Mit Sat.1 bei den Sozialschmarotzern

21 Aug 08
21. August 2008

Man muss nur einen Satz kennen, um alles über die neue Sat.1-Dokureihe „Gnadenlos gerecht“ zu wissen. Der Satz steht in der Pressemitteilung des Senders und lautet:

Helena und Helge sehen sich aber nicht als fiese „Sozialbullen“, sondern als die Stimme der Ehrlichen: Schließlich ist nicht jeder Hartz IV-Empfänger auch ein Betrüger.

Das ist eine ebenso subtile wie wirkungsvolle Variation des alten Prinzips, dass es in jeder Gruppe einzelne Schwarze Schafe gibt. Bei Hartz-IV-Empfängern gilt offenbar das Umgekehrte: Es gibt auch einzelne Weiße Schafe.

Und Sat.1 feiert diese Aussage, die man wahlweise für eine Banalität oder eine Ungeheuerlichkeit halten kann (man teste sie in Variationen wie „Schließlich ist nicht jeder Schwule auch ein Pädophiler“ oder „Schließlich ist nicht jeder Ausländer auch ein Krimineller“) noch als Ausdruck von Fairness und Gerechtigkeit.

Es fällt mir schwer, nicht hinzuzufügen: Soweit sind wir schon gekommen. Mit unserem Umgang mit den Bedürftigen in unserer Gesellschaft. Und mit dem Fernsehen.

Dabei gehen die Sat.1-Leute (die Produktionsfirma Solis-TV wird von Stefan Wichmann geleitet, der vorher bei „Akte“, dem Sat.1-Frühstücksfernsehen und dem Sat.1-Mittagsmagazin war) durchaus geschickt vor. Anders als das ZDF, das mit „ZDF-Reporter“ schon vor Jahren ein verachtenswertes Format etabliert hat, das den deutschen Alltag fast ausschließlich aus der Perspektive von Kontrolleuren, Polizisten, Aufpassern und Schnüfflern zeigt, präsentieren sie die Sozialfahnderin und den Sicherheitschef des Landkreises Offenbach nicht nur als strenge Wächter, sondern auch als Wohltäter.

Als ersten Fall der ersten Folge zeigt „Gnadenlos gerecht“ – sicher nicht zufällig – wie die beiden bei einer Überprüfung feststellen, dass die junge Frau, die mit ihren Kindern ihren gewalttätigen Mann verlassen hat, nicht zuviel Geld vom Staat bekommt, sondern zuwenig. „Machen Sie sich keine Sorgen“, sagt Helena Fürst am Ende, als sie alles notiert hat, gönnerhaft zu der Frau. „Freitag haben Sie Geld und gehen einkaufen.“ Die Sprecherin sagt aus dem Off: „Neben Möbeln bekommt die Frau jetzt ihre ganze Renovierung bezahlt. Insgesamt mehr als 2000 Euro vom Staat.“ Und Helge Hofmeister sagt zu seiner Kollegin im Weggehen: „Da siehste mal, wie wichtig der Außendienst ist.“

Ist das nicht schön geregelt in unserem Land? Der Staat schickt Leute vorbei, damit die wirklich Bedürftigen, die in ihrer Scham und Bescheidenheit nicht alle Almosen beantragen, die sie beantragen könnten, belohnt werden. Als die Beamten mit dem Kamerateam aufkreuzten und die Frau brav den Kontrolleuren, dem Fernsehteam und der Welt ihre kargste Behausung zeigte, kommentierte das die Off-Sprecherin mit den Worten: „Die junge Frau bittet die Sozialfahnder widerspruchslos herein. Offenbar hat sie nichts zu verbergen.“

Das ist ganz anders bei einer anderen Familie, die später kontrolliert wird. Der Sicherheitschef hatte sich vorher extra Spezialhandschuhe angezogen, weil die Betroffenen auch gerne gewalttätig würden. Sie lassen die Sozialfahnder nicht hinein. Aber ihren Verdacht, dass die Leute gar nicht wirklich bedürftig, bestätigt schon der flüchtige Blick durch die Tür: „Haste die Wohnung gesehen“, fragt Helena Fürst hinterher ihren Kollegen. „Die sah nicht asozial aus.“

Es ist alles so erbärmlich. 350 Euro plus Miete bekommt ein 50-jähriger Arbeitsloser, dessen Wohnung die Fahnder als nächstes überprüfen. Er steht im Verdacht, sich mit einer Frau nicht nur die Wohnung, sondern auch das Bett zu teilen, was aus der WG eine „eheähnliche Gemeinschaft“ machen würde. „Wir vermuten, dass die beiden ein Paar sind“, erklärt Helena Fürst und zählt dann auf, nach was für Indizien sie suchen wird, um ihm auf die Schliche zu kommen.

„Mit dem unangemeldeten Besuch hat der Hartz-IV-Empfänger offenbar nicht gerechnet“, triumphiert die Off-Sprecherin. Und Helena Fürst fragt: „Sagen Sie mal, wie schlafen Sie denn hier?“ Auf dem Sofa? Seit fünf Jahren? Sie glaubt ihm nicht. Und rechnet hinterher in die Kamera vor, wieviel Geld er zurückzahlen müssen könnte. 17, 18.000 Euro. Schlimmstenfalls. Bestenfalls.

Wieder ein Schmarotzer zur Strecke gebracht.

Das nächste Paar ist jung, arbeitslos, hat ein Kind und Probleme, sich zu artikulieren, ist aber schwer bemüht zu zeigen, dass sie bereit sind alles zu tun, um nicht mehr auf das Geld vom Staat angewiesen zu sein. Zwei Hängeschränke für die Küche brauchen sie – nein, da fehlen doch drei, sagt die Kontrolleurin, und fügt auch noch einen Bonus-Unterschrank auf ihrem Formular hinzu. Nur den gewünschten neuen Wohnzimmerschrank, den gibt es nicht, sagt sie hinterher in die Kamera, der alte sei noch gut. Es ist ein bisschen wie früher bei „Dalli-Dalli“, wenn Mady Riehl sagte: „Einen Sessel müssen wir abziehen, der war doppelt.“ Nur dass in dieser Sendung keiner auf die Idee kommt, die Summen, um die es geht, am Ende in Schilling umzurechnen. Oder in Menschenwürde.

Ganz zum Schluss, als sie einer – womöglich wirklich kriminell den Staat betrügenden – türkischen Familie auf die Schliche gekommen sind, fahren Helena und Helge in den Feierabend. David Bowie singt dazu: „We Can Be Heroes“.

141 Gedanken
  1. 1
    rox says:

    Verleiten mich die zwei orthographischen Fehler in diesem Text jetzt dazu, darüber zu sinnieren, wie doof dieser Blog ist?

    Nein.

  2. 2
    4thmarch says:

    Soweit ich mich erinnere ist das Bett kein Kriterium für irgendetwas.

  3. 3
    Xilef says:

    Es gibt gar keine Wort für das Gefühl als ich das erste mal ahnunglos in diese Sendung zappte und mir langsam klar wurde worum es sich da inhaltlich dreht. Ich kann es immer noch nicht fassen, dass so ein verabscheuungswürdiges Format überhaupt existiert.

  4. 4
    Wolfgang Hömig-Groß says:

    @rox: ?

  5. 5
    ruhrpottjunge says:

    Lust auf ein Kompliment von unerwarteter Seite? ;-)

    Selten habe ich Medienkritik gelesen, die bei aller sprachlichen Brillanz immer noch das genau richtige Maß an Entrüstung durchscheinen lässt. Sie kritisieren das Format und die dahinter stehende Denkweise, weil sie WIRKLICH entsetzt sind – und nicht weil sie vorgebliches Entsetzen nur als Anlass zur Selbstdarstellung sehen.

    Dafür meinen … Respekt.

  6. 6
    Stefan says:

    @ruhrpottjunge: Super. Jetzt muss ich den Eintrag löschen. ;-)

  7. 7
    Lomexx says:

    Das ist die erste wirklich treffende Analyse dieses unsäglichen Formates – danke. Was mich allerdings wundert, ist, dass in eigentlich allen Beiträgen zum Thema Sat1 als der Feind ausgemacht wird – dabei finde ich die Rolle der Arbeitsagentur viel fragwürdiger: Wie kann es sein, dass die beiden Agentur-Angestellten (sind das nicht sogar Beamte?) ihr Gehalt dadurch aufbessern dürfen, dass sie sich bei ihrer Arbeit von Kameras begleiten lassen? Das setzt doch sicher voraus, dass der Vorgang von ihren Vorgesetzten abgenickt wurde… Warum verlangt von denen niemand eine Stellungnahme?

  8. 8
    doc says:

    Ich muss immun sein gegen das Fernsehen. Solche Formate nehme ich irgendwie nur wahr, wenn ich darüber lese. Diese Sendung muss ja ganz besonders schlimm sein, habe ich darüber heute doch schon bei Spiegel Online und FAZ.de gelesen.

    Ich bin wirklich froh, dass es Leute gibt, die sich diesen Müll an meiner Statt antun, um sich danach intellektuell darüber zu entrüsten.

    Diese Artikel sind perfekte „Fremd-Entrüstung“ über eine Sendung, die wohl genau das auslösen soll. Hätte ich die Sendung gesehen, wäre ich jetzt wohl entrüstet über all die (a)sozialen Ungerechtigkeiten in unserem Land.

  9. 9
    Stefan Evertz says:

    Vielleicht noch eine Ergänzung (basierend auf Hörensagen):
    Die Außendienst-Mitarbeiter prüfen meines Wissens (und zumindest hier in NRW) die Situation vor Ort und berichten dann an den jeweiligen Sachbearbeiter, aber nur diese entscheiden dann. Insofern wären die zitierten Zusagen (“Freitag haben Sie Geld und gehen einkaufen.”, etc.) wenig mehr als gute Wünsche…

  10. 10
    Twipsy says:

    Und diese menschenverachtende Praxis verdanken wir letztendlich einem Herrn, der hohen Managern brasilianische Edelprostituierte zugeführt hat. Und jemandem, der sich sein ehemaliges hohes Regierungsamt mittlerweile in russischem Gas bezahlen lässt.

  11. 11
    Sven says:

    Letztes Jahr die Manager, dieses Jahr Hartz4 und nebenbei nie zu vergessen Jugendliche und Ausländer. Mit Rentnern ist man dieses Jahr mal gnädig mal gibts haue – gibt es eigentlich noch eine Minderheit auf der nicht rumgehauen wird? Wo bleibt das Mittelstands-Bashing?

    Entsetzliche Sendung, „subtil“ ist das Ziel der Sendung wohl nur für die Zielgruppe, Menschen die andere brauchen die sie dafür hassen können, „Wegen den Schmarotzern geht es uns schlecht“.

  12. 12
    Tobias says:

    Sorry, wenn ich jetzt mal blöd nachfrage. Aber wo ist denn jetzt genau das Problem bei der Sendung? Da wird die Arbeit von zwei „Sozialfahndern“ verfolgt und möglicherweise mit eher hämischen bis reißerischen Bemerkungen aus dem Off kommentiert — wobei die zitierten Kommentare nicht wirklich schlimm klangen.

    Dass diese Art von Sendung dazu neigt, nur die extremen Beispiele zu zeigen, dürfte bekannt sein. Die Beschreibung von Stefan klingt dafür aber ziemlich ausgewogen, es sind also nicht nur Schmarotzer zu sehen, sondern auch wirklich Hilfbedürftige. Möglich dass sich das noch ändert. Bisher sehe ich da aber kein Problem.

    Es ist jetzt natürlich fraglich, ob man Hartz4-Empfänger im Fernsehen begaffen dürfen sollte. Aber warum eigentlich nicht? Bei anderen Bevölkerungsgruppen geht das ja auch prima.

