Die NPD in der „Torgauer Zeitung“ (2)

26 Aug 08
26. August 2008

In der „Frankfurter Rundschau“ äußert sich die „Torgauer Zeitung“ zu der Frage, warum das Blatt (wie berichtet) eine Pressemitteilung der NPD unkommentiert, in voller, erstaunlicher Länge und inklusive des NSDAP-Kampfbegriffs „Systempartei“ abdruckte:

Chefredakteur Thomas Stöber räumt ein, dass eine redaktionelle Auseinandersetzung besser gewesen wäre: „Der Kollege hat das nicht ordentlich bearbeitet, weil ihm da der Einblick fehlt“, sagte er der FR. Der für die Rechtsextremen zuständige Redakteur war in Urlaub.

Stöber klagt zudem, dass ihm gute Leute und Geld fehlten.

Gegenüber dem „Störungsmelder“ der „Zeit“ schloss Stöber aus, die Pressemitteilung von der Internetseite seiner Zeitung zu entfernen: Schließlich würden auch die Pressemitteilungen anderer Parteien mitunter kommentarlos veröffentlicht.

Das ist die beste Begründung von allen. Im Klartext lautet sie: Wir arbeiten doch sonst auch nicht journalistisch, warum sollten wir es bei Neonazis tun?!

Die „Torgauer Zeitung“ ist eine Lokalausgabe der „Leipziger Volkszeitung“, die je zur Hälfte der Axel-Springer-AG und der Verlagsgesellschaft Madsack gehört. Madsack wiederum gehört zu gut einem Fünftel der SPD. Da sind ja alle staatstragenden Garanten für guten Journalismus zusammen.

Das NPD-Blog kommentiert die Sache ausführlicher.

Klarstellung, 27. August: Die „Torgauer Zeitung“ ist eine Regionalausgabe der „Leipziger Volkszeitung“, gehört ihr aber nur zu 24,9 Prozent.

78 Gedanken
  1. 1
    Svante says:

    Wie die Großen, so eben auch die Kleinen, und bei den Großen (speziell Online) liegt es eben nicht dran, dass ein „zuständiger Redakteur“ gerade im Urlaub ist. Oder am Geld. Es wäre auch noch offenkundiger, wenn man dort nicht die Ticker hätte.

  2. 2
    Stefan Renner says:

    NSDAP, nicht NSDPA.

  3. 3
    Man in Metropolis says:

    Dumm gelaufen, würde ich mal so sagen.

  4. 4
    Siggi says:

    Gibt es jetzt schon PDA mit rechter Gesinnung? :-)

    Der neue „HP Fuehrer“ oder das Spitzenmodell „O2 Goering“ mit extra dicker Ausstattung…

  5. 5
    Sonya T. says:

    Sag ich doch. Es geht ums redaktionelle Einordnen. Dass Kollege Niggemeier „noch einen netten Dreh“ gegeben hat, war in diesem Falle einer zu viel. Er hat unkenntlich gemacht. Auch hier wurde also nicht perfekt eingeordnet.

  6. 6
    Sonya T. says:

    Und hier haben wir den großen Kontext:

    „Dass die NPD zu Wort kommt, rechtfertigt Stöber jedoch: „Die zu ignorieren, hat in anderen Regionen dazu geführt, dass sie Jugendclubs und Spielplätze erobert haben.“ Die TZ habe die NPD in der Vergangenheit schon „so was von bloßgestellt“, vor allem, wenn es um Rückgriffe auf Nazi-Ideologie gehe.“

    Und so wie Madsack, Springer und Dingsbums verflochten sind, stoßen NPD-Blog, Stefan und FR ins selbe Horn. Dass man sich gegenseitig stützt, erklärt weder etwas, noch erteilt es Absolution.

  7. 7
    Gregor Keuschnig says:

    @6/Sonya T
    Sie haben das Problem nicht verstanden, sonst könnten Sie bspw. nicht von Ignorieren sprechen. Es stellt sich mir nur die Frage, ob Sie nicht können oder nicht wollen.

  8. 8
    Grissel says:

    Es tut mir leid, aber ich kann in dem Verhalten der „Torgauer Zeitung“ nichts wirklich anrüchiges erkennen. Wenn schon unsauber, dann aber bitte auch für alle (noch immer nicht verbotenen) Parteien gleich.
    Wenn heute noch irgendwo „kritisch“ kommentiert wird, dann bei den paar Spinnern vom Rand. Wo bleibt denn die Aufregung über die endlosen unkommentierten, nicht hinterfragten Presseerklärungen aus dem Kanzleramt oder den Ministerien?
    Das Grundgesetz sagt nunmal einfach:
    „Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich.“ (Artikel 3, Absatz 1)
    und
    „Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt.“ (Artikel 5, Absatz 1)

    [gelöscht]

  9. 9
    Grissel says:

    [gelöscht]

  10. 10
    ruhrpottjunge says:

    Das unkommentierte Abdrucken von Pressemitteilungen IRGENDEINER Partei empfinde ich als unjournalistisch. Da macht sich die Presse zum bloßen Veröffentlichungsorgan – das kann der Sinn einer unabhängigen Presselandschaft nicht sein.

    Aber:
    Ob das jetzt die großen, etablierten Parteien oder aber die Parteien vom Rand des politischen Spektrums sind, deren Position unkritisch abgedruckt werden, spielt in meinen Augen keine Rolle. Ich verachte NPD und ähnliche Extremisten im fadenscheinigen Demokratenpelz, aber ich sehe ein, dass Demokratie eben auch mir nicht genehme Meinungen hervorbringt.

    Weil NPD drin vorkommt, kann man lauter „Skandal!“ schreien. Die Problematik von Medien als Verlautbarungsgehilfen der Politik ist aber weder eine rechte noch eine linke, sondern eine von schlechter Arbeitsauffasung.

  11. 11
    Sebastian says:

    Ist es denn wirklich so alltäglich, dass eine Zeitung schreibt: „Guten Morgen, liebe Leser, im Folgenden lesen Sie die heutige Pressemitteilung der CDU/SPD/Grünen ect.“? Irgendwie ist mir das bisher entgangen.

