Nachrichten-Wahnsinn pur: Das „heute-journal“, der Nahostkrieg und das WM-Drama

09 Jul 14
9. Juli 2014

Es zwingt niemand das ZDF, sein „heute-journal“ in die Halbzeitpause eines WM-Spiels zu quetschen. Es könnte es vorher schon ausstrahlen, um 21 Uhr zum Beispiel. Es könnte es auch einfach ausfallen lassen. Aber das ZDF will das „heute-journal“ an solchen Tagen nicht ausfallen lassen oder vorher in der üblichen Länge zeigen. Es will es in die Halbzeitpause quetschen, um auf diese Weise den Zuschauerschnitt der Sendung in die Höhe zu treiben.

Man kann, wenn man sich Quoten dieser Mini-Ausgaben des „heute-journals“ ansieht, eindrucksvolle Durchschnittswerte bilden, und das ZDF macht das auch und sagt dann: „Der Erfolg gibt uns Recht.“ Die Weltmeisterschaft biete die Möglichkeit, „das ‚heute-journal‘ besonders ins Schaufenster zu stellen, wovon die Sendung profitiert, sobald sie nach der WM zur Regelsendezeit zurückkehrt“, sagt das ZDF.

Fast fünf Stunden hat das ZDF gestern Abend von der Fußball-WM berichtet. Knapp elf Minuten dauerte das Halbzeit-„heute-journal“. Das war zu lang, um nicht über die Fußball-WM zu berichten.

Die Sendung begann mit einem kurzen Bericht über die neue Eskalation im Nahen Osten, die Raketen-Angriffe auf Israel, die Offensive im Gazastreifen. Das ZDF schaltete zu seinem Korrespondenten Christian Sievers nach Tel Aviv. Er wirkte etwas mitgenommen und sagte: „Das ist Nahost-Wahnsinn pur.“

„Das ist Schockstarre pur“, sagte Andreas Wunn eine Minute später. Wunn ist der Südamerika-Korrespondent des ZDF. Er hat das Fußball-Spiel im Stadion in Belo Horizonte verfolgt und war herausgekommen, um den „heute-journal“-Zuschauern zu berichten, wie die Stimmung dort bei dem Fußballspiel war, das sie gerade gesehen hatten. Außerdem sollte er ein bisschen in die Zukunft schauen.

Und so füllte das ZDF ein Viertel seiner elf Minuten Alibi-Nachrichtenzeit mit diesem Korrespondentengespräch, das sich unmittelbar an die Schalte zu Christian Sievers anschloss:

Christian Sievers: … das heißt, es wird eine dramatische Nacht werden, nicht nur hier in Israel, sondern auch für die Menschen in Gaza, wo es kein Frühwarnsystem gibt und keine Bunker.

Claus Kleber: Dankeschön, Christian Sievers. Und wir haben inzwischen unseren Südamerika-Korrespondenten, der ständig dort ist, Andreas Wunn, an einem Schaltpunkt vor dem Stadion in Belo Horizonte, er ist aus dem Stadion herausgekommen. Andreas, so hatte niemand den Verlauf der ersten Halbzeit erwartet. Wie reagiert darauf Brasilien jetzt im Stadion, was haben Sie da erlebt, und was wird daraus werden in der Nacht von Brasilien nach dem Spiel, wenn es so weitergeht, noch ist es nicht vorbei.

Andreas Wunn: Also, ich komme in der Tat aus dem Stadion hier hinter mir. Das ist der schiere Schock. Die Brasilianer haben das überhaupt nicht erwartet. Die Stimmung war gut in den ersten Minuten, Sprechchöre, 64.000 Brasilianer, das ganze Stadion in Gelb. Und dann ein deutsches Tor nach dem anderen. Das ist Schockstarre pur, das kann man überhaupt nicht beschreiben. Die Sprechchöre haben dann in den Minuten nach der 30. Minute nach dem 5:0 völlig aufgehört. Und jetzt sieht man hinter mir: Es gibt schon viele Brasilianer, die hier das Stadion verlassen.5:0, das ist eine Schmach für die Brasilianer, das hat man sich so nicht vorgestellt. Man ist hier in das Halbfinale gegangen, um zu gewinnen, um ins Finale zu kommen und Weltmeister zu werden. Und wir hören auch von der Copacabana in Rio de Janeiro: Dort weinen die Menschen, dort strömen die Menschen aus dem Fanfest heraus, sie gehen zur U-Bahn und sie haben überhaupt keine Hoffnung mehr, dass Brasilien das noch rumreißt. Also, das ist Schockstarre pur hier in Brasilien.

Kleber: Im Moment Schockstarre. Sie kennnen Brasilien, Sie kennen die Brasilianer, haben auch vor der WM viel über die Stimmung im Land berichtet, die ja nicht ungeteilter Freude auf diese Weltmeisterschaft geschaut hat. Was wird sich da jetzt bahnbrechen? Können wir da überlegen, ohne da jetzt Teufel an die Wand zu malen?

Wunn: Das ist jetzt die große Frage. Das kann man jetzt noch nicht einschätzen. Der Schock ist so groß, dass sich der Schock, galaube ich, noch nicht in Wut ummünzt. Einen Sündenbock haben die Brasilianer auch schon, das ist die kolumbianische Mannschaft, das ist der kolumbianische Spieler, der Neymar aus dem Turneir gefoult hat. Und ich glaube, dass es, wenn es Aggressionen gibt, das erstmal dorthin kanalisieren werden. Ich sehe jetzt noch nciht, dass es hier zu Ausschreitungen heute abend kommt oder in den nächsten Tagen, aber natürlich ist das eine riesige Enttäuschung und nach all den Problemen bei dieser WM, nach all den Protesten, nach den Korruptionsfällen und nach den Problemen bei der Infrastruktur, ist jetzt — wir haben’s erst nach der ersten Halbzeit, aber ich glaube, viele Brasilianer denken, das ist schon so — ist die WM jetzt vorbei, und all das hat sich nicht gelohnt für die Brasilianer. Das ist, glaube ich, das vorherrschende Gefühl. Und wir müssen jetzt einfach in den nächsten Tagen sehen, was das dann auch auf der Straße bedeutet.

Es war aufgrund dieses „heute-journals“ nicht ganz leicht zu erkennen, wo sich das größere, das purere Drama in jenen Stunden abspielte, im Nahen Osten oder in Brasilien. Es reicht nicht, dass das ZDF die Nachrichten zur Quotenmaximierung in die Mitte eines Fußballspiels gequetscht hat; es muss einen wesentlichen Teil dann auch noch dem Fußball widmen und vors Stadion schalten.