    Der Satz „offenbar hat sie nichts zu verbergen“ stößt mir auch sauer auf. Andererseits reden wir hier von Personen, die auf die Hilfe des Staates — also von uns allen — angewiesen sind und Leistungen erhalten. Da halte ich es für durchaus legitim, dass der Staat nachfragt, ob er die Leistungen gerechtfertigerweise erbringt.

    (Nein, ich will nicht trollen. Ich möchte diskutieren bzw. Meinungen hören.)

  13. 13
    Jeeves says:

    wird von Stefan Wichmann geleitet, der vorher bei “Akte”, dem Sat.1-Frühstücksfernsehen und dem Sat.1-Mittagsmagazin war) durchaus geschickt vor.

    Fehlt da was?

  14. 14
    Gabster says:

    Einfach nicht anschauen. Wenn die Quote nicht stimmt und die Werbekunden wegbleiben, fliegt die Sendung ruck zuck wieder raus.

  15. 15
    Jeeves says:

    ooops, jetzt seh‘ ich die Klammern im Satz. Sorry.

  16. 17
    Thorsten says:

    Ich schließe mich dem Ruhrpottjungen aus Beitrag fünf an. Was mich dennoch immer wieder wundert: Warum schaut man sich diesen Müll auf SAT1 oder RTL oderoder überhaupt an? Es wäre doch ein kleines Wunder, wenn die mal etwas gutes senden würden, oder? Das ist auch merkwürdig in der taz, wenn die bedauern, dass irgendeine Privatfernsehproduktion enttäuschte. Ja, was denn sonst??
    Ich erinnere mich an einen Sommertag vor zwei Jahren: Ich war krank und guckte von zwölf bis 22 Uhr durchgehend RTL (mangels Fernbedienung wirklich nur RTL). Bis dahin dachte ich, die mittäglichen Talkshows seien das schlimmste. Danach wusste ich: Diese Talkshows sind noch das beste. Der Rest war das letzte, egal ob Nachrichten oder Cobraautobahnpolizei, ständige Werbung, Trailer etc. Es ist Müll zum Zeittotschlagen.
    Wobei es schon stimmt: Die besprochene SAT1-Sendung ist noch eine andere Sache, es wird gegen Schwache gehetzt.

  17. 18
    textkoch says:

    Liefen solche „Reportagen“ nicht schon stundenland bei Spiegel-TV? Wengleich etwas distanzierter in der Machart, war ich seinerzeit schon erschüttert über den Ihhalt, wie Vater Staat bei den Ärmsten des Landes die Betten kontrollieren lässt um eheähnliche Gemeinschaften nachzuweisen, während die wirklichen Nutznießer staatlicher Zuwendungen in den höheren Gehaltsetagen eher unkontrolliert bleiben. Oder wann wurde je bei einem Villenbesitzer geklingelt, um mal zu kontrollieren, ob die steuerlich begünstigte Einliegerwohnung wirklich Wohnraum für Dritte schafft ?

  18. 19
    Markus says:

    Zitat DWDL:
    Um 21:15 Uhr sicherte sich die Dokusoap mit 1,81 Millionen 14- bis 49-jährigen Zuschauern einen hervorragenden Marktanteil von 15,2 Prozent in der Zielgruppe – was angesichts der Konkurrenz durch das Fußball-Länderspiel zwischen Deutschland und Belgien, das zur gleichen Zeit im ZDF übertragen wurde, um so höher zu bewerten ist. Insgesamt schauten 3,11 Millionen Zuschauer ab drei Jahren zu, was beim Gesamtpublikum für ebenfalls gute 11,3 Prozent Marktanteil reichte.

    Was ist schlimmer ? Die Sendung selber oder die vielen Leute die sowas tatsächlich schauen ?

  19. 20
    Thomas says:

    Die Sendung ist schlimm!
    Das sie so viele schauen ist schlimm!

    Noch schlimmer ist, dass die Politik es geschafft hat, dass immer mehr Menschen ihr eigenes Selbstwertgefühl dadurch menifestieren, dass sie verachtend und ein wenig ängstlich nach unten schauen.

    Bäh!

    Aber abwarten. Es wird noch schlimmer kommen.

  20. 21
    Bernie says:

    @12 (Torsten): Klar darf der Staat nachfragen. Aber hier fragt der Staat nicht bloß nach. Hier profilieren sich Staatsbedienstete vor der Kamera als Schicksalsgötter. Solche Sendungen offenbaren, wie wenig manche Leute damit umgehen können, Macht über andere Personen zu haben. Das ist sehr gruselig. Und noch gruseliger ist, dass das so viele Menschen sehen wollen.

  21. 22
    Thomas says:

    @12 @21

    Dieser Film offenbart auch sehr schön, wie Positionen/Macht Menschen prägen. Jenseits der Frage, wie gerecht die Hartz IV Gesetzgebung ist, gebe ich Bernie vollständig recht – hier werden keine Gründe erforscht, hier herrscht keine Achtung vor dem Menschen und jedes Mindestmaß an Würde und Respekt (Hätte ich bei diesem Sender auch nicht anders erwartet) geht verloren.

    Aber genau das ist Absicht, so wie auch dieses Format nur eins unterstreichen und unterstützen soll. Eine weitere Spaltung der Gesellschaft. Und Angst einjagen.

    Eine Angst, die mehr und mehr unsere Medien und unseren Alltag beherrschen wird.

  22. 23
    sunblast says:

    was aber nicht verstehe, warum darf eine person im aussendienst über „leben und tot“ entscheiden? erinnert mich irgendwie an judge dredd. polizei und richter in einer person. irgendwie läuft es darauf hinaus…

    aber vielleicht hat die sendung auch was gutes, es wird mehr darüber diskutiert, sogar heise hat es aufgegriffen.

    @19: die zuschauerzahlen, so hoffe ich, werden bei der 2. sendung fallen, wenn nicht? dann erst ist es wirklich schlimm. ich hatte es auch gesehen, aber einmal aus neugier, aber auch als bestätigung dessen, was ich von der sendung erwartete.

  23. 24
    Thomas says:

    @23

    Gerichtet wird ja nicht nur nach dem Sozialgesetzbuch!

    Das wahre Gericht findet in dem Moment statt, wo andere die gezeigten Personen wiedererkennen. Und dies ist recht einfach über das Umfeld mögllich.

    Der Zeigefinger ist der Richter. Und den haben die Autoren, die 2 „Fahnder“ in der Hand.

  24. 25
    hanswurst says:

    ich finde es grundsätzlich nicht verwerflich wenn eine reportage über die arbeit der „sozialfahnder“ (polizei, ordnungsamt, …) gedreht wird. allerdings sollte so etwas distanziert, differenziert und vorallem mit rücksicht auf die betroffenen gedreht werden (egal ob schmarotzer oder nicht – denn das hat nicht der sender zu beurteilen). in diesem fall ist das aber, wie bei so vielen anderen, nicht geschehen – typisch sat1.
    @12: selbstverständlich werden nur die extremfälle gezeigt – man könnte die dokusoap vielleicht mit statistischen fakten anreichern. aber… nein, da würde die zielgruppe auf rtl2 umschalten.

  25. 26
    Rudi says:

    ich finde auch schlimm, dass solche entwürdigenden Praktiken im Fernsehen dokumentiert werden. Können die das nicht tun, ohne dass wir das mitbekommen?

    (ja ich will trollen) ;-)

  26. 27
    dfIas says:

    Ich muss mal nachfragen: Sind das authentische oder erfundene Fälle? Das war doch mit den Gerichtssendungen auch so: zuerst echt, später erfunden …

  27. 28
    Schorsch says:

    Die Sendung beweist mal wieder anschaulich, wie wenig schlechte Kritiken in Qualitätsmedien (FAZ, FR, SPIEGEL, SZ etc.) Einfluss auf die Quote haben. Ganz im Gegenteil, manche Privatfernsehmacher bekommen ja Panik, wenn eine ihrer Sendungen im Feuilleton eine gute Besprechung bekommt, denn das ist oft der erste Schritt zur Absetzung (My name is Earl, Eli Stone, und auch 24 dümpelt ja mit mickrigen Quoten dahin). Man kann ja fast damit rechnen, wenn Stefan beim Fernsehlexikon eine Sendung lobt, dann ist die ihr Ende nah.
    Ich finde den Vorschlag schön, sich das Geld für die Marktforschung zu sparen und ein paar Feuilleton-Redakteuren die Sendung im Vorfeld zu zeigen. Wenn die diese menschenverachtend, schlecht und dämlich finden, dann können die Leute vom Sender den Schampus schon kaltstellen.
    Demokratie heißt leider auch, dass wir das Fernsehprogramm und die Regierung haben, die wir verdienen.

  28. 29
    Thunder77 says:

    Einen Punkt muß ich auch noch erwähnen: Es ist schon schlimm genug, wie heutzutage Minderheiten im TV vorgeführt werden.Was ich aber an diesem Format schlimm finde ist die unterschwellige Botschaft: Diese Kontrollbesuche sind gerechtfertigt und notwendig, weil es sooo viel Sozialschmarotzer gibt.Und das stimmt definitiv nicht! Offizielle Aussage der BAG: 2005 z.B. wurden nur etwa 0,6 % (!) der Sozialleistungen fälschlicherweise ausbezahlt, inklusive der Fälle, in denen die BAG falsch gerechnet hat und nicht aufgrund falscher Angaben des Antragstellers. (http://www.heise.de/tp/r4/artikel/28/28556/1.html) In den Medien wird das aber so aufgebauscht, daß die „Unschuldsvermutung“ bei Hartz4lern in der öffentlichen Meinung nicht mehr gilt, wie im Artikel ja auch schon erwähnt wurde.

  29. 30
    Christoph Wesemann says:

    @ Rudi: Ich finde, es ist schon ein gewaltiger Unterschied, ob jemand mit oder ohne Kamera vorgeführt, diskriminiert, schikaniert, verdächtigt oder sonstwas wird. Ohne Kamera ist es möglicherweise auch bitter, aber der Betroffene kann steuern, wer davon erfahren soll. Verstehen Sie das Problem wirklich nicht?

  30. 31
    freebe says:

    Es ist mir schon klar, dass diesen Format ein Festschmaus für alle Tv-Kritiker ist. Nur, wie bereits erwähnt: das Thema wurde doch von gefühlt jedem Magazin im Privat-Fernsehen schon durchgekaut.
    Warum also erst jetzt die Aufregung?

  31. 32
    PaterNoster says:

    @investigative Journalisten
    Viel mehr interessiert mich die Frage, wieviel die HartzIV Empfänger dafür bekommen, dass die Aufnahmen gesendet werden dürfen. Und das diese „Einnahmen“ auf HartzIV angerechnet werden, davon geh ich mal aus. Ausserdem wäre interessant, wieviel Geld die Arbeitsagentur dafür bekommt (Nein, ich unterstelle niemandem Korruption …)

  32. 33
    Mir says:

    Widerlich. Erschreckend. Aber halt irgendwie doch ein Zustandsbericht welches Bild die Gesellschaft von Bedürftigen hat.

  33. 34
    Patrick Kennedy says:

    @22. Ich glaube nicht, dass solche Sendungen Angst auslösen wollen. Es wird eher versucht ein Gefühl von „Common Sense“, von gemeinsamen Wertelvorstellungen anzubiedern. Das heisst, es wird angenommen, dass gewisse Vorurteile, Ängste, Hass etc. bereits da sind, und die werden dann reflektiert und vielleicht vertieft, zumindest bestätigt.

  34. 35
    Markus says:

    Dank des Tipps von Stefan vor ein paar Tagen schaue ich Abends nur noch „The West Wing“ ;-)
    Grandiose Serie !

    nur mal so nebenbei und völlig offtopic.