    @Sonya T. Ich verstehe Ihr Problem ehrlich gesagt auch nicht. Die TZ schreibt: „Wir veröffentlichen hier die Pressemitteilung der NPD“, und Stefan schreibt, „die TZ hat eine Pressemitteilung der NPD veröffentlicht“. Was hat er denn jetzt ausgelassen? Der bloße einleitende Hinweis der TZ, dass das Folgende eine Pressemitteilung sei, ist doch noch keine redaktionelle Einordnung? (Mal außen vor, dass das mit dem Einordnen versus ein Forum bieten eine sehr zweischneidige Sache ist und man mit einer halbherzigen Distanzierung keine Propaganda neutralisiert, am wenigsten wenn man sie gleichzeitig ins eigene Blatt druckt.)

  12. 12
    Gregor Keuschnig says:

    @8/Grissel
    Wie verträgt sich denn Ihr Wunsch, die CDU/CSU verbieten zu lassen mit den von Ihnen zitierten Demokratieregeln? Und: Ist Ihnen der Unterschied zwischen einer journalistischen Bearbeitung eines Sachverhalts und der puren Wiedergabe der Propaganda einer Seite nicht klar?

    @10/ruhrpottjunge
    Das finde ich auch so und habe es in einem anderen Kommentar sinngemäss so geschrieben. Umso erstaunter bin ich aber, dass eine Zeitungsredaktion von einigen Kommentatoren hier als Verlautbarungsorgan von politischen Parteien angesehen wird.

  13. 13
    Grissel says:

    @ 11: Nein, natürlich nicht. Bei Dingen wie diesen http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,574007,00.html (soeben zufällig ausgewählt) steckt natürlich gaaaaaaaanz viel kritischer Journalismus drin ;-)
    Wenn man den Populismus weglässt, bleiben nur „Fakten“ zu deren Entkräftung jeweils einmal googeln bzw. telefonieren gereicht hätte. Wie könnten denn z.B. „gut wirtschaftende Kassen“ aussehen, hmm?

  14. 14
    Grissel says:

    Der Wunsch nach Parteiverboten, Fernsehprogrammverboten usw. richtet sich nicht unbedingt nach meinem Demokratieverständnis. Es gibt Situationen, da bin ich ganz „Volk“. Der „Unterschied zwischen einer journalistischen Bearbeitung eines Sachverhalts und der puren Wiedergabe der Propaganda einer Seite“ ist mir im medialen Alltag aber tatsächlich nicht ganz klar – könnten Sie mich da bitte aufklären?

  15. 15
    Gregor Keuschnig says:

    @14/Grissel
    Dann lesen Sie doch den Niggemeier-Artikel mal. Und den Wikipedia-Artikel über Journalismus. Der ist zwar arg knapp, aber man kann die Differenzen zwischen Verlautbarungsschreiberei und Journalismus doch erkennen.

  16. 16
    Andre says:

    @grissel: Schön, dass Sie mit dem Grundgesetz kommen (wenngleich etwas pathetisch), aber das zeigt, dass Sie das Paradoxum NPD nicht begriffen haben: Es handelt sich um eine Partei, die die Großzügigkeiten des von Ihnen zitierten GG-Artikels 5 gern in Anspruch nimmt, selbiges jedoch zugleich beseitigen will.

  17. 17
    Andre says:

    Und es ist traurig, das Monster NPD hier überhaupt näher beschreiben zu müssen

  18. 18
    Grissel says:

    @ 15: Das ist ja jetzt wieder mal so, als ob man in einer Debatte über den „real existierenden“ Sozialismus mit der Grundidee käme. Das hat doch beides nichts miteinander zu tun.

    Q 16: Ich habe das Paradoxon NPD schon verstanden. Ich habe aber auch das Paradoxon „Reden über ein NPD-Verbot“ verstanden. Und zum Thema GG-Artikel in Anspruch nehmen, die man eigentlich abschaffen möchte, fragen Sie doch mal Wolfgang Schäuble und Springer. Ich habe das Gefühl, wir reden in diesem Land, nur noch über „gefühlte“ Grundrechte. Man hat die aber damals schon aus einem bestimmten Grund aufgeschrieben.

  19. 19
    Jochen says:

    Der Artikel scheint nun doch nicht mehr online zu sein, jedenfalls kommt bei mir eine Fehlermeldung. Ich wollte eigentlich nochmal in der Originalquelle nachschauen, inwiefern die Pressemitteilung als solche ausdrücklich gekennzeichnet war, ich meine, dies sei der Fall gewesen. Insofern hätte das Blatt anderen großen und kleinen Mitbewerbern sogar noch etwas voraus ;-)

    Sollte die Pressemitteilung ausdrücklich als solche präsentiert worden sein – ich weiß nicht, ob das so ein Aufreger ist, „Systempartei“ hin oder her. Gab es nichtmal eine ähnliche Diskussion um NPD-Wahlwerbespots (ich glaube in Hessen?). Da hat die NPD dann ein Amateur-Filmchen produziert, das so unglaublich schlecht war, dass es gar kein journalistisches Einordnen mehr gebraucht hätte..

    Ich finde die Erklärungsversuche des Chefredakteurs da mindestens so schlimm wie den diskutierten Sachverhalt als solchen.

    Und mal abgesehen von der Pressemitteilung hier gibt es weitaus häufigere Fragen im Umgang mit der NPD, mit denen insbesondere Lokalmedien nicht wirklich ein Patentrezept in der Schublade haben. Das beginnt ja schon bei Leserbriefen..

  20. 20
    Jochen says:

    (…) für die (…). Herrje.

  21. 21
    Andre says:

    @18, Grissel: Das Problem in Ihrem Denken ist der Zwang der Gleichstellung, den sie absurderweise aus dem GG ableiten. Schäuble und Springer sind eben nicht gleich NPD. CDU/CSU sind eben nicht gleich NPD. Pressemitteilungen aus dem Kanzleramt sind eben nicht gleich Pressemitteliungen NPD. Und auch Nazi-Autobahnen sind nicht Bundesautobahnen. Und warum? Weil sie zu einem völlig anderen Zweck existier(t)en

    Ihr Einwand wird jetzt lauten „Doch, sie sind gleich. Die NPD ist ja nicht verboten!“

    Die Tatsache, dass sie nicht verboten ist, besagt gar nichts. Die NPD bleibt eine verfassungsfeindliche Partei (und könnte entsprechend auch verboten werden) und Sie können Art 2 GG in Anspruch nehmen, und sich davon durch Lektüre ein Bild machen.

  22. 22
    Sebastian says:

    @Grissel, 13: Stimmt, das ist auch fragwürdig. Aber zumindest ist man doch für gewöhnlich bemüht, bei der Wiedergabes solcher Pressemitteilungen das PR-Sprech rauszunehmen. Da trifft das Wort „unkommentiert“ m.E. eher zu, wenn drüber steht: Hier kommt eine Pressemitteilung, und dann fünf, sechs, sieben Absätze ungefilterte Kampfschrift folgen.

