusammen passen. Die Fans von Bushido und die Leser von Burda-Zeitschriften werden das meist anders sehen. Deshalb werden beide aus dem ‚Skandal‘ nicht unbeschädigt raus kommen.

  196. 197
    DerOnkel says:

    Ein Mob bleibt ein Mob, auch wenn er sich auf der vermeintlich richtigen Seite wähnt.
    Außerdem habe ich keine Meinung geäußert, sondern meine Wahrnehmung beim lesen der Kommentare.
    Abgesehen davon finde ich Bushido auch unerträglich, das macht die Reaktionen hier aber keinen Deut besser…

  197. 198
    Jan says:

    Ich werde unverzüglich eine Pressemitteilung aufsetzen mit dem Inhalt, dass ich den/das Bambi oder einen vergleichbar wenigbedeutenden Preis in der Kategorie Integration verdient habe, weil ich viiiiiiieeel mehr als wie Herr Bushido für Integration getan hätte — wenn man mich denn gefragt hätte! Letzteres, also dass man mich nicht gefragt hat, ist ohnehin eine Unverschämtheit sondergleich, nicht wahr…?

  198. 199
    Sonntag, 11:24 Uhr: Redaktionsgezwitscher says:

    […] Medien: “Bushido spricht Klartext“, Stefan […]

  199. 200
    Hadron says:

    Egal, wie man zum Buschido steht, egal, ob er sich selbst inzwischen persönlich distanziert (tut er das wirklich?): Dieser Preis sendet ein falsches Signal in jugendliche Bevölkerungsschichten hinein, die Bushido nach wie vor als ihren coolen Gangta-Rapper von der Strasse wahrnehmen. Das dürfte der Löwenanteil sein.

    Bei denen landet: »Deinen Nachbarn auf die Fresse hauen ist geil, Frauen sind nur Schwanzempfänger, Schwuchteln klatschen ist geil. Diese Haltung wird nämlich mit Preisen belohnt. Da steht er nun vor den feinen Damen und Herren, unser cooler Fighter von der Strasse, der doch nur endlich mal die Wahrheit sagt. Endlich wird Meinungsfreiheit mal belohnt.«

    So gesehen ist dieser Integrationspreis sogar schädlich für die Integration.

  200. 201
    Helen M. says:

    @DerOnkel, #197 : „Abgesehen davon finde ich Bushido auch unerträglich, das macht die Reaktionen hier aber keinen Deut besser…“

    Was natürlich auch keine „Meinung“ ist, sondern ein „Fundstück“.

    Jaa, klar, Trolle nicht füttern. — Aber wenn sie doch so nieclich betteln.

  201. 202
    Helen M. says:

    @Hadron, #200

    Aber Burda vergibt doch keinen „Integrationspreis“, um was für die Integration zu tun. Mir gefällt, was da passiert. Bushido im Gespräch mit Seehofer, gepriesen von Burda. Passt doch.

  202. 203
    AndreasP says:

    Eine ganz große Rechtferigungsrede. Kommt direkt auf Platz zwei nach „Wir haben, Genossen, liebe Abgeordnete, einen außerordentlich hohen Kontakt mit allen werktätigen Menschen, in überall, ja, wir haben einen Kontakt, ja, wir haben einen Kontakt, ihr werdet gleich hören, ihr werdet gleich hören, warum, ich liebe, ich liebe doch alle, alle Menschen, na, ich liebe doch, ich setze mich doch dafür ein!“

  203. 204
    Helen M. says:

    Übrigens, im neuen Spiegel hat Stefan noch die Zusatz-Information, dass Bushido vor einem halben Jahr noch eine Gegendarstellung erwirkt hat, weil ihm eine Meldung über seinen Beziehungsstatus nicht passte.

    Das ist doch schön, dass da auf beiden Seite keine Kränkungen übrig geblieben sind. Bushido ist halt nicht Kachelmann, sondern ein zartfühliger Zeitgenosse.

  204. 205
    Helen M. says:

    Gegendarstellung gegen die BUNTE. So viel Info muss sein.

  205. 206
    Robert says:

    Ey, nur mal so spontan überlegt: Wenn wir alle unsere Empörung einpacken würden, und versuchten, sie an anderer Stelle konstruktiv einzusetzen (indem wir z.B. zu unserer örtlichen ai-Gruppe gehen, bei Greenpeace anfangen oder was auch immer), wären die Ergebnisse einer solchen Energie-Umschichtung nicht vielleicht den einen oder anderen Bambi wert?

    Aber nö, Ihr habt schon recht. Ich bleib auch lieber hier sitzen und schüttel den Kopf über Burda. ;-)

  206. 207
    Hadron says:

    Bushido ist auch eine Ikone postmoderner Moralvorstellungen: Er ist a) verurteilter Urheberrechtsverletzer und lässt b) Urheberrechtsverletzer seiner Songs abmahnen und verklagen.
    Gerade die wehklagende qualitätsjournalistische Verlagswelt braucht in ihrer Vorbereitung auf den Spagat zwischen Abschreiben und Leistungsschützen offenbar genau solche Vorbilder.
    [ironie off]

  207. 208
    DerOnkel says:

    @Helen M.: „Troll“, „niedlich betteln“, „keine Meinung sondern Fundstück“- wow. Gehts noch ne Stufe arroganter, oder bringt Recht-haben das automatisch so mit sich? Aber klopft euch nur schön weiter gegenseitig auf die Schulter, und das Halali nicht vergessen…

  208. 209
    Neunnachneun « Ansichten aus dem Millionendorf says:

    […] “Bushidos Dankesrede für den Bambi 2011 in der Kategorie „Integration“ im Wortlaut:” Stefan Niggemeier: Bushido spricht Klartext […]

  209. 210
    Don Juan says:

    Die Rede von Bushido ist jedenfalls wahrhaftiger als all die anbiedernden Kommentare hier. Was hier als Gestammel verhoehnt wird, ist der Versuch, der Komplexitaet des Themas gerecht zu werden. Hier gibt es ja meist nur PC-Linientreue.

  210. 211
    SCSP020 – Spass am Dienstag | Schmalsprech says:

    […] Peter war mal wieder in Berlin 00:15:05 Kein Audioboo für Schmalsprech 00:16:50 BAMBushIdo (bei Stefan Niggemeier) 00:19:10 Lehrer und ihre Eigenarten 00:34:25 Für wieviel Geld würdet ihr euch ein Bein abhacken […]

  211. 212
    Jan says:

    @Hadron,200: Bushido distanziert sich definitiv nicht, wie hier nachzulesen: http://twitpic.com/7cuum7
    Homophober Facebook-Post von Bushido vom 29.Oktober 2011

  212. 213
    Kat says:

    Wird die Aussage von Bushido unnötigerweise in Vordergrund gerückt, um vom eklatanten Widerspruch der Aussage von Herrn Plate abzulenken?

    Die nämlich in ihrer Essenz lautet: KEINE TOLERANZ gegenüber einem Menschen zu zeigen, der sich gegenüber Frauen und Homosexuellen INTOLERANT zeigte.

