Vom Glück, „Bild“ zu sein

09 Jan 12
9. Januar 2012

Ich frage mich, ob man als „Bild“-Zeitung-Macher manchmal darunter leidet, dass man es zu leicht hat. Man kann heute alle Register eines unseriösen Schmuddelblattes ziehen, und sich morgen wieder als seriöse Zeitung geben. Man hat die Wahl, Dinge zu veröffentlichen, Dinge nicht zu veröffentlichen und Dinge zu veröffentlichen, ohne sie zu veröffentlichen. Man kann es mit der Wahrheit ganz genau nehmen oder schon das Konzept „Wahrheit“ an sich als eine Erfindung von Korinthenkackern abtun. Man muss niemandem Rechenschaft ablegen oder tut es einfach nicht. Und keine Sekunde muss man sich um sein dummes Geschwätz von gestern kümmern.

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Fangen wir der Einfachheit halber ganz hinten an: Beim Auftritt von Nikolaus Blome bei Günther Jauch gestern abend. Blome ist der stellvertretende Chefredakteur der „Bild“-Zeitung. Sein Dackelblick ist in den vergangenen Monaten so etwas wie das menschliche Antlitz von „Bild“ in der Öffentlichkeit geworden.

Auch bei Jauch hatte er es leicht. Niemand wollte so recht die Rolle der „Bild“-Zeitung in dem Spektakel der letzten Wochen thematisieren; es ging um Wulff.

Immerhin stellte jemand eine berechtigte Frage: Warum es zwei Wochen gedauert hat, bis Wulffs angebliche Droh-Nachricht auf der Mailbox von „Bild“-Chef Kai Diekmann an die Öffentlichkeit kam.

Blome hatte einen originellen Erklärungsversuch: Er vermutet, dass der Auslöser die Kritik von Bundestagspräsident Norbert Lammert gewesen sei, der es an Silvester gewagt hatte zu sagen: „Auch die Medien haben Anlass zu selbstkritischer Betrachtung ihrer offensichtlich nicht nur an Aufklärung interessierten Berichterstattung.“ Daraufhin, so Blomes These, hätten die sich zu Unrecht angegriffen fühlenden Journalisten die Mailbox-Sache in die Öffentlichkeit gebracht.

Außerdem, fügte er hinzu, sei die Geschichte mit der Nachricht auf der Mailbox ja erst richtig groß geworden, nachdem Wulff selbst in seinem Interview in ARD und ZDF darüber geredet und ihren Inhalt — Blomes Ansicht nach — falsch dargestellt habe, nämlich als bloßen Versuch, einen Tag Aufschub herauszuhandeln.

Ich glaube, dass es einen Menschen auf Dauer deformiert, wenn er so etwas sagen kann, ohne dass er schallendes Gelächter erntet oder ihm jemand sachte die Hand auf den Arm legt und sagt: „Herr Blome? Der Bundespräsident musste das Interview überhaupt nur geben, weil der öffentliche Druck so groß geworden war, nachdem die Sache mit der Mailbox an die Öffentlichkeit gekommen war.“

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Was für eine bizarre Situation: In der ARD-Talkshow zitiert Jauch, was der „Spiegel“ unter Berufung auf Springer über Wulffs Anrufe bei Diekmann und Vorstandschef Mathias Döpfner schreibt, und fragt Blome, ob das richtig sei. Was der „Spiegel“ schreibt. Was er von Springer weiß. Und Blome bestätigt es.

Die „Bild“-Zeitung fragt öffentlich beim Bundespräsidenten an, ob sie den Wortlaut seiner Mailbox-Nachricht veröffentlichen darf. Als er Nein sagt, verzichtet sie, ganz das hyperseriöse Blatt, auf eine Veröffentlichung.

Zu diesem Zeitpunkt haben Springer-Leute anderen Journalisten ausführlich aus der Abschrift der Nachricht am Telefon vorgelesen — unter der Maßgabe, nicht vollständig mitzuschreiben und das Gespräch nicht aufzuzeichnen.

Die „Bild“-Zeitung feuert die Munition, die ihr der Bundespräsident in seiner Dummheit geliefert hat, nicht selbst ab. Sie reicht sie an andere weiter. Sie kann nach dem großen Knall ihre Hände vorzeigen: keine Schmauchspuren.

Sie muss sich keinen Fragen stellen, ob es womöglich ein Vertrauensbruch war, Details aus der Nachricht zu veröffentlichen, wenn Diekmann doch gegenüber Wulff die Sache nach einer Entschuldigung als erledigt bezeichnet hatte. Sie hat sie ja nicht veröffentlicht. Außer doch.

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Letztens hat mich ein Kollege gefragt, wer eigentlich der Böse in der Geschichte sei, „Bild“ oder Wulff. Das ist die falsche Frage und in Wahrheit gar keine Alternative. Klar ist, wer der Depp ist und wer der klug Handelnde.

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Ich verstehe den Frust darüber, in welchem Maße sich die Berichterstattung auf den Bundespräsidenten konzentriert und wie wenig sie sich um die Rolle von „Bild“ kümmert. Es gibt dafür aber immerhin einen guten Grund: Es geht auf der einen Seite um die Ansprüche an das deutsche Staatsoberhaupt und auf der anderen Seite nur um die an eine Boulevardzeitung.

Anders gesagt: Wir haben in den vergangenen Wochen einiges Neues über den Charakter von Christian Wulff gelernt. Und nichts Neues über den Charakter der „Bild“-Zeitung.

Natürlich kann man sich, wenn man will, darüber empören, dass das, was man Kai Diekmann auf die Mailbox spricht, nicht vertraulich bleibt. Oder, alternativ, dass Diekmann nicht die Eier hat, die Grenzüberschreitung selbst öffentlich zu machen und mit offenem Visier zu kämpfen. Aber hat irgendjemand etwas anderes von Kai Diekmann erwartet?

Es mag allerdings sein, dass Wulff Grund zur Annahme hatte, er könne sich diese Art der Einflussnahme erlauben. Vielleicht hat das früher geklappt, Freundschaftsdienste auf diese Weise einzufordern. Auch das dürfte — angesichts der Art, wie „Bild“ für Wulff PR gemacht hat und wie sehr Wulff der „Bild“ Exklusiv-Geschichten geschenkt hat — niemanden wundern.

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Erinnert sich noch jemand an das Jahr 2004, als der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte die Pressefreiheit in Deutschland abschaffte? Durch das sogenannte „Caroline-Urteil“ wurde das Recht eingeschränkt, über Privates aus dem Leben von Prominenten zu berichten, wenn es keinem anderen Interesse dient als der Sensation oder Unterhaltung. Siebzig Chefredakteure riefen damals in einem offenen Brief „Zensur!“, weil die „wichtigste Aufgabe der freien Presse, den Mächtigen auf die Finger zu schauen, massiv behindert“ werde. Es unterschrieben in einem der traurigsten Akte fehlgeleiteter journalistischer Solidariät unter anderem die Chefredakteure von „Spiegel“, „Stern“, „Playboy“, „Das neue Blatt“, „Neue Post“, „Das Haus“ und natürlich „Bild“ und „Bild am Sonntag“.

„Bild“ beließ es nicht dabei. Öffentlichkeitswirksam kündigte Kai Diekmann damals an, Konsequenzen aus dem Urteil zu ziehen und bis auf weiteres auf Homestories über Politiker zu verzichten. Nach dem „Maulkorburteil“ sei unklar, was an kritischer Berichterstattung noch erlaubt sei. „Deshalb müssen wir umgekehrt beim Leser jetzt von vornherein jeden Anschein vermeiden, wir würden mit eingebauter Schere im Kopf nur noch Hofberichterstattung betreiben.“

Das war damals schon lächerlich. Und keine zwei Jahre später begann in „Bild“ der große (inzwischen abgeschlossene) Liebesroman „Christian Wulff und sein perfektes Privatleben“, mit Berichten über neue Wohnungen, neue Frisuren, neue Kinder, neues Glück.

Natürlich hatte „Bild“ dabei die Schere im Kopf. Es war die ganz eigene Schere der kalkulierten Hofberichterstattung über Menschen, die sich auf das Spiel von „Bild“ einlassen und ihr den Stoff geben, den sie begehrt.

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Als Nikolaus Blome von Günther Jauch gefragt wurde, ob man an der Berichterstattung über Wulff — erst rosarot verklärt, dann gnadenlos vernichtend — das berüchtigte Aufzugs-Prinzip von „Bild“ erkennen könnte, antwortete der „Bild“-Mann erst mit einer witzig gemeinten Bemerkung darüber, dass es in der Axel-Springer-Zentrale in Berlin einen Paternoster gebe. Dann fand er es abwegig, und meinte das offenbar leider nicht mehr als Witz, dass man „Bild“ vorwerfe, aus der „eher glimpflichen Scheidung“ der Wulffs „keine Schlammschlacht“ gemacht zu haben. Und schließlich sagte er noch, dass einige der PR-Schlagzeilen, die „Bild“ Wulff in den Zeiten bester Zusammenarbeit schenkte und die Jauch gezeigt hatte, bloß aus den Regionalausgaben von „Bild“ stammten. Blome sagte die Unwahrheit. Jede der gezeigten Geschichten war in der Bundesausgabe.

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Es ist schon richtig, dass an einen Bundespräsidenten andere Ansprüche an Ehrlichkeit zu stellen sind als an den stellvertretenden Chefredakteur einer Boulevardzeitung. Das bedeutet aber nicht, dass man ihm und seinem Blatt jede Lüge, jeden schmierigen Trick, jede irrwitzige Pose einfach durchgehen lassen muss.

Ein chronischer Lügner und Trickser beschuldigt jemanden, zu lügen und zu tricksen. Das ist selbst dann ekelhaft, wenn der Vorwurf — wie offenbar in diesem Fall — stimmt. Deshalb hat die langjährige Freundin von Wulff Recht, wenn sie bei Jauch rührend hilflos fomuliert, sie möchte in keinem Land leben, in dem die „Bild“-Zeitung bestimmt, was Moral und was richtig ist.

Und deshalb ist der Eindruck so verheerend, dass andere Medien sich von „Bild“ haben einspannen lassen, der „Bild“-Geschichte an den entscheidenden Stellen die eigene Seriösität leihen und Seite an Seite mit „Bild“ kämpfen.

„Es gab keinen Bruch“ in der Beziehung zwischen „Bild“ und Wulff, heuchelte Blome. Das ist sowohl angesichts der real existierenden Berichterstattung von „Bild“ als auch angesichts von Wulffs Nachricht auf der Mailbox offenkundig unwahr. Blome meint natürlich, dass es nie eine innige Beziehung zu Wulff zum beiderseitigem Vorteil gegeben habe.

Das Problem ist, dass bis heute unklar ist, was den Bruch ausgelöst hat. Es könnte einen konkreten Anlass gegeben haben; vielleicht war es auch bloß die Abwägung von „Bild“, dass sich inzwischen ein exklusiver Zugang zu Wulff samt schöner Geschichten weniger lohnt als die Möglichkeit, sich an die Spitze seiner Kritiker zu setzen.

Das ist eine größere Leerstelle in der Geschichte und sie korrespondiert mit vielen kleinen Leerstellen, die der Springer-Verlag gelassen hat. Eine Woche lang musste sich die Nation ein Urteil über eine Nachricht von Christian Wulff erlauben, das allein auf einzelnen kurzen Satzfetzen beruhte, die der Springer-Verlag lanciert oder freigegeben hat. Offenbar hat bis jetzt noch niemand außerhalb des Springer-Verlages die Nachricht selbst gehört. Quelle ist allein eine Abschrift des Telefonates.

Dadurch, dass „Bild“ das Gespräch nicht vollständig veröffentlicht hat, schützte das Blatt nicht Wulff, sondern maximierte den Schaden, weil es die Veröffentlichung weitgehend steuern und die Interpretation beeinflussen konnte. (Dass der Bundespräsident dann die geschickt später nachgeschobene Bitte von „Bild“, die Nachricht nun auch offiziell veröffentlichen zu dürfen, ablehnte, spricht natürlich wieder für seine umfassende Ungeschicklichkeit und Dummheit in dieser Sache.)

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Ein Schlüsselmoment in der Affäre ist, als der später entlassene Wulff-Sprecher Olaf Glaeseker den „Bild“-Reporter Martin Heidemanns am 6. Dezember ins Schloss Bellevue bittet. Er will die Gerüchte ausräumen, dass der zwielichtige Unternehmer Carsten Maschmeyer hinter dem Kredit für sein Haus steckt, und deshalb „Bild“ verraten, von wem das Geld wirklich stammt.

Das Dokument, mit dem „Bild“ von der Verbindung zu den Geerkens erfuhr und die Frage aufwerfen konnte, ob Wulff das niedersächsische Parlament 2010 belogen hat, bekam das Blatt also vom Präsidentensprecher selbst. Strittig ist, unter welchen Voraussetzungen: Wulff sagt, Heidemanns habe versprochen, den Namen des Kreditgebers nicht zu nennen. Das erklärt vermutlich auch seinen Zorn und seine Drohung mit strafrechtlichen Schritten. Heidemanns sagt, er habe vor Ort diese Forderung ausdrücklich abgelehnt, und Glaesekers habe ihm das Dokument dann trotzdem gezeigt.

Ich weiß natürlich nicht, wer die Wahrheit sagt. Aber ich weiß, wer Martin Heidemanns ist. Er ist bei Menschen, die mit ihm zu tun haben mussten, ein besonders verhasster „Bild“-Mann. Seine Drohungen und auf die Betroffenen erpresserisch wirkenden Methoden sind berüchtigt.

Und auf diesen Mann glaubt der Bundespräsident seine Entlastungsstrategie aufbauen zu können? Ihm lässt er die entscheidenden Dokumente zeigen? Ich weiß nicht, ob Heidemanns Stillschweigen versprochen hat oder nicht. Es ist aber auch vollständig egal, da man schon außerordentlich blauäugig sein muss, um ihm zu trauen.

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Christian Wulff ist, das zeigt auch dieses Detail, nicht darüber gestolpert, dass er sich mit „Bild“ angelegt hat, sondern darüber, dass er immer noch glaubte, mit ihr gemeinsame Sache machen zu können.

Das ist eine wichtige Erkenntnis, denn das wäre eine verheerende Lehre, die Prominente und Politiker aus der ganzen Geschichte ziehen könnten: Dass es so tödlich ist, wie man immer schon angenommen hat, sich mit „Bild“ anzulegen. Nein, tödlich ist es, zu glauben, einen Pakt mit der „Bild“-Zeitung schließen zu können und davon am Ende profitieren zu können. Im Zweifel wird nur einer von beiden von einem solchen Pakt profitieren, und das ist derjenige, der es sich erlauben kann zu tricksen und zu lügen, heute mit Schlamm zu werfen und morgen seriös zu tun, keine Rechenschaft ablegen zu müssen und sich keine Sekunde um sein Geschwätz von gestern kümmern zu müssen.

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Leseempfehlungen:

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177 Gedanken
  1. 1
    Gregor Keuschnig says:

    „Bild“ ist längst satisfaktionsfähig geworden und gilt inzwischen als „investigativ“. Man nennt „Bild“ immer mehr in einem Atemzug mit dem „Spiegel“. Als Mascolo gestern einmal fast hochnäsig-arrogant betonte, dass er (bzw. „Spiegel“) wenig Gemeinsamkeiten mit „Bild“ habe, lächelte Blome nur mokant.

    In Wahrheit füttert Springer die Medien nach Belieben und auch die Prantls springen begierig auf den Happen, den man ihnen vorhält. Wulff hält nur noch die Tatsache im Amt, dass der Drohanruf bei „Bild“ war und nicht beim „Spiegel“ oder der „FAZ“.

    Es gab einen deutschen Verteidigungsminister, der hatte seine „Spiegel“-Affäre. Wir haben (noch) einen Bundespräsidenten, der hat eine „Bild“-Affäre. Das zeigt an, auf welchem Kurs sich dieses Land befindet.

  2. 2
    meykosoft says:

    Seehr schön. Danke!

  3. 3
    Kiliman says:

    Eine Flut von Artikel schwabt über Ihren Blog! Wahnsinn! Langsam scheinen Sie der ersten Blogger-Regel Beachtung zu schenken. -> „Blogge regelmäßig.“ Weiter so.

  4. 4
    drumhead says:

    Was ich nicht verstehe: Sie schreiben sinngemäß, wie man so blöd sein könne zu glauben, man könne mit Bild einen Pakt eingehen. Es ist offenbar vorwurfsvoll gemeint, ließe sich aber auch mit „Unbestechlichkeit“ übersetzen. Erwirbt man die Berechtigung zur kritischen Berichterstattung nur durch „konsequentes“ Niederschreiben? Oder hätte Bild wegen der netten Homestories jetzt den Kredit unter der Decke lassen sollen?
    Klingt alles irgendwie obsessiv bei Ihnen, sobald es um Bild geht.