Aber, hey, 84,5 Prozent Marktanteil, 31,8 Millionen Zuschauer, die angeblich zweitmeistgesehene Fernsehsendung in Deutschland aller Zeiten, „der Erfolg gibt uns Recht“, würde das ZDF sagen. Womöglich ließe sich das noch steigern, wenn es eine 30-Sekunden-„Schaufenster“-Version der Sendung produzierte und die in eine der kurzen Spielunterbrechnungen legte, mit Schalte zu einem Moderator im Stadion dann, der sagt, wie die Stimmung vor Ort ist und welche Konsequenzen das mögliche Ergebnis möglicherweise für das Land haben könnte.

Die Quote ist das einzige Kriterium, das das ZDF bei diesen Entscheidungen antreibt. Das kann man auch daran erkennen, dass das ZDF sein „heute-journal“ in den vergangenen Wochen auch an den Tagen verkürzte, an denen es keinen Fußball zeigte. Wenn in der ARD um 22 Uhr ein Spiel begann, endete dann auch vorzeitig das 21:45-Uhr-„heute-journal“. Weil die Quote nach Spielbeginn gesunken wäre und das schlecht für die Durchschnittsquote gewesen wäre und das wiederum schlecht für irgendwelche Jubel-Pressemitteilungen über den schönen Zuschauerzuspruch zum vermeintlichen Nachrichtenflaggschiff des ZDF (gerade auch im Gegensatz zu den „Tagesthemen“, die das nicht so gehandhabt haben). Im Zweifel opfert das ZDF seine Nachrichten gerne nicht nur dem Fußball, sondern vor allem der Quote.

142 Gedanken
  1. 1
    Twipsy says:

    Und das sagt Claus Kleber per Twitter dazu:
    http://de.tinypic.com/r/2m4tykn/8
    „Danke für Glückwünsche. War schön so weit oben. Aber wir standen auf den Schultern von 11 Riesen. Was machten die anderen 50Mio?“
    Kann man sich nicht ausdenken.

  2. 2
    Deichvoigt says:

    Immerhin hat Claus Kleber direkt nach der Sendung per Twitter nachgefragt, ob es richtig war, nach Brasilien zu schalten.

    https://twitter.com/ClausKleber/status/486662893413601280

  3. 3
    Sven says:

    So richtig kommt mir nicht klar rüber, was du aussagen möchtest. Ich finde es eine gute Entscheidung, WM-Zuschauer für aktuell brisante Themen (Israel) zu sensibilisieren, auch (bzw. gerade) wenn sie im Fußballfieber sind. Unbedingt dann wieder auf Fußball innerhalb dieses knappen Zeitfensters umzuschwenken, ist doof.

  4. 4
    Uli says:

    „Der Erfolg gibt uns Recht“
    Also ich war während dem heute-journal ja pinkeln, die Katzen füttern und mir was neues zu trinken holen. Gibt es für alles bei der GFK entsprechende Knöpfe? Würde mich ernsthaft mal interessieren.

    Ich finde das heute-journal (und auch die Tagesthemen) in der Halbzeitpause generell deplaziert, da dort der Platz für Analysen des Spiels sein sollte. So reicht die Zeit nichtmal für ein kurzes Statement der „Experten“, geschweige denn eine Wiederholung der wichtigen Situationen der ersten Halbzeit. Dafür könnte man meinetwegen die Vorberichterstattung auf 10 Minuten schrumpfen, man kann sich heute im Internet „zeitsouverän“ vorab über alles informieren.

    Wenn man dann eine Nachrichtensendung zeigt, sollte man es aber auch konsequent machen und die Nachricht gestern war der Nahostkonflikt. Ein Mann der vor einem Stadion steht dessen Spiel noch läuft und der „nichts genaues weiß man nicht“ von sich gibt, ist ein schlechter Witz. Das war mir auch als Fußballfan zu albern, damit hat man es niemandem Recht gemacht.

  5. 5
    Oliver says:

    Claus Kleber: „Danke, Feedbacker. Denke, es war richtig, aber Kurve zu hart. Bekam während ISR-Schalte aufs Ohr, dass BRA-Schalte steht. Stress. Sorry.“
    https://twitter.com/ClausKleber/status/486819347533676544

  6. 6
    Linus says:

    Das ist so unfassbar lächerlich, was die da treiben, egal ob nun ARD und ZDF. Anstatt meinetwegen einfach verkürzte Nachrichten aus aller Welt zu zeigen und sich dann wieder dem Fussball zu widmen, zeigt man in den Nachrichten das, was man ohnehin gesehen hat. In einer Zeit, die dann später fehlt, um das Spiel zu analysieren. Glauben die denn wirklich, da schaltet einer extra ein für die Nachrichten, um ganz erstaunt festzustellen, dass da Fussball läuft und sich danach wieder einem Buch oder den Auswanderen auf Vox zu widmen? Bei Wahlsendungen macht das ja vielleicht noch Sinn, mittendrin mal kurz alles zusammenzufassen, aber so doch bitte nicht.

    Aber auch die Fussballberichterstattung an sich ist hanebüchen. Opdenhövel meinte irgendwas von: Wir könnten noch so viele Torszenen zeigen, aber wir haben ja keine Zeit. Um dann zu KMH zu schalten, die ihre Füße in den Pool hängt oder ner Außenreporterin, die irgendwelche Besoffenen interviewt. Gucken die die Leut alle selber kein Fernsehen, die das produzieren?

  7. 7
    oasenhoheit says:

    Achso, DAS lief also zwischen den beiden Halbzeiten!
    Früher liefen da immer Kommentare zum Spiel und Rückblenden und Zeitlupen der besten Torchancen und tatsächlichen Tore, was bei bereits 5 Toren schon die 15 Minuten mit Leichtigkeit hätte füllen können. und echt spannend gewesen wäre.

    Da dies anscheinend nicht mehr so ist, haben wir in der Pause schon aus Reflex für 15 Minuten unsere Couch verlassen und dafür etwas anderes gemacht. Der Fernseher lief zwar noch, aber geschaut hat keiner. Wozu auch? Eine vermeintlich hochbrisante Nachrichtensendung hätte uns in dem Moment eh nicht interessiert.

    Wie viele Zuschauer des Spiels das wohl noch so gemacht haben? Könnte die angebliche Top-Quote noch ganz schön drücken.

  8. 8
    Merowinger says:

    Finde ich jetzt überhaupt nicht tragisch.

