Noch Fragen?

Kann jemand den Leuten von „Spiegel Online“ die Drogen wegnehmen?

Oder wiedergeben?

Kann da wenigstens mal jemand in der Redaktion vorbeifahren und die Latten am Zaun zählen?

Wie verzweifelt muss man sein, eine Artikelattrappe mit Fragen zum Coming-Out von Thomas Hitzlsperger zu veröffentlichen, ohne über die Antworten nachgedacht zu haben oder wenigstens über die Fragen?

War gestern Abend die vorgegebene Mindestzahl an zu veröffentlichenden Artikeln noch nicht erfüllt? War die Klickzahl noch nicht voll, aber der Kopf schon leer?

Warum ziert die Sportredaktion von „Spiegel Online“ sich, „schwul“ zu schreiben?

Wenn die Sportredaktion von „Spiegel Online“ fragt, warum sie sich ziert, „schwul“ zu schreiben, fragt sie das uns?

Wie kommt „Spiegel Online“ darauf, dass Hitzlsperger über sein „Sexualleben“ gesprochen hat?

Wenn die Redakteure von „Spiegel Online“ fragen, ob ein Interview mit Hitzlsperger allein nicht ausgereicht hätte und ob es unbedingt auch noch ein Videostream dazu sein musste, haben sie dann mal auf die Seite geguckt, für die sie schreiben? Oder ihren Arbeitgeber gefragt?

Wäre es falsch, diesen Text einen journalistischen Offenbarungseid zu nennen? Oder wenigstens eine öffentliche Kapitulation?

Handelt es sich womöglich um einen stillen Hilfeschrei der Redaktion, einen halb verklausulierten Protest gegen das Leben und Arbeiten in diesem Hamsterrad, in dem ununterbrochen neue Artikel, Klickstrecken, Eilmeldungen produziert werden müssen, ganz egal ob etwas passiert ist oder jemand schon zum Nachdenken gekommen ist?

Wer ist eigentlich gerade Chef da? Rüdiger Ditz? Wolfgang Büchner? Weiß die Redaktion die Antwort auf die Frage?

Reichen diese Fragen oder müssten es noch ein paar mehr werden?

Hallo?