    Die entscheidende Frage ist doch die der Relevanz. Wenn Merkel eine PM über ihren sofortigen Rücktritt herausgäbe, hätte doch wohl niemand etwas dagegen, wenn das erst mal so, als Zitat, weiterverbreitet würde. Wie ist es nun mit von der Leyen? Man könnte argumentieren, wenn eine Bundesministerin etwas fordert, dann ist das politisch relevant, auch wenn es inhaltlich dämlich ist (oder gerade dann).

    Und wieso ist nun die Pressemeldung der NPD relevant?

  23. 23
    Grissel says:

    @ 21: Wo bin ich denn hier, in Willkürdistan? Der Zweck definiert die Dinge? Haben Sie das schon mal einem Juristen bzw. Psychologen erzählt. KZ zur Judenverfolgung = schlecht? KZ zum Schutz vor Kinderschändern = gut? Geht’s noch?
    Wenn die NPD verfassungsfeindlich ist, soll man sie endlich verbieten. Solange sich die CDU-Innenminister (und die sind es in diesem Fall) sich aber nicht dazu durchringen können, von ihrem Haustierchen zu lassen, ist die NPD eben auch nicht verfassungsfeindlich. Das ist nicht schön, aber so ist nunmal ein Rechtsstaat.

  24. 24
    Grissel says:

    @ 22: Ich finde die Pressemeldung der NPD auch irrelevant. Wieso is’n die eigentlich nicht bei SpOn erscheinen ;-)

    Es fällt mir einfach wirklich schwer, unsaubere Arbeit auf der einen Seite zu akzeptieren, mich dann aber scheinheilig in anderen Fällen darüber zu ereifern. Gleichheit muss für alle gelten, sonst sind wir nicht besser als diese „Herrenmenschen“.

  25. 25
    Andre says:

    @ 21, Grissel: Über die Frage der Verfassungsfeindlichkeit entscheidet das BVerfG. Und das hatte in dieser Frage noch keine Gelegenheit, zu entscheiden. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass die NPD verfassungsfeindlich ist.

    Das Problem scheinen Sie immer noch nicht verstanden zu haben (oder wie Herr Keuschnig formulieren könnte, verstehen zu wollen): Aus anderen Parteien kommt Mist, aus anderen Zeitungen kommt Mist, aus anderen Verlagen kommt Mist, das haben Sie zur Genüge angeführt und bestreitet auch niemand. Wenn aber die Grundgesinnung einer Partei/eines Verlags/einer Zeitung/eines etc. Mist ist, dann muss man berechtigterweise davon ausgehen, dass alle ihre Absonderungen (in unserem Fall eine Pressemitteilung) Mist sind, da sie der Verfolgung der Grundgesinnung dienen.

  26. 26
    Grissel says:

    Mit Verlaub: ich glaube nicht, dass Sie beurteilen können, was ich verstanden habe.
    Solange es kein Urteil gibt, sind sie nicht verfassungsfeindlich. Schlagen Sie’s nach.
    „Schuldige“ ohne Anklage und Prozess gibt’s nur in BILD.

  27. 27
    Gregor Keuschnig says:

    @26/Grissel
    Mit Verlaub: ich glaube nicht, dass Sie beurteilen können, was ich verstanden habe.
    Man darf und kann es aber schliessen. Und ich schliesse, dass Sie Äpfel mit Birnen verwechseln.

  28. 28
    Jochen says:

    @Grissel: Schade, ich fand Ihren Ansatz richtig. Aber „(…) sind sie nicht verfassungsfeindlich“ -> das meinen Sie nicht ernst, oder?

  29. 29
    Peter Viehrig says:

    @Grissel

    „Solange es kein Urteil gibt, sind sie nicht verfassungsfeindlich.“

    Entschuldigen Sie bitte, sind Sie ein Mann oder eine Frau?

    Und wie können Sie das einfach behaupten? Gibt es darüber ein Urteil?

    (Ironie aus)

    Daß es bisher nicht zu einem höchstrichterlichen Verbot der NPD gekommen ist, liegt kurioserweise unter anderem daran (so jedenfalls sah es das BVerfG, ganz vereinfacht dargestellt), daß die NPD aufgrund ihrer Verfassungsfeindlichkeit vom Verfassungsschutz überwacht wurde, somit rein theoretisch die Verfassungsfeindlichkeit der NPD durch die vom Verfassungsschutz in die NPD eingeschleusten V-Männer selbst herbeigeführt worden sein könne.

    Und daß eine Redaktion eines Lokalblattes wenigstens bei der NPD ihrer Arbeit nachgehen sollte, dürfte unstrittig sein.

  30. 30
    Gregor Keuschnig says:

    @23/Grissel
    Solange sich die CDU-Innenminister (und die sind es in diesem Fall) sich aber nicht dazu durchringen können, von ihrem Haustierchen zu lassen,
    Wie kommen Sie zu der Behauptung, die NPD sei ein Haustierchen der CDU? Irgendwelche Urteile hierüber, die Sie ins Feld führen können? Gab es schon einmal Koalitionen zwischen CDU und NPD? Oder könnte es ein, dass der Grund, dass die CDU-Innenminister gegen ein erneutes NPD-Verbotsbverfahren sind, irgendwo dort liegt, woran das letzte so kläglich vorgebrachte Verbotsverfahren scheiterte? Und vor allem: Was hat das damit zu tun, ob eine Lokalzeitung eine Pressemitteilung der NPD wortgetreu und kommentarlos abdruckt?

    Ach ja, vielleicht darf ich das nicht sagen, ich versuch’s aber trotzdem: Die Aussage von Herrn Stöber, dass ihm „gute Leute und Geld“ fehlen, ist Blödsinn. Ginge es nur darum, würde er den Eintrag entfernen. Ich komme nicht umhin anzunehmen, er ist über diesen Fauxpas nicht so unglücklich. Aber das ist nur eine Unterstellung.