  9. 9
    Oleg S says:

    @4 Uli: “ Gibt es für alles bei der GFK entsprechende Knöpfe? “ Ja das gibt es tatsächlich. Jede Unterbrechung wird bei der Quotenerfassung ermittelt. Wurde mal in einem Magazin erwähnt den ich jetzt wegen Werbung nicht erwähnen will

  10. 10
    Uli says:

    Für eine ordentliche Halbzeitanalyse oder einen anderen Moderator würde ich übrigens auch „Sky“ einschalten, auch wenn das gleiche Spiel im Free TV übertragen wird. Aber ARD und ZDF haben sich ja auch die Pay TV Rechte der WM gesichert, wahrscheinlich war noch so viel Geld übrig…

  11. 11
    robotron sömmerda says:

    Die Einschüchterung und Angstverbreitung muss auch bei einem fröhlichen Erlebnis wie einer Fußball WM aufrecht erhalten werden. Wo kommen wir hin, wenn sich die Menschen freuen und keine Angst mehr hätten. Zweimal schaffte ich es nicht rechtzeitig in der Halbzeitpause wegzuschalten und beide Male saß eine mittelalte Frau mit aufgesetzter Ernstmine da und begann sofort ohne Begrüßung oder Einleitung:
    1. „TERRORISTISCHER Anschlag in den USA…“ – dann hat der TV endlich umgeschaltet – in den folgenden Tagen habe ich nichts darüber gelesen/gehört
    2. „Solche Gewalt hat der Irak noch NIE erlebt…“ – und das nach Iran/Irak-Krieg, Golfkrieg 1 und Golfkrieg 2.
    Angstmache um jeden Preis. Abscheulich, wer sich für solche eine Tätigkeit prostituiert.

  12. 12
    Tobi says:

    Ich gucke selber sehr gerne Fußball, verstehe aber auch nicht, wieso man in der Nachrichtensendung, die nahezu ausschließlich von Leuten gesehen wird, die die erste Halbzeit und die folgende Analyse bereits gesehen haben, selbigen Leuten unbedingt nochmal alles erklären muss. „Wir unterbrechen jetzt die Fußballberichterstattung, damit jemand anders nochmal über Fußball reden kann“. Die Zeit entweder für richtige Nachrichten oder für mehr Analyse im Studio verwenden!

  13. 13
    H H says:

    Warum achtet eine gebührenfinazierter Sender überhaupt auf Quote?

  14. 14
    Frank Reichelt says:

    @Sven,4

    Das Spiel begann um 22:00 Uhr, also genügend Zeit, um mich vorher in den Hauptnachrichtenformaten anderer Sender über das Weltgeschehen zu informieren und mich anschließend auf das Spiel einzugrooven!
    Ich hatte nicht die Nerven, um nach DIESER Halbzeit konzentriert einem „heute-Journal“ zu folgen. Danach ging es ja noch weiter, statt einer launigen Halbzeitanalyse mit Welke und Kahn gab es einen weiteren schockstarren Brasilianer, der mit verhärmtem Gesicht erklären sollte, was noch gar nicht zu erklären war!

  15. 15
    nilsn says:

    Ich sah und sehe einfach nicht das Problem, hier kann ich es ebenfalls nicht herauslesen.

  16. 16
    dot tilde dot says:

    herzallerliebst auch die roten blinklichter der aufziehenden polizeiautos im hintergrund der liveschalte, so von wegen „sehen, was das auf der straße bedeutet“.

    die kommentare von olli und olli um das erste spiel der wm herum („mittlerweile vier hubschrauber hier: hast du was gemacht, olli? warum sind die alle hier?“) bleiben für mich aber unerreicht. wie gut, dass brasiliens blaulicht rot blinkt, das erkennt doch in deutschland eh keiner…

    .~.

  17. 17
    Nikolaus Hueck says:

    Tatsächlich ist es immer wieder schwierig, wenn die wirklich ernsten Themen und die Sportnachrichten so unmittelbar aufeinandertreffen. Im Gespräch mit dem Brasilien-Korrespondenten ging es aber erst in zweiter Linie um Fußball, primär hat Claus Kleber gefragt, wie es in Brasilien nach diesem zu diesem Zeitpunkt schon absehbar verlorenen Spiel weiter gehen, ob Ausschreitungen zu befürchten seien. Das war nicht aus der Luft gegriffen, sondern ja wohl tatsächlich später der Fall. Natürlich ist der „Schock“ der Brasilianer etwas anderes als das, was in Nahost gerade droht – aber offensichtlich reicht in Brasilien ein verlorenes Halbfinale, um Busse anzuzünden. Für mich war das ein Beispiel für Berichterstattung über die sozialen Begleiterscheinungen der WM. Ein wenig kurzatmig zwar, aber zwischen den Jubelschreien der deutschen Fans an der genau richtigen Stelle.

  18. 18
    Flügelschlag says:

    Na und, ist doch beides Krieg und es wird scharf geschossen (denkt vielleicht so mancher beim ZDF).

    Auch wenn ich Nachrichten irgendwie wichtiger finde als eine Sportveranstaltung (selbst wenn es die Fußball-WM ist), fand ich es völlig unpassend, in die Halbzeit mit einem so ernsten Thema wie dem Nahostkrieg reinzugrätschen. Erst WM-Wahnsinn Deutschland vs. Brasilien, dann Nahost-Wahnsinn Israel vs. Gazastreifen – ich wusste gar nicht mehr, bei welchem Auslandsdrama ich mehr mitfiebern sollte.

  19. 19
    Leichtmetall says:

    Ich denke, die Fallhöhe von Tel Aviv nach Belo Horizonte ist jedem negativ aufgefallen. Die grundsätzliche Kritik an einer Nachrichtensendung zur Halbzeit kann ich aber nicht nachvollziehen – auch hier in den Kommentaren nicht. Wollt ihr ernsthaft noch mehr substanzloses Gelaber von „Olli und Olli“ sehen, oder gar den bemitleidenswerten Rivaldo? (Mal ehrlich, wie grausam kann man sein? Das ist ja so als hätte man in Brasilien 2006 Uwe Seeler unmittelbar nach der Niederlage gegen Italien vor die Kamera gezerrt.)

  20. 20
    Die Tram says:

    Auch Herr Niggemeier achtet auf die Quote, seine Quote für sein Blog. Da er als homosexueller Schriftsteller ein gestörtes Verhältnis zum Männersport Fußball hat, kapriziert er sich auf die Halbzeitpause und den Ankermann Klaus.
    Dabei interessiert sich kein normaler Mensch für das, was in der Halbzeitpause gesendet wird. Der Prenzlauer Berg ist nicht repräsentativ für Berlin, erst recht nicht für ganz Deutschland. Niggemeier ist und bleibt Schmalspur.

