Die tote Michelle, die Neonazis — und RTL

Das Mischmagazin „Extra“ ist einer der besonders hilflosen Versuche von RTL, Journalismus zu simulieren. Die Sendung am Montag versuchte sich an dem Thema der Ermordung der achtjährigen Michelle. In der Ankündigung formulierte der Sender:

Der Fall der missbrauchten und ermordeten Michelle aus Leipzig sorgt nicht nur bei Angehörigen für Zorn und Verzweiflung.

Der „Fall der missbrauchten Michelle“? Bis jetzt hat die Polizei ausdrücklich offen gelassen, ob das Mädchen sexuell missbraucht wurde. RTL unterstellt das einfach. RTL muss das auch unterstellen, denn „Extra“ hat — scheinbar passend zum Thema — offenbar in Eile mithilfe von Archivmaterial einen Beitrag zusammengeklöppelt, in dem es um Möglichkeiten der Kastration pädophiler Täter geht.

Am Ende kriegt der Beitrag wieder die Kurve nach Leipzig. Die Sprecherin sagt:

Diese Angst treibt auch die Menschen in Leipzig auf die Straße. Sie machen sich Sorgen um ihre Kinder, solange der Mörder von Michelle noch frei herumläuft und fordern drakonische Strafen. Allein im Raum Leipzig sollen 350 Kinderschänder registriert sein. Die Bürger hier wollen jetzt keine Haftstrafen mehr für verurteilte Pädophile, sie fordern die Todesstrafe.

Das ist zu hören. Gemeinsam skandieren die Menschen „Todesstrafe für Kinderschänder“. Und es ist zu sehen. Es steht auf den Transparenten, hinter denen die Demonstranten, darunter viele junge Frauen mit Kindern, hinterher laufen.

RTL zeigt eines groß:

An dem Banner ist nicht nur die Forderung und die Illustration bemerkenswert. Auch der angegebene Absender ist es. Das „Freie Netz“ ist ein Verbund von Internetseiten meist jüngerer Neonazis in Sachsen-Anhalt, Thüringen, Sachsen und Nordbayern. Hinter ihrem Banner laufen die Menschen, die RTL zeigt. Ihr Banner, ihre Demonstration ist es, die RTL — ohne ein Wort der Erklärung — als Ausdruck dessen nimmt, was „die Bürger hier“ wollen.

Die ahnungslosen und sensationslüsternen Möchtgernjournalisten von RTL haben der Strategie der Neonazis nichts entgegenzusetzen. Sie gehen ihr gleich doppelt auf den Leim, wenn sie zumindest voreilig die Fixierung auf das Thema „Kinderschänder“ übernehmen und die Nationalen gleichzeitig als diejenigen zeigen, die den Volkswillen repräsentieren.

Dabei ist diese Strategie kein Geheimnis. Schon am Donnerstag, dem Tag, an dem Michelle tot gefunden wurde, gab die NPD-Fraktion im sächsischen Landtag eine Pressemitteilung heraus, in der sie den Fall als Beweis der „Berechtigung“ ihrer Forderung nach der Todesstrafe für Kindermörder bezeichnete. Fast wie später RTL behauptete die NPD: „Offenbar wurde das Mädchen das Opfer eines Sexualverbrechens.“ Und ganz wie später implizit RTL machte die NPD sich selbst zum Sprachrohr der „berechtigten Empörung der Bürger“.

Ein Beitrag auf Indymedia schildert die Entwicklung am Donnerstag so:

Gegen 17 Uhr am Nachmittag sammelten sich im Leipziger Stadtteil Reudnitz mehrere Nazis des „Freien Netzes“ und meldeten eine Spontankundgebung an. Mit diversen schwarzen Fahnen, Fackeln und Transparenten des „Freien Netzes“ zogen bis gegen 19:30 Uhr bis zu 250 Nazis unter der Parole „Todesstrafe für Kinderschänder“ durch das Viertel. Trotz der Optik des Aufzugs und der Forderung nach der Todesstrafe schlossen sich rund 80 Anwohner der Demonstration an, zudem brachten sowohl Nazis als auch Anwohner nicht wenige Kinder mit zum Aufzug. Die Polizei begleitete die Demonstration mit mehreren Fahrzeugen.

Da aufgrund der tagesaktuellen Berichterstattung auch mehrere Kamerateams vor Ort waren, wurden Bilder des Aufmarschs auch im ZDF gezeigt. Zu sehen war der vordere Teil, inclusive der Forderung nach Todesstrafe auf Transparenten sowie dutzende Fackeln und Fahnen. Kommentiert wurde die Herkunft der Initiatoren mit „…nicht zuordenbaren Jugendlichen.“.

Die NPD beschreibt den Verlauf so:

So schaffte man es innerhalb kürzester Zeit eine Demonstration zu organisieren. In nicht einmal einer halben Stunde wurden Megaphone, Fahnen, Transparente und Fackeln organisiert, ein Ordnerdienst gebildet welcher sich eine Umfassende Strategie ausdachte um eine würdevolle Demonstration zu gewährleisten. Während die Polizei sich kooperativ zeigte, strömten immer mehr Menschen und Nationale Sozialisten auf den Platz vor der Schule. Die Beamten mussten die komplette Straße absperren, dass passieren der Straße wurde aufgrund der Menschenmenge unmöglich. Für jeden Teilnehmer war bekannt, wer die Demonstration angemeldet und organisiert hatte und dennoch blieb keiner Fern und keiner wurde ausgeschlossen. So entschied man sich auch politische Parolen, egal welcher Art zu unterlassen.

Nicht unwichtig ist in diesem Zusammenhang, dass der Onkel des ermordeten Mädchens Isztvan Repaczki ist — ein bekannter Aktivist der örtlichen Neonazi-Szene. (Das Nazi-Portal altermedia.info zeigt ihn im Gespräch mit einer RTL-Reporterin.) Das scheint eine Ursache für das große Engagement der NPD gewesen zu sein — und natürlich vor allem die Tatsache, dass die rechtsextremistische Szene, wie die „Südwest-Presse“ berichtet, „das Thema Kinderschändung für sich entdeckt“ habe: „Sie instrumentalisiert es gezielt.“

Im Bericht des rechtsextremen „Freien Netzes Leipzig“ liest sich das so:

Außer den etwa 200 nationalen Sozialisten beteiligten sich noch Hunderte Bürger an dem Gedenkzug. Bei einer kurzen Kundgebung sprach der Onkel der Mädels, selbst volkstreuer Aktivist, einige Worte zu den Anwesenden.

Als Deutscher unter Deutschen, sprach er davon, dass nur eine gesunde Volksgemeinschaft eine sichere Zukunft für unsere Kinder bieten kann. Kinder müssen wieder das höchste Gut unseres Volkes sein, ihr Schutz und ihr behütetes Aufwachsen muss zur heiligen Aufgabe aller deutschen Menschen werden. Kranke die sich an ihnen vergehen sind aus der Gemeinschaft zu entfernen da sie eine Gefahr für sie darstellen. Die moderne Hirnforschung hat bewiesen, dass das sexuelle Verlangen nach Kindern nicht heilbar ist, sondern eine Störung im Kleinhirn. Damit steht unwiderrufbar fest, dass es für diese Subjekte keine andere Strafe geben kann als die Todesstrafe. Im Knast liegen diese perversen dem schaffenden Volk nur auf der Tasche, und wenn sie frei herumlaufen sind sie eine tickende Zeitbombe.

Wer eine Ahnung davon bekommen will, was es bedeutet, wenn sich die kalkulierte Agenda der Neonazis und die ehrliche Erschütterung der Bürger treffen, mischen und hochschaukeln, muss lesen, was „Flohbude“ darüber schreibt, der dabei war:

Ein bulliger Mann trifft ein. Großes Hallo. Wüsste man sich nicht auf einer Demo anlässlich einer Kindstötung, könnte man dem Trugschluss erliegen, einer großen Familienfeier beizuwohnen. „Todesstrafe für Kinderschänder“ steht in großen Buchstaben auf der Heckscheibe seines BMW. Er übernimmt die Organisation. Keine zehn Minuten später: Ein gutes Dutzend schwarzer Fahnen am Anfang des Zuges. Schwarzgekleidete Jugendliche mit Sonnenbrillen und Handschuhen. Es werden die Auflagen der Stadt verlesen: Der Todesstrafen-Slogan ist nicht erwünscht, ebenso das Trinken von Alkohol und Rauchen. Gelächter.

