Schöner Trennen mit „TV Movie“

Jetzt gibt es aus dem Hause „TV Movie“ eine neue Zeitschrift. Sie heißt „TV Movie Digital“. Und sie hat „TWIN VIEW“.

„TWIN VIEW“ ist ein Konzept mit revolutionärer Doppelwirkung. Sein eingebauter Supernebel sorgt dafür, dass man nicht sofort erkennt, dass es sich bei „TV Movie Digital“ nur um dasselbe Zeitschriftenkonzept handelt, mit dem „TV Digital“ schon seit Jahren und höchst erfolgreich auf dem Markt ist. Und der integrierte Deppenmagnet ermöglicht es, gezielt die Leser anzusprechen, die auf jeden Marketingunsinn hereinfallen und eine entsprechend attraktive Zielgruppe für die Werbewirtschaft darstellen.

Das schreibt „TV Movie“ aber natürlich selbst nicht so deutlich. „TV Movie“ schreibt, dass man mit „TWIN VIEW“ ganz schnell seine persönlichen Fernseh-Highlights finde — „übersichtlich getrennt nach Digital- und Free-TV.“

Ganz Schlaue werden nun natürlich anfangen, am Kiosk nach einer Schwesterzeitschrift zu suchen, die den Rest des Fernsehprogramms enthält, vermutlich ähnlich übersichtlich getrennt nach Analog- und Pay-TV.

Aber das Konzept ist fraglos revolutionär — und wird sicher, wenn „TV Movie Digital“ erst einmal ein Erfolg ist, auf viele andere Lebensbereiche übergreifen. Restaurants mit dem „TWIN VIEW“-Markenzeichen werden ihre Speisen sortiert nach vegetarischen Gerichten (blau hinterlegt) und Suppen (rot hinterlegt) präsentieren. Und Schuhgeschäfte werden mit dem „TWIN VIEW“-Logo im Schaufenster dafür werben, dass bei ihnen die Schuhe übersichtlich getrennt nach Damenschuhen (Erdgeschoss) und braunen Schuhen (1. Stock) sortiert sind.

[via DWDL]

34 Replies to “Schöner Trennen mit „TV Movie“”

  1. Danke, Stefan! Jetzt weiß ich endlich, warum ich bisher keine braunen Schuhe gefunden habe. 1. Stock, hab’s mir gemerkt. Schade nur, dass ich fast nie in den Fernseher schaue. Mit TWIN VIEW!. Und was waren noch mal Programmzeitschriften?

  2. Mit „Digital-TV“ meinen die natürlich das (heutzutage so gut wie immer digitale) Pay-TV – und offensichtlich ausschließlich Pay-TV, nicht die digitalen Free-TV-Sender.

    Warum sie es nicht so nennen: Keine Ahnung, aber ich vermute, die Senderbetreiber, deren Logos da auf der Webseite prangen (Premiere, Kabel Digital Home, Unity Digital TV, Arena Sat, Premiere Star, KabelKiosk), mögen es nicht, wenn der potenzielle Kunde daran erinnert wird, dass es Geld kostet. Irgendein PR-Mensch wird auf die Idee gekommen sein, das Ganze „Digital-TV“ zu nennen, denn „digital“ klingt irgendwie nach modern und toll, rückt die Features in den Vordergrund, nicht die Kosten. Umso besser, wenn man dann auch noch suggerieren kann, kostenlose Sender könnten nicht digital sein (der gutgläubige Mensch würde bei einer solchen Unterteilung wie der hier vorgenommenen schließlich automatisch annehmen, die Kriterien seien disjunkt).

    Denn eigentlich versucht Astra zusammen mit den großen Privaten (RTL und ProSiebenSat.1) doch seit geraumer Zeit, die „Unsitte“ kostenlos und frei empfangbarer Privatsender mit Vollprogramm in Deutschland endlich abzuschaffen. Das Vehikel dazu nennt sich übrigens „Grundverschlüsselung“ und dient angeblich dazu, Senderechte regionsspezifisch einkaufen zu können. Zu blöd, dass das Kartellamt was dagegen hatte.