  21. 21
    Kasper says:

    Vielen Dank für den Kommentar. Über diesen merkwürdigen harten Schwenk vom so-gut-wieKrieg hin zum fröhlichen Fußballspiel habe ich mich gestern auch kolossal geärgert. Und mich gefragt: Gucken die in Gaza eigentlich auch Fußball, während neben ihnen die Raketen einschlagen? Und wie ist der TV-Empfang im israelischen Bunker? Da hätte ja das ZDF auch etwas investigativer sein können.

  22. 22
    Kraven says:

    Also ich hab das heute-journal in der Halbzeitpause vom Niveau her, irgendwo bei der Klatschpresse gesehen. Es wurde jede Nachricht möglich sensationsheischend vorgetragen. Statt einfach nur zu berichten das Merkel in China zum Thema Nachhaltigkeit geredet hat, musste man da noch reinquetschen, dass das ja richtig Konfliktpotential hat und möglicherweise zum Sturz des chinesischen Regimes führen könnte. Ist zwar Unsinn, aber die Nachricht klingt gleich viel interessanter.
    Zitat: „Zurück zur Politik, zur internationalen: Angela Merkel hat in China, vor ihrer Abreise, noch über Nachhaltigkeit geredet. Das klingt harmlos, war es aber nicht. Deutsche Politiker wissen aus Erfahrung, Chinas Politiker fürchten es, aus dunkler Vorahnung, was für Sprengstoff in Umweltthemen liegt. Wenn Menschen merken, dass ihre Regierung nichts dagegen tut, dass Luft verpestet und Seen vergiftet werden, dann stehen sie auf und dann kann aus Unmut Mut entstehen, den keine Geheimpolizei mehr unter Kontrolle bringt. …“
    Und danach dann ein Bericht, wo die Studenten offenbar mehr der Fußball interessiert als die Umwelt. In dem Bericht spürte man förmlich die drohende Revolte.

  23. 23
    JMK says:

    Um Kleber mal in Schutz zu nehmen (ausnahmsweise). Gestern schlug die komplette Ambivalenz der modernen Medien zu. Auf Twitter lösten sich Tweets zum Halbfinale und zur Situation in Gaza ab. Zwischen Fußballvorfreude und Schreckensnachrichten. Die Begrifflichkeiten die einige Medien bezüglich Brasiliens Niederlage gebrauchten war mehr als unpassend, und es fiel gestern natürlich extrem auf.
    Auch am Tag danach ist SPON und sogar FAZ.net voll mit Fußball, der Nahe Osten rangiert unter ferner liefen. Erst ab Mittag pendelte sich die Nachrichtenlage wieder ein wenig ein.

  24. 24
    Kraven says:

    @19 Die Tram:
    Selbst wenn Niggemeier homosexuell sein sollte (was ich nicht weiß und mich auch nicht sonderlich interessiert): Was hat das mit dem Thema zu tun? Ich kann über mich sagen, dass ich definitiv heterosexuell bin und mich durchaus auch interessiert was in der Halbzeitpause gesendet wird. Vor allem wenn ich bedenke, dass das das Niveau ist, mit dem die Gebühren gerechtfertigt werden.

    Und dass ein Medienjournalist sich für die journalistische Qualität dieses Fernsehsenders interessiert, sollte eigentlich unabhängig von seiner sexuellen Orientierung nachvollziehbar sein.

    Aber ich finde es wirklich bedauerlich, dass du von der homosexuellen Lobby gezwungen wirst, dieses Blog zu lesen, damit auch du umgepolt wirst. Ist schon verständlich, dass du dann gezwungen bist, dich mit solchen Kommentaren zur Wehr zu setzen, da ein einfaches ignorieren dieses Blogs ja offensichtlich nicht möglich ist.

  25. 25
    oasenhoheit says:

    Zu der Frage, warum auch hier in den Kommentaren die Nachrichtenpause kritisiert wird:
    Ich war gestern in Fußballstimmung. Das 0:1 war schon toll. Das 0:2/3/4 in nur 4 Minuten ging SO schnell, dass ich’s ebenso wie viele andere, denke ich, kaum glauben konnte. Das hätt ich gern nochmal in der Halbzeitpause in normal und in Zeitlupe gesehen um zu verstehen, was da genau passiert ist und wie es möglich war, die Brasilianer SO zu überrumpeln!

    Ich war verblüfft aber auch in Feierlaune. Hätte ich überhaupt mitbekommen, dass man versucht, mich mit todernsten Nachrichten auf den Boden der Tatsachen zurück zu reißen, dann hätte ich wohl weggeschaltet. (s.o., warum ich das nicht musste)

    Mal ein Gegenbeispiel:
    Schindlers Liste ist meiner Kenntnis nach der einzige Spielfilm, den selbst die Privatsender aus Pietätsgründen nicht mit Werbung zu unterbrechen wagen. Massenmord – Waschmittelwerbung – Massenmord käme nicht so gut.
    Umgekehrt gilt für mich aber dasselbe. Man muss ein Ereignis, das Freude bereiten soll, nicht mit der bitteren Realität unterbrechen, die man auch schon den Rest des Tages erlebt.
    Fußballjubel – Krieg – Fußballjubel ist auch nicht viel besser.

    Und was die Großaufnahmen der ratlosen und traurigen Brasilianer angeht:
    Selbst die haben mich gestört. Mir taten die Fans unheimlich leid. Ich erinnere mich noch an meine eigene Enttäuschung beim letzten verlorenen Finale gegen Brasilien. Ihre Trauer so zur Schau zu stellen, war unnötig. Ein paar kurze Einblicke in die schweigende Menge hätte gereicht. Nahaufnahmen verzweifelter Menschen waren nicht nötig.

    Wir waren in Feierlaune und man zeigte uns die niedergeschmetterten Brasilienfans. Ich wollte mich nicht an ihrem Leid erfreuen. Ich wollte mich viel lieber an der tollen Leistung unserer Mannschaft erfreuen.
    Dass man den armen Brasilianer am Ende noch vor die Kamera gezerrt hat und ihn um Erklärungen für das Spiel bat, während die Leute überwiegend einfach nur feiern wollten, fand ich unnötig und unpassend, weshalb ich direkt nach dem Spiel wieder abgeschaltet habe.