Der Zug setzt sich in Bewegung. Von der Schule aus geht es ins Stötteritzer Wäldchen. Abgelaufen wird die Strecke, die wahrscheinlich Michelles letzter Weg war. Auch hier dauert es keine Viertelstunde, dann erschallt der Ruf nach Todesstrafe. Die gnadenlos unterbesetzte Polizei ist handlungsunfähig, kann gerade so den Verkehr regeln. Fackeln werden neben den schwarzen Fahnen entzündet. Die ursprünglichen Organisatoren erscheinen ratlos. Weder können sie sich erklären, woher die Fahnen kommen, noch wieso sechsmal so viele Menschen erschienen sind als geplant. Weiter hinten im Zug versucht man die Radikalforderungen der Vorderleute abzuschwächen: „Keine Gnade für Kinderschänder!“. Vergebens. (…)

Welch skurriler Anblick: Zwischen Transparenten mit der Aufschrift „Nationaler Sozialismus, jetzt!“ laufen Nachbarn, Supermarktmitarbeiter, ältere Leute. Ist ihnen Wohl bei der ganzen Sache? Wissen sie, wer vor und hinter ihnen läuft, mit wem sie sich in diesen zwei Stunden gemein machen? Ich mag nicht darüber urteilen, denn ein Befragen ist angesichts der Menge an Aufpassern zu riskant. (…)

Die Köpfe der Bewegung können sich auf eine breite Basis stützen. Sie sind in die Wohnstuben derer eingesickert, deren Selbstbild das des Verlierers ist, der sich aber trotz aller Benachteiligungen ein ordentliches Maß an Kampfgeist und Widerspruchsrecht bewahrt. Der alle Schuld beim “System” findet, bei „denen da oben“. Wenn es eine unausgesprochene, aber von jedem im Kopf mitgeführte Parole gibt, dann lautet sie „Wir sind denen doch egal!“. Man fühlt sich verlassen, nicht ernst genommen. Eine Forderung will, dass OBM Jung auf einer der kommenden Demos spricht. Geschickter Schachzug: Tut er es, sind die Fordernden ganz oben angekommen und können ihrer Folgschaft zeigen, zu was sie in der Lage sind. Spricht er nicht, ist das wieder willkommene Selbstbestätigung. „Gesinnungsentscheidung“ werden die einen dann märtyrern. „Da sieht man’s wieder: Egal!“, die anderen. Schlechte Menschen sehen dennoch anders aus. Wo der akademische Ignorant Bosheit vermuten mag, herrscht pure Ratlosigkeit. Nicht nur im Fall des Kindermordes. Es geht um die gesamte Situation einer hetrogenen Gruppe, die sich in einem System verliert, welches sie nicht auffangen kann. Alles mündet in den Willen des Geführtwerdens. Jede Alternative ist willkommen, so lange sie einfach begreifbar ist. Und die Führer stehen bereit.

(Filme von den Demonstrationen bei YouTube.)

[mit Dank an Torsten Schilling!]

Nachtrag, 19:50 Uhr. Das Online-Medienmagazin „Meedia“ zitiert einen RTL-Sprecher mit den Worten:

„Uns sind Fehler unterlaufen. Das ist ärgerlich und darf trotz des grossen Zeitdrucks unmittelbar vor der Sendung nicht passieren. Wir haben das zum Anlaß genommen, unsere diesbezüglichen Kontrollmechanismen noch einmal zu verschärfen.“

133 Replies to “Die tote Michelle, die Neonazis — und RTL”

  1. „Die moderne Hirnforschung hat bewiesen, dass das sexuelle Verlangen nach Kindern nicht heilbar ist, sondern eine Störung im Kleinhirn.“

    Sitzt da nicht auch gleich noch das Zentrum fuer Homosexualitaet und kommunistische Tendenzen?

  2. Besonders interessant finde ich diese pseudo-medizinische Begründung für die Todesstrafe für Pädophile; Eugenik lässt grüßen.

    Ein Blick in die Kommentare der Youtube-Videos macht das Ganze noch ein bisschen gruseliger.

  3. Sehr schön, wie die NPD zwischen Menschen und Nazis differenziert. Das nennt man wohl neudeutsch „self-pwned“

  4. Sehr interessanter und schockierender Ueberblick!

    Ist eigentlich mal einem aufgefallen, wieviele Rechtschreib- und Grammatikfehler in den Auszuegen der NPD sympathisierenden Seiten zu finden sind?

    Das demonstriert und untermauert das Vorurteil, dass es nicht die intelligente Masse der Gesellschaft ist, die sich hauptsaechlich den „Bewegungen“ anschliesst!

  5. Das ist mal ein echter Skandal (nicht wie diese Pipfax-Torgauer-Zeitungs-Nummer). Ich befürchte aber, dass viele Bürger auch so für die Todesstrafe plädieren würden, unabhängig in welcher „Gesellschaft“ sie durch die Straße marschieren. Das könnte man mal thematisieren – sofern irgendwo noch echte Journalisten am Werk sind.

  6. @7

    Solange die Bürger ihre täglichen Informationen aus so Organen wie der Torgauer Zeitung beziehen (müssen, dürfen, sollen, wollen), wird sich an der „Gesellschaft“ in dieser Hinsicht nicht viel ändern. So viel zum Thema „Pipfax-Torgauer-Zeitungs-Nummer“.

    @Stefan

    Sind sie sicher, dass Sie hier nicht unbeherrscht, zynisch und bösartig vorgehen und deshalb falsch einordnen und fragmentartig informieren?

  7. Unfassbar. Gestern sah ich hier, in einer ganz anderen Ecke der Republik, ein Auto, dass den Slogan „Todesstrafe für Kinderschänder“ riesig auf der Heckscheibe hatte – in altdeutscher Schrift. Jetzt verstehe ich den erschreckenden Zusammenhang. Danke für die Aufklärung.

  8. „Nationale Sozialisten“, „Volksgemeinschaft“ – wer da noch Fragen hat …
    Hansi beschreibt sehr schön die Win-Win-Situation der NPD. Hinsichtlich der Forderung „Todesstrafe für Kinderschänder“ bedeutet das:
    1) Sollten die arrivierten Parteien tatsächlich das Grundgesetz ändern und dann im StGB bei den (bzw. bestimmten) Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung die Todesstrafe einführen, könnte sich die NPD dies als Erfolg ihrer politischen Arbeit anrechnen. Aber diese Eventualität ist wohl wirklich illusorisch.
    2) Viel wahrscheinlicher ist es, dass keine Grundgesetz- und keine einschneidende StGB-Änderung stattfindet. Dann kann die NPD argumentieren, dass das Wohl und die Unversehrtheit der Kinder aus dem Volk (=“wir“) den etablierten Parteien und deren Anhängern (=“sie“) egal sei.
    Das „Wir-sind-ihnen-egal“-Gefühl wird übrigens auch in unserem wahlkämpfenden Nachbarland Österreich ausgeschlachtet. Auf den Wahlplakaten der FPÖ kann man unter dem Konterfei des Spitzenkandidaten H. C. Strache folgenden Slogan lesen: „SIE sind gegen IHN, weil ER für EUCH ist.“

  9. Ich weiß gerade nicht, was mich mehr schockert: Dass RTL einfach so behauptet, der Wunsch nach Zwangskastration oder Todesstrafe oder beidem sei der Wunscher „der Bürger“ – oder dass das im Großen oder Ganzen vielleicht sogar stimmt.