  5. 5
    Martin says:

    @drumhead: Es geht darum, dass eine Vertraulichkeit und Nähe zu BILD sehr schnell in das Gegenteil umschlagen und gegen Dich benutzt werden kann. Man sollte also nicht dem Irrglauben erliegen eine loyale Freundschaft einzugehen.
    Wulff dachte das dies möglich sei.

    @Niggemeier: Bin wirklich dankbar für ihren Artikel. Ich mag Wulff nicht besonders, aber mir wird übel bei der Selbstgefälligkeit und Heuchelei der derzeitigen Kampagne.

  6. 6
    meykosoft says:

    Im Synonym-Lexikon gefunden:
    Obsession
    Dynamik, Elan, Energie, Hingabe, Leidenschaft, Passion, Schwung, Tatkraft,

    @4 vermutlich haben sie recht…

  7. 7
    Stefan Niggemeier says:

    @drumhead: Sie würden es als Zeichen für „Unbestechlichkeit“ deuten, wenn sich jemand jahrelang (bildlich gesprochen) bestechen lässt und dann irgendwann nicht mehr, weil der andere nicht mehr genug zahlen kann oder will?

    Ja, es ist schon richtig: Noch schlimmer wäre es, wenn der „Bild“-Fahrstuhl nur eine einzige Richtung kennte. Das kritische Gegeneinander ist der natürliche Zustand im Verhältnis zwischen Journalisten und Politikern und insofern ist es gut, dass die Kuschelphase zwischen Wulff und Springer vorbei ist. Das erklärt und entschuldigt aber nicht alles.

  8. 8
    SvenR says:

    Eine weiter Leseempfehlung ist Wolgang Michals Artikel BILD, du Schwert und Schild des deutschen Volkes!! Erlöse uns!.

    Ich war seinerzeit nicht für Wulff, sondern habe Gauck favorisiert. Aber schon dieser #notmypresident-Quatsch, nachdem er gewählt worden war, brachte mir ihn näher. Dann hat er nicht viel falsches und mit seiner „Der Islam gehört zu Deutschland …“-Rede etwas sehr wahres gesagt.

    Ja, sein Verhalten mit dem Privatkredit, der Antwort im Landtag, den beiden Bankkrediten und nicht zuletzt seine Anrufe bei Springer waren seltsam, töricht, dumm und eigentlich unfassbar. Aber was die meisten ehemals als seriös geltenden Medien als Steigbügelhalter der Bild hier betreiben ist um Dimensionen seltsamer, törichter, dümmer und noch unfassbarer.

    Meine Spitzenreiter sind Bettina-150-Euro-Schausten, der dem chronischen Lügner und Trickser Nikolaus Blome bei Jauch zuarbeitende Georg Mascolo und Oliver Trenkamp, der als otr den (was ist die Steigerung von unfassbar dämlich?) Artikel Wulffs Verhältnis zu den Medien – „Manchmal schock‘ ich Redakteure“ unterschrieben hat.

    Ich bin jetzt auf der Seite von Christian Wulff.

  9. 9
    Stefan Niggemeier says:

    @SvenR: Ich nicht. Ich bin nicht auf der Seite von Wulff. Das ist doch das Schöne: Man muss auf keiner der beiden Seiten sein!

  10. 10
    wortwart says:

    „Wir haben in den vergangenen Wochen einiges Neues über den Charakter von Christian Wulff gelernt. Und nichts Neues über den Charakter der „Bild“-Zeitung.“

    Das würde ich für mich nicht sagen. Ich hätte der Bild nicht zugetraut, diese Geschichte derart raffiniert zu inszenieren. Vielleicht hat mich jahrelanges Bildblog-Lesen dazu gebracht, die Bild zu unterschätzen (was die Intelligenz angeht, nicht die Bösartigkeit).

  11. 11
    BV says:

    Er hat’s schon wieder getan: Der Beitrag gibt meine Gedanken zu dem Thema recht genau und auch wunderschön pointiert wieder. Weiter so.

  12. 12
    SvenR says:

    @Stefan #9: Dass ist ja auch gut und schön so. Journalisten sollten (grundsätzlich) auf keiner Seite stehen. Und dennoch tun es (fast) alle in der Causa Wulff. Das führt dazu, dass so Menschen wie ich sich auf die andere Seite stellen. Ostentativ, oder wie das heist.

  13. 13
    Maxe says:

    Ein wenig enttäuscht war ich gestern beim Tatort– und Wochenend-Epilog „Günther Jauch“ von Ferdinand von Schirach. Der hat zwar m.E. die richtige Frage nach dem Sinn des Bundespräsidialamtes bei Kosten von etwa 30 MIo EUR im Jahr (wenn das stimmt bin ich noch mehr für eine Diskussion dessen) gestellt und wurde ebenso wie die Journalistin Anne Mailliet im Internationalen Frühschoppen vormittags einfach damit ignoriert, weil es wohl als unangenehme Themaverfehlung lieber nicht zur Sprache kommen sollte.

    Dass aber ein so gescheiter Mann nicht die Frage gestellt hat, die ich die ganze Zeit auf den Lippen hatte, nämlich „Herr Blome, wir diskutieren hier die ganze Zeit die moralischen Anforderungen, die wir an einen Bundespräsident stellen wollen. Was sind eigentlich die moralischen Anforderungen, die wir an Redakteure überregionaler Tageszeitungen stellen? Ist wirkliche keine der Wahrheiten, die Sie heute Abend hier gesagt haben vielleicht auch nur eine Dreiviertel-Wahrheit gewesen?“, das fand ich etwas schade. Diese Frage hätte ihm gut zu Gesicht gestanden.

    Danke, dass wir das hier heute wenigstens einmal öffentlich angesprochen haben.

  14. 14
    Maxe says:

    Nein jetzt hab Ichs: Günther Jauch hätte diese Frage an von Schnarch stellen sollen.…. ach, was solls.

  15. 15
    Joerg Kachelmann says:

    In jeder Form richtig.

  16. 16
    silvio machunze says:

    danke für die vielen texte der letzten zeit. dieser hier ist der beste davon

  17. 17
    Alberto Green says:

    Außerdem hat die BILD natürlich jedem Politiker, der ihr je aufs Band gerotzt hat (ich unterstelle da ein sauber geführtes Archiv), und allen, die es noch vorhaben, einen Pferdekopf ins Bett gelegt.
    Wenn der Wulff geht, hat die BILD die Macht, von der sie bisher nur behauptete, sie zu haben. Insofern weiß ich, was SvenR meint, wenn er sich auf die Seite von Wulff stellt.

  18. 18
    Murke says:

    # 13, naa jaaa, um die ersehnte moralische Instanz zu zitieren:

    „von Schirach: (lacht) ‚O nein, ich bin kein Missionar, kein Lehrer und kein Pfarrer. […]“

    op. cit.: http://www.bild.de/news/inland/ferdinand-von-schirach/ferdinand-von-schirach-im-interview-19714194.bild.html

  19. 19
    polyphem says:

    SvenEhr hats schwer. :-)

    Ich bleibe dabei: Einen souveränen BP könnte „Bild“ nicht gefährden.

    Wenn „es“ die „Richtigen“ trifft, akzeptieren „wir“ leicht das Falsche. Wenn die „Falschen“ was richtig machen, muss es falsch sein? Ein Dilemma.

    Das Fahrstuhl-Gleichnis von Döpfner ist ein Gleichnis, ein „Bild“. Es wird in der ganzen Diskussion zitiert, als sei es ein Naturgesetz. Niemand muss mit dem Fahrstuhl wieder runter fahren. Man kann auch aus dem Fenster springen. [Sarkasmusmodus off]

    Disclaimer: Ich habe nur einmal in meinem Leben (im Ausland) eine „Bild“ gekauft. (Ich war jung und brauchte die Sportnachrichten.) Und ich klicke weder Bild-Internet-Seiten an, noch kaufe ich andere Druckerzeugnisse, auf denen „Bild“ steht.

  20. 20
    Maxe says:

    @SvenR: Allerdings gibt es eigentlich auch keinen Grund, sich auf die Seite von Wulff zu stellen. Ich meine, wenn sich zwei moralisch fragwürdige Gestalten gegenseitig bekriegen, muss man sich den dann wirklich auf eine Seite stellen?

    In vergleichbaren Konstellationen zieht man die beiden an den Ohrwascheln (wie man in Bayern sagen würde) aus dem Sandkasten und schickt sie ohne Abendessen ins Bett. Das Problem: Das geht hier weder mit dem Bundespräsidenten, der sich faktisch nur selber ohne Abendessen ins Bett schicken kann, noch mit Herrn Diekmann, der in einem solchen Fall einfach nachts aufsteht und sich selber etwas zum Abendessen macht, während die Eltern schlafen. Und am nächsten morgen sagen die Eltern dann: Ach, der Kai, das ist aber auch ein Lausbub.

  21. 21
    Norbert says:

    Hinter dem Fahrstuhlgleichnis steckt folgende Perfidie: BILD unterstützt immer den Kandidaten, bei dem BILD schon von Leichen im Keller weiß, so dass bei Bedarf der „Abwärts“-Knopf durch Erpressung gedrückt werden kann.

  22. 22
    überrationell says:

    Ihr sorgt noch mit all diesen Meta-Stories dafür, dass der Typ letztendlich im Amt bleibt. Dabei wird vergessen, dass trotz all den Kampagnenartikeln immer ein wahrer Kern in den Geschichten steckte. Und das Zeitungen ihr bestmögliches tun, um diesen heuchlerischen Berufspolitiker für den Rest seiner Zeit auf die Hinterbänke zu verbannen begnügt mich als Leser, der das Schauspiel durchblickt. Man wartet im Colosseum nur noch auf den Moment, in dem sich der Daumen senkt.

  23. 23
    A.L. Dreyfus says:

    Ja, zum Glück muss man für keine Partei sein: weder für den schmierigen Wulff, der seine „gute Freundin“ vorschickt, um ihn „menschlich“ darzustellen, also „zu Hause in Jeans und ‚nem Glas Saft“.

    Noch für den widerlichen Blome, dessen jämmerlicher Paternoster-Witz zum Glück — ganz seinem Niveau entsprechend — keine lachenden Abnehmer fand.

    À propos Blome: diesem hof– und salonfähig gewordenen Kleingeist und „Bild“-Außenminister sollten tatsächlich mehr Menschen auf die Finger schauen — und ggf. auch draufklopfen. Und Jakob Augstein sollte seinen schäbigen Irrweg korrigieren und sein Tête-à-tête mit dem Napoleon für Arme schnellstmöglich einstellen. Irgendwann ist sonst auch seine Glaubwürdigkeit anzuzweifeln.

  24. 24
    fk says:

    Richtig, und genau wegen dieser hier zusammengefasste Erkenntnisse ist diese Affäre wichtig: Wulff erfüllt nicht die moralischen Kriterien als Bundespräsident, BILD ist eine schlimme Sorte Boulevardblatt.

    Das müssten jetzt bitte alle kapiert haben und dementsprechend reagieren.

  25. 25
    theo says:

    @21:

    Der „wahre Kern“ wird ja nun weiß Gott nirgends verschwiegen. Die Frage wäre nur, was wichtiger ist: dubiose Finanzierungsgeschichten oder ein vergeigter Telefonanruf.
    Wenn die Presse wirklich etwas aufdecken würde: soll sie, gerne. Aber diese Anruf-Nummern, die da zur Zeit kursieren, sind doch ein journalistisches Armutszeugnis.

    Spiegel, FAZ, SZ und andere berufen sich dabei stets nur auf eine Quelle, und das ist ausgerechnet die Bild-Redaktion. Sämtliche journalistische Standards werden außer Kraft gesetzt.

    Von mir aus soll Wulff abdanken, das kümmerte mich nicht.

    Aber es kann nicht sein, dass die dümmsten Methoden geheiligt werden, nur weil der Zweck es gerade hergibt.

  26. 26
    Spitze_Feder says:

    Wer auf alles eine Antwort weiß, den sollte man am besten gar nicht erst fragen. (E. v. Hierschhausen in seinem Vorwort zu Manfred Lütz‚„Irre! Wir behandeln die falschen“)

  27. 27
    Thomas says:

    Ob jetzt die Methoden der BILD oder der anderen Zeitungen in dieser Sache zumindest fragwürdig sind, kann jeder selber entscheiden. Soweit ich dies alles durchblicke, hat sich zumindest jede Story immer bewahrheitet oder wurde bestätigt.

    Aber ich sehe BILD hier gar nicht mal als treibende Kraft. Wenn man mal BILD und SPIEGEL nimmt: Die BILD liefert die Überschrift, der SPIEGEL bringt die Geschichte und die Fakten dazu. So sehe ich das. Wenn es dort mal keine inoffizielle Kooperation gibt, weiß ich auch nicht.

    Das schöne ist einfach nur: Wenn man neutral ist und sowohl BILD als auch Wulff doof findet, ist es wirklich großartig und amüsant, sich das alles anzuschauen und man wartet schon gespannt auf die nächste Geschichte.

  28. 28
    Hel says:

    Ich erkenne diesen Bruch nicht. Bild und Spiegel haben irgendwann nach Wulffs Antritt als Bundespräsident angefangen, wegen des Immobilienkredits zu recherchieren. Ich kann daran nichts Schlechtes erkennen.

    Vielleicht hat Bild seine Haltung zu Wulff geändert, weil sich bei der Wahl, dass die Mehrheit sich Gauck gewünscht hätte. das kann sein, muss aber nicht.

    Zuvor war Wulff einfach zu nichts andrem zu gebrauchen als zu Homestories. Dann ergab sich aus den Recherchen etwas brisantes und Bild hat zugegriffen.

    Wulff hat das irgendwann kapiert und als Kriegserklärung verstanden. Aber eigentlich macht Bild nur, was eine Zeitung machen sollte.

    Verwerflich oder überflüssig kann ich nur die Homestories finden. Aber das ist im Boulevard nun einmal üblich.

    Die Vorwürfe gegen Wulff treffen zu. Ich kann die Taktik von Bild schon nachvollziehen. Man kommt mit einer Enthüllung zur Sache raus, aber sie zündet nicht, weil Wulff sie durch Halbwahrheiten vernebelt und durch handfeste Gegenmaßnahmen aufzuhalten versucht. Dann schaltet man einen Gang höher und dann noch einen. Mit dem Lügen hat in dieser Sache Wulff angefangen. Es ändert nicht daran, dass Bild früher gelogen hat.

  29. 29
    f.luebberding says:

    Niggemeier

    „Christian Wulff ist, das zeigt auch dieses Detail, nicht darüber gestolpert, dass er sich mit „Bild“ angelegt hat, sondern darüber, dass er immer noch glaubte, mit ihr gemeinsame Sache machen zu können.“

    Ja so kann es gehen, wenn wider Erwarten plötzlich journalistisch nachgefragt wird. Da war die Überraschung so groß, dass man gleich den Krieg erklärt. Wulff hätte ja auch einfach die Fragen beantworten können. Und so schlecht war Blome nun gestern auch wieder nicht … .

  30. 30
    Christoph Kappes says:

    Danke. Wenn überhaupt jemand „Eier in der Hose“ hat, sind Sie das. Ansonsten scheinen da eher Mercedesschlüssel zu klimpern.

  31. 31
    nurmalso says:

    jemand sollte mal …
    … über das warum im umgang der bild-zeitung mit dem noch amtierenden bp schreiben.
    mich interessiert doch nicht der wortlaut einer mailbox nachricht beim schmierlappen diekmann. was hat wulff gemacht oder noch vor, dass er das wohlwollen seiner ehemaligen hofberichterstatter verloren hat. oder stimmt es und es geht über bande eigentlich gegen angela m.?
    und weshalb lassen sich andere, ehemals als ernstzunehmende medien wie die süddeutsche als erfüllungsgehilfen für bild einspannen? was ist ihre rolle in diesem spiel?

  32. 32
    Jörg Kremer says:

    Ich mag mich auf keine Seite mehr schlagen. Schlagen sowieso schon nicht, denn zu kämpfen lohnt es sich bei keinem der Kontrahenten. Man möchte eigentlich beide Seiten zum Schämen für den Rest des Jahres in die Ecke stellen.

    Je nach Informationslage neige ich also mal leicht, ganz leicht, zu diesem, ganz eben zu jenen. Auf beiden Seiten gibt es menschlich Verständliches, beruflich Verständliches, situativ Verständliches und immer auch das völlige Gegenteil. Bis hin zum Ekel.