    Aha!
    Jeder, der denken kann, dürfte sich angesichts diesen Widerspruchs immer noch lachend auf dem Boden rollen.

  213. 214
    Dennis says:

    Die Rede gewinnt nur noch in der maschinellen Übersetzung: http://bit.ly/w2VcKW (Google-Translate)

  214. 215
    Jan says:

    @213 Plate fordert Toleranz gegenüber Homosexuellen — nicht gegenüber Homophoben.
    Er fordert keine Toleranz für Intoleranz, sondern Toleranz für sexuelle Orientierungen u.a.

    Wo ist jetzt der Widerspruch? Stellen Sie das Rollen und Lachen ein und schließen Sie die Sicherheitsgurte…

  215. 216
    Hadron says:

    @Kat,213:
    Du meinst das Problem der Plakate, auf denen „Plakate ankleben verboten!“ steht? Ja, das ist ein grundsätzliches logisches Problem, das immer dort entsteht, wo absolute Toleranz eingefordert wird: Muss man dann nicht auch tolerant gegenüber intoleranten Menschen sein?

    Diesem Widerspruch entkommt man durch Einschränkung der Toleranz. Vielleicht so: Sei tolerant gegenüber allen Menschen außer denen, die frauenfeindlich, gewaltbereit, … Es gibt durchaus durch gesellschaftliche Normen festgelegte Grenzen der Toleranz. Wer jedoch absolute und unbedingte Toleranz fordert, läuft in der Tat in einen Selbstbezüglichkeitswiderspruch, sobald er auch nur einen einzigen Menschen wegen dessen Haltung kritisiert.

    Irgendwie scheint mir auch Buschido auf diesem heiklen Argumentationspfad zu wandeln: Irgendwie klingen Teile seiner Rede wie:

    »Was heißt hier integrieren? Wir brauchen uns nicht zu integrieren! Ihr müsst nur eure eingeschränkte Vorstellung von Toleranz erweitern, die muss größer werden, absolut und unbedingt, und dann endlich auch alle Schwulenfeinde brüderlich umschlingen.«

    Lustig. Inverse Integration.

  216. 217
    Hadron says:

    (Und wie von @Jan,215 richtig festgestellt, fordert Plate eben keine solche absolute Toleranz, wo der Widerspruch tatsächlich auftreten würde, sondern Toleranz für sexuelle Orientierungen.)

  217. 218
    FF says:

    Okay. Bushido hat fünf große Stärken: er hat nichts mit Griechenland, dem Euro, der FDP oder irgendwelchen Rettungschirmen zu tun. Er ist kein Anwärter für „Wetten, daß?“

    Das mag vielleicht den Elan der ersten fünfzig Kommentare erklären. Was danach kommt, trägt jedoch obsessive Züge.

  218. 219
    Dennis says:

    ich kanns nur mit den worten von trooper da don wiedergeben:
    Troopa da Don spricht die Wahrheit: „Zum Thema BUSHIDO und BAMBI: Die Ehrung ist falsch und das hat nichts mit seinen Texten oder seinem Image zu tun. Bushido ist als Sohn einer deutschen mit der deutschen Staatsbürgerschaft in Deutschland geboren und hat von Geburt an sein ganzes Leben hier verbracht. Aus diesem Grund war er nie etwas anderes als ein Deutscher und braucht sich aus diesem Grund nicht zu integrieren. Die Ehrung leistet deshalb der in Deutschland verbreiteten Wahrnehmung Vorschub, Deutscher könne nur sein, wer äußerlich mit „deutschen“ Merkmalen ausgestattet ist. Niemand würde auf die Idee kommen Lukas Podolski einen Preis für Integration zu verleihen, obwohl beide Elternteile nicht deutscher Herkunft sind, und er erst im Alter von zwei Jahren nach Deutschland gekommen ist. Podolskis Zugehörigkeit zur deutschen Gesellschaft wird als selbstverständlich akzeptiert, da er in seinem Äußeren den gängigen Vorstellungen eines Deutschen entspricht. Die Verleihung eines Preises für Integration ist deshalb eine Diskriminierung. Aus dem selben Grund haben es Deutschtürken, Afrodeutsche und andere Nachfahren nichteuropäischer und als andersartig aufgefasster Einwanderer auch in der zweiten oder dritten Generation noch schwer als Teil der deutschen Gesellschaft Akzeptanz zu finden, unabhängig davon wie gut sie die Sprache beherrschen, welchen Schulabschluss sie gemacht haben und in welchem Umfeld sie sich bewegen. Dementsprechend sollte Bushido den Bambi unter Hinweis auf seine deutsche Abstammung und Sozialisation ablehnen und die Stifter des Preises dazu anregen, sich damit auseinander zu setzen, welches Deutschlandbild sie mit ihrem Preis eigentlich vertreten.“

  219. 220
    Nada says:

    Bushido hat einen Preis für Integration bekommen, für welche Integration? Weil er selbst sich in Deutschland integriert hat, oder weil er Menschen dabei hilft sich zu integrieren? Also, ich bin selbst Ausländer, habe überwiegend deutsche Freunde, werde voll akzeptiert in diesem Land. Ich habe noch nie einen Dank dafür bekommen und warum wird Bushido dafür geehrt? Er ist noch nicht mal ein Ausländer, hat eine deutsche Mutter…Bushido ist kein Ausländer und bekommt einen Preis dafür dass er sich hier integriert hat !? Also, schon lächerlich wenn man dafür geehrt wird wenn man sich integriert und diesem Land anpasst, nach dem Motto: Bravo, da haben wir einen Ausländer der passt sich an, der bekommt jetzt einen Preis dafür. Hallo??? Das nächste mal wird ein Homosexueller dafür geehrt weil er mit Heterosexuellen Menschen klar kommt.
    Und durch seine Musik wurde noch nie ein Mensch in Deutschland integriert. Die jungen Menschen sehen diesen Bushido doch nur als einen der viel Geld mit Gewalt und Fäkalsprache macht und nicht als einen der die Ausländer an das deutsche Land näher bringt. Und warum überhaupt einen Preis und diese ganzen Gespräche über Integration? Es ist doch selbstverständlich dass man sich anpasst, vor allem was heisst hier überhaupt anpassen? An was anpassen? Bushido der geborene Deutsche soll sich Deutschland anpassen? So ein Schwachsinn.….Das ganze Gelabber geht mir echt auf die Nerven, die asozialen Schwachmaten in Berlin Kreuzberg etc sollen man den eigenen Arsch hoch bewegen und nicht rumjammern, wenn die nichts auf die Reihe bekommen…Pff, aber das ist sehrwahrscheinlich diese heutige Handy-, Lcd Fernseher-, alles grösser, teurer –Welt. erst muss man Drogen verkaufen, einpaar Leuten die Zähne raus schlagen, über Deutsche herziehen und abziehen, dann einpaar asoziale Lieder raus bringen, alle finden es toll und am Ende bekommt man noch einen Bambi in den Arsch gestopft und bekommt Beifall.
    Ich bin selbstständig in der Gastronomie, habe 25 Angestellte, habe selbst dafür gesorgt dass ich hier in diesem Land in dem ich lebe klar komme und habe keinen Preis bekommen, höchstens eine satte Rechnung vom Finanzamt !!!
    Ich sage nur..armes Deutschland !