    Auf jeden Fall zeigen solchen Verbrechen immer wieder, dass die eigentlich als minimaler Konsens angesehenen Grundrechte (hier: körperliche Unversehrtheit) auf sehr wackeligen Beinen stehen, wenn es nur einen als ausreichend emotional empfundenen Grund gibt, sie über Bord zu werfen.

  10. @11/Ille
    Sollten die arrivierten Parteien tatsächlich das Grundgesetz ändern und […] die Todesstrafe einführen, könnte sich die NPD dies als Erfolg ihrer politischen Arbeit anrechnen.
    Die Todesstrafe kann ich Deutschland alleine deshalb schon nicht eingeführt werden, weil es ein essentielles Kriterium für die Mitgliedschaft der EU ist, dass es in den Mitgliedsländern keine Todesstrafe gibt. Da wird es nichts anzurechnen geben.

  11. ich frage mich sowieso, warum bestimmte Privatsender überhaupt noch eine Nachrichten-Redaktion beschäftigen, wenn dabei solche Beiträge herauskommen.
    Aber wir wissen ja, wie es läuft. Kinder, Tiere, Sex, Gewalt. Das bringt halt Quote. RTL sollte sich schämen, das als Journalismus zu verkaufen.

  12. Der Vorwurf der Ahnungslosigkeit gegen die Extra-, ich sage mal Mitarbeiter, ist dabei noch wohlwollend. Leider liegt das oben beschriebene auf einer rechtspopulistischen Linie, mit der mir die Beiträge der Sendung zu gesellschaftspolitischen Themen schon öfter aufgefallen sind.

  13. Ob RTL den Nazis auf den Leim gegangen ist, möchte ich doch sehr bezweifeln. Dieser Knalltütensender spielt sich doch bei jeder Gelegenheit als Rächer der Enterbten und als Stimme des sogenannten „Kleinen Mannes“ auf. Da muss man halt mal mit Nazis, Kommunisten oder sonstwelchen Radikalen gemeinsame Sache machen. Dass die Nazis den Vorfall instrumentalisieren sehe ich als weniger gravierend an. Alles wird unentwegt zu allen möglichen Zwecken instrumentalisiert, vor allem das Leid anderer Menschen. Warum sollten diese Typen da eine Ausnahme machen?

  14. Ach, zwei Herzen schlagen in meiner Brust. Als dreifacher Vater, der gerade #1 in den Kindergarten und #2 in die Schule gebracht hat, kann ich verstehen, dass Menschen im Umfeld eines solch schrecklichen Verbrechens – ein Kind ist tot, das ist das schlimmste, was Eltern passiere kann – das Konzept der Todesstrafe wieder einmal aufnehmen. Ich kann ihnen nicht einmal verdenken, dass sie sich von rechten Aktivisten vereinnahmen lassen in ihrer Trauer und Wut. Ich wäre nicht einmal enttäuscht, wenn sie das sogar hinnehmen, akzeptieren würden. Ich kann es ihnen nachsehen.

    Dass diese Journalistendarsteller von RTL das nicht merken können (ich gehe natürlich von „wollen“ aus, Herr Keuschnig) überrascht mich auch nicht. Nachsehen kann ich es ihnen aber nicht.

    Auf der anderen Seite gehen Verbrechen gegen Kinder und insbesondere Kapital- und Sexualdelikte gegen Kinder seit Jahren kontinuierlich zurück. Intellektuell weiß ich das, wissen das viele. Emotional berührt es einen aber immer mehr. Weil heutzutage sehr viel schneller, sehr viel umfangreicher und länger über alle Fälle – egal woher und zu welcher Zeit die Taten begangen worden sind – berichtet wird.

    Die Gefahr als Kind bei einem Verkehrsunfall getötet zu werden ist weit größer als einem Sexualdelikt zum Opfer zu fallen, obwohl die Verkehrsopferzahlen seit Jahren stark zurückgehen.

    Vor diesem Hintergrund nötigt mir die Entscheidung der tagesschau noch mehr Respekt ab.

    In unserem Umfeld ist vor nicht allzu langer Zeit ein sexueller Missbrauchsfall vorgekommen. Zum größten Glück wurde das Kind nicht getötet. Was ich sehr schlimm finde, der Missbraucher war ausgerechnet ein Kindergartenbetreuer, dessen Sohn mit meinen Kindern die gleiche Kita besucht. Es wurde nicht das eigene Kind missbraucht, sondern ein zu betreuendes.

    Wir hatten danach, aber nicht deswegen im Kindergarten einen Vortrag zum Thema sexueller Missbrauch. Leider sind die, die vorm Kindergarten in kleinen Grüppchen zusammenstehen und sowohl über Zwangskastration als auch die Todesstrafe philosophieren nicht gekommen, um zu erfahren, wie gering die Wahrscheinlichkeit ist, dass es i.d.R. nicht das böse fremde Monster sondern viel eher der eigene Vater ist, und vor allem, dass man sein Kind, seine Kinder nicht davor schützen kann. Man kann versuchen, sie stark zu machen, durch Liebe und Aufmerksamkeit. Man muss ihnen zuhören und immer zur Seite stehen.

    Was mich wirklich positiv überrascht hat, dass viele (leider nicht alle) die Familie nicht in Sippenhaft nehmen, sondern die Ehefrau und Kinder des Täters unterstützen.

  15. Auch wenn es jetzt recht leicht ist, auf RTL herum zu hacken: Am 25.5.2008 (http://www.daserste.de/tatort/sendung.asp?datum=25.05.2008) kam der Tatort „Todesstrafe“ in der ARD, in dem es u.a. um einen Verein „Todesstrafe für Kinderschänder“ geht. Soweit ich mich erinnere, wurde in den ganzen 90 Minuten kein Bezug zu Neonazis bzw. ihrer fraglichen Parole hergestellt. Das es eine Tatortfolge aus Leipzig (!) war, ist wohl Ironie des Schicksals.

  16. Am Sonntag gab es auf RTL in der Sendung Spiegel TV genau zu diesem Thema einen Beitrag. Da hat man aufgegriffen, was hier diskutiert wird. Also wie die Neonazis sich diesen Mord zu nutze machen um Leute zu ködern und wie wenig Otto und Luise Normalverbraucher dem entgegen zu setzen hat. Im Gegenteil, wie leicht sie sich von den Nazis instrumentalisieren lassen um ihrer Empörung Luft machen zu können. Aber politische BILDung ist nun mal nicht mehr gut zu machen.
    Mich wundert nun eher diese doppelte Bearbeitung durch RTL, so als ob man jede Seite einmal abgedeckt haben will um ein möglichst breites Zuschauerspektrum zu bekommen.

  17. Mal eine provozierende Frage: Was bedeutet in diesem Zusammenhang die Aussage, die NPD „intrumentalisiere“ die Menschen? Ist es nicht eher so, dass sich die Aussagen der NPD zu diesem Thema mit den Absichten der mitmarschierenden Bürger und Bürgerinnen decken? Dass die NPD – sei es aus Menschen verachtender Überzeugung oder aus Menschen verachtendem Kalkül – das zum Ausdruck bringt, was wenige/manche/viele eh schon denken?

    Anders gefragt: Rechtfertigt die Situation (ein, den meisten fremdes, Kind wurde ermordert) und die daraus entstehende (mehr oder minder echte) Emotion das Mitmarschieren hinter rechten Transparenten? Darf man Betroffenen im weitesten Sinne zugestehen, bei einer Demonstration für eine gute Sache (???) jedes Maß, jedes Mitdenken zu Hause zu lassen.

    Ich denke nicht. In bester Absicht sind immer schon die schlimmsten Sachen passiert.

  18. Das Problem ist auch eher, dass sich die NPD mehr oder minder geschickt tarnt und ihre übrigen Parolen z.T. weglässt. Viele Mitdemonstranten wussten wahrscheinlich nicht mit wem sie da eigentlich demonstriert haben und wenn sie’s dann kapieren, dann stehen schon ein paar nette rechte Jungs um sie rum und lächeln ihnen mitfühlend zu.
    Außerdem denken nicht rechte eventuell besorgte Eltern „nur“ daran, Verbrecher zu bestrafen, während es bei der NPD ja offensichtlich auch und wohl vor allem darum geht, das Volk auch genetisch von vermeintlichen und echten Kinderschändern zu reinigen.