    Der Artikel hat mich wieder zum Neigen gebracht. Dies aber in der allerbesten Form, die ich in dieser Diskussion bisher gefunden habe. Respekt Herr Niggemeier.

    Die Gesprächsrunde gestern bei Jauch habe ich als eine einzige Belastung für mein Hirn und meinen Körper empfunden. Es ist dieser Ekel der dann aufsteigt, der mich gleichermaßen extrem abstößt, wie auch zum Verweilen verleitet, weil man sich nicht vorstellen kann, dass eine solche Runde nicht mehr zu leisten im Stande ist.

  33. 33
    Stefan Niggemeier says:

    @f.luebberding: Nach dem, was der „Spiegel“ aus der Nachricht zitiert, hat Wulff „Bild“ nicht den Krieg erklärt. Jedenfalls ist das keine zwingende Interpretation. Der „Spiegel“ zitiert Wulffs Nachricht so:

    Warum das Blatt nicht akzeptieren könne, „wenn das Staatsoberhaupt im Ausland ist, zu warten, bis ich Dienstagabend wiederkomme, also morgen, und Mittwoch eine Besprechung zu machen, wo ich mit Herrn … den Redakteuren rede, wenn Sie möchten, die Dinge erörtere und dann können wir entscheiden, wie wir die Dinge sehen, und dann können wir entscheiden, wie wir den Krieg führen“. (…)

    Er wolle „einfach, dass wir darüber sprechen, denn wenn das Kind im Brunnen liegt, ist das Ding nicht mehr hochzuholen — das ist eindeutig“. Dass man nicht bis Mittwoch warte „und dann sagt: Okay, wir wollen den Krieg und führen ihn. Das finde ich sehr unverantwortlich von Ihrer Mannschaft, und da muss ich den Chefredakteur schon jetzt fragen, ob er das so will, was ich mir eigentlich nicht vorstellen kann“.

    Es liest sich für mich eher so, als empfindet Wulff, dass „Bild“ ihm den Krieg erklärt hat.

  34. 34
    zoey says:

    trifft den nagel auf den kopf.

    ich kann das mitleid mit wulff nicht nachvollziehen.
    da gilt: wie man sich bettet, so liegt man

    wulff ist erwachsen. er hat lang und schmutzig mitbekommen, dass bild eher schweinetrog als daune ist.

    was mir so aufstößt, ist diese präsenz, die bild in der kompletten medienlandschaft deutschlands hat.
    die lassen doch schon ende januar die korken knallen auf ein geiles erfolgreiches jahr.

  35. 35
    Clemens Gleich says:

    Die Bild hat es in der Wahl ihres Verhaltens einfach, aber ich habe die Verkaufszahlen der Wulff-Reihe noch nicht gesehen. Die müssen ja am Ende stimmen.

  36. 36
    Christina says:

    Lieber Stefan Niggemeier,
    vielen Dank für diese differenzierte Darstellung dieses Themas. Lange habe ich den Spiegel gelesen, in den letzten Jahren allerdings immer weniger. Gestern bei Günther Jauch ist mir auch das Warum wieder klar geworden. Der Spiegel hat im letzten Jahr noch eine dicke Titelgeschichte zur Bild-Zeitung gedruckt (inhaltlich eher dünn, aber das ist etwas anders). Dass sich das gleiche Magazin jetzt mit Teilen der diekmannschen Mailbox-Nachricht Auflage verschafft, ist ebenso verlogen wie peinlich.

  37. 37
    Thomas Hackenberg says:

    Chapeau!!

  38. 38
    JO says:

    Das ist ja das größte Problem, dass Wulff gegen die Veröffentlichung ist und so nur eine mitgeschriebene, vorgelesene, geskriptete Mailboxnachricht vorliegt. Die Interpretationen haben so zu beiden Richtungen viel Platz. Für und gegen ihn. Warum lässt Wulff das zu?

  39. 39
    Ralf Koch says:

    Danke für den interessanten Artikel.
    Ich frage mich auch regelmässig, warum nicht andere Journalisten die Art der Berichterstattung der Bild (und anderer Medien ebenso) kritisch und offen hinterfragen — einmal ganz abgesehen von der aktuellen Thematik. Ist auch das Angst vor dem übermächtigen Springerkonzern?
    In einer Zeit, in der immer weniger Journalisten ihrem tatsächlichen Berufsbild nachkommen sondern Agenturmeldungen ungefiltert und unrecherchiert nachplappern, da hofft man vermutlich auf jeden Happen auch aus dem Hause Springer um ihn schnell für sich mit zu verwerten und möglichst schnell damit ans Tageslicht zu drängen — ohne Rücksicht auf Verluste.

    Oder ist das die Angst vor der Nestbeschmutzung, die hier Rückhalt gebietet und damit beim Leser, der unisono identische Phrasen in der Presse liest, ein einheitliches und damit vermeintlich wahres Bild vermittelt?

    Ich muss dabei immer an den Terrorakt in Oslo denken, wo sich alle mit islamistischen Hintergrundvermutungen überschlugen und nur zögerlich auf die Wahrheit einschwenkten, ohne auch nur einmal zu hinterfragen, wie diese erste Fehlinformation, die ja gerade so schön zur Stammtisch-Meinungsmache beiträgt, es bis in die Veröffentlichung schaffen konnte…

  40. 40
    theo says:

    @27, Hel:

    „Die Vorwürfe gegen Wulff treffen zu.“

    Welche denn? Alle? Wenn Sie das wissen, sollten Sie der bestbezahlte Rechercheur des Landes sein.

  41. 41
    grey²³ says:

    Wieso hat dieser BP eigentlich nicht den Mumm, zu sagen: BILD will mich fertig machen. Er würde einer Unzahl von mehr oder weniger hilflosen Opfern eine prominente Stimme geben. Er schätzt die Situation falsch ein, was sicherlich einem Mangel an politischem Geist geschuldet ist und der abstoßenden Art, wie er Politik betreibt (wirkt zumindest auf mich abstoßend). Seine Anwälte sollte er besser einsetzen, das Band zu veröffentlichen. Meine Güte, wäre es nicht Wulff, sondern z.B. ein Gauck gewesen, der sich mit der Springerpresse anlegt, ihre Redakteure ins Bellevue zitiert, mit Krieg droht — das Volk würde sich ein Denkmal überlegen, dass sich einer traut, BILD das Maul zu verbieten. Und was macht Wulff? Er entschuldigt sich — natürlich nicht beim Volk, dass er für dumm verkaufen wollte, sondern beim Springer-Verlag, der ihn als dementen Pinocchio in die Geschichte eingehen lassen will — mehr Eier, Wulff, und etwas mehr Vertrauen zu den Leuten, deren Präsident sie sind.

  42. 42
    Michael says:

    Wer gaubt, dass eine Zeitung wie BILD nur positiv über Personen des öffentlichen Lebens berichten dürfte, hat offenbar völlig falsche Vorstellungen von Funktionen und Aufgaben der Medien im politischen System. Dass BILD ggf. auch investigativ gegen Politiker recherchiert, widerspricht ja gerade dem Zerrbild von der generellen Kumpanei zwischen Medien und Politik. Bei einem sogenannten Medienjournalisten ist solch verqueres Bild von der Rolle der Medien um so bedenklicher. Solche schon grotesk naiven Illusionen hat er dann wohl mit dem gerade strauchelnden Bundespräsidenten Wulff gemein.

  43. 43
    Bild mir meine Meinung says:

    Ich weiss echt nicht was schlimmer ist, dass

    a) zwei Springerheinis bei Jauch sitzen und beide auf unabhängig voneinander machen und das bewusst, da es immer noch Menschen gibt, die mit „Bild ok, aber der Spiegel schreibt das auch!“ argumentieren

    b) beide nicht entsprechend kritisiert werden

    c) ich Dank Bild die Pressefreiheit schon fast in Frage stelle

    d) es weiss Gott wichtigere Debatten gibt (ohne das ich jetzt die Doofheit Wulffs schön reden will) als auf Wulff einzudreschen, Sarrazin zu hypen und und und und und (bei der Bild kann man nur leider keine genug „unds“ einfügen)
    Wie wäre es z.B. mal wieder über eine vernünftige mediale Berichterstattung über die braune Armee Fraktion???

    Normalerweise ist das eine a oder b Frage, bei Bild ist das anders.

    Auch wenn immer das Gegenteil behauptet wird, Deutschland hat anscheinend keine richtigen Sorgen mehr.…

    …aber wenigstens noch ein paar mitdenkende Menschen. In diesem Sinne vielen Dank für diesen grandiosen Beitrag.

  44. 44
    Stefan Niggemeier says:

    @Michael: Sie haben meinen Text entweder nicht gelesen oder nicht verstanden.

  45. 45
    Zippo says:

    Wenn es doch nur eine „Bild“-Kampagne wäre. Aber Spiegel, FAZ und SZ und alle anderen machen mit.

  46. 46
    JJ says:

    Gehen hier Links? Zusammenfassend bleibe ich bei meinem Tweet vom 5. Januar

    https://twitter.com/#!/zoolamar/status/154936492240805890

    Die BLÖD führt den Bundespräsidenten am Nasenring durch die Manege und das Volk johlt dazu! #wennsonstnichtsist #Wulff

  47. 47
    sdu says:

    Mit einer wirklich genialen Karikatur hat @DerBulo das Thema Bild vs. Wullf meines Erachtens schon vor ein paar Tagen perfekt auf den Punkt gebracht ( http://twitpic.com/83tlgf ). Die entscheidende Frage ist, denke ich, inzwischen eine andere: Wer unterbricht man das zunehmend enervierende Perpetuum mobile? Wulff selbst hätte die Möglichkeit dazu gehabt, wenn er sich Mitte Dezember zum Rücktritt entschlossen hätte. Diekmann hätte die Möglichkeit gehabt, wenn er den Wulff’schen Anruf bereits Mitte Dezember öffentlich gemacht hätte. Inzwischen haben sich beide in ihren Positionen verschanzt: Wulff in der Rolle dessen, der angeblich nichts Unrechtes getan, angeblich alles offen gelegt, und sich für Ungeschicklichkeiten vermeintlich entschuldigt hat. Bild/Diekmann in der Rolle des vermeintlich ebenso staatstragenden wie unparteiischen Aufklärers, der vorgeblich die Diskretion zu wahren bereit ist. Beide Positionen sind natürlich ebenso durchschaubar wie unglaubwürdig. Trotzdem ist absehbar, dass sich das Karussel spätestens mit Einsetzen der politischen Talkshows nach der Weihnachtspause ad nauseam weiterdrehen wird. So wichtig ich es finde, Metaebenen gegenwärtiger politischer Kommunikation und Öffentlichkeit zu analysieren, so sehr wünschte ich mir inzwischen ein Medium, das den Rummel zu unterbrechen bereit und in der Lage ist. Gibt es denn wirklich keine seriöse und angesehene Zeitung, Nachrichtenmagazin o.ä. mehr, die: 1. In nachvollziehbarer Weise die belegten (und auch die wiederlegten!) Vorwürfe zusammenstellt? 2. Dabei ausschliesslich auf Recherche und Fakten setzt, auf lose Enden und raunendes Insinuieren hingegen verzichtet? 3. Das Transkript der Diekmannschen Mailbox endlich veröffentlicht, Kopien sind ja wohl in hinreichender Zahl unterwegs, um so die unselige Spekulation darum endlich zu unterbinden? Falls die Antwort auf alle drei Fragen nein lautet: Dann, scheint mir, ist die Bildzeitung derzeit unser geringstes Problem. Dann sollte man wohl eher die vermeintlich seriösen Medien einer verschärften Metaanalyse unterziehen …

  48. 48
    Wetter says:

    Stefan Raab machts vor, wie mans richtig macht. Und dennoch sind die restlichen Promis und Politiker nicht in der Lage, daraus sinnvolle Schlüsse zu ziehen. Mit Wulff und Gutenberg weiß man aber auch warum.

    Frag sich, wie lang Wulff sich noch in sein Schloss einmauern kann. Er hat den Krieg schon verloren, den er selber angedroht hatte.

  49. 49
    Inge says:

    Guter, ausgewogener Text.
    Bild ist Bild ist Bild.

  50. 50
    Regierungs4tel says:

    Lieber Herr Niggemeyer,

    in der NDR-Doku „Der umstrittene Präsident“ http://www.ardmediathek.de/ard/servlet/content/3517136?documentId=9197608 können Sie den O-Ton des Stern-Redakteurs HM Tillack begutachten, der detailliert beschreibt, wie Glaeseker mit dem Geerkens-Vertrag in Händen verhandelt hat. Danach ist die Darstellung von Heidemanns glaubhaft.

  51. 51
    Joerg Kachelmann says:

    @47 Wenn man Erkenntnissen der taz und anderen bedeutenden Recherchen glauben darf, hat die von Ihnen verlinkte Karikatur in Teilen sehr unrealistische Zuege, die mit der Realitaet nicht vereinbar sind.

  52. 52
    Mediale Berichterstattung - Auflage vs. Themenpriorität | steve-r.de says:

    […] In einem weiteren Artikel schreibt Stefan Niggemeier über “Vom Glück, „Bild“ zu sein“. […]

  53. 53
    Inge says:

    Bemerkenswert auch von Niggemeier als Spiegel-Auftragnehmer, diesen zu kritisieren. Das ist es wohl, was @Kappes mit „Eier in der Hose“ meint. Wenn Journalisten nicht mehr Kritik am eigenen Berufsstand üben, verkümmert dieser völlig.

  54. 54
    f.luebberding says:

    Niggemeier

    Das ist nicht die Frage, sondern ob die Bild Wulff überhaupt den Krieg erklärt hat. Wie kommt er zu diesem Eindruck? Weil man zu den Umständen seines Hauskaufes recherchiert? Das war nicht nur die Bild, wie alle wissen. Und er hat niemanden eine Antwort gegeben, die in sich schlüssig gewesen wäre. Man musste sich sogar die Einsicht in das Grundbuch einklagen. Seine einzige Antwort war nach drei Tagen die erste Presseerklärung gewesen, die nur auf die Anfrage im Landtag abzielte. Wulff hat den Namen Geerkens genannt. Wulff hat gemeint, dass er damit diese Geschichte erklärt habe. Ist es eine Kriegserklärung, wenn man sie nicht unbesehen glaubt? Nur drei Tage nach der ersten Presseerklärung hat Geerkens gegenüber dem Spiegel deutlich gemacht, dass diese erste Erklärung alles war, nur nicht überzeugend. Es gab keine Kriegserklärung an Wulff. Er hätte einfach die Fragen beantworten können — und das wäre es gewesen.

    Hier sind wir ja unter uns … . Die Kritik an der Bild ist absolut berechtigt. Wir wissen alle, was wir von ihr zu halten haben. Nur habe ich immer noch kein Argument gelesen, dass sich die Bild in dieser Wulff Sache nicht an journalistische Standards gehalten hätte. Der Vorwurf lautet viel mehr, dass sie das sonst auch nicht tun würde. Nur hat sie es hier getan, nach allem was wir wissen. Und kein Mensch kann mir ernsthaft erzählen, dass er, anstatt die Umstände des Kredits zu recherchieren, den Anruf von Wulff zum ersten Aufhänger gemacht hätte. Ich warte nur noch darauf, dass neuerdings auch Nixons Tonbänder als Eingriff in die Privatssphäre gewertet werden.

    Und jeder, der nun eine Kampagne vermutet, soll mir eine schlichte Frage beantworten. Wäre Wulff im Amt geblieben, wenn er gesagt hätte: ich habe einen Privatkredit von Herrn Geerkens bekommen, dessen korrekte Abwicklung ich aber verstecken wollte. Daher habe ich das als einen Kredit von Frau Geerkens deklariert. Zudem habe ich mehrmals konstenlosen Urlaub in den Häusern von einflussreichen Personen des deutschen Wirtschaftslebens gemacht, deren Geschäftsfelder ohne Zweifel etwas mit meinem Amt zu tun gehabt haben. Zudem hat im Wahlkampf Herr Maschmeyer die Werbung meines Buches bezahlt und zugleich Herr Grossmann von der RWE mehrere tausend Exemplare dieses Buches gekauft. Leider habe ich nichts davon der deutschen Öffentlichkeit mitgeteilt. Es waren alles Freunde. Wie die Dame aus Norderney. Es war nämlich alles privat. Als ich Veröffentlichungen fürchten musste, rief ich bei den Herren Diekmann und Döpfner an, weil ich deren Handeln als eine Kriegsdrohung betrachtete.