  35. 36
    PaterNoster says:

    Der dazu beim Erwerblosen Forum Deutschland veröffentlichte Brief der SAT.1 Geschäftsleitung ist, mit der Folge noch auf der Netzhaut, nicht nur Geschäfts-Blabla sondern auch noch frech dazu. Zitat: „Insofern schafft das Format Sympathie und Verständnis für Menschen, die – aus welchen Gründen auch immer – staatlicher Hilfen zum Leben benötigen.“
    Egal was das Format schafft, Hauptsache die Quote stimmt … Bä!

  36. 37
    Jens Steinbrink says:

    Es mag dramatisch und albern klingen, aber die Sendung hat es endgültig geschafft: Sat1 ist bei mir aus der Senderliste gestrichen. Nix mehr. Klar, die Quoten werden bombig sein, und Protest ist sinnlos, wenn ihn keiner mitbekommt. Aber ich kann diesen Dreck, diese hingerotzte, menschenverachtende Suppe nicht mehr ertragen.

    Klar, jeder muss sein Geld verdienen. Aber DA Redakteur zu sein – nee. Dann lieber Hartz4, das ist ehrenwerter.

  37. 38
    Sebastian says:

    Wegen Olympia gucke ich im Moment wieder fern und weiß genau, warum exakt zum Ende der Live-Bilder die Glotze SOFORT wieder aus ist und warum ich keinen Fernseher mehr habe.

    Ich spar mir die GEZ und kauf mir lieber billige DVD-Boxen von Serien. Deutsches Fernsehen besteht nur noch aus Reality-Sch…und. In den USA ist es wenigstens durchlöchert mit guten Serien. In Deutschland kommen noch entsätzliche Eigenproduktionen dazu.

    Fernsehen ist Volksverdummung.

  38. 39
    arahf says:

    gut dass ich nie sat1 schaue, davon hatte ich noch nichts mitbekommen. Der Sender reiht sich sogar noch unter Pro7 ein

  39. 40
    Fred Feuerstein says:

    Heißt der Leiter des Teams tatsächlich

    Stefan Wichmann

    Man könnte auf lingustische Spielereien kommen, angesichts dieser Produktion

  40. 41
    Thomas says:

    Schade, ich habe die Sendung verpasst – andererseits bereuhe ichs auch nicht, denn der ARD-Film gestern war eine der seltenen Perlen, die deutsche Autoren und Regisseure fürs TV machen.

    Meine wöchentliche Dosis dramatisierten „Sozialrealismus“ gebe ich mir gewöhnlich donnerstags bei Frauentausch.
    Das interessante an solchen Sendungen, die gezielt darauf abzielen sowas wie „Schmarotzer“ zu zeigen, ist ja dass sich jeder drüber aufregen kann: ob nun direkt über die angeblichen Schmarotzer oder eben über die die sich drüber aufregen (als ob die paar Piepen von Krawall-Klaus, ehrlicher Zeitarbeiter, den Sozialstaat tragen <- das mein ich). Funktioniert also und ist manipulativ, Fernsehen halt.
    Schlimmer als das finde ich, dass die Trennung in würdige und unwürdige Arme, politisch offensichtlich gewollt ist. Keine von emphatieunfähigen Produktionsteams gemachte Sat.1-Soap kann so zynisch sein wie ein FDP-Politiker.

  41. 42
    Thorsten says:

    Ich hoffe, diesen Artikel liest auch Ihr Kollege Michael Hanfeld. In dessen Kritik bei faz.net kommt die Schäbigkeit und Unwürdigkeit der Sendung im Umgang mit den Ärmsten der Gesellschaft nämlich viel zu kurz.

  42. 43
    Watschel says:

    Ich stelle mir ein Format vor, dass zeigt wie Jobcenter-Mitarbeiter Anträge bearbeiten und dann besonders die sucht, die falsche Entscheidungen im ALG2-Bereich treffen (also den Leuten zuwenig zusprechen). Nach der Werbung könnte man dann zeigen, wie die falschen Entscheidungen vor Gericht kommen und verhandelt werden. Bei derzeit ein bissel mehr als 61.000 Fällen hätte man bestimmt genug Material. Nebenbei könnte man dann auch immer so eine kleine Countdownzahl laufen lassen, die zeigt, wie viel Geld dabei verpulvert wird. (Porto, Gerichtskosten, Saalmiete:-)) Natürlich würde man bloß die Mitarbeiter zeigen, die wirklich schlecht arbeiten. Denn nicht jeder Angestellte des JobCenters ist inkompetent.

  43. 44
    damone says:

    Genau solche Sendungen sind der Grund, warum ich meinen Fernseher endgültig abgeschafft habe.
    Die Grenze des Ertragbaren ist schon länger erreicht. Wir nähern uns mit Höchstgeschwindigkeit den amerikanischen Vorbildern, wie der Jerry Springer Show. Nur dass diese hierzulande im Moment noch als Zeitung durch die Medienlandschaft geistert.

    *Freut sich auf Bild-TV*
    Damone

  44. 45
    Armin says:

    Für alle, die behaupten es (leider) verpasst zu haben, man kann das „Schmuckstück“ auch online sehen: http://www.sat1.de/ratgeber_magazine/gnadenlosgerecht/

  45. 46
    Armin says:

    Ich habe die Sendung nicht gesehen, aber sie wurde ja sehr gut beschrieben.

    Ich denke man sollte hier unterscheiden in

    1. Die Kontrollen die die Behörden stichprobenartig durchführen
    und
    2. Die Sendung darüber.

    Über letzteres kann man zu Recht streiten, man frägt sich: muss das sein. Ich will sowas nicht sehen.

    Aber die Kontrollen an sich sind sehr sinnvoll. Hier wird so getan als würden Millionen von H4-Empfängern täglich kontrolliert und ihnen die letzte Privatsphäre geraubt. Der Missbrauch von staatlichen Leistungen ist doch Alltag. Dagegen sind die wenigen Kontrollen die stattfinden lächerlich. Ich kenne jemand aus meinem weiteren Umfeld der lebt schon seit 15 Jahren von Transferleistungen des Staates und den hat noch nie jemand besucht. Leider. Er hat zwei Schwarzjobs und kassiert munter jeden Monat Geld aus meinen Steuerzahlungen. Wäre ich ein Schwein würde ich ihn verpfeifen…..aber so groß ist meine Wut noch nicht.

    Unterhaltet euch mal mit Leuten aus anderen Ländern. Solche Sozialleistungen wie hier in Deutschland gibt es sonst fast nirgendwo auf der Welt. Das verleitet zum Missbrauch. Dagegen muss der Staat sich wehren. Im Interesse aller.

    Ich komme mir hier manchmal vor wie im Forum der Linkspartei. Völker hört die Signale, auf zum letzten Gefecht, die Internationale ……..

  46. 47
    ruhrpottjunge says:

    @Armin

    Der Kommentar geht am Thema vorbei, und zwar weit. Hier wird nicht über Sozialleistungen und nicht über die Kontrolle des rechtmäßigen Bezugs von Sozialleistungen gesprochen.

    Hier wird über eine Fernsehsendung gesprochen, in der konkret Sozialleistungsempfänger vorgeführt werden und deren zugrundeliegende Hypothese Sozialleistungsempfängern abstrakt Leistungserschleichung unterstellt.

  47. 48
    StefanK says:

    Wenn diese Sendereihe nicht nicht ganz hart am Straftatbestand der Volksverhetzung vorbeischrammt, welche dann?

    Nur mal kurz aus wikipedia.org/wiki/Volksverhetzung :
    „Den Tatbestand einer Volksverhetzung definiert § 130 Absatz 1 des Strafgesetzbuchs:
    Wer in einer Weise, die geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören,
    1. zum Hass gegen Teile der Bevölkerung aufstachelt oder zu Gewalt- oder Willkürmaßnahmen gegen sie auffordert oder
    2. die Menschenwürde anderer dadurch angreift, dass er Teile der Bevölkerung beschimpft, böswillig verächtlich macht oder verleumdet, wird mit Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren bestraft.“

  48. 49
    grey²³ says:

    @Armin
    Das hier ist ein Blog eines Medienjournalisten. Wenn Du einen schnellen Eindruck dieser Sendung und ihrer Machart gewinnen willst – auf youtube gibt es einen Mitschnitt zu sehen.

    Übrigens: Du kannst Dich natürlich mit Leuten in anderen Ländern unterhalten. Aber sprichst Du auch mit den Leuten hier? Wenn in unserem Land Leute bettelnd am Strassenrand sitzen oder die Mülltonnen nach Essen durchwühlen oder sich in abgedrehten Arbeits-Phantasien für einen Euro die Stunde wiederfinden. Es gibt nicht nur die Schnapsnasen und Leistungskriminellen, es gibt auch die alleinerziehenden Mütter, die älteren betriebsbedingt Gekündigten, es gibt die von diesem System schlicht Überforderten. Missbrauch ist überall und gegenwärtig in Deutschland. Warum sollte das nur auf der Managerebene passieren, wenn Millionen Menschen völlig perspektivlos mit einem Regelsatz, der für jeden Bedürftigen ein widerlicher Witz ist, abgefertigt werden – von Typen beäugt, die sich über Milliardeneinsparungen ihrer Agentur freuen. Und daraus macht Sat1 ein Format, wie nur Sat1 es kann.

    @ruhrpottjunge
    Was’n mit Dir los? Ich erkenne Dich ja gar nicht wieder, schliesse mich Deinem Kommentar #5 aber sofort an.

  49. 50
    Mario H. says:

    @StefanK: vollkommen korrekt. Aber das ist in den Boulevard-Medien doch heute gang und gäbe. Einfach mal beim Bildblog reinschauen. Von bestimmten Medien wird die Pressefreiheit ganz systematisch zur Volksverhetzung ausgenutzt – allerdings ist es meist so, dass die Gegner wechseln.

  50. 51
    Armin says:

    @51 grey
    Mir ist bewusst was für ein Blog das hier ist. Dennoch danke für die Erinnerung. Ich bezog mich auf nicht auf Stefans Beitrag sondern auf so manche Kommentare hier. Ich habe ja geschrieben dass ich so eine Sendung nicht sehen will.

    @ruhrpottjunge
    Doch! Es wird hier eben nicht nur über die Sendung gesprochen, sondern über das System „Kontrolle“ im Allgemeinen. Darauf bezog sich mein Kommentar. Und diese Kontrollen sind nun mal notwendig. Ich gebe den meisten hier in soweit recht dass eine Kamerateam bei diesen Kontollen nichts zu suchen hat!

  51. 52
    Henker says:

    he die sendung hat nen tollen marktanteil, aber das sind ja nur die testgucker zur hochrechnung für werbeeinnamen, insgesamt kann man ja garnicht sagen, dass 1,9 Mio. da zugeguckt haben, also fragt euch nicht zu viel informiert euch über die Quotenbestimmung ;)

  52. 53
    Ludo K. says:

    Rein soziologisch gehören die Damen und Herren, die uns der „Unterschichtensender“ (lt. Jochen Hörisch) SAT1 im Abendprogramm bei `Gnadenlos korrekt´ präsentiert, demselben Milieu an, das der gleiche Sender nachmittags in den unsäglichen Talk- und `Gerichts´shows zu dokumentieren versucht. Die Sendungen am Nachmittag finde ich ehrlich gesagt wesentlich menschenverachtender und desorientierender. Aber über die regt sich ja schon längst keiner mehr auf …

  53. 54
    Thomas Lobig says:

    Mal etwas Meta-Diskussion (aka Offtopic)

    @21 Die Nummer 12 in den Kommentaren nennt sich aber Tobias, obwohl ich selbst dachte dieser Torsten hätte es geschrieben. Derjenige, welcher Bildergallerien und Online-Journalisten vehement verteidigte. Komisch wie das Hirn Assoziationen bildet und Menschen in die Irre führt.

    hmm.. wo war ich?..