  19. wir werden so was in zukunft öfter sehen. dass rtl (rauben – töten – lallen) in vorderster front dabei ist, verwundert nicht. vielmehr zeigt es uns selbstverständnis und zielgruppe des senders. vielleicht ja auch nur so lange, wie es hip scheint.

    kennt jemand andere recherchen über rtl und nazis?

    .~.

  20. @ ruhrpottjunge
    Mit Instrumentalisieren ist gemeint, dass die NPD hier die Führung ergreift und so eine Mehrheit aufbietet, die so eigentlich nicht gegeben ist (vgl.Zitat: Die ursprünglichen Organisatoren erscheinen ratlos. Weder können sie sich erklären, woher die Fahnen kommen, noch wieso sechsmal so viele Menschen erschienen sind als geplant. Weiter hinten im Zug versucht man die Radikalforderungen der Vorderleute abzuschwächen: „Keine Gnade für Kinderschänder!”. Vergebens. (…))

    Ich finde es in Ordnung, wenn man noch so einer Tat auf die Straße geht, aber ich wage zu bezweifeln, ob alle dortigen Demonstranten die Anschauung der NPD auch zu dieser Frage teilen. Aber was sollte man machen?
    Soll man nach Hause gehen und der NPD das Feld überlassen und so sein Recht auf eine Demonstration der Wut und der Trauer über diese Tat abgeben. Soll man bleiben und so möglicherweise den Beobachtern und den Medien den Eindruck vermitteln, dass die NPD und andere Neonazis in dieser Frage mehr Anhänger hat, als es eigentlich der Fall ist und damit mit daran schuld sein, wenn die rechte Meinung in der Bevölkerung wieder salonfähig wird?
    Das ist die Instrumentalisierung.
    Die Nazis wissen Bescheid über diesen Konflikt, aber in dieser Sache sind sie sich sicher, dass die Menschen nicht nach Hause gehen, selbst wenn sie die Parolen der Nazis nicht teilen. Ich kann allerdings nicht verstehen, warum man danach nicht lauter gegen die Nazis aufbegehrt. Warum man dann nicht Transparente nimmt, mit denen sich Nazis nicht identifizieren können? Aber ich schätze, dass liegt daran, dass man eben als normaler Mensch in einem solchen Fall nicht so kalt und effizient denken kann und ein solches Aufgebot an Transparenten, Fahnen und Fackeln organisieren kann, wie es diese empathie-freien Nazis können. Was ich noch vergessen habe: Der Onkel von Michelle wurde bei seiner Rede gezeigt und da hat sich doch wieder gezeigt, wie abscheulich und menschenverachtend Nazis eigentlich sind. Denn im Gegensatz zu einer wahren Emotion seiner toten Nichte gegenüber drosch er diese Naziparolen. Und da sollte es jedem klar denkenden und trotzdem zu Gefühlen fähigen Menschen kalt den Rücken runterlaufen. Wenn man einen solchen Fall der einen doch so selbst betrifft dermaßen nutzt, kann man auch nicht so ganz gesund sein.

  21. @24/Watschel
    „Spiegel-TV“ hat redaktionell nichts mit RTL zu tun. Die Sendungen werden eigenständig produziert und (so viel ich weiss) über die Sendeplätze von DCTP auf RTL, Vox, etc. gesendet.

  22. Danke fürs Aufzeigen! Da wartet wohl noch die eine oder andere Herausforderung auf die Demokratie, toi, toi, toi…

    Trotz des ernsten Themas möchte ich Rabulistik betreiben:“…Versuche von RTL, Journalismus zu simulieren“

    Simulieren steht für den (ernsthaften) Versuch ein System funktionsgerecht nachzubilden. Das traue ich RTL weder zu noch würde es Sinn ergeben. Daher halte ich „imitieren“ hier für den wesentlich passenderen Begriff.

    Grüße vom Ork

  23. @Gregor Keuschnig
    Danke für den Hinweis. Das wusste ich nicht. Aber müsste nicht trotzdem ein Chefredakteur oder ähnliches die Inhalte kontrollieren und abstimmen, von wegen verantwortlicher im Sinne des Presserechtes oder ähnliches, sonst könnte Spiegel TV ja sonst was über den Äther schicken. Und genau diesem Verantwortlichen müsste dann doch auch auffallen, dass bei Extra ein Beitrag kommt, der den Sender dumm da stehen lässt, da einen Tag vorher ein Beitrag über Nazis zu dieser Thematik lief. Die Erkenntnisse des ersten Beitrages werden hier ja vollkommen ausgeblendet. Aber wahrscheinlich ist gesunder Menschenverstand bei der Programmebene nur bedingt gegeben.

  24. Zum Glück haben wir „unabhängige“ „Qualitätsmedien“ wie Indymedia, deren „objektive“ „Berichterstattung“ offenbar nicht kommentiert werden muss… schade.

  25. Offenbar ist Michelle missbraucht worden. Und zwar von RTL (für Einschaltquoten ist ein Menschenleben doch nix!) und (anderen) antirechtsstaatlichen Vereinigungen.
    Wer sich „national“ nennt, darf unter Anderem nicht an Artikel 102 des Grungesetzes unserer Nation vorbei maövrieren. Er lautet schlicht & einfach: „Die Todesstrafe ist abgeschafft.“

    Dies ist auch im Sinne der viel zitierten und oft missachteten und deshalb auch nur so genannten „christlich-abendländischen Leitkultur“ richtig.

    Kopfschüttelnde Grüße,
    Peter

  26. Ich will hier RTL nicht verteidigen, aber wenn ich mich richtig erinnere wurde aber in dem extra-Beitrag auch ausdrücklich die Teilnahme des Neonazis und die Gesinnung von Michelles Onkel erwähnt… Dass die Darstellung an manchen Stellen irreführend war stelle ich nicht in Frage, aber zumindest verschwiegen wurden die Umstände nicht.

  27. Nur als Notiz
    Bei „MDR um 12“ wurde eben gerade von der Demonstration differenziert berichtet, um nicht zu sagen der Hintergrund „entlarvt“.

  28. Ach ja, ich wollte noch anmerken, dass ich bekennender „Verfassungspatriot“ bin, weil ich der Ansicht bin, dass wir eines der besten Grundgesetze auf diesem Planeten haben; würde es doch bloß häufiger beachtet…

  29. „Ich glaube, dass es einige Verbrechen gibt – mehrfachen Mord, die Vergewaltigung und Tötung von Kindern -, die so schändlich sind, so völlig inakzeptabel, dass die Gesellschaft das Recht hat, ihre Empörung mit der Todesstrafe voll zum Ausdruck zu bringen.“
    Audacity of Hope, Barack Obama

  30. @38 / Peter: Ich fände es auch nicht schlecht, wenn jemand mal das Grundgesetz ernst nähme. Noch besser wäre allerdings, es zu entrümpeln und zu einer wirklich freiheitlichen Verfassung zu machen. Auch heute gibt es noch haarsträubende Gesetze, die aber problemlos dem GG entsprechen. Bis zu einer modernen Verfassung ist es noch ein weiter Weg.

  31. 33/Peter

    Wenn jemand die Einführung der Todesstrafe fordert, dann kann man wohl annehmen, dass sie damit auch implizit eine Änderung von Artikel 102 einfordern. Und die Möglichkeit zur Veränderung der Verfassung ist in Deutschland halt gegeben und wir auch genutzt. Anders wäre es nur, wenn man sich der Meinung anschließt, dass die Todesstrafe überhaupt nicht mit der Menschenwürde vereinbar ist.

  32. Nach elf Jahren in Leipzig, in denen ich auch mehrmals sehr direkt mit Rechtsextremismus konfrontiert wurde, sind dies tatsächlich die ersten Tage, in denen ich mich unbehaglich fühle in dieser Stadt. Zumal ein Großteil der Ereignisse in meiner direkten Nachbarschaft geschieht.