    Wer also glaubt, dass das überzeugend gewesen wäre — nur das wäre transparent gewesen. Und zwar schon im Jahr 2010 im niedersächsischen Landtag — kann gerne weiterhin die Bild thematisieren, die eben dieses eine Mal nicht mitgemacht hat.

  55. 55
    meykosoft says:

    „…In einem TV-Interview behauptet „Bild“-Vizechef Blome, Christian Wulff habe den Bericht über seinen Hauskredit nicht nur hinausschieben, sondern „eindeutig“ verhindern wollen. Wulffs Anwalt betont dagegen, sein Mandant habe keine Angst vor einer Veröffentlichung der Mailbox-Nachricht…“

    http://www.sueddeutsche.de/politik/streit-um-mailbox-nachricht-des-bundespraesidenten-wulffs-anwalt-widerspricht-bild-1.1253089

  56. 56
    Inge says:

    #54
    Die Kritik an Bild ist ja, dass sie taktiert. Mal so, mal so. Jetzt seriös, aber nicht wirklich, denn sie lässt die anderen (Leitmedien) machen, obwohl sie selbst könnte (keine Eier). Ein Spielchen ist das, ein richtig blödes Spielchen, es nervt, mich jedenfalls. Und ich kann Wulffs Verhalten alles andere als nachvollziehen, befürworten. 

  57. 57
    f.luebberding says:

    Jeder taktiert. Es gibt nur eine schlechte und eine gute Taktik. Man muss sich aber in der Strategie an Regeln halten, etwa als Journalist oder auch als Bundespräsident. Alles andere ist schlichter Unsinn.

  58. 58
    Stefan Niggemeier says:

    @f.luebberding: Das ist es doch: Wir wissen es einfach nicht, was vorher zwischen Wulff und „Bild“ vorgefallen ist und warum Wulff im Verhalten von „Bild“ eine Kriegserklärung sah.

    Ich gebe zu, ich lese den Namen Martin Heidemanns und bei mir schrillen alle Alarmglocken. Das spricht erst einmal massiv gegen Wulff und seinen Sprecher, zu glauben, dass man ausgerechnet mit einem Mann wie Heidemanns einen Deal machen könnte. Aber wir wissen auch nicht, mit welchen Methoden Heidemanns es geschafft hat, dass der Bundespräsident ausgerechnet ihm die Wahrheit (oder jedenfalls eine größere Annäherung an die Wahrheit) verraten wollte.

    Wulffs Verhalten ist zutiefst intransparent, und er gibt die Wahrheit nur scheibchenweise zu. Das trifft aber auch auf „Bild“ zu. Wulff hat sich offenbar u.a. geärgert, dass „Bild“ den Namen des Geldgebers als eigenes Rechercheergebnis nennen wollte und nicht, dass Wulff selbst ihn verraten hat. „Bild“ spielt in perfider Weise über Bande, anstatt selbst zu handeln und für die Konsequenzen ihrer Handlungen einzustehen.

    Und Blome sitzt im Fernsehen und reiht eine Unwahrheit und Unwahrhaftigkeit an die nächste, völlig unbeeindruckt davon, dass man sie ihm sofort nachweisen kann. Und ihm und seinen Kollegen sollen wir trauen, was die Abläufe angeht? Und von ihm und seinen Kollegen lassen wir uns erklären, was Wahrheit und Moral und Transparenz ist?

    Eins noch, wenn Sie schreiben:

    Es gab keine Kriegserklärung an Wulff. Er hätte einfach die Fragen beantworten können – und das wäre es gewesen.

    Im Gegensatz zu Ihnen bin ich mir nicht sicher, die Wahrheit zu kennen.

  59. 59
    Live: Simon liest das Internet. | lemontreepresse says:

    […] Weiter gehts mit Niggemeier: Vom Glück, „Bild“ zu sein […]

  60. 60
    Inge says:

    Die Berufsethik lässt sich mit taktischem Agieren oftmals nicht vereinbaren, @Luebberding.

    Warum veröffentlicht Bild die Zitate nicht selbst? Warum potenziert sie ihre Macht — taktisch — durch die Benutzung der Leitmedien? Um schlagkräftiger zu sein, um seriöser zu wirken? Niggemeier hat das Spiel durchschaut, ebenso Spreng — und ich. ;-)

  61. 61
    Iris says:

    @Gregor Keuschnig (#1):

    „Bild“ ist längst satisfaktionsfähig geworden und gilt inzwischen als „investigativ“. Man nennt „Bild“ immer mehr in einem Atemzug mit dem „Spiegel“.

    Letzteres trifft zu, ist aber m.E. kein Beleg für Ersteres. Der Vergleich funktioniert nämlich auch andersrum: Nicht BILD hat sich m.E. hinaufbewegt, sondern der Spiegel hat sich in den letzten Jahren immer mehr herabgelassen und mit dieser Geschichte einen vorläufigen Tiefpunkt erreicht.

    Als Mascolo gestern einmal fast hochnäsig-arrogant betonte, dass er (bzw. „Spiegel“) wenig Gemeinsamkeiten mit „Bild“ habe, lächelte Blome nur mokant.

    Nicht fast. Beide haben auf mich einen maßlos arroganten und selbstgerechten Eindruck gemacht. Keiner hat in meinen Augen auch nur einen Hauch besser ausgesehen als der andere.

  62. 62
    Bernhard Paul says:

    Mutig, sehr mutig, Herr Niggemeier. Ich gratuliere, bin aber auch besorgt. Kann mir vorstellen, dass BILD Ihren Wurzelboden schon gewaltig unterwühlt. Machen Sie jetzt keinen Fehltritt, sonst versinken Sie in dem Loch.

  63. 63
    Stefan Niggemeier says:

    @Bernhard Paul: Völliger Blödsinn und nicht mutig.

  64. 64
    theo says:

    @f.luebberding:

    Das Problem ist nicht so sehr, ob die „Bild“ sich an journalistische Standards hält. Vielmehr sollten FAZ, Spiegel, Süddeutsche u.v.m. sich daran halten. Dazu zählt, sich nicht nur auf eine Quelle zu verlassen — oder sich, wenn die Recherche stockt, mit Bewertungen zurück zu halten.

    Lesen Sie mal, wie ihr Kollege Hanfeld locker mit solchen Dingen umgeht und sogar darüber schimpft, dass andere Journalisten an diesem einen Abend kein klares Urteil fällen wollten:

    http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/nach-dem-fernsehinterview-aktion-hasenfuss-11593713.html

    Der letzte Absatz wirkt dann nur noch als Realsatire zu dem, was davor zu lesen ist.

  65. 65
    f.luebberding says:

    Niggemeier

    Ich kenne den Kollegen der Bild nicht. Ich kann mich also nicht dazu äußern. Wenn ich aber als Chefredakteur handeln müsste, würde ich in so einer extrem heiklen Angelegenheit nur meine besten Leute einsetzen. Also vor allem Leute, die sich nicht einschüchtern lassen … . Das muss Diekmann aber selber wissen. Und wie gesagt: alle haben mit Wulff die gleichen Erfahrungen gemacht als es um diese Geschichte ging. Was Blome betrifft: was hätte Blome gestern erzählen sollen? Ich hätte besser den Bild Blog gemacht als Karriere bei der Bild? Man kann es auch übertreiben. Natürlich spielt etwa ein Blome eine andere Rolle in diesem Medienbetrieb als Sie — oder auch ein kleines Licht wie ich. Ich habe selbst etwas zur Rolle der Bild gemacht. Ich gelte, glaube ich, nicht als ausgewiesener Fan der Bild … . Das Kriterium ist in diesem Fall aber nicht die Rolle der Bild, sondern ihr Handeln jetzt. Und ganz ernsthaft: warum hat sich Wulff denn nicht gewehrt, wenn es tatsächlich Verstöße gegeben hat? Er hat alle Möglichkeiten, sich dagegen zu wehren. Er muss nicht bei Diekmann und Döpfner anrufen.

    Wir wissen aber vor allem bis heute eins nicht: wie waren die Umstände des Hauskaufes? Das ist das Problem.

  66. 66
    plastico says:

    Danke!
    Es ist schön und traurig zugleich, dass ich das hier lesen muss.

    Schön, weil es zeigt, dass ein freies Internet immer mehr die Rolle einer kritischen und unabhängigen Informations– und Diskussionsquelle einnehmen kann.

    Traurig, weil es die Verlogenheit und die Heuchelei der deutschen Presselandschaft zeigt, die einer von der BILD mehr oder weniger beliebig inszenierten Hetzkampagne hinterher hechelt ohne deren Rolle dabei zu hinterfragen.

    Dass Herr Wulff nicht das Format eines Bundespräsidenten hat, wusste man schon vorher. Aber die BILD hat mit ihrer anbiedernden Berichterstattung ja bis vor kurzem noch ihr Bestes gegeben, um die Öffentlichkeit vom Gegenteil zu überzeugen.

    Und wie hieß es die letzten Tage so schön – jetzt wo ihr dieses Bild nicht mehr in den Kram passt?

    „Wer mit der BILD den Aufzug nach oben fährt, der fährt auch mit ihr im Aufzug nach unten.“ Da dürfen sich die etablierten Medien bald nicht wundern, dass sie keiner mehr ernst nimmt. Sie fahren nämlich gerade mit nach „unten.“

  67. 67
    meykosoft says:

    Nochmal zum Taktieren: „Zu einer Veröffentlichung der Mailbox-Nachricht im Wortlaut sagte der Anwalt, die Entscheidung darüber obliege den Medien. Die Bild-Zeitung hatte in der vergangenen Woche Wulffs Zustimmung dazu erbeten — dieser hatte sein Einverständnis jedoch verweigert. „Es ist nicht richtig, dass hier eine große Angst besteht vor einer Veröffentlichung, aber es ist Angelegenheit der Bild-Zeitung, diesen Tabubruch zu begehen“, sagte Lehr. In seinem Schreiben an Bild-Chef Diekmann vom vergangenen Donnerstag habe der Bundespräsident nur grundsätzlich auf die notwendige Vertraulichkeit von Vier-Augen-Gesprächen und von Telefonaten hingewiesen.“(SZ)

  68. 68
    olfinger says:

    das war dann ja prompt und ausführlich. danke für diesen artikel. es spricht mir aus der seele.

  69. 69
    babayaga says:

    Wenn von einem _ent_gültigem Bruch, von einem _Über_schreiten des Rubikon und von einem sinngemäßen ‚Wahl der Waffen‘ (wie wir den Krieg führen) die Rede ist, dann lese ich heraus, dass da bereits _im Vorfeld irgendwas_ gelaufen sein muss, sprich das Duell bzw. der Fehdehandschuh wurde bereits im Vorfeld subtil hingeworfen.

    Sonst kommt man doch nicht so von ‚jetzt auf hier‘ auf eine solcherart Ausdrucksweise gegenüber seinen vermeintlichen ‚Freunden‘?
    (Es sei denn, die Hybris hat ihm da wirklich einen Streich gespielt, der muss dann aber mächtig, gewaltig gewesen sein)

  70. 70
    Zippo says:

    Der Spiegel, die FAZ und die Süddeutsche sind genauso an dem Spiel beteiligt wie die Bildzeitung.

  71. 71
    Vom Glück, „BILD“ zu sein | nachtwerker says:

    […] persönlich hatte mir ja vorgenommen, mich kommentarlos aus der Sache rauszuhalten. Aber dieser Beitrag von Stefan Niggemeier trifft’s dann doch ziemlich gut… Bewerten: Share this:DruckenGefällt mir:LikeSei der […]

  72. 72
    Peter.H. says:

    Ich hab irgendwie das Gefühl dass hier so eine Erwartungshaltung vorherrscht, dass ich mich als Leser über die Bild empören soll. Mach ich aber nicht. Schönen Tag noch.

  73. 73
    babayaga says:

    Peter H.

    Das sollst Du auch nicht.;-)

    Kennst du das Buch ‚Die Säulen der Erde‘?

    Im übertragenen Sinne stehen sich hier ‚Waleran Bigod‘ und ‚Percey Hamleight‘ gegenüber …

    … und Prior Phillip (das Volk) rätselt;-)

  74. 74
    World Wide Wagner – Medienmagazin vom 07.01.2012 says:

    […] Vgl.: * Rekonstruktion der Mobilbox-Nachricht * Tim Renner, “Bettina, zieh Dir das nicht an!” * Stefan Niggemeier, “Vom Glück Bild zu sein” […]

  75. 75
    irotaS says:

    Mich würde interessieren welches Verhalten sie im Umgang mit der Bild empfehlen. Als irgend ein Promi. Wir sind Helden sind die einzigen (mir bekannten) die sich geweigert haben, Bildwerbung zu machen. Vielen wird gesagt, sie müssen kooperieren. Auch wenn sie persönlich nicht wollen. Alle haben eine Heidenangst von der Bild in die Pfanne gehauen zu werden. Wie soll sich jemand Verhalten, der mit diesem Herrn Heidemanns mal ein nettes Gespräch hat? Ich denke da an Fälle wie Charlotte Roche oder Sibel Kekilli.… Würde mich ernsthaft interessieren. Es muss doch einen Weg geben, mit dem Laden fertig zu werden! Oder?

  76. 76
    Kevin says:

    „Seine Drohungen und auf die Betroffenen erpresserisch wirkenden Methoden sind berüchtigt.“

    Rieche ich da eine einstweilige Verfügung im Hintergrund, Bild-Methoden nicht mit Erpressung gleichzusetzen?

  77. 77
    Stefan Niggemeier says:

    @irotaS: Für irgendeinen Promi ist es ganz einfach: „Bild“ ignorieren. Nicht mit „Bild“ reden. Nicht mit „Bild“ kooperieren.

    Wenn „Bild“ einen in die Pfanne hauen will, wird „Bild“ einen in die Pfanne hauen. Ihre Macht gewinnt sie vor allem dadurch, dass Leute vor ihr Angst haben.

  78. 78
    dermax says:

    @75: Definieren Sie Promi!

    a) Schauspieler, Sternchen, etc.
    Wohl oder übel mitspielen, schliesslich ist das Teil des Geschäfts.

    b) Politiker, Sportler
    siehe 77, ignorieren, Wulff und Matthäus haben doch eindeutig gezeigt, dass man da nur verlieren kann.

  79. 79
    irotaS says:

    Danke. Das mit der Angst ist schon klar (Wer die Angst hat, hat die Macht). Ignorieren ok. Aber, in einem Fall wie zB. damals mit Kekilli oder Roche, bedeutet es dann wohl Ohnmacht. Und es bedeutet, dass tatsächlich die Dummheit, bzw. Naivität regiert (zu glauben ich könnte es mit der Bild aufnehmen), zusammen mit einen zu grossen Ego. Und natürlich eine Republik der Angst. Die sich durch alle Schichten zieht. Aber auch Bequemlichkeit. Vielleicht sollte das Fach MUT in den Schulen eingeführt werden…

  80. 80
    irotaS says:

    @78 „a) Schauspieler, Sternchen, etc.
    Wohl oder übel mitspielen, schliesslich ist das Teil des Geschäfts.“

    Da fängt der Fehler an… Und das Problem: Nämlich die Nötigung seitens Agenturen etc. Die dir eintrichtern es ginge nicht ohne Bild und es wäre eh zwecklos. Egal was für eine Art Promi. Ob Bedeutend oder unbedeutend (nach welcher Definition auch immer).

  81. 81
    Kurt Jansson says:

    Du schreibst: „Das Problem ist, dass bis heute unklar ist, was den Bruch ausgelöst hat.“ Seltsamerweise wird diese Frage jedoch kaum gestellt. Im Raum steht ein sehr plausibler Verdacht, was wohl der Auslöser war, niemand möchte es thematisieren — also tut man so, als ob es da nichts gäbe.

    Und Wulff ist so dumm, im Interview nicht komplett auf Konfrontation zu Bild zu schalten, sondern spricht von bösen Gerüchten „im Internet“. Kann man sich nur an den Kopf fassen.

  82. 82
    stefle says:

    Schöner Artikel.

    Die Motivation der Bild ist mir reichlich unklar. Kommentator „nurmalso“ sagte schon, vielleicht geht indirekt gegen Merkel. Hatte ich auch schon gedacht.

    Ich bin mir auch nicht so sicher, ob das wirklich als „klug“ bezeichnet werden kann, was die Bild so macht. Dürfte schließlich eine Warnung für andere Politiker sein.

    Oder braucht die Bild nur Auflage?

  83. 83
    Intermezzo (333) « Blue Archive says:

    […] Vom Glück, „Bild“ zu sein […]

  84. 84
    Keswin Dwossek says:

    „Kennst du das Buch ‘Die Säulen der Erde’?