  220. 221
    Ronny Roger says:

    Oh, das Management hat einen neuen PR-Texter engagiert.

  221. 222
    vision says:

    hahha, da hat troopa da don ja mal ganz dreist einen kommentar geklaut, den ich bei rap.de gepostet habe. aber schön zu sehen dass wir einer meinung sind.

  222. 223
    Axel says:

    Ihr müsst mal nen Beat drunter legen und das von ein paar Asis rappen lassen, dann checkt ihr das auch, ihr Opfa!
    Eine zweite Chance beginnt mit einer Entschuldigung, nicht mit einem Bambi.

  223. 224
    inga says:

    @FF: Ab dem wievielten Kommentar des Inhalts „He Leute, das Thema ist so egal, da lohnt es sich doch gar nicht drüber zu reden“ würden Sie denn eigentlich von „Obsession“ sprechen? Ich meine, puhh, tagelang eine Diskussion verfolgen, die einen nicht interessiert, dazu braucht es dann auch schon gewisse autoaggressive Veranlagungen. Aber wenn’s Spaß macht…

  224. 225
    Peter Putbus says:

    Da hat er ja ganz tollen Klartext geredet… eigentlich hat er nix gesagt.. nur wieder mal sich selber gelobt. Hat jemand etwas anderes erwartet?

  225. 226
    gerrit says:

    Was sind das für *bleep*, die einen Preis vom Burda-Verlag ernsthaft annehmen? Für mich wäre das Anerkennung von Leuten, von denen ich nichts gewollt hätte. Da gewinnt man ja mehr Prestige, wenn man bei „In aller Freundschaft“ mitwirkt…

  226. 227
    s_23 says:

    Also:
    – Bushido hat sich natürlich geändert oder hat keine Lust mehr die Rolle von früher zu spielen. Falls ich mich irren sollte, jeder(!) hat eine 2 Chance verdient.
    – Diese Auszeichnung sollten jedoch Menschen bekommen die sich aktiv im Bereich Integration engagiert haben, dies hat er nicht wirklich getan
    – Der von Rosenstolz hätte seinen Bambi nicht annehmen sollen, wenn es ihn so stört. So kann man ihn nicht wirklich ernst nehmen!
    Amen ;)

  227. 228
    Stefan W. says:

    Eine zweite Chance beginnt mit einer Entschuldigung, nicht mit einem Bambi.
    — Axel — 14. November 2011, 0:02

    So wie ein Friedensnobelpreis auch nicht vorab verliehen werden sollte?

    Ich habe Mitleid mit allen Müttern und Vätern, die gestern Abend einen herben Rückschlag erlitten haben, bei dem Versuch, ihren Kindern klarzumachen, was Respekt, Anstand und Zivilcourage bedeutet.
    — Lalelu — 11. November 2011, 12:57

    Na, ich würde ja tippen, dass Jugendliche, die Spaß daran finden, „Fotze“ und „Schwuchtel“ zu brüllen, von einem Burdapreis sich so oder so nicht beeindrucken lassen.

    Medien — ob sie nun Burda oder Bushido heißen, haben gemerkt, dass mit Konfrontation, Tabubruch und Abseitigkeit ein Geschäft zu machen ist, und dass man diese Attitüde des Underdogs von jedem Inhalt befreien kann — dass alleine der Ausdruck die Wirkung schon erzielt.

    Und ebenso, dass man Preise verleiht, und das behauptete Gefasel über den Grund eben nur eine Floskel ist, ein Ritual. Es interessiert keinen, und wenn doch, dann treibt die Diskussion nur die Bekanntheit in die Höhe.

    Sexismus wird toleriert und Hoffähig, weil er sich in bare Münze umsetzen lässt. Integriert ist die Bushido-CD im Sortiment des Konzerns — mehr wollen wir doch gar nicht. Beim gleichen Versand gibt es daneben gleich das Che-Guevara-T-Shirt aus Bangladesh für 2,50.

  228. 229
    Marc says:

    Bushido… Bambi… Burda, Bushido.. Bambi… Burda — helft mir mal — was soll mir egaler sein?

  229. 230
    Helen M. says:

    @Marc, #229 : „was soll mir egaler sein“

    Wie wäre es mit: der Blog hier und die Kommentare.

    Gut, dass wir mal drüber geredet haben.

  230. 231
    kampfhahn says:

    Ich weiß gar nicht, ob ich Bushido abnehme, dass er sich geändert hat. Ich weiß noch nicht einmal ob ich ihm je abgenommen habe, überhaupt irgendetwas anderes zu sein als ein Dummkopf, der ein bisschen provozieren will. Und der ein paar pubertierende Unterschichtenkinder im Gefolge hat, die es cool finden, wenn jemand Fotze sagt. Übrigens wurden damals, vor 25 Jahren, bei uns auf dem Schulhof auch schon die Jungs, die nicht gut Fußball spielen konnten, als Schwuchtel bezeichnet, ganz ohne das schlechte Vorbild Bushido. Die Welt ist davon nicht untergegangen. Damals waren die Political Correctness-Wächter alias Blockwarte 2.0 noch nicht so einflussreich.

  231. 232
    Helen M. says:

    @kampfhahn, #231

    Was für eine Info: Bushido hat sexististisches Mobbing nicht erfunden.

    Deshalb darf man jetzt alle, die ihm das vorwerfen, als „Blockwarte 2.0″ bezeichnen?

    Klar, ein „kampfhahn“ ist kein „Gutmensch“, sondern? Zur Auswahl stehen Schlechtmensch, Deppmensch, Egalmensch, Waynejucktsmensch?

  232. 233
    kampfhahn says:

    @Helen M.

    „Sexistisches Mobbing“: Immer alles an die größtmögliche Glocke hängen. „Mobbing“ wird von irgendwelchen Mimöschen als wohlfeile Ausrede fürs eigene Versagen gerne ins Unermessliche aufgebauscht. Kaum ein Schul– oder Arbeitsversager, der sich nicht „gemobbt“ fühlt. Auf Schulebene nannte man das früher Klassenkeile und geschadet hat es den wenigsten. Aber anstatt Ellbogen einzusetzen, geht’s heute zum Schulpsychologen oder zum Betriebsrat. Schöne neue Kuschelwelt.

  233. 234
    Stefan Niggemeier says:

    @kampfhahn: Ich setz dann hier mal den Ellbogen ein und werfe Sie aus dieser schwuchteligen Kommentarspalte. Wenn ich Sie richtig verstehe, ist das eh in Ihrem Sinne.