    @5 und weitere, lieber ruhrpottjunge, heute schüttel ich dir mal fest die Hand. In einer Reihe mit jenen, die auch meinen sonst einen anderen ruhrpottjungen zu kennen. Ich gebe ja zu dass Meinungen eben Meinungen sind und deren öffentliche Verkündigung ein Plus unserer Gesellschaft ist. Vielleicht gerade deswegen freue ich mich dieses Mal eine Meinung mit dir zu teilen. So. Genug geschleimt.

    Ich bin nach der Lektüre des Eintrags von Herrn Niggemeier, nebst aller bisherien Kommentare, mal in mich gegangen. Ich habe überlegt welche Sat.1-Sendung ich zuletzt verfolgt habe. Ich glaube es waren Wiederholungen von „Star Trek the Next Generation“. Vor 14 Jahren? Gelegentlich schaue ich Spielfilme die auf Sat.1 laufen. Sonst fällt der Sender bei mir sowas von durchs Raster. Ich war immer sauer auf meine Mutter, weil sie Sat.1 Früstücksfernsehen geschaut hat. Ich hab ihr sogar ganz arrogant gesagt, dass sie mehr Anspruch an sich selbst haben sollte. Kann sein dass sie es noch heute einschaltet, so sie Zeit dazu findet.
    Ich verzweifle, wenn ich nichtmal meiner Mutter beibringen kann „anspruchsvolles“ Fernsehen zu schauen. Wie soll man nur die breite Masse davon abhalten den ganzen hirnentschlackenden Brei im Fernsehen zu konsumieren?
    Stefan: Ich hätte jetzt bitte gern einen „hands on“ Vorschlag. Bitte etwas lauteres als Konsumverweigerung.

  54. 55
    Patrick Pricken says:

    @28: Wir haben nicht das Fernsehen, das wir verdienen, sondern das Fernsehen, von dem man glaubt, dass wir es verdienen. Das Problem, das ich sehe: in meinem Bekanntenkreis sieht kaum jemand auch nur ansatzweise regelmäßg fern. Also kriegen wir weder gute noch schlechte Sendungen wirklich mit. Wenn jemand wie Herr N. sie dann lobt, dann sind sie meistens schon abgesetzt, weil das mögliche Zielpublikum eben gar nicht mehr guckt und den Kasten nur noch für Spiele oder DVDs nutzt.

    Aber bei Hartz IV kriegt man ja auch einen Fernseher gestellt und keine Bibliotheksausweise…

  55. 56
    sw23 says:

    das wirklich schlimme ist, dass diese sendung nur die zusammenfassung dessen ist, was ohnehin den ganzen tag auf diesem und weiteren sendern gezeigt wird. ob in pseudo-nachrichten oder sonstigen boulevard-sendungen. da werden leute, die mit 300 im monat auskommen müssen als unfassbar dreiste ganoven und untermenschen dargestellt, wenn sie einen unzulässigen antrag auf wohnhilfe stellen. und gleichzeitig werden skandale von hohen persönlichkeiten so „nebenbei“ angemerkt.

  56. 57
    Kaffchris says:

    @14 und Stefan:
    Die Quote stimmt…….
    Schönes Beispiel für etwas das mich dazu veranlasst hat vor langerlanger Zeit meinen Fernseher zu verschenken. Seitdem klappts auch ohne TV. Werden eigentlich die Nichtseher auch mit einberechnet, diejenigen welche sich dem TV komplett verweigern? Ach was frag ich überhaupt, siehe Nichtwähler……
    @44
    Schön wenn man die Mitarbeiter der ARGE und Co. dann herausstellt, hilft demjenigen dessen Antrag ganze zwölf (12!!!) Mal eingereicht werden muss und welcher 27 (SIEBENUNDZWANZIG) Termine beim Amt braucht bis er sein Geld bekommt herzlich wenig.

  57. 58
    Olly says:

    Wie wär´s mit folgender Variation: “Schließlich ist nicht jede Sat.1-Sendung auch ausgemachter Bockmist”?

    Ach nee, ist es ja doch…

  58. 59
    Streifzug says:

    Die Kritik an der Sendung ist lobenswert aber völlig nutzlos.

    Warum werden solche Sendungen produziert?
    Warum werden ähnliche Artikel in der Blindzeitung geschrieben?
    (Das nicht nur in Deutschland sondern in allen Staaten, in denen Sozialabbau auf der Tagesordnung steht.)
    Wie rechnet sich solch ein Aufwand?

    Meine Meinung:
    Es entsteht meist der Eindruck es würde um einen Kampf zwischen Gut und Böse gehen. Der gigantische Aufwand erweckt den Eindruck eines Titanenkampfes.

    Es geht um Winzigkeiten.
    Wie viele Stimmen waren ausschlaggebend bei der ersten Wahl des ach so geliebten G. W. Bush zum Präsidenten? Um diese Winzigkeiten geht es.

    Ein Abstecher in die Geschichte:
    Im II. Weltkrieg werden die USA als der Gegner des Nationalsozialismus dargestellt. In Wahrheit waren die Machtverhältnisse zwischen Befürwortern (Ford …) und Gegnern ausgewogen und nur ein kleines Übergewicht hat den Ausschlag gegeben. Kurz nach Ende des Krieges wurde das offensichtlich.

    Also:
    Die Sendung erfüllt ihren Zweck.
    Sie lockt potenzielle Wähler der Linkspartei vor die Glotze. Gelingt es diese Personen zu (rechts)radikalisieren und somit das Potenzial um 4% zu verringern hat das einen gravierenden Einfluss auf die nächste Wahl.

    So rechnet sich der Aufwand. Eine Handvoll Menschen soll manipuliert werden. Was der große Rest darüber denkt, ist schnuppe. Darum ist die Kritik zwar gut gemeint aber nutzlos. Sie wird von den Betroffenen meist nicht gelesen.

  59. 60
    Ille says:

    Dass es Menschen gibt, die den Staat (der ja wir sind) betrügen, dürfte allen klar sein. Dass die zuständigen Ämter bei einem entsprechenden Verdacht auch mal einen Lokaltermin ansetzen, ist sicherlich auch nicht verkehrt. Wie in jeder Bevölkerungsgruppe, so gibt es auch bei Hartz-IV-Empfängern weiße und schwarze Schafe.

    Dass Bezieher von Sozialleistungen von der Öffentlichkeit allerdings grundsätzlich mit einer Schuldvermutung konfrontiert werden, ist zum Teil auch ein Verdienst unserer neoliberal gleichgeschalteten (darf ich das schreiben, oder ist das zu starker Tobak?) Mainstream-Medienlandschaft. Die unsägliche „Du-bist-Deutschland“-Kampagne war vielleicht der vorläufige Höhe- bzw. Tiefpunkt dieses konzertierten Volksverdummungsversuchs. Der anständige Deutsche geht auch mal als 1-Euro-Jobber Toiletten putzen, eingedenk der unermesslichen Verpflichtung, die er seinem Land gegenüber besitzt – das war doch in nuce der Tenor dieses publizitären Millionengrabes. Im Umkehrschluss muss sich natürlich jeder, der sich nicht nach Manchesterkapitalistenart behandeln lassen möchte, des Vorwurfs des Parasitismus erwehren.

    Es kotzt mich wirklich an. Anstatt (wie in jedem anderen europäischen Staat) ein ordentliches Sozialversicherungssystem zu schaffen, das einigermaßen effizient, aber auch für den Versicherten leistungsfähig und -willig ist, wird die Sozialstaatlichkeit hierzulande schlechterdings diskreditiert – man fühlt sich an den Fuchs und die angeblich sauren Trauben erinnert.

    Und als ich jüngst mal wieder feststellen musste, dass ein Mitglied der CSU-Führungsriege den Unterschied zwischen „sozial gerecht“ und „kommunistisch“ nicht kennt (es war die Generalsekretärin Haderthauer, aber diese semantische Schwäche ist in besagter Partei Allegemeingut), habe ich wie so oft gehofft, dass sich meine bayerischen Bundeslandsleute im Herbst für die Abwahl des Münchner Einparteien-Regimes entscheiden werden. Wofür steht denn eigentlich das „S“ in CSU? Ich habe es vergessen …

  60. 61
    Ernst says:

    „Wieder ein/en/ Schmarotzer zur Strecke gebracht“ ?
    Diesem Satz ein Verb.
    [Sie haben] wieder einen…
    Oder: Wieder [ist] ein …
    Dem Sprachgefühl näher ist der erste, da aktivisch. Dann aber fehlen die beiden Buchstaben. (Soviel zu Nr. 4.)

  61. 62
    Mozalini says:

    habe nach der lektüre diese beitrages (und des verlinkten zdf-reporter beitrages) heute nochmal in zdf-reporter reingezappt.

    Um was gings? polizisten auf streife, die u.a. den dieb 1 bierflasche zur strecke gebracht haben.
    reporter aus dem off: „der mann lässt sich ungern festhalten“

    ein anderes thema: polizisten, die auf der autobahn streife fahren und aufpassen, dass urlauber nicht gefährliche ladungen mit sich führen.

  62. 63
    Steffen (mit 2 f und e) says:

    Danke Stefan für den Beitrag und … einfach nur dafür, dass es dich gibt!

  63. 64
    Cornelius says:

    Was für eine Aufregung …

    In meiner Fernsehzeitung und auf der Internetseite von SAT.1 wurde die neue Dokureihe wie folgt angekündigt:

    Helena Fürst und Helge Hofmeister sind Hartz IV-Betrügern auf der Spur und helfen schnell und unkonventionell den Bedürftigen.
    Seit drei Jahren übt sie ihren Beruf aus – und das hat schon so manch einer unangenehm zu spüren bekommen. Sozialfahnderin Helena Fürst hat unter anderem die Betrügereien von „Mallorca-Karin“ und „Ebay-Hans“ aufgedeckt, über die die Presse seinerzeit ausführlich berichtete.

    Karin kassierte in Deutschland Geld vom Vater Staat und vermietete gleichzeitig ihre beiden Eigentumswohnungen auf der spanischen Insel an Gäste, Hans hingegen stellte die vom Sozialamt bewilligten Gegenstände gleich mal ins Internet, um damit sein Hartz IV-Salär aufzubessern.

    Was ist dagegen einzuwenden?

    OK, der von Stefan zitierte Satz aus der Pressemitteilung ist reißerisch aufgemacht, damit er größere Beachtung findet. Hat ja auch funktioniert.

    Stefan bedient sich mit seiner Überschrift: „Mit Sat.1 bei den Sozialschmarotzern“ der gleichen Mittel. Eine reißerische Aufmachung findet eben mehr Beachtung.

    Wenn keine Kamera dabei gewesen wäre, die das Thema ins Fernsehen befördert, würde es nicht so heiß diskutiert werden. Oder?

  64. 65
    4thmarch says:

    Weder gemeinsames Kochen, Putzen, Waschen und Einkaufen noch eine sexuelle Beziehung reichen aus, um von einer eheähnlichen Gemeinschaft zu sprechen. Vielmehr muss dafür eine ernst- und dauerhafte Beziehung vorliegen, die nicht nur Haushalts- und Wirtschaftsgemeinschaft ist, sondern das gegenseitige Einstehen der Partner in Notfällen erwarten lässt.

    http://www.mdr.de/mdr-info/urteile/2701714.html

  65. 66
    Armin says:

    Jenseits der Menschenwürde hätte ich mal zwei Fragen.

    1. Es gibt bei diesen Doku-Soaps doch gelegentlich ein schmales Salär, für die würdelos Zurschaugestellten. Kassieren die beiden Ermittler diesen Betrag nach der Aushändigung durch den Produktionsassi sofort wieder ein?

    2. Ist es den von Ermittlern und Kamerateam Überfallenen erlaubt, an der Tür zu sagen „die zwei dürfen rein, aber die Kamera und die Praktikanten bleiben draußen“? Wenn es das ganze Rudel nur komplett gäbe… Bei unkooperativem Verhalten sind die Bezüge auch ohnen „Betrug“ ganz schnell weg.