    Im übertragenen Sinne stehen sich hier ‘Waleran Bigod’ und ‘Percey Hamleight’ gegenüber …

    … und Prior Phillip (das Volk) rätselt;-)“

    Schöne Metapher! Nur wer ist Herr Niggemeier bei dem Vergleich? :D

    @S. Niggemeier:

    Es gab ja viel zu lesen über diese „Bild Dir deinen Wulff“-Affäre, aber dieser Artikel ist mit Abstand der Beste bis jetzt.

    Danke dafür!

  85. 85
    Gregor Keuschnig says:

    Wulff ist nicht „irgendein Promi“, er ist Bundespräsident. Das Gerede vom „Bruch“ Wulffs mit „Bild“/ Springer halte ich für Verschwörungs-Unsinn. Die BamS machte im Juni 2010 mit „Yes, we Gauck“ auf und nahm dezidiert Partei für Gauck und nicht für Wulff (wie übrigens der „Spiegel“ auch). Wer an eine besondere Allianz glaubt, hat die „Bild“-Methode nicht verstanden und begibt sich indirekt auf Wulffs „Freunde“-Definition. Tatsächlich glaubt Wulff jemand wie Maschmeyer sei sein „Freund“ — dabei sucht der nur die Macht und sponsort jeden, der ihm einen Vorteil verspricht (erst Schröder dann Wulff).

    Die Angelegenheit ist viel einfacher: „Bild“ benutzt Menschen als Motive und Schlagzeilenbringer (das ist nicht alleine bei „Bild“/Springer so, aber dort besonders auffallend). Solange alles eitel Sonnenschein ist, wird es entsprechend abgebildet. Sobald sich Risse auftun, wird alles dafür getan, diese ebenfalls zu vermarkten.

    Die Lösung: Man könnte Kai Diekmann zum Bundespräsidenten wählen. Und dann könnten die investigativen Journalisten sich mal auf die Suche begeben…

  86. 86
    Inge says:

    Die großspurige Ankündigung von Wulff, die 400 Fragen mit Antworten im Netz veröffentlichen zu wollen, war ein        Megabluff.

    Die Presse beißt sich weiterhin die Zähne an diesem resistenten, dreisten Staatsoberhaupt aus. 

  87. 87
    skFFM says:

    Die Verschiebung von den Verfehlungen Wulffs hin zum (von mir aus bösem) „Spiel“ der BILD in den letzten Tagen in der Öffentlichkeit ist nach der Judith Holofernes/TAZ-Sache die nächste kostenlose und erfolgreiche Werbekampagne für die BILD. Gratulation.

  88. 88
    meykosoft says:

    @87 skFFM

    Bei der Auflagenentwicklung ist eine Werbekampagne aber auch dringend nötig ;-)
    http://www.bildblog.de/auflage.php

  89. 89
    Olly says:

    @ skFFM, #87

    Für Sie ist „Die Verschiebung von den Verfehlungen Wulffs hin zum (von mir aus bösem) „Spiel” der BILD“ eine „erfolgreiche Werbekampagne für die BILD“? Und auch die „Judith Holofernes-Sache war eine „erfolgreiche Werbekampagne für die BILD“? Woran messen Sie diesen Erfolg?

  90. 90
    Maxe says:

    Ich denke grey unter #41 trifft den Nagel mit dem was er sagt )allerdings nur im Endeffekt) auf den Kopf: Es ist natürlich reine Spekulation, ob die Sache bei einem Präsident Gauck anders verlaufen wäre. Und dass dieser Gedanke im Grunde kaum diskutabel ist, das hat auch einen Grund: Wir haben nämlich durch diese Sache das Gefühl bekommen, dass diese Geschichte eben doch sehr viel mit Wulff zu tun hat. Will heißen: Hätte sich jemand anders als Wulff vielleicht nicht so mit der Bild-Zeitung verheddern können?

    Das hätte ja vorausgesetzt, dass dieser andere frei in seiner Entscheidung gewesen wäre, Fragen zu beantworten, der Bild eine Veröffentlichung zuzugestehen und sich die Sache dann eben mal anzusehen. Und vielleicht hätte dieser andere auch die Freiheit haben müssen, der Bild-Zeitung die Meinung zu geigen.

    Es ist ja nun offenbar schon ein ums andere Mal vorgekommen, dass die Bild-Zeitung Veröffentlichungen „erpresst“ (z.-B. der Fall Charlotte Roche). Das ist natürlich moralisch völlig daneben und gehört angekreidet. Sehr gerne übrigens von demjenigen, der offenbar nach Auffassung Vieler in diesem Land eine moralische Instanz darstellen soll, also dem Präsidenten. Dazu aber hätte der Präsident Wulff diese Freiheit haben müssen, so über den Dingen zu stehen und den moralischen Zeigefinger zu wedeln. Und diese Freiheit hat er allem Anschein nach eben gar nicht gehabt.

    Das Problem ist also, dass Wulff in seiner Situation ganz augenscheinlich nicht in der Situation war, die Bild-Zeitung für ihr möglicher Weise von Anfang an fragwürdiges Verhalten moralisch zu kritisieren. Ist das nun so, weil er selber in der Ecke stand und deshalb so reagiert hat, wie er reagiert hat?

    Diese Gedanken sind der Grund, warum ich mich, bei aller teilenswerten Abneigung für die Bild-Zeitung eben gerade nicht auf die Seite von Herrn Wulff stellen möchte.

    Und genau so verstehe ich übrigens auch Herrn Niggemeyers Artikel. Das stellt keine Verteidigung für Wulff dar, aber einen dringend erforderlichen Kamerawechsel auf die andere Seite.

    Und zu Blome: Ich kann auch das nicht beweisen, aber das er unaufrichtig war, als er da bei Jauch war, dieser Eindruck ergab sich bei mir auch. Manche Antworten waren geradezu peinlich ausweichend. Das ist ziemlich schmerzhaft anzusehen, wenn es ihm gerade um die Aufrichtigkeit einer anderen Person geht.

  91. 91
    skFFM says:

    @88 meykosoft BILD verliert Auflage ist erstmal positiv. Verlieren sie jedoch mehr als andere oder weniger und sind damit immer noch top– wenn auch nur im Vergleich zu den anderen? Und wie sieht es mit den Online-Auftritt aus? Verlagert sich viell. nur ein Teil der Leserschaft weg von Print? (Soll ja vorkommen) Not hatin´, just sayin´. Es bleibt spannend.

  92. 92
    Debatte um Christian Wulff - Marcus K. Reif says:

    […] Link: http://www.stefan-niggemeier.de/blog/vom-glueck-bild-zu-sein/ […]

  93. 93
    M Koecher says:

    [auf wunsch des kommentators gelöscht]

  94. 94
    Ralf Grauel says:

    Lieber Stefan,
    halte Deinen Kommentar/Essay für 100 Prozent treffend. Der Höhe der Debatte entsprechend aber müsste das im Spiegel gesagt werden. Das wäre was.
    Grüße, Grauel

  95. 95
    Eikeramba says:

    Danke für diese treffenden Worte zum Thema. Die richtige Haltung ist wohl eine Enthaltung und eine Beobachtung wie sich zwei moralisch fragwürdige Entitäten auf der ganz großen Bühne bekriegen.

    Ich denke prinzipiell, der Erfolg der BILD beruht auf der täglichen Empörung (vielleicht Wut) des „kleinen Mannes“ über Gott, Wullf und die Welt, die BILD zu kanalisieren weiß. Sie gibt den Verlierern, den Unzufriedenen und den Gelangweilten eine Volks-Stimme. Das ist aber nix Neues.

    Herr Wulff, den ich auch nur aus Medienberichten kenne, wirkte immer langweilig, verstockt und farblos. Vielleicht liegt es daran, dass ich keine seiner Homestories gelesen habe. Jetzt ist er auch noch handlungsunfähig und unglaubwürdig als erster Mann im Staat — schade. Er wird es wohl schweigend aussitzen, wobei doch seine einzige Macht aus „Reden“ erwächst. Eine Tragödie und ein weiterer Hieb in die Magengrube unserer Scheindemokratie.

  96. 96
    Mike says:

    Und dann heulen Printmedien rum, dass ihnen die Leser abspringen. Diese Affäre ist weniger Schaden für das Amt des BP als Totengräber des Journalismus.

  97. 97
    Peter says:

    @93/M Koecher:

    zusätzlich zum hervorragenden Artikel kann ich ihren Beitrag nur 1:1 unterschreiben. Der Fuchs ist nun mal ein Fuchs, und die Bild ist nun mal die Bild.

  98. 99
    Wie lange denn noch, Herr Bundespräsident Wulff? | die grosse Politik | Webdesign und Kartographie says:

    […] Herr Wulff kommunikationstechnisch falsch verhalten hat und die BILD nur gewinnen kann, erklärt Stefan Niggemeier in Vom Glück, “Bild” zu sein. Hier tun sich abseits des biederen Reihenhauses noch ganz andere Fragen auf, denen gern einmal […]

  99. 100
    Arnulf Sinz says:

    Pontius BILDlatus

  100. 101
    Francisco d'Anconia says:

    Es gibt eine körperliche, seelische und geistige Hygiene.

    Zur geistigen Hygiene gehört es ein Schmierenblatt wie „Bild“ keines Blickes zu würdigen; das gilt ganz allgemein auf Grund der zu Tage tretenden Formulierungen, der „Bild-Sprache“.

    „Die Sprache ist gleichsam die äußere Erscheinung des Geistes der Völker, seine Sprache ist sein Geist, sein Geist ist seine Sprache. Man kann sich beide nicht identisch genug denken.„
    (Wilhelm von Humboldt)

  101. 102
    Jochen says:

    Jetzt bleibt nur noch eins: Wulff muss Kolumnist der Bild-Zeitung werden. Haben Oskar & Gerhard doch auch geschafft. Vielleicht fällt es C.W. dann auch leichter, den Hauskredit zu bedienen.

  102. 103
    FF says:

    Ich war immer bereit, alle Texte über WulffdiekmannbildbettinagroßburgwedeledithrollierendeKreditegeerkensmaschmeyerhannoverschlagmichtot zu lesen.

    Aber jetzt habe ich die Grenzen meiner Kräfte erreicht.

    PS.: Mein Post ist kein Plagiat. Er entstand in mühevollster Kleinarbeit über sieben lange Sekunden.

  103. 104
    Lisi Stein says:

    Erstaunlich wie Herr Wulff, studierter Jurist, mit juristischen Sachverhalten konfrontiert, agiert. „Sprechen Sie mit meinem Anwalt“ reicht hier nicht mehr aus. Es war aber auch klar, dass er nicht die Nachfolge von Julien Assange als BP-Chefleaker antreten wird. Das bleibt mit heftigem Nachbohren weiter den seriösen Journalisten vorbehalten.

  104. 105
    M Köcher says:

    [auf wunsch des kommentators gelöscht]

  105. 106
    Howie Munson says:

    (…) Heidemanns sagt, er habe vor Ort diese Forderung ausdrücklich abgelehnt, und Glaesekers habe ihm das Dokument dann trotzdem gezeigt.

    Ich weiß natürlich nicht, wer die Wahrheit sagt. Aber ich weiß, wer Martin Heidemanns ist. Er ist bei Menschen, die mit ihm zu tun haben mussten, ein besonders verhasster “Bild”-Mann. Seine Drohungen und auf die Betroffenen erpresserisch wirkenden Methoden sind berüchtigt.

    Und auf diesen Mann glaubt der Bundespräsident seine Entlastungsstrategie aufbauen zu können? Ihm lässt er die entscheidenden Dokumente zeigen? Ich weiß nicht, ob Heidemanns Stillschweigen versprochen hat oder nicht. Es ist aber auch vollständig egal, da man schon außerordentlich blauäugig sein muss, um ihm zu trauen.

    und was ist, wenn Heidemann auch Glaesekers Leiche im Eventkeller kannte? Die Dokumente also nicht völlig freiwillig rausgerückt wurden?
    Wieso kann Glaeseker zu Wulf nicht einfach gesagt haben:„ich habs Heidemann gezeigt und er wills nicht verwenden.…“ egal ob es nun stimmt oder nicht und Wulff war so naiv und hat einfach seinen langjährigen Pressesprecher vertraut, war doch vorher auch immer alles gutgegangen…

    Die Anrufe bei Bild waren natürlich trotzdem unfassbar blöd, wie auch die Verneinung der Geschäftsverbindung ohne die Kredit zu nennen bzw. die Art der Hausfinanzierung zu ungeschickt war. Wirkliche Vorteilsnahme wollte ja noch keiner wasserdicht beweisen, also das Frau Geerkens ohne Probleme ihr Geld hätte besser anlegen können und das die BW-bank nciht auch anderen Kundne mit sechstelligen Euro Gehalt sehr entgegenkomment sein kann… interessiert ja momentan auch keinen mehr, ist ja viel spannender was Springer scheibchenweise über Bande in Umlauf bringt…

    Naja soll er halt der Präsi bleiben, wenn der Anruf bei Bild das schlimmeste sein soll, über das man sich am meisten aufregen muss, sehe ich da nicht den Rücktrittsgrund, gab schließlich keine Hausdurchsuchung bei Bild.

  106. 107
    lisi stein says:

    Versäumnisse: ist die Causa Wulff nicht auch eine Geschichte von Versäumnissen? Als der Hype um die Wahl Gauck/Wulff alle Medien erfasst hatte, wurde offensichtlich von den Journalisten vergessen, Wulffs Zeit als MP in Niedersachsen kritisch zu beleuchten. Wäre dann nicht schon vieles auf den Tisch/ins Blatt gekommen, was heute mühsam noch einmal ausgegraben wird und man hat den Eindruck, dass richtig „nachgelegt“ werden muss in der Hoffnung auf Einsicht, die er als selbststilisiertes Opfer der Medien nicht haben wird.

    Ihm persönlich wäre zu wünschen gewesen an Stelle von Blättchen der Jungen Union (die ihn faszinierten…) Wallraffs Buch über seine Zeit bei BILD zu lesen + ein bisschen Rolling Stones und viell. wäre etwas anderes herausgekommen.… (durchatmen mit Ironie und Abwarten was die Kabarettisten daraus machen)!

  107. 108
    Joerg Kachelmann says:

    @77 Richtig. Aber alle haben Angst. Bei fast allen haben die selbsternannten Goetter schon mal angerufen, wie der gottaehnliche hohe Herr der „Zeitung“ im Herbst schon 2010 sagte: Wir haben ueber Wulff viele Dinge in der Schublade, eigentlich ueber praktisch alle Politiker und Prominente. Da zeigt man eben mal seinen Weinberg, um einstweilen Schlimmeres zu verhindern.

    Wenn sich die Promis und Politiker nur endlich mal klar wuerden, dass sie fast alle erpresst werden und dass sie den Pakt mit dem Teufel nie gewinnen koennen, es wird auch mit der tollsten Idee („Dann lassen Sie uns doch lieber was ueber mein neues Ferienhaus auf Santorini machen“) immer nur einen Aufschub geben, bis der naechste Anruf kommt: „Jetzt moechten wir die Geschichte aber drucken, der Chef will sie jetzt wirklich.“

    Irgendwann gibt es keinen neuen Weinberg, keine neue Frau, keine Gewichtsabnahme, kein neues Haus und keinen Hund mehr. Dann kommt die Geschichte und dabei gaebe es die von SN vorgezeichnete Loesung des absoluten Boykotts, dann braeche das ganze Terrorsystem in sich zusammen.

  108. 109
    Gert Feltes says:

    Herr Kachelmann scheint zu wissen, worum es geht. Leuchtet ein, oder? Grüße, Gert Feltes, Düsseldorf

  109. 110
    Joerg Kachelmann says:

    @109 Ne, einfach nur immer wieder von anderen und von einem Bild-Menschen gehoert, dass die Promis eben die Geschichte machen MUSSTEN, um eine andere (eiinstweilen) zu verhindern. Ich hatte nur vor doch schon einigen Jahren die Ehre, von Frau Phettkopf angerufen zu werden, die mir dann sagte, dass sie eine fixfertige Geschichte ueber mich haetten, wie ich aus dem Haus von Moderatorin X kaeme, mit der ich wohl was haette. Ich wusste aber genau, dass das brandschwarz gelogen sein musste, wovon aber Frau Phettkopf nicht abzubringen war. Die Geschichte kam nie, es war einfach das uebliche Verfahren, was fast jeder Promi schon erlebt hat:

    1. Bild ruft an und sagt so etwa: Wir haben da ne Geschichte ueber Sie, die wir gerne drucken moechten, waere schoener, wenn Sie auch was dazu sagen wuerden, ist natuerlich immer weniger schoen, wenn es ohne irgendein Zitat von ihnen kommt, vielleicht wollnse ja auch was richtigstellen.

