Im Wortlaut: Der „Code of Ethics“ von „Zeit Online“

13 Mrz 14
13. März 2014

Ein Problem an der ganzen Sache mit „Zeit Online“ und Moritz Gathmann war, dass sich die Redaktionsleitung auf „interne ethische Richtlinien“ berief, die außerhalb der Redaktion gar nicht bekannt waren und sind. Der „Code of Ethics“ gilt seit Sommer 2012 und ist nach Angaben von Markus Horeld, dem stellvertretenden Chefredakteur, allen Redakteuren bei „Zeit Online“ „bekannt und zugänglich“. Chefredakteur Jochen Wegner schrieb hier in den Kommentaren, es sei „sicher sinnvoll“, die Richtlinien „so schnell wie möglich zu publizieren. Auch das ist ein Versäumnis, das wir in den kommenden Monaten nachholen werden.“

Ich bin mir nicht ganz sicher, warum das so eine langwierige Angelegenheit sein soll, wenn sich andere Dinge in der Redaktion innerhalb von zwei Stunden und drei Tweets erledigen lassen. Vielleicht kann ich das abkürzen. Das hier ist der „Code of Ethics“ von „Zeit Online“:

1. JOURNALISTISCHE UNABHÄNGIGKEIT

a. Wir legen offen, wenn ein Autor zu den in seinen Artikeln beschriebenen Personen oder Institutionen persönliche Beziehungen unterhält. Dies betrifft Mitgliedschaften bei Parteien und Verbänden, gegebenenfalls auch bei Kirchen, ebenso wie in Jurys oder ähnlichen Gremien.

Die Offenlegung kann im Fließtext eines Artikels, in einer Autorenbox oder auch unter dem Text vorgenommen werden.

b. Aktienbesitz wird innerhalb des Wirtschaftsressorts offen gelegt.

c. Die Redaktion von ZEIT ONLINE nimmt keine Journalistenrabatte in Anspruch. Auch von der privaten, außerdienstlichen Nutzung von Journalistenrabatten wird abgeraten. Insbesondere ist es nicht gestattet, bei privater Beantragung von Journalistenrabatten auf ZEIT ONLINE als Arbeitgeber zu verweisen.

d. Reisen im Rahmen journalistischer Berichterstattung werden selbst bezahlt. Bei Einladungen wird eine den Reisekosten entsprechende Summe gegen Rechnung überwiesen. Begleiten Journalisten Politiker, Manager oder andere auf Reisen im In- und Ausland, wird in der Regel von den Ausrichtern die Übernahme der Kosten angeboten. Solche Kostenübernahme-Angebote lehnt ZEIT ONLINE ab. Eine Ausnahme bildet das Ressort Reisen.

Ausnahmen sind in begründeten Einzelfällen Reisen in Krisengebiete oder Reisen mit Politikern bzw. an Bord von Flugzeugen oder Schiffen der deutschen Bundeswehr, wenn über Themen von erheblichem öffentlichen Interesse berichtet wird und diese Berichterstattung aus eigenen Mitteln oder aus Gründen der persönlichen Sicherheit des jeweiligen Reporters nicht realisierbar wäre. Ausnahmen sind auch ergebnisoffene Reisestipendien von Organisationen wie IJP oder der Arthur F. Burns Fellowship. Auch wenn ZEIT ONLINE–Redakteure von einer externen Organisation zu einer Reise eingeladen werden und sämtliche Reisekosten von ZEIT ONLINE selbst getragen werden, sollte in den mithilfe dieser Reise entstanden Texten oder Videos dennoch darauf hingewiesen bzw. erwähnt werden, wer diese Reise organisiert hat.

Ein Sonderfall ist das Ressort „Reisen“, das oft auf die Unterstützung von Fremdenverkehrsorganisationen angewiesen ist. Hier wird unter dem Artikel von ZEIT ONLINE deklariert, wenn die Reportage mithilfe von Drittmitteln zustande gekommen ist. Selbstverständlich ist die Redaktion auch in diesen Fällen verpflichtet, Sponsoren in keiner Weise Einfluss auf Themenauswahl oder Inhalt der Reportage zu gewähren. Die Finanzierung einer Reise durch das unmittelbare Berichtsobjekt, also beispielsweise ein Hotel, das redaktionell besprochen wird, ist nicht möglich.

e. Alle Arten von Geschenken werden sozialisiert, soweit sie einen Wert von 40 Euro überschreiten. Redakteure liefern Geschenke an einer zentralen Stelle ab. Am Ende des Jahres werden sie zugunsten eines wohltätigen Zwecks versteigert.

f. Bücher oder andere Produkte von Redakteuren werden nicht redaktionell bewertet. Bei eventuellen Vorabveröffentlichungen solcher Werke wird die Befangenheit für den Leser deutlich gekennzeichnet. Redakteure können ihre Bücher auf ihren persönlichen Profilseiten erwähnen. Diese Erwähnungen können auf begleitende Websites dieser jeweiligen Bücher oder Leseproben der jeweiligen Verlags-Site verlinkt werden, nicht jedoch zu Amazon oder anderen Shop-Seiten, auf denen das Buch gekauft werden kann. Bei der Besprechung von Büchern ehemaliger Redakteure von ZEIT ONLINE oder DIE ZEIT wird auf den Umstand ihrer früheren Redaktionszugehörigkeit hingewiesen.

g. Jede Nebentätigkeit von Redakteuren muss der Chefredaktion zur Genehmigung vorgelegt werden. Die Prüfung erfolgt unter den Kriterien möglicher Beeinflussung der Berichterstattung, einer möglichen Beschädigung der Marke ZEIT ONLINE sowie unter arbeits-ökonomischen Gesichtspunkten der Redakteure. Der Chefredakteur muss seine Nebentätigkeiten dem Verleger mitteilen.

h. Freie Mitarbeiter müssen Tätigkeiten in dem Journalismus nahen Bereichen — Marketing, PR — offen legen. Eine Tätigkeit in einem dieser Bereiche schließt in der Regel die redaktionelle Bearbeitung inhaltlich verwandter Themen bei ZEIT ONLINE für den Zeitraum eines Jahres nach Abschluss der jeweiligen Tätigkeit in Marketing und PR aus, wenn nicht in beiderseitigem Einvernehmen eine Regelung getroffen werden konnte, die eine Einflussnahme auf die Berichterstattung ausschließt.

2. QUALITÄTSSICHERUNG

a. Jeder auf ZEIT ONLINE erscheinende Text wird außer vom Autor noch von mindestens einer weiteren Person auf sachliche und stilistische Qualität überprüft und anschließend von einem Korrektor bzw. Schlussredakteur auf Rechtschreibung überprüft. Die Verantwortung für die Richtigkeit von Daten und Fakten verbleibt beim Autor bzw. dem im Impressum als „verantwortlich“ genannten.

b. Bei berechtigter Kritik durch Online-Leser an einem Text aus der Redaktion von ZEIT ONLINE melden sich Online-Redakteure im Kommentar-Thread unter ihrem Artikel selbst zu Wort. Faktische Fehler werden dabei in folgender Weise berichtigt:

  • Korrektur der betreffenden Textstelle
  • Ein Hinweis unter dem Text, dass korrigiert wurde.
  • Sofern geboten: Im Kommentarthread eine Antwort an den jeweiligen Leser, die seinen Hinweis anerkennt.

Inhaltliche Fehler online nur stillschweigend auszubessern, ist nicht akzeptabel.

3. BEZIEHUNG ZU ANZEIGENKUNDEN

a. Anzeigenkunden haben keine Möglichkeit, den redaktionellen Inhalt zu beeinflussen. Einzelne Themen tauchen zwar durchaus auch aufgrund möglicher Anzeigenerlöse in ihrem jeweiligen Umfeld auf, potenzielle Inserenten haben jedoch keine Möglichkeit, auf Umfang, Art und Urteil der Berichterstattung Einfluss zu nehmen.

b. Kein Anzeigenkunde kann durch die Drohung, Aufträge zu stornieren, kritische Berichterstattung verhindern. Droht ein Anzeigenkunde damit, wird die Redaktion diesen Vorgang veröffentlichen.

c. Anzeigen mit journalistisch wirkenden Inhalten (zum Beispiel Anzeigen-veröffentlichungen/ Advertorials) müssen sich in der Darstellung vom Layout der redaktionellen Inhalte von ZEIT ONLINE so offensichtlich unterscheiden, dass keine Verwechslung möglich ist. Dies betrifft zum Beispiel Schrifttype oder Linkfarbe. Online-Advertorials müssen stringent als „Anzeige“ gekennzeichnet sein. Eine Benennung als „Spezial“, „Verlagsbeilage“ oder „Sonderveröffentlichung“ darf nicht vorkommen.

d. Die Details der auf ZEIT ONLINE einzusetzenden Werbemittel sind in der zwischen Chefredaktion und Verlagsgeschäftsführung regelmäßig definierten Werbemittelkonvention geregelt.

4. VERHÄLTNIS ZU KOMMERZIELLEN PRODUKTEN IM EIGENEN HAUS

a. Kommerzielle Produkte des Verlages werden im redaktionellen Teil nicht besprochen. Beworben werden sie durch Anzeigen. Ausnahmen bilden Non-Profit-Produkte des Verlages.

b. Veranstaltungen, die der Verlag ausrichtet, werden in aller Regel im redaktionellen Teil ZEIT ONLINE nicht besprochen. Wertende Berichterstattung dazu findet grundsätzlich nicht statt. Eine dokumentierende Wiedergabe als Video ist möglich und liegt im Ermessen der Redaktion.

c. Geschäftspartner, die Veranstaltungen, Produkte oder andere Aktivitäten des Verlages unterstützen, haben keinerlei Einfluss auf die redaktionelle Berichterstattung.

e. Für journalistische Produkte im Bereich von Corporate Publishing (Tempus Corporate GmbH) dürfen Redakteure und feste freie Mitarbeiter nicht aktiv werden. Freie Mitarbeiter von ZEIT ONLINE müssen ihre Mitarbeit im Corporate Publishing offen legen — und sind daraufhin im entsprechenden Themenbereich als Autoren von ZEIT ONLINE für ein Jahr nach Abschluss der jeweiligen Tätigkeit im Corporate Publishing gesperrt.

5. Der Code of Ethics ist eine freiwillige Selbstverpflichtung.

Etwaige Verstöße dagegen ziehen keine arbeitsrechtlichen Konsequenzen nach sich. Davon ausgenommen sind Verstöße gegen Pflichten, die sich bereits aus dem Arbeitsverhältnis der jeweiligen Kollegin/des jeweiligen Kollegen ergeben.

Das scheinen mir Richtlinien mit vielen vorbildlichen und brauchbaren Regeln zu sein. Es ist mir ein Rätsel, warum man sie quasi geheim halten wollte.

Allerdings könnte man angesichts des Wortlautes auch noch einmal fragen, warum sich „Zeit Online“ von Moritz Gathmann trennen musste. Der freie Journalist hatte, wie berichtet, für eine vom Kreml mitfinanzierte Zeitungsbeilage gearbeitet. Er hat diese Arbeit aber jetzt beendet. Unter Punkt 1h heißt es im Kodex, dass eine solche Tätigkeit „in der Regel“ die Bearbeitung ähnlicher Themen bei „Zeit Online“ ausschließe. Die folgende Sperre gelte nur, „wenn nicht in beiderseitigem Einvernehmen eine Regelung getroffen werden konnte, die eine Einflussnahme auf die Berichterstattung ausschließt“.

Jochen Wegner hatte es dagegen so dargestellt, als hätte es keinerlei Entscheidungsspielraum gegeben.

63 Gedanken
  1. 1
    jakob says:

    Vielen Dank für die Transparenz.
    Das ist übrigens die passende Selbstverpflichtung, die sich Gathmann als Freischreiber-Mitglied selbst auferlegt:
    „Ich verpflichte mich zur Wahrung der journalistischen Unabhängigkeit.
    Ich lege Abhängigkeiten und Interessenverflechtungen offen.
    Ich lanciere keine als Journalismus getarnten PR-Beiträge.
    Ich lasse mich nicht von zwei Seiten bezahlen.
    Solche Praktiken sind mit meinem Verständnis von Journalismus unvereinbar.“
    (http://www.freischreiber.de/wir/uber-uns/selbstverpflichtung/)

  2. 2
    Kati says:

    Wahrscheinlich war Herrn Wegener das mit der einvernehmlichen Regelung einfach nicht präsent und mal eben nachgucken ging ja nicht. Hat ja mehr als 140 Zeichen, dieses sperrige Ding und innerhalb von zwei Stunden hat es wohl niemand geschafft, die Geheimdokumente aus dem Geheimbüro zu holen und für Herrn Wegener in Amerika einzuscannen und per Mail zu schicken. Und immerhin: Es hat pressiert! Herr Schraven hat die sofortige Exekution gefordert, Herr Wegener stand für 2 Stunden maximal im Wort – da muss man schon mal so einen Kram wie einvernehmliche Regelungen über Bord werfen. Ist doch eh nur Ballast und die Zeit kann ja einfach von den anderen abschreiben, was so in der Ukraine passiert.

    Aber insgesamt kann man David Schraven ja dankbar sein, dass er das öffentlich über Twitter gemacht hat. Hätte er zum Telefon gegriffen, hätte keiner was von seiner Aktion mitgekriegt. Ist dieses Anschwärzen von unliebsamen Kollegen eigentlich üblich? Wer nicht der herrschenden Meinung folgt, wird aussortiert und zukünftig gedisst?

    Entsteht so diese merkwürdig stromlinienförmige Berichterstattung?

  3. 3
    JMK says:

    6. Trennungsgründe
    Treten dann ein, wenn Hinweise erlangt werden, dass ein für die Zeit arbeitender Journalist, Mitarbeiter Dritter journalistischer Medien (oder solche die sich dafür halten) nicht zu gefallen weiß.

  4. 4
    H.Lutz Oppermann says:

    Kennt Helmut Schmidt diesen Codex?
    Hält er sich daran?

    Also ein sprachlicher Lesegenuß ist das keiner. Spröde und öde!
    Ich hätte das nicht veröffentlicht, doch eher ein peinliches Regelwerk.
    Was ich mindestens erwarten würde, wäre eine Vison, für einen ethisch verantwortlichen Journalsimus, aber was ich lese erinnert micht an Gängeleien.

    Der Journalsit macht sich nicht gemein mit der Sache usw.
    Machte sich Gathmann gemein mit der russischen Sache?

    Wem ist der Journalist eigentlich verpflichtet der Wahrheit, der objektiven Berichterstattung, dem menschlichen Miteinander oder dem Produkt Zeit-Online?

    Es fehlt ein Absatz zum journalsitischen Miteinander,
    wie der Umgang mit Kollegen untereinander zu gestalten ist!

    Codex – ein großes Wort für diese freiwillige Selbstverpflichtung und noch nicht wirklich ausgereift. Wie ist das Papier entstanden? Wessen Handschrift trägt és?
    Ist das Papier das Ergebnis einer kollaborativen Arbeit, aller Journalisten der Zeit,
    oder ist der Codex die Arbeit eines Juristen?

    Für einen Außenstehenden ist es ganz illustrativ diesen sog, Codex zu lesen,
    läßt er doch Einblicke zu, die mir sonst fremd blieben.

    Was mir fehlt, was eigentlich passiert, wenn einer gegen den Codex verstößt, wer dann einberuft, prüft und entscheidet, und nach welchen Regeln geprüft und entschieden wird,
    und wie der „Beschuldigte“ sich dazu äußern kann, ansonsten ist ja der Denunziation Tür und Tor geöffnet.

  5. 5
    Detlef Guertler says:

    Ob es sich wirklich um „inhaltlich verwandte Themen“ handelte?
    Bei „Russland heute“ gings ja sicherlich weder um die Krim noch um die Ukraine.

  6. 6
    Blunt says:

    „Das scheinen mir Richtlinien mit vielen vorbildlichen und brauchbaren Regeln zu sein.“ So kann man das sehen. Man könnte allerdings auch sagen: In kaum einer anderen Branche lassen sich Arbeitnehmer derart penible Vorschriften gefallen. Eine pauschale Genehmigungspflicht von Nebenbeschäftigungen etwa verstößt schlicht gegen das Grundrecht auf freie Berufswahl. Und ein Verzicht auf Inanspruchnahme jeglicher Rabatte scheint mir etwa im Bildungs- oder Gesundheitswesen ziemlich abwegig. Dagegen ist an sich nichts einzuwenden, nur wäre es ganz schön, wenn mit diesen hohen Compliance-Standards auch eine entsprechende Vergütung seitens der Verlage einherginge.

  7. 7
    Peter says:

    Wollte nur darauf hinweisen, dass es in der Colbert-Folge von gestern um RT, den russischen Sender in Amerika, ging. Ist natürlich nicht allzu erkenntnisreich, aber was soll’s:

    http://www.colbertnation.com/full-episodes/wed-march-12-2014-maria-shriver

  8. 8
    johnson says:

    Aber warum heißt das jetzt „code of ethics“ und nicht „Ethikkodex“?
    Kann mich jemand aufklären?

  9. 9
    James Bronx says:

    Herr Schraven sei ein Denunziant, behaupten hier einige Mitläufer des Shitstormblogführers Niggemeier. Der Blinde bleibt König unter den Einäugigen.

  10. 10
    Theo H. says:

    „James Bronx“:

    einfach mal Punkt 1 h lesen:

    „Freie Mitarbeiter müssen Tätigkeiten in dem Journalismus nahen Bereichen — Marketing, PR — offen legen.“

    Hat Gathmann nie verschwiegen. Stand auf seiner Homepage. Den Code hat er nicht gekannt.

    „Eine Tätigkeit in einem dieser Bereiche schließt in der Regel die redaktionelle Bearbeitung inhaltlich verwandter Themen bei ZEIT ONLINE für den Zeitraum eines Jahres nach Abschluss der jeweiligen Tätigkeit in Marketing und PR aus, wenn nicht in beiderseitigem Einvernehmen eine Regelung getroffen werden konnte, die eine Einflussnahme auf die Berichterstattung ausschließt.“

    „in der Regel“, „in beiderseitigem Einvernehmen“… es hätte also andere Möglichkeiten gegeben.

    Dass es – dennoch – zum sofortigen Rauswurf gekommen ist, wurde vom Journalisten und Netzwerk-Recherche-Vorstand David Schraven begrüßt.

    Wenn sie die Sonnenbrille absetzen, kriegen sie das mit dem Sprichwort auch noch hin.

  11. 11
    peter says:

    johnson, 8: weil das deutsche wort ethik eher moralphilosophisch (abtreibung usw) belegt ist, rate ich mal

  12. 12
    Kraven says:

    Ich finde Punkt 5 sagt doch schon alles. Die Regeln müssen in keinem einzigen Punkt beachtet werden und es steht Zeit online nach dem Ethikcodex trotzdem noch offen den Journalisten zu behalten.

  13. 13
    Max says:

    Oje, da lassen sich wohl noch einige Verstöße dokumentieren.
    Allein zu 2b) könnte ich hier einige Beispiele nennen.

    Hat schon mal jemand einen Hinweis auf Aktienbesitz gesehen oder haben die im Wirtschaftsressort wirklich alle keine?

  14. 14
    Stephan says:

    Apropos Neutralität:
    „Der freie Journalist hatte, wie berichtet, für eine vom Kreml mitfinanzierte Zeitungsbeilage gearbeitet.“

    Mir scheint irgendwie oder mir deucht gar vielleicht, dass DIE ZEIT angesichts des aktuellen (vorgestrigen?) Covertitels („Müssen wir jetzt Angst vor den Russen haben“ oder so ähnlich) irgendwie eine gewisse Anbindung an das U.S. State Department zu haben scheint.

    Ich meine die Russen müssen ja Gott sei Dank keine Angst vor den Amis haben, auch wenn die sich trotz gegenteiliger Versprechungen seit dem Fall der Mauer immer näher an Russland heranpirschen, und zwar von allen Seiten, die möglich sind.
    Hurra es ist Krieg, schrie man vor hundert Jahren, ich habe eigentlich seit meiner Bundeswehrzeit gehofft, dass das niemand jemals wieder tun würde. „Happy men don’t enlisten“ von Boris Pasternak oder frei übersetzt: Die Armee geht vernünftigen Menschen sonst wo vorbei.

  15. 15
    Max Jalon says:

    Angst, pure Angst, das ist die Erklärung für so etwas:

    [quote] Das scheinen mir Richtlinien mit vielen vorbildlichen und brauchbaren Regeln zu sein. Es ist mir ein Rätsel, warum man sie quasi geheim halten wollte. [/[quote]

    Selbst so etwas „gutes“ zu veröffentlichen macht Angst, existentielle Angst wohlgemerkt.

    Und der Rausschmiss von Moritz Gathmann ist ja schon fast QED sozusagen. Also lieber sich nicht festlegen, merkeln, aussitzen… mal seh’n ….in ein paar Monaten … das wird der Hoeneß jetzt auch versuchen, die Strategie … immer noch besser, denkt der Redakteur, als dass mir ein ein Strick daraus gedreht wird, ich mein, als wenn ich mich jetzt festlege, das veröffentliche….

    Deshalb ist die Presse heute, was Gleichschaltung angeht, auf dem Niveau der DDR angelangt. Das machen die nicht mit expliziten „Anweisungen zur Kampagne“ wie Albrecht Müller das immer unterstellt, das geht viel subtiler. Zum Beispiel über Angst vor Existenzverlust.

  16. 16
    rgroth says:

    Mal ganz ab davon, daß dieser „Code of Ethics“ bislang nicht zuverlässig kommuniziert wurde:

    5. Der Code of Ethics ist eine freiwillige Selbstverpflichtung.

    Etwaige Verstöße dagegen ziehen keine arbeitsrechtlichen Konsequenzen nach sich. Davon ausgenommen sind Verstöße gegen Pflichten, die sich bereits aus dem Arbeitsverhältnis der jeweiligen Kollegin/des jeweiligen Kollegen ergeben.

    Ich gehe schon mal soweit, daß dieser Kodex, der Redakteure anspricht, auch auf freie Mitarbeiter anzuwenden ist.

    Was ich allerdings nicht verstehe:
    Wie kann ein freier Mitarbeiter, der diesen Kodex nicht kannte; deshalb nicht anerkannte; dessen verneinten arbeitsrechtlichen Konsequenzen – letztlich die Aufkündigung der Zusammenarbeit erleiden ???

    WTF?

  17. 17
    DaDee says:

    Dass die Zeit Gathmann aufgrund seiner Beschäftigung bei „Russland Heute“ geschasst hat, ist ein sehr schlechter Aufhänger, um über den undurchsichtigen Umgang der Zeit mit ihrem „Code of Ehtics“ zu diskutieren. Kritisiert man hier die Zeit, wäscht man gleichzeitig unvermeidlich Gathmann, die Süddeutsche und „Russland Heute“rein. Das Skandälchen ist hier nicht, dass Gathmann jetzt gehen musste, sondern dass er zuvor überhaupt beschäftigt wurde.

    Nachdem sich schon vorher einzelne SZ-Redakteure fragten „Kremlpropaganda als Beilage – WTF?“, ist Inzwischen die Frage „Süddeutsche – WTF?“ auch zum Verlag der Süddeutschen durchgedrungen und auch dieser überlegte „Ja, what eigentlich the fuck?“ und stellt das unredigierte Putin-Whitewashing ein:

    http://www.taz.de/Russland-Beilage-der-SZ/!134785/

    Bei Russland Heute fehlt der klare Hinweis darauf, worum es sich handelt. Deshalb erreichen die SZ-Redaktion manchmal Leserbriefe, die sich eigentlich auf die Imagebeilage beziehen, erzählen Kollegen. Nur karge Hinweise im Impressum und auf den Innenseiten weisen darauf hin, dass die Rossijskaja Gaseta als Herausgeber fungiert und sich das Projekt „Russia Beyond the Headlines“ nennt. Dem normalen Leser erklärt das nicht, dass es sich um ein staatlich finanziertes PR-Produkt der russischen Regierung handelt. Wer das Blatt öfter liest, stößt auch zunehmend auf Artikel, die wie bezahlte „schwarze PR“ anmuten und Konzerninteressen vermitteln. „Russische AKWs punkten mit Sicherheit“, hieß beispielsweise die Überschrift eines solchen Wirtschaftsbeitrags.

    Ulrich Speck wies bereits im anderen Kommentarbereich auf Gathmanns Pussy Riot-Artikel hin:

    http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/pussy-riot-lady-suppenhuhn-11867761.html

    Was Gathmann da betreibt ist kein Journalismus. Er vergleicht Pussy Riot mit der RAF, stellt die Truppe also als Terroristen dar – reine Putin-Propaganda. Er berichtet von der Suppenhuhn-Aktion und der „Gruppensex“-Aktion der Gruppe Woina, die im übrigen nicht mit Pussy Riot gleichzusetzen ist – bei der Suppenhuhn-Aktion scheint noch nicht einmal ein einziges Pussy Riot-Mitglied beteiligt gewesen zu sein. Er erweckt den Anschein, dass die hochschwangere Tolokonnikowa, wenige Tage vor der Entbindung, im Museum wild mit wechselnden Partnern rumgefickt hätte. Damit kann man in der faz vielleicht bürgerliche Bestürzung hervorrufen, entspricht aber nicht den Tatsachen. Tolokonnikowa hatte da nur was mit dem Vater ihres Kindes Sex.

    Die Frage, was Sinn und Zweck bzw. Grund für dieser Woina-Aktionen war, fasst Gathmann überhaupt nicht an. Da starten Leute also eine Protestaktion und der selbsternannte „Russlandversteher“ tut so, als sei das nur geschmacklose Kunst und erwähnt gar nicht, dass es an ziemlich konkreten Regierungsäusserungen festgemachter Protest, nein noch nichteinmal dass es überhaupt Protest gegen die Regierung war.

    Wenn ich so wenig wissen will und die Welt lieber durch die verzerrende Putin-Brille sehe, brauche ich nicht Gathmann in der faz lesen, sondern kann gleich Russia Today gucken.

    Das Skandälchen ist nicht, dass Gathmann gehen musste, sondern dass er überhaupt von der Zeit beschäftigt wurde.

  18. 18
    Stefan Niggemeier says:

    @DaDee: Nicht die „Zeit“, sondern „Zeit Online“. Es ist auch nicht der „Code of Ethics“ der „Zeit“, sondern der von „Zeit Online“.

  19. 19
    DaDee says:

    Uhps, dass es prinzipiell einen Unterschied zwischen Zeit und Zeit Online gibt ist mir zwar klar, dass die aber tatsächlich für den Online-Ableger einen eigenständigen „Code of Ethics“ formulieren, überrascht mich dann doch.

    Also die entprechenden Regeln gelten nicht für die Print-Zeit?!

  20. 20
    Theo H. says:

    DaDee:

    Sie beklagen sich, dass Gathmann in seinem FAZ-Artikel diese Aktionen nur verkürzt darstellt – und schaffen es gleichzeitig, dabei den FAZ-Artikel nur sehr verkürzt darzustellen. Zudem fallen ihnen auch nicht mehr Beispiele ein, womit sie Gathmann diskreditieren könnten. Sie müssen also schon das wiederholen, was der vom „amerikanischen Steuerzahler bezahlte westliche Freiheitskämpfer“ Ulrich Speck hier vergeblich versucht hat.

    Wie lautet der Name ihrer verzerrenden Brille?

  21. 21
    DaW says:

    @ DaDee:

    „Kritisiert man hier die Zeit, wäscht man gleichzeitig unvermeidlich Gathmann, die Süddeutsche und ‚Russland Heute’rein. Das Skandälchen ist hier nicht, dass Gathmann jetzt gehen musste, sondern dass er zuvor überhaupt beschäftigt wurde.“

    Ehrlich gesagt sehe ich da weder ein Problem noch ein Skandälchen. Im Gegenteil, es scheint mir in weiten Teilen der hiesigen Medien ein westliches Überlegenheitsgefühl durch, angesichts dessen mir nur noch schlecht wird. Auch ich lehne große Teile von Putins Politik ab, aber trotz allem hat er einen gewissen Rückhalt in der russischen Bevölkerung, und ob die Alternativen zu ihm wirklich besser wären, wage ich doch stark zu bezweifeln. Es ist nämlich nicht so, dass direkt nach Putin die Demokratie eingführt würde und alle fröhlich im Kreis tanzten, auch wenn in der kleinen rosaroten Welt erschreckend vieler deutscher Journalisten dies das realistischste Szenario für die Zeit nach Putin zu sein scheint. „Putin ist das kleinere Übel“ – dieser Satz dürfte es am ehesten treffen.

    Ich bin sehr dafür, Menschenrechte zu propagieren und das Völkerrecht zu achten. Aber kann eine vermeintliche Wertegemeinschaft, die Waterboarding, jahrelanges Einsperren von Verdächtigen mit Folter (dafür ohne rechtskräftige Verurteilung) auf Guantanamo, millionenfache Überwachung durch Geheimdienste und völkerrechtswidrige Angriffe auf den Irak zulässt bzw. durchführt diese Werte wirklich glaubhaft vertreten? Ich denke nicht: so lange, bis man diese Verbrechen nicht stoppt und aufklärt (und entsprechende Köpfe rollen – im übertragenen Sinne natürlich), sollte man vor der eigenen Tür kehren. Nur dann kann man Menschenrechte auch glaubhaft vertreten, ansonsten wirken sie wie ein Feigenblatt – was es natürlich der russischen Staatspropaganda wieder einfach macht, sie entsprechend abzutun. (Auch stellt sich die Frage: Wenn Menschenrechte so wichtig sind, warum wurde in letzter Zeit die ukrainischedie Opposition pauschal so stark bejubelt? Wieso hat man es nicht geschafft, die darin organisierten Gruppen, die neben humanistisch orientierten auch faschistische Gruppierungen umfassen, auseinanderzudröseln?)

    Diese Instrumentalisierung der Menschenrechte für geopolitische und wirtschaftliche Zwecke ist die eigentliche Gefahr. Ich denke, dass man viel mehr Menschen davon überzeugen kann, wenn man sie vorlebt statt nur den moralischen Zeigefinger zu erheben.

    Um den Bogen zum Thema zu spannen: ich finde es aus diesen Gründen überhaupt nicht schlecht, wenn auch „russische“Sichtweisen in hiesigen Medien vorkommen. Selbstverständlich mit entsprechenden Hinweisen, so wie jeder Autor für den Leser transparent eingeordnet werden sollte. Und wir sollten uns endlich von der Mär verabschieden, dass die hiesige Berichterstattung „objektiv“, die russische jedoch „Propaganda“ (oder eine verzerrende „Putin-Brille“) ist. Beide Sichtweisen, Wahr-Nehmungen (bewusst mit Bindestrich) sind subjektiv und verzerrt – die russische ist sicher ein wenig mehr vom Kreml, die westliche von Unwissen, Ignoranz und Überheblichkeit der beteiligten Journalisten gesteuert.

    Das Problem ist aus meiner Sicht auch, dass es schlicht an Journalisten mangelt, die wirklich Ahnung vom ostmittel- und osteuropäischen Raum haben und wissen, wovon sie reden (es war ja schon bezeichnend, dass die ARD gerade keinen Korrespondenten vor Ort hatte, als sich sich die Ereignisse überschlugen). Und dass die Medien, die eigentlich unseren Blick weiten sollen, selbst einen Tunnelblick haben und nicht nach links und rechts schauen. Sehr gut war das Ende letzten Jahres zu beobachten: in Wolgograd sind bei zwei Terroranschlägen über 30 Menschen ums Leben gekommen. Den hiesigen Medien war das nur eine kleine Meldung wert (und eigentlich auch nur, weil xy Kilometer davon entfernt kurz darauf die olympischen Spiele stattfanden, also womöglich auch Deutsche gefährdet waren), stattdessen hat man einen Großteil seiner Energie und Sendezeit für die Meldung „Michael Schumacher liegt nach Skiunfall im Koma“ (ja, das war der gesamte Inhalt) genutzt. Auch hier stellt sich die Frage: wie weit ist es eigentlich mit den uns ach so wichtigen Menschenrechten her, wenn man Terroranschläge schulterzuckend hinnimmt und zugleich „Journalisten“ ein Krankenhaus belagern – haben Schwerstverletzte und ihre Angehörigen keine Würde?

    Eins möchte ich noch erwähnen: die Berichterstattung des Handelsblatts ist mir in den letzten Wochen sehr positiv aufgefallen. Ohne Putin zu glorifizieren (im Gegenteil, die wirtschaftliche und politische Lage Russlands wurde z.B. sehr kritisch betrachtet) wurde dazu aufgerufen, Putin nicht als den Dämonen zu sehen, als der er in westlichen Medien immer stärker dargestellt wird, sondern mit ihm statt über ihn zu reden. Eine sehr vernünftige Stimme inmitten des panisch-dummen Geschreis, das von Zeit & Co ausgeht und vermuten lässt, dass der Russe quasi schon wieder auf dem Weg ist.

  22. 22
    DaDee says:

    @Theo H. #20
    Der Einwand zu Gathmanns Pussy Riot-Verleumdung gilt also nicht, weil zuvor schon ein RFE-Mann auf Gathmanns Propagandastück hingewiesen hat.

    Ich kritisiere nicht, dass Gathmann verkürzt, sondern dass er die wesentlichen Hintergründe unterschlägt und statt dessen ziemlich genau das Bild von Pussy Riot zeichnet, dass man auch bei Russia Today vermittelt bekommt.

    Eine Protestaktion nicht als solche zu benennen, sondern nur die Form zu umschreiben ist keine einfache „Verkürzung“, sondern Meinungsmache durch Auslassung.

    Es macht einen himmelweiten Unterschied ob man berichtet:
    „Tolokonnikowa hat hochschwanger öffentlichen Gruppensex im Museum“
    oder
    „Tolokonnikowa hat mit ihrem Mann Sex im Museum, um gegen die Fortpflanzungsprämieprogramm Putins und Medwedews zu protestieren“

    Gathmann fand die Regierungskritik nicht erwähnenswert.

  23. 23
    Peter says:

    Gathmann fand die Regierungskritik nicht erwähnenswert.

    Was ich verstehen kann, weil derartiger Protest, gerade mit diesem Ziel, doch irgendwie die eigene Absicht untergräbt, auch wenn man damit die Aufmerksamkeit auf sich zieht. Ich denke, dass hat Gathmann auch im Hinterkopf dabei gehabt, ob man dem nun zustimmt, oder nicht.

  24. 24
    Peter says:

    Nur damit das klar ist, ich halte Putin auch für einen Diktator, aber deswegen ist nicht jede Meinung, die sein Regime verbreitet (das auch einen gewissen Rückhalt bei der Bevölkerung hat), automatisch falsch – „Wahrheit, in böser Absicht dargebracht, ist schlimmer noch als Lüge, in größter Not erdacht“… oder so ähnlich.

  25. 25
    Jochen says:

    Es ist bescheuert, hier die Diskussion zum „kurzen Prozess“ zu wiederholen.

    Interessant wären Beiträge zum Code von Zeit online.

  26. 26
    DaW says:

    @ Jochen:

    „Es ist bescheuert, hier die Diskussion zum »kurzen Prozess« zu wiederholen. Interessant wären Beiträge zum Code von Zeit online.“

    Na dann – worauf warten Sie?

  27. 27
    Jochen says:

    @ DaW

    z.B. auf Leser von „Zeit online“, die beurteilen können, ob die hehren Grundsätze eingehalten werden

  28. 28
    DaDee says:

    Was soll man in dem Zusammenhang groß den Verhaltenskodex diskutieren? Da steht

    h. Freie Mitarbeiter müssen Tätigkeiten in dem Journalismus nahen Bereichen — Marketing, PR — offen legen. Eine Tätigkeit in einem dieser Bereiche schließt in der Regel die redaktionelle Bearbeitung inhaltlich verwandter Themen bei ZEIT ONLINE für den Zeitraum eines Jahres nach Abschluss der jeweiligen Tätigkeit in Marketing und PR aus, wenn nicht in beiderseitigem Einvernehmen eine Regelung getroffen werden konnte, die eine Einflussnahme auf die Berichterstattung ausschließt.

    Gathmann hat sich zwar dran gehalten, Zeit Online hat den eigenen Code aber verletzt, indem sie Gathmann über die Krim-Krise hat schreiben lassen, noch dazu ohnedie Leser auf die mangelnde Unabhängigkeit Gathmanns hinzuweisen. Der Fehler wurde korrigiert. Allerdings in schlechtem Stil.

    In beiderseitigem Einvernehmen eine Regelung zu finden, wonach Gathmann nur Aufgrund des Aus von Russland Heute wieder ungekennzeichnete Artikel bei ZO schreibt, hätte wohl kaum zur Verbesserung der Glaubwürdigkeit von ZO und Gathmann beigetragen.

  29. 29
    Claus says:

    @Max, #13

    In dem Kodex steht, dass Aktienbesitz „innerhalb“ der Wirtschaftsredaktion offengelegt wird, d.h.: die Redaktionsmitglieder/Ressortleiter etc. erfahren es – nicht der Leser.

  30. 30
    J. S. says:

    @Peter
    Putin ein Diktator? Na ich weiß nicht. Warten wir mal die nächsten Wahlen ab. Wenn Russland dann einen neuen Präsidenten hat, kann Putin ja schlecht ein Diktator sein. Diktatoren bleiben meist bis Lebensende im Amt. Oder gibt es mittlerweile eine demokratische Diktatur?

    @DaDee
    Immer dieselbe Leier. Prangern Sie eigentlich auch westliche Propaganda an oder tun Sie das nur bei den Russen? Eine so einseitige Sichtweise ist in meinen Augen dumm und nicht Putin-Versteher, wie Sie schon mal geschrieben haben.

  31. 31
    DaDee says:

    @J.S. #30

    http://en.wikipedia.org/wiki/Whataboutism

    Ich weiß nicht wie ich Ihnen weiterhin Antworten soll, ohne ganz weit Off-Topic zu gehen, weswegen der Hausherr uns verständlicher Weise schon mal ermahnt hat. Von „Putin-Versteher“ hab ich allerdings nichts geschrieben.

  32. 32
    Theo H. says:

    „Whataboutism should not be confused with legitimate pointing out of hypocrisy.“

  33. 33
    Susanne says:

    Ich frage mich wirklich, warum man diese Richtlinien so ausführlich und relativ streng formuliert, wenn man dann mit einem letzten Absatz alles als „freiwillig“ bezeichnet. Ist das für Journalisten, die selbst keine eigenen Grundsätze haben? Damit die mal sehen, was es ethisch so für Möglichkeiten gibt, und dann das aussuchen können, was ihnen in den Kram passt? Alles ein bißchen inkonsequent, oder?

  34. 34
    Lutz Meier says:

    @33 Der schlichte Grund, weshalb die Richtlinien als „freiwillig“ bezeichnet werden, dürfte ein arbeitsrechtlicher sein. Wenn solche Vorschriften arbeitsrechtliche Konsequenzen haben sollen, müssen sie meines Wissens in einer Betriebsvereinbarung festgehalten werden, was eine umfängliche Beteiligung des Betriebsrats voraussetzt. Dazu hatten die Verantwortlichen bei „Zeit Online“ vermutlich keine Lust. Deshalb bezeichnen sie die Regeln offiziell als „freiwillig“. Man darf annehmen, dass ein Verstoß intern dennoch zu Konsequenzen führt

  35. 35
    DaDee says:

    Wenn Sie mir sagen, wo genau ich behauptet habe, dass es keine West-Propaganda gäbe, oder dass es okay wäre, wenn US-Propagandisten ungekennzeichnet in ZO publizieren dürfen sollten, können Sie mir gerne „hipocrisy“ vorwerfen. Ich habe allerdings nichts in der Art geschrieben. Ganz im Gegenteil. Aber anscheinend verstehen Sie nicht den Unterschied zwischen „legitimate pointing out of hypocrisy“ und „whataboutism“.

    Wenn Sie berechtigte Kritik am Propagandaeinsatz Gathmanns für die Putinregierung nicht stehen lassen können, ohne direkt eine Relativierung in Form von „Der Westen macht aber auch Propaganda!“ zu fordern, obwohl Westpropaganda hier überhaupt nicht Thema ist, ist das die gute alte Leier:
    „а зато у вас негров вешают“
    Sowjetgewohnheiten sterben schwer.

  36. 36
    DaDee says:

    35 war natürlich @Theo H. #32

  37. 37
    Theo H. says:

    „Propagandaeinsatz Gathmanns für die Putinregierung“

    Es wäre dann mal an der Zeit, Belege dafür zu bringen. Die Autorentätigkeit für die Beilage der Süddeutschen steht alleine ja nicht dafür. Der FAZ-Artikel taugt dafür auch nicht. Da müssten dann auch die Autoren der anderen Medien (Spiegel, DLF etc.), welche Gathmann gut kennen und ihm ein anderes Zeugnis ausstellen als Sie, mit Blindheit beschlagen sein.

    Oder verstehen Sie sich so gut auf Ferndiagnosen wie David Schraven, der vom Ruhrpott aus angeblich besser als die Osteuropa-Korrespondenten beurteilen kann, was in Moskau oder Kiew geschieht?

    Ihre Hartnäckigkeit, Herrn Gathmann etwas anzuhängen, ist erstaunlich. Woraus genau speist sich ihr Engagement? Politische Grundhaltung, Solidarität mit David Schraven, irgendwelche Bekannten bei Zeit online?

  38. 38
    Peter says:

    @JS: Das ist doch albern, die Wahlen in Russland sind in der Vergangenheit in so offensichtlicher Weise manipuliert worden (Videos auf Youtube von Leuten, die sich an den Stimmen-Annahmestellen zu schaffen machen usw.), das man nicht wirklich von einer Demokratie sprechen kann. Und Putin hat sich ja bereits mit Medwedew im Amt abgewechselt, ohne dass es seiner Macht geschadet hätte.

  39. 39
    M.J.Groenewold says:

    Diese Diskussion müßte es nicht unbedingt geben wenn…

    1. Freie Mitarbeiter von ihrer Arbeit für für „Qualitätsmedien“leben könnten .
    2. Wenn man Transparent offenlegt wer der Autor ist.
    Etwas was auf ZO normalerweise gut klappt.

    Auf ZO kommen regelmäßig Politiker und Lobbyisten zu Wort.
    Regelmäßig nutzen Qualitätsmedien Studien und Untersuchungen von divers. Lobbyorganisationen ohne es entsprechend zu bennen, geschweige denn zu hinterfragen. Finde ich wesentlich problematischer.

    Wo ist dann in diesem Fall das Problem?

  40. 40
    DaW says:

    @ Peter:

    „Das ist doch albern, die Wahlen in Russland sind in der Vergangenheit in so offensichtlicher Weise manipuliert worden (Videos auf Youtube von Leuten, die sich an den Stimmen-Annahmestellen zu schaffen machen usw.), das man nicht wirklich von einer Demokratie sprechen kann.“

    Das stimmt natürlich. Ich gehe allerdings davon aus, dass Putin auch ohne Wahlfälschung gewonnen hätte, wenn auch nicht ganz so hoch. Insofern war es eine politische Dummheit, die Wahlen zu fälschen, seine Position wäre im internationalen Rahmen natürlich besser, wenn er nachweisbar legitimiert wäre.

    Er könnte es natürlich auch so halten wie sein Kollege Lukaschenka, der öffentlich zugibt, dass er die Wahlen hat fälschen lassen. Der sympathisch-bescheidene und volksnahe weißrussische „Präsident“ (Hobby: mit seinem 7-jährigen Sohn an einem Anschlagsort zwischen Leichenteilen und Blutlachen entlanglaufen) behauptet nämlich, er habe das Wahlergebnis nach unten korrigieren lassen, weil es sonst zu viel der Ehre wäre und unglaubwürdig wirkte.

  41. 41
    DaDee says:

    Haben Sie sich schon entschieden, ob Sie lieber Putin verharmlosen wollen, oder mir lieber vorwerfen ich würde Gathmann zu unrecht kritisieren?!

    Gathmann vergleicht die gewaltlose Pussy Riot mit Terroristen. Gathmann schreibt für ein Kreml-Propagandablatt. Wenn Ihnen das nicht als Beweis für Gathmanns Propagandaeinsatz reicht, ist mir das auch egal.

    Meine Motivation: Ich fand die Sowjetunion und das Leben im Ostblock Scheiße. Ich wünschte mir, die Sowjetunion 2.0 würde auch untergehen und die Besetzerei von „Bruderstaaten“ hätte 2014 endlich mal ein Ende.

  42. 42
    DaDee says:

    … und das war @Theo H. #37

  43. 43
    Klaus L. says:

    #14 @stephan
    Das ist aber sehr gewagt:

    „Mir scheint irgendwie oder mir deucht gar vielleicht, dass DIE ZEIT angesichts des aktuellen (vorgestrigen?) Covertitels (»Müssen wir jetzt Angst vor den Russen haben« oder so ähnlich) irgendwie eine gewisse Anbindung an das U.S. State Department zu haben scheint.“

    Im gleichen Stall wie DIE ZEIT steht noch ein anderer Gaul: DER TAGESSPIEGEL, die Gaul ist ein Unterwassergaul, denn sie trägt um den Hals ein Schild mit den Worten: „rerum cognoscere causas“, dies kann man sehr frei übersetzen: „Den Dingen auf den Grund gehen“, nun nicht nur der Boden eines Sees hat einen Grund, aber ich schweife ab und verliere mich in nicht zielführende sprachliche Details.

    Warum ist das oben genannte Zitat nun fragwürdig? Das ist relativ einfach, allerdings nicht in Kürze zu erklären, wie vehält es sich nun mit einem unabhängigen Verhalten, z.B. eines Herrn Malte Lehming (desen Posten ist der des Chefs der Meinungsredaktion des Tgaesspiegel, neben seinem Posten hat er aber sicherlich noch viel mehr Aufgaben …) nun dieser Mann, sorry dieser Journalist denkt intensiv über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft nach, und er bildet sich zu vielen Dingen der Weltgeschichte eine Meinung, das tun zwar auch Millionen von anderen Deutschen, aber Meinung ist ja nicht gleich Meinung, da gibt es Kriterien, z. B. Art der Meinung und Bildung oder Bildungsgrundlage der Meinung, sorry ich schweife schon wieder ab, zurück zum Thema, also der Herr L. hat einen Artikel, nein eine Meinung, nämlich seine Meinung zur Ukranine, nein nicht zur Ukraine sondern zur Zukunft der Ukranne geschrieben, oder besser was gut wäre für die Zukunft der Ukraine, wenn die Menschen die dort leben, also die Ukrainer, Glück haben, dann ist das auch für sie ganz gut, oder ganz toll, naja …

    „Ukraine in die NATO!“
    Link: http://www.tagesspiegel.de/meinung/konflikt-um-die-krim-ukraine-in-die-nato/9594960.html

    Nun da haben wohl nicht wenige Leser mit offenen Mündern vor ihren Bildschirmen oder dem gedruckten Tagesspiegel gesessen, der „geübte“ Tagesspiegelkonsument liest solche „Malte-Artikel“ einfach nicht mehr, da diese Artikel aber einen Intention haben, hier bitte ich um die Beachtung der Zusammenhänge von „ich habe einen Meinung“ und „ich habe einen Intention“. Nun es ist also einen Meinung, eine von vielen von Herrn L., dazu habe nicht wenige Leser dieses Artikels auch einen Meinung, zwar nicht zu dem Artikel, denn der spielt in der Regel auch gar keine Rolle, inhaltlich sind nur die wenigsten in der Lage sich der Kost anzunehmen, nein es geht da in der Regel eher zu wie in einer Grundschulklasse, „Herr Lehrer, ich weiß da was …“. Nein bei dem Artikel kochte der Inhalt der Galle, nein nicht bei Herrn L., nein bei einem Teil der Leser. Nun griffen einige Leser zur Tastatur und schrieben das was wohl am naheligensten war …

    Da wurden wohl Vermutungen angestellt, dass die Meinung einer Intention folgte, das kann aber nicht sein, denn nichts liegt dem Herrn L. und dem Tagesspiegel als Gesamtkunstwerksjournalismus ferner als: …

    Zitat der Online-Redaktion:
    „Bitte der Moderation
    Liebe Kommentatoren,

    wir freuen uns über kritische Kommentare, wenn sie sachliche Argumente bringen.
    Unserem Autor pauschal zu unterstellen, er werde von „den Amerikanern bezahlt“ oder wünsche sich den „totalen Krieg“, trägt nicht zu einer sachlichen Debatte bei und wird deshalb nicht freigegeben.

    Mit freundlichen Grüßen der Online-Moderation, JGr“

    Schlussfolgerung für das Zitat von Stephan:

    Lieber Stephan, dasoben Geschriebene ist
    1. unterstellt, und
    2. unsachlich , und
    3. geht so in dieser unsachlichen Unterstellung nun mal gar nicht.

    Bitte beteiligen Sie sich in Zukunft nur mit sachlichen Beiträgen, achten Sie bitte darauf, dass jede Unterstellung, das heist jede Vermutung unterlassen wird. Also nur Unterlassungen sind die angemessene Reaktion auf solche Sachverhalte. Desweiteren sollten Sie sich bewust machen, welchen Schaden Sie anrichten, können Sie den wieder gutmachen?

    Nein, nein, dass man den Leuten aber auch alles sagen muss!

    Danke
    K. L.
    Mitarbeiter beim Ministerium für Mitarbeit

    Signatur:
    Sie können ja nicht wissen, dass wir wissen, dass Sie nichts wissen.

  44. 44
    Theo H. says:

    „Gathmann vergleicht die gewaltlose Pussy Riot mit Terroristen.“

    Okay, wenn Sie wirklich nicht in der Lage sind, den FAZ-Artikel vernünftig, in Ruhe und ohne Schaum vorm Mund zu lesen, versuchen Sie es doch hiermit:

    http://www.tagesspiegel.de/kultur/inhaftierte-punk-musikerinnen-pussy-riot-kritik-ist-putin-egal/7010008.html

    Hier steht übrigens auch etwas über deutsche Terroristinnen, das Ihnen womöglich hilft, die Bezüge zu verstehen (von Gleichsetzen ist nirgends die Rede):

    http://www.tagesspiegel.de/weltspiegel/pussy-riot-auf-teufel-komm-raus/6946288.html

    Wenn das alles aus der Feder eines Putin-Propagandisten stammen soll… dann steht die Wiedergeburt von Joseph McCarthy wohl unmittelbar bevor.

  45. 45
    someonesdaughter says:

    @22: „Der Einwand zu Gathmanns Pussy Riot-Verleumdung gilt also nicht,“

    Sie operieren hier ziemlich offensiv mit der Unterstellung, Gathmann habe eine Straftat begangen. Haben Sie dafür irgendwelche Belege? Wenn nicht, ist nicht Gathmann der Kriminelle, sondern Sie sind es. Mag sein, dass Ihre üblen Anschuldigungen nur auf dem Umstand beruhen, dass Sie ‚vergleichen‘ und ‚gleichsetzen‘ nicht unterscheiden können – oder aus ideologischen Gründen nicht unterscheiden wollen. Beides wären geistige Limitierungen. Weder das eine noch das andere wäre eine Entschuldigung für Ihre wiederholten Entgleisungen. Wischen Sie sich mal den Schaum vom Mund und kehren zu einem zivilisierten Umgangston zurück. Wie Sie herausgefunden haben, dass Pussy Riot und die RAF nicht in einem Atemzug genannt werden dürfen, _ohne_ die beiden zu vergleichen, will ich lieber gar nicht fragen….

  46. 46
    DaDee says:

    Nicht viel Zeit (no pun intended) deshalb nur kurz:

    @Theo H. #44
    Da haben wir jetzt drei Artikel Gathmanns. Zwei sind relativ neutral. Von den dreien ist aber nur einer im Wesentlichen ein reiner Meinungsartikel Gathmanns.

    Und in dem vergleicht Gathmann Pussy Riot mit Terroristen, relativiert Putins Autoritarismus („Echte Diktaturen wie Nordkorea oder Usbekistan gehen gegen ihre Kritiker mit ganz anderer Härte vor.“) und schiebt Pussy Riot letztlich selbst die Schuld für ihre Verhaftung zu („All die Suaden über den unmenschlichen russischen Staat, der die Mütter zweier kleiner Kinder ins Gefängnis stecke, erscheinen vor diesem Hintergrund zumindest fragwürdig, wenn nicht sogar heuchlerisch.“), denn schlechte Mütter sind die Frauen auch noch. Und das Fazit ist dann noch der Mindfuck: Wer Pussy Riot unterstützt nützt damit Putin.

    @someonesdaughter #45
    Wenn Sie den Unterschied zwischen einem Vergleich im alltäglichen Sinne und einem Vergleich als rhetorische Figur nicht kennen, verstehen Sie natürlich auch nicht, was das Problem ist mit: „Dabei erinnern die Aktionskünstler mit ihren vulgären Provokationen viel mehr an die erste RAF-Generation.“

    Kapieren Sie wirklich nicht, dass ein Vergleich, wie z.B. in“Preisvergleich“, nicht das Gleiche ist wie ein Vergleich im Sinne von z.B. „Hitlervergleich“? Oder auf Englisch: „simile“ ist nicht das Gleiche wie „comparison“.

  47. 47
    Theo H. says:

    Ich geb´s auf.

  48. 48
    Stephan says:

    Lieber Klaus L.,
    Sie werden es nicht glauben, aber ich kann sogar weitere Beispiele für diese merkwürdige transatlantische Affinität bringen. Ganz aktuell von heute, 20:15 (Zeit Online, zeit.de/index):

    Ukraine – „Putin setzt seinen Plan wie ein Terminator um“ ( zeit.de/politik/ausland/2014-03/zhadan-ukraine-putin-krim-protest-teilung )
    okay der Titel ist nur ein Zitat eines ukrainischen Dichters, aber immerhin.

    Krim-Krise – Krim vor strittigem Referendum – Trotz internationaler Kritik lässt die Krim-Regierung seine Bevölkerung am Sonntag über den Anschluss an Russland abstimmen. ( zeit.de/politik/ausland/2014-03/krim-referendum-anschluss-russland )
    Tja es wird doch langsam Zeit, dass wir unsere Kavallarie in Richtung Schweiz in Marsch setzen, um dieses gefährliche Treiben von Volksabstimmungen ein für allemal zu unterbinden. Sonst wird am Ende die Demokratie als Ganzes den Bach hinunterrauschen, wenn wir den Souverän, den Bürger, nicht dazu bringen ruhig zu sein und einfach nur seine Steuern zu zahlen.

    Dank Herrn Hauß ( mai2.eu ) habe ich da noch ein sehr gutes Zitat entdeckt (bei den Nachdenkseiten):

    „Uwe Krüger: Ich habe auf breiter Front Elitenkontakte von Journalisten erfasst. Es waren 64 Journalisten, die in 82 Organisationen involviert waren, wo auch Eliten aus Politik oder Wirtschaft beteiligt waren. Besonders heraus stachen die Netzwerke von vier Außenpolitik-Journalisten: … und dem Mitherausgeber der Zeit, Josef Joffe. Die waren in außen- und sicherheitspolitischen Think Tanks, US- und Nato-affinen Vereinen und vertraulichen Runden involviert, in denen sie teilweise immer auf dieselben Leute trafen. “
    nachdenkseiten.de/wp-print.php?p=17471

    Ich habe also höchst vermutlich den Inhalt des Cover-Artikels von der ZEIT richtig wiedergegeben nur indem ich den Titel gelesen hatte, wobei ich zugeben muss, dass ich den genauen Wortlaut nicht mehr weiß, aber das dürfte ich dieses Jahr noch herausbekommen, wenn ich an einer Bibliothek mit entsprechendem Bestand vorbeikomme.

    Und zum Schluss noch ein richtig herzerfrischendes Zitat von Herrn Joffe, gefunden auf der Seite von Thomas Imanuel Steinberg:

    „Josef Joffe, Die Zeit, für Krieg im Dunkeln

    Gelingt es den Israelis, das Waffenprogramm (Anm.: des Irans) zu bremsen, gar zu stoppen, hätten sie der Welt einen Dienst erwiesen. Der Westen gewönne Zeit, um Teheran mit wirtschaftlichem und diplomatischem Druck umzustimmen. Gelingt das nicht, ist der Krieg im Dunkeln hundertmal besser als ein echter mit all seinen unwägbaren Weiterungen.
    T:I:S, 10. Februar 2012“
    http://www.steinbergrecherche.com/iran.htm#Joffe

    Überhaupt so Kriege sind schon was tolles und man kann immer so tolle Geschichten nachher darüber erzählen.

  49. 49
    someonesdaughter says:

    @46, DaDee: Wie bereits geschrieben, Sie sind entweder nicht in der Lage oder nicht willens, den Unterschied zwischen einem Vergleich und einer Gleichsetzung zu „kapieren“. Selbst dann nicht, wenn in den wirren Statements von „Pussy Riot“ Bezug auf Ulrike Meinhof und Gudrun Ensslin genommen wird. Gathmann vergleicht, Sie unterstellen eine Gleichsetzung. Sinnlos, das mit Ihnen weiter diskutieren zu wollen. BTW:

    „Und das Fazit ist dann noch der Mindfuck: Wer Pussy Riot unterstützt nützt damit Putin.“

    Ihr aggressiv vorgetragener Mindfuck lautet: ‚Wer Pussy Riot kritisiert, arbeitet für Putin‘. Fucked minds allerorten …

  50. 50
    DaDee says:

    Ihr aggressiv vorgetragener Mindfuck lautet: ›Wer Pussy Riot kritisiert, arbeitet für Putin‹. Fucked minds allerorten …

    Viel einfacher: Wer für Putin arbeitet, arbeitet für Putin.

    Dass Gathmann für Putin arbeitet, stand auf seiner Webseite.

  51. 51
    Theo H. says:

    Man sollte Trolls nicht füttern. Auch nicht solche, die aus der Sowjetunion rübergemacht haben und hier ihre Dogmen ausleben wollen.

  52. 52
    Stephan says:

    „Dass Gathmann für Putin arbeitet, stand auf seiner Webseite.“

    Und Redaktionen sind nicht verpflichtet sich über einen freien Mitarbeiter zu informieren, d.h. sich nicht einmal seine Webseite anzuschauen, oder?

    Wird man eigentlich russischer Präsident, wenn man ganz toll mit Wattebällchen werfen kann oder Zwerghamster lustige Kunststückchen aufführen lässt?

    Man kann aber Präsident werden und bleiben, wenn man Folterlager betreibt, andere Länder bombardiert oder invadiert und sich einen Dreck um Menschenrechte und internationale Gesetze schert, nicht wahr?
    Wieso gab es eigentlich die Nürnberger Prozesse bzw. wozu gibt es eigentlich den Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag? Für die Verlierer von Kriegen?

  53. 53
    Andreas Spengler says:

    Dass Gathmann für Putin arbeitet, stand auf seiner Webseite.

    Soviel dann für heute aus dem Ministerium der Wahrheit zu den Themen Gleichsetzung, Vergleich und „Mindfuck“… #facepalm

  54. 54
    Theo H. says:

    Nachtrag:

    „Dem journalistisch-ethischen Anspruch wird Zeit Online nicht in jedem Fall gerecht. So werden dort etwa auch Beiträge von reputierten Autoren aus der Printausgabe der Zeit veröffentlicht, bei denen ebenfalls Interessenkonflikte auszumachen sind – allerdings offenbar ohne Bedenken…“

    http://www.heise.de/tp/artikel/41/41289/1.html

    „Chaos bei Zeit Online: Mal gilt der Ethik-Kodex, mal gilt er nicht“

  55. 55
    Jo B says:

    Interessant wäre auch mal die Sache mit Bittner und Gauck im Lichte dieses Ethik-Codes zu betrachten.

    Die Tatsache, daß Gaucks kriegshetzerische Rede auf der „Münchener Sicherheitskonferenz“ aus der Feder von Bittner stammt, und eben dieser Autor sich dann in der Zeit auch noch wohlwollend über Gaucks Rede äussern darf,
    hat ja wohl aus allen nur möglichen Blickwinkeln gegen jeglichen ehrlich verstandenen journalistischen Ethos verstossen.

  56. 56
    Xario says:

    Stefan, woher hast du denn den Code of Ethix? Oder überseh ich nur den Link?

  57. 57
    Stefan Niggemeier says:

    Ich hab ihn einfach.

  58. 58
    Xario says:

    Hookay…danke für die flotte Antwort…und aus der Formulierung folgere ich, dass du das nicht sagen können dürfen willst. Geht’s um sowas wie Quellenschutz? Daran hatte ich gar nicht gedacht bei meiner Frage.

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  1. […] „Die Zeit“ und „Zeit Online“ haben sich auf gemeinsame ethische Richtlinien für ihre Arbeit verständigt. Bislang hatten die Zeitung und ihr Internet-Angebot getrennte und teils voneinander abweichende Regelwerke (nämlich dieses und dieses). […]

  2. […] und der geschasste 150-Euro-Reporter –  Ethik in der PR: Selbstverpflichtung und Selbstkontrolle –  “Code of Ethics” – Zeit Online –  PR einfach selbst gemacht bei Focus […]

  3. […] “Stimme Russlands” gearbeitet habe. Daher müsse man leider absagen. Der eigene Ethik-Kodex verbiete in solchen Fällen eine […]

  4. […] einen ominösen “Ethikkodex”, der nicht ganz offen einsichtig ist und den man sich bei bekannten Medienbloggern suchen […]

  5. […] aber auch die gedruckte „Zeit“ hat einen Ethik-Kodex. Es gibt ihn noch nicht so lange wie bei der Online-Schwester, nämlich erst seit Januar 2013, und er ist weniger umfangreich. Er lautet […]

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