    Wenn man sich die Vertragsbedingungen von Läden wie Arena ansieht, kommt man so oder so nicht umhin zu vermuten, dass sich deren Kunden nicht gerade dadurch auszeichnen, übermäßig aufmerksam gegenüber Sternchentexten und hellgrau auf dunkelgrau gedruckter Winzigschrift zu sein.

    Bliebe noch zu bemerken, dass „digital“ natürlich nicht automatisch „besser“ bedeutet. Zwar nutzen moderne Kompressionsverfahren wie H.264 AVC, deren Einsatz nur mit Digitaltechnik möglich ist, die verfügbare Frequenzbandbreite viel besser aus als die vorher (und noch heute teilweise) eingesetzte Analogtechnik („digitale Dividende“), aber statt mit besserer Qualität kann man einen Transponder auch stattdessen einfach mit mehr Sendern füllen, was anscheinend mehr Gewinn abwirft. Übertreibt man es dabei, kann die resultierende Qualität ohne weiteres erheblich schlechter sein als vormals bei der Analogausstrahlung. Wer DVB-T einsetzt, wird beobachtet haben, dass sich zwar die Zahl der terrestrisch ausgestrahlten Programme vervielfacht, die Qualität eines einzelnen Programms jedoch sogar u.U. abgenommen hat.

    Die Digitalisierung ist ohne Zweifel sinnvoll. Aber sie wurde von den Sendern vor allem vorangetrieben, weil sie es überhaupt erst – zumindest theoretisch – ermöglicht, fast beliebig viele Sender in entsprechend fast beliebig schlechter Qualität auf einen Transponder zu quetschen, und weil man sich davon neue, lukrative Abonnentenmodelle für Pay-TV versprach, bei denen nicht mehr pauschal nach Sender, sondern nach einzelnen Sendungen abgerechnet wird (in der Theorie ist dafür zwar nicht zwingend ein digitaler Übertragungsweg nötig, er vereinfacht dies jedoch massiv).

    Tatsächlich könnte man – wenn man wollte – auf dem digitalen Übertragungsweg sogar per DVB-T Sendungen mit Surround-Ton in HD-Qualität ausstrahlen. In Australien wird das gemacht. Bei uns scheint allerdings vielmehr das Prinzip „Masse statt Klasse“ zu gelten, und so werden wir mit Hunderten von Spartenkanälen auf Astra bedacht, von denen >90% nervige Dauerwerbesender sind.

  3. Geben Sie’s zu, kurt, Sie haben seit Monaten darauf gewartet, dass ich einen kurzen, albernen Blogeintrag schreibe, damit Sie das endlich mal loswerden konnten.

  4. @ kurt #3:

    Nachdem ich mich die letzten drei Monate mit UnityMedia in Hessen herumgeärgert habe, nun eingeknickt bin und deren merkwürdiges Digital-TV-Abo bestellt habe, haben Sie mir aus der Seele geschrieben.

    Sind Sie der gleiche „kurt“, der mir sonst nur Kopfschütteln entlockt?

  5. @SvenR:
    Ja.

    @H. Eisenmann:
    In meiner Senderliste befinden sich natürlich keine Dauerwerbesender. Aber ich werde doch noch bedauern dürfen, dass die (technische) Qualität selbst von Kanälen, auf denen zumindest hin und wieder etwas Ansehnliches kommt, durch die komplett überflüssige Mitausstrahlung von Programmen wie Neun Live auf dem gleichen Transponder leidet, oder?

    @Stefan:
    Da schreibe ich mal was, was Sie nicht in juristische Schwierigkeiten bringen und (wahrscheinlich) keinen seitenlangen Streit mit anderen Kommentatoren vom Zaun brechen kann und sich sachlich mit weiterführenden Aspekten zum Thema befasst, und Sie sind immer noch nicht zufrieden. Wozu haben Sie die Kommentare offen, wenn Sie sowas wie mein Kommentar ankotzt? Und seien Sie ehrlich: Hätte er sie auch angekotzt, wenn er von einer anderen, weniger „vorbelasteten“ Person als mir geschrieben worden wäre?