    2. Hier setzt beim Promi meist Panik ein (selbst wenn die Geschichte wie in meinem Fall frei erfunden ist, aber jeder weiss, dass das kein Hinderungsgrund ist, durch Bild gedruckt zu werden), weil eben nur die Wenigsten den ethischen Vorgaben von Heidemanns („Mir ist Moral sehr wichtig“) genuegen, weshalb er sich legitimiert fuehrt, jede vorkonziliaere Aberration ueber sein Blatt abzustrafen — die meisten fluechten sich in devote Duldungsstarre (darauf reagiert Heidemanns in der Tat positiv) mit einem Gegenvorschlag: Koennen wir das nicht sein lassen, dafuer zeig ich euch mannfrauhauskindhundkatzeweinbergoldtimerundsoweiter?

    3. Wenn Sie als Promi nicht mehr gebraucht werden, wird das nicht gelingen und die Geschichte kommt. Sie moegen zwar brav ein Zitat abgesondert haben, aber siehe da, es kommt trotzdem nicht oder anders als Sie es gesagt haben.

    4. Als Promi erster bis zweiter Garnitur koennen Sie einen Aufschub mit obenerwaehnten Gegenvorschlaegen zu erreichen, die Gottersatz Heidemanns das Gefuehl geben, dass er die Macht hat, auch ueber Sie. Make no mistake, wie Barack Obama sagen wuerden, er wird wieder anrufen. Und irgendwann, wenn Sie nicht mehr wichtig sind, kommt die Geschichte. Das hatte der BP wohl nicht verstanden: Die Sachen kommen aus der Schublade, wenn Bild Sie nciht mehr braucht, wenn die Sachen aus der Schublade spannender sind als Sie selbst oder wenn Bild einen Freund hat, der wichtiger ist als der mit den Sachen in der Schublade.

    Wenn Sie ueber einen Prominenten eine grosse freundliche Geschichte sehen, heisst das nicht, dass dieser Prominente ein gutes Verhaeltnis zur Bild hat. Es ist eher ein Alarmzeichen bezueglich Heidemanns Schublade, wie er sie nennt. Wie gesagt, nach seinen Angaben sind fast alle drin. Wenn Prominente und Politiker weniger Angst haetten, wuessten, dass sie nicht alleine sind und die sogenannten Qualitaetsmedien-Journalisten sich wie im Fall Wulff als willfaehrige Speichellecker der Bildzeitung verstehen wuerden sondern begriffen, dass sich seit Wallraff nichts veraendert hat, koennte die Welt eine bessere werden und es waeren nicht die Heuchler an der taeglichen Medienmacht.

  110. 111
    Meine Nachrichten des Tages 10.01.2012 - Pirat Aleks A. says:

    […] “dass Diekmann nicht die Eier hat, die Grenzüberschreitung selbst öffentlich zu machen und mit offenem Visier zu kämpfen. Aber hat irgendjemand etwas anderes von Kai Diekmann erwartet?” http://www.stefan-niggemeier.de/blog/vom-glueck-bild-zu-sein/ […]

  111. 112
    Linus says:

    Was mich im Falle Wulff doch extrem ankotzt und was verhindert, dass ich mich mit diesem langweiligen Karrieristen auch noch solidarisiere, ist, dass gerne mal vergessen wird, dass es sich bei seinen Verfehlungen nicht um den üblichen Mumpitz handelt, den BILD gerne mal in die Schublade packt, sondern der Mann hat Dreck am Stecken. Das ist zuallererst mal seine eigene Schuld und Verantwortung. Solange da nicht alles auf dem Tisch ist und zwar freiwillig und von seiner Seite aus, weigere ich mich, über irgendwelche Kampagnen oder böse Medien oder sonstigen Spielchen zu fabulieren. Wulff ist nicht das typische Bild-Opfer. Und unschuldig ist er schon gar nicht. Er hat sich in seiner angenommenen Wichtigkeit verheddert und das wird ihm nun um die Ohren gehauen. Zurecht.

    Und am lustigsten finde ich immer noch diese dusseligen Verschwörungstheoretiker, die was von Atlantikern, Euro-Rettungschirm oder seiner Islam-Rede faseln, weger derer Wulff entfernt werden soll. Wer dem Mann nur mal zwei Minuten zugesehen hat, kann nicht ganz glauben, das der irgendwem politisch oder sontwie gefährlich sein oder werden könnte.

  112. 113
    Joerg Kachelmann says:

    @112 Alles richtig. Wenn Bild nur nicht so waehlerisch waere, wessen Dreck aus der Schublade gezogen wird oder wen man lieber als Trauzeugen hat.

  113. 114
    babayaga says:

    @110

    Also in etwa so?

    ‚Vom Glück BILD zu sein — oder vom UnGlück prominent zu sein‘;-)

    Oscar Wilde sagte mal:
    ’Die klimatischen Bedingungen in der Hölle sind sicherlich unangenehm, aber die Gesellschaft dort wäre von Interesse.‘

    Wäre Wilde jemals diesen Heidemännern begegnet, er hätte sich das sicher nochmal überlegt;-)

  114. 115
    rog says:

    @10, wortwart, und an ein paar weitere Kommentatoren:
    Da ich vor vielen Jahren dort gearbeitet habe, will ich aus eigener Sicht zu bedenken geben: Man darf und sollte Bild vieles vorwerfen — nur nicht Mangel an Intelligenz.
    Diese Zeitung lebt unter anderem davon, dass sie viele Leute unterschätzen.

  115. 116
    Joerg Kachelmann says:

    @115 Richtig.

  116. 117
    Franz Kafka says:

    Da könnte man fast denken, es wäre schade, dass Herr Heidemanns mit seinen Kompromaten nicht in Russland tätig ist. Da gäbe es dann einfachere Lösungen gegen lästige Journalisten als nur die ungeschickte Rabulistik des Herrn Wulff.

  117. 118
    frank says:

    @kachelmann: mag ja sein, dass Sie bittere erfahrungen gemacht haben — die allermeisten aus Ihrer und meiner branche aber wissen (oder ahnen wenigstens), dass BILD zahlreiche geschichten nicht bringt — aus strategischen, aber auch aus moralischen überlegungen. bestes beispiel ist die wulff-affäre, bei der nun wirklich jedes blatt hat durscheinen lassen, dass es noch eine weitere geschichte über wulffs ehefrau gibt, die ja auch jeder in der branche kennt. und die nicht erscheint. auch nicht in der BILD. weil es nicht in ordnung wäre.

  118. 119
    rog says:

    @118, Frank: Aus moralischen Erwägungen würde sich Bild keine Geschichte entgehen lassen. Siehe Sybel Kekilli.

  119. 120
    Joerg Kachelmann says:

    @118 Auch diese Geschichte erscheint in der Bild, wenn es ihr opportun erscheint, sie wird keinesfalls aus irgendwelchen ehrenwerten Ueberlegungen nicht gemacht — sie erschiene in der Form „Ganz Deutschland tuschelt ueber…“ und Franz Josef Wagner wuerde auftragsgemaess sich davon distanzieren, dass andere darueber tuscheln und das schmotzig finden. Dadurch gibt es bei fast allen Medien kein Halten mehr, Stuermen durch die Flure, DIEBILDHATSGEMACHT!, Leyendecker wuerde vielleicht seine zehn Lieblings-Staatsanwaelte anrufen, ob man da nicht noch was drehen kann und schreiben, dass die Bundesrepublik nun erpressbar ist und der BND eine Akte hat, aufgrund der irgendein windiger Staatsanwalt (die kennt Leyendecker am besten), der einen Anfangsverdacht wegen irgendwas nicht ausschliessen kann — und dann gehts lohos, ich zweifle nicht, dass die Geschichte (die ich nicht kenne, aber wenn es sie gibt…) kommen wird. Und nochmal fuers Protokoll: Ausser den routinemaessigen Persoenlichkeitsrechtsverletzungen habe ich nur einen Drohanruf durch Bild auf dem Konto, was mich zu Recht als Promi tiefer Garnitur aufweist. Da geht es diversen Kolleginnen und Kollegen anders, die jeden Tag dafuer beten, dass auf den Handy nicht HEIDEMANNS aufleuchtet und das naechste Kind oder der naechste Weinberg gezeigt werden muss oder eben dann doch die Geschichte kommt, von der man aus guten oder weniger guten Gruenden gehofft hat, dass sie privat bliebe.

  120. 121
    tacke says:

    Das ist der Artikel, den ich seit mittlerweile Wochen irgendwo suche — und ich finde ihn hier!

    Fantastisch!

  121. 123
    Löwe.Ross says:

    Danke Herr Niggemeier für den Artikel. Er ist mir aus dem Herzen gesprochen. Ich mag Herrn Wulf nicht, und die Art und Weise, wie er mit der ganzen Sache umgeht, macht ihn nicht sympathischer. Auf der anderen Seite finde ich erschreckend, wie es Bild möglich ist, plötzlich als „seriöses Blatt“ da zu stehen, dem selbst der Spiegel zuarbeitet. Wie konnte das passieren? Ist der Spiegel so tief gesunken oder Bild plötzlich glaubwürdig?
    Das Schlimmste an dieser ganzen Angelegenheit ist für mich, dass die Bild dadurch ihren in letzter Zeit zurückgehenden Einfluss wieder deutlich verstärkt, oder kommt das nur mir so vor?

  122. 124
    Stefan Niggemeier says:

    @frank: Oder weil sie einfach nicht stimmt?

  123. 125
    babayaga says:

    115: Sicher.

    Aber sie lebt glaube vorrangig von Eitelkeiten/Peinlichkeiten diverser (A)/B/C/D-Promis.

    Die A1-Klasse (Obama, Papst, Merkel) und A2-Klasse (Gottschalk, Jauch ua.) mal aussen vor,
    die A2’ler sind glaube erst fällig, wenn das Schutzschild dünner wird.
    Hier kommt aber dann zum Tragen — es wird sie herzlich wenig jucken.

    Jucken tut es vielmehr genau die Leute, die noch nicht in Stufe ‚A‘ angekommen sind bzw. sich darin wähnen,
    es aber nicht sind. Leute, die etwas _zu Verlieren_ haben.

    Und hier harkt das Medium Bild subtil ein, denn nur mit Menschen die etwas zu verlieren haben,
    kann Bild gewinnen.

    Und selbst wenn eine konstruierte, scheinheilige und unwahre Story bereits Angstgefühle auslöst,
    weiss Bild, aha — im Trüben gefischt, aber der Köder hat angebissen. Also ist da (doch!) irgendwas …
    … was genau — wissen wir zwar noch nicht, aber das kriegen wir schon noch raus.

    Die Vorgehensweise, sie mag manchmal zweckdienlich sein, wenn eine ‚wirklich moralische Sauerei’
    aufgedeckt werden kann, scheint erstmal löblich.
    Einen bitteren Beigeschmack bekommt diese Vorgehensweise dann, wenn BILD sich zwar äußerlich als Robin Hood verkauft,
    innerlich jedoch schon lange liebäugelt — liebäugelt mit der Auflage, wie der Aasgeier mit der Beute.

    Die zweite Möglichkeit sich dem zu Entziehen ist imho nach dem ‚Nichtkooperieren‘ wie vorgeschlagen,
    einfach mal alle Fünfe grade sein zu lassen und ‚Leck mich — dann schreibt euch doch die Story zurecht‘ zu sagen
    bzw. das ist mir völlig scheissegal.

    Dieses Risiko gehen nur die Wenigsten ein, denn die meisten von den Wenigen haben was zu verlieren.

    Eigentlich ein Nullsummenspiel, denn die die was zu Verlieren haben und (ob bewusst oder unbewuss) angreifbar sind,
    sind früher oder später sowieso fällig — je nachdem wieviele Weinberge (Fett-Verluste, Silikon-Zunahme, etcpp) sie als akzeptablen Ausgleich haben.

    Also entweder straight wie bereits gesagt, diesen Pakt gar nicht erst eingehen und wenn man denn blöderweise sich durch irgendwas
    darin verfangen sieht, einfach LMA zu sagen. Lieber ein Schrecken mit Ende als ein Schrecken ohne Ende;-)

    Wobei ich mit meinem Geschreibsel jetzt sicherlich leicht daherschwurbeln kann, in der Praxis schaut das bestimmt anders aus.
    Und da bin ich mir — im Gegensatz zu vorangegangenem — absolut sicher.

    Bild lebt einfach von den niederen Instinkten in uns allen, sie hat sie lange studiert & gesammelt,
    und setzt sie jetzt gekonnt ein wie ein Dirigent die Noten in einem Orchester.

  124. 126
    Joerg Kachelmann says:

    @125 A1 ist ganz und gar nicht aussen vor.

  125. 127
    sven scholz - sagichdoch? » Wulff says:

    […] (Dass das eine weniger oft passiert als das andere hat einen Grund, den Stefan Niggemeier schön beschrieben hat, das spar ich mir jetzt mal, wird eh viel zu lang, alles […]

  126. 128
    babayaga says:

    126

    Hmm …, okay, das kann man schlecht toppen, höchstens mit der Frage nach den Untouchablen Springer/Ackermann & Co selbst;-))))

    lg Nancy

  127. 129
    Plötzlich wird Wulff zum Feuilletonthema | Bandschublade says:

    […] Skandal hinaus weist. Wulff wird zum Feuilletonthema. Ist es okay, dass ausgerechnet die Bild sich erst als Hüterin der Pressemoral aufspielen darf und dann in ein paar nicht einmal geschickten aber dennoch wirksamen Schachzügen alle übrigen […]

  128. 130
    Olly says:

    @ babayaga, #125

    „Bild lebt einfach von den niederen Instinkten in uns allen“

    …es wäre mir dann doch recht wichtig darauf hinzuweisen, dass meine Instinkte die niedersten der Welt sein mögen: ich bediene sie woanders. Die Bild lebt davon nicht…

  129. 131
    babayaga says:

    Also ist der Grundtenor, Abhängigkeiten vermeiden.

    Im Großen (hochgeschrieben von diversen Medien) wie im Kleinen (Ich-AG mit nur einem Auftraggeber).

    Autark sein & bleiben.

    Runtergebrochen auf einen Songtext:

    ‚Ich geh meine eigenen Wege | ein Ende ist nicht abzuseh’n.
    Eigene Wege sind schwer zu beschreiten | sie entstehen ja erst beim Geh’n.‘ (Heinz-Rudolph Kunze)

    Die einfachen Dinge sind halt doch die schwierigsten;-)

  130. 132
    babayaga says:

    130

    Olly, ohne deine niederen Instinkte zu kennen und womit du ihnen nachkommst …

    Hegte Bild an Deinen Instinkten (so harmlos sie auch sein mögen) Interesse — sie würde an dir verdienen, wenn du dich in die Ecke gedrängt fühlst;-)

  131. 133
    Olly says:

    @ babayaga, #132

    Ich habe das zuvor zitierte “Bild lebt einfach von den niederen Instinkten in uns allen” so verstanden, dass wir ja alle Konsumenten ihrer Berichterstattung seien. Dagegen wollte ich mich entschieden wehren. Dass ich ein Problem haben würde, wenn aus irgendwelchen Gründen mal deren Interesse auf mich fällt, steht außer Frage. Zum Glück bin ich so was von unwichtig…

  132. 134
    Die gute Krise says:

    Herr Wulf ist wirlkich nicht zu beneiden. Aber er hat sich auch sehr unklug zu verhalten.

    Und das die Bild ihre Macht mal wieder richtig genießt, war ja klar. Spiegel begibt sich auch auf das simple, niedrige, aber eben so erfolgreiche und massentaugliche Niveau.

    Aber sehr gut Herr Niggemeier, dass Sie hier einmal wieder sehr kritisch und deutlich, die Sache beurteilen!Klasse

  133. 135
    Anna says:

    Gut für den Bundespräsidenten, dass es um die Diskussion Bild geht: wieso meinen eigentlich so viele, für Wulff sein zu müssen, wenn man gegen die Bild-Zeitung ist?
    Natürlich ist das Verhalten der bild so wie immer, was soll sich auch geändert haben? Natürlich ist sie nicht auf einmal zu einem politisch-objektiv-kritisierenden Medium geworden.

    Nur ändert das ja überhaupt gar nichts am offensichtlichen Amtsverständnis unseres Bundespräsidenten, an seinem Umgang mit „Glamour“ und Krediten und daran, wie er mit „Krisen“ umgeht: in einem Jahr ist eh alles vergessen, hahaha. Und da ist er ja nicht der Einzige: Frau Merkel sieht uns als Volk ja auch nicht anders.