  26. 26
    Thomas says:

    Stimme in einigen Punkten zu, aber die Kritik geht mir dennoch zu weit und trifft vermutlich auch die falschen.
    Klar, der Schwenk ISR-BRA war hart, aber ersterer, BRA-ISR war doch genau so hart und hat einige Zuschauer auch mal wieder ein wenig geerdet.

  27. 27
    Stephan says:

    @robotron sömmerda
    „Die Einschüchterung und Angstverbreitung muss auch bei einem fröhlichen Erlebnis wie einer Fußball WM aufrecht erhalten werden. Wo kommen wir hin, wenn sich die Menschen freuen und keine Angst mehr hätten.“

    Volle Zustimmung.

    Vielleicht hat das ZDF zusätzliches Glück mit Andreas Wunn, wenn der zufällig eine Ausbildung als Kriegsberichterstatter hat, dann könnte er nämlich auch nach dem Finale noch weiter in Brasilien bleiben und von dort für das ZDF über Ausschreitungen, Bürgerkrieg oder auch schlimmerem weiter berichten. Das ZDF hätte dann sogar mindestens zwei Sitzplätz (Hin- und Rückflug) gespart, aber wahrscheinlich sogar noch mehr, weil ja auch noch Kameraassistent, Tontechniker und wer weiß ich noch mitfliegen müssten.

    Christian Sievers ist glaube ich seit seinem etwas merkwürdigen Verhalten bei einem königlichen Event (Hochzeit 2004?) in Spanien, in Israel als Korrespondent tätig. Damals hatte er ein bischen den Besatzer-Journalisten raushängen lassen, was wohl nicht so gut ankam bei diversen spanischen Persönlichkeiten.

  28. 28
    Uli says:

    @Leichtmetall #18:
    Nein ich will kein zusätzliches Gelabber, aber allein mit einer Wiederholung der fünf Tore und weiteren 5-6 wichtigen Szenen kann man schon 10 Minuten füllen. In der ersten Halbzeit gab es ja noch wesentlich mehr als nur die Tore, die Last-Minute Grätsche von Lahm beispielsweise, das anschließende Scharmützel zwischen Marcelo und Boateng, die Chancen der Brasilianer in den ersten 10 Minuten usw. Nach dem Spiel geht so etwas natürlich völlig unter.

    Und in der Champions League werden oft zwei Partien parallel ausgetragen, wobei ARD und ZDF immer nur eine Partie übertragen. In der Halbzeitpause könnte man einen kurzen Blick auf die andere Partie werfen und die Highlight zeigen, das findet aber ebensowenig statt. Wie gesagt „Sky“ macht das deutlich besser.

  29. 29
    DaW says:

    Ach, der Elsässer ist auch hier. Was er mit einer Straßenbahn zu tun hat, bleibt wohl sein Geheimnis. Wir sollten schon froh sein, dass er bei Kleber keine Juden-Nase diagnostiziert hat, damit er ihn als vorbelastet in der Nahost-Frage darstellen kann.

  30. 30
    Susanne says:

    Das ist das, was ich an diesem Blog so liebe: dass ich hier auch noch meiner letzten Illusionen über das öffentlich-rechtliche Fernsehen beraubt werde. Habe mich gestern tatsächlich gefragt, was das heute-journal in der Halbzeitpause soll. Jetzt weiß ich es, finde es aber deswegen nicht besser. Im Gegenteil…

  31. 31
    David says:

    Die Schwenks Fußball-Krieg-Fußball waren sicherlich beide hart… so hart wie die Realität…
    Es hätte nichts geändert, wenn man etwas softes wie „Merkel in China“ dazwischengeschaltet hätte.

    Mich haben beide Stimmungen interessiert und ich fand das Heute Journal in der Form völlig OK!

  32. 32
    Flügelschlag says:

    @ 31_ „Mich haben beide Stimmungen interessiert…“ – Ja und ist ordentlich Stimmung nicht so und so die Hauptsache?

  33. 33
    BlueKO says:

    „Im Zweifel opfert das ZDF seine Nachrichten gerne nicht nur dem Fußball, sondern vor allem der Quote.“

    Was ist an dieser Erkenntnis denn so neu?
    Die RTL-isierung der ZDF-„Nachrichten“ wurde doch schon vor Jahren lauthals als das einzige Heilmittel ausgerufen. Seither sind sie für mich sowieso nicht mehr ernst zu nehmen, schon gar nicht mit diesem Sekunden-Kleber, und für mich komplett gestorben, da ohnehin jede Glaubwürdigkeit mit Design-Mätzchen und offensichtlichen Oberflächlichkeiten in allen Sendungen verspielt wurde.

    Andere Informationsquellen haben auch Nachrichten, die muss man wirklich nicht mehr vom flachen Lerchenberg beziehen.

  34. 34
    Oliver says:

    @oasenhoheit, #24:
    „Man muss ein Ereignis, das Freude bereiten soll, nicht mit der bitteren Realität unterbrechen, die man auch schon den Rest des Tages erlebt.“

    Der Fußball als fröhliche, erlösende Gegenwelt, die von der Realität bitteschön sorgsam fernzuhalten ist. Das ist der pure Eskapismus.

  35. 35
    Lars says:

    Nachrichtensendungen nur deshalb in die Halbzeitpause zu quetschen, um von der hohen Einschaltquote zu profitieren ist absurd. Eine alberne Folge des Quotenunsinns, als ob die Quote tatsächlich den „Erfolg“ nachweise, zumal wenn sie so trickreich erschlichen wird. Das Spiel begann um 22:00 Uhr. Davor war Zeit genug für das heute journal, das ja auch regulär um 21:45 beginnen würde, nicht um 22:45. Mann hätte es also auch um 21:00 Uhr beginnen lassen können. Stattdessen gab es da im ZDF eine 2-stündige sinnlose Vorberichterstattung zum Spiel.
    Was wäre geschehen, wenn der Nahostkonflikt ncht dazwischen gekommen wäre? Das heute-journal hätte dann wahrscheinlich noch ausführlicher über das laufende Fußballspiel berichtet, in der halbgaren Form – ohne wirklich das zu liefern, was Fußballfans interessiert. Quote, Quote, Quote …. das ist alles, was zählt.

  36. 36
    oasenhoheit says:

    @Oliver, #24
    ‚Purer „Eskapismus“‚, tolles Wort. Das musste ich jetzt erst mal googeln.