  6. kurt hat recht. Bei den manchmal trotz diverser Glättungs- und Filterungstechniken unübersehbaren Blockartefakten wegen viel zu starker Datenkompression in digital übertragenem Fernsehen muß man seitens der Anbieter in Bezug auf die angeblich so viel höhere Qualität auf allgemeinen Beschiss schließen.

    (Puh, der Satz war lang.)
    (Das ist „Puh, der Satz“; nicht „Pu, der Bär“.)

  7. @Stefan:

    OK, vielleicht habe ich das missverstanden. Aber ich fand diesen Blogeintrag wirklich nicht „albern“, sondern recht interessant – weil er auf etwas hinweist, was über TV Movie hinausgeht, nämlich die Versuche der Werber, sich die Macht über die Bedeutung von Begriffen anzueignen. Denn so verrückt das Konzept von „TV Movie Digital“ auch erscheint, es muss ja offensichtlich bereits eine Reihe von Leuten geben, die „Digital-TV“ tatsächlich als Synonym für „Pay-TV“ auffassen, damit ein solches Konzept aufgeht.

  8. kurt ich glaube der Stefan findet es nur ironisch, dass Sie auf einen kurzen, albernen Blogeintrag einen längeren, sachlichen Kommentar schreiben.

    So im Gegensatz zu sonst, wo’s umgekehrt ist.

  9. Ich liebe s/deine Schreibe:
    „der integrierte Deppenmagnet ermöglicht es, gezielt die Leser anzusprechen, die auf jeden Marketingunsinn hereinfallen und eine entsprechend attraktive Zielgruppe für die Werbewirtschaft darstellen.“
    Köstlich. Und so wahr.

  10. Mein Stiefsohn ist Fan von Manchester United. Deswegen haben wir uns entschlossen, ein Pay TV Abo zu erwerben. Normalerweise sind wir mit dem (kostenlosen) TV-Programm zufrieden, welches mit der Tageszeitung mitgeliefert wird. Das Programm diverser Sender aus dem Receiver (oder wie das Digi-Dings heißt) ist da natürlich nicht enthalten. Man könnte natürlich auch im Netz nachschauen. Wie dem auch sei, wegen des „Digital“-Zusatzes konnte er recht gut erkennen, dass diese Zeitschrift das gewünschte Programm enthält. Naja, er tut sich nach 4 Wochen Deutschland noch etwas schwer mit der deutschen Sprache. Zählt er damit als Depp?

  11. @Nobilitatis: au weia. So nach dem Motto „Ich will mich jetzt angesprochen fühlen, und zwar zwanghaft“.

    Freuen Sie sich einfach ne Runde und benutzen Sie die Zeitung weiterhin für den Zweck, für den Sie sie kaufen. Damit Sie wissen, was läuft.

    Und überblättern Sie die Werbung in dem Heft, sowie alles, was wie redaktioneller Inhalt aussieht. Das ist nämlich meistens auch Werbung.

    Abschließend können Sie gerne noch etwas Mengenlehre durchgehen mit den vier Eigenschaften „Digital TV“ – „Analog TV“ – „Pay TV“ und „Digital TV“.

    Kleiner Tipp: Premiere war bis 1997 rein analog und wurde bis 1.3 2003 parallel analog verbreitet.

  12. Danke für die Belehrung.

    Das Argument, speziell für „Sebastian“ ausformuliert, lautet: Es kann durchaus Gründe geben, eine Programmzeitschrift zu kaufen, die das digitale Programm aufbereitet. Man muss kein Depp sein, um sich dafür zu interessieren.
    Und, pfui! Werbung! Hat’s ja in Illustrierten Zeitschriften noch nie gegeben …

    Ich bin jetzt mal nicht überkritisch und zähle bis vier.

  13. „Er tut sich nach 4 Wochen Deutschland noch etwas schwer mit der deutschen Sprache. Zählt er damit als Depp?“

    Definitiv nein! Mir ging es nicht anders, und ich bin gebürtiger Deutscher!

