Ignoring Matussek

13 Feb 14
13. Februar 2014

Wie umgehen mit Matussek?

Eigentlich ist es doch fein, dass er nun auf „Welt Online“ unter seinesgleichen ist und sich relativ gut ignorieren lässt. Irgendwelche Leute dort werden ihm schon die Aufmerksamkeit zuteil werden lassen, nach der er ruft, das muss dann ja niemand erledigen, der eigentlich seriösen Journalismus sucht oder den man persönlich kennt. Und jeden Angriff auf seines albernes Halb-Bekenntnis zur Homophobie würde er doch nur als Bestätigung seiner imaginierten Opferrolle nehmen.

Andererseits könnte es dann so wirken, als sei es völlig in Ordnung, aus den eigenen Ressentiments gegen irgendeine Minderheit ein Geschäfts- und Karriere- Ruhestandsmodell zu machen. Als sei es nicht wichtig und notwendig, Leuten wie ihm und Positionen wie den seinen zu widersprechen.

Bei jedem wütenden Kommentar, den ich als Reaktion auf Matussek heute in Blogs oder auf Facebook gelesen habe, schwankte ich zwischen Applaus und dem Bedürfnis, „Pschschscht!“ zu machen: Denn mit jedem empörten Klick auf den Link zahlt sich der Einkauf des irren Lautsprechers durch die „Welt“ ja mehr aus.

Mein Freund Michalis hat sich des Themas und des Mannes nun in angemessener Form angenommen. Er schreibt etwa:

Seine Gedankenfreiheit besteht hier darin, weiterhin Gedanken zu haben, die seit Jahrhunderten Männer vor ihm hatten. Insofern darf man sie hier nicht als „Die Freiheit der Gedanken“ missverstehen, sondern muss sie wahrnehmen als „Freiheit von Gedanken“.

Und er findet ein wunderbares Bild für mein eingangs beschriebenes Dilemma:

Wenn Opa vom Krieg erzählen will, dann tun wir eben so, als würden wir zuhören, wenn das macht, dass er sich besser fühlt.

Sollte er allerdings nochmal Stiefel anziehen und in den Krieg ziehen wollen, müsste man ihm schon klarmachen, dass er in der Welt heut nichts mehr zu sagen hat.

112 Gedanken
  1. 1
    Georg says:

    Wirklich ein sehr schönes Bild, und genau so werden wir es halten.
    Im übrigen ging es mir genauso, ich dachte, draufhauen oder ins Leere laufen lassen.

  2. 2
    Martin says:

    Es sind Rückzugsgefechte. Mental stehen Broder, Matussek, Joffe und all die anderen Print-Gespenster an der Oderfront, der digitale Russe wirkt übermächtig. Matussek glaubt an die Wunderwaffe Katholizismus, Broder fliegt Anti-EU -Kamikaze. Statt sich zu erregen, sollte man sich das Spektakel in Ruhe und mit einem gewissen Amusement ansehen. Gleichwohl aber gilt es, selber Lehren daraus für das eigene Altern zu ziehen. Wenn einem langsam das Flimmern und die schnellen Bewegtbildern überfordern, man Antworten auf Fragen, die nie gestellt wurden, gibt, dann heißt es, mit Stil und Stille dem journalistischem Abendrot entgegen zu reiten. Morbus Scholl-Latour kann jeden treffen. Also obacht mit hämischen Witzen. Das skurrille Argumentationskettchen „Homos können keine Kinder kriegen. Und darum sind sie nicht so normal wie ich“ ist keine Silbe Widerspruch wert. Man möge die Herren in die Sonne auf die Terrasse schieben.

  3. 3
    Muriel says:

    Obwohl dann natürlich trotzdem hinzu kommt, dass es noch einen Haufen von Leuten gibt, einige davon in Ministerpositionen, die Opa nicht nur zuhören, sondern selbst schon die Stiefel anhaben, und das bricht die Anwendbarkeit des Bildes in meinen Augen ein bisschen, so schön und treffend es andererseits auch ist.

  4. 4
    Sven Glückspilz says:

    @Muriel – völlig richtig, wie man auch an den entsetzlichen Kommentaren unterhalb dieser Ansammlung unreflektierter Ressentiments aka „Meinung“ feststellen muss.

    Der Beitrag von Michalis Pantelouris ist großartig, er hat meine Bewunderung dafür, die intellektuelle Selbstverleugnung zu schaffen, diesen Text auch noch sachlich und ausführlich in seine Einzelteile zu zerlegen.

  5. 5
    nona says:

    „Gott liebt alle, das sollte ja wohl reichen, da muss ich das ja nicht auch noch“ war schon immer ein genauso gutes Bombenargument wie „meine Ignoranz ist mindestens so wertvoll wie euer Wissen“…

  6. 6
    Kunar says:

    Es sind Rückzugsgefechte von Menschen, die aus der Zeit gefallen sind. Das macht sie aber nicht weniger gefährlich. Oder war ein Thilo Sarrazin etwa „auf der Höhe der Zeit“?

    Noch gibt es einen großen Markt für solche veröffentlichte Meinungen. Quasi das Lagerfeuer, um das die schrumpfende Gemeinschaft der Homo-Hasser zusammenrückt.

  7. 7
    Twipsy says:

    Ich empfehle ein Antimatussivum.

  8. 8
    aka says:

    @ Martin
    „der digitale Russe an der Oderfront“ – köstlich, köstlich!

  9. 9
    MartinII says:

    Ich bin mir nicht sicher, ob man unseren Opas unterstellen sollte dass sie in den Krieg ziehen wollten.

  10. 10
    MartinII says:

    Stefan, ich weiss nicht, ich habe Dich als sowas wie ein unbestechliches Gewissen erlebt. Und hier schreibst Du was von einem „verkalkenden alten Mann“. Okay, seine Schreibe ist stellenweise diskussionswürdig. Aber dann muss man sich doch damit befassen und ihn nicht einfach als irrenden Opa beiseitestellen.

  11. 11
    Stefan Niggemeier says:

    @MartinII: Ich schreibe überhaupt nicht von einem „verkalkenden alten Mann“, und Michalis schreibt, Matussek simuliere einen „verkalkenden alten Mann“.

  12. 12
    MartinII says:

    Echt? Au Mann, wie peinlich!

  13. 13
    Nyck says:

    Ich finde jemand der Liebe mit Bumsen im Sinne der Fortpflanzung gleichsetzt muss sich nicht wundern wenn niemand ihn bumsen möchte.

  14. 14
    Robin S. says:

    Worin besteht denn das Opfer, das Matussek für sich beansprucht? In seinem Text heißt es dazu lediglich, in Deutschland müsse man „soziale Ächtung“ fürchten, wenn man sich so äußert, wie er es einen Absatz später tut.

    Das ist ja nun unbestreitbar richtig. Alles, was ich bislang an Reaktionen gelesen habe hat als Ziel, Matusseks Kommentar die Diskursfähigkeit abzusprechen. Und ist es nicht genau das, soziale Ächtung, was auch Artikel wie dieser fordern? Explizit wird die Verbannung Matusseks aus einem nicht näher benannten Zirkel des seriösen Journalismus (ich vermute wir sind hie auf der richtigen Seite der trennenden Mauer) proklamiert. Unter seinesgleichen sei er nun, und gemeint sind die medial Aussätzigen.

    Nun, das hat womöglich seine Berechtigung. Wenn man aber das Urteil fällt, das man diesseits der Mauer nicht „defizitäre Liebe“ sagen darf, und ich meine hier natürlich nicht das juristische „darf“, dann kommt man nicht umhin festzustellen, dass Matussek gleichsam zu einem Opfer der moralischen Maßstäbe einer die Diskurshoheit innehabenden oder zumindest wehement einfordernden Elite wird. Opfer in dem Sinn, den er selbst vorgibt, und der hier offenbar akzeptiert aber zurückgewiesen wird. Wir wollen ihn hängen sehen, aber gleichzeitig konstatieren wir Verfolgungswahn. Ich sehe da einen Widerspruch.

  15. 15
    Martin says:

    @robin s Jemand sagt Dir, Du bist nicht natürlich, nicht normal. Weil Du keine Kinder zeugst. Weil es in einem Buch steht. Kann Dir wurscht sein. Sicher. Weil Einzelmeinung. Kann aber auch das Salonfähigmachen diverser im Klärbecken schwimmender Kacküberzeugungen sein. Eine Einladung für schlichte Gemüter, jetzt mal endlich zu sagen, was schon immer im hohlen Kopf so vor sich hin mäanderte. Es wäre ganz fein, wenn wir weißen Hetenmänner uns nur für einige Momente in andere Lebensumstände denken könnten, fern jeder Ideologie/Überzeugung/Haltung. Kurz innehalten, Fresse halten, statt den Meinungsschwanz auf den Tisch zu packen. Es ist eine Frage des gegenseitigen Respekts, jemanden als normal anzusehen, der eine andere Orientierung hat. Es ist ebenso normal, jemanden klar zu bezeichnen, der von dieser recht breiten humanistischen Fahrbahn in die mentalen Leitplanken verlässt: als ein Arschloch. Matussek und all die anderen Macker wollen aufhalten, nicht diskutieren. Armselige Klassenclowns im Schreiber-Seniorenheim

  16. 16
    Robin S. says:

    @Martin Wenn ich Dich richtig verstanden habe, dann hat Deine Antwort nichts mit meinem Posting zu tun. Dass man Gründe dafür findet, Matusseks Position abzulehnen und sogar gegen diese anzuschreiben, na klar. Aber es ist ja nicht so, dass geschrieben wird „Der Matussek, der hat unrecht.“ Sondern, eher sowas wie „Der Matussek, der ist ein Arschloch, und sein Auftritt bei Krömer war ja mal voll peinlich.“ Es geht darum, ihn als Person aus dem Diskurs zu nehmen. Wegen einem Text, der hauptsächlich davon handelt, wie ätzend er es findet, dass Leute ständig Vertreter seiner Position aus dem Diskurs nehmen wollen. Es ist ein ideologisches Ringen um die Grenzen deiner humanistischen Fahrbahn. Und mich irritiert die Arroganz, die darin besteht genau das zu leugnen.

  17. 17
    nimmermehr says:

    …Vorsicht… Hochmut kommt vor dem Fall… auch reaktionäre Banalitäten mögen große Macht und schaurigen Einfluss erreichen. Dämliche Statements kommen nicht automatisch von dämlichen Leuten. Intelligente nicht immer von Intelligenten… Auch würde ich große Zweifel anmelden, dass Intelligenz und Bildung wirklich der einzige Weg zu Erfolg sind.
    Kennt man doch, oder?

    Auch Argumentationen die schief oder manipulativ sind, können viele Menschen überzeugen… Klar sollte man solche Leute nicht noch puschen durch übergroße Aufmerksamkeit…
    Aber einen Schreihals totschweigen? Geht das?
    Wie war das, mit der un-betrachtbaren, angeblich „schweigenden Mehrheit“ die seltsamerweise immer ultrakonservative Positionen ganz besonders schnuckelig findet?

    Man kann es auch übertreiben, aber auf Unverschämtheiten darf man schon antworten, meine ich…

  18. 18
    nimmermehr says:

    Bevor es doch wieder falsch verstanden wird mit Unverschämtheiten meine ich schon Matussek. Aber ob man sich einen gefallen tut wenn man ihn Opa nennt? Paranoia bestätigt… Da fühlt der sich womöglich gleich wieder schwer diskriminiert und ergreift die Gelegenheit, sich mit dem ganzen Rest der sich diskriminiert fühlenden gefühlten“Gefühls-Mehrheit“zu solidarisieren.
    „Es beleidigt mich, dass man mir sagt, das was ich sage wäre beleidigend. Wenn Minderheiten schon gnädigerweise ihre Meinung sagen dürfen dann aber bitte höflich. Mehr als ich.“

  19. 19
    Torsten S. says:

    Ich fand ziemlich gut, wie der Nollendorfblog Herrn Mattusek in seine rhetorischen Einzelteile zerlegt hat:
    http://www.nollendorfblog.de/?p=3220

  20. 20
    user unknown says:

    Bevor ich dies las hatte ich meinen Rant schon fertig: http://demystifikation.wordpress.com/2014/02/14/die-welt-homosexualitat-ich-bin-wohl-homophob-und-das-ist-auch-gut-so/

    So, wie die Leute auf unterschiedlichem Stand der Diskussion sind, so fallen auch die Reaktionen unterschiedlich aus. Ich fand, der Text legt so viele Elfmeter auf, dass ich sie einfach verwandeln muss. Zudem dachte ich, zu ein, zwei griffigen Argumenten denen zu verhelfen, die noch auf der Suche sind.

    Die Welt wird ja auch von vielen Leuten gelesen – wäre Matussek wirklich bei den letzten, dann könnte man mit der Karawane weiterziehen. Mein Eindruck ist, dass er vernünftiger agieren könnte wenn er wollte, aber dass er lieber eine Leerstelle besetzt, wo er keine oder wenig Konkurrenz zu fürchten hat, und ein Publikum findet, welches schon applaudiert, weil es endlich mal einer nicht nur in der Kneipe sagt, sturzbesoffen, sondern in die Zeitung schreibt, eine große.
    Aber ich habe seine Schreibe nicht verfolgt – vielleicht war er schon immer so und kann gar nicht anders.

    Jetzt muss ich aber den anderen Links noch folgen.

  21. 21
    AW says:

    Na, sie bauen sich aber gerade ein Gesinnungsschloss auf Matusseks Rücken, oder? Das Ihnen das nicht peinlich ist.
    Und lachen muss ich persönlich, ,wenn SIE Folgendes zitieren:

    „Wenn Opa vom Krieg erzählen will, dann tun wir eben so, als würden wir zuhören, wenn das macht, dass er sich besser fühlt.
    Sollte er allerdings nochmal Stiefel anziehen und in den Krieg ziehen wollen, müsste man ihm schon klarmachen, dass er in der Welt heut nichts mehr zu sagen hat.“

    Hallo? Können sie nicht rechnen? Welcher Opa sollte das sein?
    Nehmen wir mal Kriegsteilnehmer 1942. Wie alt wäre der Geschichtenerzähler dann heute? 94? Oder 104? Glauben sie mir, die haben andere Sorgen als solchen Sabbelköppen wie Ihnen Geschichten zu erzählen oder wieder ihre Springerstiefel anzuziehen: Das ist so in ugefähr Ihre unsaubere Rethorik Sie Schwachkopp.

  22. 22
    alter Jakob says:

    @AW#21:
    Ein Gesinnungsschloss?Auf Mattuschecks Ruecken? Wissen Sie eigentlich wie schwer das ist? Können Sie nicht rechnen? Das hält der Rücken niemals aus!!!

    Das ist so in ungefähr Ihre unsaubere Rethorik Sie Schwachkopp.

    Immer gerne.

  23. 23
    Frank Reichelt says:

    Also wenn mein Opa mir vom Krieg erzählt hat, habe ich immer ganz genau zugehört, es hat meine Einstellung zum Krieg und bewaffneten Konflikten entscheidend geprägt. Was diese Leute erleben mussten, kann sich die Nachkriegsgeneration selbst in den schlimmsten Alpträumen nicht vorstellen.
    Außerdem ist es reichlich ungezogen, dem Opa nicht zuzuhören oder nur so zu tun, damit er sich besser fühlt!
    Rabenenkel!

  24. 24
    Stefan Pannor says:

    Wer 1944 mit 16 zum Krieg eingezogen wurde; ist heute 86, also z.B. nur drei Jahre älter als Theo Sommer – und der erzählt noch recht rüstig.

    Aber ich glaube, um Realismus und Mathematik ging es dem AW eher nicht.

  25. 25
    5zjunge says:

    Ich frage mich, was Niggemeier und Michalis Pantelouris von ihren Opas für Geschichten gehört oder ignoriert haben. Die Geschichten meines Opas haben mich davon überzeugt, den Soldatenstiefeln so fern wie möglich zu bleiben. Ich fürchte, die PolitikerInnen, die Deutschland am Hindukusch, in Timbuktu oder sonstwo verteidigen wollen, haben bei zuwenigen dieser Geschichten zugehört.

  26. 26
    B.Schuss says:

    ich bin bei #2, Rückzugsgefechte. Matussek wird dieses Jahr 60, man soll die Leute auch nicht überfordern mit zu viel Veränderung.
    Wie Jens Spahn bei Maischberger sinngemäß sagte, man kann von Menschen, die in einem anderen Wertesystem aufgewachsen sind, die anders sozialisiert sind, auch nicht erwarten, dass sie von jetzt auf gleich all das über Bord werfen, an das sie ihr ganzes Leben lang geglaubt haben. Schon gar nicht bei Themen, die so zentrale Fragen betreffen wie sexuelle Identität, Familie, Glaube.

    Und sie vom Diskurs aus zu schließen, ist aus meiner Sicht in jedem Fall der falsche Ansatz. Das bestärkt diese Menschen doch nur noch in ihrer Ansicht, dass sie selbst ob ihrer abweichenden Meinungen diskriminiert werden. Inklusion, nicht Ausgrenzung muss hier der Ansatz sein.
    Wenn unsere Gesellschaft eine solch kontrovers geführte Debatte nicht aushalten kann, ist es mit tatsächlicher Meinungsfreiheit wahrlich nicht weit her in diesem Land.
    Dann kann man auch gleich die Gerichte abschaffen, und den Feuilletons, Bloggern, und Dampfplaudereren in den Medien die Hoheit über den öffentlichen Diskurs geben. ^^

  27. 27
    B.Schuss says:

    Nachtrag: Diskurshhoheit im Sinne von: zu entscheiden, was noch zulässige Meinung, und was schon Diskriminierung ist.

  28. 28
    orientierungsläufer says:

    „so zentrale Fragen […] wie sexuelle Identität, Familie, Glaube.“

    Nur eben nicht: die eigene sexuelle Identität, die eigene Familie, der eigene Glaube. Und ich denke, auch 60-Jährigen muss man sagen können: Das geht Sie einen feuchten Kehricht an.

  29. 29
    alter Jakob says:

    @B.Schuss #26:
    Sie sind ja gar nicht bei #2. Der will die Alten in die Sonne schieben, auf dass sie dann dort ignoriert werden.

    Aber wie soll denn Ihr Vorschlag überhaupt funktionieren? Der Matussek darf also Homosexuelle diskriminieren (Vorsicht, seine „Meinung“ zu Homosexuellen ist nämlich keine Meinung sondern eine Haltung/Gesinnung) und ich muss mir seinen Hirnfurz nicht nur anhören, sondern darf nicht einmal sagen dass der stinkt weil ich sonst sein in 60 Jahren Ignoranz verhärtetes Weltbild erschüttern könnte? Und wenn Matussek dann seinem Nachwuchs sein eigenes Weltbild überstülpt, dann gilt das gleiche auch für die? Immerhin haben die in 20 Jahren dann ja auch schon lange ein solches Weltbild.

    Das eigentliche Opfer der Homophobie ist hier also der homophobe Matussek. Denn Homophob genannt zu werden ist schon richtig schlimm, vor allem wenn es zutrifft.

    http://www.stefan-niggemeier.de/blog/homophobie-ist-heilbar/

    Aber Ihr Vorschlag einmal weitergedacht: Muss konsequenterweise die gleiche Rücksicht, die Sie für Matussek fordern, dann nicht auf für Rassisten gelten, bspw. für einen waschechten und in „Ehren“ ergrauten KuKluxKlan-Aktivisten, weil der doch eigentlich auch ein Recht auf ein eigenes unerschüttertes Weltbild hat? Beispielsweise wenn der einen Unterschied zwischen einer Ehe von Weißen und Schwarzen Menschen sieht? Und wenn es Ihrer Meinung nach nicht vergleichbar sein sollte, wo ist der qualitative Unterschied zwischen Rassendiskriminierung und Diskriminierung der sexuellen Identität?

    Ne, wenn ich darüber nachdenke bin ich anderer Meinung. Unfug muss auch in Zukunft unbedingt als solcher bezeichnet werden. Auch wenn er aus dem Mund eines alten, verbohrten Mannes tropft (wobei dieses Bild auch schon diskriminierende Ansätze hat…).

  30. 30
    B.Schuss says:

    hm, so einfach scheint es ja nicht zu sein. Denn Toleranz ( im Sinne von: „es geht mich nichts an, macht was ihr wollt, aber gut heissen muss ich es nicht“ ) reicht manchen Leuten ja anscheinend nicht. Denn Toleranz ist Duldung, und Duldung ist schon Diskriminierung. So klang das zumindest hier durch, im anderen Thread. Was verlangt wird, ist ja offenbar mehr, ist Akzeptanz, ist positive Bewertung. Und da denke ich halt, dass man von Menschen, die noch mit §175 aufgewachsen sind, ein zu viel an Akzeptanz nicht unbedingt erwarten kann ( wie Spahn schon sagte ). Werfe ich auch niemandem vor. Jeder ist das Ergebnis seiner Erziehung, und seines Umfeldes.
    Die Frage ist, in wie weit man die eigene Bewertung in diesen Fragen zum allgemein gültigen Anspruch für die Gesellschaft, in der man lebt, hoch stilisiert. Da ist natürlich Vorsicht angebracht. Für beide Seiten, wie ich finde.

  31. 31
    Leonie says:

    So so, jemand, der dieses Jahr 60 wird, ist also – bei nicht genehmer Meinungsäußerung – als „Opa, der vom Krieg erzählt“ zu ignorieren?

    Nur mal so: Günther Dück hatte bereits 2011 seinen 60sten!
    Und dieses Jahr werden 60:

    Peter Schaar, Angela Merkel, Jürgen Trittin, Dieter Bohlen, Jean-Claude Juncker, Eva Mattes, François Hollande, Thomas de Maizière, Oprah Winfrey, Thomas Oppermann….

    Wenn jemand Blödsinn schreibt wie Matussek, sollte man ihn inhaltlich „zerlegen“oder STILL ignorieren. Bloßes Altersbashing ist die denkbar schlechteste Alternative!

  32. 32
    alter Jakob says:

    Wenn jemand seine Homophobie für sich behält, dann kann ich das auch Dulden. Wenn aber jemand versucht andere öffentlich Menschen zu diskriminieren, dann muss man auch dagegenhalten dürfen. Auch wenn dieser jemand das „Ergebnis seiner Erziehung“ist. Denn mit dem Argument kann ich auch Steinigungen im nahen Osten, den unbegrenzten Walfang, Sklaverei, Rassismus oder was auch immer rechtfertigen.

    Das Problem ist doch, dass ein Ungleichgewicht der Konsequenz herrscht. Der eine (Matussek) hat alles, wird nicht aufgrund seiner Identität dikriminiert und will die Wertigkeit anderer Menschen mit seinem kruden Weltbild definieren.
    Die andere Seite wird tatsächlich benachteiligt und muss sich dann anhören, dass es doch nicht so schlimm sei wenn man sie als Menschen nicht für gleichwertig hält. Ja sogar dass man ihre Identität als bewusst gewählten Lebensentwurf beschreibt, so als hätte sich ein Homosexueller gerne für die Diskriminierung entschieden.

    Ich empfehle tatsächlich mal die Rede von Panti anzuhören. Da werden viele Sachen beschrieben, die jedenfalls mir einen tieferen Einblick gegeben haben, wie Diskriminierung sich auswirkt.

  33. 33
    Pete says:

    Jetzt muss ich mal Max Planck zitieren, der über wissenschaftlichen Fortschritt schreibt:

    „Eine neue wissenschaftliche Wahrheit pflegt sich nicht in der Weise durchzusetzen, dass ihre Gegner überzeugt werden und sich als belehrt erklären, sondern vielmehr dadurch, dass ihre Gegner allmählich aussterben und dass die heranwachsende Generation von vornherein mit der Wahrheit vertraut gemacht ist.“

    Ich denke das lässt sich auch auf gesellschaftliche Veränderungen übertragen.

    Ich glaube ich nicht, dass es viel Sinn macht, zu versuchen, alte Leute mit festgefahrenen Meinungen zu überzeugen.
    Die Erfolgsaussichten sind gering, und der Nutzen ebenfalls, da diese Leute in ein paar Jahren ohnehin aus dem Diskurs ausscheiden werden.

  34. 34
    B.Schuss says:

    alter Jakob, sie legen mir Worte in den Mund, die ich nicht gesagt habe. Wo habe ich behauptet, dass Matussek ungestraft Schwule ( oder irgendwen anderes ) diskriminieren darf ?
    Ich sage lediglich: man muss sie ernst nehmen, man muss sie an der gesellschaftlichen Debatte teil haben lassen, ihnen Argumente entgegen setzen, auf das sie sich in all ihrer Rückständigkeit selbst entlarven.
    Wenn man sie aus schließt, ihnen das Recht auf Teilnahme am Diskurs verweigert, verliert man aus meiner Sicht den „moral high ground“, den man doch so offensichtlich für sich beansprucht.

    Sie sagen: „seine »Meinung« zu Homosexuellen ist nämlich keine Meinung sondern eine Haltung/Gesinnung“.
    Ich frage: warum dürfen Sie das für alle entscheiden ? Was noch zulässige Meinung, und was schon böse Gesinnung ist ?

    Ich fordere auch keine besondere Rücksicht für Herrn Matussek. Sondern ich gestehe ihm lediglich das Recht zu, was jeder von uns hier auch ganz selbstverständlich in Anspruch nimmt, nämlich Meinungsfreiheit.

    Und ja, ich würde dieses Grundrecht jedem zugestehen, auch dem von Ihnen angesprochenen KKK’ler. Nicht, weil ich seine Ansichten teile, sondern weil ich der Ansicht bin, dass die Meinungsfreiheit eine der wichtigsten Grundvoraussetzungen einer offenen, freien Gesellschaft ist.

  35. 35
    B.Schuss says:

    @#32: und natürlich dürfen Sie dagegen halten, Jakob. Niemand hier, schon gar nicht ich, spricht Ihnen dieses Recht ab.
    Meinungsfreiheit, ich sprach es schon an.
    Die Frage ist, an welchem Punkt wir entscheiden, wo Meinungsfreiheit aufhört. Und welche Konsequenzen wir für den fordern, der nicht unsere Meinung vertritt. Ich sage: Ausschluss vom Diskurs kann und darf nicht die Antwort sein.

  36. 36
    nothing says:

    Da ist man natürlich am Ende des Diskurses angekommen. Wie die Homosexuellen auch stellt sich der Homophobiker hin und sagt: »So bin ich, ich kann nicht anders.« Jeweils hält man den anderen für moralisch defizitär. Da ist möglicherweise ein Körnchen Wahrheit drin, dass sich Fragen der Moral bei sehr gegensätzlichen Moralsystemen gar nicht mehr argumentativ lösen lassen. Zudem sind ja vielleicht auch die Homophobiker Gefangene ihrer Sozialisation und biologischen Determiniertheit. Gerade bei Sexualität ist ein allgemeines Phänomen, dass man das, was man für sich selbst abstoßend findet, auch anderen verbieten will (z.B. Inzest). Da macht es natürlich auch keinen Sinn mehr, darauf argumentativ zu antworten. Kann man gar nicht, denn die andere Position wird gar nicht von Argumenten getragen, sondern von Emotionen, die man nicht teilt. Normaaaatussek macht relativ deutlich klar, dass seine Ablehnung primär emotional begründet ist (Es), wobei er es eigentlich besser weiß (Über-Ich). So kann man den Text als selbstquälerische Abarbeitung an einem Thema lesen, bei dem seine Gefühle (Ablehnung) nicht mit seinem Wissen um gesellschaftliche Normen (Akzeptanz) einhergeht. Er ringt mit seinem inneren Nazi. Und verliert. Der Text strotzt nur so vor dem Bewusstsein, dass er damit Unrecht tut (Gott liebt, Normaaaatussek kann es nicht).

  37. 37
    alter Jakob says:

    @B.Schuss: Wie soll ich mit jemandem diskutieren, den ich nicht überzeugen darf? Sie sagen doch, dass man Matussek seine „Meinung“ lassen müsse (impliziert für mich, dass ich nicht widersprechen darf), gleichzeitig aber auch nicht vom Diskurs ausschließen dürfe. Das läuft dann darauf hinaus, dass ich ihm zwar zuhören muss, ihm aber nicht widersprechen darf.

    Wenn mit Meinungsfreiheit „Redefreiheit“ gemeint ist, dann gibt es ja kein Problem. Matussek darf doch in der Öffentlichkeit frei von der Leber weg diskriminieren. Und muss dann halt mit den Reaktionen leben. Das wäre ja dann genau die Debatte, die Sie geführt haben wollen.

    Und dass Rassismus und andere Formen der Diskriminierung als „Meinung“ zählt, das sehe ich anders. Ich mach’s mir da jetzt einfach: Lassen Sie mir doch einfach meine Meinung. Aber schließen Sie mich nicht gleich aus der Diskussion aus, das geht nämlich nicht (sagen Sie)…

  38. 38
    alter Jakob says:

    Nachtrag zu #37:

    Ich sehe einen Widerspruch in Ihrer Aussage, man solle Matussek nicht überfordern mit Veränderung (#26) aber man dürfe ihm durchaus widersprechen. Widerspreche ich ihm, dann „überfordere“ ich ihn gleichzeitig, weil ich ihn natürlich überzeugen bzw. zum Umdenken seiner Position bringen will (auch wenn ich weiß dass es nicht geht).

  39. 39
    ludoergosum says:

    @B.Schuss

    „Ich sage: Ausschluss vom Diskurs kann und darf nicht die Antwort sein.“

    Also letztendlich lautet Ihre Ansicht: „lasst uns darüber Diskutieren, wenn wir diskriminieren dürfen.“

  40. 40
    polyphem says:

    @Pete (#33): Da haben Sie so schön geschrieben, aber mit ihrem letzten Teilsatz „..und der Nutzen ebenfalls, da diese Leute in ein paar Jahren ohnehin aus dem Diskurs ausscheiden werden.“ decouvrieren Sie sich als zynisches Arschloch.

  41. 41
    R Lingnau says:

    Er (M.) ist offen lesbar aufgebracht. Vielleicht, weil er nicht zusammenbringen kann, was Familie, was Vermehrung, und was Aufklärung ist. Er schreibt ja auch, dass die „Vielfalt gepredigt“ werden soll. Für ihn gibt es Erkenntnis nicht, für ihn gibt es die Wahrheit in Form von Predigten, die von anerkannten Autoritäten ausgesprochen wird. Aus dem ganzen Text spricht so eine Unsicherheit. Vielleicht, wenn ihm seine Orientierung eines Tages klar wird (welcher Art auch immer), vielleicht wird es dann besser. Für ihn. Für alle anderen, egal, wen oder was sie lieben wollen (oder auch nur f*), ist seine Meinung vielleicht gar nicht so entscheidend, wie man dem Sturm der Diskussion entnehmen könnte.

  42. 42
    Marcus Ewald says:

    Na was Herr Matussek versucht, ist doch das Wort „homophob“zu resozialisieren. Wir eine passiv-aggressive Großmutter schmollt er beleidigt rum und „na gut, dann bin ich halt homophob“ und versucht zu begründen, weshalb das wiederum normal sei.

    So schön ignorieren wäre, so nötig ist trotzdem das sachliche Widerlegen dieses Spinners. Er ist halt *tatsächlich* homophob und nicht ein normaler, der homophob genannt wird.

    Wen die Details der Argumente interessieren … hier:
    https://istdasliberaloderkanndasweg.wordpress.com/2014/02/14/herr-matussek-ist-tatsachlich-homophob/

  43. 43
    Linus says:

    Irgendwie macht das tierisch müde. Diese armen alten Arschlöcher. Da muss man echt Rücksicht auf die Empfindsamkeiten nehmen. Wenn die die letzten 300 Jahre Aufklärung verpennt haben, darf man sie nicht mit zuviel Moderne überfordern. Das wäre ja Zensur.

  44. 44
    Robin S. says:

    Dass hier jetzt wiederholt die Forderung formuliert wurde, man werde Matussek ja noch kritisieren dürfen, ist eigentlich ziemlich witzig. „Man wird ja noch sagen dürfen, Matussek sei ein Arschloch“, oder so.

  45. 45
    manitoba says:

    Ich bin heterosexuell und das ist gut so. Fröhliche Grüße an die heterophoben Mitmenschen.

  46. 46
    DaW says:

    @ Robin S.:

    „Dass hier jetzt wiederholt die Forderung formuliert wurde, man werde Matussek ja noch kritisieren dürfen, ist eigentlich ziemlich witzig.“

    Wieso ist das witzig? Das nennt sich „Meinungsfreiheit“. Die beinhaltet nämlich auch das Recht, widersprechen zu dürfen.

    „‚Man wird ja noch sagen dürfen, Matussek sei ein Arschloch‘, oder so.“

    Jemand, der genau das – nur gepflegter ausgedrückt – gegenüber Homosexuellen sagt, muss damit klarkommen.

    @ manitoba:

    „Ich bin heterosexuell und das ist gut so. Fröhliche Grüße an die heterophoben Mitmenschen.“

    Herzlichen Glückwunsch. Leider kenne ich keine heterophoben Menschen. Sie etwa?

  47. 47
    alter Jakob says:

    Manche Leute wollen offenbar unbedingt zeigen wie einfach sie im Kopf gestrickt sind. Mir wär das ja zu peinlich, aber bitte, jeder wie er will. Wenn’s schon dem Matussek nix ausmacht, können seine Jubelperser sich offenbar nicht lumpen lassen…

  48. 48
    Peter von Kahn says:

    @alter Jakob: Der eine wird halt homosexuell und schlau geboren, der andere heterosexuell und dumm. Das kann sich niemand aussuchen. Deshalb sollte man sich über den einen oder anderen nicht verächtlich äußern. Sonst betreibt man gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit.

  49. 49
    alter Jakob says:

    Wenn ich jetzt nicht wuesste, dass es auch schlaue heterosexuelle und dumme homosexuelle Menschen gibt und dass die dummen manchmal absichtlich und gerne dumm bleiben, wuerde ich Ihnen zustimmen…

  50. 50
    manitoba says:

    Manche vertragen es halt nicht, wenn einfach nur ein Spiegel aufgestellt wird. Die Reaktionen sind dementsprechend plump.

  51. 51
    nimmermehr says:

    @manitoba …aber das ist doch das Problem… sie sind anscheinend unfähig sich vorzustellen wie es ist, mit dem Wissen zu leben, dass man für seine Liebe noch vor vierzig Jahren eingesperrt wurde und auch heute noch in vielen Ländern zu Tode verurteilt werden kann. Stellen sie sich mal vor wie es wäre, wenn sie irgendwo ihre Frau/Mann und ihre Kinder erwähnen und jemand schnauzt zurück: „Lass mich mit deiner Sexualität in Ruhe.“
    „Homo“ und „Schwul“ ist nach wie vor Schimpfworte, die alles schlechte und peinliche betiteln. „Heterosexuell“ mit Sicherheit nicht, und das ist gut so.

    Alles einfach umzudrehen und so zu tun als würde man für Heterosexualität diskriminiert werden – das ist nicht nur unfair, es ist paranoid weil es nichts, aber garnichts mit der Realität zu tun hat. Ich kennen keinen einzigen Homosexuellen der auch nur im Traum daran denken würde einem Mann über den Mund zu fahren wenn er sagt: „Ich habe einen Freundin.“ Oder unter den tausendsten Artikel über die Hochzeit irgendeines Prominenten zu schreiben: „Lasst mich mit eurer Heterosexualität in Ruhe.“

    Deshalb auch „Homophobie“ … es ist eine irrationale Angst die nichts mit der Realität zu tun hat, Homosexuelle sind eine Minderheit und keine Bedrohung. Diese Minderheit kann heute, anders als vor vierzig Jahren, ab und zu mal ihre Meinung sagen. Wenn sie DAS als „Unterdrückung“ und „Diskriminierung“ ihrerseits empfinden, ist das, tut mir leid, gespaltene Wahrnehmung.

    Kennen sie einen Homosexuellen? Irgendeinen? – nicht aus dem Fernsehn?

    Sie werden auf den Arm genommen von Menschen an ihrem Jubel und an ihren Spenden interessiert sind. Es GIBT keine unheimliche schwule Verschwörung, die die Welt mit Outings füllt und versucht Leute umzupolen. Dafür sind wir viel zu wenige.
    Sowas macht die Evangelikale Kirche aus der Gegenrichtung und versucht von ihren Grausamkeiten abzulenken, in dem sie der Gegenseite präventiv die eigenen Menschenverachtung vorwirft.

  52. 52
    OJ says:

    Angesichts des demographischen Totalstversagens der hiesigen politkulturellen Gruppe lehne ich mich genüsslich zurück und freue mich schon darauf, dass dereinst Historiker Kommentarspalten wie diese hier angesichts von Weisheiten wie „dass Homos keine Kinder kriegen, ist eine skurrile Argumentation“ als untrügliches Zeichen des Verfalls ihren Kindern als Warnung mitgeben werden.

  53. 53
    Stefan Niggemeier says:

    @OJ: Könnten Sie sich nicht einfach so weit „genüsslich zurücklehnen“, dass Sie mit Ihren Fingern nicht mehr an die Tastatur kommen?

  54. 54
    OJ says:

    „Niggi“, ich weiß, dass dich jeder Dissens kirre macht. Das zeigt ja schon der Titel dieses lächerlichen Threads hier. Die Tatsache, dass es jemand wagt, nicht vollends ins Horn der Homovergötterung zu blasen, also die reine Tatsache, dass es jemanden gibt, der von der herrschenden Meinung abweicht – das hat schon Nachrichtenwert. Und wie sich dann immer alle um die diversen digitalen Lagerfeuer versammeln, um sich gegenseitig wieder und wieder zu versichern, dass das alles Ewiggestrige (auch die, die nach ’45 geboren sind, sowas vererbt sich halt) sind, die bald aussterben. Spricht schon Bände.

  55. 55
    Stefan Niggemeier says:

    Ich deute das mal als „Nein“.

  56. 56
    OJ says:

    Textverständnis 1+, setzen! Und ansonsten schön weiter Handlungsleitfäden dafür raushauen, was man mit bestimmten Leuten zu machen hat. Das nennt sich dann wohl „Online-Journalismus“. Flattr und Co. zahlen auch sicher mehr als der SPIEGEL.

  57. 57
    amfenster says:

    Hab ich schon mal erwähnt, dass mir dieses ständige gewollte Missverstehen der Bitte, Homosexuelle nicht mehr zu diskriminieren, als Zwang zur „Homovergötterung“ tierisch auf die Nerven geht?

  58. 58
    Linus says:

    @amfenster

    Bestimmt. Aber das kann man nicht oft genug sagen.

  59. 59
    DaW says:

    @ OJ: Ich glaube eher, künftige Historiker werden „Beiträge“ wie die ihrigen etwa genauso betrachten wie wir die Hexenverbrennung. Kopfschüttelnd und als rückständig.

  60. 60
    awmrkl says:

    @Stefan Niggemeier

    Vielen Dank für Deinen sehr treffenden Artikel gestern in der FAZ/FAS. Wären doch alle Ergüsse zum Thema so klar und dabei im besten Sinn humanistisch positioniert.

  61. 61
    B.Schuss says:

    @#37, alter Jakob:

    warum soll eine Diskussion nur dann Sinn machen, wenn Sie ihren Diskussionsgegner von ihrem Standpukt überzeugen dürfen ?
    War denn bei Maischberger davon auszugehen, dass Spahn / Jones bzw. Kelle und Steeb die jeweils anderen von ihrem Standpunkt überzeugen würden ? Die Diskussion gewint ihren Wert aus meiner Sicht schon alleine dadurch, dass sie offen und mit einem Mindestmaß an Respekt dem anderen gegenüber geführt wird.
    Der Zuschauer hört abweichende, konkurrierende Meinungen, erweitert vielleicht seinen Horizont. Was soll daran falsch sein ?

    Und warum implizit meine Aussage, Matussek seine Meinung zu lassen, dass Sie ihm nicht widersprechen dürfen ? Natürlich dürfen Sie das, aber müssen im Zweifelsfall eben damit leben, dass sie ihn nicht überzeugen ( so wie er Sie nicht überzeugt hat ). Man geht friedlich auseinander, agree to disagree.

    Und ein Problem gibt es ja anscheinend doch. Denn in der Debatte, wie sie bisher geführt wurde, drang ja immer die Ansicht durch, dass Matussek eben keine „Meinung “ vertritt, sondern eine „Gesinnung“, welche abzulehnen ist. Und er sie demnach – zumindest habe ich das so verstanden – gar nicht erst äussern darf. So nach dem Motto, „mit Leuten wie Ihnen diskutiere ich nicht“. Und das finde ich halt wenig hilfreich.
    Besonders wenn man für sich den moral high ground beansprucht.

  62. 62
    B.Schuss says:

    @#39: ludoergosum:

    nein, ich sage: Ausschluss vom Diskurs kann und darf nicht die Antwort sein. Wenn man aufhört, miteinander zu reden, oder einem der Diskussionsteilnehmer das Recht abspricht, an der Diskussion weiter teil zu nehmen, kommt man gar nicht weiter, in einer gesellschaftlichen Debatte.

    Und nein, das ist kein Freibrief, andere zu diskriminieren.

  63. 63
    alter jakob says:

    #63 B.Schuss: Ich verweise auf meinen Kommentar #38. Zwischen „dürfen“ und „können“ gibt es halt einen relevanten Unterschied, den Sie gerade vermischen. Wie gesagt, wenn Sie es nicht so gemeint haben, wie ich es aus Ihrem Kommentar #26 gelesen habe, dann gibt es kein Problem. Ich vertrete ja auch nur meine Position.

    Und warum haben Sie denn ein Problem mit meiner Meinung, dass Matussek versucht seine Gesinnung zu verbreiten und keine Meinung? Nehmen Sie sich doch selbst beim Wort: „Agree to disagree“. Gerade weil ich Matussek und den anderen geistigen Tieffliegern eine abzulehnende Gesinnung attestiere, gewinnt doch die Diskussion an Wert. Abweichende, konkurrierende Meinungen erweitern vielleicht den Horizont, und so.

    P.S. Das mit dem Respekt (bspw. vor Menschen) sollten Sie mal Matussek schreiben…

  64. 64
    B.Schuss says:

    naja, ein Problem habe ich damit nicht, das wäre wohl zu viel der Ehre. Wir sind da höchstens unterschiedlicher Ansicht… ;)

    Und sicher können Sie ihre Meinung haben und vertreten, da bin ich ganz bei Ihnen. Schwierig wird es aus meiner Sicht nur, wenn Sie ihre Meinung als allgemeinverbindlichen Maßstab für die Gesamtdiskussion nehmen, und daraus dann Forderungen für das Verhalten der anderen Diskussionsteilnehmer ableiten.
    Wenn Sie also entscheiden, wo Meinung aufhört, und ( abzulehnende ) Gesinnung anfängt. Und zwar nicht nur für sich selbst, sondern gleich mal für alle anderen mit.
    Und das ist aus meiner Sicht eben mehr als bloßes „agree to disagree“.

    Ist natürlich nur meine Meinung. Können Sie anders sehen.
    Was Matussek angeht, die „Welt“ verweist am Ende seines Beitrages auf welt.de auf Beiträge zweier Kollegen, die ihm widersprechen. Ganz selbstverständlich. Das ist die Art von offener Debatte, die ich mir vorstelle. :)

  65. 65
    OJ says:

    @DaW: Sie können sich natürlich nicht vorstellen, dass Historiker der Zukunft dereinst anders über die Zustände urteilen werden, als Sie heute. Das ist verständlich und nur allzu menschlich. Wenn man aber einfach mal derzeitige Vermehrung- und Integrationsverweigerung des Westens extrapoliert, kommen mir da meine Zweifel. Im Übrigen ist die Einstellung, dass man gerade die Zeit durchlebt, in der die letzten Zöpfe vormodernen Denkens abgeschnitten werden, so alt wie die Aufklärung selbst. Oder glauben Sie, Kant hätte damals mit sowas wie der Judenvernichtung gerechnet? Von daher finde ich Ihre Einschätzung „ewiggestrig“.

  66. 66
    DaW says:

    @ OJ:

    Homosexuelle als Menschen zu akzeptieren und ihnen die gleichen Rechte zuzugestehen hat nichts, rein gar nichts mit Vermehrungsverweigerung zu tun. Denn Homosexuelle haben ja auch früher eher wenig Kinder bekommen. Nur weil es in der Öffentlichkeit keine Homosexualität gab, war sie nicht nicht vorhanden. (Viel gefährlicher für den Fortbestand der Menschheit kann übrigens die sinkende Fruchtbarkeit von Männern wegen Plastikrückständen im Trinkwasser werden. Aber dazu müsste man ja sein eigenes Verhalten überdenken, nicht nur das von anderen.)

    „Im Übrigen ist die Einstellung, dass man gerade die Zeit durchlebt, in der die letzten Zöpfe vormodernen Denkens abgeschnitten werden, so alt wie die Aufklärung selbst. Oder glauben Sie, Kant hätte damals mit sowas wie der Judenvernichtung gerechnet.“

    Nur damit ich Sie richtig verstehe: Sie sehen selbst ein, dass Ihr Gedankenschlecht („-gut“ will ich das nicht nennen) rückschrittlich ist, so wie Antisemitismus schon zu Kants Zeiten rückschrittlich war. Sie weisen außerdem darauf hin, dass eine Verweigerung der Menschenrechten bestimmten Gruppen gegenüber früher oder später zum Massenmord gegen diese Gruppen führt (warum sollten Sie sonst dieses Beispiel anführen?).

    Was genau haben Sie eigentlich mit Homosexuellen vor? Darüber hinaus: heute wird der Holocaust ja wohl allgemein etwas anders gesehen als vor 70 Jahren… und die heutige Zeit liegt ja bekanntlich auch nach Kant.

  67. 67
    DaW says:

    Achso, ich bin mir natürlich bewusst, dass heute auch nicht das Ende der Zeit ist (und Bewertungen historischer Ereignisse sich ändern können). Insofern ist der Widerspruch von OJ aber auch ziemlich dumm, widersprechen sich seine und meine These ja nicht, da „Zukunft“ ja zeitlich nicht eingeschränkt ist.

    Eine Bitte noch an OJ: Auch wenn Sie nun „leider“ in den „Henker“gehen können, Sie finden doch sicher eine andere Weise, sich zu beschäftigen. Ich würde vorschlagen, Sie wandern in den brasilianischen Dschungel aus, ohne Internetzugang natürlich. Die Welt wäre eine bessere.

  68. 68
    DaW says:

    Es sollte heißen: „Auch wenn Sie nun ‚leider‘ NICHT MEHR in den ‚Henker‘ gehen können…“

  69. 69
    Ste says:

    OJ spricht von Historikern wie Arnulf Bahring, nur mal so. Und diese beliebte Vermehrungsminderungs-Panikthese und Argumentation anhand einer verschwurbelten Evolutionstheorie ist natürlich nur die Verschleierung des eigentlichen Grundes der jeweiligen Ächtung, wie so oft; mit scheinbar rationalen Gründen lässt es sich besser gehirnwaschen.

  70. 70
    OJ says:

    Nö Ste, ich hab ja gar nix gegen Schwule, die können auch gerne Händchenhalten. Öffentliches Popoficken am CSD widert mich hingegen an, egal ob Mann/Frau, Mann/Mann. Hier ist man damit natürlich nicht mehrheitsfähig.
    Mein Punkt war aber eher, dass die These, dass diese westliche Kultur (inkl. Toleranz von Schwulen) sich immerwährend durchsetzen wird (und deswegen auch „künftige Historiker“ – nein, nicht Baring – auf meine Posts kopfschüttelnd zurückblicken werden) doch sehr gewagt, schon weil der Westen seit Jahrzehnten nicht mehr in der Lage ist, sich selbst zu erhalten, geschweige denn eine Narrative mit Überzeugungskraft für andere aufrechtzuerhalten. Aber das ist natürlich eine rechtsradikale Verschwörungstheorie, weil nicht sein darf, was nicht sein soll. Alle Kulturen der Weltgeschichte sind untergegangen, nur die neuzeitlich-westliche wird ewig bestehen. Das ist für Sie gesetzt, oder Ste?

  71. 71
    alter Jakob says:

    Hab ich etwas überlesen? Öffentliches Popoficken wird hier propagiert? Oder ist das der übliche Strohmann der untergehenden Kultur (die Humanisten sind offenbar ja erst später dran)? Aber den Aluhutapologeten sei gesagt: Noch gibt es Schritt für Schritt immer mehr Menschen, denen die Menschenrechte zugestanden werden. Bis das sich möglicherweise wieder umkehrt ist die jetzige Generation nicht mehr an der Entscheidung beteiligt…

  72. 72
    Peter says:

    OJ, ich erwarte von Ihnen, dass sie folgende Ihrer Aussagen hinreichend belegen oder konkretisieren, meinetwegen mit Statistiken oder Youtube-Videos – Hauptsache glaubhaft, ansonsten besteht kein weiterer Grund, auf irgendeine Ihrer seltsamen Ansichten einzugehen:

    – Wie erklären sie einen Niedergang des Westens dank Homosexueller (und was sagen Sie dann zu den Themen Globale Erwärmung, der drohenden Überbevölkerung der Welt – für die Europa nur eine marginale Rolle spielt, Euthanasie usw. usw.)?

    – Was spricht dagegen, dass Homosexuelle Kinder adoptieren (abgesehen davon, dass es intolerante Deppen wie Sie-wissen-schon-wen gibt)? Warum (ich unterstelle Ihnen hier offensichtlich, dass Sie das glauben) wären diese schlechtere Eltern?

    – Wie können Sie von „Homovergötterung“ sprechen, wenn es offensichtlich nur um Gleichstellung und -behandlung geht (nun, zumindest wäre das in etwa hier vertretene der Konsens, dem Sie ja so vehement widersprechen)? Wenn Sie sich in einen Mann verlieben würden (da ich auch hetero bin, kann ich verstehen, dass einem dieser Gedanke nicht unbedingt leicht fällt), wodurch in aller Welt würden Sie sich vergöttert fühlen?

    (Das mit dem öffentlichen Analverkehr wäre wohl so oder so kein richtiges Argument, es kursieren schließlich auch genug Videos von Heterosexuellen im Internet, die sich inmitten von ahnungslosen Leuten vergnügen)

  73. 73
    Ste says:

    Ich habe nichts dagegen, dass irgendein Mensch ausstirbt. Ich habe was dagegen dass ein Mensch getötet wird, weil er gerne Regenbogen mag oder sich Glitter zum CSD an die Wangen schmiert. Einverstanden?

  74. 74
    Ste says:

    Bock auf Kunst, Rebellion und Aufklärung?: http://www.youtube.com/watch?v=je-v2tRr6Kc

  75. 75
    Peter says:

    Weil mir das gerade noch einfiel: Was spricht überhaupt gegen „Homovergötterung“?
    Die Menschen haben schon alle Arten von Leuten vergöttert – von Kaiser Augustus bis Hitler. Was spricht denn dagegen, mal einen Tempel für Oscar Wilde, Morrissey und James Dean zu bauen?

  76. 76
    OJ says:

    Dagegen spricht natürlich gar nichts, das steht jedem frei. Genau so, wie es jedem frei steht, derlei Kult nicht zu folgen. Letzteres scheint hingegen nicht konsensfähig zu sein. Nun ja, jede Kultur hat eben so ihre eigenen Häretiker.

  77. 77
    Peter says:

    OK, und worin besteht dieser Kult ihrer Meinung nach? Was hat er mit anderen Kulten gemeinsam?

  78. 78
    janar says:

    Lieber Herr Niggemeier,

    herzlichen Dank für Ihren wunderbar präzisen Artikel in der „FAZ“ vom vergangenen Samstag über diesen verwunderlichen Kulturkampf; an Klarheit und Differenziertheit ist der vermutlich nicht zu übertreffen!

    Nur ein kleines Detail: Die Schauspielerin Ellen Page sprach auf einer Konferenz der Organisation „Human Rights Campaign“ (http://www.hrc.org/), nicht „Human Rights Watch“ (http://www.hrw.org/), wie Sie schrieben. So weit ich weiß, sind diese beiden Organisationen nicht miteinander verbandelt, haben aber ähnliche Ziele, wobei sich HRC speziell der LGBT community widmet.

    Beste Grüße,

    janar

  79. 79
    Stefan Niggemeier says:

    @janar: Danke! Und oh ja, stimmt, blöder Fehler!

  80. 80
    amfenster says:

    Dem Dank schließe ich mich an, das war – seit Panti,sofern das überhaupt vergleichbar ist – der beste Beitrag zum Thema!

  81. 81
    nimmermehr says:

    @OJ Die „Kultur“ wird irgendwann daran „untergehen“, wie so viele andere vor ihr, dass sie vor Angst und Dekadenz das Denken verlernt, und sich an Pseudoproblemen abarbeitet… Homosexualität stellt keine Gefahr dar, nicht für sie, nicht fürs Bevölkerungswachstum oder sonst jemanden.

    Für „Homoverehrung“spricht nicht, wie ein ganzer Menschenschlag hysterisch wird, weil heute in der Zeitung Nachrichten über homosexuelle Menschen stehen. Minderheiten haben etwas exotisches, bringen Auflage. Der leicht durchschaubare, pseudo-positive Tonfall ändert wenig an der oft stereotypischen Darstellung als Sonderwesen und Freaks. Man ist auch nicht blöde, bei offenen Angriffen würden zu viele denken: Das ist gemein.
    In Reaktion auf Diskriminierung können Minderheiten heute ab und zu ihre Meinung kundtun.
    Wenn sie diise Kritik an z.B. ihrer Meinung als Einschränkung ihrer Meinungsfreiheit sehen, frage ich mich wieviel sie von Meinungs- und Pressefreiheit wirklich halten.

    Der Glaube das Homosexualität zu einem Bevölkerungsrückgang führen könnte, ist unlogisch.
    Wenn daran etwas Wahres wäre, dürfte Homosexualität gar nicht existieren, weil sie die Evolution über Jahrmillionen längst ausgesiebt hätte.
    Es gibt sie aber – bei Menschen, bei Tieren.

    Es ist in der Wissenschaft schon seit intoleranten Zeiten ein Allgemeinplatz, dass sexuelle Orientierung -keine- Entscheidung und eigentlich nicht veränderbar ist. Auch unter Forschern und Ärzten die Homosexuelle ganz offiziell nicht leiden konnten war soviel klar.

    Man kann an Leuten natürlich über Jahre teuer herum-therapieren, bis sie sich vor lauter schlechtem Gewissen irgendwann umbringen, Priester werden oder tatsächlich irgendeine arme Sau heiraten. Aber die sexuelle Anziehung verändert sich nicht. Besonders viele Kinder entständen dadurch mit Sicherheit auch nicht.

    Spätestens seit Gehirnforschung und z.B. einer riesigen Studie in Schweden wissen wir: Ein großer Anteil der Entstehung ist genetisch. Ein anderer Teil ist geschieht womöglich pränatal im Mutterleib. Ein unsicherer hat etwas mit direktem Umfeld zu tun.

    Wobei es bei den sozialen Faktoren meist entweder um gelebte oder nicht gelebte Bisexualität geht. Oder darum, dass jemand aus Scham oder Ähnlichem seine Sexualität garnicht auslebt und nicht darüber spricht.

    Die Vorstellung, ein eigentlich heterosexueller Mensch könnte eine „Entscheidung“ treffen homosexuell zu sein ist nicht real. Zum Beispiel in Anbetracht der Tatsache, dass auch heute noch Menschen erklärtermaßen aufgrund ihrer Homosexualität den Freitod wählen.

    Es gibt zwar bisexualität, das wirklich bisexuelle homosexuell leben ist aber die absolute Ausnahme. Eher kommt es vor, das eigentlich Homosexuelle sich als „bisexuell“ darstellen um eine Abwehr gegen Anfeindungen aufzubauen. So kann man auch nach dem erkannt werden, z.B. an angeblichen Frauengeschichten festhalten.

  82. 82
    chrisflo says:

    Mich interessiert allenfalls noch: Wer schiebt sie in die Sonne. Mehr nicht.

  83. 83
    rgroth says:

    Meine Meinung nach Lektüre von „Notwendige letzte Worte“ des „Matthias Matussek“ auf der Wbsite von The European:

    Don’t feed the Troll, even if it has a name!

  84. 84
    hanka says:

    Den allerdings würd‘ ich füttern bis er platzt.

  85. 85
    rgroth says:

    @hanka #90:
    Trolle platzen leider nicht :-(

  86. 86
    hanka says:

    Öh?
    Vielleicht mal auf einen Versuch ankommen lassen, falls doch!!

  87. 87
    rgroth says:

    @hanka #90:
    Trolle platzen leider nicht :-(

    (Mist, zu schnell „Enter“ gedrückt – *duchundwech*)

  88. 88
    rgroth says:

    @hanka # 92:
    Nee, lass mal – das habe ich schon jahrelang erfolglos versucht.
    Davon ab, hat Matussek genau das mit seinem letzten Text bei The European schon sehr gekonnt selbst gemacht.

    (BTW @ Hausherr: Bitte füge dem Kommentarfeld doch wieder eine Übersicht der möglichen Tags hinzu – mein Link funktioniert schon wieder nicht *schäm*)

  89. 89
    pewe says:

    Oh manno, Matussek! In meiner Spiegel-Abo-Kündigung schrieb ich, dass ich wegen Matussek und Fleischhauer gekündigt hätte und auch bevor Diekmann in die Chefredaktion des Spiegel wechselt.

  90. 90
    James T. Kirk says:

    Seine Gedankenfreiheit besteht hier darin, weiterhin Gedanken zu haben, die seit Jahrhunderten Männer vor ihm hatten. Insofern darf man sie hier nicht als »Die Freiheit der Gedanken« missverstehen, sondern muss sie wahrnehmen als »Freiheit von Gedanken«.

    Das ist eine unzulässige Verfälschung. Erstens denkt Matussek nicht so wie andere vor Jahrhunderten, sondern sehr viel differenzierter. Früher gab es eine regelrechte Verteufelung von Homosexuellen, Matussek beharrt lediglich darauf, im heutigen Klima der Politischen Korrektheit die Meinung vertreten zu dürfen, daß Homosexualität keine Sexualität im eigentlichen Sinne ist. Sehe ich übrigens auch so. Darüberhinaus wird sich Matussek mit Sicherheit kultiviert und respektvoll mit Homosexuellen unterhalten können. Genau das war früher eben nicht der Fall.

    Hier wird blanker Homosexuellen-Haß mit Matusseks Haltung gleichgesetzt. Das ist eine ziemlich peinliche Demagogie.

    Matusseks Aussagen sind heutzutage durchaus mutig in unserem zwanghaft homophilen gesellschaftlichen Klima. Und es gehört schon sehr viel Verblendung dazu, diese Meinungsdiktatur abzustreiten.

    Matussek würde übrigens auch vor 200 Jahren Probleme bekommen. Weil er zu damaligen Zeiten zwar auch der Meinung wäre, daß Homosexualität nicht gleichwertig ist, aber eben jederzeit Homosexuelle vor einem gewalttätigen Mob, vor Belästigungen und Hänseleien in Schutz nehmen würde – davon ist jedenfalls auszugehen.

    Ich finde es sehr traurig, wie sich bei dieser Debatte die homophilen Leute in die Tasche lügen. Man gehört ja schließlich zu den Guten. Hier haben offenbar manche noch nicht begriffen, was es mit dem neuen Tugendterror auf sich hat.

    Und bevor ich masakriert werde: Solche Auffassungen wie die meinigen kann man auch als Grünwähler haben.

  91. 91
    Peter says:

    „Sehe ich übrigens auch so. Darüberhinaus wird sich Matussek mit Sicherheit kultiviert und respektvoll mit Homosexuellen unterhalten können.“

    Matusseks Texte, insbesondere der letzte, sind aber so ziemlich das komplette Gegenteil von „respektvoll“. Und ob er nun wirklich einen schwulen Freund hat oder nicht, der ganz seiner Meinung ist, hat nichts mit der generellen Situation zu tun. Matussek kann wahrscheinlich alles, nur tut er es nicht.

  92. 92
    DaW says:

    @ James T. Kirk:

    Man muss sich nun also vor den Matusseks und Kirks dieser Welt verneigen, weil sie gnädigerweise Homosexuelle nicht mehr ermorden möchten, sondern ihnen einfach nur so ihr Menschsein (das umfasst auch Sexualität) absprechen.

    Machen wir doch mal ein Gedankenexperiment. Der Grundtenor des folgenden Texts wird Ihnen sicherlich bekannt vorkommen. Finden Sie den Unterschied.

    „Erstens denkt Matussek nicht so wie andere vor Jahrhunderten, sondern sehr viel differenzierter. Früher gab es eine regelrechte Verteufelung von Juden, Matussek beharrt lediglich darauf, im heutigen Klima der Politischen Korrektheit die Meinung vertreten zu dürfen, daß das Judentum keine Religion im eigentlichen Sinne ist. Sehe ich übrigens auch so.“

    „Ich finde es sehr traurig, wie sich bei dieser Debatte die homophilen Leute in die Tasche lügen. Man gehört ja schließlich zu den Guten.“

    *Gähn*
    Nicht schon wieder „homophil“… Sie kapieren es nicht, oder? „Homophob“ bedeutet, Homosexuellen bestimmte Rechte vorzuenthalten, die man anderen gewährt. Die Umkehrung hieße demzufolge, dass man Homosexuellen mehr Rechte einräumen möchte als allen anderen. Das möchte aber niemand. Es geht um die GLEICHEN Rechte.

    Gut, da wir bei Uminterpretationen sind: ich deute „homophil“ einfach mal als „den Menschen [Homo sapiens] mögen“. Nun ja: Ich mag Menschen. Dann bin ich wohl homophil.

    „Hier haben offenbar manche noch nicht begriffen, was es mit dem neuen Tugendterror auf sich hat.“

    Sie bezeichnen die Gleichwertigkeit aller Menschen (was u.a. gleiche Rechte für alle Menschen umfasst) als „Tugendterror“ und wollen zugleich (nach Ihrem Blog) nicht als „rechts“ bezeichnet werden? Realsatire at its best.

  93. 93
    DaW says:

    Noch ergänzend zum Begriff „Tugendterror“ – und so plakativ, dass selbst die Matusseks und Kirks dieser Welt verstehen: Natürlich darf jeder sagen, dass er [beliebige gesellschaftliche Gruppe einsetzen] sch**ße findet. Das ist durch die Meinungsfreiheit gedeckt. Allerdings schützt die Meinungsfreiheit auch den Widerspruch. Er muss also damit leben, dass andere sagen: „Du bist sch**ße.“ (Das habe ich neulich schonmal geschrieben, aber das Durchlesen von Diskussionen scheint Sie ja zu überfordern.)

    Oder wie der Postillon vorgestern sehr treffend geschrieben hat: http://www.der-postillon.com/2014/02/thilo-sarrazin-entgeht.html

    Aber Sie können beruhigt sein. Zum Glück gibt es in Deutschland noch Freigeister, die gegen homo- oder transsexuelle Propaganda aufstehen und so das Aussterben der deutschen Rasse hinauszögern:

    http://www.tagesspiegel.de/berlin/homophobie-ausstellung-im-rathaus-schoeneberg-erneut-zerstoert/9550148.html

    http://www.tagesspiegel.de/berlin/polizei-justiz/hasskriminalitaet-in-berlin-britz-mann-schlaegt-und-tritt-transsexuelle/9534178.html

  94. 94
    Maria Smeets says:

    Mr. Matussek has something that none of his opponents have: humor and a wonderful writing style

  95. 95
    DaW says:

    @ 105: Wie können Sie das eigentlich beurteilen, wenn Sie der deutschen Sprache nicht mächtig sind? Oder wenn Sie Deutsch können: wieso schreiben Sie in einer deutschsprachigen Diskussion auf Englisch? Um allen zu demonstrieren, dass Sie Englisch können? Wow. Damit gehören Sie zu einer kleinen Minderheit in Deutschland, denn nur die absolute Elite hat Englisch in der Schule.

    Wenn Sie Menschen mit Ihren Fremdsprachenkenntnissen beeindrucken möchten, nehmen Sie doch das nächste Mal Obersorbisch. Danke.

  96. 96
    peter says:

    Du bist aber ein ganz Sympathischer, DaW

  97. 97
    DaW says:

    Wieso? Was konkret werfen sie mir denn vor?

    Wenn sich jemand aus Mangel an Deutschkenntnissen auf Englisch (oder in fehlerhaftem Deutsch) äußert, habe ich damit auch überhaupt kein Problem. Wenn er/sie sich aber auf deutschsprachige Texte bezieht und sie bewertet, stimmt irgendwas nicht. Und wer der deutschen Sprache mächtig ist, sollte sie in einer deutschsprachigen Diskussion auch benutzen – als Nicht-Muttersprachler/-in gern auch mit Fehlern, da bin ich der letzte, der sich darüber lustig macht (ich beschäftige mich ja selbst mit diversen Fremdsprachen und weiß, wie schwer das ist). Das schließt ja den Gebrauch von Anglizismen nicht aus, wenn sie einfach treffender sind als deutsche Begriffe.

  98. 98
    Sven Glückspilz says:

    #109 – Captain Kirk: „Matussek beharrt lediglich darauf, im heutigen Klima der Politischen Korrektheit die Meinung vertreten zu dürfen, daß Homosexualität keine Sexualität im eigentlichen Sinne ist. Sehe ich übrigens auch so.“
    —-
    Was bedeutet das, Homosexualität sei keine Sexualität? Ist das der millionste Verweis darauf, das zum Kinderkriegen Männlein UND Weiblein notwendig sind? Oder steckt einmal ein Argument dahinter? Wenn ja, welches, mein Captain?
    —-
    #109 – Captain Kirk: „Matusseks Aussagen sind heutzutage durchaus mutig in unserem zwanghaft homophilen gesellschaftlichen Klima.“
    —-
    Es ist tatsächlich mutig, etwas Dummes zu sagen (und zu schreiben), weil man damit Gefahr läuft, fürderhin nicht mehr als jemand wahrgenommen zu werden, der was zu sagen (resp. zu schreiben) hat.

    Im übrigen ist diese Gesellschaft nicht zwanghaft homophil, sondern in weiten Teilen erfrischend weltoffen geworden. Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass immer noch viele Menschen (vielleicht sind es auch weniger, als es den Anschein hat) mit der Anstrengung hadern, tolerant zu sein. Obwohl das Geiere resp. der zum Scheitern verurteile Versuch, Ressentiments zu scheinrationalisieren, meiner unmaßgeblichen Meinung nach noch anstrengender sein muss.

  99. 99
    Linus says:

    @DaW

    Maria Smeets schreibt allenfalls AE, allerdings in einem komplett deutschem Satzbau. Was den Kommentar sehr lustig macht.

    (Neulich bestellte jemand Karten für ein Stück namens Gier unter dem vermeintlichen Originaltitel Greed. Blöd nur, dass das Stück im Original Crave heißt. Was der Mensch mir mitteilen wollte, habe ich bis jetzt nicht verstanden)

  100. 100
    DaW says:

    So, nach irgendwelchen pseudo-amerikanischen Matussek-Groupies (danke, @ Linus) nochmal ein Link:

    http://blogs.taz.de/reptilienfonds/2014/03/03/dank-sarrazin-und-matussek-schwule-und-lesben-beenden-homosexualitat/

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  5. […] Stefan Niggemeier antwortet in Ignoring Matussek, dass dieser Text aus dermaßen blöden und alten Argumenten bestünde, dass es ja unmöglich […]

  6. […] wie Richtig/Falsch wenig Veränderungspotential mit sich bringt. Einfach gesagt: Wenn der Niggemeier (zu Recht) den Matussek vorführt, dann ist das angemessen und zugegebenermaßen auch unterhaltsam. Aber dadurch wird kein Mensch […]

  7. […] seinen Verstand verloren, sollte er je einen besessen haben. pantelouris.de: Being Matussek. Auch Stefan Niggemeier hat sich gut auf ihn eingeschossen. Zurecht. Ekelhafter homophober […]

  8. […] ich bin dann doch nicht so wahnsinnig gut darin, Matthias Matussek zu ignorieren. Aber ich habe einen winzigen Rest Hoffnung, dass es gelingen könnte, ihm eine Sache zu erklären, […]

  9. […] haben Matussek, Kanada hat Ellen Page. Kanada […]

  10. […] Ignoring Matussek « Stefan Niggemeier Wie umgehen mit Matussek? Eigentlich ist es doch fein, dass er nun auf »Welt Online« unter seinesgleichen ist und sich relativ gut ignorieren lässt. via Pocket […]

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