    Ihren Beitrag nennt man dann wohl Übertreibung. Noch bis 2 Minuten vor dem Fußballspiel hätten gerne harte und bittere Fakten aus aller Welt kommen können, die es nunmal leider gibt. Drohende Kriege, hungernde Kinder, was eben gerade so passiert.
    Aber vom Anpfiff des Spiels bis zum Abpfiff ist Fußball (außer Kommerz natürlich) in erster Linie Unterhaltung.

    Wenns nicht gerade ein Tsunami-Warnung ist (s. Niggemeier-Artikel über benötigte aber unterlassene Unwetterwarnung) oder ein anderes weltveränderndes Ereignis wie 9/11, dann kann man sich solche Nachrichten des Tages, die eh den ganzen Tag laufen, doch nun wirklich für vor oder nach einem Unterhaltungsprogramm aufsparen und statt dessen etwas der Stimmung angemessenes in den gerade einmal 15 Minuten Unterbrechung bringen.

    Aber wie schon in meinem ersten Post erwähnt:
    Kann mir theoretisch eh egal sein, weil ich zuletzt in den Halbzeitpausen der Spiele, die ich mir angesehen habe, NUR Themen gesehen haben, die mich zu dem Zeitpunkt nicht im geringsten interessiert haben, weshalb ich in diesen 15 Minuten eh nicht mehr ihm Wohnzimmer, geschweige denn in Fernsehnähe aufhalte.

  37. 37
    Daniel says:

    Finde den Artikel doch arg selbstgerecht und übertrieben.
    Das ZDF „opfert“ die heiligen Nachrichten dem niederen Fussball? Was soll dass heissen? Dass sie es wagen, in der üblichen Nahcrichten-Sendezeit Fussball zu senden? Das finde ich großartig und ich wage zu behaupten, eine enorme Mehrheit aller Deutschen auch.
    Inwieweit es Sinn macht, in der HZ Nachrichten zu senden, darüber kann man unterschiedliocher Meinung sein. Ich würde auch lieber Analysen und Zusammenfassung der ersten HZ sehen. Wenn das ZDF das anders sieht, kann ich das aber auch verstehen. Die komplette WM plus Champions League, ggf. Pokal, etc. nehmen ja schon viel Zeit im Programm ein, die man vllt einfach nicht nachrichtenlos lassen will. Ansonsten hätte man während der WM beide Hauptnachrichten für 6 Wochen streichen müssen. Die Behauptung es wäre reine Quotengier sehe ich hier nirgendwo belegt.

  38. 38
    Ste says:

    @36: Naja, „nur Unterhaltung“ ist es seit 2006 sicher nicht mehr, sondern ein ganzes Dispositiv hat sich aufgebaut und eine Kulturindustrie Fußball errichtet, was Wahrnehmung, Konsum und Informaton öffentlich und privat stark kontrolliert, prägt, konditioniert. „Nur Unterhaltung“ ist vielleicht „Verbotene Liebe“ und, wie es scheint, das „heute-journal“.

  39. 39
    Anderer Max says:

    Danke, aus tiefstem Herzen. Danke.
    Ich dachte, ich sei der Einzige in ganz Deutschland, dem das aufgefallen ist. Ich war gestern abend drauf und dran, aufgrund exakt dieser Causa meinen eigenen Webblog zu starten.

    Was hier noch etwas in dem Artikel untergeht:
    1. Vollbild C.Sievers – Kamera geht raus, kurze Anmoderation und innerhalb von 6 Sekunden ist der nächste Korrespondent im Halb-Vollbild zu sehen, ich hatte ja auf einen Bericht aus dem Gaza Streifen gehofft, stattdessen: Fußball. Timestamp: 3:28 bis 3:34.
    Die Zeit die zwischen Tod, Raketenangriffen, Elend, Kriegsausbruch und Fußball, Silverrakten, Patriotismus, Party liegt, beträgt 6 Sekunden.
    2. Andreas Wunn hatte nichts zu sagen. Nichts. Danke für das Transkript, ich hatte es anscheinend über Nacht schon wieder verdrängt, wieviel Sinnlosigkeit in man in ein 4-minütiges Interview packen kann. Ach die Leute sind überrascht, dass Mannschaft A nach 30 Minuten mit 5:0 führt? NEIN! DOCH! OOH!
    3. Die Sendung hätte 100%ig mit Fußball angefangen, wenn der Herr Reporter nicht so langsam aus dem Stadion gekommen wäre. Dafür habe ich keine Belege, aber es ist relativ offensichtlich, dass K.C. doch recht unvorbereitet mit dem Israel Betrag beginnt und dann, als Wunn bereit war beginnt mit „Und wir haben inzwischen …“ sowie „…, er ist aus dem Stadion herausgekommen“. Israel ist also nur Lückenfüller gewesen, gut zu wissen.

    Noch einmal Danke für diesen Beitrag!
    Beim Schreiben dieser Zeilen fangen meine Hände schon wieder vor Wut an zu zittern.

  40. 40
    Kay Macke says:

    …ist der Kleber nicht ein Bundeswehrhauptmann oder so etwas ähnliches? Dann passt die Mischung doch ganz gut – Hauptsache Schockstarre.

  41. 41
    BlueKO says:

    Nur mal so zum Vergleich der gestrige Programmablauf von BBC One (alle Zeiten MESZ):

    19:00 BBC News at Six
    19:30 BBC Regional News
    20:00 The One Show (Magazinsendung)
    20:30 Room 101 (Unterhaltungssendung, Wh von 2013)
    21:00 Eastenders (Soap)
    21:30 Match of the Day Live (Halbfinale)
    00:10 BBC News at Ten (in gewohnter Länge, sonst um 23:00)
    00:40 BBC Regional News
    00:50 John Bishop’s Australia (Doku, Wh vom Montag)
    01:50 Wettervorhersage
    01:55 Sendeschluss(!)

    Fußball muss also nicht mit diese stundenlange Vorberichterstattung mit nur minimalem Informationsgewinn gesendet werden.
    UND:
    Wenn einem die Nachrichten (und nicht die Quoten wichtig sind) sendet man sie in gewohnter Länge UND Qualität.

  42. 42
    Calvero says:

    Vielleicht sollten Tagesthemen und heute-Journal bei aller Quotenversessenheit auch mal daran denken, dass während der WM viele Kinder auch spät mit Fußball schauen. Teilweise live oder am folgenden Tag bei der Aufzeichnung vom Festplattenrekorder. In der Halbzeitpause dann Berichte von Krieg, Mord und Katastrophen zu senden, nur um egoistisch die Jahresquote zu heben, sollte eigentlich einem ÖR-Programm unwürdig sein. Aber darum können sich ja die Eltern kümmern. Die Nachrichtensendungen müssten auch nicht entfallen, sondern könnten auf 3Sat; phoenix oder den Digitalkanälen in gewohnter Länge laufen.