  234. 235
    bushidoferret says:

    Unabhängig von Homophobie oder Songtexten, besteht doch eigentlich Konsens darüber, daß tätowierte, asoziale Gangster-Kanaken gerade kein Musterbeispiel für Integration abgeben.
    Bushido ist aber quasi das bewußte und gewollte Abziehbild dieses Lifestyles, sowohl früher als auch heute.
    Integration bedeutet also für Burda offensichtlich, einen AMG Benz und ne Rolex zu haben, dann ist man angekommen und integriert.
    Was werden Sie sich wohl nächstes Jahr ausdenken?

  235. 236
    Stefan Niggemeier says:

    @bushidoferret: Gilt das für jede Tätowierung?

  236. 237
    bushidoferret says:

    Nee, aber ich find schon, daß so Tattoos in Gesicht oder am Hals so einen unseriösen Eindruck machen. Zumindest vor Gericht.

  237. 238
    ichichich says:

    Eigentlich hat Morch Guykill (Youtube-Link) schon alles zu diesem Thema gesagt…

  238. 239
    Thorsten Günther says:

    Nein, die Titanic hat alles dazu gesagt!

    Ich hätte es ja cooler gefunden, wenn Peter Plate den Bambi einfach mit einer kürzeren Dankesrede angenommen hätte, das hätte die Relevanz des Preises unterstrichen.

  239. 240
    hexagrammaton says:

    Gewalt– und Pornorapper Bushido. Gewalt– und Pornoregisseur Lars von Trier. Gewalt– und Pornomaler Picasso.

    Bushido ist gewiss nicht mein Musikgeschmack. Und ich kann genausowenig wie sonst irgendwer hier die Botschaft aus der Rede herausfiltern. Und moechte nicht sagen, dass Bushido in seinem Genre qualitiv ein Picasso oder ein Lars von Trier ist. Was ich sagen moechte ist dieses: Wieso gelten die Massstaebe, die wir bei Film und Malerei anwenden nicht fuer Musik? Wieso koennen andere Kunstformen repraesentieren, aber Musik darf das nicht? Rueckzug: Musik darf das — solange wir es nicht verstehen. Frank Zappa darf das zum Beispiel. Die FFNs und FFHs und Radio Antennes und Bayern 3s spielen Bobby Brown rauf und runter. Entweder hoert keiner hin, oder diejenigen, die hinhoeren haben bei dem Song keine Probleme zu verstehen, dass sie zuerst einmal eine Kunstform sind. Und dass es diesen Bereich in der Kunst gibt, der „zwischen den Zeilen“ stattfindet. Bushidos Texte repraesentieren. Sie fordern nicht auf.

    Das beruhigende ist ja, dass das schon immer so war. Die Leute die heute Beatles hoeren wurden ja von ihren Eltern, den alten Saecken, auch dafuer gescholten, damals. Da koennen sich doch die meisten dran erinnern? Die Alten verstehen das halt nicht. Die haben keine Ahnung. Und was die Alten heute nicht verstehen ist dies: Dass die Kinder und die Jugend nicht so dumm ist wie ihr denkt. Die verstehen das. Natuerlich hoert ihr nicht von denjenigen Kindern, die jeden Tag Bushido hoeren und nicht in Gangs enden — das ist ja auch nicht interessant. Ihr denkt, wenn ich das nicht verstehe, wie koennen die Kinder das denn verstehen? Antwort: Genauso, wie ihr die Beatles verstanden habt und eure Eltern nicht. (Oder wie ich persoenlich Slipknot verstanden habe und meine Eltern nicht — das war Littleton damals, und spaeter Erfurt.)

  240. 241
    hexagrammaton says:

    Und noch was @Stefan W.: Mit Konfrontation, Tabubruch und Abseitigkeit haben schon immer fuer ein gutes Geschaeft gesorgt, in jedem Kunstmarkt. Konfrontation, Tabubruch und Abseitigkeit, behaupte ich jetzt mal, sind sogar unabdingbar. Was ist die Alternative? Kuschen, Mainstream und Normativitaet? Echt?

  241. 242
    Helen M. says:

    @hexagrammaton, #240f.

    Der Unterschied zwischen Beatles, Stones, Zappa etc. und Bushido, Sido und Co. ist doch für jeden sichtbar, der gucken kann. Bei letzteren ist die Revolte nur Attitüde und sie sind glücklich, wenn sie von Oben anerkannt werden. Auch in der Hetze gegen Minderheiten sind sie nicht gegen den Mainstream, sondern machens wie andere Demagogen auch: fordern Toleranz ein für sich.

    Es ist doch auch nicht so, als würden alle Jugendlichen diese Deppen toll finden. Dass es nicht gerade die Schlauesten und Progressivsten sind, die Bushido gut finden, sollte Ihnen doch auch aufgefallen sein. Nicht zufällig wollen Bushido und Sido in die Castingshows-Jurys. Bushido ist der radikalisierte Bohlen.

  242. 243
    Gregor Keuschnig says:

    @240+241/hexagrammaton
    Sie bringen da einiges durcheinander. Tatsächlich gibt es in der bildenden Kunst und Literatur durchaus Bellizisten, Frauenhasser oder Pornographen. Es geht nicht darum, diese Ausdrucksmittel zu verbieten — es sei denn, sie verstoßen gegen geltendes Recht. Noch ist die künstlerische Freiheit allerdings ziemlich hoch angesiedelt — Ausnahmen gibt es durchaus (leider).

    Im vorliegenden Fall wird die Musik Bushidos nicht künstlerisch bewertet. Es ist KEIN Musikpreis. Es geht darum, ob das, was er in den Texten und in den Äußerungen, die er in Interviews absondert, im Sinne der Bemühungen um die Integration von Migranten preiswürdig ist. Kurz gefasst geht die Begründung der Jury nämlich in diese Richtung.

    Und das alles hat mit dem fast schon zu Tode geprügelten „Tabubruch“ (welche Tabus werden gebrochen, wenn ich Leute aufgrund ihres Geschlechts oder ihrer sexuellen Neigungen einfach nur beleidige?) gar nichts zu tun. Dann wären Neonazis, die den Holocaust leugnen, auch „Tabubrecher“.

    Ein Aspekt, der in den Kommentaren anklingt, sollte man Ernst nehmen: Der Bambi ist ein Preis, der von einer deutschen Verlagsgruppe ausgelobt wird. Es ist das Privatvergnügen eines Medienunternehmens. Burda kann das machen, wie er möchte. Aber das öffentlich-rechtliche Fernsehen kann auch machen, was es möchte. Es besteht nämlich keinerlei Zwang, diese Privatparty live und in Farbe zu präsentieren und diesen Preis dadurch eine Publizität zukommen zu lassen, die ihm streng genommen gar nicht zusteht.

    Es wäre eine gute Maßnahme, zukünftig auf die Übertragung von Privatvergnügen von Medienkonzernen zu verzichten. Das hat nämlich rein gar nichts mit dem Bildungsauftrag des öffentlich-rechtlichen Fernsehens zu tun. Dann würden solche zwielichtigen Figuren wie Bushido zwar immer noch ausgezeichnet, aber es würde deutlich weniger Gewicht haben. (Ähnliches gilt auch für die Goldene Kamera.)

