Super-Symbolfoto (102)

11 Mrz 14
11. März 2014

Teile des deutschen Journalismus sind ja seit gestern damit beschäftigt, das Gesicht von Uli Hoeneß zu beschreiben und zu interpretieren. „Spiegel Online“ hat freundlicherweise sogar eine Bildergalerie gemacht, mit vier Fotos und vier Stellen aus dem Geständnis des FC-Bayern-Präsidenten. 

Und wenn man sich da so durchklickt …

… ich glaube, beim vierten, da wirkt er echt ein bisschen angefasst. 

16 Gedanken
  1. 1
    freiwild says:

    Gibt’s da nicht auch was von XKCD?

    Und bei Axel Springer hätten sie Bilder und Bildunterschrift in getrennte Klickstrecken gepackt. Nur halt vertikal statt horizontal, Fahrstuhl, verstehen schon?!

  2. 2
    Martin Böttger says:

    Ich bin Gladbach-Fan, habe also eine so alte Feindschaft zum FC Bayern, wie sie nur noch von den Sechzgern übertroffen werden kann, und frage mich aus dieser Perspektive nun schon, wer den „armen“ Mann nur so reingelegt hat. Das muss ein heftiger Bürgerkrieg in der CSU sein. Und bei adidas, VW/Audi und Telekom.….

  3. 3
    DaDee says:

    Was gibt es da zu meckern? Das ist doch authentisch und kann man gar nicht mehr „Symbolfoto“ genannt werden! Zeigt man statt einem Gefängnis einen Flughafen beschwert sich der Niggemeier. Aber das ist doch vier mal ganz eindeutig der Hoeneß! Und der Niggemeier beschwert sich trotzdem. Dem kann man es als Bildredakteur einfach nicht Recht machen.

  4. 4
    kampfstrampler says:

    Cicero, Tuskulanen, 3,31: „Iure et semper idem vultus, cum mentis, a qua is fingitur, nulla fieret mutatio“. (Zurecht war der Gesichtsausdruck immer derselbe, weil keine Änderung der Geisteshaltung stattfand, von der aus er gebildet wird — sagte Xanthippe über ihren Mann Sokrates und hielt ihn wohl für stoisch). Halten wir also SpOn zugute, daß am Beispiel Hoeness das Verhältnis von Text und Bild durchdekliniert werden soll. Ich fürchte nur, die Lateinkenntnisse in der Redaktion sind wahrscheinlich so beschaffen, daß der Textdichter übersetzen würde: „Vor Gericht immer dieselbe Schnute, obwohl mit dem Verstande betrogen wird, damit ja keine Veränderung entstehe“. Sokrates war bekanntlich Sophist, wollte sich also angesichts des rabenschwarzen Rufes dieser Herren nicht selbst belasten. Also: Hättest du geschwiegen, wärest du ein Sophist geblieben. (Nebenfrage: Trinkt Hoeness freiwillig Schierling im Weißbier?).

  5. 5
    BlueKO says:

    Und die ARD hat noch keinen Brennpunkt mit Deppendorf angesetzt? „Staatshaushalt saniert — Hoeneß zahlt Steuern nach“

  6. 6
    Peter says:

    Uli Hoeneß tut mir schon irgendwie leid — deswegen, weil wir am gleichen Tag Geburtstag haben.

  7. 8
    Kampfstrampler says:

    @7 Was heute als Mangel an Ausdrucksfähigkeit gilt, war in der klassischen Antike höchstes Ideal — Ataraxia, Unerschütterlichkeit; das Markenzeichen der Epikureer, die darin die Manifestation des höchsten Seelenfriedens sahen. Am Werke in der Bildreaktion SpOn war vermutlich ein sanfter Ironiker, der Hoeness als „Schweinchen aus der Herde Epikurs“ charakterisieren wollte (porcus e grege Epicuri, Horaz). Und raus … (sonst trifft mich der Blitz des Carolinum-Absolventen).

  8. 9
  9. 10
    Statistiker says:

    Die Sache ist ja besser als die erfolgreichste Ebay-Auktion. Startpreis 3,5 Millionen, dann bietet einer 18,5 Millionen, und inzwischen ist die Auktion bei 27,2 Millionen Euronen angekommen.…

    Man bedenke: Das ist die SteuerSCHULD auf die Erträge der Kohle auf Schweizer Konten.…. wie kommt nur soviel Geld, das ja ein Vielfaches der Steuerschuld ausmachen muss, auf die Konten selbst?

    Die Frage sollte man auch mal stellen…

  10. 11
    BlueKO says:

    @Statistiker: Man darf nicht vergessen, dass man hier über den Menschen spricht, der ernsthaft annahm, dass seinem Wirtschaftsunternehmen ein nicht unerheblicher Teil aus unser aller Rundfunkgebühr zustehen(!) würde.
    Da wird die Raffgier vermutlich noch ganz andere Ausmaße gehabt haben.

  11. 12
    kampfstrampler says:

    @11 In meinem absolut laienhaften Finanzzocker-Mathematikverständnis bietet sich das etwa so dar: Man rechne bei knapp 30 Mio. Steuerschuld und einem Steuersatz von 25% mit Gewinnen von 120 Mio über acht Jahre. Da UH anfangs mit 10 Mio. (vom Adidas-Chef als „Spielgeld“ geliehen) eingestiegen sein will und der „Hebel“ (lt. Steuerfahndung) bei 1:20 lag (soll heißen: auf 10 Mio. Eigeneinsatz kommen 200 Mio. Kredit von der Bank), waren somit schon von Beginn an 210 Mio. auf dem Konto, die dann in ca. 50.000 „Trades“(kleinere oder größere Chargen) hin und her bewegt worden sind. Das würde erklären, warum auf dem Konto zeitweise bis zu 500 Mio. gewesen sind. Die Gewinn- und Verlustaussschläge müssen demnach gewaltig gewesen sein — UH will aufs ganze gesehen 90 Mio verloren haben, „Buchverluste“ wohlgemerkt. Nur mußten eben auch die zuvor erzielten „Buchgewinne“ (eben 120 Mio.) versteuert werden, selbst wenn sie mit weiteren Krediten reinvestiert wurden, also zum Weiterspielen aufgestockt worden sind. Wenn es dafür kein ungerührtes Pokerface braucht …

  12. 13
    kampfstrampler says:

    Bei SpOn lese ich gerade, daß der Kontohöchststand lt. Steuerfahndung bei 155 Mio. gelegen hat. Also hat der Zocker nicht die erlaubte Kreditlinie in ganzer Höhe ausgereizt, sondern sich in einer Vielzahl von kleineren „Trades“ getummelt. Nunja, Kleinvieh macht auch Mist … (Was tatsächlich für eine gewisse Form von Spielsucht spräche, der es vorrangig auf das fortgesetzt gierige Agieren ankommt).

  13. 14
    Kraeuselhirn says:

    @Kampfstrampler :
    Danke.. das klassische Zitat sorgt jetzt schon relativ lange für dass anhaltende begeisterung bei mir :-)

  14. 15
    BlueKO says:

    Tut das eigentlich Not, dass sich die Kanzlerin bei Spiegel Online momentan zur Bebilderung eines Artikels in einer Redeschleife befindet? Das sieht so verdammt nach Billig-Website aus.

    Andererseits ist dieses „Video“ natürlich eine wunderbare Zusammenfassung ihrer gesamten Regierungsjahre.

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  1. […] Sollte ich abrupt, analog dem Beispiel von Stefan Niggemeier mit seiner Serie Super-Symbolfoto (aktuell bereits bei Nummer 102 und es […]

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