    So ’ne Kamera entschärft heikle Situationen ja immer ungemein ;-)

  66. 67
    gnaddrig says:

    Um ehrlich zu sein: Fernsehen ist doch im Großen und Ganzen nichts als Scheiße. (Früher war es wohl aber nur deshalb nicht so schlimm, weil die öffentlich-rechtlichen Sender an gewisse Vorgaben gebunden waren und ein Mindestmaß an Niveau halten mussten. Die Privaten haben ja gleich im Keller angefangen und das Niveau seit den Achtzigern beharrlich gesenkt.) Ich besitze keinen Fernseher, habe vor zwei oder drei Jahren das letzte mal wo ferngesehen und vermisse nichts.

    Filme gibt es auf DVD, und zwar ohne Werbepausen. Aktuelle Nachrichten kann ich im Internet lesen. Ich muss niemandem dabei zusehen, wie er mir die Nachrichten vorliest, und ich will auch nicht bei jeder Katastrophe gleich Blut und Tränen in Großaufnahme sehen. Schon gar nicht will ich irgendwelchen minderbemittelten Spinnern dabei zusehen, wie sie irgendwelche armen Schweine vor der Kamera zerlegen oder sich selbst zerlegen lassen. Ob das im Rahmen von Talkshows passiert oder in Doku-Soaps ist mir dabei egal.

    Das einzig Gute (euphemistisch für „Nicht völlig Schlechte“) ist, dass „das Fernsehen“ wohl einen Haufen Leute in Lohn und Brot hält, die sonst unvermittelbar wären, und einen noch viel größeren Haufen Leute an die Bildschirme bannt, die sonst weiß der Geier was für Unsinn treiben würden.

    Wer sich den Scheiß freiwillig antut verdient es nicht besser.

  67. 68
    ProArbeit says:

    Ich arbeite bei der „Hartz-IV-Behörde“ des Kreises Offenbach in der Leistungsgewährung – und empfinde diese unsägliche Sendung als … bäh! (sorry, ich sitze 2 Minuten vor den Tasten und mir fällt einfach kein besseres Wort ein).

    Nicht nur, dass die Sendung vor sachlichen Fehlern strotzt, Frau Fürst praktisch in jeder Minute ihre Kompetenzen überschreitet und dabei so unglaublich affektiert, prollig und unsympathisch rüberkommt. Dazu kommt noch völlig aus dem Zusammenhang gerissene Details präsentiert werden. Ich kenne die Akte der „türkischen Superschmarotzer“ nicht. Und genau deshalb erlaube ich mir auch kein Urteil. Der Zuschauer kennt die Akte auch nicht. Aber SEIN Urteil steht fest.

    Und ganz am Rande: Wie ich von Kollegen weiß, häufen sich seit gestern 2 Arten von Anrufen, nämlich a) Denunziationen und b) Anfragen von Hilfeempängern, ob sie nicht auch mal neue Möbel beantragen könnten…

    Ich kann gar nicht soviel essen, wie ich kotzen möchte…

  68. 69
    marlow says:

    @ gnaddrig / 70: wer wird denn gleich so kulturpessimistisch sein und das medium verdammen? dass das deutsche fernsehen auf einem bemerkenswerten tiefpunkt angelangt ist, steht außer frage. aber dass „das fernsehen“ als medium ein riesiges potenzial hat und nicht per se „Scheiß“ ist, dürfte ebenso unstrittig sein. ich lese auch noch zeitung, obwohl es die bild gibt. und bücher, obwohl dan brown welche schreibt.
    deine kritik am katastrophenhunger der nachrichten teile ich und kann dir wärmstens empfehlen, susan sontags aufsätze zur fotografie zu lesen (die im kern darauf hinauslaufen, dass die bilder uns nicht mehr erlauben, uns mit dem darauf dargestellten emotional zu befassen).
    ich bin im großen und ganzen einen großer fan des mediums, nur leider nicht seines deutschen zustandes. gerade deshalb bin ich so dankbar für switch und kalkofe, weil gerade letzterer ein großer liebhaber und verteidiger des mediums und nicht zuletzt deshalb den alltäglichen wahnsinn eben dort karikiert.

  69. 70
    creezy says:

    Als Betroffene kann ich nur mit einem hohen Maß an Entsetzen sagen, der ALG II-Empfänger ist im Grunde heute schon der künftige Jude in Deutschland. Dieses Sendeformat ist für mich der endgültige Beweis. In einem anderen Blog in dem ich gestern einen Beitrag über die Berliner Tafel e.V. verfasste, wurde ernsthaft vorgeschlagen, man möge doch die Lebensmittelgaben «nur» an Härtefälle ausgeben.

    Meine Ansicht zu diesem Sendeformat. Aber die, die dieses Scheiße sehen und glauben wollen, wird das nicht interessieren.

  70. 71
    grey²³ says:

    @73
    Erinnert mich an diese Szene bei Monty Python. Jude?

    Was soll das bedeuten? Dass sie soziale Ungerechtigkeit verwechseln mit Terror?

  71. 72
    Max Power says:

    Herr Niggemeier, hier kann man Ihnen endlich einmal gleich im ersten Satz widersprechen: Bereits der Titel „Gnadenlos gerecht – Sozialfahnder ermitteln“ reicht vollkommen aus um alles über die neue Sat.1-Dokureihe zu wissen.

  72. 73
    scipio says:

    @creezy

    Geht´s mal ne Nummer kleiner? Künftige Juden? Kein Mensch hat in dem Film behauptet, dass alle ALG II Empfänger Kriminelle sind. Da werden ein paar Deppen gezeigt, die den Steuerzahler bescheißen wollen. Die Mehrheit im Blog findet das ganz in Ordnung, aus welchen Gründen auch immer. Nun ist es aber so, dass auch in anderen Reportagen Leute der Öffentlichkeit vorgeführt werden, weil sie andere beschissen haben. Darüber regt sich wiederum keiner auf. Diese geheuchelte Empörung geht einem auf den Zeiger.

  73. 74
    Winni says:

    Sat.1 befriedigt, wie ähnliche Formate anderer Sender, meiner Meinung nach gleich zwei niedere Bedürfnisse: das nach dem sich Wohlfühlen ob des eigenen davongekommen Seins und das nach der wohligen Gewissheit, immer noch irgendwen unter sich im Sozialgefüge zu finden, denn seien wir doch mal ehrlich: sooo schlecht wie im Fernsehen geht´s doch niemandem!

  74. 75
    milhouse says:

    Die besprochene Sendung ist handwerklich jämmerlich (die Fallbesprechungen am Packpapier-„Clipboard“, der bizarre Ausbruch zum Thema Radarfallen), die Hauptfiguren in ihrer Selbstwahrnehmung grenzwertig (nachträglich unterstützt durch Musikeinsatz à la „Heroes“).

    Aber erstens ist die Sendung weder gesteuerte Propagandamaßnahme zur Schwächung der Linken noch der Untergang des Abendlandes. Ich wette, es lassen sich ohne Probleme ähnlich tendenziöse Berichte über Manager, Computerspieler, Jäger und Männer finden.

    Sehr treffend die Anmerkung von Cornelius #68, auch Stefans (von mir sehr geschätzter) Blog ist nicht frei von rhetorischen Überspitzungen.

    Wirklich nervig ist für mich etwas anderes:

    „Müll“, „Scheiße“, „Dreck“, „kotzen“ … und am Ende die Nazikeule.

    Irgendwie ist Fernsehen zum Glück doch noch niveauvoller als eine Kommentarspalte …

  75. 76
    grey²³ says:

    @Milhouse
    Es gibt jetzt verbesserte Geräte oder welches Fernsehen ist das? Niveauvoller als eine Kommentarspalte mit meinem und Deinem und den anderen Kommentaren? Nicht dieses zusammengeklitschte Gebrums irgendwelcher Koksnasen mit ihrem ewig doofen und blondem und lispelndem und stotterndem, sich immer wieder selbst hinterherlaufendem Gezeug? Nicht dieses Fernsehen, das Richtershows veranstaltet, weil der Gesetzgeber es in die Gerichtssäle nicht lässt. Nicht dieses Fernsehen, dessen Protagonisten von verlorenen Kriegen berichten, sie wären gewonnen, weil ihnen die Schnittchen vom Buffet so schmecken. Nicht die, die täglich öffentlich lügen und das als Arbeit bezeichnen. Die jeden Beitrag im Programm verlieren, wenn irgendeiner Frau Brüste zur Veröffentlichung bereitstehen. Was ist das für ein Fernsehen, dass Du meinst, ich möchte das auch gern sehen…

  76. 77
    Stefan says:

    @grey²³: wow.

  77. 78
    Stefan says:

    bzw.: Eigentlich geht mir dieses pauschale Fernseh-Bashing total auf den Sack. (Und noch der Hundertste, der hier kommentiert, dass er weiß, dass das alles unerträglich ist, was da läuft, weil er keinen Fernseher mehr hat, kommt sich klug und originell dabei vor.) Aber das gerade hatte einen Schwung und eine Wut, die mich beeindruckt.

  78. 79
    grey²³ says:

    @ Stefan # 83
    Häh. Ich habe einen Fernseher. Es läuft Phönix – irgendeine Doku – siehste eine, kennste alle. Aber ich gucke mir ja auch 50 Kilometer Skilanglauf in Echtzeit an.

  79. 80
    Amtsschimmel says:

    Als Mitarbeiter im Leistungsbereich SGB II schicke ich hin und wieder ebenfalls den Außendienst heraus. Feststellung von Bedarfen, Check möglicher Ortsabwesenheit, Überprüfung auf Bedarfsgemeinschaft oder Wohngemeinschaft usw.

    Die Sendung ist für mich lediglich ein großer Witz. Ja, es gibt Betrüger. Für mich steht ebenfalls fest, dass der Anteil der Betrüger über dem Wert von 0,6% liegt. Höher ist allerdings der Anteil der Personen, die de facto nicht vermittelbar sind (aufgrund psychischer Probleme, Suchtproblematiken, fehlender Motivation). Hier bleibt die Politik eine Antwort schuldig und die Gesellschaft zahlt und ist glücklich damit.

    Aber egal, zu Sendung (zum Glück habe ich nicht alles gesehen):
    1. Rauchen im Dienstfahrzeug – ganz dumm….
    2. Vater fährt im X5 des Sohnes.. Alles auf Kamera – Betrug nachgewiesen. Wer’s glaubt… Wäre etwas ganz neues, dass sich ein Leistungsempfänger kein Auto von Verwandten leihen darf.
    3. Vater hält sich in der Wäscherei des Sohnes auf. Schwarzarbeit nachgewiesen. Wer’s glaubt… (Die Sozialfahnder sollten das vielleicht den Profis von der FKS des Zolls überlassen)

    Mein Eindruck (gefärbt durch die subjektive Darstellung sowie meine Erfahrung in ähnlich gelagerten Fällen von familiär organisiertem Leistungsmißbrauch) spricht auf jeden Fall für einen Beschiss durch die Hilfeempfänger. Fakt ist allerdings, dass Behörden gerichtsfest ermitteln müssen. Angesichts der dargestellten Indizien ist ein rechtmäßiger Nachweis des Leistungsbetruges meines Erachtens nicht möglich.

    Die Sendung ist für mich eine Doku-Soap, mehr nicht. Tendiert irgendwo zwischen Richterin Salesch und Unsere erste Wohnung. Wahrheitsgehalt irgendwo bei 20%…

    Positiv: Leistungsmißbrauch wird thematisiert. Und wenn die Denunzianten mir nun die Tür einrennen – super. Wer betrügt, soll die Quittung dafür bekommen. Vielleicht kommen manche dann wirklich auf den Trichter, dass ein Job die bessere Alternative darstellt.

    Negativ: Wo war Sat1, als Zumwinkel die Steuerfahnung ins Haus lassen musste – vor der Tür und nicht im Haus. Hier wird mit zweierlei Maß gemessen, wenn es um Betrug am Steuerzahler geht.