  14. @Nobilitatis: bitte #20 lesen und dann nochmal über das „Ich will mich zwanghaft angesprochen fühlen“ nachdenken.

    Sie müssen übrigens meinen Namen nicht in Anführungszeichen packen, ich heiße wirklich so.

    @Twipsy: genau das hab ich vorhin auch schreiben wollen ^^;

  15. #20:
    „Und der integrierte Deppenmagnet ermöglicht es, gezielt die Leser anzusprechen, die auf jeden Marketingunsinn hereinfallen“

  16. @Nobilitatis:

    „Es kann durchaus Gründe geben, eine Programmzeitschrift zu kaufen, die das digitale Programm aufbereitet.“

    Nur für den Fall, dass Sie das wirklich noch nicht bemerkt haben sollten: „Digital“ hat mit Pay-TV überhaupt nichts zu tun. Es gab (und gibt in einigen Ländern noch) analoge Pay-TV-Sender und es gibt zunehmend mehr digitale Free-TV-Sender. „Digital-TV“ und „Free-TV“ sind also keine Gegensätze, sondern es existiert eine nicht-leere Schnittmenge, nämlich die der digitalen Free-TV-Sender.

    Stefan wollte selbstredend nicht behaupten, dass irgendetwas falsch daran sei, Programmzeitschriften zu kaufen, die Pay- und Free-TV-Programm im Layout trennen, sondern dass die Bezeichnung „Digital-TV“ als Gegensatz zu „Free-TV“ sinnlos ist, weil das zwei völlig verschiedene Eigenschaften sind und die eine Menge nicht das Komplement der anderen ist.

    Falls Sie das jetzt immer noch nicht nachvollzogen haben sollten: JEDE deutsche Programmzeitschrift bereitet das „digitale Programm“ auf, denn praktisch alle deutschen Free-TV-Sender werden auch oder nur digital ausgestrahlt. Pay-TV ist aber kein Synonym für Digital-TV. Genauso wie „Schuh ist Damenschuh“ und „Schuh ist braun“ in Stefans Beispiel zwei Eigenschaften sind, die sich nicht gegenseitig ausschließen. Es gibt braune Damenschuhe, nicht-braune Damenschuhe, braune Herrenschuhe und nicht-braune Herrenschuhe. Und ebenso gibt es halt auch digitale Free-TV-Sender, analoge Free-TV-Sender, digitale Pay-TV-Sender und analoge Pay-TV-Sender (letztere gehören allerdings zu einer aussterbenden Gattung).

  17. @Stefan:

    Sorry, dass ich Ihnen jetzt den Spaß verdorben habe, wie mir gerade auffällt. Aber man kann den Mann doch nicht einfach ins Messer rennen lassen.

  18. @kurt:
    Nehmen Sie es leicht. Die Blender sind überall. Und wenn die Niemands einen gefunden haben, den sie schmähen können…

    Es grüßt freundlich Polyphem.

    P.S.: Ich fand ihre Beiträge häufig „nicht so Mainstream“.

  19. @kurt: Im Gegenteil. Selber eigene Witze und Gedanken zu erklären, ist viel schlimmer als zuzusehen, wie andere Leute eigene Witze und Gedanken erklären.

  20. @Nobilitatis: Lesen Sie sich doch mal den verlinkten DWDL-Artikel zum Thema durch. Da steht alles ausführlicher und nicht so gewaltsam auf Pointe gebürstet wie bei mir.

  21. Wow das war jetzt aber wirklich mit dem Holzhammer. Ich hätte nicht gedacht, dass man Nobi das so extremst erklären muss.

    Ich glaub er war nur sauer weil Stefan seinen Stiefsohn beleidigt hat und dann kriegt er solch ausführliche Antworten ;-)

  22. Gibts denn eigentlich ne TV Zeitschrift, die nur Free TV enthält, aber auch nur digital zum empfangene freie Programme, insbesodere die der ÖR?