  43. 43
    Kay Macke says:

    @BlueKO 15:16
    „Sekunden-Kleber“ – BWAHAHAHA! Super!

  44. 44
    MS says:

    Und weder bei Niggemeier noch bei Kleber was zum Hunger in der Welt, der täglich rund 25.000 Menschenleben fordert, darunter 10.000 Kinder. Hm.

  45. 45
    Blunt says:

    Ich glaube, dass dem ZDF diese Idee eines Halbzeit-Journals aus zwei Gründen um die Ohren geflogen ist. Zum einen ist im Nahen Osten etwas wirklich Dramatisches passiert, was eigentlich eine umfangreichere Berichterstattung verdient hätte. Zum anderen hat das Spiel selbst eine so unfassbare, ja historische Entwicklung genommen, dass man für so komplexe Themen wie den Nahen Osten in diesem Moment einfach gar nicht den Sinn haben konnte. Wäre es das erwartete Null-zu-Eins-Spiel gewesen und hätte die Nachrichtenlage nicht mehr hergegeben als die üblichen Mautdebatten, so hätte es funktioniert.

  46. 46
    Sebastian says:

    @MS: Es berührt durchaus die Frage, warum der Hunger in der Welt nicht Thema ist, wenn eine prominente Nachrichtensendung sich so konsequent an Quoten orientiert wie der Beitrag behauptet. Um nicht zu sagen, es beantwortet sie.

  47. 47
    Thorium says:

    Der Punkt ist eben, dass es dem ZDF ausdrücklich nicht darum geht, die ganzen Fußballfans über wichtige Dinge in der Welt zu informieren (also Israel etc) sondern einzig und alleine die Sendung zu promoten und die Durchschnittsquoten zu erhöhen. Letztlich ist das ja der Sinn der ganzen Weltmeisterschaft die man für zig Millionen einkauft – man kaschiert damit seine sonst besonders bei unter 60 Jährigen mittlerweile miserablen Einschaltquoten. Es zeugt doch von extrem geringem Selbstbewusstsein, wenn man seine Nachrichtensendung derart bewerben muss. Das eben hat zB die BBC wie von BlueKO gut dargestellt nicht nötig.
    Und was das „Schaufenster“ angeht: alle mit HD Geräten können jetzt so richtig vergleichen, wie schlecht das 30Mio Studio aussieht im Vergleich zur ARD, da man bis heute nicht fähig ist, es vollumfänglich technisch zu nutzen, weder für HD noch graphisch.

  48. 48
    djr says:

    Könnte natürlich auch einen relativ trivialen Grund haben:
    Ein Spiel in zwei Programme zu unterteilen bietet schlicht die Möglichkeit 2 mal die Sponsoren zu nennen. Da kommt bestimmt ein erstaunliches Sümmchen zusammen.

  49. 49
    DaW says:

    „[…] dass man für so komplexe Themen wie den Nahen Osten in diesem Moment einfach gar nicht den Sinn haben konnte.“

    Wer ist denn „man“? Ich jedenfalls nicht. Mir geht Fußball an gewissen Körperteilen vorbei.

    Wahrscheinlich haben Sie das Wort schlicht etwas unbedacht gewählt, aber es zeigt deutlich, was mich bei sämtlichen Fuballwelt- und -europameisterschaften besonders aggressiv gegen Fußball und seine Fans stimmt: dieses ständige Ver-WIR-en, diese von oben verordnete Fröhlichkeit, die einem oder auch uns keine Restkapazitäten für alles andere lässt.

    An sich ist es mir ja relativ egal, ob jemand Fußball guckt oder nicht. Ich lasse ihn in Frieden. Und genauso möchte ich aber mit meinem Desinteresse genauso in Frieden gelassen werden – und erst recht nicht gegen meinen Willen in irgendwelche Gruppen gesteckt werden. Darauf reagiere ich nämlich noch empfindlicher.

    Also: Schlimm genug, dass die BILD und viele andere Medien ständig diesen Wir-Unsinn verzapfen. Aber vom durchschnittlichen Niggemeier-Kommentierer (nicht denen, die brav Kommentierbefehle von PI & Co ausführen) erhoffe ich mir doch einen etwas bewussteren Sprachgebrauch. Danke.

    Naja, wahrscheinlich wird Merkel bis Sonntag noch TTIP abschließen und den Beitritt der Bundesrepublik zu Albanien erklären. Widerstand ist nicht zu befürchten.

  50. 50
    DaW says:

    Mein Beitrag bezog sich auf Blunt, # 45.

  51. 51
    Ste says:

    @45: Hätte hätte Fahrradkette. Wenn England gegen Österreich, oder wer auch immer da gestern gespielt hat, 20 zu 0 gespielt hätte, dann hätte eine Institution deren gebührenfinanziertes Geschäft Information ist, trotzdem eine gute Strategie fahren können, wenn man nur einfach ein paar mehr Ideen gehabt hätte als Ballaballa. Vielleicht sind aber schon alle fußballuninteressierten Journalisten/innen zu RTL2 gegangen.

  52. 52
    Brösel says:

    Bin ja sonst gerne auf der Seite Stefan Niggemeiers, aber in diesem Fall finde ich die Kritik als etwas überzogen. Die Schalte nach Brasilien war journalistisch berechtigt. Es ging nicht nur ums Spiel, sondern darum, welche Konsequenzen das für die Ordem-Progresso-Nation haben könnte.

    Ob der Sendeplatz in der Halbzeitpause gut ist, darüber wird man sicherlich auch im Sender weiterhin diskutieren. Viele erinnern sich noch an die Taktik-Analysen eines Jürgen Klopp vor vielen Jahren. Das Niveau der Experten-Gespräche war seinerzeit sichtlich höher als heutzutage. Und es war auch bedeutend unterhaltsamer.