    Ein Nebenaspekt wäre: Man bekäme auch durch zufälligen Reinzappen dieses ekelhafte Getue dieser Schar der Immergleichen nicht mit.

  243. 244
    Alberto Green says:

    @ Gregor Keuschnig: Aber wenn man aber die Bambi-Verleihung nicht überträgt, bekommt die eigene Produktion (irgendwas mit Christine Neubauer) nachher keinen Bambi. Das wäre doch furchtbar.

  244. 245
    The_Vanguard says:

    @Hexagrammaton:

    Unbestätigten Gerüchten zu Folge hat Lars von Trier bei der Bambi-Jury auch nur knapp gegen Bushido verloren. Sein „Ich habe Verständnis für Hitler“ war ja auch eine großartige Demonstration von Integration.

    Bushidos künstlerisches Wirken besteht in der ästhetisierten medialen Selbstinszenierung. Wer an der Einheit von Autor, Figur und Aussage („keeping it real“) zweifelt, bekommt von ihm Ärger. Frank Zappa hingegen möchte nicht mit seinem Bobby Brown identifiziert werden — kleiner Unterschied.

  245. 246
    Jonas says:

    Ich habe für HipHop nichts übrig und kann damit nicht viel anfangen. Und trotzdem finde ich Bushidos Rede nicht schlecht. Wer sie für inhaltslos hält gehört eigentlich genau zu der Gruppe von Menschen, von der Bushido redet. Klar, es ist streckenweise schwer zu verstehen und nicht ganz kohärent formuliert, aber ich habe beim Lesen verstanden, um was es ihm geht. Und diesen Gedanken finde ich verständlich und richtig. Zu Integration gehört auch auf Leute zuzugehen, deren Verhalten oder Ideen man nicht so gut findet. Und dazu gehört z.B. auch ihn nicht zu zerpflücken weil die Form des Geäußerten nicht ganz ideal ist…

  246. 247
    Marcus says:

    @Jonas: Wenn ich dich richtig verstehe meinst Du, dass die Bambi-Jury indirekt sich selbst den Preis für Integration verliehen hat, oder?

  247. 248
    gnaddrig says:

    @ Marcus: Das dürfte wahrscheinlich ohnehin Sinn der Sache gewesen sein: Sich ins Gespräch bringen und ein bisschen Selbstbeweicherung praktizieren. Und gut dastehen, weil man was mit Integration macht.

  248. 249
    Twipsy says:

    „Ich konnte mich nicht entscheiden, was die treffendste Überschrift wäre“

    Das Selbstverständnis unter der Vorraussetzung!

  249. 250
    The_Vanguard says:

    @246 Jonas:

    Nur mal so aus Neugierde: Was will uns Bushido denn sagen?

  250. 251
    Mike Hansen says:

    dann hat die 2 live crew auch nen bambi fuer die emanzipation der frauen verdient !

  251. 252
    Claus says:

    „Nicht, weil ich Angst habe.„
    „Und nicht, weil ich denke, dass mir hier irgendjemand was anhaben.“

    Klingt wie eine längere Version von:
    „Eih, wenn Du was willst, komm hierher. Dann gibt’s auf die Fresse.“

  252. 253
    Gregor Keuschnig says:

    @244/Alberto Green
    Vielleicht würden dann solche Sachen erst gar nicht produziert.

  253. 254
    PM says:

    @244/Gregor Keuschnig
    Sehr richtig! Ich habe mich immer schon gefragt, warum das Erste die BAMBI-Preisverleihung — eine Privatveranstaltung des Hauses Burda — überträgt und damit zu derartiger Publizität verhilft. Aber OK, für gute Quoten macht man sowas schon mal. Was ich aber überhaupt gar nicht mehr verstehe, ist, warum man das immer noch tut — nachdem Herr Burda sich im Kontext der Diskussionen um den 12. RÄStV fortgesetzt in unredlichster Weise über die Öffentlich-Rechtlichen geäussert hat. Dass sich die ARD von diesem Herrn permanent in den Hintern treten lässt und zum ‚Dank‘ auch noch diese stinklangweilige Werbeveranstaltung für das „Haus Burda“ überträgt (und noch dazu seiner talentfreien Gattin zu einem Job im TV verhilft, aber das ist ein anderes Thema), will nicht in meinen Kopf. Das grenzt schon an Masochismus.

  254. 255
    Wortschätzchen says:

    Unbeabsichtigter Dadaismus.

  255. 256
    DibluM says:

    Die Essenz:

    Einen wunderschönen Abend, meine Damen und meine Herren.
    […]
    Man weiß nicht, ob ich den Bambi verdient habe. Ich möchte mein Handeln nicht rechtfertigen, ich möchte auch nicht mit Ihnen über meine Vergangenheit oder die Angemessenheit dieser Auszeichnung diskutieren.
    Wenn mir jemand meine zweite Chance abspricht, ist mir das egal. Die Menschen, die mir das vorwerfen, wofür ich eine Zeitlang eingestanden bin, sind intolerant. Ich habe aus meinen Fehlern gelernt.
    Lassen Sie uns lieber an diejenigen Menschen denken, die davon profitieren könnten, dass ich in die Integrationsarbeit miteinbezogen werde. Gelungene Integration erschöpft sich nicht im Erlernen einer Sprache.
    Ich habe an der Aktion „Schau nicht weg“ teilgenommen, die mir am Herzen liegt und die ich für wichtig und richtig halte. Ich habe nicht mehr getan, weil ich nicht gefragt wurde. Dass ich nicht gefragt wurde, ist für mich ein Anzeichen für mangelhafte Bemühungen um Integrationsarbeit.
    Ich habe mich immer als Deutscher gefühlt und liebe dieses Land, das sehr viele Perspektiven bietet. Wir sollten uns um diejenigen bemühen, die noch nicht integriert sind. In der Vergangenheit ist vieles versäumt worden, vielleicht auch von meiner Seite, aber: Es ist noch nicht zu spät.
    Ich bin offen für alle Menschen, die mit mir sprechen möchten. Denken Sie an die Menschen, die unsere Hilfe brauchen. Denken Sie an die stillen Helden!

  256. 257
    Helen M. says:

    @DibluM, #254

    Dieser wohlwollenden „Essenz“ widersprechen allerdings die Fakten:

    1. ist für Bushido das ganze Gerede über Chancen Blödsinn, weil er bestens integriert war und ist. Er hat schon seine erste Chance bestens für seine Zwecke genutzt.

    2. fehlt jeder Beleg dafür, dass er in irgend einer Weise „integrierend“ gewirkt hat. Eher ist das Gegenteil der Fall. Bushido für einen Depp zu halten wirkt eher integrativ. Na gut, er kann zumindest als abschreckendes Beispiel dienen.

  257. 258
    Lothar Frings says:

    Ich finde es faszinierend, wie viel Bushido in 90 Sekunden sagen kann.

  258. 259
    Afropeter says:

    @ Alle

    Streit heißt Mic weg, klärs mit der Faust.