    +++++

    Sollte jemand nach guten Argumenten gegen die Todesstrafe für „Kinderschänder“ im konkreten Fall suchen:

    „In der öffentlichen Wahrnehmung spielt fast ausschließlich der dem Opfer unbekannte Täter eine Rolle, der es verschleppt und ihm Gewalt antut. Statistisch gesehen verhält es sich anders: Ungefähr 70 bis 90 Prozent der Täter und Opfer sind einander bekannt. Täter sind zumeist Familienmitglieder wie Mutter, Vater, Stiefvater, Bruder, Stiefbruder, Lebensgefährte der Mutter, Verwandte, sowie Hausbewohner, Nachbarn, Bekannte, Freunde der Familie, Sporttrainer, Babysitter, Erziehungs– oder auch Autoritätspersonen, also Personen aus dem sozialen Nahbereich des Opfers.“

    http://www.schwarzes-leipzig.info/deferer.php?url=http%3A%2F%2Fde.wikipedia.org%2Fwiki%2FSexueller_Missbrauch_von_Kindern%23T.C3.A4tertypologie

    Und natürlich sind diese Leute zum Großteil keine „unheilbaren Kranken“, wie von der NPD & Co. verbreitet:

    „Nach vorsichtigen Schätzungen fallen etwa 90 Prozent der Taten auf Männer zurück, deren primäre sexuelle Orientierung auf Erwachsene gerichtet ist. Aufgrund der leichten Verfügbarkeit von Kindern greift er zur sexuellen Befriedigung auf Kinder zurück. Man spricht deshalb auch von einem Ersatzobjekttäter. Der Pädophile Typ folgt mit etwa 2 bis 10 Prozent an zweiter Stelle. Der soziopathische Typ tritt nur in wenigen Einzelfällen auf.“

    (gleiche Quelle)

    Dieses deutlich ausführlichere Arbeitsblatt belegt die genannten Zahlen nochmals:

    http://arbeitsblaetter.stangl-taller.at/PSYCHOLOGIEENTWICKLUNG/SexuellerMissbrauch.shtml

  33. @Stefan
    Mal eine Frage an Dich als Medienexperten.

    Neulich habe ich mir auf einen Hinweis hier im Blog den Film outfoxed angesehen. Dort wird gezeigt, wie die politische Meinung die über den Sender (FOX) kommt vom Eigentümer des Senders (Rupert Murdoch) vorgegeben wird. Und wie sich alle anstrengen, Beiträge zu produzieren, die ihrem Boss gefallen.

    Wie ist das eigentlich in Deutschland? Welchen Einfluss haben Liz Mohn oder Friede Springer auf die Positionen die in ihren Medien vermittelt werden?

  34. @Sebastian: Wäre das sehr desillusionierend, wenn ich zugäbe, dass das Zufall ist? :-)

    @Rudi: Dazu fällt mir eine Antwort schwer. Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass der unmittelbare Einfluss der beiden Genannten auch nur annähernd mit dem eines Rupert Murdoch vergleichbar wäre. (Was nicht heißt, dass es ihn nicht gibt.)

  35. „Todesstrafe für Nazi-Verbrecher!“ könnte man auch fordern :-p
    oder „Todesstrafe für populistische Medien!“ :o)

  36. (Entschuldigung, das klingt nicht besonders interessiert an einer Diskussion, aber vielleicht mögen Sie mir ja trotzdem erklären, was Sie damit sagen wollen. Ich reagiere nur allergisch auf solche Aussagen, vielleicht verstehe ich sie einfach falsch oder gar nicht.)

  37. @55 Joerg
    Wieso nicht? Zitate:
    „…schlossen sich rund 80 Anwohner der Demonstration an“
    „…nicht wenige Kinder mit zum Aufzug.“
    Leipzig hat aber über 500.000 Einwohner.
    Nur weil unmittelbar Betroffene (Nachbarn, Schulfreunde usw.) emotional und nicht rational denken, darf man dass nicht gleich auf die ganze Bevölkerung hochrechnen.

  38. ich denke das Verhalten der NPD war das erwartete. Und sie sind ja auch nicht die einzigen. Kollege Koch in Hessen hat deutlich gezeigt, dass auch „etablierte“ Parteien sich nicht zu schade sind, tagesaktuelle, schreckliche Ereignisse im Sinne der eigenen Interessen auszuschlachten.
    Wobei ich jetzt der CDU natürlich nicht Verfassungsfeindlichkeit unterstellen will…^^

    Forderungen nach der Einführung der Todesstrafe gibt es im Zusammenhang mit Fällen wie diesem immer wieder. Aber genauso schnell, wie sie auftauchen, verschwinden sie auch wieder.
    Daran ändert auch die NPD nichts.

  39. Ich erinnere mich an einen Extra-Bericht, in dem es um Elektrosmog durch Handys ging. Man schaltete ein Messgerät an und wollte damit den Elektrosmog eines in ca. 100 m Entfernung telefonierenden Menschen messen. Dann ging man zu diesem hin und klärte ihn auf – mit einem Team, bestehend aus Kameramann und Reporter mit Mikro. Bezeichnend für RTL-Journalismus.

  40. Ich finde ehrlich gesagt, 200 und etwas marschierende und 80 Anwohner in Leipzig (pardon), nicht den Audruck eines irgendwie gearteten Volkwillens.

    Die Frage ist doch die nach Ursache und Wirkung.

    Forderungen nach der Todesstrafe tauchen immer wieder auf. Hirnschwund auch. Ist die Frage, ob man dem auch noch ein Forum bieten muss.

  41. Ist der, der für die Todesstrafe bei Kindesmord eintritt, genauso verachtenswürdig wie der Kindesmörder?
    Ich nenne nur George Bush, Barack Obama und John McCain.
    Und die Machthaber in Peking und Teheran.
    Und die überwiegende Mehrheit aller lebenden Erdenbürger.

  42. Hallo,
    hmmm wer hätte das gedacht das RTL so ein mist bringt und auf nichts richtigem gestüzte Reportage… Wusste immer das EXTRA beiträge nichts gescheites sind als Märchen die man Kinder vorliest….

    Gruß

  43. „‚Extra‘ ist einer der besonders hilflosen Versuche von RTL, Journalismus zu simulieren.“ Gnihihi… Treffer… Versenkt…
    Nicht weniger hilflos sind die „Nachrichtenmagazine“ von RTL mit dem schönen Namen: „Punkt 6“, „Punkt 7“ etc. Die ersten drei Schlagzeilen, die als Teaser für die Sendung vorausgehen, bestechen immer durch ihre gnadenlose Irrelevanz. Hier werden dann auch gerne mal Reste aus „Extra“ verwurstet (woher weiß ich das eigentlich? Aaaargh!).

    Schöner Beitrag, Stefan, vielen Dank!

  44. Wenn ich mich richtig erinnere, habe ich beim Zappen einen Teil dieses Beitrages gesehen. Er enthielt sehr wohl den Hinweis, dass dies Rechte seien, die sich diesen Fall zu eigen machen und ihn instrumentalisieren.

    Aber hier kein Wort davon.

  45. Ich lese das Blog hier schon sehr lange und gerne. Normalerweise kommentiere ich nicht, aber bei diesem Beitrag hat’s mir die Sprache verschlagen.

  46. „Ist der, der für die Todesstrafe bei Kindesmord eintritt, genauso verachtenswürdig wie der Kindesmörder?“
    Dann habe ich Sie doch richtig verstanden. Diese Frage ist für mich überflüssig, da Verachtung keine Grundlage für Rechtsprechung und andere Entscheidungen sein sollte. Das klingt jetzt schwammig, aber ich bin gerade etwas müde und kann mich leider nicht präziser ausdrücken.

    „Ich nenne nur George Bush, Barack Obama und John McCain.
    Und die Machthaber in Peking und Teheran.
    Und die überwiegende Mehrheit aller lebenden Erdenbürger.“
    Als Beispiel für was denn? Für Leute, die die Todesstrafe bei Kindesmord fordern? Darum ging es hier doch erst einmal gar nicht, sondern um Nazis, die diese Forderung instrumentalisieren.