  23. Ja mei Thomas. Eigentlich hatten wir das doch alles schon oben erklärt.

    Wenn Du Fernsehen über DVD-T empfängst oder digital über Satellit oder über digitales Kabel, dann ist ALLES digital. Das ist die SENDETECHNIK. Das hat nichts mit den Programmen (Free und/oder Pay-TV) zu tun.

    Die Art der Ausstrahlung ist, um es mal genauer zu sagen, absolut WURST. Der einzige Unterschied ist, dass Pay TV zeitlich früher digital wurde und von vorne herein als „besser“ dadurch dargestellt wurde. Leo Kirch hat damals versucht, die anderen Gesellschafter aus der Premiere Holding zu boxen. Dies ist ihm nicht gelungen. Also startete er das Konkurrenzprogramm DF1, welches von Anfang an voll digital ausgestrahlt wurde. Es war ein Einfaches, dieses zu tun, da so oder so ein Receiver zur Entschlüsselung von Nöten war, und hier dann die digitale Decodierung des Signals (Fernsehen) gleich nach der Decodierung des Datenstroms (Verschlüsselung) vorgenommen werden konnte. Dabei tat man so, als ob das Bild durch die Eigenschaft „digital“ automatisch auch besser wäre. Was grundsätzlich erst einmal Käse ist.

    Den hauptsächlichen Vorteil hat kurt bereits erklärt: Komprimierung. Auf das gleiche Frequenzband, auf welches früher ARD, ZDF, ein Drittes sowie Sat.1 und RTL analog auf einen Fernsehturm passten, packt man jetzt über DVB-T bis zu über 20 Sender (in Berlin z.B.), in einigen Regionen nur derer 9 (oder so). Auf Satelliten ist man spätestens seit der Verbreitung digitaler Satellitenreceiver in der Lage, anstatt einiger Dutzend einige hundert Kanäle zu packen – wobei man da manchmal sieht, dass die Schraube überdreht wird. Es wird zum Teil kein volles PAL-Bild mehr ausgestrahlt sondern weniger horizontale Zeilen – durch die Rechenqualitäten der Receiver wird einfach hochinterpoliert und es sieht absolut verpixelt aus. Der Vergleich ZDF/Eurosport zu Olympia sprach hier Bände, Eurosport hatte zwar die besseren Kommentatoren aber bisweilen einen einziges Pixelbrei zu bieten. Von daher hängt es hauptsächlich von der verwendeten BANDBREITE ab, ob digital auch gleich besser ist. Genau so wie das auch bei DVDs der Fall ist. Eine DVD kann maximal 1x DVD abspielen. Das sind 1,35 MByte/s. bzw. 10,8 MBit/s. Ein Grund, warum z.B. die DVD von Star Wars – Episode 1 besser aussieht als eine grottenschlechte Verhackstückelung eines Videotransfers (z.B. „Harry & Sally“) sind neben dem Transfer auch die Bitrate.

    Vielleicht hast Du schonmal eine DVD gerippt und versucht, sie auf eine normale, einlagige DVD (4,7 GB) zu brennen. Star Wars kommt auf DVD9 daher, 8,5 GB randvoll mit Daten. Das muss ein Kopierprogramm erst einmal runter rechnen und dabei stärker komprimieren. Das Bild wird blockiger. Eingeblendete Schriften verfransen. Farben werden blasser. Harry & Sally kannst du im Prinzip direkt kopieren, der Film ist von vorne herein nur knappe 3 GB groß und die Qualität des Bildes dementsprechend bescheidener (dazu kommt, dass Episode 1 von vorne herein digital gewesen ist und Harry & Sally von einer analogen Filmrolle kam aber das ist dann ein anderes Problem).

    Das kannst Du direkt auf den Satelliten-Datenstrom übertragen. Wie gut ein Kanal ist, hängt von der beim Satellitenanbieter gekauften BANDBREITE ab.

    Man kann sich halt etwas mehr Platz kaufen für mehr Geld und damit höhere Qualität erreichen – oder man presst (wie Eurosport) einfach sein Programm in die Bandbreite eines halben Kanals und alles wird verwaschener. Würde man also nun Episode 1 auf der Bandbreite von Eurosport ausstrahlen, so würde der Film auch auf diesen „supertollen“ Kanal absolut grottenschlecht aussehen.