  80. 81
    Henning says:

    Stefan ist um 2Uhr noch wach :O Faszinierend
    Und naja jeder der mal gezwungenermaßen mit der ARGE zu tun hatte, wird mir zustimmen, das dort sehr sehr viele Mitarbeiter und Beamte einen einfach wie ein Stück dreck behandeln bzw wie Ware die vergammelt ist und die man nicht mehr sehen möchte. Wenn man sowas nun auch noch Dokumentiert dann kann da einfach nur etwas herablassendes bei rumkommen.
    Nunja ich hör mal lieber auf zu schreiben sonst fang ich noch wutentbrannt über die gesamte Arbeitslosen Situation herzuziehen :D

  81. 82
    Henning says:

    Man denke sich im letzten Satz das „an“ dazu, wiedermal ein Aufruf für eine Editier funktion :) zumindest 5Minuten nach dem Post!

  82. 83
    Wiber says:

    @Olly #61
    Nun ja, nicht jede:
    http://www.youtube.com/watch?v=a5fX7E7nbTI

  83. 84
    audrey2 says:

    da wird die 500.000ste wiederholung von irgendeinem asterix streifen auf sat.1 doch wieder zum programmhighlight

  84. 85
    Gregor Keuschnig says:

    Ach Leute, warum denn gleich so ein pauschales Fernsehbashing (Entschuldigung für den Anglizismus)? Fernsehen ist Volksverdummung? Ja, klar. Und alle Ausländer klauen und alle Politiker sind korrupt. Als würde ich aufgrund der Existenz der „Bild“ das Lesen von Zeitungen ablehnen wollen. Oder dass es dreckige Küchen mit verdorbenen Lebensmitteln gibt, vom Restaurantbesuch abhalten (man wählt nur genauer, was ja kein Nachteil ist).

    Ich verstehe die Entrüstung über diese Sendung, obwohl ich diese nicht gesehen habe. Läuft aber überall – nicht nur als „ZDF-Reporter“; es wurde schon darauf hingewiesen: auch bei „Spiegel“-TV, schon vor Jahren. Oder „ARD-exklusiv“. Es gibt sozialpsychologische Gründe, warum so etwas gesendet wird und auch noch Erfolg hat. So sollen beispielsweise diejenigen, die sich als „ehrliche“ Steuer- und Sozialversicherungszahler begreifen, gezeigt bekommen, dass ihre „Gelder“ nicht verschwendet werden (werden sie allerdings an anderer Stelle). Aber auch als abschreckendes Beispiel soll das dienen, womit die ö-r Anbieter vermutlich noch ein (krudes) Verständnis von „Bildung“ verbinden (oder macht das Pilawa?)

    Wenn ich schon einmal solche Sendungen sehe, dann sind dort immer mehr Leute verpixelt und auch die Umstehenden verpixelt und neulich habe ich einen Film gesehen, in dem jemend einem Transporter hinterherfuhr und ganz gross im Bild hatte – aber alles verpixelt, weil es eine Werbeaufschrift gab. Warum soll ich mir das ansehen, selbst wenn es mich interessieren würde? Nur noch unscharfe Bilder angucken?

    Ernsthafte Fragen: Sind die ALG-II-Empfänger gepixelt? Wenn nein, warum nicht? Warum sind sie manchmal gepixelt und manchmal nicht? Bekommen sie vielleicht Geld dafür, sich auszustellen? Oder ist das nur ein Fake?

  85. 86
    ruhrpottjunge says:

    Weil man es ja anscheinend erwähnen muss: Fernsehen ist ein Medium, und als solches per se nur so „scheiße“ wie das, was in ihm transportiert wird. Und da gibt es gute und schlechte, wichtige, belanglose und in ihrer Belanglosigkeit schon wieder entlarvende Formate.

    Wie gerne würde ich „Gnadenlos gerecht…“ als belanglos abtun. Ist es aber nicht, weil der (zumindest anfängliche) Erfolg nicht nur eine erschreckende Seite unseres Gesellschaft zeigt, sondern weil (vielleicht nicht vorsätzlich, aber billigend in Kauf genommen) auch aktiv Meinung und somit Politik gemacht wird. Allein schon der in letzter Zeit zu beobachtende Irrsinn, „gnadenlos“ als positives Attribut/Adverb zu betrachten…

  86. 87
    SvenR says:

    Warum machen die Leute das mit? Muss ich, jeder Mensch sich von jedem dahergelaufenen Fernsehteam filmen lassen? Ich denke nicht.

    Leider ist nicht jeder stark genug, „nein, ich will nicht gefilmt werden“ zu sagen. Insbesondere Menschen, die so „schwach“ sind, dass sie sich durch die Allgemeinheit alimentieren lassen müssen sehe ich nach, dass sie sich nicht wehren können.

    Selbst bei der Einschulung meiner Tochter müssten alle Eltern schriftlich zustimmen, dass das Bild erstens veröffentlicht werden darf und zweitens die Namen darunter stehen dürfen. Liegen solche Einverständniserklärungen für alle gefilmten und gesendeten Menschen vor? Wenn ich arbeitsloser Anwalt wäre, wüsste ich, wie ich das abstellen könnte.

  87. 88
    scipio says:

    Was heißt hier:“ Nein ich will nicht gefilmt werden.“ Die Leute wollen ins Fernsehen , auf Deubel komm raus. Die stellen sogar ihre Privatpornos ins Netz und jammern hinterher über die Verletzung ihrer Privatsphäre.

  88. 89
    hajo says:

    Es ist schon merkwürdig: So viele regen sich über diese und ähnliche Sendungen auf, aber offensichtlich schauen sie sie immer wieder. Erinnert mich an ein Lied von Schobert & Black:
    „.. er sagt: „das ist widerlich
    entsetzlich und liederlich,
    voll Schmutz und obszön
    aber schön!““

  89. 90
    rox says:

    Ich find’s super, dass Sie sich hier auch mal wieder eines solchen Themas angenommen haben

    – ich kann mich da nur Ruhrpottjunge (#5)anschließen.

    Denn der Geist der hinter solchen Sendungen (und in den Konsumenten solcher Sendungen) steckt, ist das große Schlimme. Das ist wirklich schlimm.

    Daran muss man sich hängen – und nicht an „Polympia“ und irgendwelchen „doofs“.

  90. 91
    Cornelius says:

    Die wahren Katastrophen sind doch die Hartz-4-Gesetze, die uns Schröder und Clement hinterlassen haben. Die Umstellung auf die Arge hat ein Vermögen gekostet, aber fast nichts gebracht, weil die Ausgaben weiter gestiegen sind. Zudem wird an der Arbeitslosenstatistik manipuliert, dass einem schlecht wird. Wir haben über 8 Millionen Erwerbslose und nicht 3,4 Millionen, wie uns suggeriert wird.

    Mit den falschen Zahlen kann man doch unmöglich hilfreiche Konzepte für mehr Beschäftigung am Arbeitsmarkt entwickeln. Als sich Peter Hartz an die Konstruktion seiner Arbeitsmarktgesetze machte, existierte schon längst eine Reformidee, die auch heute noch ohne jede Anlaufphase funktionieren würde. Die Berufspolitik ignoriert diese Reformidee, obwohl dadurch mehr als 100 Milliarden Euro verbrannt wurden, die wir in unsere Bildungssysteme hätten investieren können.

    Die neue SAT.1-Dokureihe, über die hier diskutiert wird, gäbe es gar nicht, wenn die Berufspolitik ihre Hausaufgaben machen würde.

  91. 92
    Nico Spoelder says:

    Sämtliche Arbeitslose die in sogennaten Maßnahmen stecken zählen in der Arbeitslosen-Statistik nicht mit interessant ist eher wieviel Menschen Hartz4 beziehen und das sind wohl so über 8 Millionen wie gerade die Tage gelesen habe.

  92. 93
    Ben says:

    Als Angehöriger einer Person, die ebenfalls in der SGBII-Leistungsgewährung arbeitet, und damit auch immer wieder mal Geschichten aus der Leistungsgewährungs-Realität mitbekommt, finde ich es schade, dass hier im Blog die Meinungen von ProArbeit (post 72) und Amtsschimmel (post 86) so untergehen, denn sie sprechen meiner Meinung nach die wahren Probleme an.

    Und dementsprechend wäre es aus meiner Sicht eher mal interessant, einfach mal einen Tag lang die Arbeit der Leistungsgewährer zu dokumentieren, die – häufig ausgestattet mit guten Qualifikationen (z.B. Jura 2. Staatsexamen) bei unterdurchschnittlicher Bezahlung in einem befristeten Arbeitsverhältnis – die wahre Drecksarbeit machen und dann sowohl von Hilfeempfängern wie auch unbeteiligten „Gutmenschen“ als „herzlose Staatsmonster“ gebrandmarkt werden (womit ich ausdrücklich nicht ausschließe, dass natürlich auch hier, wie überall, Fehler gemacht werden).

    Über das Format an sich muss man eigentlich nicht viel Worte verlieren: Typischer Privatsender-Doku-Quatsch; ich war schon genervt, als nach der „Wohltat“ für die alleinerziehende Mutter die theatralische Hintergrund-Mukke einsetzte. Und warum man den ohne Nummernschilder fahrenden Wohnmobil-Besitzer im TV zeigen musste (O-Ton: „Als Beamter mit Polizeigewalt war es die Pflicht des Sicherheitschefs, hier einzugreifen“), ergründet sich mir auch nicht.

    Unabhängig

  93. 94
    Ivor Bigbotty says:

    Fernsehen schauen doch nur noch die, die ohnehin alles schauen. In sofern trifft für mich immernoch das zu was Oliver Kalkofe bei seiner Rede auf den Münchner Medientagen 2007 erwähnt hat.
    Wers noch nicht gehört hat kann eine Suchmaschine seiner Wahl anstrengen. Es ist Balsam für die Seelen derer, die von einem Besseren Fernsehn träumen.

  94. 95
    Reptilienfonds says:

    Falls noch jemand einen Grund sucht, warum wir dringend ein bedingungsloses Grundeinkommen brauchen: hier ist er.

  95. 96
    Leix says:

    Solche Sendungen kann man analytisch angehen.

    Ebene 1:
    Sozialbetrug ist strafbar, daher ist die Arbeit solcher Fahnder nur recht und billig. Das kann nicht ernsthaft bestritten werden.

    Ebene 2a und 2b:
    Soll man die Arbeit der „Fahnder“ im Fernsehen zeigen?
    Soll man das Ergebnis (=Sozialbetrug) im Fernsehen thematisieren?

    Wenn man sich das die Programmlandschaft im Ganzen anguckt, kann man zum Schluss kommen, dass solche Sendungen schon lange nicht mehr die Spitze des Eisbergs sind. Es scheint gesellschaftlich legitimiert, dass Fernsehformate wie diese zu sehen sind. Also sehe ich hier auch kein größeres Problem als bspw. Sendungen von Toto&Harry, Ordnungsamt im Einsatz, …

  96. 97
    paule says:

    ach gregor…

    wenn du schon klugscheissen willst dann mach es doch bitte so das man keinen Lachkrampf bekommt und sich fremdschämend denkt: das sagt ausgerechnet DER

    nicht nur das du erst (belehrend) rummaulst und dann, nicht mal zwei Sätze später, unter Beweis stellst dass du eigentlich keinen Plan hast, nein danach redest du auch noch völlig am Thema vorbei…

    Bleib lieber bei deinen Theorien, manche tragen Lesebrillen und sehen nur das was sie lesen können(frei nach Die Goldenen Zitronen).
    Ob das mit der Realität übereinstimmt, interessiert nur die Wenigsten und genau daran erkennt man die Intention…

    Selbstdarsteller (und nicht mal ein Guter), mehr bist du nicht.