    Ich finde es bedauernswert, dass so eine Affäre dann auch noch dazu führt, ob Deutschland überhaupt einen Bundespräsidenten braucht: finden wir keine integren, partei-unabhängigen Amtsträger gibt es nur eine Konsequenz: das Amt abschaffen. Das muss man sich mal überlegen.

    Alles in allem hat die Bild andere Zeitungen instrumentalisiert; nur im Endeffekt muss man ja leider sagen: zu Recht, denn offensichtlich denken viele: Wenn man gegen Bild ist, muss man pro Wulff sein.
    Vielleicht wäre es für Wullf viel besser gewesen, wenn alles ausschließlich über die Bild gelaufen wäre. Dann hätten nämlich viele gesagt: ach die Bild, nehmen wir eh nicht ernst. Der arme CW ist halt auch nur ein Opfer.

  134. 136
    Hihi says:

    Stefan Niggemeier, das geht doch in die falsche Richtung. Hier der Artikel, den ich von Ihnen erwartet hätte und der hoffentlich auch bei bildblog verlinkt ist:

    http://www.fr-online.de/medien/wulff-und-die-medien-wulffs-werk-und-diekmanns-beitrag,1473342,11417166.html

  135. 137
    Stefan Niggemeier says:

    (Ja, hoffentlich ist der bei BILDblog verlinkt. Ich weiß aber auch nicht, wie man das jetzt auf die Schnelle herausfinden könnte.)

    Jedenfalls: Ich bin in vielen Punkten gar nicht anderer Meinung als Ulrike Simon. Aber „Bild“ als „unkorrumpierbare Aufklärerin von Missständen und Hüterin von Tabus“ darzustellen, halte ich wirklich für grotesk. Und zwar nicht, weil „Bild“ das sonst nicht ist. Sondern weil es wirklich überhaupt keinen Beweis dafür gibt.

    Dass „Bild“ sich in diesem Fall nicht von Wulff hat korrumpieren lassen, macht „Bild“ doch nicht unkorrumpierbar.

    Und dass „Bild“ sich dafür entschied, Wulffs Tabubruch öffentlich zu machen, macht „Bild“ doch nicht… ach halt. „Bild“ hat Wulffs Tabubruch gar nicht selbst öffentlich gemacht. Dass das geschickt war von „Bild“ — keine Frage. Vorbildlich, transparent, sauber, tabuhüterisch war es nicht.

  136. 138
    Dani says:

    Ich frage mich schon seit Jahren, wie es möglich ist, dass sogenannte seriöse Medien uns die Bildzeitung als ernstzunehmende Informationsquelle verkaufen wollen. Wie oft muss ich zum Beispiel im Berliner „Radioeins“ in den Nachrichten vernehmen „nach Informationen der Bildzeitung…“. Um’s mit Judith Holofernes zu sagen: Ich glaub es hackt. Das sind für mich keine Informationen, wenn die Bildzeitung zitiert wird. Sie scheint aber mittlerweile die Mutterquelle jeglicher Nachrichten zu sein, die andere Medien verbreiten. Ich persönliche fühle mich jedenfalls verarscht, wenn ich das lese und höre.

    @Stefan, vielen Dank für diesen deutlichen Artikel. All jenen, die sich für die schmutzigen Zwecke der Bildzeitung einspannen lassen, sollen die Ohren klingeln.

  137. 139
    Felixo says:

    Hallo Herr Stefan Niggemeier, großes Kompliment für Ihre Beschreibung. In den letzten Tagen dachte ich dass ganz Deutschland der Hetze der BILD verfallen ist. Muss mir jetzt aber eingestehen dass ich damit gottlob falsch liege. Das Tittenheftchen gehört zu einem Konzern, dem es im Laufe der letzten Jahrzehnte gelungen ist ein eigenes Netzwerk innerhalb des politischen Machtapparates aufzubauen. Und da BILD natürlich auch über die „Schwächen“, andere würden von Käuflichkeiten reden, vieler Politiker weiß ist es einfach nachzuvollziehen wieso sich vieles auf BILD reduziert. Und Madame Friede, von berufswegen Springer-Witwe, zieht munter im Hintergrund die Fäden. C.Wulff ist ganz sicher kein Waisenknabe, wer wollte das auch in Abrede stellen. Aber diese unverschämte, durchsichtige Hetzkampagne dieses Tittenheftchens ist unerträglich. Ich bin für freie Presse, aber diese Freiheit darf auch nicht für Kampagnen missbraucht werden, wie sie BILD seit vielen Jahren praktiziert.

  138. 140
    starkstromliesel says:

    Ein weiteres Beispiel, wie Spon bei mir Pickel auslöst: In einem Artikel über den Anwalt Wulffs — der jetzt aufs Korn genommen wird — steht heute Folgendes zum Thema 400 Fragen und 400 Antworten:

    „Tatsächlich sind noch viele Fragen offen. Bisher haben etwa weder das Anwaltsbüro noch das Bundespräsidialamt auf Anfrage von SPIEGEL ONLINE erklärt, wie hoch die Kosten für die Rechtsberatung sind, die Wulff nach Angaben der Kanzlei selbst übernehmen will.“

    Warum glaubt die Presse, dass sie ein Recht darauf hat zu erfahren, wie hoch die Anwaltskosten für ein Mandat sind? Was soll dieser arrogante Schwachsinn. Ein Politiker, Unternehmer, Privatmann nimmt einen Anwalt und bezahlt den aus eigener Tasche. Wie kommen Medien auf die Idee, Sie könnten Auskunft über den Rechtsberatungsvertrag und dessen Kosten verlangen? Und sind dann empört wenn sie diese Auskunft nicht erhalten? Das hat doch mit öffentlichem Interesse nichts zu tun. Das ist einzig und allein Sache der beiden Vertragsparteien. Aus solchen Gründen kann ich SPON und Konsorten beim Thema Wulff einfach nicht mehr ernst nehmen.

  139. 141
    Die Falle der Selbstrefentialität | Ruhrbarone says:

    […] nicht zu einer Rücktrittsforderung entschliessen kann. Die Taktik von Bild und Springer ist ja an Schmierig– und Widerlichkeit auch kaum noch zu toppen. Was mich daran am meisten stört, ist, dass sie den Präsidenten mit […]

  140. 142
    Linus says:

    @starkstromliesel

    Ich bin für freie Presse, aber diese Freiheit darf auch nicht für Kampagnen missbraucht werden, wie sie BILD seit vielen Jahren praktiziert.

    Och, ich finde durchaus, dass BILD hier das kleinere Übel darstellt. Wie gesagt, alles selbstverschuldeter Unfug. Und das nicht vom Lieschen Müller, die ein bißchen naseweis durch die Medienlandschaft geführt wird — wobei man sich auch da streiten kann, inwiefern man Leute unbedingt immer vor sich selbst schützen muss. Wulff ist Profi. Oder sollte es sein. Der weiß, was er tut, wenn er sich mit Bild, Maschmeyer und Konsorten einlässt. Und wenn er es nicht weiß, dann ist er erst recht am falschen Posten.

    Ich wehre mich dagegen, Wulff in einen Topf mit denen zu werfen, denen Bild ansonsten gerne mal das Leben ruiniert. Wulffs Lügenleistung wird nicht dadurch ehrenvoller, dass Bild bei der Aufdeckung seine Finger im Spiel hat.

  141. 143
    Linus says:

    Oder einfacher: Wenn Wulff Dreck am stecken hat, muss er weg. Egal, ob das BILD auch so fordert oder nicht. Wenn er keinen hätte, könnte er viel viel souveräner mit dem ganzen umgehen. Ich persönlich glaube, er watet knietief im Sumpf, isr sich dessen aber wohl nicht so ganz bewußt. Deswegen auch dieses Kommunikationsdesater seinerseits, bei dem jeder, der halbwegs was mit PR oder auch nur mit halbwegs Intellenz zu tun hat, Fusspilzu bekommt.

  142. 144
    starkstromliesel says:

    @ Linus

    was hatte das jetzt mit meinem Beitrag zu tun?

    Außer vielleicht der übergeordneten philosophisch moralischen Frage, ob man Scheiße mit Scheiße bekämpfen darf. Zumindest unter Profi-Scheißern.

  143. 145
    Jochen says:

    @ linus #142
    Genau auf den Punkt.

  144. 146
    Jochen says:

    @starkstromliesel #140

    Kaum jemand reagiert empfindlicher auf Kritik in den Medien als die Medien. Wie auf diesen Seiten immer wieder zu beobachten ist.

  145. 147
    „Bild“ schafft sich ab « Daniel Daffke says:

    […] Stefan Niggemeier: “Was für eine bizarre Situation: In der ARD-Talkshow zitiert Jauch, was der ´Spiegel´ unter Berufung auf Springer über Wulffs Anrufe bei Diekmann und Vorstandschef Mathias Döpfner schreibt, und fragt Blome, ob das richtig sei. Was der ´Spiegel´ schreibt. Was er von Springer weiß. Und Blome bestätigt es.“ […]

  146. 148
    polyphem says:

    @Linus #142: ACK ACK ACK.

    @Starkstromliesel: Jetzt versteckt sich CW hinter seinen Anwälten wie weiland Gutti hinter seinen Kindern. Und Sie sind drauf rein gefallen.

    @Dan (#138)i: Sind alle Zwecke/Ziele der „Bild“ schmutzig?
    http://www.stefan-niggemeier.de/blog/vom-glueck-bild-zu-sein/#comment-248717 Ich glaube (fürchte), dass wir mit Radikalopposition gegen „Bild“ (leider) nicht mehr weiter kommen. Wir sollten es mit Resozialisierung versuchen.

    btw:
    Wer zahlt eigentlich die Anwaltskosten, die CW verursacht? Wenn der EX-MP die selbst bezahlt, ist das ja fast ein Schuldeingeständnis. [Ironiemodus off]

  147. 149
    FF says:

    Also der jüngste Blick in die Kommentarspalte: „Stefan Niggemeier (Ein Mann für den letzten Dreck)“ — hat mich dann doch etwas irritiert…

  148. 150
    Carl says:

    Wann seh´n die Springer´s endlich ein, diese Schlammschlacht ist verloren .-)

  149. 151
    lisi stein says:

    @140
    Die Kanzlei bestätigt in ihrem Statement, dass die anfallenden Kosten vom BP und nicht dem BuPräsidialamt getragen werden. Nun würden Alle natürlich gerne wissen wie dort abgerechnet wird a) über die Gebührenordnung für Rechtsanwälte oder b) über eine Honorarvereinbarung ausserhalb der BRAGO.
    Was man nicht lesen will ist, dass Herr Maschmeyer, Herr Baumgärtel, Edith und Egon usw. da einspringen. Wird streng nach BRAGO abgerechnet, dann muss er im Amt bleiben, da kommt einiges auf ihn zu.

  150. 152
    Werner Berger says:

    Hat Wulff wirklich angekündigt, 400 Fragen und 400 Antworten im Internet zu veröffentlichen?

    „Morgen früh werden meine Anwälte alles ins Internet einstellen. Dann kann jede Bürgerin, jeder Bürger, jedes Detail zu den Abläufen sehen und beurteilen und bewertet sie auch rechtlich.“

    Keine Rede davon, dass er 400 Fragen und 400 Antworten ins Internet einstellen werde. Von 400 Fragen und 400 Antworten ist im Interview erst viel später die Rede, als Wulff erläutert, wie viele Frage bisher eingegangen und auch beantwortet seien.

    Was macht BILD daraus:

    http://www.bild.de/politik/inland/wulff-kredit-affaere/warum-haelt-wulff-sein-tv-versprechen-nicht-22002244.bild.html

    „In seinem TV-Interview vergangene Woche hatte Wulff gesagt: „Morgen früh werden meine Anwälte alles ins Internet einstellen.“ Und: „Ich geb Ihnen gern die 400 Fragen, die 400 Antworten.““

    Zwei weit auseinanderliegende Sätze werden einfach zusammengeführt, um den Eindruck zu erwecken, sie seien im Interview direkt nacheinander gefallen. Auch die ARD-Tagesschau vom 10.01.2012 um 15 Uhr hatte beide Sätze so zusammen geschnitten, dass man diesen Eindruck haben musste.

  151. 153
    starkstromliesel says:

    @ 151
    Ob das alle wirklich wissen wollen, wie die Abrechnungsmodalitäten sind, weiß ich nicht. Aber es geht sie schlicht und ergreifend nichts an. Das ist Verhandlungssache zwischen Wulff und der Kanzlei. Und dann daraus mit gespielter Empörung den nächsten Skandal heraufbeschwören zu wollen nach dem Motto „SKANDAL Wulff verschweigt die Kosten für seinen Anwalt“ ist doch nur peinlich. Das ist die gleiche gespielte Empörungsmasche wie bei den privaten Nachrichtensendern, die ihrer Informationspflicht nicht nachkommen konnten.

    Ich habe nichts gegen sachliche, unpolemische Fragen, die dazu dienen den Sachverhalt aufzuklären. Das sind Fragen zur eventuellen Vorteilsnahme in Bezug auf den Kredit, in Bezug auf Urlaubsreisen, Anzeigenschaltungen von Unternehmerfreunden, usw.

    Aber daraus abzuleiten, dass Wulff nun gefälligst alle Fragen, die die Presse ihm stellt gefälligst zu beantworten habe und falls er das nicht tut ruft die Presse SKANDAL ist für mich ein unseriöses Agieren der Presse, in diesem Fall SPON. Aber da agieren mittlerweile fast alle Medien gleich schlecht.

  152. 154
    starkstromliesel says:

    @ Werner Berger

    Von der Bild ist man ja jede manipulative Art gewohnt. Schlimm daran ist, dass „objektive neutrale“ Nachrichtendienste wie DPA oder Tagesschau diese Manipulationen ebenfalls durchführen. Jetzt weiß der gut informierte, gebildete Mensch natürlich, dass auch diese Medien in Wort und Bild manipulieren, aber der deutsche Durchschnittsbürger glaubt wahrscheinlich immer noch an die Neutralität und Objektivität einer Institution wie der Tagesschau.

  153. 155
    odysseus says:

    @151: Die BRAGO gibt’s schon lang nicht mehr. Der Kollege von Redeker wird auf der Basis von Stundensätzen arbeiten, die pro Stunde mindestens im mittleren dreistelligen Bereich liegen. Auch mit BP– Gehalt ist das schwer finanzierbar. Diese Kosten, die letztlich von niemandem ersetzt werden, hat aber auch derjenige, der sich unverschuldet in einer Auseinandersetzung mit der Presse wieder findet. Kein schöner Gedanke.

  154. 156
    Wulffs “400 Fragen, 400 Antworten” « Stefan Niggemeier says:

    […] Werner Berger in den Kommentaren] Der „Tagesspiegel“ war sichtlich stolz auf seine Exklusiv-Meldung. Online hob er sie […]

  155. 157
    Jottka says:

    Wo ist Murdoch nur wenn man ihn braucht. Kann denn nicht mal jemand Diekmanns Mailbox hacken und die ganze Nachricht als Audiodatei ins Netz stellen?

    Die Faust’sche Situation mit Politikern und Bild ist schon zum Schreien komisch.

    Auch mir drängt sich anhand der Wortwahlen „endgültiger Bruch“, „Krieg führen“ und „Rubikon“ der Gedanke auf, wie oft denn bitte schon abgesprochene Image-Kampagnen für oder gegen jemanden bzw. ein Thema gelaufen sind. Gut … hätte man wiederum auch nicht anders erwartet, aber eigentlich sind Wulffs Phrasen ja geradezu die Bestätigung dafür.

    Vielleicht stürmen ja mal die Massen die Archive des Springer-Verlags, und was dabei herauskommt ist interessanter als alles, was im BND-/LfV-/MfS-Kellern liegt.

    In puncto Interview– und Gesprächskultur: Den Anspruch darauf habe ich aufgegeben. Mit Einzug der Privaten gab es vielleicht noch eine handvoll kläglicher Versuche, kritische Interviews zu führen … ansonsten schwenkten doch alle spätestens Ende der 90er auf Wohlfühlkuschelwellnessinterviews um. Die Fragen und Themen werden schon vorher abgesprochen und die Moderatoren tragen mit ihrer Redezeitvergabe ihr Übriges zu der Vereinseitigung der Diskussionen zu.