  47. @66: Ihr erster Satz ist eine Suggestivfrage ohne entsprechende Behauptung, die dem voranging. Der letzte Satz ist völlig substanzlos.
    Der mittlere hingegen ist ziemlich cooles Namedropping, fett.

  48. Richtig problematisch wirds dann, wenn es bumber sticker gibt mit dem Slogan „Kinderschänder für Todesstrafe.“

  49. Die bei anderen Anlässen -z.B. der Sozialrechtsprechung- in vielen Blogs vielgescholtene Justiz kommt bei der überwiegenden Anzahl der Kommentare zum Missbrauchsthema ja erstaunlich gut weg. Das wundert mich etwas. Natürlich ist das große Tamtam um eine mögliche Einführung der Todesstrafe großer Schwachsinn, das wissen selbst die Qualitätsjournalisten von RTL. Aber dennoch:
    Gar keine Kritik an der Rechtsprechung gegenüber Sexualdelinquenten ? Wirklich alles im Lot bei bundesdeutschen RichterInnen ?

  50. SO NICHT!!

    Nicht alle Eltern aus Leipzig stehen zu den politischen Müll, den dieser Herr XXX von sich gibt!
    Natürlich sind wir für härtere Strafen für Pädophile, oder besser, die vorhandenen gesetzlichen Möglichkeiten sollten besser ausgeschöpft werden! (besondere Schwere der Schuld).
    Leider ist es nun mal so, das sich Pädophile schwer oder gar nicht therapieren lassen, darum sollten sie auch für immer weggesperrt werden!

    Solche Pädophile gibt es auch in den Reihen dieser Krawallmacher (ein Beispiel: Matthias Paul, immer noch Mitglied der NPD)!

    Wir Leipziger haben schon immer einen eigenen Willen, dies haben wir schon 1989 darlegten. Wir brauchen keinen Vorsager von der NPD, der seine Anhänger aus halb Deutschland hier aufmarschieren lässt und dann behauptet, es wäre unser Wille!

    zur Info: ich bin Leipzig/ Reutnitzer

  51. Ich weiss nicht, was schlimmer ist: wenn RTL beim Zeigen des Plakats ein Fehler unterläuft , der kaum einem Zuschauer aufgefallen sein dürfte, oder wenn auf dieser Seite das Plakat als Standbild gezeigt wird ????

    vielleicht könnte man auch mal darüber nachenken anstatt sich hier in einer teilweise absurden Medienschelte zu ergiessen.

  52. @pahei

    ich weiß ja nicht, wieviele Zugriffe dieses Blog hier hat, Extra auf RTL dürften ein paar Millionen schauen.

    Und dort ist die Gefahr, dass das ein paar der bügelnden, essenden und schlafenden Zuschauer nicht ganz richtig „einordnen“ können, doch ungleich größer…

  53. @ 13/GK:
    Dann fügen Sie meiner ohnehin mehr als hypothetischen Aufzählung (ich dachte, deren imaginärer Charakter sei sofort ersichtlich) den Passus „[Sollte] die EU von ihrer kategorischen Ablehnung der Todesstrafe abrücken“ hinzu.
    In meinem Beitrag ging es eigentlich um etwas anderes, nämlich darum, dass sich die NPD mit einer solchen Forderung vor ihrer Wähler- und Sympathisantenschaft auf jeden Fall ins rechte (Vorsicht, doppeldeutig!) Licht rücken kann, dass die NPD also eben auch – und vielleicht sogar gerade – aus der (mehr als wahrscheinlichen) Nichterfüllung ihrer Forderung großes politisches Kapital schlagen wird.

  54. @84: „Natürlich sind wir für härtere Strafen für Pädophile, oder besser, die vorhandenen gesetzlichen Möglichkeiten sollten besser ausgeschöpft werden! (besondere Schwere der Schuld).
    Leider ist es nun mal so, das sich Pädophile schwer oder gar nicht therapieren lassen, darum sollten sie auch für immer weggesperrt werden!“

    90% der Täter sind aber gar nicht pädophil, werden von Ihren Forderungen also gar nicht erfasst. Sie kämpfen also im Grunde gegen das (deutlich) kleinere Problem, wogegen das größere von Ihnen ignoriert wird. Auch Ihr Kommentar der „Unheilbarkeit“ jener 10% aller Täter (die sich wiedeurm in zwei verschiedene Tätergruppen aufsplitten) ist letztlich nicht eindeutig belegt.

  55. Zwei etwas abseitige Fragen:
    1. Warum heißt es eigentlich immer „Die kleine Michelle aus Leipzig“, „die kleine X aus Z“, usw. Steht denn Kindern nicht auch ein voller Name zu? (Nebenbei habe ich das irritierende Gefühl, daß jeder Vornahme nur einmal als Medien-Opfer fungiert. Ob es da eine Liste gibt? „Schon wieder ’ne Michelle? geht nicht, hatten wir schon…“ )
    2. Warum sind die 3 Kinder, die letztes jahr in Y durch LKWs zu Tode kamen, deren Eigner die Ausgaben für einen zweiten Außenspiegel gespart hatten, nicht als „der/die kleine (Vorname) aus Y durch die Medien geschickt worden?

  56. Rtl, Bild etc. das ist Sensationsjournalismus, an erster Stelle steht „was sieht am besten aus“, „was ist schnell fertig“, „was kostet am wenigsten“, „was lockt die Zuschauer und Leser an“, „was bringt uns das meiste Geld ein“, „was verkauft sich am besten“ etc.
    Also kommen solche „Fehler“ bei denen immer vor und werden wahrscheinlich bewußt im Kauf genohmen (und wenn sie erwischt werden, dann gibt es die üblichen Statements, dass man es nächstes Mal besser wird).
    Wenn der nächste Kinderschänder als Neonazi oder Rechtsradikaler entlarvt wird, dann haben sich die Rechten selbst ans Bein gepipit.

    Wenn eine Katastrophe passiert, wenn Menschen unter Schock stehen, wenn Menschen Angst haben, wenn Menschen terrorisiert werden, dann würden sie jeden folgen, der ihnen mit fester Stimme sagt wo es langgeht und ihnen Sicherheit verspricht. Denken geht in solchen Momenten sehr schlecht, deswegen ist die Gefahr das sich die böse Geschichte wiederholt immer groß.
    Aber ich vertraue der deutschen Polizei und vielen guten Männern und Frauen hierzulande, die bereit sind sofort einzugreifen, um die Rechten zu stoppen.

  57. RTL hat eine gute Vorlage geliefert, nun kann rtl.de voll zuschlagen: Für die Internetversion des Beitrags gibt es bereits passende Werbeeinblendungen, die man direkt wiederverwerten kann:

    „Wir sind ein Team von Killern“
    „Die Waffen des Schicksals“
    „Einen töten, tausend retten“

    Mit Demokratie oder Journalismus hat das natürlich nichts zu tun, aber RTL ist eben Privatfernsehen. Da darf man das offenbar nicht verlangen.

  58. Wenn Nazis die Parole „Todesstrafe für Kinderschänder“ für ihre Ziele martialisch ausnutzen, nutzen sie dann auch die Parole „Kriminelle Ausländer raus“ oder „Arbeit zuerst für Deutsche“ für ihre Ziele aus?
    ODER IST GANZ EINFACH DIESE FORDERUNG EINES IHRER ZIELE!!??

  59. Die USA haben die Todesstrafe, Japan hat sie und viele andere Länder. Werden die alle von (Neo-) Nazis regiert? Ich kann die Forderung nach der ultimativen Strafe für Kindermörder nachvollziehen… ohne rechtsextrem zu sein.

  60. Die Todesstrafe als Instrument der Abschreckung hat in allen Fällen versagt.

    Wer ermordet den Mörder des Mörders?
    Wenn man sich zu den Menschenrechten bekennt, kann nichts davon zur Disposition gestellt werden.