    Bei Premiere ist das ähnlich: alle „grünen“ Programme (aus dem grünen Paket) erhalten grundsätzlich pi Mal Daumen die halbe Bandbreite der Spielfilm-Kanäle. Das kann man mit einer TV-Karte direkt anzeigen lassen – der Datenstrom wird direkt auf die Festplatte geschrieben und man erhält nach einer Stunde für einen grünen Kanal pi Mal Auge eine halb so große Datei. (stark verallgemeinert)

    So und um nun die Kurve zu kriegen: JEDE Programmzeitschrift listet das digitale Programm WENN der Käufer der Zeitung sein Fernsehen denn auch digital empfängt. Selbst das von nobilitas angesprochene TV Programm aus der Tageszeitung erfüllt diese Anforderung.

    Wer weiterhin nur einen analogen Satelliten-Receiver hat oder analog sein Fernsehen aus der Kabel-Dose bekommt, der hat dann halt das volle ANALOGE Programm durch seine TV-Zeitschrift PLUS die ganzen Sender, die er nicht empfangen kann, weil er an das, was auch noch aus der Kabeldose kommt in digitaler Form mit seinem analogen Receiver nicht entschlüsseln kann. Und zumeist ist da auch digitales RTL bei, digitale ARD und ZDF et cetera – und das ist alles Free-TV – und etwas dahinter dann auch Premiere. Auch digital.

    Wie gesagt: Schnittmengen. Teilmengen. Mengenlehre halt. Oder um es final zu sagen: die Frage von Nobi war recht erheiternd, da sein Sohn anscheinend selbst mit wenig Deutschkenntnissen beim Zeitungskauf begriffen hatte, dass das Deutsche Volk seit Jahren nach dem Motto digital = bessere Qualität = Pay TV verarscht wird, und deshalb auf allen TV-Zeitschriften, die neben den Dingen aus der normalen Tageszeitung auch Pay-TV Sender auflisten, vorne „digital“ drauf steht. Auch wenn man das genauso auf die Tageszeitung packen könnte (mit dem Zusatz: „Wenn Sie ihr Fernsehen digital empfangen dann sind diese öffentlich rechtlichen Sender alle digital).

    Wie gesagt. Sein _Sohn_ scheint das begriffen zu haben.

  24. Sorry, hab ne Zeitlang nicht mitlesen können.

    Inzwischen hab ich auch begriffen, worum es EUCH geht. Ihr wollt, dass die auf die Zeitschrift „Pay TV“ draufschreiben. Damit der Nutzer immer dran erinnert wird, dass er dafür auch noch Geld bezahlen muss. Der Verlag fand das aber aus Marketing-Gründen nur suboptimal und hat alternativ „digital“ verwendet, was technisch gesehen falsch ist (siehe oben). Es sind aber trotzdem die Sender drin, die über die Digitale Box aus dem Kabel gesaugt werden. Keine analogen privaten Free-TV-Programme, aber digitale Free-TV-Programme der Öffentlich-Rechtlichen. Und das inkriminierte Pay-TV.

    Wenn ich jetzt nach einer Zeitschrift greife, die das Programm eines solchen Senders enthält, habe ich zwar die richtige Zeitschrift, diese betreibt aber Etikettenschwindel.

    Ich habe beschlossen, das Problem zu ignorieren. Vielen Dank für die nützlichen Hinweise.
    Insbesondere an Stefan. Der DWDL-Artikel hat die Idee klarer gemacht.

  25. […] Hab ich’s nicht gesagt? Dass das revolutionäre „Twin View”-Konzept der „TV Movie” das Potential hat, auch jenseits der Programmzeitschriftenwelt Furore zu machen? Den Online-Auftritt der „Bild”-Zeitung scheint es jetzt zu einem neuen Feature inspiriert zu haben, eine Art Super-Doppel-Bildergalerie-mit-Erklärung-extra. […]

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