  259. 260
    Robson Bottle says:

    Bushido ist ein Paradebeispiel für eine Form der „Halb-Integration“, die man neuerdings leider immer häufiger sieht. Gerät man bspw. auf Youtube mal mit einem User mit Migrationshintergrund in einen Disput, der übrigens gar nichts mit dem Integrationsthema selbst zu tun haben muss, stellt man häufig fest, dass z.B. die Sprachkompetenz letztlich nur eine oberflächliche, ziemlich beschränkte und rein formale ist und man kann sich oft nicht des Eindrucks erwehren, dass sich diese intelligenten und cleveren Vorzeigeintegrierten in vielen Bereichen und vor allem im Sprachgebrauch nur „durchmogeln“. Häufig endet sowas dann mit beidseitigem völligen Aneinander-Vorbei-Reden, weil die Argumentations– und Diskussionskultur an Grenzen gerät. Dieses sinnlose Gebrabbel von Bushido finden seine Fans, für die er Vorbild ist toll und sie sind stolz auf ihn, weil sie glauben, er zeige sich damit auf Augenhöhe in dieser Kultur. Die Frage, was er inhaltlich eigentlich gesagt hat, wird als unwichtige Spitzfindigkeit abgetan. Die Form und die Pose zählt.

  260. 261
    jens says:

    Mohammed Atta konnte besser deutsch als Bushido. Klar, Sprache ist ja das Zeichen für „gut integriert“

  261. 262
    Chris says:

    Scheinbar polarisiert das Thema ja stark. Bushido soll doch machen was er will. Er ist ein gemachter Mann und hat genug Menschen, die ihn Geld für seine lyrische Aussprache schenken, wozu ich mich ebenfalls zähle. Kein Mensch ist perfekt, was in der Vergangenheit war, sollte da bleiben, es gibt doch wirklich wichtigereres… Tse

  262. 263
    Jan says:

    Lieber Chris, es geht nur sekundär darum, was Bushido selbst macht, sonder primär, dass er dafür, was er macht, einen Preis für Integration bekommen hat.
    Und fraglich ist eben, ob jemand, der z.B. so gegen Homosexuelle wettert (und das nicht nur in früherer Vergangenheit), so einen Preis bekommen sollte.

  263. 264
    Helen M. says:

    @Chris, #262

    Das ist ja niedlich. Bushido soll machen was er will, weil er Fans wie Sie hat. Was wichtig ist, dafür setzen Sie die Maßstäbe. Auch Verjährungsfristen bestimmen Sie.

    Diese Mischung von starken Sprüchen und Gejammer um zweite Chancen, da wetteifern Bushido und seine Fans darum, wer lächerlicher ist.

    Kein Wunder, dass Bushido-Fans sich am liebsten unter Ihresgleichen bewegen. Sonst wo werden sie nicht ernst genommen.

  264. 265
    Lothar Frings says:

    Ich finde diese Rede sehr beeindruckend. Für mich lautet die Zusammenfassung „Ich sehe ein, daß ich Scheiße gebaut habe. Die Vergangenheit kann ich nicht ändern, aber ich möchte, daß die Zukunft besser wird und werde auch persönlich etwas dafür tun.“ Besser als das meiste verlogene Politgewäsch.

  265. 266
    Metaller says:

    @Helen M.

    Wir haben es doch schon alle verstanden: Sie sind ein ganz besonders guter Mensch und verabscheuen alle, die nicht ganz so gut sind. Political Correctness ist ja eh die neue Staatsreligion, der Bundesadler wird demnächst durch einen Bundesaal ersetzt.

    Ich teile Bushidos Standpunkte nicht und ich finde seine Musik fürchterlich. Aber ich mag es, wenn jemand gegen die glattgebürstete Mainstream-Meinung aufbegehrt.

    Man kann denken: Dieser Bushido hetzt unsere Kinder und Jugendlichen gegen Schwule und Lesben auf. Man kann aber auch denken: Wir gestehen unseren Kindern und Jugendlichen eine eigene Meinung zu und singen nicht tagein, tagaus das Hohelied sexuellen Beliebigkeit.

    Wer diesen in seiner Verbissenheit unermesslich biederen LSVD gegen sich aufbringt, der hat meine Sympathien.

  266. 267
    Robert says:

    Ich werde es nie kapieren.
    Wenn man nicht will, dass andere übel beschimpft und diskriminiert werden, ist man ein Anhänger der bösen Political Correctness.
    Und dieses Gemobbe OK finden bedeutet also, den „Kindern eine eigene Meinung“ zuzugestehen.

    Liebe Homophobe: Macht es doch bitte wieder wie früher und gebt einfach zu, dass Ihr Schwule und Lesben einfach haßt und eklig findet! Rationalisiert Euch doch nicht so einen Scheiß zusammen.
    (Das ist wie mit den Rassisten, die gibt es ja auch nicht mehr, nur noch Mentalitätsexperten.)

  267. 268
    Metaller says:

    Mal eine vielleicht naive Nachfrage: Der LSVD wird nicht müde, die fortdauernde Diskriminierung von Schwulen und Lesben in unserer Gesellschaft anzuprangern. Dies ist auch seine einzige Daseinsberechtigung.

    In diese gar so homophobe Gesellschaft hat sich dann Bushido doch bestens integriert, oder sehe ich das falsch? Er vertritt doch offensichtlich Standpunkte, die von der Mehrheitsgesellschaft auch vertreten werden. So wird man vielleicht nicht Freund des Feuilletons, aber Freund der Fußballfans, Reihenhausbesitzer und Grillfreunde. Inegrierter Bürger im bürgerlichen Deutschland eben.

    Etwas provokativer: Muss ein Mensch mit Migrationshintergrund, um als integriert zu gelten, die angestammten Bürger der Republik an Progressivität übertreffen?

  268. 269
    Helen M. says:

    @Metaller, #266

    Ist doch ganz einfach. Ich bin ein Gutmensch, Sie ein Bösmensch.

    Gutmenschen sind intolerante, stalinistische Zeitgenossen. Bösmenschen sind so tolerant, Rassismus und Sexismus zwar blöd zu finden, aber wer den kritisiert, der ist ein Gutmensch.

    Und außerdem gibts Wichtigeres…

  269. 270
    Helen M. says:

    @Metaller, #268

    Wer bestreitet denn, dass Bushido bestens integriert ist?

  270. 271
    The_Vanguard says:

    266 Metaller: „Aber ich mag es, wenn jemand gegen die glattgebürstete Mainstream-Meinung aufbegehrt.“

    268 Metaller: „In diese gar so homophobe Gesellschaft hat sich dann Bushido doch bestens integriert […]“.

    Ich glaube, da erübrigt sich jeder weitere Kommentar.

  271. 272
    Robson Bottle says:

    Möglicherweise ist das ganze sowieso „nur“ ein Fehler der Jury. Die wollten eigentlich den Sido auszeichnen und haben ihn mit Bushido verwechselt, weil sie sich so gar nicht auskennen bei deutschen Gangsta-Rappern. ;)

  272. 273
    karajan says:

    metaller
    das ist es auch, was ist denn das für eine botschaft!? würde jemand in deutschland geboren und aufgewachsen, mit einem schwedischen/amerikanischen/britischen/ etc. vater, den er nicht kennt, als gut integrierter bezeichnet werden oder als schlecht integrierter, wenn er sagen wir mal mit dem gesetz in konflikt gekommen wäre? da würde sich die frage gar nicht stellen, man würde diesen menschen ganz selbstverständlich als deutschen sehen. also, mit der annahme des bambi beugt sich bushido und macht genau das gegenteil dessen amtlich, dass er nämlich immer noch nicht dazu gehört, jetzt ist er eben einer, der nicht dazu gehört mit bambi.

  273. 274
    Bambi-Verleihung: Ist Bushido integriert? | newspower.eu says:

    […] gesamtdeutschen Klärungsbedarf, der uns auch nach der Bambi-Verleihung vergangener Woche weiter in Atem halten wird, gehört die Frage: Wie integriert ist Bushido wirklich? Eine […]

  274. 275
    MDomi says:

    Vollkommen gerechtfertigter Bambi für Integration. Er hat am besten fremdes Liedgut in seine Lieder integriert. Leichte Wahl.

  275. 276
    Blogs aus Berlin im Wikio-Ranking November 2011 | world wide Brandenburg says:

    […] (37) 9. Minds Delight (41) 10. blog.rebellen.info (50) 11. Fünf Filmfreunde (51) 12. Les Mads (57) 13. Stefan Niggemeier (61) 14. macnews.de (69) 15. AMY&PINK (70) 16. Jeriko One (81) 17. deutsche.startups.de (87) […]

  276. 277
    Stefan Niggemeier says:

    (Kl. Tipp: Ihr müsst nicht mit „Metaller“ dasselbe nochmal diskutieren, was ihr schon mit „Parasit“ oder „Kampfhahn“ diskutiert habt.)

  277. 278
    FF says:

    Herr Niggemeier, warum schließen Sie die Kommentarspalte nicht einfach? So ziemlich jede kümmerliche Ähre ist hier schon zehn Mal gedroschen, ja pulverisiert worden…

    Ist es Eitelkeit?

  278. 279
    Gregor Keuschnig says:

    OT und doch nicht OT
    Wie wäre es eigentlich, den Hausherrn mal hierzu zu gratulieren?

  279. 280
    meykosoft says:

    Ja, danke für den Hinweis, Herr Keuschnig.

    Und an Herrn Niggemeier:
    Herzlichen Glückwunsch zu dieser weiteren, verdienten Auszeichnung!

  280. 281
    Hadron says:

    Ein schöner Kontrastpreis zur Sprachkunst eines Bushido.
    Glückwunsch!

  281. 282
    thorak says:

    die sportschau hat sich wohl entschieden alle ratschläge zum werther-effekt zu lesen. leider haben sie das anscheinend falsch verstanden und einfach mal gegen alle punkte verstoßen. ach man.

  282. 283
    theo says:

    #279:

    Da an Frau Slomka der übliche Promi-Preis mit sinnfreier Lobpreisung vergeben wurde, ist der Preis an Niggemeier tatsächlich auf dessen Arbeit zurück zu führen. Glückwunsch!

  283. 284
    Plaste says:

    Erst wenn Niggemeier den Bambi erhält und Bushido den Medienpreis für Sprachkultur, bin ich restlos zufrieden.

  284. 285
    frauMüller says:

    Und da gabs da noch ein Interview in der Bildzeitung, mit „Marianne und Michael“, die das einzig vernünftige gesagt haben: Bushido gehört in die Psychiatrie. Es ist ein Skandal, daß Rechtsstaat und Justiz nichts dagegen unternehmen. Genau das. Erstens gehört der Verkauf solcher Tonträger, wie Pornos auch, an Jugendliche, verboten. Zweitens, wer ausländerfeindliche Texte verfaßt, wird wegen Volksverhetzung angezeigt. Aber wer zutiefst frauenverachtende obszöne Texte verfaßt, dem passiert nichts. Das ist der eigentliche Skandal, daß sowas in einem Rechtsstaat überhaupt möglich ist.

  285. 286
    frauMüller says:

    285 Uj, ist ja noch da, und täglich grüßt das Murmeltier!

  286. 287
    FF says:

    Aus dem „Alphablogger“ N. ist dann wohl doch wieder ein ganz klassischer Printjournalist N. geworden…

    Ich find’s schade, weil ich dem „ehemaligen Nachrichtenmagazin“ immer weniger abgewinnen kann.

  287. 288
    silvio machunze says:

    @285 „dem passiert nichts“

    das ist so nicht richtig. es gibt den index für jugendgefährdende medien, auf dem nicht wenige rap-alben landen. das kann bis zur sperrung der indizierten songs auf youtube gehen. wohlgemerkt: des gesamten videos, nicht nur der audiospur.eine indizierung bedeutet i.d.r. den kommerziellen tod eines albums. es gibt aber auch ausnahmen. bushido selbst war von indizierung auch schon betroffen.

    bemerkenswert ist, dass jene indizierten alben besonders häufig illegal heruntergeladen werden und/oder aus anderen ländern importiert reimportiert werden. sie wirken wegen der indizierung interessant. die indizierung wirkt dann als (kein/wenig geld einbringende) werbemaßnahme für die künstler. es gibt die absurde kostellation, dass wirklich unterirdisch schlechte rapper dadurch bekannt werden, besonders oft indiziert zu werden und sich dadurch eine an tabubruch orientierte fanbase erarbeiten, die sie ohne indizierung und nur mit ihren fähigkeiten als rapper nie erlangt hätten. man sieht: verbote können auch das gegenteil des erwünschten bewirken. wohlgemerkt: wir sprechen in letztgenannten fällen von käuferzahlen, die meist die 5.000’er grenze nicht unterschreiten, oft sogar unter 1000 liegen. nichts im vergleich zu rosenstolz und co.

  288. 289
    silvio machunze says:

    sorry: die verkaufsgrenzen werden nicht überschritten, ich hatte fälschlicherweise unterschreiten geschrieben

  289. 290
    Sven says:

    Die Problematik ist doch folgende:

    Scheinbar wird hier eine der Grundtrukturen des Raps nicht verstanden.
    Rap spielt mit Klischees, beim Rap geht es ums Battlen, d.h. man will entweder direkt auf einer Bühne einem Kontrahenten oder auf einer Platte jedem „imaginären“ Gegner zeigen, das man besser im Flow, Wortwitz, Reim ist — dabei ist der tatsächliche Inhalt meist sogar relativ nebensächlich (beim Battle ist alle 2–4 Zeilen teilweise ein ganz anderes „Thema“ als vorher). Es geht darum seinen Gegner zu demontieren.