  97. 98
    Sebastian says:

    Hm. Ich hab meinen Fernseher abgeschafft, weil ich mir mein Programm Gott sei Dank inzwischen selber machen kann. Per DVD. Per Internet. Per YouTube. Weil ich Wikipedia habe und Blogs etc. pp. Weil ich XBox 360 und nen PC habe.

    Ich habe meinen Fernseher abgeschafft, weil ich dort nicht das bekomme was ich will zu der Zeit, zu der ich es will. Wenn es in Deutschland TiVO gäbe, dann hätte ich noch ein Gerät. Aber wir leben ja weiterhin was HDTV und Timeshifting angeht im Mittelalter.

    Stefan, was Du da verteidigst ist sicherlich all das, was ich sowieso gucke. Der Grund, warum ich keinen Fernseher mehr habe, ist ganz einfach der, dass mir ein 24 Zoll PC-Monitor in 16:10 reicht bzw. ich eh die ganze Zeit davor sitze und mir das bisweilige Umbetten meines Hinterns 2 Meter nach Hinten und der Blick 3 Meter nach rechts irgendwann überflüssig erschien.

    Es laufen viele gute Sachen im Fernsehen, die ich auch alle gucke.

    Nur nicht „im Fernsehen“ per Satellit.

    Sondern auf’m PC. Per *öchött* „manuellem Timeshifting“ um es mal so zu nennen.

    Olympia guck ich auch nur per Livestream. Weil’s mir reicht. Und ich so den Schrott drumrum nicht ertragen muss.

  98. 99
    svennov says:

    Diese Sendung ist doch niemals echt. Welcher Mensch würde denn vor laufender Kamera und irgendwelchen „Sozialfahndern“ zugeben, dass er Schwarzarbeiter beschäftigt? Ausserdem ist die Handlung genauso überzogen wie das, was man bei Lenßen und Partner zu sehen bekommt. Einen BMW X5 gibt es übrigens schon ab 52.400 Euro, ausserdem war mir das Statement des Sohnes am Ende des Beitrags etwas zu arg gespielt: „Echte“ Menschen geben den Kamerateams, welche irgendwelche Fahnder begleiten normalerweise keine Interviews und geben auch normalerweise keine Drohungen vor laufender Kamera ab.

  99. 100
    Der Dummschwätzer says:

    Wer guckt sich eigentlich so einen Mist an?!
    Wohl verbitterte untere Mittelschichtler und irgendwelche verbiesterte Hausmamas, deren spießig-piefiges Gerechtigkeitsempfinden befriedigt wird, indem in BILD-Manier die Minderleister die ganze Härte des Hartz-IV-Gesetzes zu spüren bekommen.
    Jajajajaja!!! Als ob von irgendwelchen Florida-Rolfs und Dittsches der Kohl fett wird… Sollen Mannie und Günnie doch selber mal von 300 € leben. Ist sicherlich wie Gott in Frankreich.
    BESTIMMTxDann noch so Sprüche a la
    „Die solle alle ma schaffe geh!!!“
    und der deutsche Michel kann mal wieder richtich schee über Schwächere herziehen, während die Obergangster in den Chefetagen (Achtung! Linke Kapitalismuskritik) unbehelligt auf Plünderungstour gehen.
    Wir schreiben das Jahr 2008 und ganz Deutschland wird von SpringerBertelsmann beherrscht. Ganz Deutschland? Jo.

  100. 101
    Ille says:

    Das Kritikable an dieser Sendung hat doch nichts damit zu tun, dass es sich um ein TV-Format handelt. Man könnte auch einen Printmedien-Artikel über das betreffende Thema so gestalten, dass sich gegen ihn die gleichen Vorwürfe erheben ließen (z.B. mit Portrait-Aufnahmen der „Opfer“ etc.).

    Das Problem liegt doch darin, dass sich solche Beiträge den Anstrich einer Reportage – also seriöser journalistischer Arbeit – geben, wobei sie in Wirklichkeit nichts anderes sind als eine neue Ausprägung des anödenden (Pseudo-)Reality-Entertainments. Bedenklich daran ist Folgendes: Dem unbedarften Zuschauer wird suggeriert, dass das Hartz-IV-Verfahren so abläuft wie in der Sendung gezeigt und dass die Auswahl der Fälle repräsentativ ist, wodurch Vorurteile gegenüber Sozialleistungsempfängern zweifellos zementiert werden. (Analog verhält es sich mit den Gerichtsshows: Glücklicherweise geht es in der deutschen Justiz (noch?) nicht so zu wie bei Salesch und Hold.)

    Eine komplexe Wirklichkeit lässt sich in einer 45- bis 90-minütigen TV-Sendung (und auch in einem 20-seitigen Artikel) eben nicht umfassend darstellen. Noch dazu ist eine ausgewogene Beleuchtung des Sachverhalts nicht im Interesse der Verantwortlichen. Ich darf in diesem Zusammenhang wieder auf die Polit-Talks zurückkommen: Ein echter Austausch von Argumenten oder ein realistischer Einblick in die politische Landschaft sind doch gar nicht das Ziel dieser Sendungen. Es geht dabei doch nur um eine Profilierungs-Plattform für die Moderatoren, um die Suche nach der knackigsten Phrase und letztlich um eine weitere Möglichkeit zum immerwährenden Wahlkampf.

  101. 102
    Thomas D. says:

    Moin,

    interessant finde ich ja, dass die Sender sich mittlerweile überbieten bei solchen Berichten. Auch die dritten Programme steigen ein bei Reportagen über Stromschuldner und andere Szenarien an denen sich der gelangweilte Zuschauer vergewissern kann, dass er noch nicht ganz unten ist.
    Ich weiß nicht, ob ich mich da täusche, aber die Zahl der Sendungen mit solchen Themen scheint inflationär zu sein.

    Auf MDR (wahrlich nicht mein Stammsender) war ein Eintreiber für Stromgeld in Bitterfeld zu sehen. Eine Person wollte ihn mehrfach nicht ins Haus lassen, da wurde ihm die Zuleitung zum Haus gekappt (Kosten: 1.500 EUR).
    Da wurden auch gleich mal die Nachbarn interviewt, was da für eine Person wohnt.

    Ich frage mich, was da noch kommt. Man denkt, schlimmer geht es nicht und ehe man sich versieht wird man eines Besseren belehrt.

    Statt Salesch vielleicht mal Sozialgericht? Statt K11 – Sozialamt ermittelt. Natürlich mit echten Beamten die ihre Zukunft im Fernsehen zu finden meinen…

    Und zuletzt die Frage, ob es keine oberen Instanzen in den Behörden gibt, die solche Szenen vielleicht mal verbieten?

  102. 103
    Herr H. aus K. says:

    Brot und Spiele.

  103. 104
    Dennis says:

    Dem ist nix hinzu zu fügen Punkt

  104. 105
    gnaddrig says:

    @marlow (73): Stimmt schon, das Fernsehen an sich hat viel Potenzial. In meinem – zugegebenermaßen etwas schwärzlich ausgefallenen – Beitrag bin ich nicht gegen das Medium selbst ins Feld gezogen, sondern gegen das, was die deutschen Fernsehsender so liefern.

    Zu Deinem Vergleich mit den Zeitungen: Ein Unterschied zwischen Fernsehen und Presse ist, dass es einfacher ist, eine schlechte Zeitung wegzulegen als eine schlechte Sendung auszuschalten. Wenn die Kiste erstmal flimmert, macht sie einen träge, und es muss schon ganz schön schlecht werden, bevor man sie ausmacht (so ging es mir jedenfalls, und einer Reihe von Bekannten auch). Keine Ahnung warum, dazu gibt es sicher irgendwo was Wissenschaftliches.

    Jedenfalls zieht der Mist einen erheblichen Teil der Bevölkerung in seinen Bann, und da wird das Niveau des Programms zum Problem. Wenn ein paar Asoziale ihre Tage damit verbringen, abgrundschlechtes Programm zu schauen, ist das bedauerlich aber eher egal. Wenn aber Millionen Leute aus allen Teilen der Gesellschaft das tun, frage ich mich, wozu das führen soll. Und da kommt dann der Kulturpessimismus ins Spiel.

  105. 106
    k says:

    Ich bekomm einfach nur nen Kotzreitz

  106. 107
    Cornelius says:

    @ 112.

    „Wir schreiben das Jahr 2008 und ganz Deutschland wird von SpringerBertelsmann beherrscht. Ganz Deutschland? Jo.“

    Diese Aussage würde ich so nicht unterschreiben. Springer und Bertelsmann haben eine gewisse Meinungsmacht, aber Deutschland wird immer noch von den politischen Parteien regiert, welche auch enge Freunde, Besitzer und Teilhaber einiger Medienunternehmen sind. Ehrbare Politiker würden Gesetze verabschieden, die verlogene Berichterstattungen und Medienterror bestrafen und unterbinden.

    Ehrbare Politiker und Parteien würden das Gegendarstellungsrecht reformieren, wonach Opfer verlogener und rufschädigender Berichterstattungen das Recht auf Gegendarstellungen in gleicher Größe und Erhabenheit wie die vorangegangenen Falschberichte haben. Die Politik hat es in der Hand, die Medienlandschaft und Meinungsmacher wie Springer und Bertelsmann zu einer seriöseren Arbeitsweise zu verpflichten.

    Und jeder einzelne Bürger kann seine Stimme gegen unseriöse Medien erheben, sich organisieren und für Änderungen eintreten und kämpfen.

  107. 108
    gnaddrig says:

    Cornelius, natürlich kann jeder Bürger „seine Stimme gegen unseriöse Medien erheben, sich organisieren und für Änderungen eintreten und kämpfen“. Aber ich bezweifle, dass sich ein normaler Sterblicher traut, gegen die Axel Springer AG anzutreten. Jeder hat irgendetwas in seiner Vergangenheit, das er nicht an die große Glocke gehängt haben möchte. Und man wird leider davon ausgehen müssen, dass die für Bild arbeitende Meute das bei ausreichender Provokation rausfindet und entsprechend ausschlachtet (die Tatsache, dass sich jemand gegen Bild wehrt, gilt dort sicher als ausreichende Provokation). Und sollte einer wirklich eine weiße Weste haben, kann man dem immer noch allen möglichen Dreck andichten, von dem dann immer einiges hängen bleiben wird. Auch darin ist Bild recht erfahren. Also, selbst wenn unser Otto Normalverbraucher schließlich vor Gericht siegt, ist davon auszugehen, dass er das nicht unbeschadet erreicht. Typischerweise geht bei sowas der Arbeitsplatz verloren, die Ehe zerbricht, eine Traumatisierung der einen oder anderen Art gibt es meist kostenlos dazu. Mit Bild legt sich nur an, wer entweder ein dickes Fell und genug Geld auf dem Konto hat, oder wer nichts mehr zu verlieren hat. Deshalb schreiben die ja auch, was sie wollen und kommen fast immer durch.

  108. 109
    blAcky says:

    Danke für diese „TV-Kritik“!
    Aber:
    Wenn es keinen Bedarf an derartigem Voyeuristen – TV gäbe würde das Format kaum vom Sender gebracht. Die Statistiken scheinen denen ja auch Recht zu geben.
    Denk´ ich an Deutschland in der Nacht…. ;-(

  109. 110
    Cornelius says:

    @ 122

    Sehr guter Einblick, dennoch glaube ich fest daran, dass man Springer & Co nur über eine neue politische Partei zu einer seriöseren Arbeitsweise zwingen kann. Es ist richtig, dass fast jeder Mensch eine kleine oder größere „Leiche“ im Keller hat. Und dieser Umstand ist nur zu menschlich, da jeder in seiner Entwicklung Dummheiten begangen hat, die er kein zweites Mal begehen würde.

