Der subversivste Song Contest aller Zeiten?

13 Mai 12
13. Mai 2012


Zeichnung: Martin Reinl

Ich bin so gespannt. Ich habe gehört, dass ich die Stadt kaum wieder erkennen würde, dabei ist es keine vier Monate her, dass ich da war. Baku, das sich schon in den Jahren davor vermutlich schneller verändert hat als fast jede andere Stadt der Welt, hat noch eine Turbopolitur bekommen, Blumen, Herzen, die fantastisch aussehende Kristallhalle natürlich. Und Fassaden, die trotzdem noch unansehnlich sind, wurden einfach hinter anderen Fassaden verborgen.

Das Haus in der Agil-Gulijew-Straße 5, das im Januar noch mit brutalen Methoden entmietet wurde und mit dessen verzweifelten Bewohnern unter anderem meine Kollegen Till Krause, Peter-Philipp Schmitt und ich gesprochen haben, wird jetzt verschwunden sein. Dort ist jetzt wohl eine prächtige Straße, über die die Besucher und Berichterstatter des Eurovision Song Contest zur Halle gelangen. (Wenn Sie jemanden wie Sietse Bakker fragen, den der Grand-Prix-Event-Chef, wird der ihnen erzählen, dass der Abriss dieses Hauses und der daneben nichts, aber auch gar nichts mit dem ESC zu tun hat. Sietse Bakker hat ein Motivationsbuch namens „How To Live WOW?!“ geschrieben, und so tritt er auch auf. Ich schweife ab.)

Jedenfalls bin ich nachher dann mit Lukas in Baku, und hier im Blog wird sich zwei Wochen lang wenig tun, dafür hoffentlich umso mehr auf Bakublog.tv und auf „Spiegel Online“, dessen gewaltige Leserschaft uns und unser kleines Videoblog in diesem Jahr kennenlernen soll.

Die Show in Baku wird zweifellos spektakulär werden, aber vielleicht geht ja auch der Traum von Emin Milli wenigstens ein bisschen in Erfüllung. Milli ist ein junger Blogger, der es gewagt hatte, über die aserbaidschanische Regierung zu spotten, und verprügelt, verhaftet und verurteilt wurde. Milli lebt heute in London und wünscht sich, dass dieser Grand-Prix das „subversivste Ereignis in der Geschichte des Eurovision Song Contest“ wird.

In diesem Sinne:

21 Gedanken
  1. 1
    Robin Urban says:

    Wenn mal richtige Musik im ESC präsentiert würde – DAS wäre subversiv!

    Ernsthaft: Aseri (nur Dank dieses Blogs weiß ich, dass die Leute aus Aserbaidschan so heißen – wieder was gelernt), macht ein bisschen Krawall. Ich freu mich drauf.

  2. 2
    Rocco says:

    Na dann viel Glück – ich sag‘ solange erstmal einstweilen.

    @#1 Ganz sicher, dass das ein Plural-i sein soll in „Aseri“?

  3. 3
    Robin Urban says:

    @Rocco: Ich habe keine Ahnung! Ich finde irgendwie nur den Singular, aber es klingt doch gut: Der Aseri, die Aseri. Oder doch Aseris? Klingt fast wie ne Figur aus Game of Thrones!

    Naja, jedenfalls besser als „Aserbaidschaner“, das hätte ich nämlich zuvor vermutet!

  4. 4
    SvenR says:

    Passt auf Euch auf.

  5. 5
    BlueKO says:

    Bakublog mit der Barkuh wär natürlich auch was.

    Paßt auf Euch auf. Kann bestimmt zu ganz schön unberechenbaren Situationen kommen bei diesem komischen Showvolk.

  6. 6
    onlime says:

    Ich hoffe nur, dass sich die berüchtige SPON-Foristen-Klientel dann nicht in den Kommentaren des Bakublogs herumtreiben wird…

  7. 7
    V40 says:

    da kann man sich nur Nr.4 (SvenR) anschließen!!

  8. 8
    Dirk says:

    „Und Fassaden, die trotzdem noch unansehnlich sind, wurden einfach hier anderen Fassaden verborgen.“
    Diesen Satz verstehe ich nicht. :(

  9. 9
    Olly says:

    @ Dirk: Ich könnte mir vorstellen, dass in der Mitte des viertletzten Wortes ein „n“ und ein „t“ fehlen.

  10. 10
  11. 11
    hrool says:

    @Robin Urban:
    „Wenn mal richtige Musik im ESC präsentiert würde — DAS wäre subversiv!“

    Ich wage in diesem Jahr mal einen Tip (obwohl ich mich sonst eigentlich nicht sonderlich für den ESC interessiere): Achten Sie auf Anggun. Sie wird alles Party-Omas, Hupfdohlen und sonstige One-Hit-Wonder deklassieren.

  12. 12
    Jeff says:

    Gibt’s das Best-of-Video auf Spon auch in vernünftiger Bildqualität?

    6 Minuten Videomaterial in 43 MB körniges VP6 quetschen könnte abschreckend wirken.

  13. 13
    Stefan Niggemeier says:

    @Jeff: Ich nix haben Ahnung Technik. Ich frag mal nach.

  14. 14
    Matthias Schumacher says:

    Ich liebe es, wenn der Autor Niggemeier durchblitzt und den Journalisten Niggemeier etwas verdrängt. Das geht in Richtung erzählender, literarischer Journalismus. Wird keinem aufgefallen sein, vielleicht war es gar nicht geplant. Ich würde gern diesen Niggemeier öfter lesen. Baku könnte sich eignen. Bisschen Poesie. Eindrücke. Warum nicht Pathos, Glitzer und Klimbim? Viel Spaß dort, Erfolg und himmlichen Lob-Gesang!

  15. 15
    klaus says:

    Warum das blöde spon? Macht das doch bitte wieder auf youtube. Mobil kann ich deren Videos garnicht anschauen. Zu Hause ist die Qualität unter aller Sau. Klein, verpixelt, zuckelig, da fühlt man sich 10 Jahre in der Zeit zurückversetzt.

  16. 16
    Bertha says:

    Alles Gute und passt auf Euch auf. Ich hoffe, die Tatsache, dass Ihr nun auch auf SPON zu finden seid wird keinen Einfluss auf die Art der Videos haben. Die waren in den letzten Jahren wirklich umwerfend. Selbst die Füsse von Herrn Heinser.
    Kommt gut hin und zurück.

  17. 17
    Tobilah says:

    »How To Live WOW?!« Ganz einfach, man muss nur mit einer der blutigsten Diktaturen der nördlichen Halbkugeln kolaborieren, dann rollt der Rubel.
    Das WOW kommt dann ganz von selbst.

    Ich kann gar nicht soviel fressen wie ich k* möchte….

  18. 18
    inga says:

    Ach, und ich dachte bei dem Buch ginge es um World of Warcraft…

  19. 19
    Frank Rawel says:

    Dachte immer, Baku steht abgekürzt für: Bar-B-Ku?
    Hat schließlich Flammen im Wappen!

  20. 20
    Dirk says:

    Ich werde dieses Jahr mal nicht nach Baku fahren.
    Die Bahnverbindung ist so teuer geworden…
    warum wird die Seite hier in Berlin mit sonem Apple-PC korrekt angezeigt und auf meinem Laptop mit firefox 12 nicht ? :(
    (wer gute Rock-Musik hören möchte sollte das Café Burger ab 20:00 besuchen:
    http://www.myspace.com/cletuscatband
    sorry, da kommt der Manager bei mir durch)

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