  31. 31
    Mathias S. says:

    @29/Peter Viehrig:
    Es gibt mindestens eine Partei im Bundestag die immer noch vom Verfassungsschutz beschnüffelt wird. Und das nachdem einige Offizielle de Verfassungsschutzes bereits geäußert haben, dass sie die Linke nicht für verfassungsfeindlich halten.
    Nicht, dass ich Ihrer MEINUNG, die NPD sei verfassungsfeindlich nicht zustimme, aber die Aussage „die werden beobachtet“ ist nicht im entferntesten ein Beweis für Irgendwas.
    Da liegt nämlich die echte Herausforderung: klar zu benennen, WO diese Verfassungsfeindlichkeit liegt. Und da lavieren leider viel zu viele Leute ohne Ahnung um das Problem herum und argumentieren „aus dem Bauch heraus“. Das macht diese elende Partei auf lange Sicht nur stärker.

    Zum Thema: die Mangelnde Distanzierung einer Redaktion von Pressemitteilungen einer Partei ist doch ein eindeutiges Signal?

    Der Spiegel wird auch nicht schreiben „im Folgenden eine Pressemitteilung der SPD, wir sind zum Abdruck verpflichtet“

    Bei einer FDP-Mitteilung würde es anders aussehen.

  32. 32
    Linus says:

    Hach, wie wird hier wieder so schön aneinander vorbei diskutiert…Ich glaube, ich träume davon, dass mal jemand sagt: „Ach sooo, jetzt hab‘ ichs verstanden, ok“.

    Geht die Torgauer Zeitung mit der NPD journalistisch einwandfrei um?
    (zutreffendes bitte ankreuzen)

    Ja, sie behandelt sie genauso wie die vermeintlich bösen „Systemparteien“, folgt damit der aktuellen Gesetzeslage und nimmt damit der NPD den Status des besonderen.

    oder:

    Ja, sie macht, im Gegensatz zu den Verlautbarungen der anderen Parteien, die Äußerungen der NPD immerhin als PM kenntlich, arbeitet also journalistisch noch einwandfreier als alle anderen.

    Ich weiß ehrlich gesagt nicht, welche Variante mir mehr Übelkeit verursacht.

  33. 33
    Linus says:

    @Grissel, #24

    Die Konsequenz wäre ja demnach, dass man bei niemandem die Einhaltung gewisser journalistischer Mindeststandards anmahnen darf, weil „es macht ja eh jeder so“. Was ist denn das für eine Logik?

  34. 35
    Grissel says:

    @ 34: Das Problem ist eben, dass die in diesem Fall durch die klare Kennzeichnung eigentlich schon sorgfältiger waren. Ich fordere eine allgemeine Steigerung. Dann kann man in solchen Fällen auch wieder guten Gewissens meckern.

    @ Herr Niggemeier: Hab‘ ich was böses gemacht?

  35. 36
    Stefan says:

    @Grissel: Ja. Aber dass der letzte Kommenar von Ihnen nicht sofort erschien, lag daran, dass er knapp 7 Millionen Links enthielt, was außer Ihnen eigentlich nur Spammer machen.

  36. 37
    Linus says:

    „Das Problem ist eben, dass die in diesem Fall durch die klare Kennzeichnung eigentlich schon sorgfältiger waren.“

    Mitnichten. Das Problem ist, dass der zuständige Redakteur sich überhaupt bemüßigt fühlte, eine PM der NPD (die im übrigen ungefähr so aufregend und relevant ist, wie wenn in China der Sack Reis…), in irgendeiner Form im Blatt zu thematisieren.

    Und außerdem: Wie habe ich mir das vorzustellen? Dem Kollegen fehlte der „Einblick“? Wie sieht das aus? Wie sieht der aus? Und warum arbeitet der da, wo der arbeitet?

  37. 38
    Harald Eisenmann says:

    @8 Zitat:

    „….Das Grundgesetz sagt nunmal einfach: […] Eine Zensur findet nicht statt.” (Artikel 5, Absatz 1)

    [gelöscht]“

    Lol, der war gut. Der Stefan stellt sich mal eben über das Grundgesetz ^.^ (Jaja, ich weiss….aber lustich isses schon.)

  38. 39
    Grissel says:

    @ Stefan: Ich bitte um Entschuldigung, lag nicht in meiner Absicht. Der Rest meiner Kommentare könnte dann jetzt auch gelöscht werden, Danke.

  39. 40
    constructa says:

    …die Torgauer hat wohl den Link zur Leserdiskussion und zum Artikel entfernt.

  40. 41
    Thomas says:

    Hmm, die Begründung ist dann wirklich etwas enttäuschend, man darf vielleicht doch nicht immer das Beste vermuten in solchen Fällen, sondern das schlechteste.

  41. 42
    Gregor Keuschnig says:

    @34/Grissel
    Was soll jetzt diese Batterie Links beweisen? Das es in der CDU Leute gab und gibt, die rechts und gelegentlich rechtsaussen sind? Und das rechtfertigt die Aussage, CDU/CSU hielten sich die NPD als Haustierchen? Beantworten Sie noch die anderen Fragen unter Kommentar #30?

  42. 43
    Grissel says:

    Die Batterie Links sollte überhaupt nichts beweisen. Wenn ich mich selbst zitieren darf: „Niemals würde ich der erwürdigen Volkspartei CDU irgendwas bösartiges unterstellen.“ Ich war nur so verblüfft, wie viele Treffer da für eine einzige kleine Suchanfrage kamen.
    Ich war 2001 in Hamburg, mehr weiß ich nicht, mehr will ich jetzt auch gar nicht mehr wissen und mehr würde hier auch wieder geixt.

    Schönen Abend

  43. 44
    Sonya T. says:

    Lieber Gregor Keuschnig,

    es ist ein Wollen. Geboren aus dem Wunsch, wie ich beim ersten Teil schrieb, dass Stefan vielleicht ab und zu mal die Spitzen rausnehmen möge. Dabei ist das Thema nicht unwichtig, aber ich habe „nur“ anhand dessen aufzeigen wollen, dass er auch nicht immer hundertprozentig richtig liegt. Beziehungsweise, dass es Schwachstellen gibt.

    Um es noch einmal zu sagen, damit es nicht untergeht: Ich halte ihn für einen extrem wichtigen Journalisten. Aber ich und viele andere aus meinem persönlichen Umfeld (die ihn auch so sehen) finden, dass er mit Überschriften wie „Geht sterben“ oder „Doof wie RP-Online“ hinten einreißt, was er vorne aufgebaut hat und – ich zögerte, es so auszusprechen – selbstgefällig rüberkommt. Insbesondere dann, wenn seine Informationen so zynisch oder so fragmentartig sind, dass man ihm entweder ein bösartiges Wesen oder Unbeherrschtheit oder falsches Einordnen unterstellen „muss“. Und ich finde, dass das nicht passieren sollte. Wessen Maßstäbe dabei ausschlaggebend sind, weiß ich auch nicht. Da gibt es viel Spielraum – und dann auch wiederum nicht, wenn zum Beispiel nur die Worte „ungekürzt“ und „Im Wortlaut“ benutzt werden, es aber breiter geclustert hätte werden müssen. Er setzt da manchmal zu viel voraus und niemand kann immer hellsehen. Außerdem stört mich dieser bisweilen sehr zynische Tonfall, auch wenn ich nachvollziehen kann, wie er entsteht. Aber der hat hier eigentlich nichts zu suchen, oder?

    Selbstverständlich ist dies Stefans Blog und nur er hat zu entscheiden, wie er die Sache aufzieht. Dürfte ich entscheiden, würde ich sagen: „Focus! Bundesverdienstkreuz und so weiter.“

    Denn/und man kann bzw. muss hinterfragen, mit welchem Recht er diese bisweilen arg zynische und verurteilende Art und dieses „Ich muss nicht alles einordnen, erklären, aufbereiten“ für sich nutzt, wenn er es anderen vorwirft. Wie rechtfertigt man eigene Fehler, wenn man sie anderen so unerbittlich vor den Latz knallt, dass kein Gras mehr wächst. Das ist double standard.

    Heißt: Ich sehe die Gefahr der NPD. Ich will das nicht verniedlichen. Auch nicht, wenn eine Redaktion so abdruckt, wie sie es nicht hätte tun sollen. Aber nochmal, for the records, der spezielle Vorwurf reicht meines Erachtens ein bisschen zu weit.

  44. 45
    Sonya T. says:

    „Dabei ist das Thema nicht unwichtig, aber ich habe „nur” anhand dessen aufzeigen wollen, …“

    Ich muss mich korrigieren. Es war/ist eine Vermischung. Beides liegt mir am Herzen. Und, Stefan, es tut mir leid, dieses Thema mit meinen Einwänden zu vermischen. Gäbe es einen Thread „Sagen Sie mir Ihre Meinung“, wäre das optimal für mich und die Hölle für Dich. Per eMail hätte ich es schreiben können. Hinterher ist man immer schlauer, sag ich mal ganz selbstkritisch.

  45. 46
    Sonya T. says:

    Und auch dies sei noch gesagt: Ich weiß nicht, wie viele Stunden an wie vielen Tagen ich damit zugebracht habe, über Bildblog oder dieses Blog und seine Inhalte zu diskutieren. Darüber sind schon Streits entbrannt, die nicht von schlechten Eltern waren. Ich hab Stefan und Christoph dabei stets verteidigt. Und ich hab auch lange überlegt, ob ich es mal sage. Das war also kein Schnellschuss aus dem hohlen Bauch.

  46. 47
    Stefan says:

    @Sonya T.: Mir würde es wesentlich leichter fallen, mit Dir in der Sache zu diskutieren, wenn ich mich nicht durch das, Entschuldigung, Gerümpel aus „größer Fan“, „stets verteidigt“, „genial“, „soll alle Preise abräumen“ etc. wühlen müsste.

  47. 48
    Peter Viehrig says:

    @Stefan

    Mangels einer nachträglichen Editiermöglichkeit bliebe Sonya T. nur die Möglichkeit, alles noch einmal, nur diesmal ohne „Entschuldigung, Gerümpel“ zu schreiben.

    Das wird es doch wohl jetzt nicht als Reaktion gewesen sein?

    Es fällt nicht immer leicht, „in der Sache zu diskutieren“, oft nervt es auch. Und ja, dieses Geschwurbel Sonyas nervt. Aber man ahnt schließlich den Grund dafür, der es zumindest „entschuldbar“ scheinen läßt.

    Und Sonya T. hat mehr verdient, finde ich.

    Und es muß auch nicht immer leichtfallen. Es darf auch mal schwerfallen, bei Sonya T. jedenfalls.

  48. 49
    Peter Viehrig says:

    Eine Editierfunktion fehlt mir manchmal sehr…

  49. 50
    Stefan says:

    @Peter Viehrig: Eine Editierfunktion bedeutet aber auch, dass Leute auf Dinge antworten, die schon gar nicht mehr dastehen, weil sie der Autor nachträglich editiert hat. Mir graust ein bisschen vor dem Chaos.

    Und was die Sache selbst angeht: Ich habe das Gefühl, dass andere Kommentatoren die meisten Fragen schon besser beantwortet haben, als ich es könnte.

  50. 51
    Peter Viehrig says:

    Mit der dafür nötigen Programmierarbeit kenne ich mich nicht aus. Als Anregung verweise ich auf den Ihnen sicher bekannten Blog Spreeblick. Dort läuft eine Art virtuelle Sanduhr mit einer Vorschau auf den eigenen Kommentar ab.

    Die grundsätzlichen Fragen Sonyas an Sie, die über den konkreten Beitrag hier und andernorts hinausweisen, haben die anderen noch nicht beantwortet, weil sie das auch nicht können. Das ist und bleibt Ihre Obliegenheit.

    Und selbst wenn dem nicht so wäre, wer so reichlich so gedankenreiches in diesem Blog beigesteuert hat wie Sonya T., der hat Anspruch auf mehr.

  51. 52
    Sonya T. says:

    @ Peter Vierhring: „Und Sonya T. hat mehr verdient, finde ich.“
    Danke. Das finde ich auch.

    @ Stefan: Genau das ist doch der Punkt. Wie kommst Du dazu, es als „Gerümpel“ zu bezeichnen? Ich sitze hier als leibhaftiger Mensch um 2 Uhr nachts, auch wenn ich in diesem Blog nur als virtuelle Figur auftrete, und habe meine Gründe, weswegen ich schrieb, was ich schrieb.

    @ beide Herren: Wahrscheinlich ist es eine weibliche Kommunikationsform. (Übrigens: Mein Eindruck ist, dass hier sehr viel mehr Männer als Frauen vertreten sind. Warum?) Die Sicherheit geben will im Grundsätzlichen. Nach dem Motto: „Ich find dich gut, ABER“ und ich weiß nicht, was daran nerven sollte.

    @ Stefan:
    1. Ich habe bereits in der Sache diskutiert.
    2. Um in Deinen Worten zu sprechen, lautet Deine Antwort: „Das ist die beste Begründung von allen. Im Klartext lautet sie: Mir fehlt es weder an Zwischentönen noch an Menschlichkeit, du Idiot.“

    Verstimmt:
    Sonya.

  52. 53
    Iris says:

    Mich nervt es immer und überall, wenn Fans Besitz-, Verhaltens- oder Deutungsansprüche an und über das Subjekt ihrer Verehrung stellen. Das Fan-Sein an sich ist mir suspekt. In meinen Augen ähnelt es einer Mischung zwischen Vereinsmeierei und Tanz ums Goldene Kalb. btw Fan kommt von fanatic.
    Und dieses unterschwellige ‚Du schuldest mir was‘, das da weiter oben ziwschen den Zeilen durchklingt, finde ich offen gesagt richtig eklig. Selbst wenn an der Kritik das eine oder andere dran wäre, mit so’ner Attitüde würde jeder Kritiker bei mir vor die Wand laufen.

  53. 54
    Sonya T. says:

    Auch das ist eine interessante Interpretation, die mehr über den Absender verrät als über den Empfänger.

    Und nun ist füarti. Guats Nächtle.

  54. 55
    Peter Viehrig says:

    @Iris

    „Mich nervt es immer und überall, wenn Fans Besitz-, Verhaltens- oder Deutungsansprüche an und über das Subjekt ihrer Verehrung stellen.“

    Soweit stimme ich Ihnen zu. Und wenn sich Sonyas Kommentare bisher darauf beschränkt hätten, etwas derartiges auszudrücken, könnte ich mit der sehr zurückhaltenden Reaktion Stefans besser umgehen.

    Dem ist aber nicht so. Ich wiederhole mich also: „…wer so reichlich so gedankenreiches in diesem Blog beigesteuert hat wie Sonya T., der hat Anspruch auf mehr.“

    Das ist unabhängig von einem Fan-Gestus, einer etwaigen Verehrungspoesie, sowie Besitz- und Deutungsansprüchen. Wobei die nerven, ich gebe es ja zu. In diesem speziellen Falle aber sollte das egal oder zumindest überwindbar sein.

    Und „eklig“ sind andere Dinge, ganz andere! Es nervt eben nur.

    @Sonya

    Das allerdings tut es wirklich.

  55. 56
    Hadeen says:

    @Iris: Vielleicht sollten Sie ebenfalls keine Deutungsanspüche anmelden. Wenn sich jemand über lange Zeit konstruktiv beteiligt und dann sehr, sehr zurückhaltend Kritik übt, dann hat das nichts mit Ansprüchen oder gar „Fandumb“ zu tun.

    @Peter Viehrig: Wahrscheinlich wäre sie besser dran gewesen, hätte sie es weniger freundlich versucht und ihre Kritk mit einem „Hey, Sackgesicht“ statt dem „Geschwurbel“ eingeleitet. Kurios.

  56. 57
    Linus says:

    Wobei ich jetzt die ursprüngliche Kritik auch nicht verstehe. Bzw. ich weiß partout nicht, was damit gemeint ist, wenn Sonya T. sagt:

    „Insbesondere dann, wenn seine Informationen so zynisch oder so fragmentartig sind, dass man ihm entweder ein bösartiges Wesen oder Unbeherrschtheit oder falsches Einordnen unterstellen „muss”.“

    Fragmentartig?
    Die Torgauer Zeitung veröffentlicht eine PM der NPD ungekürzt, im Wortlaut und ohne Kommentar. Genau das steht in Niggemeiers ursprünglichen Eintrag. Wo ist da das Fragment bzw. der Rest vom Bild?

    Falsches Einordnen?
    Die Erkenntnis, dass das Vorgehen der Torgauer Zeitung aus vielerlei Gründen etwas befremdlich ist, ist doch naheliegend, oder?

    Zynisch?
    Liegt der Zynismus nicht eher auf seiten derer, die nicht mal für gutes Geld der „Linken“ eine Plattform geben, der NPD aber bereitwillig und gratis etliche Zeilen zur Verfügung zu stellen?

    Solche Dinge in Zusammenhang zu bringen, liegt a) auf der Hand und b) ist Sinn und Zweck dieses Blogs, wenn ich es richtig verstanden habe

    Ich war der Ansicht, es hier mit einem Meinungsblog zu tun zu haben. Für ungefilterte, unkommentierte „Informationen“ lese ich dann doch lieber die Torgauer Zeitung.

  57. 58
    Iris says:

    @Hadeen (#56):
    Meiner Einschätzung nach kann man bei so vielen Rechtfertigung und Besserung fordernden, ellenlangen Kommentaren von einer Person zu zwei Blogpostings nicht mehr von ’sehr zurückhaltender‘ Kritik reden. Es sei denn, man meint es ironisch ;o).

    Zitat Sonya T. aus dem Kommentar direkt über meinem:

    Wahrscheinlich ist es eine weibliche Kommunikationsform. (Übrigens: Mein Eindruck ist, dass hier sehr viel mehr Männer als Frauen vertreten sind. Warum?) Die Sicherheit geben will im Grundsätzlichen. Nach dem Motto: „Ich find dich gut, ABER” und ich weiß nicht, was daran nerven sollte.

    Also, ich bin eine Frau. Und ich halte diese Kommunikationsform nicht für typisch weiblich. Mich nervt’s, dass sie ihr ‚Motto‘ ständig in die threads wirft. Warum? Weil ich das als aufdringlich empfinde – gelinde gesagt. Und da Sonya T. weibliche Meinungen hier ja offenbar vermisst, kann’s doch eigentlich nicht so schlimm sein, wenn mal ’ne andere Frau hier interpretiert, oder? Mit einem Deutungsanspruch meinerseits hat das nix zu tun. Denn andere Leser dürfen das durchaus anders sehen als ich und müssen sich nicht meinen Deutungen anschließen oder gar nach meinen ‚Wünschen‘ darauf reagieren.

    Trotzdem halte ich Dich nachwievor für einen der wichtigsten Zeitgenossen.
    (…)
    Denn ich möchte, dass Du alle Preise abräumen kannst, die man nur abräumen kann.
    (..)
    Übrigens ist es mir wirklich wichtig, dass Du weißt, dass ich einer Deiner größten Fans bin.
    (…)
    Um es noch einmal zu sagen, damit es nicht untergeht: Ich halte ihn für einen extrem wichtigen Journalisten.
    (…)
    Ich weiß nicht, wie viele Stunden an wie vielen Tagen ich damit zugebracht habe, über Bildblog oder dieses Blog und seine Inhalte zu diskutieren. Darüber sind schon Streits entbrannt, die nicht von schlechten Eltern waren. Ich hab Stefan und Christoph dabei stets verteidigt.

    Kein Fandumb? Also wenn es das nicht ist, was ist es denn dann, Ihrer Auffassung nach?
    Wenn sie mich fragen würden (aber das würden sie wohl nicht, oder? ;o): Es müsste einem selbstbewussten Diskutanten, der ernsthafte Kritik unterbringen will – egal ob Männlein oder Weiblein – eigentlich peinlich sein, hier in aller Öffentlichkeit so rumzuschleischwurbeln. Es sei denn, er ist ein Fan … dann ist er imo nicht mehr voll zurechnungsfähig.

  58. 59
    ladusi says:

    sehr geeherter herr niggemeier,

    recht häufig schaue ich auch auf ihrem blog vorbei. es stört mich etwas, wie sie eine heikle diskussion beginnen (lassen) – hut ab vor dem schwierigen thema – aber den- ihren lesern, NICHT einblick in den eigentlich kern des themas gewähren.

    es geht um den text, um den hier gestritten wird. auf der zeitungsseite ist er nicht mehr zu finden. glückwunsch dazu!

    es sollte sich doch jeder interesseierte leser selbst einen persönlichen, und nicht vorgefaßten eindruck verschaffen, oder?

    http://209.85.135.104/search?hl=de&q=cache%3Ahttp%3A%2F%2Fwww.torgauerzeitung.com%2FNewsDetails.asp%3FID%3D36834&btnG

    hochachtungsvoll und mfg.

    ladusi

  59. 60
    ladusi says:

    und nochwas:

    „… Allerdings entbehrt es auch nicht einer gewissen Komik wenn Zeitgenossen wie Burkhard Jung von politischer Instrumentalisierung im Zusammenhang mit einem ermordeten Kind sprechen. Oder hat man im Leipziger Rathaus etwa schon die hanebüchene Geschichte um den angeblichen Mord durch „50 Neonazis“ am kleinen Joseph aus Sebnitz vergessen – insbesondere dem politischen Tamtam darum?…“

    quelle: altermedia

    auch darüber ließe sich streiten, nicht war. soviel zu ihrem thema des deutschen journalismus/ tv-medien…

  60. 61
    Gregor Keuschnig says:

    @59/ladusi
    Wo ist jetzt Ihr Problem?

  61. 62
    Gregor Keuschnig says:

    @49/50
    Editierfunktion geht gar nicht – aus den Gründen, die Stefan dargelegt hat. (Ich jedenfalls würde nicht auf „Luftnummern“ kommentieren.)

  62. 63
    Sonya T. says:

    Ja, auch zwischen Frauen soll es Unterschiede geben. („Eine“ und nicht „die“ Kommunikationsform)

    Was Hadeen heraushörte, empfinde ich als treffend. Ich habe versucht es so annehmbar wie möglich gestalten.

    Dass genau das schief gegangen ist, gibt mir sehr zu denken. Und dann auch wiederum nicht, denn es spiegelt sich darin genau der Tonfall, genau die Denke, der/die ich ansprach.

    Also ist alles schlüssig. Ich hätte es auch so sagen können:

    Stefan, bei den ganzen Fehlern und Schwachstellen, die hier auftreten, solltest du lieber mal nen Gang runterschalten, denn du wirkst dadurch wie ein aufgeblxxxx und bornxxx Sack. Manche nennen dich schon „Diekemeier“. Immer wieder höre ich „Ich kann den Niggemeier grad nicht mehr lesen, der geht mir grad wieder so auf die Ketten mit seiner Wichtigtuerei. Eigentlich ätzt er die ganze Zeit nur rum.“

    Oder so:
    Stefan, bei dem ganzen, ähm, Gerümpel, das Du zwischen all die Fakten streust, fällt es mir so wahnsinnig schwer noch zu begreifen, was du eigentlich willst. (Vielleicht sortierst Du erstmal Deine Anliegen, bringst Deine Seele wieder ins Lot, denkst nochmal über Aufbereitungsformen nach und öffnest dein Blog dann wieder.)

    Ich fand das nicht nett.

  63. 64
    Stefan says:

    @Sonya T.: Ich hatte die Aussage schon die ersten zehn Male verstanden.

  64. 66
    Linus says:

    @ Sonya T.

    Es fiele bedeutend einfacher, Ihre Kritik nachzuvollziehen und einzuordnen, wenn Sie die einfach mal etwas konkretisieren würden.

    Wo genau wirkt Niggemeier in diesem Blogeintrag (und dem vorherigen zum Thema) wie ein „aufgeblxxxx und bornxxx Sack“?

    Und Kritik wird denke ich auch ernst- und angenommen, wenn Sie ohne vor- und nachstehendes Lob oder den Verweis auf andere, die das ähnlich sehen mögen, auskommt…

  65. 67
    Sonya T. says:

    @ Linus: Das habe ich bereits getan. Es wird allmählich absurd…., denn:

    @ Stefan: …. over.

  66. 68
    SvenR says:

    @ Sonya T. #5, 6, 44, 45, 46, 52, 54, 64 und 68 und gefühlt jeder zweite Kommentar der letzten drei Tage:

    Ich kenne niemanden, der Stefan „Diekemeier” nennt, dafür aber 10 Leute, die Sie eine Nervensäge nennen. Sie schleimen vordergründig herum, dass Sie ja so ein großer Fan seit schon immer sein, aber Stefan müsse seine Anliegen erst einmal sortieren und seine Seele ins Lot bringen, Gerümpel von Fakten trennen.

    Wenn Ihre Lesekompetenz nicht ausreicht, um zwischen dem „Gerümpel“ – andere würden es wahrscheinlich ironisch-zynisches Formulierungstalent nennen – die Fakten zu erkennen, dann müssen Sie an sich arbeiten, und nicht tausendundeinmal den selben halbgaren und vollkommen unkonkreten Sermon ablassen.

    Mir scheint, dass es sich bei Ihnen um eine bedauernswertes Einzelschiksal handelt, auf das man keine Rücksicht nehmen sollte.

    BTW: Wissen Sie eigentlich, was Stalking ist? An Stefans Stelle käme ich mir gestalkt vor.

    @ Peter Viehrig #49:

    Mir auch, trotzdem finde ich es gut, dass es die eben nicht gibt. Da muss man halt erst nachdenken, dann gescheit formulieren und erst abschließend auf „Kommentar abgeben“ drücken. Klappt bei mir auch oft genug nicht ;-)

  67. 69
    Gregor Keuschnig says:

    @69/SvenR
    Haben Sie mich zu den zehn mitgezählt? Falls nicht, sind’s 11.

  68. 70
    rox says:

    Diekemeier hab ich doch tatsächlich nicht zum ersten mal gehört.

    Zweinselschicksale, Dreinzelschicksale. Ich glaub Frau Sonya T. hat das Problem, weshalb man dieses Blog nicht so ganz für voll nehmen kann, ganz gut erkannt.

  69. 71
    Linus says:

    Das Problem dieses Blogs?

    Leuten, die nicht lesen können, nicht die Häppchen mundgerecht zu servieren?

    Das ist wirklich ein Problem…

  70. 72
    rox says:

    Genau das Gegenteil, lieber Linus.

    Und der Ton, den du grad anschlägst, veranschlaulicht lustigerweise quasi lautmalerisch „mein“ anderes Problem.

    Nuff said. Off.

  71. 73
    Linus says:

    Das Gegenteil?

    Leuten, die lesen können, mundgerechte Happen zu servieren?

    Find ich persönlich nett, muss ich sagen. Wenn ich größeren Hunger hab‘, schalt ich halt mal selber den Kopf ein und such mir Futter.

    Im Klartext: Wenn ich kritisiere, Niggemeier würde fragmentartig informieren, müßte mein erstes Anliegen sein, das Bild zu vervollständigen.

    Versucht man das dann, müsste man in diesem Falle zwangsläufig zur Ansicht kommen, dass das ursprüngliche Bild eben doch vollständig war. Und damit die Kritik obsolet macht…

  72. 74
    Sonya T. says:

    Leuten, die lesen können, mundgerechte Happen zu servieren?

    versus:
    Wenn ich kritisiere, Niggemeier würde fragmentartig informieren, müßte mein erstes Anliegen sein, das Bild zu vervollständigen.

    versus:
    müsste man in diesem Falle zwangsläufig zur Ansicht kommen, dass das ursprüngliche Bild eben doch vollständig war. Und damit die Kritik obsolet macht…

    versus:
    Bild vervollständigen erfolgte meinerseits längst. (Was SIe offenbar bis heute nicht gelesen oder begriffen haben). Seinerseits nicht. (Da kam nur Aussitzen und flappsige Sprüche)
    Und das soll nun logisch sein…

    Ich benötige auch keine Antwort mehr. Ich hab genug „gehört“. Vieles von dem, was ich sagte, lasse ich stehen. Anderes nehme ich zurück. Manche Teile des „Geschleimes“.

  73. 75
    Gregor Keuschnig says:

    @71/rox
    Na, dann mal raus mit der Sprache: Worin liegt denn das „Problem dieses Blogs“? Können Sie das mal ausformulieren, bitte?

  74. 76
    Thomas Lobig says:

    Es ist offen und ehrlich. Es ist gut recherchiert. Bei vielen Themen möchte man laut schreien vor Wut und trotzdem schafft es Herr Niggemeier sachlich an die Dinge heran zu gehen. Damit das ganze nicht zu entrückt wirkt werden immer wieder gut dosierte Spitzen eingestreut – auch das trägt der Ehrlichkeit bei.
    Das ist das Problem mit diesem Blog.
    Achso, ich erinnere mich in der Schule gelernt zu haben dass ein Problem immer ein Spannungsfeld beschreibt. Ein Fakt oder eine Beschreibung ist noch kein Problem. Also würde ich mal so formulieren: Das Blog ist gut und das gefällt rox nicht.
    Oder hab ich #71 rox falsch verstanden?

  75. 77
    Iris says:

    @Sonya T. (#75):
    Ihr letzter Kommentar vervollständigt meinen bisherigen Eindruck von Ihnen als einem enttäuschten Fan. Das ist nämlich, meinen Beobachtungen nach, wirklich typisch für diese Form der ‚Heldenverehrung‘: Wenn das Subjekt der Anbetung nicht so reagiert, das es dem eigenen Götzenbild gerecht wird, kann die Verehrung ganz schnell in Verdammung umschlagen.

    Stefan hat sich aus meiner Sicht nicht verändert in den letzten Tagen. Er entspricht nur nicht (vollumfänglich) dem Bild, was Sie sich von ihm gemacht haben. Und er lässt sich offensichtlich weder durch Lobhudelei, noch durch Zetern Ihrerseits passend ‚ummodellieren‘. Das ist aber nicht seine schuld. Er hat nichts gesagt, was sie bestätigt, er hat aber m.E. auch nichts gesagt, was ihren Standpunkt herabwürdigt. Er hat sich einfach (noch) nicht zu Ihrer Kritik geäußert. Daraus muss man aber doch nicht schließen, dass er Ihre Kommentare nicht wahr- oder ernstgenommen hat. Es besteht aber nun mal aus meiner Sicht für keinen Blogger die Pflicht, auf jeden Kommentar öffentlich zu antworten. Und es macht imo keinen Sinn, darauf zu bestehen. Ihr wiederholtes Drängen auf Rechtfertigung wirkt hier auf mich nur wie das trotzige Aufstampfen eines Kindes und nervt offensichtlich die Mitdiskutanten.
    Mein unverbindlicher Tip: Hören Sie auf, zu versuchen, jemand anderen auf ein Podest zu hieven, auf dem er gar nicht stehen will und werden Sie stattdessen Ihr eigenes Idol. Kurz gesagt: Get a life!

Trackbacks & Pingbacks

  1. […] Niggemeier zum Thema zum Zweiten: “Gegenüber dem “Störungsmelder” der ‘Zeit’ schloss Stöber aus, die Pressemitteilung von der Internetseite seiner Zeitung zu entfernen: Schließlich würden auch die Pressemitteilungen anderer Parteien mitunter kommentarlos veröffentlicht. Das ist die beste Begründung von allen. Im Klartext lautet sie: Wir arbeiten doch sonst auch nicht journalistisch, warum sollten wir es bei Neonazis tun?!” So ist es. Gelogen ist aber auch, dass die inkriminierten Passagen nicht gelöscht würden (wie die Klick auf den Screenshot beweist). Feiglinge. Lächerlich finde ich, dass weder die taz noch die FR den Original-Text verlinkt. (Liebe Holzmedien, ich bin sittlich gefestigt und will wissen, worüber ihr redet!) […]

Einen Kommentar hinterlassen

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *