„Hier ist der Text, und die Melodie bitte wie immer“

Vorbemerkung, sicherheitshalber: „Splash News“ ist eine ernst gemeinte Agentur für Klatsch und Boulevardquatsch. Es handelt sich nicht um eine Satire. Seriöse Fernsehsender… naja, okay, jedenfalls: Programme wie ProSieben zahlen der Agentur Geld für die Berichte und stellen deren Filme auf ihre Internetseiten. Filme wie diesen:

So. Und jetzt nehmen Sie sich einen Moment und stellen Sie sich vor, wie dieselbe Sprecherin einen grenzdebil betexteten Film derselben Agentur über den Tod von Philip Seymour Hoffman sprechen und unter anderem den Satz sagen würde: „Angeblich befand sich noch eine Nadel in seinem Arm.“

Fertig? Und los:

[via Magnus]

110 Replies to “„Hier ist der Text, und die Melodie bitte wie immer“”

  1. Ich muss dich da korrigieren. Sie sagt NICHT „Angebelich befand sich noch eine Nadel in seinem Arm“ sondern „in seinem Aaam.“ Und dann die Botschaft an die Welt: „Drogen sind iiiimmer gefääählich.“

    Wird so was echt gesendet? Schlimm.

  2. „…bitte bleiben Sie noch so lange angeschnallt, bis das Flugzeug seine endgültige Parkposition erreicht hat. Wir bedanken uns, dass Sie mit Splash News geflogen sind und wünschen Ihnen noch einen zauberhaften Tag!“.
    Ich. Halts. Nicht. Aus.

  3. Das kann UNMÖGLICH(!) ernst gemeint sein. Jeder, der einigermaßen bei Bewusstsein ist, MUSS merken, wie grausig das ist. Aber ich befürchte genau das ist das Problem bei Splash News…

  4. Dieser komische Singsang treibt einen ja in den Wahnsinn. Jeder zweite Satz klingt mit einem lang gehaltenen Ton aus, das erinnert an die halb gesprochenen, halb gesungenen Passagen der katholischen Liturgie.

    Die Frau hört sich an,als hätte sie keinen Bock auf die Filme und ihre Texte, als ob sie das einfach so runterleiert, 55 Minuten Filmmaterial pro Stunde. Naja, bei den Texten kein Wunder…

  5. „Die Frau hört sich an,als hätte sie keinen Bock auf die Filme und ihre Texte“…

    … würde sich das aber als „total spannenden Job im People-Bereich“ schönreden.

  6. Mal ganz ehrlich: Warum lassen die jemanden so sprechen? Ich kann mir eigentlich nur vorstellen, dass die dadurch das Video länger machen wollen.

  7. Puuuuhhh… gut, dass Sie noch gesagt hat: „Trotzdem bleibt es noch eine Tragödieee.“
    Ich hatte nämlich gerade gedacht: „Ach so, wenn der für 7000 Dollar im Monat eine giftige Form von Heroin kauft (Und man weiß ja: alle Drogen sind gefährlich) – also, da dacht ich: Na, dann ist es ja vielleicht gar nicht so eine Tragödieee. Aber jetzt weiß ich es besser.

  8. Beinahe ebenso sinnbefreite Betonungen wie bei der ZDF-Slomka. Nur letztere bekommt für ihre miserable Leistung gar noch den Medienpreis für Sprachkultur.

  9. Ich finde es nicht in Ordnung, sich über Menschen mit offensichtlichen Hirnschädigungen lustig zu machen und beglückwünsche die Macher von Splash für ihren Mut, auch derart benachteiligten Menschen eine Chance zu gebeeeen.

  10. Oder die hat ’ne Wette laufen, ob/wann das jemand merkt, oder ob in der Produktionsfirma sich das Zeug überhaupt nochmal wer anschaut, bevor das rausgeschickt wird.

  11. Die Sprecherin sollte vor allem mal das billige Headset wegschmeissen und sich in ein wenigstens halbwegs brauchbares Tonstudio begeben, dann klingt das Ergebnis schonmal nicht mehr so ätzend nasal (auch wenn das bei dem typischen Billigcontentvideoclipmaterial im Internet nicht direkt unüblich ist – die Leute können häufig etwa so gut sprechen wie die Crawler-Typisten bei n-tv und N24 schreiben können…). Würde natürlich nichts an der verstörend gejodelten Sprachmelodie ändern. Pardon, äändääään.

  12. Wow.
    Und ich dachte diese komischen Klatschfilmchen von GMX/Web.de
    seien die miserabelste Sprecherleistung im ganzen Internet.

    Ich finde mich korrigiert.

    Gruseliiiiihiiiiig. *chrchrchr*

  13. @ H H (#13): Warum dann aber bei jedem zweiten Satz? Sie spricht ja einen Satz normal, den zweiten dann mit steigendem Ende, das wundert mich.

  14. @HH (#23): Danke für die Erklärung. Wenn es wirklich funktioniert, dass man so sprechend nicht mehr im Redefluss unterbrochen wird (» It also subtly indicates that the speaker is ›not finished yet‹, thus perhaps discouraging interruption.«), werden wir diese Sprachmelodie wohl bald in allen unseren Talkshows höööreen.

  15. @ Schorsch: Ich glaube, sowas ähnliches gibt es im Deutschen aber auch schon länger. Kann man manchmal im Radio hören, wenn Anrufer in die Sendung durchgestellt werden. Dann kommen gelegentlich so halbflüssige Äußerungen wie „Ja, äh, ich bin die X. Und ich bin gerade mit meinen Freundinnen Y und Z unterwegs nach A-Stadt. Zu einem Konzert von B-Band. Und ich grüße ganz herzlich meinen Schatzi C, der jetzt leider Nachtschicht hat“ usw., wo steigende Intonation kursiv dargestellt ist.

  16. Das hört sich ein bisschen wie Sprachsynthese an. Die liegt, was die Modulation der Stimme angeht, (nach heutigem technischen Stand) immer noch oft daneben.

  17. Es ist leider wirklich zum totlachen… es klingt als würde jemand in völligem Desinterresse ein Waschmittel bewerben das dreckigen Socken per Hypnose reinigt…

    Womöglich ist es aber, doch ein geziehlter versuch Aufmerksamkeit zu erregen. Oder es ist jemand der tatsächlich einen Sprachfehler hat.
    In dem Fall ist es ziemlich mies… wenn man jemanden mit solchen Problemen derartig sinnfreie Texte sprechen lässt, muss man was dazu sagen – sonst macht man ihn öffentlich lächerlich…

    Aber man kann es natürlich auch sein lassen und sich anschließend über alle aufregen die darüber lachen mussten…

  18. So hört sich das eben an wenn die Sprecherin wegen ihrer Optik eingestellt wird.

    Außerdem: Ist doch nur fürs Internet. Da ist eh alles egal.

  19. @HH:
    Das is mir auch sofort aufgefallen. Die hoert sich an als waere sie zu lange im Schueleraustausch in den USA gewesen.

  20. @ 7_13:

    „Und ich dachte diese komischen Klatschfilmchen von GMX/Web.de seien die miserabelste Sprecherleistung im ganzen Internet.“

    Ich finde diese Filmchen von Jugendlichen, die sich für total crazy halten, ebenso nervig. Diese Filme, in denen die Jugendlichen übertrieben den Sprecher von Raab-Filmen zu imitieren versuchen, dabei aber kläglich scheitern (das aber wiederum nicht merken, weil sie mit einer ebenso furchtbaren Mimik und Gestik ge- und vor allem überfordert sind und sich über selbst viel zu cool finden, um das eigene Verhalten ab und an zu reflektieren). Das lustige ist ja, dass sie mit ihrer Verrücktheit Florian Silbereisen näher sind als sie wahrscheinlich wahrhaben wollen. Obwohl: Silbereisen kann wenigstens sprechen.

    (Leider finde ich natürlich genau jetzt kein Beispiel für ein solches Video. Sonst wird das immer direkt auf der youtube-Startseite empfohlen. Zu erkennen an bunten Buchstaben und einem Stylingopfer, das verrückt zu gucken versucht.)

    Ganz besonders… innovativ sind auch Videos, in denen „Wahrheiten“ (sprich: Verschwörungstheorien) verkündet werden.

    @ StefanK:

    „Das hört sich ein bisschen wie Sprachsynthese an. Die liegt, was die Modulation der Stimme angeht, (nach heutigem technischen Stand) immer noch oft daneben.“

    Sind das diese schrecklichen Computerstimmen, die sich in immer mehr deutschen Verkehrsbetrieben durchsetzen, aber schon mit der Betonung des Worts „Haltestelle“ überfordert sind (eine ideale Voraussetzung für Haltestellenansagen) und aus der „Pappelallee“ gern mal die [Papellallee] machen?

  21. Hier gibt es doch ExpertInnen die mitlesen: Die Filmchen werden in den USA produziert und dann einfach durch eine Uebersetzungssoftware auto-uebersetzt und vertont, oder? Ansonsten warte ich auf mehr Beweise, dass die Stimme zu einer realen Person gehört.

  22. Crash News hat noch weitere Sprecherinnen. Die hier versucht mit laszivem Knatschen in der Stimme vom variantenreichen Satzbau abzulenken. Dabei orientiert sie sich an alten Aufsätzen aus der fünften Klasse, für die sie damals schon Sechsen bekam. Fast merkt man nicht das Lil Kim schwanger ist.
    http://www.youtube.com/watch?v=r92CoByfwvk

  23. Das Schlimme ist: Seitdem ich mir ein paar Videos mit der Stimme dieser Sprecherin angeschaut habe, kann ich keinen Text mehr lesen, ohne mir vorzustellen, wie sie ihn in ihrem Singsang vertonen würde. Ich hoffe, das hört irgendwann wieder auf.

  24. @ schläfer (#47): Ja, jeder Satz ein abgeschlossener Roman. Postkarte einer Grundschülerin aus den Ferien an die Oma: Wie geht es Dir. Mir geht es gut. Das Wetter ist toll. Wir haben Seehunde gesehen usw.

    @ rog (#48): Vielleicht ist die Ohrwurmintonation der Versuch einer Art Kundenbindung…

  25. Nein – Schüleraustausch USA reicht noch nicht als Erklärung. Dazu gehört unbedingt ein mehrmonatiges Praktikum auf einer Billigfluglinie: Die jungen Damen erklären in größtmöglicher Geschwindigkeit, ohne abzusetzen, wie man Schwimmwesten anlegt und den Notausstieg sucht. Außerdem – ganz wichtig – Provenienz aus einer Stadt, in deren Name kein -r- vorkommt, z.B. Heeenää oder Doaaatmund. Hömma, was du eeeäääbt hast von Vaddaaan …

  26. Bizarr. Man stelle sich vor, die Tagesschau würde so vorgetragen. An und für sich ist die Stimme ja ganz ok.
    Aber seltsam, dass es da keine Qualitätskontrolle oder eine Abnahme gibt. Das müssen ganz überschaubare Produktionsverhältnisse sein.

  27. Ist das jetzt so ne Überlebensstrategie, sich über den Quatsch-Ton von der lustig zu machen, statt den Versuch zu machen zu begreifen, dass das leider leider sehr viele Menschen als Arbeit bezeichnen und dass dieser Unfug in einer Informations- und Dienstleistungsgesellschaft immer mehr genauso als Geschäft betreiben? Argh.

  28. Das größte Rätsel für mich: Wer lässt sich so etwas gefallen? Jeder normale Mensch muss davon doch Zahnschmerzen bekommen. Ganz im Ernst, kann mir das jemand erklären?

  29. @ Ste (#52): Wie soll das aussehen mit dem Versuch zu begreifen? Was gibt es da zu begreifen?

    Klar könnte man tiefsinnige Gedanken darüber aufschreiben, wie die Sprecherin das als Arbeit bezeichnet und damit ihren Lebensunterhalt verdient oder wenigstens ein Nebeneinkommen erzielt. Wie sie in ihrem Freundeskreis hochangesehen ist, weil sie quasi Nachrichtensprecherin ist und täglich Hunderte, was sage ich, Zigtausende mit ihrer Stimme erreicht.

    Und dass die Verbreitung von Informationen über Youtube ja immer mehr um sich greift, wichtiger wird und wir bald fast alle Videoclipbesprecher_innen auf irgendwelchen Youtubekanälen sein müssen, um den wachsenden Bedarf an solchen Informationsschnipseln zu decken. Dass offensichtlich Leute sowas als Information rezipieren usw.

    Bleiben aber die Fragen: Warum diese Intonation? Ist das Spaß oder Ernst, Absicht oder Versehen, oder schon der durch lange harte Arbeit und logopädische Begleitung erzielte verbesserte Zustand und wir wollen die ersten Videos von der Sprecherin zu unserem eigenen Schutz gar nicht hören? Was soll das überhaupt? Gibt’s hier irgendwo Schokolade oder Bier?

  30. Ich glaube, es ist einfach zu vielen (und vor allem zu vielen Verantwortlichen) heute egal, was in welcher Form der Öffentlichkeit präsentiert wird. Vielleicht sollte der eine oder andere in der Branche mal wieder ab und zu einen kurzen Gedanken an so etwas verschwenden…

  31. Mit Uptalk (oder high rising terminal) im eigentlichen Sinn hat das aber nicht mehr viel zu tun, dabei wäre ein Absenken der Tonlage auf der letzten Silbe oder wie von der Sprecherin teilweise praktiziert des ganzen letzten Wortes absolut untypisch. Guckt euch doch mal die verlinkten Videos dazu an. Es könnte sich natürlich um einen (bewussten oder unbewussten) grandios gescheiterten Versuch handeln, HRT zu imitieren…

  32. Mein Gott ist das Furchtbar!
    Aber mir stellt sich die Frage (auch wenn Pro7 das so auf ihre Seite gestellt hat) soll der Text vielleicht nur ein „Platzhalter“ sein, und ist eigentlich dafür gedacht dass er noch einmal von der Station-Voice gesprochen werden soll, also in dem Fall irgendjemandem von Pro7?

  33. Mal eine andere Frage, abseits der SprecherInnenqualitäten bei Pro7, auch wenn vielleicht einige Leser und Leserinnen sowie Schreiber und Schreiberinnen mit Schnappatmung reagieren:
    Auch wenn ich kein Drogenexperte und noch weniger ein Fachmann für Drogenabhängige bin: Das Gesicht von Philipp Seymour Hoffman sieht doch beim Screenshot des YT-Videos, aber auch bei einigen anderen Bildern, die in Zusammenhang mit seinem Tod kursierten, ziemlich normal aus, oder? Also nicht irgendwie aufgedunsen oder so, wie man das z.B. von Alkoholikern kennt oder ganz extrem bei Meth-Opfern. Oder ist das bei Drogen wie Kokain, Heroin etc. anders?

    promiflash.de/tyra-banks-topmodel-ist-heute-ein-meth-opfer-12091440.html
    rp-online.de/leben/gesundheit/news/so-erschreckend-wirkt-crystal-meth-aid-1.2907263

    Nicht nur bei dem Text von Pro7 (»Angeblich befand sich noch eine Nadel in seinem Arm.« ) ist man innerlich voll des Lobes darüber mit welchem Einsatz sich die Unterhaltungsmedien darum bemühen, den Toten möglichst positiv, oder so ähnlich, darzustellen. So als müsste man auch nur den geringsten Zweifel an dessen Todesursache beseitigen.

  34. Hört einer die Stille der Frauen? Hört einer, wie diese wohltuende Stille durch Papageienrufe einer Horde Männern zerrissen wird?
    Ein guter Witz muss nicht auch noch erklärt werden, damit seine Pointe wirkt.

  35. @63: Die Verfallserscheinungen bei Heroin sind nicht primär auf den Stoff an sich zurück zu führen. Reines Heroin an sich macht zwar (natürlich) süchtig, richtet am Körper aber an sich keinen großen Schaden an. Dieser typische „Junkie-Look“, den man im Kopf hat, wenn man an Heroin denkt, wird durch mehrere äußere Faktoren verursacht. Einerseits durch den nachlässigen Umgang des Süchtigen mit sich selbst (weil andere Dinge wichtiger sind als z.B. ne ordentliche Mahlzeit), andererseits aber im größeren Maße durch Infektionen (ausgelöst durch unsauberes Spritzbesteck etc.) und Streckmittel, die den Körper ruinieren und wesentlich schädlicher sind als das Heroin. PSH konnte sich „gutes“ Zeug leisten, das vermutlich anders gestreckt wurde als der Scheiß, den der normale Junkie so auf der Straße kauft.
    Behält man diese Infos im Hinterkopf, wird zum Beispiel auch nachvollziehbar, warum sich manche Experten für die staatlich kontrollierte Abgabe von Heroin an Süchtige aussprechen. Fällt Beschaffungskriminalität etc. weg und ist der Stoff sauber, können diese Menschen ein fast normales Leben führen!

    So, zum Video. Bereitete mir echte körperliche Schmerzen und machte mich augenblicklich aggressiv. Was ist bei der Frau nur schief gelaufen…

  36. Ich mag nicht auch noch über die Sprecherin lästern, finde meine eigene Stimme ja auch nicht so audiotauglich, aber könnte das nicht auch Kalkül sein? Jeder spricht über die „komische Sprecherin“ und man wird ja quasi dazu verleitet sich das Video anzusehen. Lacht, schmunzelt, schnappt sich das nächste Video und verteilt es ggf. auch weiiiiiittteerrr. Splash dürfte damit selbst bei uninteressanten Theeeemen, die Reichweite um ein vielfaches erhöhen. Oderrrrr?

  37. Vielleicht ist das ja auch reflektierter, als wir alle meinen. Oder meint hier irgendjemand, dass der Beitrag mit diesem Text besser würde, wenn er in angemessenerer Betonung vorgelesen würde? Was wäre eine angemessenere Betonung für diesen unsäglichen Quatsch?

    Ich mein, es stimmt ja, Drogen sind immer gefährlich, aber wen spricht den der gefühlt hundertste Boulevard-Beitrag über irgendeinen armen Teufel aus Hollywood noch an?

  38. Das wär doch ne prima Moderatorin für die Lügen-Sendung „Tagesschau“ – vielleicht merken die Zuschauer dann endlich, dass da was nicht ganz sauber ist.

  39. Schwer vorstellbar, dass diese Sprecherin das, was sie da macht, so ganz ernst meint.

    Man kann man diesen Singsang als Zeichen der Distanzierung verstehen, als ritualisierte Nicht-Bemäntelung eines nichtigen Inhalts. Hier singt jemand vom Fluch seines Gelderwerbs.

  40. zu #77:

    „Nichtiger Inhalt“ im Sinne einer Sprecherin, die zum Gegenstand ihrer Berichterstattung, konkret: zu Philip Seymour Hoffman, kein allzu inniges Verhältnis haben kann.

  41. @ mööp (#70): Der ist ja richtig klasse, der Floid. Da kriegt man zu den Ohrenschmerzen die Augenschmerzen gleich noch gratis dazu, prima. Und witzich ist er auch noch, meine Fresse!

    @ zoidberg (#72): Immerhin hat sie seitdem an ihrer Aussprache gefeilt. Das mit der Melodie kommt vielleicht noch. Andererseits, vielleicht hat sie jetzt nur bessere Audiotechnik zur Verfügung…

  42. Grausam. Andererseits: Auch nicht viel grausamer als die vielen anderen Sprecherinnen in den Boulevard-Magazinen im „echten“ Fernsehen.

    Ich glaube, das ist auch die einfache Erklärung: Die junge Dame ist mit den Sprachquälerinnen von taffblitzredbrisant groß geworden und versucht jetzt, diesen doof-distanzierten Tonfall nachzuäffen.

    Klappt bloß nicht. Aber weil im Internet eh alles egal ist (meint der Chef), wird’s halt gesendet.

  43. ich vermute, s. sie wird nicht besonders gut bezahlt und b. ihre strikte anweisung ist, dass man nach jedem satz den beitrag schneiden können muss.

  44. …aber nicht das nun einer auf die Idee kommt, eine Online-Petition gegen die arme Sprecherin zu initiieren.

  45. Die Frage ist: Wieviel hat SIE genommen?

    Und @kosmar: Wenn das mit dem Schneiden ihre Anweisung war, möchte ich nicht der zuständige Cutter sein – wer am Satzende so weit „oben“ bleibt, ist un-schneidbar. Wobei sie stimmlich eher eiert als sich für hoch oder runter zu entscheiden…

  46. Die Ambivalenz in der Stimme entspricht der Unsicherheit, mit der sie sich der Dialektik des Texts annähert: Es wird nicht nur einseitig informiert, sondern beide Seiten beleuchtet. Dabei heben sich die scheinbaren Gegensätze in der Synthese auf.

    »Drogen sind immer gefährlich, ABER die Frage ist, wieviel hat er genommen? AUCH WENN der Schauspieler kein billiges Zeug gekauft hat, kann man für das Geld wirklich einen Haufen Drogen kaufen. TROTZ der schockierenden Details über H.s Tod, bleibt es weiterhin eine Tragödie.«

    Einfach mal versuchen, diese tiefgründigen Gedanken über H.s Tod mit einer ernsten, getragenen Stimme laut vorzulesen.

  47. Die Theorie lautete:
    Um einen schlechten Text zu kaschieren, lässt man diesen möglichst katastrophal vortragen. So wird der Beitrag zwar nicht besser, aber verbreitet sich wie ein Virus quer durch das Internet.
    Ein „Hoch“ auf das Virale Marketing.

  48. Der Post wird der jungen Dame den (Praktikanten-?)Job gekostet haben… Wenigstens wird ihr Name nicht irgendwo im Video genannt.

  49. Das überwiegend vernichtende Urteil der Nutzerschaft wird „Splash News“ vermutlich zur Kenntnis nehmen. Als „ernst gemeinte Agentur“ wird sich der Arbeitgeber doch wohl nach einer besseren Sprecherin umsehen, oder?

    Praktikanten-Job habe ich mit Fragezeichen versehen. Könnte ja eine ungeübte Sprecherin sein. Ich würde vielleicht auch so betonen :-)

  50. @Robo

    Kein Mensch betont so. Und mit ungeübt hat das auch nichts zu tun. Die Macher wissen nicht, wie es besser geht und wollen es auch gar nicht wissen. Diese Frau würde an jeder noch so sehr von Teilnahme-Gebühren abhängigen privaten Sprecherschule (von ner Schauspielschule mal ganz zu schweigen) noch nicht mal am Pförtner vorbei kommen. Dafür kann Sie vielleicht nix, aber derjenige, der sie da hinsetzt, beweist, dass ihm sein Job scheissegal ist. So ne schlechte Sprache habe ich noch nichtmal im lowest budget Synchronstudio für C-Movies im Offenbacher Industriegebiet erlebt. Und das war schon sehr arg.

    Und Niggemeier ist wohl nicht der erste, dem das auffällt, wenn man sich mal die Kommentare unter dem link in #17 ansieht. Die Dame ist wahrscheinlich auch noch furchtbar stolz darauf, dass sie IMM macht.

  51. Was echauffiert Ihr Euch alle an diesem Blödsinn? Surprise Surprise…die Eintrittsbarrieren in die heutige Medienwelt liegen im Keller des Qualitätshochhauses. Dank der Klicks befeuert Ihr das Online-Werbe-Affiliate-Rad und nichts ändert sich.

    Wenn irgendjemand etwas unternehmen will: selektive Medienvermeidung. Dass Stefan sich solchen Themen mittlerweile annimmt hat einen schlechten Beigeschmack…

  52. Als Gründungsvater des Deutschen Sprecherverbandes (www.sprecherverband.de) trete ich ab sofort von allen meinen Ämtern zurück!

    Die Zukunft unserer Zunft ist verwirkt. Es hat keinen Sinn mehr.

    Man reiche mir meine Beretta!

    Lebt wohl, Ihr Freunde der gepflegten Aussprache, lebt wohl…

  53. Sprachsynthese?!?!?!
    Für mich hört sich das verdammt danach an.

    Wer würde schon bei so einem ernsten Thema wie einem Todesfall so gutgelaunt Sprechen.

  54. @109 Nein und ja: Es ist so gewollt aber soll nicht einfach nur als Comedy gelten.

    (Wobei bei „gewollt“ natürlich unterschieden werden muss, von wem. Von mir wird da eigentlich gar nichts gewollt…)

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