  156. 158
    Glanzlichter 80: Possen, Drohnen, Ostinato « … Kaffee bei mir? says:

    […] Volkes!! Erlöse uns! Ein bisschen Bundeswuffi muss sein. Ebenfalls bei Richard Gutjahr und Stefan Niggemeier. Ach, und Lagerfeld hat was […]

  157. 159
    Causa Wulff: Kesseltreiben und/oder präsidiales Versagen? – Interessante Stellungnahmen « Denkraum says:

    […] „Vom Glück, ‘Bild’ zu sein“ – Stefan Niggemeier über die trickreiche Rolle der „Bild“-Zeitung bei der Skandalinszenierung – Blog Stefan Niggemeier, 09.01.2012 […]

  158. 160
    Aufgelesen … 2012 – 8 | Post von Horn says:

    […] i e n: Osnabrücker Zeitung – Die Peinlichkeiten des Präsidenten und die Probleme der Presse Stefan Niggemeier – Vom Glück, “Bild” zu sein Sprengsatz – Michael Spreng: Am Tropf von Bild […]

  159. 161
    Stefan Neudorfer says:

    Die Bildzeitung bzw. die gesamte Presse traut sich mit dem Bundespräsidenten zu spielen, weil jeder weiß das Wulf nach einer Legislaturperiode weg ist und in der BRD keine Rolle mehr spielen wird. Jetzt nicht und auch nicht in ein paar Jahren. Wulff ist eine „lame duck“ und das schon heute.

    Nur macht halt die Bevölkerung nicht so mit, wie man es gerne hat. Da die Bürger wissen das der Presse nicht zu trauen ist, wird das was veröffentlicht wird nur teilweise geglaubt. Aus guten Grund.
    Die Frage ist, ob es die Presse und die Politik wirklich interessiert was die Bürger denken. Diese Frage erübrigt sich zu beantworten.

  160. 162
    Klaus Kreimeier says:

    Lieber Herr Niggemeier -

    Danke für Ihre ausgezeichnete Analyse. Gleichzeitig möchte ich Sie auf einen prekären Subtext aufmerksam machen, den Ihr „Haupttext“ enthält und der so manche Missverständnisse begünstigt. Ein Leser bekennt nach der Lektüre, er habe nun die Seiten gewechselt und unterstütze Wulff. Ein anderer schreibt den seltsamen Satz: „Wenn der Wulff geht, hat die BILD die Macht, von der sie bisher nur behauptete, sie zu haben.“ Das provoziert mich zu einer Nachhilfestunde in einem Fach, das man früher „Staatsbürgerkunde“ nannte.

    Wir sind uns nicht nur darin einig, dass „Bild“ ein Schundblatt und seine Macher ziemlich gewissenlose, im Kern verlogene Doppelstrategen sind. Ich bin auch der Überzeugung, dass es dem Springer-Konzern um Macht geht — um jene Macht, die sich in Auflagenhöhe und Quote ausdrückt und sich gegebenenfalls in politischen Einfluss transferieren lässt. Dieser Einfluss kann verheerend sein, aber er ist in keiner Weise zu vergleichen mit der politischen Macht im Staat, die wir politischen Parteien und der jeweiligen Regierung anvertraut haben. Um Verfehlungen dieser demokratisch gewählten Instanzen aufzudecken und ihre potentiellen Angriffe auf unsere Grundrechte abzuwehren, wurde die Pressefreiheit erfunden.

    Die widerliche Wulff-Affäre hat uns in die fatale Lage gebracht, dass wir die Machenschaften der Diekmanns und Blomes akribisch analysieren müssen (Sie machen das bravourös) — gleichzeitig aber nicht umhin können, uns in der Frage der gefährdeten Pressefreiheit auf die Seite der Bild-Zeitung zu stellen. Um Voltaire zu paraphrasieren: „Ich hasse Ihre Zeitung und Ihre Methoden, aber ich lasse mich dafür in Stücke schlagen, dass Sie recherchieren dürfen!“ Mit anderen Worten: Wir haben stringent zwischen „Macht“ und „Macht“ zu unterscheiden. Eine Zeitung, so perfide sie operieren mag, wird nie die politische Macht in einem demokratischen Staat erringen. Weicht man jedoch gegenüber den Trägern der politischen Macht in puncto Pressefreiheit auch nur einen halben Schritt zurück, so setzt man einen zentralen Baustein unserer Demokratie aufs Spiel. (Übrigens blieb bisher in allen Berichten und Kommentaren unerörtert, dass bereits Wulffs Versuch, die Veröffentlichung zu „verschieben“ und sich mit den Redakteuren „zusammenzusetzen“, die Pressefreiheit verletzt.)

    Gefahr droht heute von einer populären Stimmung, die Politiker, Parteien, Presse, öffentlich-rechtliches Fernsehen und „die Medien“ überhaupt in einen Topf wirft, den sie „die da oben“ nennt und dabei eine einzige Verschwörung korrupter Machtbesessener wittert. Sie mögen diese dumpfe Stimmung auch nicht. Aber wenn Ihre brillante Analyse so verstanden wird, dass plötzliche integre und ausgezeichnete Journalisten wie Prantl oder Mascolo als erbärmliche Wasserträger des Springer-Konzerns verunglimpft werden, stimmen die Koordinaten nicht mehr. Möglicherweise enthält Ihr Artikel eine Schlagseite, die diese Stimmung begünstigt.

    Mit freundlichen Grüßen
    Klaus Kreimeier

  161. 163
    SvenR says:

    Der unsägliche, peinliche Anruf auf der Mailbox von Diekmann verletzt die Pressefreiheit?

    Mascolos erbärmliche Wasserträgerei bei Jauch war keine, weil er ja ein integrer und ausgezeichneter Journalist ist?

    Ach was!

  162. 164
    Jochen says:

    Wenn höchste staatliche Organe bzw. Organisten bei einer Zeitung anrufen, um Druck in ihrem Sinne auf geplante Veröffentlichungen dieser Zeitung auszuüben, verletzt dies selbstverständlich die Pressefreiheit. Der Zweck des Anrufes ist es, die Freiheit der Presse einzuschränken.

    Kann es darüber Dissens geben?

    Der peinliche Auftritt des Herrn Mascolo ändert daran nichts. Man kann vermuten, dass das auch auf den Fluren des Spiegel für interessante Diskussionen gesorgt hat.

  163. 165
    Howie Munson says:

    @Jochen das passiert aber jeden Tag und keien Zeitung schreibt darüber den hauptartikel sondern erwähtn es allenfalls in einen Nebensatz im Artikel der verhindert werde sollte.…

    mal davon ab das bei den gesammelten Fragmenten es wirklich um die Verschiebung um einen Tag ging und das die brisanten Infos mehr oder weniger freiwillig vom Pressesprecher offenbart wurden und er meinte es wäre ihm nichtverwendung zugesichert worden…
    http://de.wulffplag.wikia.com/wiki/Vorwurf_der_N%C3%B6tigung_von_Redaktionen#Rekonstruktion_der_Mailbox-Nachricht_Wulffs.5BAnm._1.5D

    „Guten Abend, Herr Diekmann. Ich rufe aus Kuwait an. Bin gerade auf dem Weg zum Emir…“[11] „und deswegen hier sehr eingespannt“[12] [auf der] Reise durch die Golfstaaten, habe täglich von acht bis elf Uhr Termine[13]. „Warum können Sie nicht akzeptieren, dass das Staatsoberhaupt im Ausland ist und zu warten,“[12] „bis ich Dienstagabend wiederkomme, also morgen, und Mittwoch eine Besprechung zu machen, wo ich mit Herrn …[Anm. 2], den Redakteuren, rede, wenn Sie möchten, die Dinge erörtere, und dann können wir entscheiden, wie wir die Dinge sehen, und dann können wir entscheiden, wie wir den Krieg führen“[14]. „Ich habe alles offengelegt, Informationen gegeben, mit der Zusicherung, dass die nicht verwandt werden. Die werden jetzt indirekt verwandt, das heißt, ich werde auch Strafantrag stellen gegenüber Journalisten morgen, und die Anwälte sind beauftragt.“[14]. „Seit Monaten“[15] wird eine[16] „unglaubliche“[16] Geschichte[16] [geplant]. „Es gab immer dieses jahrelange Gerücht, Maschmeyer hätte was damit zu tun. Wir haben dargelegt, dass das alles Unsinn ist. Und jetzt werden andere Geschichten behauptet, die Unsinn sind“[17]. [Ich möchte] „einfach, dass wir darüber sprechen, denn wenn das Kind im Brunnen liegt, ist das Ding nicht mehr hochzuholen — das ist eindeutig“[15] „Wenn man nicht bis Mittwoch wartet“[12] „und dann sagt: ‚Okay‘, wir wollen den Krieg und führen ihn. Das finde ich sehr unverantwortlich von Ihrer Mannschaft, und da muss ich den Chefredakteur schon jetzt fragen, ob er das so will, was ich mir eigentlich nicht vorstellen kann“[15]. So[15] „wie das gelaufen ist in den letzten Monaten, ist das inakzeptabel, und meine Frau und ich werden Mittwochmorgen eine Pressekonferenz machen zwischen dem japanischen Ministerpräsidenten und den weiteren Terminen und werden dann entsprechend auch öffentlich werden, weil diese Methoden Ihrer Journalisten, des investigativen Journalismus nicht mehr akzeptabel sind“[15]. „Der Rubikon ist für mich überschritten und für meine Frau auch“[12] [Ich] hoffe[15] „dass Sie die Nachricht abhören … Und ich bitte um Vergebung, aber hier ist jetzt für mich ein Punkt erreicht, der mich“[15] „zu einer Einhaltung/Handlung (???) [sic!][Anm. 3] zwingt, die ich bisher niemals in meinem Leben präsentiert habe. Die hatte ich auch nie nötig“[15]. „Das bedeutet den endgültigen Bruch zwischen dem Bundespräsidenten und dem ‚Springer‘-Verlag“[12][, sollte] diese[18] „unglaubliche“[18] Geschichte tatsächlich erscheinen[18].

  164. 166
    Klaus Kreimeier says:

    An Howie Munson:
    Vielen Dank für diese nach dem jetzigen Kenntnisstand wohl einigermaßen umfassende Dokumentation. Mir ist etwas schleierhaft, wie Stefan Niggemeier, dem der Text ja auch weitgehend bekannt war, noch am 9.1. von einem „angeblichen“ Drohanruf sprechen konnte. Wulffs Drohungen, vermischt mit weinerlichen Tönen, die sich aus seinem intimen Verhältnis zu Diekmann und dem Springer-Konzern erklären, sind nicht zu überhören. Der Angriff auf die Pressefreiheit ist damit evident. Übrigens habe ich schon weiter oben dargelegt, dass auch Wulffs Bemühen um „Verschiebung“ des Artikels als Verletzung der Pressefreiheit anzusehen ist.

    Ihre Behauptung, so etwas passiere „jeden Tag“ (und bedürfe nicht eines „Hauptartikels“), wäre zu belegen. Ich bin im Gegenteil der Meinung: Wenn sich höchste Repräsentanten des Staates solche Übergriffe leisten, erfordert dies nicht nur einen „Hauptartikel“ in der betroffenen Zeitung. Es ist vielmehr selbstverständlich, dass Verleger, Herausgeber und Redakteure der gesamten Medienlandschaft auf die Barrikaden gehen. Die Leser, die ja letztlich die Betrogenen sind, sollten sie unterstützen, anstatt die Sache zu bagatellisieren und sich darüber zu freuen, dass Wulffs Pressesprecher selbst „mehr oder weniger freiwillig“ die Ungeheuerlichkeit publik gemacht hat.
    Mit freundlichen Grüßen

  165. 167
    Werner Berger says:

    Die Ankündigung rechtlicher Schritte ist in einem Rechtsstaat vollkommen legitim. Das gilt auch, wenn oberste Repräsentanten des Staates als Anzeigeerstatter auftreten. Es ist Ihnen unbenommen, das als „Drohung“ zu bezeichnen, ein Eingriff in die Pressefreiheit ist es jedenfalls nicht.

  166. 168
    Jochen says:

    Warum hat sich CW für den Anruf entschuldigt? Warum hat er ihn als „Fehler“ bezeichnet?

    Vielleicht, weil er gemerkt hat, dass er den Krieg nicht gewinnen kann. Oder weil ihm klar geworden ist, dass er tatsächlich gegen die Pressefreiheit verstoßen hat. Vielleicht beides.

    Der Unterschied zwischen Lieschen Prominenz und dem Staatoberhaupt ist: Letzterer hat nach einer unwahren und/oder ehrverletzenden Veröffentlichung genügend Möglichkeiten, sich zu wehren. Hier herrscht mindestens Waffengleichheit.

    Wer nicht verstehen will, warum das Staatsoberhaupt nicht versuchen darf, die Presse einzuschüchtern (egal zu welchem Zweck), sollte seinen Blick mal nach z.B. Russland wenden.

    Russland, sagen Sie, ist doch keine Demokratie?

    Eben.

  167. 169
    Klaus Kreimeier says:

    Herr Berger, ich habe von einem „Angriff“ auf die Pressefreiheit gesprochen, nicht von einem „Eingriff“. Wenn staatliche Autoritäten den Versuch unternehmen, das Erscheinen eines Zeitungsartikels zu verzögern oder ganz zu verhindern, ist die Pressefreiheit bedroht. Wenn sie darüberhinaus rechtliche Schritte ankündigen, ist dieser Versuch als erpresserisch zu werten. Ihr Hinweis auf die prinzipielle Legitimität einer solchen Ankündigung ist formaljuristisch richtig, lässt aber den Kontext außeracht, also: Wer spricht hier zu wem? Und spricht der Repräsentant im Auftrag des Souveräns, oder spricht er im eigenen Interesse? Fragen der Pressefreiheit werden in letzter Instanz nicht auf juristischer, sondern auf politischer Ebene verhandelt. Zum Glück haben dies in der Causa Wulff alle wichtigen Medien unseres Landes begriffen.

    Erstaunlich, welche Begriffsverwirrungen Herr Niggemeier mit seinem eigentlich sehr klaren Text ausgelöst hat.

    Mit freundlichen Grüßen

  168. 170
    Tabellarius says:

    „Anders gesagt: Wir haben in den vergangenen Wochen einiges Neues über den Charakter von Christian Wulff gelernt. Und nichts Neues über den Charakter der „Bild“-Zeitung.“

    Nicht nur. Wir haben (auch aus Kommentaren unter Berichten und Blogbeiträgen) gelernt, wie weit verbreitet Orientierungslosigkeit herrscht und wie leicht es ist, vergleichsweise nebensächliche Themen zu einer Volksempörung hochzustilisieren.

    Volker Pispers sinngemäß zitiert: „Sie glauben gar nicht, was hier los wäre, wenn die Leute wüssten, was los ist.“

  169. 171
    Was ich loswerden will (64) « Düstere-Grenze says:

    […] Vom Glück „BILD“ zu sein […]

  170. 172
    World Wide Wagner – Medienmagazin vom 14.01.2012 says:

    […] * Vom Glück, BILD zu sein, Stefan […]

  171. 173
    zwiesel says:

    http://www.youtube.com/watch?v=YPP4zFACMsM&feature=player_detailpage#t=503s

    vielleicht bin ich der tausendste, der auf diese augstein & blome-episode hinweist, aber sei’s drum: herzlichen glückwunsch, herr niggemeier, zum neuen vornamen!

  172. 174
    Werner Berger says:

    Reisserische Schlagzeile:

    „Was fand der Staatsanwalt in Schloss Bellevue?“

    http://www.bild.de/politik/inland/christian-wulff/was-fand-der-staatsanwalt-in-schloss-bellevue-22348684.bild.html

    Durchsucht wurde aber gar nicht Schloss Bellevue, sondern das Präsidialamt, was im Text dann eher halbherzig richtig gestellt wird, garniert mit einem angeblichen Zitat aus der CDU/CSU-Fraktionsspitze.

  173. 175
    Breitband - Mediale Wechselwirkungen von #ACTA bis #Wulff says:

    […] Stefan Niggemeier gegen die Anti-Wulff-Berichterstattung der Bild […]

  174. 176
    Kostenlose Werbung mit gigantischer Reichweite | Manuel Schubert says:

    […] scheint es, als könne man Bild mit Kritik nur wenig anhaben. In seinem Artikel “Vom Glück, ‘Bild’ zu sein” kritisierte Stefan Niggemeier, die Zeitung könne es sich ohne Probleme erlauben, “zu […]

  175. 177
    Das Märchen von den “gesteuerten Medien” | indub.io says:

    […] Es mag allerdings sein, dass Wulff Grund zur Annahme hatte, er könne sich diese Art der Einflussnahme erlauben. Vielleicht hat das früher geklappt, Freundschaftsdienste auf diese Weise einzufordern. Auch das dürfte — angesichts der Art, wie „Bild“ für Wulff PR gemacht hat und wie sehr Wulff der „Bild“ Exklusiv-Geschichten geschenkt hat — niemanden wundern. – Stefan Niggemeier […]

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