    Frank Sinatra hat viele Jahre mit der Mafia paktiert – aber Millionen Menschen in der ganzen Welt schätzen seine Lieder. Heinz Rühmann hat sich für seine Filmkarriere in der NS-Zeit von seiner halbjüdischen Frau scheiden lassen, obwohl er mit ihr zusammen – wie viele andere UFA-Schauspieler – ins Ausland hätte emigrieren können. Keiner nimmt ihnen die Fehltritte übel, weil ihre Positiven überwiegen. Den perfekten Menschen gibt es nicht. Diese Tatsache muss man den Wähler/innen nur plausibel vermitteln.

    Natürlich werden Springer & Co in einer Wahlkampfphase mit Schmutz und Lügen werfen. Diese Angriffe kann man nur mit einem dicken Fell und mit einer Hand voll der fähigsten Anwälte des Landes abwehren. Zudem muss man in der Lage sein, halbseitige Gegendarstellungen in den auflagenstärksten Zeitungen schalten und finanzieren zu können, mit denen die Bevölkerung aufgeklärt wird.

    Der Arbeitsplatz kann nicht verloren gehen, wenn die Führungsköpfe einer neuen Partei in Vollzeit für die Partei arbeiten und von ihr bezahlt werden. Nur so lassen sich die vielen Missstände aufarbeiten, die uns die Altparteien hinterlassen haben. Mit Hobby- oder Feierabendspolitikern ist diese komplizierte und verantwortungsvolle Arbeit kaum möglich.

    Springer & Co lassen sich sozialisieren, wenn genügend Kapital für deren Umerziehung vorhanden ist. Ein gutes Programm, das auch von Gewerkschaften und Wirtschaftsinstituten getragen wird – ein herzerfrischender Wahlkampf und fähige Fachpolitiker aus allen Bereichen. Dann könnte der Vorhang fallen. Fehlt nur noch einer, dem die Erleuchtung trifft, keinen fünften Picasso kaufen zu müssen, sondern ein wirklich sinnvolles Investment zu tätigen.

    Irgendwann wird Springer & Co nicht mehr unbeschadet schreiben können, was sie wollen.

  110. 111
    Wölkerling Uwe says:

    Es ist schon traurig das immer nur auf sozial schwachen rumgehackt wird.Wie wärs denn mal wenn Sat1 den Beamtenschmarotzern auf die Finger schaut ( Arbeitsargentur oder Betriebe für Grundsicherung oder Trägerbetrieben wo Statistikschwindel betrieben wird) oder unseren Politikern die in Vorständen von Konzernen Geld verdienen oder selbst Firmen betreiben. Wie können diese Volksvertreter unbefangen sein? Diese werden sich schwehr tun Ihre Stimme für einen Midestlohn herzugeben. Denn was diese im Monat brauchen um gut zu leben wissen sie ganzgenau. Das wären doch mal Themen die interessieren würden aber diese Leute haben Rechtsanwälte die sich ein Hartz vier Mensch nicht leisten kann, und somit wird der Iformationsfluss über diese Leute gestoppt das nennt man Presse und Informationsfreiheit in Deutschland. Sehr geehrte Damen und Herren von Sat 1 das wäre doch mal ne herausforderung oder ?

  111. 112
    gnaddrig says:

    @124: Das mag alles richtig sein, vielleicht wäre es auch gut, wenn es einen solchen Picasso-Verzichter gäbe, aber es klingt mir ein wenig nach Utopia.

    Wie wollen Sie eine neue Partei zu einer ernstzunehmenden Konkurrenz für die bestehenden Parteien aufbauen? Da ist nicht nur die Geldfrage (ein Picasso wird nicht reichen), sondern auch das Problem des Personals – wer soll da beitreten? Sie führen aus, dass es professionelle Politiker braucht – wo sollen die herkommen wenn nicht aus den Altparteien? Wie soll das Programm aussehen? Ausräuchern des Springer-Saustalls reicht da nicht ;-) Welche Politik soll diese Partei verfolgen – rechts, links, liberal?

    Und die Bevölkerung mit großformatigen Anzeigen über die Machenschaften der Springerpresse aufklären? Die einen werden’s nicht glauben, die anderen wird’s nicht interessieren, und die übrigen wissen’s eh schon und werden „Siehste!“ sagen und weiter nichts tun.

  112. 113
    Roman says:

    „Aber bei Hartz IV kriegt man ja auch einen Fernseher gestellt und keine Bibliotheksausweise…“

    Da ich krank bin, trotzdem arbeiten muß und diese urban legend anscheinend nicht auszurotten ist, mal etwas deutlicher:

    Das ist völliger Blödsinn. Ein Bezieher von ALG II bekommt KEINEN Fernseher gestellt. Er steht NICHT auf der Liste der Gegenstände, die man als Erstausstattung bekommen kann. Wer einen Fernseher möchte, muß sich diesen aus seiner Regelleistung zusammensparen.

    Wer das Gegenteil behauptet, dem empfehle ich, in die zuständige ARGE zu latschen und einen Sachbearbeiter mal bei einem Kaffee um Einsicht in die Liste der bewilligungsfähigen Gegenstände zu bitten.

    Ich habe einige Monate als Sachbearbeiter in der Leistungsabteilung gearbeitet und mußte öfter mal einen Fernseher aus dem Antrag auf Erstausstattung rauskürzen – weil ein Fernseher nicht bewilligt wird.
    Und ehrlich gesagt kotzt es mich an, wenn behauptet wird, „die kriegen ja eh alles, sogar n Fernseher“. Ich habe Fälle bearbeitet, wo z.B. die Waschmaschine kaputt war und es keinen (kostenlosen) Ersatz gab, sondern nur ein Darlehen (natürlich Rückzahlungspflichtig).

    Roman

  113. 114
    Günther says:

    also ich hab einen fernseher im kreis offenbach genehmigt bekommen. ok, das war jetzt kein 42 zoll-plasma-gerät, aber immerhin. kann doch sein, dass das in jeder kommune unterschiedlich ist.

    ich für meinen teil kann die meinung von herrn niggemeier nicht teilen. ich finde diese sozialfahnderin zwar auch unter aller kanone, aber hartz-4-empfängern, die betrügen, auf die finger zu hauen, kann ich absolut nachvollziehen. und ich finde es auch ok diese leute öffentlich an den pranger zu stellen. wenn manager oder bänker gelder veruntreuen, schreien alle immer gleich nach öffentlichen hinrichtungen etc., warum sollte das bei kleinganoven anders gehandhabt werden? nur weil es keine millionen sind, die abgezockt werden? blödsinn! betrug ist betrug! da mach ich keine unterschiede!

    mfg
    günther

  114. 115
    ruckizucki says:

    Wesentlich besser als SAT 1 geht der Freiburger Kabarettist Dr. Satori gegen die „Sozialschmarotzer“ an. Hier findet man den satirischen Beitrag:
    http://www.giftspritzer.de

  115. 116
    Stefan P. says:

    Mittlerweile klagen die ersten in „Gnadenlos gerecht“ gezeigten gegen Sat1 und die Bildzeitung. Siehe diesen Artikel in der Frankfurter Rundschau.

  116. 117
    Erol says:

    Wenn jemand irgendetwas ungerechtigt macht, sollte sich dafür zahlen; keine Frage. Aber wie in diesem Filmbericht speziell über eine Nation, finde ich versteckte Volksherhetzung und Haßpredigigung.

  117. 118
    GlowingHeart says:

    [gelöscht.]

  118. 119
    Matt says:

    ein verachtenswertes Format etabliert hat, das den deutschen Alltag fast ausschließlich aus der Perspektive von Kontrolleuren, Polizisten, Aufpassern und Schnüfflern zeigt.

    der absatz ist wunderbar enthüllend was Ihre Agenda angeht…

  119. 121
    Robert says:

    Lesen Sie doch mal einen Bericht über die wahren „Sozialschmarotzer“ z.B. in Rendsburg! (Website)
    http://robertrohde.jimdo.com/

    Gruß, Robert

  120. 122
    Möwe says:

    Yes! Stimme hier Lomexx# 7 voll zu in der Fragestellung…

    Wie ist das mit den Nebenjobs und was sagen ihre Berufsverbände dazu? Oder gibt es da keine Diskussionen?

Trackbacks & Pingbacks

  1. […] Mit Sat.1 bei den Sozialschmarotzern « Stefan Niggemeier […]

  2. […] kaum eine ernsthafte Debatte über das perfide Sat.1-Sozialschmarotzerformat „Gnadenlos gerecht” geführt wurde, lag auch daran, dass jedes ernst zu nehmendes Gegenüber fehlt: Mit wem bei […]

  3. […] mit “Gnadenlos Gerecht” Jagd auf Hatz IV Betrüger gemacht, was vielen dann doch etwas zu einseitig vorkam. Es war das vielbeschworene Bild der unwürdigen Armen, denen staatliches Geld ja nicht […]

  4. Gesch sagt:

    […] Man muss nur einen Satz kennen, um alles

  5. […] der empörenden Sozialschmarotzer-Empör-Doku Gnadenlos gerecht, die schon ein paar Wochen auf Sendung ist, läuft seit gestern Geheime Helfer – der […]

  6. […] Drittel der zurzeit 52 Kommentare zum Thema – auf diese Idee? Sowohl Stefan Niggemeier kritisiert hier das Sendeformat als auch Spreeblick und viele andere. Die Kritik richtet sich jedenfalls nicht in […]

  7. […] wird – und vor allem, dass es überhaupt gezeigt wird – ist aber unmöglich. Stefan Niggemeier hat hier und hier so einiges zu dem Thema gesagt. Vor allem hat er Recht damit, dass es absolut unmöglich […]

  8. […] ich bei Stefan Niggemeier lesen muß, hat Sat 1 eine neue Sendung am Start. Endlich, so möchte man stöhnen, […]

  9. […] tut mal jemand etwas! In einer gnadenlosen Aufklärung zeigt SAT.1 seinen eher zur Unterschicht(in) gehörenden Zuschauer(inne)n, welches Verhalten von ihnen […]

  10. […] einwarf – und wie auch die Telepolis (s.o.) wieder erwähnte. Wie man bei Stefan Niggemeier nachlesen kann, schürt Sat1 diese Ängste gezielt durch sprachliche Suggestionen. Der Trick ist ja auch […]

  11. […] Aus den Kommentaren hier: Ich arbeite bei der “Hartz-IV-Behörde” des Kreises Offenbach in der Leistungsgewährung – und empfinde diese unsägliche Sendung als … bäh! (sorry, ich sitze 2 Minuten vor den Tasten und mir fällt einfach kein besseres Wort ein). […]

  12. […] der SCHEISSE schwappt sobald man (’tschuldigung Phinxxi) sie mit Strom […]

  13. […] das der Rest dieser Schmutz verbreitenden Privatsender irgendwie besser wäre, aber es reicht. Beleidigen lassen muss ich mich […]

  14. […] Mit Sat.1 bei den Sozialschmarotzern Man muss nur einen Satz kennen, um alles über die neue Sat.1-Dokureihe “Gnadenlos gerecht” zu wissen. Der Satz steht in der Pressemitteilung des Senders und lautet: Helena und Helge sehen sich aber nicht als fiese “Sozialbullen”, sondern als die Stimme der Ehrlichen: Schließlich ist nicht jeder Hartz IV-Empfänger auch ein Betrüger. […]

  15. […] Zur neuen Sat1-Schnüffeldoku “Gnadenlos gerecht” hat Stefan Niggemeier eigentlich alles gesagt. […]

  16. […] Pack! Spreeblick über den neuen Tiefpunkt in der deutschen Fernseh”unterhaltung”. Auch Niggemeier hat sich dankeswerter Weise mit der Sat1-Hetze […]

  17. […] offenbar gut genug im Griff hat, um sich derartigen Abfall anzutun und hinterher auch noch die passenden Worte zu finden. Sendungen wie diese sind Grund dafür, dass ich seit nunmehr nahezu 2 Jahren das […]

  18. […] Telepolis Spreeblick Stefan Niggemeier […]

Einen Kommentar hinterlassen

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *