ARD fordert Respekt und Toleranz auch für deutsche Grand-Prix-Juroren

12 Mai 14
12. Mai 2014

„Nie wieder mach ich sowas mit, ehrlich“, twitterte Madeline Juno gestern. Den Tweet hat sie inzwischen gelöscht, aber ihre Verzweiflung scheint sich nicht gelegt zu haben.

Die achtzehnjährige Sängerin war eine von fünf deutschen Juroren beim Eurovision Song Contest (ESC). Weil sie die Siegerin Conchita Wurst, wie die andern deutschen Juroren, nur auf einen Platz im Mittelfeld gesetzt hatte, wird sie in den sozialen Netzwerken von einigen wüst beschimpft.

Das ist übel und dumm.

Juno hatte die Sache aber noch verschlimmert, indem sie so tat, als sei sie eigentlich Conchita Wursts größter Fan und hätte Österreich unter die Top 5 gewählt. Das ließ sich aufgrund der in diesem Jahr erstmals veröffentlichten Einzelstimmen der Juroren leicht widerlegen.

Diese Transparenz hat weitreichende Folgen, nicht nur für Madeline Juno.

Der ARD-Unterhaltungskoordinator und deutsche Grand-Prix-Teamchef Thomas Schreiber sagte auf Anfrage, er sei als Mitglied der „Reference Group“ des ESC mit der Eurovision im Gespräch, „wie ein respektvollerer Umgang der Fans mit abweichender Meinung mit der Jury unterstützt werden kann“:

Die Art und Weise, wie in sozialen Netzwerken sowohl die Siegerin Conchita Wurst als auch unter anderem deutsche Jurymitglieder behandelt werden, ist nicht akzeptabel. Eine Drohung bei Facebook gegen die ESC-Gewinnerin ist ebenso wenig hinzunehmen wie das unflätige Beschimpfen der deutschen Jurymitglieder für ihre Wahl. Alle Jurymitglieder sind, unabhängig vom Lebensalter, Größen in der deutschen Popmusik und können erwarten, für ihr Urteil mit einem Mindestmaß an Respekt und Anstand behandelt zu werden. Wenn der Sieg von Conchita Wurst als ein Zeichen der Toleranz in Europa betrachtet wird, ist es eine Selbstverständlichkeit, dem Urteil der „music industry professionals“ dieselbe Toleranz entgegenzubringen.

Die Entscheidung, im Sinne der Transparenz alle Abstimmungsergebnisse zu veröffentlichen, hält Schreiber nach wie vor für richtig.

Die Ausfälle und Anfeindungen stellen auch deshalb ein Problem für ihn dar, weil sie zukünftige Kandidaten für die Jury abschrecken. Schon in diesem Jahr soll es schwer gewesen sein, bekannte Künstler für diese Aufgabe zu finden.

Nach eigenen Angaben entscheidet Schreiber „natürlich nicht“ allein über die Zusammensetzung der Jury, die ja erheblichen Einfluss auf das Ergebnis hat. Ein rund fünfköpfiges NDR-Team plus Schreiber stelle die Jury zusammen und rede dafür mit Künstlern, Managements, Labeln, Rechtsanwälten. Schreiber:

Der Aufwand für die Zusammenstellung der Jury wird von außen vermutlich unterschätzt. Mitunter dauert es von der ersten Anfrage bis zur Jurytätigkeit zwei Jahre. Ein Grund für die Zurückhaltung von „music industry professionals“ ist unter anderem die öffentliche Reaktion auf Juryentscheidungen (siehe Deutscher Vorentscheid 2013, siehe soziale Netzwerke 2014).

Trotz dieses angeblichen Aufwandes ist es der ARD nicht gelungen, eine Jury zusammenzustellen, die eine der Anforderungen der Eurovision erfüllt: ein breites Altersspektrum abzudecken. Die vom NDR ausgesuchten Vertreter waren alle zwischen 18 und 35 Jahre alt. „Ältere von uns angesprochene Künstler standen dieses Jahr leider nicht zur Verfügung“, sagte Schreiber vor dem Wettbewerb, „wir haben es aber natürlich versucht.“

Mangelnde Vielfalt bei der Zusammensetzung wäre auch eine Erklärung dafür, warum sich die deutschen Juroren teilweise erstaunlich einig waren in ihrem Abstimmungsverhalten. Trotzdem ist es verblüffend, dass zufällig alle fünf vermeintlich unabhängig voneinander zu dem Urteil gekommen sind, Dänemark (!) auf den ersten Platz zu setzen.

Angeblich hatten die Juroren keine Möglichkeit, sich abzusprechen. Schreiber:

Die Jurysitzungen finden alle unter notarieller Aufsicht statt, Handys sind abzugeben etc. Ein Austausch der Juroren untereinander findet während der Sendung und der anschließenden Abstimmung nicht statt. In einem runden Drittel der Länder wird die Jurysitzungen zusätzlich von PWC-Mitarbeitern stichprobenartig beobachtet.

Der Auftritt Dänemarks in der zweiten Generalprobe, auf deren Grundlage die Juroren urteilen, soll besonders gut gewesen sein (auch wenn er eine so durchschlagende Wirkung nur auf die deutsche Jury hatte). Das zeigt aber ein weiteres Problem mit dem Abstimmungsprozedere: Wenn die Juroren eine andere Show bewerten als jene, die die Zuschauer sehen, ist ihr Votum auch deshalb für die Öffentlichkeit schwer nachvollziehbar. Nach den Worten Schreibers lässt sich das aber nicht ändern, da das Juryvotum das Backup für den Fall darstellt, dass aus technischen Gründen kein valides Telefonvoting zustande kommt.

77 Gedanken
  1. 1
    freiwild says:

    Nach den Worten Schreibers lässt sich das aber nicht ändern, da das Juryvotum das Backup für den Fall darstellt, dass aus technischen Gründen kein valides Telefonvoting zustande kommt.

    Da frage ich mich als gänzlich ESC-uninteressierter, wieso man dann das Backup im Falle eines validen Telefonergebnisses nicht Backup sein lässt, und die Punkte zu 100% nach Publikumswunsch vergibt.

  2. 2
    Meister says:

    Backup schön und gut.

    Die Jury könnte dennoch während der gleichen Show abstimmen und nicht schon am Vortag, oder verstehe ich da was nicht?

  3. 3
    Eurovisionär says:

    Mich verwundert ein bisschen der Unmut über das Wertungssystem. Klar, das Jury-System wirkt im ersten Moment undemokratisch. Aber die 50-prozentige Bestimmung des Ergebnisses durch eine Jury ist doch gerade auf Wunsch vieler westlicher Teilnehmerländer eingeführt worden. Denn nicht wenige wollten ein „Punktezugeschuster“ zwischen osteuropäischen Ländern sehen oder fürchteten, Beiträge, die eher auf viel nackte Haut und eher alberne Darbietung setzten, würden das musikalische Niveau und seine Bandbreite senken. Im Turnen oder Tanzen, bei Literaturwettbewerben oder Filmfestivals gewinnt auch nicht immer der Beitrag mit dem lautesten Applaus. Aber oft deckt es sich doch. Und die deutsche Jury ist auch nicht die einzige. Vermeintlich verzerrte Auswertungsergebnisse werden scheinbar gut ausgeglichen.
    Am Ende sollte man einfach nicht vergessen, dass das ganze ein riesengroßes Spiel ist und der derzeitige Wertungsmodus dazu geführt hat, dass wir in diesem Jahr ein starkes und divergentes Musikangebot hatten, wie lange nicht mehr.

  4. 4
    Peter Stollewerk says:

    Was wird der Jury konkret vorgeworfen? Dass Sie nicht (einheitlich) Conchita auf Platz 1 gesehen hat und die dahinter stehenden Gründe? Wenn die Jury wirklich unabhängig entschieden hat und man das diesjährige Wertungssystem als gegeben hinnimmt, dann sollte man doch respektieren, dass Conchita dort nicht vorne lag.

  5. 5
    Thomas K. says:

    @Meister:
    Das wär gar nicht zu bewerkstelligen. Wann soll die Punkteverkündung denn stattfinden, wenn neben den Anrufern zeitgleich noch 40 Jurys unter notarieller Aufsicht abstimmen sollen?

  6. 6
    tyyphoon says:

    Die Jurymitglieder fahren nach Kopenhagen, amüsieren sich im Tivoli und setzen dann Dänemark auf Platz 1. Ein unabhängiges Juryvote kommt wohl anders zustande.

    http://www.eurovision.de/news/jury199.html

  7. 7
    BlueKO says:

    @Stefan: Du hast dir das doch alles aus der Nähe angesehen. Gibt es wirklich noch so bemerkenswerte Unterschiede zwischen letzter Generalprobe und Live-Event, dass es für ein Voting ausschlaggebend sein könnte? Wenn ein Künstler den Auftritt tatsächlich noch wegen Nerven seinen Auftritt vergeigt, dann doch eher am Samstag.

    Abgesehen davon, dass bei gleichzeitiger Abstimmung von Jan Ole und seinem Team die doppelte Datenmenge zu bewältigen wäre: Es gab in den vergangenen Jahren genug Manipulationsvorwürfe gegen die Jurys. Da sind 24 Stunden mehr Zeit, um die eingelaufenen Ergebnisse auf Plausibilität zu prüfen, doch wohl gar nicht so verkehrt.

    Wie nebenan schon geschrieben, sehe ich auch diesen Betriebsausflug der Jury als hoch problematisch an. Die Stadt war doch angeblich mit Bannern mit dem Refrain des dänischen Titels gepflastert. Das dürfte doch wohl keinen unbeeindruckt gelassen haben.

  8. 8
    Stefan Niggemeier says:

    @BlueKO: Die Antwort auf Deine Frage hast Du selbst gegeben:

    Gibt es wirklich noch so bemerkenswerte Unterschiede zwischen letzter Generalprobe und Live-Event, dass es für ein Voting ausschlaggebend sein könnte? Wenn ein Künstler den Auftritt tatsächlich noch wegen Nerven seinen Auftritt vergeigt, dann doch eher am Samstag.

    Ja, und dann sieht das Publikum, wie schrecklich er es versägt, und staunt, dass die Jurys es offenbar toll fanden.

    @Peter Stollewerk: Ich weiß nicht genau, an wen sich die Frage „Was wird der Jury konkret vorgeworfen“ richtet. Ich werfe ihr gar nichts vor, wundere mich aber darüber, dass alle 5 Juroren denselben Außenseiter an erste Stelle gesetzt haben.

  9. 9
    BlueKO says:

    Da hätte natürlich WENN stehen müssen. Die Wahrscheinlichkeit halte ich bei den exzessiven Proben für SEHR gering.

    Und wenn wirklich etwas richtig schief läuft, dann dürfen die doch auch noch mal ran, wie bei Spanien vor ein paar Jahren gesehen, als ein übereifriger Fan während des Auftritts auf die Bühne stürmte und den Vortrag durcheinander brachte.

  10. 10
    Twipsy says:

    PWC lungert nun auch beim ESC rum? Gibts einen Bereich des öffentlichen Lebens, wo die noch nicht drin sind?
    [bewusst harmlos formuliert]

  11. 11
    Peter Stollewerk says:

    In der Kritik an der Jury schwingt mit, dass es unverständlich sei, dass überhaupt jemand anders als C.W. Vorne liegt.

  12. 12
    Matthias says:

    Ja, die Jury bestand aus „music industry professionals“. Aber – und das soll gar nicht negativ gemeint sein – das heißt nicht automatisch, dass die Jurymitglieder auch, platt gesagt, viel von Musik verstehen; in dem Sinne, dass sie in der Lage wären, Musikstücke objektiv(!) musiktheoretisch zu bewerten (soweit man das überhaupt kann, da wird es dann schnell philosophisch). Das Alter einiger Beteiligter kommt noch hinzu, so dass auch „Erfahrung“ die fehlende Ausbildung nicht zu kompensieren vermag. Lange Rede, kurzer Sinn: Die Jury-Stimmen sind für mich nur unwesentlich substanzieller als Stimmen normaler Zuschauer, die per Televoting abgestimmt haben, also durchweg subjektive Geschmacksurteile. Da verwundert eine Abweichung vom finalen Ergebnis überhaupt nicht. Wer sich darüber echauffiert, gar zu unflätigen Beschimpfungen greift, hat rein gar nichts verstanden. Einzig der 1. Platz für Dänemark ist in diesem Zusammenhang merkwürdig.

    (Nur zur Sicherheit: Ich meine obige Zeilen wirklich nicht negativ. Ich finde nicht, dass eine Jennifer Weiß oder eine Madeline Juno oder ein Sido zwingend ein Musikstudium absolviert haben müssen, um gute Musik zu machen. Ganz gewiss nicht. Für die Teilnahme an einer Jury könnte man eine solche Qualifikation aber durchaus als sinnvoll ansehen).

  13. 13
    Stefan Niggemeier says:

    @Peter Stollewerk: In meiner Kritik? Nein, ich finde das nicht unverständlich.

    (Dieses Unpersönlich- und Im-Passiv-Formulieren erschwert die Diskussion mit Ihnen ein bisschen.)

  14. 14
    Stefan Niggemeier says:

    @BlueKO: Doch, das ist so. Da werden Auftritte mal völlig versägt und mal nicht.

  15. 15
    Stefan Niggemeier says:

    @Matthias: Mein Wunsch wäre kein Musikstudium o.ä. als Qualifikation, sondern dass die verschiedenen Jury-Mitglieder einen wirklich deutlich unterschiedlichen Hintergrund und Zugang zu Musik haben.

  16. 16
    Thomas K. says:

    Alle Mitglieder seien Größen in der deutschen Popmusik, sagt Herr Schreiber. Frau Juno hat vor nicht einmal einem Jahr ihren ersten Song veröffentlicht. Nun ja…

    Und warum Frau Juno jetzt so verletzt ist, verstehe ich auch nicht. Diese 10-15 kritischen (nicht einmal fiesen) Kommentare in Facebook und Twitter an sie direkt schmerzen sie so sehr, dass sie sich nun entschuldigt?! Da merkt man, dass sie noch neu im Business ist.

    Merkwürdig ist nicht, dass die Jury Conchita Wurst kombiniert nur auf Platz 11 gesetzt hat, sondern dass alle Jurymitglieder Dänemark auf 1 gesetzt haben – angeblich unabhängig voneinander. Wie wahrscheinlich ist so ein Zufall, wenn man nun das Ergebnis von Dänemark kennt?

  17. 17
    Wasserturm says:

    +1 für alles was Matthias schreibt.
    Die JJury wirkt auf mich ein bißchen wie die Zusammensetzung für ein Prrfektes PRomi Diner Musik Special, vor allem bekannte Gesichter.
    Ich vermisse die erfolgreichen Komponisten und Produzenten, der letzten Jahre.
    Zur Not auch ein Ralph Siegel oder Tim Renner (der ist eh der einzige an denen ich denke, wenn ich was von Musikindustrie lese)

  18. 18
    Christian says:

    Ich kann die Fragen von Peter Stollewerk schon nachvollziehen, es ist doch selbstverständlich dass ein „Jury“-Urteil bei ESC-Songs nichts anderes als ein subjektives Geschmacksurteil sein kann. Wer will denn ernsthaft a) Musik von 1 bis 26 ranken ohne sich bewusst zu sein, dass das alles nur eine Spielerei sein kann, also ein Ausdruck subjektiven Gefallens, und wer ist denn b) dann auch noch der Meinung, dass diese Unmöglichkeit ausgerechnet im ESC-Kontext möglich wäre, wo ja nun die Songs weder vor Originalität strotzen noch tatsächlich die Songs das „Entscheidende“ sind, sondern Performance, Politik etc eine große Rolle spielen.

    Kurz gesagt: das ist doch alles nur eine Spielerei, bei der die Idee einer irgendwie gearteten Objektivität von vornherein absurd erscheint, womit auch jede Kritik an einer subjektiven Geschmacksentscheidung seltsam wirkt.

    (und davon auszugehen, dass eine „Jury“ nur weil sie in der selben Altersgruppe liegt auch den gleichen Musikgeschmack haben muss, finde ich schon etwas zu kurz gegriffen. Ich würde mal stark davon ausgehen, dass beispielsweise die Top 5 Lieblingssongs ever von Jennifer Rostock keine einzige Überschneidung mit den Top 5 Lieblingstracks von Sido ergeben würden)

  19. 19
    Muriel says:

    Alle Jurymitglieder sind, unabhängig vom Lebensalter, Größen in der deutschen Popmusik und können erwarten, für ihr Urteil mit einem Mindestmaß an Respekt und Anstand behandelt zu werden

    In Anbetracht des Umstandes, dass es sich hier nicht um eine Spontanäußerung handeln dürfte, sondern um eine recht gründlich durchdachte Formulierung, ist vielleicht die Frage gerechtfertigt, was der erste Teil des Satzes in der Vorstellung von Herrn Schreiber mit dem zweiten zu tun haben soll.

  20. 20
    Stefan Niggemeier says:

    @Christian: Einverstanden. Aber gerade dann stellt sich doch noch mehr die Frage, wie alle 5 dazu kommen, Dänemark auf die 1 zu setzen.

  21. 21
    Stefan Niggemeier says:

    (Nochmal fürs Protokoll: Ich kritisiere gar keine der subjektiven Geschmacksentscheidungen der Jury. Ich kritisiere ihre Zusammensetzung und dass da überhaupt Jurys mitreden und so die subjektiven Geschmacksentscheidungen von 5 Menschen ein tausendfaches Gewicht gegenüber der subjektiven Geschmacksentscheidung eines anrufenden Zuschauers bekommen.)

  22. 22
    Joachim Klawitter says:

    Ich möchte noch einmal folgenden Satz Revue passieren lassen:

    „Alle Jurymitglieder sind, unabhängig vom Lebensalter, Größen in der deutschen Popmusik und können erwarten, für ihr Urteil mit einem Mindestmaß an Respekt und Anstand behandelt zu werden.“

    Aha. Es gibt auf Vox derzeit eine Serie, die heißt „Sing my Song“. Die dort vertretenen Sänger(innen) sind Größen der Deutschen Popmusik. Die Mitglieder der Jury waren es nicht. Sie waren teilweise (Sido) nicht einmal Musiker.

    Bei allem Verständnis für mögliche Schwierigkeiten bei der Suche nach mitwirkungswilligen Künstlern, wenn diese Ansammlung von Nobodys und Selbstdarstellern (Adreas Bourany auf die Frage, worin denn die Aufgabe der Jury bestanden habe: „Ich habe hier zufällig meine neue CD dabei …“) alles ist, was das Deutsche Fernsehen aufbringen kann, sollte man auf eine Jury wirklich verzichten.

  23. 23
    Gero says:

    sorry, mal völlig weit weg von dem ganzen getöse –
    ich hab heute das erste mal den song von c.w.
    im radio gehört: was ist daran so toll ?
    war denn die darbietung so grandios oder stimmt die
    saga, das der esc so homolastig ist ?

  24. 24
    schläfer says:

    Was mich unangenehm (nicht geschmacksbezogen, den sperre ich für die ESC-Zeit sowieso in die Besenkammer) überrascht hat, ist, dass die deutschen Juroren inklusiv der Moderatorin „zur Belohnung“ im Rahmenprogramm alle auftreten durften. Nicht, dass das ihr Urteil beeinflussen könnte, aber etwas dezenter stelle ich mir einen Juror schon vor. Vielleicht wäre ohne diese Promotionmöglichkeit allerdings auch niemand in die Jury gegangen.

    Und ich kann mir das Lob nicht verkneifen, dass meine Rundfunkgebühren offenbar doch gut angelegt sind, wenn eine komplette Redaktion zwei Jahre mit Herzblut an der Frage knobelt, wie wohl die fünf Juryplätze zu besetzen sind.

  25. 25
    Christian says:

    @Stefan: ok, aber was ist denn nun der Punkt hinter der in den Raum gestellten Verwunderung? Also einfach nur die Übereinstimmung allein mag unwahrscheinlich sein, aber sie ist ja nicht unmöglich. Oder gibts denn irgendwas, das dem ganzen Futter verleihen könnte? Sagen wir mal in Hinsicht von Industriezusammenhängen, Plattenfirmenverstrickungen etc?

    Ansonsten find ich das hier schon eine echte und nachvollziehbare Begründung der jungen deutschen „Jurorin“: „Meine Favoriten waren die Singer-Songwriter-ischen Nummern wie der Song des Niederländischen Beitrags, gefallen haben mir auch die Pop-igeren Nummern und ach, ich fühle mich jetzt schon wie ein kleines hilfloses Ding, das versucht sich zu rechtfertigen. Conchita war nicht meine musikalische Nummer eins aber um Himmels Willen, das eine schließt das andere doch nicht aus! Ich habe aller größten Respekt vor ihrem Mut und ihrer Leistung! Vielleicht habe ich zu sehr nach meinem eigenen Musikgeschmack entschieden, das abzustreiten wäre komplett absurd, und für mich waren die Beitrage der Niederlande, Finnland, Armenien und des Gastgebers meine Favoriten. “

    https://www.facebook.com/MadelineJuno/posts/761762280521087?fref=nf

  26. 26
    Ospero says:

    @22: Inwiefern bitte ist Sido kein Musiker? Man kann Rap und Hip-Hop hassen, aber ich hatte eigentlich geglaubt, über das Stadium „das ist doch keine Musik!“ seien wir seit zehn Jahren hinaus.

    @23: „Homolastig“? Was für eine charmante Wortwahl. Und ja, bei „Rise Like a Phoenix“ war das Gesamtpaket aus Song, Sängerin und Show entscheidend, bei dem einfach alles perfekt passte.

  27. 27
    Howie Munson says:

    @ Wasserturm (17): Ralph Siegel ging nicht, der trat für San Marino an.
    Generell wäre es aber schon schöner wenn da auch ein oder zwei Komponisten/Produzenten in der Jury wären, die älter als 35 Jahre sind.

    Noch schöner wäre es, wenn jeder Telefonanschluss nur genau einmal abstimmen könnte.

  28. 28
    polyphem says:

    @Stefan (#20): Ist bekannt, bei welchem Plattenlabel „Dänemark“ unter Vertrag ist?

  29. 29
    Peter Stollewerk says:

    OK, Ergebnis: deutsches Juryurteil ist im Ergebnis ungewöhnlich und offenbar durch Gruppendynamik zustande gekommen. Das System der Jury ist generell nicht die optimale Lösung. Conchita Wurst hat wohl verdient gewonnen mit dem positiven Nebeneffekt eines Zeichen für Toleranz. Wenn jetzt noch der eine oder andere sagen/schreiben darf, dass er andere Beiträge besser fand als den von C.W., dann sind doch alle zufrieden.

  30. 30
    hugo says:

    1) was musste ich heute lachen, als es plötzlich überall in der dummen-presse hieß „das votum für conchita wurst war ganz klar ein solches für toleranz (!), hatte nichts mit der musik zu tun (!!), war im endeffekt eine absage an putins russland (!!!)“. dümmer hätte man es kaum erwarten können, aber so ist es nun mal hier in der bimbesrepublik. dass das lied einfach nur cool war, dass das gesamtpaket stimmte, und dass man das einfach (auch als fan und zuschauer) nicht allzu ernst nimmt, war mal wieder zu einfach. und das i-tüpfelchen war dann aber, wie sich diese „presse“-organe dann anstrengen mussten, um die kurve von der pro-LGBT-anti-russland-abstimmung zu bekommen zu der begründung, warum das vergleichsweise schlechte abschneiden von conchita im offiziellen deutschen endergebnis eben dann doch wieder NICHT politisch war. wie sähen wir denn da aus vor der welt??! nein, aus RUSSLAND hat conchita nur so wenig punkte bekommen, weil der russ halt böse ist. aus DEUTSCHLAND hat conchita nur so wenig punkte bekommen, weil äh weil naja dänemark halt, äh.

    2) nach dem hier geposteten beitrag von S Niggemeier ist vollkommen klar, dass eine solche transparenz wie bei diesem jury-votum zum letzten mal stattgefunden hat.

  31. 31
    Sibirischer Tiger says:

    Ach du liebe Güte, die Mitglieder der nationalen Jurys bewerten die Wettbewerbsbeiträge also auf Grund einer einzigen Vorführung, während derer sie auch noch voneinander und von der Außenwelt abgeschirmt werden?

    Dann verstehe ich jetzt auch die größte Diskrepanz zwischen den Urteilen von Zuschauern und Juroren, die sich namentlich beim polnischen Beitrag ergeben hat: Wären die Punkte, wie von 1999 bis einschließlich 2008, ausschließlich von den Zuschauern per Telefonabstimmung vergeben worden, hätte Polen nämlich mit 162 Punkten den fünften Platz belegt, während es bei einer Punktevergabe allein durch die Jurys mit mageren 23 Punkten auf dem viertletzten Rang gelandet wäre.

    Denn zugegeben, im Halb-Playback auf der Bühne vorgetragen wirkte der Beitrag in der Tat nur „mehr so na ja.“

    Aber zahlreiche Zuschauer in ebenso zahlreichen europäischen Ländern, die von dem Beitrag offensichtlich begeistert waren, hatten möglicherweise vorab schon das offizielle Video [YouTube] des Liedes gesehen? Und dabei auch ganz ohne Polnischkenntnisse verstanden, dass es eine bemerkenswert witzige und clevere Botschaft hat, nämlich die augenzwinkernder Verteidigung seit dem Zusammenbruch des Ostblocks aufgewachsener junger Polinnen gegen über diese verbreitete Klischees in westlichen Ländern.

    An dieser Stelle kann man natürlich mal wieder das längst morsch gewordene ButterFass über den geheiligten Sinn und Zweck dieser Veranstaltung aufmachen und vehement darauf beharren, sie sei aber ursprünglich ein Komponistenwettstreit, die mitunter aufwändig inszenierten Bühnenshows seien schon ein Irrweg, erst recht könne und dürfe es nicht angehen, wenn mäßige Live-Auftritte gut abschnitten, weil sich das Lied im Studio abgemischt gut anhört und ein interessantes Video hat usw.

    Darauf kann ich persönlich, der ich mich selbst übrigens nun nicht gerade für den begeistertesten Fortschrittsgläubigen halte, nur genervt erwidern: Willkommen im Jahr 2014! Was nutzen ein offizieller Kanal des Song Contests bei YouTube, eine offizielle ESC-App (über die man auch abstimmen kann) usw., wenn am Ende Jurys sicherstellen sollen, dass – jedenfalls im Vergleich zum Alter des Song Constests noch – neue Möglichkeiten der Teilnehmer, das Publikum zu erreichen, keinen zu großen Einfluss auf das Ergebnis haben.

    Das polnische Duo Donatan & Cleo hat mit seiner humorvollen musikalischen Botschaft eine große Zahl ESC-Fans in vielen europäischen Ländern erreicht und begeistert, nur irgendwelche „Expertenjurys“ nicht. Conchita Wurst indes hätte zwar auch ohne Telefonabstimmungen knapp gewonnen, ohne Jurys jedoch noch weit souveräner, so dass ich insgesamt nur dafür plädieren kann, die Jurys ab nächstem Jahr bitte, bitte wieder abzuschaffen!

  32. 32
    VIOLETTBLAUGRÜN says:

    Sind wir doch ehrlich…
    Das Jury-Voting wurde in’s Leben gerufen, damit sich „die Osteuropäischen Staaten nicht gegenseiteig die Punkte zuschieben“? Als wäre das jetzt mit Jury großartig anders…

    Fragwürdig ist tatsächlich in erster Hinsicht nur die Übereinstimmung was den dänischen Beitrag betrifft…
    ABER, dass Sido Conchita nicht „mögen könnte“ oder für „nicht gewinnertauglich“ erklären würde war zu erwarten… wobei ich ihm dort keine Vorfürfe machen will…
    Wenn es einem nicht gefällt dann ist das so! Man braucht auch gar nicht erst damit anfangen, dass die Jury nicht nach ihrem eigenen Geschmack urteilt… – anders geht es ja auch gar nicht!
    Vllt. sollte die Jury nur aus UNBEKANNTEN Musikexperten bestehen… dann ist der Druck dahinter nicht so groß ;)
    Meiner Meinung nach reicht eine Kombination aus 25%Jury und 75%Telefonvoting völlig aus!

    Was ich noch sagen wollte: Deutschland sollte sich vllt mal bei seinen eigenen Beiträgen mehr zutrauen… und warum der NDR die Zusammenarbeit mit Stefan Raab beendet hat ist mir auch unerklärlich!
    Damit ist der ESC wieder völlig außerhalb der Jugend angesiedelt und verstaubt damit in Deutschland.
    Ich glaube dieses Jahr war der Großteil der Deutschen eher für Conchita, weil sie mit ihr mehr anfangen konnten als mit einer Band aus 3 Mädchen, die Gesichtslos zum Untergang geweiht waren…

  33. 33
    Ospero says:

    @29: Hier, anwesend. Mein Lieblingsbeitrag dieses Jahr war Sebalters „Hunter of Stars“ aus der Schweiz, und mir hat auch „Calm After the Storm“ besser gefallen als „Rise Like a Phoenix“.

  34. 34
    Klaus says:

    Was ich mir wünschen würde: Eine statistische Analyse, wie groß die Wahrscheinlichkeit ist, dass wirklich alle Dänemark am besten finden. Und wenn ich mir die Bewertungen für die anderen Länder so anschaue, dann ist auch da die Varianz nicht sonderlich groß. Als Kontrollgruppe könnte man die Jurys der anderen 25 Länder und die jeweiligen Varianzwerte nehmen. Leider bin ich statistisch nur so mittel, sonst würd‘ ich das echt mal selbst versuchen. Also, Mathematiker, ran ans Werk!

    Als Beispiel hier ein Artikel zu den überraschend einfachen US Open-Auslosungen für die Top-Gesetzten, sowas wie da rechts im Kasten, das wäre schon super. Allein dafür würde ich ja schon gerne 60 Krautreporter-Euro zahlen ;) Der Statistik-Kurs für Herrn Niggemeier würde aber sicherlich ein Vielfaches kosten.

    http://espn.go.com/espn/otl/story/_/id/6850893/espn-analysis-finds-top-seeds-tennis-us-open-had-easier-draw-statistically-likely

  35. 35
    DaW says:

    @ Sibirischer Tiger:

    Ein Glück, ich dachte schon, dass ich mit meiner These, der polnische Beitrag sie pure Ironie, allein darstünde. Es ist halt nicht so die übliche Holzhammer-Hipster-Ironie, bei der der Ironisierende anfängt zu kichern, während er sie vorträgt, damit sie auch ja jeder versteht. Und diese Art der extremen Übersteigerung von Klischees wäre in der polnischen Popkultur nichts Neues.

    Auch ansonsten würde ich Ihnen zustimmen und nicht davon ausgehen, dass der Sieg ein Zeichen von Toleranz gegenüber Homo- und Transsexuellen in einzelnen Ländern ist (so sehr ich es mir auch wünschen würde). Wie repräsentativ sind denn die ESC-Zuschauer und vor allem -anrufer für die Gesamtgesellschaft ihrer Länder? Das vermag ich nicht zu beurteilen.

  36. 36
    alivenkickn says:

    Zum Thema Jury und SIDO

    Der Herr Sido saß in der Jury der 1. Staffel „Die große Chance“ in Österreich.

    Sido lästerte schon 2011

    Rapper Sido, 33, beurteilte die Österreicherin sogar noch schlechter: Platz 13 von 26! Dass der Berliner von dem Travestie-Star nicht so begeistert ist, machte er bereits 2011 bei Conchitas Auftritt in der österreichischen Show „Die große Chance“ deutlich. „Ich verstehe, dass Frau Wurst ankommt. Früher im Zirkus gab’s ja auch die Frau mit Bart – im Käfig. Da konntest du fünf Goldstücke zahlen und sie dann sehen. Hier kriegt ihr sie umsonst, nur für die ORF-Gebühren halt“, sagte er damals in einem Interview.

    http://www.ok-magazin.de/people/news/26369/sido-mag-conchita-wurst-nicht

    Interessant auch sein Statement in 2012 über Conchita Wurst

    Ich göaube man macht sich lächerlich mit ner Frau mit Bart wenn man sie als Repräsentanten für ein Land in ein anderes Land schickt. Min 7:30

    http://tvthek.orf.at/program/Conchita-Queen-of-Austria/7905554/Conchita-Queen-of-Austria/7905639

    Sein Statement auf FB zum Verhalten der Jury in Kopenhagen

    Man wirft mir fehlende Toleranz vor …
    Mein Job in dieser Jury war es zu beurteilen was ich da höre und sehe … Nichts anderes habe ich getan … Weil ich ein toleranter Mensch bin habe ich auch jedem Kandidaten die selbe Chance gegeben mich zu überzeugen, unabhängig von seiner Nationalität, seiner Religion oder seiner sexuellen Gesinnung …

    Ist ne Verarsche und spricht für sich selbst.

    Von ihm dürfte was das Voting betrifft der entsprechende Gruppendruck auf die anderen Mitglieder ausgeübt worden sein.

  37. 37
    Pascal Fischer says:

    Ich frage mich nur, warum alle Jury-Mitglieder dann den polnischen Beitrag deutlich höher als Österreich platziert haben. Der polnische Beitrag war nun wirklich geschmacklos, wie da eine fast barbusige Dame am Butterfass Masturbationsbewegungen machte und lasziv in die Kamera blickte. Beiträge, die Frauen zu Sexobjekten degradieren bekommen von Ihnen also eine bessere Bewertung, als Beiträge, die zu Toleranz aufrufen…

  38. 38
    Kand.in.Sky says:

    hmmm….. würde ja gerne meine Einschätzung wiederholen, dass es um alles mögliche ging bei dem ECS aber nicht um Musik, aus Sicht der Zuschauer. Aber wenn der Beitrag wieder gelöscht wird weiss ich wie sehr man sich auf den Krautreporter freuen kann. Welcher ganz neu-toll-ander5 werden wird.

    diese Uniformität, geht sie euch nicht selber auf den Sack?

  39. 39
    Adrian says:

    Die Jury-Mitglieder rechtfertigen ihre Entscheidungen derzeit mit „Geschmack“. Das halte ich für kritisch, denn von einer Jury erwarte ich fachliche Kompetenz und dass sie danach bewerten und nicht, was ihnen persönlich am besten gefällt. Wenn dem so ist, führt es meines Erachtens die Jury-Entscheidung ad absurdum*. Millionen Menschen stimmen bereits nach ihrem Geschmack hin ab, da brauch wir nicht noch 5 Leute, deren eigener Geschmack denen von Millionen von Menschen aushebeln können.
    Im Semi-Finale wurde Conchita Wurst von der deutschen Jury auf den vorvorletzten Platz verbannt (13 von 15), ein Jurymitglied hat ihr sogar Rang 15 gegeben. Das war übrigens die schlechteste Jury-Wertung für Conchita im Halbfinale überhaupt. Man kann von dem Auftritt halten was man will, musikalisch war er gut und definitiv nicht so schlecht (oder die anderen so gut), dass dieser Beitrag hinten landen würde.
    Dass man schlechte Ergebnisse nicht automatisch mit Homo- oder Transphobie verbinden sollte, sollte klar sein, aber die Entscheidung der deutschen Jury ist doch schon etwas fragwürdig (Nicht nur ihrer, in anderen Ländern wählte die Jury Conchita auf Platz 24).

    *Zumal das Jury-Voting eingeführt wurde, um den „ähnlichen Geschmack“ der „Balkan-Länder“ in der Wertung einzuschränken, weil sie sich deswegen immer die Punkte zugeschustert haben.

  40. 40
    Matthias says:

    @Pascal Fischer: Man kann den polnischen Beitrag auch als Ironie verstehen – er war einfach *zu* überzeichnet, um vollkommen ernst gemeint gewesen zu sein. Wenn man so herangeht, dann versteht man auch besser, warum er teilweise so gut abgeschnitten hat. Ich denke aber, der Beitrag wurde bewusst ambivalent gehalten, um sowohl die Ironie- als auch die „Sex sells“-Stimmen abzugreifen. Das ist dann schon ziemlich clever. Dem Beitrag jedoch pauschal Frauenverachtung vorzuwerfen, greift zu kurz.

  41. 41
    Pascal Fischer says:

    Übrigens interessant auch, dass die ach so kompetente Fachjury Dänemark einstimmig auf Platz 1 gesetzt hat und nicht mal gemerkt hat, dass das ein Plagiat von „You To Me Are Everything“ ist. Klar, was schon mal ein Hit war, gefällt einem natürlich, nur dass es halt ein Plagiat war.

    So viel musikalische Sachverstand kann sich also in der Jury nicht befunden haben.

    Hier mal der direkte Vergleich des Plagiats und des Originals:
    http://www.youtube.com/watch?v=SiOS5fUluqw

  42. 42
    Jürgen says:

    Ich kritisiere ihre Zusammensetzung und dass da überhaupt Jurys mitreden und so die subjektiven Geschmacksentscheidungen von 5 Menschen ein tausendfaches Gewicht gegenüber der subjektiven Geschmacksentscheidung eines anrufenden Zuschauers bekommen.

    Das Argument lasse ich nur gelten, wenn der eine Zuschauer auch nur einmal Anruft. Machen wir uns nichts vor, die Wurstfans werden sicher die Wahlwiederholung einige male benutzt haben…

  43. 43
    Jürgen says:

    das mit dem Zitieren hat leider nicht geklappt. Erster Absatz ist von Stefan #21

  44. 44
    Marco says:

    Ok, wir halten fest, dass sich die Jury in einer wie auch immer gearteten Gruppendynamik geschlossen für den dänischen Song als besten des Abends entschieden haben. Vielleicht gefiel den Fünfen der Song so gut, weil sie ihn mit irgendeinem Gruppenerlebnis vor Ort verbanden… man weiß es nicht. Die Dänen haben da jedenfalls einen veritablen gute-Laune Popsong mit Radiotauglichkeit abgeliefert, von daher ist das durchaus vertretbar, wenn auch in der Einstimmigkeit in der Tat überraschend.

    Auf der anderen Seite haben die Zuschauer zuhause sich auf einem tagelangen von allen Medien befeuerten Hypetrain sitzend am Ende mehrheitlich für Conchita Wurst entschieden. Nicht zuletzt, weil im Vorwege überall so oft betont wurde, was für ein tolles Zeichen für Toleranz es wäre, wenn sie gewinnt, dass man sich selbst zuhause vorm TV ja als intoleranter Homophobiker vorkommen musste, der besser nach Russland auswandert, wenn er nicht in den Lobgesang einstimmt und fleißig für Österreich anruft.

    „Gruppendynamik“ sehe ich also auf beiden Seiten. Lena hat 2010 von einem ähnlichen Hype profitiert, die hat jedenfalls auch nicht gewonnen, weil sie so eine tolle Sängerin ist, sondern weil das Gesamtpaket aus Personality, Song und Hintergrundgeschichte sich super vermarkten ließ und mit Raab einer der größten Profis der europäischen Unterhaltungsbranche die Fäden gezogen hat..

    Dass hier im Nachgang der Veranstaltung nun deutsche Jury-Mitglieder öffentlich für ihre Wahl an den Pranger gestellt werden, weil sie nicht so ganz im Sinne der schon fast hysterisch „toleranten“ Zuschauer abgestimmt haben, zeigt mal wieder wie weit es tatsächlich um Toleranz und Meinungsvielfalt bestellt ist. Andere Meinungen immer gerne, aber bitte nur, wenn sie meiner eigenen entsprechen!

  45. 45
    Lothar says:

    Re: #5

    > Das wär gar nicht zu bewerkstelligen. Wann soll die Punkteverkündung denn stattfinden, wenn neben den Anrufern zeitgleich noch 40 Jurys unter notarieller Aufsicht abstimmen sollen?

    Wo soll da das Problem sein? Die notarielle Aufsicht muss ja auch bisher stattgefunden haben. Oder gibt es nur ein Notar und alle Jurymitglieder werden mönchsmäßig in Einzelzellen gesteckt, bis sie dran sind? Das würde zumindest erklären, warum so wenig bereit sind, als Jurymitglied zur Verfügung zu stehen.

    200 Zettel einsammeln und durchzählen ist doch wohl kein Problem; in Rom bekommen die das bei der Papstwahl auch zweimal am Tag hin. Wer das zu Web 0.1 findet, schreibt halt eine App fürs Smartphone.

  46. 46
    Adrian says:

    Im Übrigen wurde die Jury-Entscheidung aus Georgien nicht gewertet wegen Jury-Absprache. Es scheint also doch möglich zu sein.

  47. 47
    Gregor says:

    Ich habe mir den dänischen Beitrag noch mal bei Youtube angeschaut und kann gut nachvollziehen, warum ihn die deutsche Jury besser bewertet hat, als den österreichischen Beitrag. Es ist ein peppiges, eingegänges Stück mit einer adequaten Performance.

  48. 48
    Tamara says:

    Die zentrale Frage bleibt doch: Wenn auch die Jurys nur nach Geschmack werten, warum wird dann ein Jury-Voting gebraucht? Warum zählt der Geschmack von fünf Leuten mehr als der von Millionen? Die Jurys haben, wie gesehen, die Macht, das Televoting eines ganzen Landes komplett ad absurdum zu führen, war bei Deutschland jetzt noch nicht mal so schlimm, aber schaut Euch mal auf eurovision.tv das Finalvoting der Belgier an, da kippt Ihr um! Warum zählt deren Geschmack mehr als meiner? Wenn ich schon Experten habe, deren Voting ein solches Gewicht hat, dann darf das Expertentum auch begründet sein. Dann darf eben NICHT nur der eigene Geschmack zählen, sondern dann muss der Juror versuchen, so objektiv wie möglich zu sein, d.h. Qualität des Auftritts, der Komposition und so weiter in Betracht zu ziehen, auch wenn man den Beitrag vielleicht nicht so mag. Wenn aber nur nach dem eigenen Geschmack gewertet wird, also das gemacht wird, was auch alle Televoter machen – warum werden diese 5 Juroren überhaupt herausgehoben? Wo ist der Mehrwert? Wozu braucht man in diesem Falle die Jury?

  49. 49
    Claus says:

    Beim heutigen Text bin ich Ihrer Meinung, Herr Niggemeier.

    Gestern haben Sie selbst allerdings etwas geschrieben, was zwar im Ton völlig korrekt war, aber doch stark danach klingt, dass Sie der Jury Absprachen unterstellen würden, nämlich:

    „Fragen wirft auch das Abstimmungsverhalten der deutschen Jury auf. Alle fünf Juroren setzten im Finale Dänemark auf den ersten Platz. Nun heißt es zwar, dass der dänische Auftritt in der Probe, auf deren Grundlage die Juroren abstimmen, besonders gut gewesen sein soll. Aber nur bei den deutschen Juroren löste er eine solche einmütige Begeisterung aus.“

  50. 50
    KatrinW says:

    @47 Gregor:
    Aber wie oben schon ein Kommentator und ich bereits im anderen Kommentarstrang anmerkte, ist das dänische ein eindeutiges Plagiat, nämlich eine Coverversion von „You to me are everything“.
    Wenn mir Nicht-Musiker das schon beim ersten Hören aufgefallen ist, frage ich mich, wieso das kein Mitglied der Fachjury bemerkt hat. Denn das verstößt doch generell gegen die Regeln des ESC. Oder war es ihnen egal?

    Und generell: peppig und eingängig waren diverse Beiträge, warum einhellig alle Jurymitglieder ohne Absprache jetzt Dänemark auf den ersten Platz sahen, erschließt sich mir auch abgesehen von der Plagiatsnummer überhaupt nicht.

  51. 51
    KatrinW says:

    … das dänische LIED sollte es natürlich heißen.

  52. 52
    Gregor says:

    @50 KatrinW
    Den von Ihnen geäußerten Plagiatsverdacht gegenüber dem dänischen Beitrag kann ich vom Hören nicht nachvollziehen. Ich stimme Ihnen zu, dass auch andere Beiträge peppig und eingängig waren. Nun muss die Jury aber eine Reihenfolge festlegen und kann nicht fünf erste Plätze vergeben. Die Zuschauer legen ja individuell gar keine Reihenfolge fest, sondern diese wird aus allen Anrufen gebildet.

  53. 53
    Lena Bellamy says:

    Dass die Jury – im Vergleich zu anderen – Conchita Wurst nicht gut fand – aus welchen Gründen auch immer – ist ihnen ja unbenommen. Inbesondere bei Sido, der seine Antipathie gegenüber Conchita Wurst bereits als Juror von „Die große Chance“ 2011 öffentlich machte, wundert es mich natürlich nicht.
    Was allerdings wirklich merkwürdig ist, da gebe ich Herrn Niggemeier absolut Recht, ist die angeblich rein zufällige einheitliche Entscheidung für Dänemark – die wohl kaum auf musikalischem Fachwissen beruhen kann, der Song war vielleicht unterhaltsam, aber absolut belanglos. Seltsam war ja zudem, dass die Jury sich angeblich nicht abgesprochen hat, allerdings mit einer geschlossen wirkenden Meinung bei Barbara Schöneberger auf der Bühne stand. Dass dann nur einer der Mitwirkenden KEIN junger Popinterpret war, lässt mich an der ExpertInnenhaftigkeit dieser Jury ohnehin zweifeln.
    Wenn man sich die Jury-Votings anschaut, dann scheinen diese wesentlich politischer zu sein, als es die Publikumsvotings je sein könnten. Und das ist meiner Meinung nach das Skandalöse, ich stimme da Tamara (Nummer 48) absolut zu!

  54. 54
    Flo says:

    Die ganze Jury-Zusammenstellung ist doch mehr als obskur…

    Abgesehen von der Alterstruktur ist doch die einseitige Profession der Akteure zu bemängeln. Warum ausgerechnet vier Sänger/-innen / Rapper? Warum nicht jemand aus dem Bereich Journalismus, Veranstalter, Produzenten?

    Und warum waren vier Leute dabei, die bei Universal unter Vertrag stehen bzw. der Company nahe stehen? Das war ja schon in der VE augenscheinlich, dass Universal da offenbar eine wie auch immer geartete Verquickung mit der ARD hat. Zumindest scheint es ja irgend einen Deal zu geben, nach dem Motto: Ihr könnt in der Pre- oder Aftershow auftreten, dafür brauchen wir euch aber auch in der Jury.

    Das sollte man auch mal hinterfragen …

  55. 55
    Petrillo says:

    Wenn die Jury vor allem die Musikalität bewerten soll, warum lässt man sie dann nicht blind bewerten?
    Und am besten auch noch ohne Kenntnis des Landes, dessen Titel sie gerade bewerten!

    Dann könnte ich mir eine (halbwegs) sachliche Jury-Bewertung, wie sie vor vielen Jahren mal üblich war, in Verbindung mit dem Telefonvoting, das auch die Show mit berücksichtigt sehr gut und spannend vorstellen.

    Mit Sicherheit hätte dann das tinnituserzeugende polnische Gequietsche keinen hohen Platz bekommen – Conchita vielleicht auch nicht Platz 1, doch das wäre eben interessant gewesen!

  56. 56
    Frank says:

    Bei der Zusammenstellung der Jury habe ich mich eigentlich am meisten über die Nominierung von Frau Juno gewundert, die alleine aufgrund der kurzen Zeit der Zugehörigkeit zum Musikbusiness eigentlich noch nicht die nötige Erfahrung haben kann, diese Aufgabe kompetent zu erfüllen.

    Dass die Jurys sinnvoll sind, um das Diaspora-Voting abzuschwächen, steht ja wohl außer Frage.

    Sinnvlos ist es m.E., die Jury ins Gastgeberland zu karren und dort Promotermine absolvieren zu lassen. Da ist die Wahrscheinlichkeit der Beeinflussung durch die Gastgeber-Delegation sicherlich größer als wenn sie in DE blieben und in einem Viewingroom das Juryfinale sehen würden.

    Das Juryfinale selbst am Vorabend ist m.E. sehr sinnvoll, da ja die Performance/Tagesform nach den EBU Kriterien nur zwei Fünftel der Wertung ausmachen soll. Und im Falle eines technischen Ausfalls am Finalabend kann die Aufzeichnung vom Vorabend gesendet werden…

  57. 57
    Stefan Niggemeier says:

    @Frank:

    Dass die Jurys sinnvoll sind, um das Diaspora-Voting abzuschwächen, steht ja wohl außer Frage.

    Keineswegs.

  58. 58
    KatrinW says:

    @Gregor #52: tatsächlich nicht?
    Das wiederum kann ich nicht nachvollziehen…

    Der Hinweis mit den fünf ersten Plätzen hinterlässt bei mir ein Fragezeichen. Darum ging’s doch nicht, es geht doch darum, dass alle Jurymitglieder unabhängig voneinander, also jeder für sich, Dänemark auf Platz 1 sahen.

  59. 59
    Aufrechtgehn says:

    Ich gebe zu, auch ich gehöre zu denjenigen, der die Mitglieder der deutschen Jury öffentlich als „Hanseln“ bezeichnet. Eine meiner weiteren Kernsätze ist „Jurys sind Wichser“. Das richtet sich aber nicht gegen die fünf Juroren persönlich, sondern gegen die Institution Jury per se. Natürlich ist die persönliche Entscheidung der einzelnen Juroren für oder gegen einen bestimmten Titel zu respektieren. Ebenso selbstverständlich müssen diese Personen sich aber auch öffentliche Kritik gefallen lassen, wenn ihre Abstimmung auf derartig verdächtige Weise abgestimmt erscheint (kollektiver erster Platz für Dänemark) und sie den klaren Publikumsfavoriten ignorieren.
    Und wenn der aktuelle Shitshorm tatsächlich dafür sorgt, dass sich keiner mehr als Juror zur Verfügung stellen will, kann ich nur sagen: prima, Ziel erreicht. Dieses undemokratische Bevormundungsinstrument gehört nämlich umgehend wieder abgeschafft. Das Publikum ist mündig genug, selbst zu entscheiden, was es mag.

  60. 60
    Robert Niedermeier says:

    Grundsätzlich ist die Jury/Publikums-Quote schon okay, nur müssen in der Jury auch tatsächlich im ausgewogenen Verhältnis kompetente ESC-Experten, gerade angesagte sowie etablierte Musiker, Texter, Produzenten sitzen. Sido ist natürlich politisch betrachtet ein „geht gar nicht“, mischt sich als Musiker gerne in politische Debatten ein, macht auf Bundes-Sido, ruft als Botschafter der Demokratie die deutsche Jugend zur Wahl auf, bettet das Ganze aber in eine für einen „Rapper“ sonderbar biedermännisch „Ich bin stolzer Ehemann einer Frau, weil das so normal ist“ anmutende Piefke-Spießigkeit ein, das es einfach nur peinlich ist, dies im TV beobachtet haben zu müssen. weil Sido scheinbar einem Unterschichtsmechanismus alter Schule anheim fällt: Nach oben buckeln, nach unten (Junge im Kleid mit Bart – har har) treten. Sido hat sich schon in der österreichischen Casting-Show stets abfällig über Wurst geäußert. Ständiges, „er, äh, sie, es?“-Geplapper, Lästern über die Äusserlichkeiten der „Kunstfigur“, aber keine kompetenten Aussagen zur Stimme oder Performance. Übrigens finde ich Sidos Pop-Tracks ziemlich gut. Auf der großen Bühne, live gesungen wäre jedoch Sido das, was er und alle anderen Conchita-Basher der Wurst vorwerfen. Eine Witzfigur und echte Nullnummer.

  61. 61
    Thorium says:

    Wer sich mal so richtig über die Jury wundern will, sollte sich die armenische Wertung ansehen…. die haben ganz gezielt alle potentiellen Favoriten ganz nach unten gesetzt, zB Schweden oder Ungarn. Raffiniert. Der ESC hat in diesem Jahr mal wieder etwas an Glaubwürdigkeit verloren. Dass sich da immer weniger „professionals“ einfinden, kann man nachvollziehen.

  62. 62
    Frank says:

    @Stefan Niggemeier: okay, für mich steht es zumindest außer Frage, dass die Jurys die Auswirkungen des Diaspora Votings abschwächen. Aber keine Regel ohne Ausnahme, z.B. Armenien und Azerbaijan.

    Aber aus einen weiteren Grunde, werden Jurys von der EBU als sinnvoller erachtet: um reinen Fun-Acts ohne jegliche musikalische Qualität schlechtere Chancen einzuräumen. Auch wenn es gerne in den Hintergrund gedrängt wird: es ist nach wie vor ein „Songcontest“ und kein „Singercontest“ oder „Performercontest“.

    Ich halte somit eine Jury für sinnvoll. Allerdings sollte sie m.E. nicht aus Leuten bestehen, die selbst Sänger/Musiker/Darsteller sind und den Juryjob zur Selbstvermarktung nutzen, sondern z.B. aus Fachjournalisten und/oder Musik-Bloggern mit „großer“ Reichweite und Erfahrung.

  63. 63
    Alen says:

    Von der spanischen Jury gab es ein Bild, als sie ihr Semi bewerteten (leider finde ich es jetzt gerade nicht!!), da sassen alle gemütlich in einem Raum mit Snacks und Drinks. Ich hab starke Zweifel, dass da nicht gesprochen wurde, oder vielleicht getanzt oder mitgesungen. Und ausserdem, wer garantiert uns, dass die Juroren nicht sich im Voraus besprochen haben? Ich weiss ja nicht, aber wäre ich ein Juror würde ich mir die Lieder sicher vorher schon mal durchhören, damit ich nicht überwältigt bin von der Anzahl zu bewertenden Lieder.

    Ich möchte hier aber noch auf ein anderes Thema bezüglich Jury eingehen. Die Unterschiede beim Voting im Semi2 und dem Finale. Ich streiche jetzt mal die Länder, die sich nicht qualifizierten bzw. nicht im Semi2 waren. Es geht hier also nur um die 10 aus dem Semi2:

    Zbsp Jennifer Weist: Österreich im Semi auf Platz12 (hinter Malta, Griechenland, Schweiz + Rumänien), im Finale auf Platz9 (vor diesen 4 Ländern). Griechenland Platz 8, Slowenien Platz 13 im Semi 2, im Finale plötlich Slowenien Platz 15 und Griechenland dahinter auf nur Platz16.

    Madeline Juno ist ein spezieller Fall: Polen im Semi2 auf Platz 8, im Finale plötzlich Platz 4. Griechenland auf der 7, im Finale nur noch 21?! Wieso konnte sich Polen um 4 Plätze verbessern, Griechenland ging dafür 14 Plätze runter? Österreich hatte sie im Semi auf der 6, im Finale nur noch 13. Malta im Semi noch auf der 3, im Finale auf der 11. Norwegen im Semi auf der 4, im Finale noch auf der 6. Wieso fiel Malta hinter Norwegen und sogar aus den Top10?

    Konrad Sommermeyer: Semi2 Griechenland auf der 5, im Finale 20(!), Malta im Semi 2 auf Platz 15 (also den letzten) im Finale plötzlich im Mittelfeld auf der 13. Zum Vergleich Rumänien war noch auf der 6 im Semi, im Finale dann 16. Wieso verbesserte sich Malta um 10 Plätze und Rumämien fiel um soviele Plätze im Vergleich?

    Sido: Österreich Semi 2 letzer Platz 15, im Finale Platz 13. Semi2 Finland auf der 2 vor Polen und Norwegen, im Finale dann auf Platz 7 hinter diesen 2 Ländern. Griechenland war im Semi noch auf Rang 9, im Finale nur noch 24.

    Andreas Bourani: im Semi 2 Österreich auf Platz 12 hinter Rumänien, Schweiz, Griechenland, Slowenien und Belarus, im Finale dann auf 12 VOR all diesen Ländern. Rumänien auf der 5, im Finale dann 22.

    Ich halte mal fest: Österreich wurde im Finale besser bewertet als im Semi2. Wie kommt das? Nun ich denke, sie mochten das Lied / Auftreten wirklich nicht und haben es „fair“ bewertet am Jury Semi Tag. Bei der Live Sendung im Semi waren sie ja live vor Ort und haben dann die enorme Reaktion auf Conchita gemerkt. Natürlich kann man das Lied jetzt nicht plötzlich auf die 3 setzen fürs Finale, aber immerhin im Mittelfeld. Da wurde die Jury also sicher beeinflusst.

    Und die anderen Unterschiede? Keine Erklärung, ich denke, manche Lieder nutzen sich beim 2ten mal ab, manche zünden besser und schlussendlich kommt es wohl auf die Tagesform an. Die Juroren sind auch nur Menschen und entscheiden nach ihrem (Tages)GEFÜHL. Wie unterschiedlich das sein kann, habe ich ja oben beschrieben.

    Mein Fazit? Die Jury bringt nichts. Konstruktiv wäre evtl. wenn sie die Lieder 1 Woche vorher anhören/anschauen würden, diskutieren, pros und kontras abwägen, dann das Semi bewerten und das auch als Richtlinie fürs Finale nehmen. Denn die Jury ist nich da, um nach Gefühl zu entscheiden, sondern den Gesang, Performance, die Originalität und Komposition, den Gesamteindruck (gemäss Jury Richtlienie unter: http://www.eurovision.tv/page/copenhagen-2014/about/voting unten). Und diese Kriterien können sich in 2 Tagen (von Mi auf Fr für die Jury Wertungen) nicht massiv verändert haben!

    Aber so entscheiden sie je nach Tageslaune wie wohl alle Zuschauer, daher verstehe ich nicht, wieso sie soviel mehr Macht ausüben sollten.

  64. 64
    Wetter says:

    Fazit zu den ganzen Thema: 2015 gibst keine Jury mehr und das Theater hat sich erledigt. Das eine Bewertung nicht an dem „echten“ Liveact vom Samstag gekoppelt ist, geht gar nicht. Allen Manipulationsblabla zum Trotz. Damit werden die Jurys auch in Zukunft offen den Zuschauern dem Fraß vorgeworfen und da die ARD offensichtlich auch unfähig ist ihren Schützlingen beizustehen (wie da eine 18Jährige (!) Junorin ohne Beistand im Feuer der Social Media gelassen wird… -.- ) ist es sehr verständlich wenn kaum einer freiwillig den Jury Blödsinn mitmachen möchte.
    Dumm für die ARD, aber sie tut sich nach dem Rückzugs Raab auch extrem Schwer mit dem ESC. Der Erfolg bleibt auf der Strecke und die Jury sind die Dummen und sonst ist nicht zu erkennen, das die ARD da auch irgendetwas daran ändern möchte.

  65. 65
    Zumpel says:

    Ich finde auch, dass die meisten Leute, die sich jetzt aufregen wohl vergessen, dass sie noch vor ein paar Jahren wahrscheinlich zur Fraktion derer gehört haben, die am lautesten den Einsatz einer Jury als Addon zu den Telefonvotings gefordert haben.

    Da kann ich es durchaus verstehen, wenn Menschen in Entscheiderposition die Meinung des „Publikums“ nicht ernst nehmen, da sie sich ein bißchen wie ein Fähnchen im Wind gebährdet.
    Ich jedenfalls war damals ein Unterstützer der Einführung einer Jury und bin es noch heute.

    Nur sehe ich es eben genauso wie Stefan Niggemeier, die Besetzung ist völlig fehl geschlagen.
    Zumal ich es zumindest problematisch finde, wenn eine Sängerin, die am Vorentscheid für ebendiesen Wettbewerb teilgenommen hat, dann in der Jury sitzt. Das hat mindestens ein „Geschmäckle“.

    Ich sehe es ähnlich wie andere Kommentatoren hier, man sollte doch eher unbekannte, aber sich für die deutsche Musik verdient gemachte und nachweisbar musikalischen Wissen (bestenfalls sogar musiktheoretisches) besitzende Menschen in die Jury setzen.

    Denn – bei allem Respekt, den ich diesen Künstlern entgegenbringe – keiner dieser 5 Jurokandidaten hat meiner Meinung nach den Background und die Erfahrung, diese Titel mit dem maximal möglichen Maß an Objektivität zu bewerten.
    Was dann eben auch bedeutet, dass man nicht schaut, was einem persönlich gut gefällt, sondern darauf, was welche musikalische Qualität besitzt.

    Hätte ich in der Jury gesessen, hätte ich auch gern Griechenland oder Frankreich weit nach vorn gesetzt, weil man zu diesen Titeln einfach Spaß hatte und sie mir einfach subjektiv gefallen haben, ich hätte es aber aufgrund meiner wichtigen Aufgabe gelassen und die musikalische Qualität bewertet und sie damit einige Plätze weiter nach unten gesetzt.
    Als Gegenbsp. hätte ich wohl Israel – so es sich fürs Finale qualifiziert hätte – subjektiv auf einen der hinteren Plätze setzen wollen, da ich ihre Stimmfarbe und Stimmhöhe absolut nicht leiden konnte, das Lied und ihre Show waren aber objektiv gesehen, einfach toll und musikalisch zumindest eines der besseren Beiträge.

    Von daher, die Juryposition beibehalten, aber bitte viel differenzierter und professioneller die Leute auswählen. Denn dass die Meinung eines 18-jährigen Youtube-Stars und einem nicht gerade für sein musiktheoretisches Verständnis bekannten Hip-Hoppers aus Berlin mehr zählt, als die Meinung tausender Anrufer, empfinde ich dann auch als etwas deprimierend.

  66. 66
    Janno says:

    Hat eigentlich jemand der hier kommentierenden seine „Stimme(n)“ genutzt und für jemanden abgestimmt? Per Telefon?!

  67. 67
    Krake says:

    Ganz einfach. Die deutsche Jury, alle bei Universal, hat geschlossen für Dänemark gestimmt, denn Basim ist mit seinem Cliché Love Song ebenfalls bei Universal.

  68. 68
    Zumpel says:

    @ Janno, ich habe mit gevotet, ja.

  69. 69
    Susanne says:

    Warum behandelt man den ESC nicht als das, was er ist, nämlich eine Unterhaltungsveranstaltung? Beim Dschungelcamp regt sich ja auch keiner darüber auf, dass dieser oder jener rausgewählt wurde. Mir wird das alles ein bißchen zu hoch gehängt…

  70. 70
    user unknown says:

    @Krake #71: Gab es auch Universalkünstler in anderen Jurys, und haben die auch alle für Dänemark gestimmt? Gab es nicht andere Universalkünstler im Wettbewerb, für die man auch hätte stimmen können? Gab es auch Jurymitglieder, die nicht bei Universal sind, und die dennoch einen Grund gefunden haben für Dänemark zu stimmen?

  71. 71
    user unknown says:

    @Jürgen, #42: Die Fans anderer Künstler haben sicher nicht die Wahlwiederholung gedrückt, haben Sie noch vergessen dazuzuschreiben.

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