  61. @96 Jemand der sich für die Todesstrafe ausspricht ist noch lange keine Neonazi. Es geht vielmehr darum, dass die NPD wieder mal ein Thema für sich ausschlachtet um Bürger zu ködern.

  62. @mart: da würde ich mir keine allzu großen Sorgen machen.
    Das Thema Michelle wird genauso schnell wieder von der Bildfläche der Berichterstattung verschwinden, wie vergleichbare Fälle in der Vergangenheit.
    Und mit dem nachlassenden Interesse der Öffentlichkeit wird sich auch die NPD andere, aktuellere Themen suchen müssen.

    Was die Todesstrafe und ihre angebliche Abschaffung in der EU angeht, muss ich allerdings Herrn Keuschnig in #13 widersprechen.
    Mit dem aktuellen Reformvertrag hat die EU nämlich die Voraussetzungen für die Wiedereinführung der Todesstrafe geschaffen. Bisher ist die Ratifizierung dieses Vertragswerkes zwar gescheitert, aber wer weiss, was sich die feinen Damen und Herren in Brüssel noch einfallen lassen, um die betroffenen EU-Mitbürger so wenig wie möglich am Entscheidungsprozess zu beteiligen.

    Einfach mal „Todesstrafe EU“ googeln, alternativ schon mal zwei links:

    http://www.youtube.com/watch?v=vs6mFtR0Dzc
    http://www.bwl-bote.de/20080327.htm

  63. @Besorgt

    Ist nicht auszuschließen, dass einige tatsächlich, unabhängig von ihrem politischen Hintergrund, die Todesstrafe fordern. Doch steht exakt in der Erzählung eines Teilnehmers: „Weiter hinten im Zug versucht man die Radikalforderungen der Vorderleute abzuschwächen: ‚Keine Gnade für Kinderschänder!‘.“ Also ist deine Verallgemeinerung ist ziemlich schwach.

    Man müsste die Texte nur genau durchlesen. Denn sonst helfen all die real existierenden echten Journalisten nichts, wenn „besorgte“ Leser mit solchen Pipifax-Artikeln offenbar schon überfordert sind.

    Ansonsten: Erschreckend, wie übel hier für ein Thema Propaganda betrieben wird, das aus der rechten Ecke kommt. Aber Hauptsache die Anliegen der Linken werden ignoriert – damit dem Neoliberalen Totalitarismus der Weg geebnet werden kann.

  64. @Besorgt

    Ist nicht auszuschließen, dass einige tatsächlich, unabhängig von ihrem politischen Hintergrund, die Todesstrafe fordern. Doch steht exakt in der Erzählung eines Teilnehmers: „Weiter hinten im Zug versucht man die Radikalforderungen der Vorderleute abzuschwächen: ‚Keine Gnade für Kinderschänder!‘.“ Also ist deine Verallgemeinerung ist ziemlich schwach.

    Man müsste die Texte nur genau durchlesen. Denn sonst helfen all die real existierenden echten Journalisten nichts, wenn „besorgte“ Leser mit solchen Pipifax-Artikeln offenbar schon überfordert sind.

    Ansonsten: Erschreckend, wie übel bei RTL für ein Thema Propaganda betrieben wird, das aus der rechten Ecke kommt. Aber Hauptsache die Anliegen der Linken werden ignoriert – damit dem Neoliberalen Totalitarismus der Weg geebnet werden kann.

  65. Ich verstehe nicht, warum man eine Meinung nicht vertreten darf, nur weil die NPD sie auch vertritt?

    Muß ich prinzipiell immer einen Contra-Standpunkt zur NPD haben?
    Bekommt man vielleicht nur so Euro, Mehrwehrtsteuererhöhung und EU-Verfassung durch weil man die Leute unter Druck setzt und behauptet sonnst seien sie „Rechte“?

    Man kann sich doch mit dem Thema einmal auseinandersetzen, das es doch nicht wirklich ein Verlußt für Deutschland wäre, wenn ein Kindermörder die Todesstrafe bekommt, wenn er sich mit seiner Tat genau für dieses Schicksal entschieden hat.
    Kann ja nicht schlecht sein, was bei Deutschlands NATO-Partner USA praktiziert wird.

    Also RTL ist eher feige, das sie sich nun für ihre offenbar unabhängige Berichterstattung entschuldigen.

    Aber das mußten ja Clement und Thierse, e.t.c ) für ihre Standpunkte ebenfalls und haben damit ein gutes Meinungsfreiheit-Vorbild abgegeben. Immer schön unterwürfig!

    Diane

  66. „Jemand der sich für die Todesstrafe ausspricht ist noch lange keine Neonazi. Es geht vielmehr darum, dass die NPD wieder mal ein Thema für sich ausschlachtet um Bürger zu ködern.“

    Ich finde es merkwürdig, wenn die Parolen der Nazis in der Bevölkerung eher negativ ankommen, das diese Parolen dann auch als tatsächliche Naziparolen angesehen werden. Ist einer der Naziparolen aber in der Bevölkerung eher positiv angesehen, dann heißt es die Nazis schlachten es für sich aus, um Bürger zu ködern.

    Mir kommt es so vor, das alles „gute“ von den Nazis als schlecht hingestellt wird und alles „schlechte“ als gut.
    Da kommt mir eher der Gedanke auf, das die Linken sich daraus ein Süppchen kochen wollen.

  67. @100 B.Schuss: Aufstaendische zu erschiessen oder fluechtende verbrecher (wobei letzteres sicherlich offiziell nicht mit toetungsabsicht geschehen wuerde) hat mit „Todesstrafe“ recht wenig zu tun. Ich halte es fuer sehr kontraproduktiv mit solchen spruechen gegen den EU-vertrag zu hetzten, weil es _offensichtlich_ ist, dass die todesstrafe etwas ganz anderes ist, naemlich die nachgelagerte toetung eines menschen ausserhalb einer konkreten gefahrensituation. Den begriff todesstrafe zu verwenden, wenn es um etwas ganz anderes geht, ist ungefaehr so serioes wie die inflationere benutzung des wortes terrorismus durch gewisse kreise.
    Natuerlich kann man die entsprechenden passagen des vertrages kritisieren – man sollte es wahrscheinlich sogar. Aber doch nicht so.
    Alles gute,
    rob

    PS: und auch der kriegsfall hat wenig mit „Todesstrafe fuer Kinderschaender“ zu tun…

  68. Ich würde mich freuen, wenn der von #100 B.Schuss angesprochene BWL-Bote auch einmal auf dieser Homepage angesprochen würde. Ich kann nämlich nicht nachvollziehen, warum BWLern daran gelegen sein könnte, den neuen EU-Vertrag als potentiellen Todesstrafewiedereinführungsvertrag darzustellen. Es gibt auch einen alten Eintrag, der angebliche überhöhte Reparationszahlungen Deutschlands an die Sieger des 1. Weltkriegs anprangert. Beide Artikel erscheinen mir sehr fragwürdig. Wer mehr über den BWL-Boten weiß, möchte mir gerne antworten.

  69. @106: „Kann ja nicht schlecht sein, was bei Deutschlands NATO-Partner USA praktiziert wird.“

    Stimmt. Lasst uns also schon mal die Stühle vorheizen und währendessen nachträglich doch noch in den Irak einmarschieren (bevor die USA wieder raus sind).

  70. RTL hat sich zwar gegenüber einem journalistischen Medienmagazin entschuldigt, aber wetten dass sie es nicht in der Sendung machen werden?
    Vor Fachleuten Fehler eingestehen ja, aber dem Otto-Normalo sagen man hätte Fehler gemacht?? Nee, soviel Größe haben die sicher nicht.

  71. @rob. na toll. Schon werde ich als Hetzer gegen den EU-Reformvertrag hingestellt. ^^

    Ich bin kein Jurist. Durchaus möglich, ja sogar wahrscheinlich, dass es einen Unterschied gibt, zwischen einer gesetzlich verankerten Todesstrafe, und dem gesetzlich legitimierten Erschiessen von Demonstranten. Aber das Ergebnis ist doch das selbe. Menschen sterben aufgrund staatlicher Anordnung, weil sie gegen Gesetze verstossen. Oder sehe ich das zu simpel ?

    Ich finde es etwas zynisch, zu behaupten, die Todesstrafe sei abgeschafft, wenn gleichzeitig die Voraussetzungen geschaffen werden, dass Demonstranten im Rahmen der „rechtmäßigen“ Niederschlagung eines Aufstandes erschossen werden können.

    Wenn die Todesstrafe abgeschafft ist, wie kann man „rechtmäßig“ Aufstände niederschlagen, in dem man die Demonstranten erschiessen lässt ?

    Oder ist es so abwegig , da einen Widerspruch zu sehen ?

    Wie interpretieren Sie, Herr Keuschnig, diese Zeilen des EU-Reformvertrages ? Würden Sie sagen, es ist legitim, wenn Demonstranten erschossen werden können ?

    Nur mal zur Klarstellung: ich weiss durchaus, dass die Todesstrafe sowohl auf nationaler, als auch auf EU-Ebene abgeschafft ist.
    Aber wozu dann diese Zusätze ? Hintertür ? Oder berechtigte „Gefahrenabwehr“ ?

  72. @B.Schuss

    Oder ist es so abwegig , da einen Widerspruch zu sehen ?

    Ja, ist es, da sie Äpfel mit Birnen vergleichen. Das Ergebnis ist zwar biede Male Matsch, dennoch sind zwei völlig unterschiedliche Dinge.

    @Diane Ashwell

    Ich verstehe nicht, warum man eine Meinung nicht vertreten darf, nur weil die NPD sie auch vertritt?

    Und ich verstehe nicht, warum man diese (vielleicht sogar berechtigte) Frage ausgerechnet im Zusammenhang mit der Todesstrafe stellen muss?

    Ich sag nur: Kopf ab und in Knast!

  73. @Linus: heisst das, sie befürworten das Erschiessen von Demonstranten ? Passen sie bloss auf, dass sie damit nicht in die Nähe der NPD geraten…;-)

    Mir sind einfach die Begriffe „Aufstand“ und „Gefahrenabwehr“ zu schwammig. Da kann man alles rechtfertigen. Die Chinesen haben nach dem Massaker auf dem Platz des Himmlischen Friedens sicher auch gesagt, das sei „Gefahrenabwehr“ gewesen.
    Oder, um beim Thema NPD zu bleiben, da könnte man ja überlegen, ab sofort alle Teilnehmer an NPD-Demos zu erschiessen, denn die sind ja möglicherweise verfassungsfeindlich, und damit irgendwie Aufständische, oder ?

    Ich weiss, Äpfel und Birnen, tut mir leid.

    Aber der Gedanke, dass die Möglichkeit dazu besteht, der erschreckt mich schon etwas, muss ich zugeben.

  74. @B.Schuss

    In die Nähe der NPD gerate ich höchstens, wenn ich auf dem Klo sitze…*kalauer aus*

    Der Gedanke erschreckt, ja. Nur ist die Diskussion um die Todesstrafe um einiges spannender, da es dort darum geht, Menschenwürde für solche zu reklamieren, die sich einen Dreck um selbige scheren. Das fällt einigen extrem schwer, siehe einige Kommentare hier. Das erschreckt mich bei Menschen, die ich theoretisch für halbwegs aufgeklärt halten würde, viel mehr…

  75. Auch mir gefallen solche Artikel nicht. Der Plan der EU ist aber wohl weniger gedacht, für den Fall, dass Ver.di für höhere Löhne streikt, sondern wohl eher für den in Europa schwer vorstellbaren Fall, dass die öffentliche Ordnung so weit gestört ist, dass mordend und vergewaltigend durch die Straße gezogen wird.

  76. Die auswechselbare Propaganda der NPD:

    „Kampf, Aktion und Widerstand – für das Deutsche Vaterland!“
    „Kampf, Aktion und Widerstand – Besatzer raus aus unserm Land!“
    „Kampf, Aktion und Widerstand – Rote raus aus unserem Land!“
    „Kampf-Aktion und Widerstand! – Thüringen ist unser Land!“
    „Kampf, Aktion und Widerstand – Feuerleger an die Wand!“
    „Kampf, Aktion und Widerstand – Kinderschänder an die Wand!“

    Echt kreativlos, diese Neo-Nazis! Wie wärs mal mit:

    „Widerstand, Aktion und Kampf – aus meinem Hirn da bläst nur Dampf!“

  77. @ 89, rauskucker:
    Zu Ihrer ersten Frage: Ich glaube, dass die Medien bei entführten oder missbrauchten Kindern deshalb auf den abgekürzten Nachnamen verzichten, weil die Nennung nur des Vornamens ein Gefühl der Vertrautheit suggeriert: „Von der kleinen Michelle fehlt noch immer jede Spur“ klingt doch fast so, als ob es sich um eine Verwandte oder ein Nachbarskind handelt. Hieße es dagegen „Von der entführten Michelle X. aus Y. fehlt noch immer jede Spur“, klingt das eher distanziert wie in einem Polizeibericht.
    Für die Auflage/Quote ist es allemal besser, wenn sich der Leser/Zuhörer/Zuschauer emotional involviert fühlt.

    @ Allgemein:
    Man sollte sich bei der Debatte sicher nicht zu sehr an der Todesstrafe aufhängen (sit venia verbo). Wenn beispielsweise die Linkspartei einen Mindestlohn von 1500 Euro netto forderte, wäre das vom Mechanismus her genau gleich. Man stellt eine unerfüllbare Forderung, in der Gewissheit, dass man nie in die Verlegenheit kommt, diese in die Tat umsetzen zu müssen. Doch gegenüber diesen unhaltbaren Versprechen stehen die etablierten Parteien mit ihren realitätsnäheren Aussagen als Bürgerfeinde da. Es wundert mich schon, dass viele Leute das Blaue, das die Randparteien vom Himmel herunterlügen, nur allzu gern glauben, während sie bei den etablierten Parteien hinter jedem Programmpunkt die gespaltene Zunge vermuten.

  78. @ 122, Ille
    Das vermute ich auch. Ich bin jedesmal verwundert, daß da schon wieder jemand gestorben ist, den anscheinend alle außer mir kannten. Als wäre da eine große Gemeinschaft, zu der ich aber nicht dazugehöre.

    Nochmal die (in #89 angedeutete) Nebenfrage: ich habe den Eindruck, es werden nur bestimmte Fälle (von getöteten Kindern) von den Medien groß rausgebracht. Nach welchen Kriterien werden diese ausgewählt?

  79. @rauskucker (#123): Wenn 30.000 Menschen an Krankheiten im Jahr sterben, die sie sich erst im Krankenhaus zugezogen haben, wegen schlechten hygienischen Bedingungen, hervorgerufen durch die Gesundheitsreform = Abbau von Personal, dann fragt man sich wirklich, ob das künstlich erzeugte Aufblasen von „Terrorgefahr“ oder die Einzelschicksale von Kindern schwerer wiegt als die verschwiegenen Massenschicksale von 30.000 Toten (+ DZ).

  80. […] Die tote Michelle, die Neonazis – und RTL This was written by Patrick. Posted on Sonntag, August 31, 2008, at 21:08. Filed under Linkbräu. Bookmark the permalink. Follow comments here with the RSS feed. Post a comment or leave a trackback. […]

  81. Linke und Rechte sind absolut gleich=bekloppt. Und wer RTL wirklich noch kommentiert tut mir Leid.

    GlowingHeart hat es mit seinem Beitrag absolut auf dem Punkt gebracht.

    PS: Blogs sind Scheiße und dienen ebenso nur der narzisstischen Selbstdarstellung. (plus Kommentare wenn zugelassen)…

  82. RTL selbst ist sehr konservativ,vielleicht sogar selbst weit rechts. Möchtegern Sensations Journalismus kommt in den Sinn denkt man an RTL

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