Googeln als erste Journalistenpflicht

Weil so oft darüber geschimpft wird, dass Journalisten immer häufiger Googeln mit Recherchieren verwechseln — schön wär’s ja schon, wenn die Journalisten überhaupt googeln würden, bevor sie schreiben.

Die Kollegin, die für „Die Welt“ einen Artikel aus der „Frankfurter Rundschau“ wiederverwerten musste, hätte dann vielleicht gemerkt, dass die einzigen sinnvollen Treffer für die Suche nach „Rob Mobile“ die sind, die offenbar ebenfalls den Artikel aus der „Frankfurter Rundschau“ zur Grundlage hatten. Der Klingeltonanbieter, der den geschmacklosen „Natascha im Keller“-Ton anbot, heißt nämlich nicht „Rob Mobile“, wie die „FR“ einmal versehentlich schreibt, sondern „Bob Mobile“. (Und er hat keinen „rülpsenden Frosch“ im Angebot, wie die „Welt“ improvisierte, sondern „rülpsende Kröten“, aber vielleicht ist das auch egal.)

Ich weiß schon: Für solche Artikel haben die Autoren oft sehr wenig Zeit. Die Geschichten wirklich nachzurecherchieren, ist Utopie. Aber die drei Minuten, einen Namen bei Google einzugeben und sich von der Website des Anbieters, um den es geht, einen eigenen Eindruck zu verschaffen, müssen drin sein — sonst kann der professionelle Journalismus gleich einpacken.

(via ix, der auch drauf reingefallen ist)