    Leider passt sich der Sprachgebrauch des Raps natürlich immer mehr den tatsächlichen Lebensumständen des Rappers an, sprich dieser benutzt die Sprache, die er halt eben kennt. Waren Disstracks wie ’98 von den Beginnern wie „Geh Bitte“ hauptsächlich witzig, ist dies mittlerweile relativ heftig. Bushido und Sido kommen aus üblen Gegenden Berlins, und auch die Beiden sind ein Produkt Ihrer Umgebung. Die Sprache ist anders, der Alltag ist hart, die Zukunftsaussichten nicht die Besten. Das Grade in solchen Brennpunkten (wie in allen ärmeren Vierteln der großen Städte der Welt) der Alltagston ein wenig rauher ist, sollte uns Elfenbeintürmlern schon bewusst sein. Was wir als sexistisch, homophob empfinden, ist in diesen Gegenden natürlicher Alltag.

    Nun kommen bei Bushido beide Komponenten zusammen: „Hart“ sein aufgrund der Straßenherkunft, hart sein aufgrund der „Ego-Battle-Rapper“-Attitüde.

    Im Übrigen geht so ein Battle zwar hart über die Bühne, mit Beldigungen und allem, aber nach dem battle ist auch alles wieder gut.

  290. 291
    schwarzer_peter@aol.de says:

    uppsi sry hier der link.. http://www.youtube.com/watch?v=A7n6hkkPmUo

  291. 292
    schwarzer_peter@aol.de says:

    Bushido sagt:

    entweder sagst du mir was du hier drehst oder ich ficke euch alle drei man

  292. 293
    Helen M. says:

    @schwarzer_peter, #292

    Du musst auch die Kommentare seiner Fans dazu lesen. Dann verstehst Du erst, wie „integrativ“ Bushido wirkt.

  293. 294
    Sven says:

    also ich sehe da eine jahrealte Geschichte, bei dem ein mehr-oder-weniger Promi ausrastet weil er von einem Reporter belagert wird… und in der Sprache seiner „Herkunft“ dem Reporter deutlich macht, das er da keinen Bock drauf hat…

    Das ist halt so eine Sache, mit der Sozialisation…

  294. 295
    schwarzer_peter@aol.de says:

    habs verlinkt weil unser held doch immer von „…uralten sachen von vor 10 jahren…“ spricht.

    unser held kündigt in seiner sprache straftaten an und macht bei dieser ankündigung schon witze über unsere deutsche justiz und das er damit sein image(??) aufpeppt.

    ich habe angst (vor peter maffay;-)).

  295. 296
    The Cerebrum says:

    Wenn es Leute gibt, irgendwo in der Provinz, die meinen die Auzeichnung wäre unangemessen — dann kann man sie offenbar in ihrem Konformdenken nicht ändern, doch sein Beitrag zur Integration hat er in vielen Projekten bewiesen.
    Anpassung, wie sie vom Rest des Publikums von Bushido gefordert wird, hat nun mal nichts mit Integration zu tun.
    Es ist bedenklich, dass man mit dem Sprachrohr der Unterschicht „Bushido“ nicht zusammenarbeitet sondern es eher zu zensieren vermag.
    Bushido hat in der Jugendkultur einfach einen hohen Stellenwert! Barbara Schöneberger od. Rosenstolz eben nicht. Gerade bei Rap, Wörter auf die Goldwaage zu legen ist darüberhinaus albern. Er hat nun mal mehr Macht bei Migranten als irgendein Feinpinkler in dem Festsaal und erreicht(e) somit mehr als seine Künstlerkollegen.

  296. 297
    Learr says:

    der Rapper Troopa da Don hat es bereits perfekt formuliert:
    Die Ehrung ist falsch und das hat nichts mit seinen Texten oder seinem Image zu tun. Bushido ist als Sohn einer deutschen mit der deutschen Staatsbürgerschaft in Deutschland geboren und hat von Geburt an sein ganzes Leben hier verbracht. Aus diesem Grund war er nie etwas anderes als ein Deutscher und braucht sich aus diesem Grund nicht zu integrieren. Die Ehrung leistet deshalb der in Deutschland verbreiteten Wahrnehmung Vorschub, Deutscher könne nur sein, wer äußerlich mit „deutschen“ Merkmalen ausgestattet ist. Niemand würde auf die Idee kommen Lukas Podolski einen Preis für Integration zu verleihen, obwohl beide Elternteile nicht deutscher Herkunft sind, und er erst im Alter von zwei Jahren nach Deutschland gekommen ist. Podolskis Zugehörigkeit zur deutschen Gesellschaft wird als selbstverständlich akzeptiert, da er in seinem Äußeren den gängigen Vorstellungen eines Deutschen entspricht. Die Verleihung eines Preises für Integration ist deshalb eine Diskriminierung. Aus dem selben Grund haben es Deutschtürken, Afrodeutsche und andere Nachfahren nichteuropäischer und als andersartig aufgefasster Einwanderer auch in der zweiten oder dritten Generation noch schwer als Teil der deutschen Gesellschaft Akzeptanz zu finden, unabhängig davon wie gut sie die Sprache beherrschen, welchen Schulabschluss sie gemacht haben und in welchem Umfeld sie sich bewegen. Dementsprechend sollte Bushido den Bambi unter Hinweis auf seine deutsche Abstammung und Sozialisation ablehnen und die Stifter des Preises dazu anregen, sich damit auseinander zu setzen, welches Deutschlandbild sie mit ihrem Preis eigentlich vertreten.“

  297. 298
    Nazi-Morde und Hundetötungen bewegen das Netz says:

    […] Niggemeier / Bushido spricht Klartext […]

  298. 299
    russkopp says:

    ja, wieso hat er denn jetzt den bambi bekommen? die frage wurde nicht annähernd zu klären versucht.

  299. 300
    Hauke aus bremen says:

    Total ueberbewerteter preis…
    Und ihr seid so klug mit euren oberschlauen kommentaren…
    Ihr wuerdet im vollen bus bestimmt immer ner oma euren platz anbieten… Es riecht nach heuchelei..

  300. 301
    Lesenswertes aus der Woche 45 | warndorf Konzept, Text & PR - Büro für Kommunikation says:

    […] Stefan Niggemeier: Bushido spricht Klartext Gestern Abend wurde mit viel Tam Tam der Bambi verliehen. Dass das traditionsgemäß mit einer Menge Peinlichkeiten verbunden ist, weiß jeder. Doch diesmal war es besonders schaurig, denn Rapper Bushido erhielt den Preis der Kategorie “Integration” – genau, Sie haben richtig gelesen: Bushido. Also diese Type, von der schlimme frauenverächtliche, gewaltverherrlichende Songtexte stammen, die so gar nichts mit Integration zu tun haben. Ganz erstaunlich war dann auch die Dankesrede, durch die sich der angeblich geläuterte Deutsch-Rapper dann haspelte. Stefan Niggemeier hat sich die Mühe gemacht, das mal mitzuschreiben. >Rede lesen […]

  301. 302
    Linktipp: Stefan Niggemeier liest Bushido › By Horst Schulte › Netzexil says:

    […] Bushido spricht Klartext — oder auch nicht. […]

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