    Was mich mehr stört, sind diese ständigen kurzen Einspielfilmchen, die außer einem Bildergewitter zu martialischer Musik nichts zu bieten haben. Auf Dauer wendet man sich da ab. Die immer gleiche Machart ist langweilig. Die Inhalte, so es denn welche gibt, sind austauschbar.

    at DaW: niemand verordnet Ihnen von oben Fröhlichkeit. Selbst „die Mannschaft“ hält sich mit dem Jubeln zurück und wird dafür nicht gestraft. ;-)

    „Wir waren in Feierlaune und man zeigte uns die niedergeschmetterten Brasilienfans. Ich wollte mich nicht an ihrem Leid erfreuen.“

    In unserer Eckkneipe gab es bei den Bildern Leute, die johlten und Schadenfreude äußerten. Aber da waren mehr noch die Leute, die Mitgefühl äußerten für ein Land, das man gerne hat mitsamt seinen Menschen – und dessen Fußball wir über viele Jahre bewundert haben. Gerade Fußball-Kenner wussten den Spielverlauf und das Ergebnis richtig einzuordnen und blieben eher gelassen als jene Leute, die man wohl „Event-Fans“ nennt.

    Ich glaube, wenn es überhaupt etwas Ärgerliches am gestrigen Abend gab, dann waren das diese unsäglichen Kommentare des DFB-Chef Niersbach.

  53. 53
    Sigur Ros says:

    Danke, sehr schön wenigstens ein Fragment dieses nicht enden wollenden WM-Wahns schön seziert. Dass die deutschen Medien und insbesondere ARD/ZDF zu WM/EM-Zeiten kollektiv das Hirn ausschalten und nur noch Fußball bringen, ist ja seit Jahrzehnten nichts neues, aber auf welch erbärmliche Art und Weise diese Fußball-Idiotie dann immer wieder auf die Spitze getrieben wird, macht einen immer wieder sprachlos. Kein Fußballspiel der Welt ist es wert, die wirklich wichtigen Themen in der Welt aus den Nachrichten zu verdrängen, und in Zeiten, in denen Terror-Organisationen wie ISIS und Boko Haram ganze Länder terrorisieren und im Nahen Osten mal wieder Krieg droht, sollte man erwarten können, dass man wenigstens in den normalen Nachrichten von Fußball verschont bleibt oder dieser wenigstens auf den Sportteil beschränkt wird. Das einzig gute daran: Es ist bald wieder vorbei.

  54. 54
    Ste says:

    @Brösel: Wenn einem der öffentliche Nahverkehr Angst macht, weil entweder die Anzeigen wegen Spiel-Ergebnisse durchdrehen, der Computermensch in sein Kabuff grad lieber Fußball gucken mag, als zu arbeiten, oder weil man erstmal über lauter stinkenden Deutschlandflaggenleichen stolpern muss um nach hause zu gelangen, dann lässt die Fröhlichkeit tatsächlich sehr zu wünschen übrig.

    @Sigur Ros: Naja, einerseits übertreiben Sie, andererseits wird es nicht einfach so enden mit Abpfiff und Spielende. Wir können gerne wetten, dass es auch zu Weihnachten Schoko-Weihnachtsmänner im Fußballtrikot oder Aufkleber und Sammelkärtchen mit irgendwelchen Fußballer-Gesichter geben wird. Auch manche Deutschlandflaggen werden noch Monate in den deutschen Gartenlauben wehen.

  55. 55
    Sigur Ros says:

    @Ste: Klar wird es nicht einfach aufhören (Ich mag mir gar nicht ausmalen, wie die Medien erst am Rad drehen, sollte Deutschland wirklich Weltmeister werden, das wird sicher noch Wochen anhalten), aber wenigstens wird sich dieser Fußball-Wahn irgendwann wieder auf alltäglichem Niveau einpendeln und wieder wichtigere Themen die Nachrichten bestimmen, sodass man vor diesem kollektiven Freudentaumel wieder zwei Jahre Ruhe hat.
    Irgendwie werden Fußball-EMs und WMs für junge Generationen, die mit der WM 2006 aufgewachsen sind, zunehmend das, was für frühere Generationen Karneval war: Ein äußerst manierierter, durchritualisierter, von Medien und Gesellschaft verordneter Zwang zur Ausgelassenheit und Fröhlichkeit in einem begrenzten Zeitraum (der zum Glück schnell wieder vorbei ist). Die Arroganz mancher Fußballfans hier in den Kommentaren spricht da eine deutliche Sprache, da denken einige anscheinend ernsthaft, alles andere in der Welt hätte sich dem heiligen Fußball unterzuordnen, da nichts diese erzwungene Euphorie und Möchtegern-Heile Welt stören darf.

  56. 56
    Ste says:

    Ich bin mir nicht immer sicher wie sehr man das ganze jetzt hassen und verdammen soll. Mich nervt ja der peinliche Nationalchauvinismus und das ganze trompetende Kommerzgetöse, auch wenn es mit einem verkrampften Lächeln präsentiert wird. Das Medienproblem, dass Herr Niggemeier meint, betrifft dann noch darüber hinaus solche Sachen wie das Zulassen von Differenzierung, andere Meinungen und Sichtweisen, und das dazu gehörige strategisch durchgeplante, nicht homogenisierte Programm. Im Privaten kann ich das nicht wirklich von meinem Gegenüber verlangen, weil es ja nur Menschen sind, aber doch bitte schön von den ÖR. Die ÖR werden sicher damit argumentieren, dass es ja noch 3Sat gibt, da kam irgendwas ohne Fußball und auf Deutschlandradio kam wahrscheinlich mal ein kritischer Bericht zur Homophobie und dem Rassismus im Fußball oder den Problem der FIFA. Naja…

  57. 57
    Brösel says:

    53

    „Dass die deutschen Medien und insbesondere ARD/ZDF zu WM/EM-Zeiten kollektiv das Hirn ausschalten und nur noch Fußball bringen, ist ja seit Jahrzehnten nichts neues“

    Jaja, die bösen deutschen Medien. In Brasilien, Argentinien, Mexiko, Italien, Spanien, Portugal und hundert weiteren Ländern ist das alles natürlich ganz anders. ;-)

    Ansonsten gilt: „Wie so oft liegt auch hier die Mitte in der Wahrheit.“ (R. Völler)

  58. 58
    Sigur Ros says:

    @Ste: Falls das auf mich bezogen war: Ich sage ja nicht, dass man das Ganze hassen und verdammen soll. Ich bin auch einfach nur genervt von diesem kollektiven Fröhlichkeitszwang und bin froh, wenn es vorbei ist und die Welt sich wieder wichtigen Dingen widmet, mehr nicht.
    Dass in diesem Fall die Unzulänglichkeiten in der Programmplanung der ÖR mal wieder schön zutage treten, ist natürlich ein ganz anderes Thema. Eigentlich sollte man gerade von diesen ja erwarten können, dass sie mit ihrem Bildungs- und Informationsauftrag anständigen Nachrichten Priorität einräumen und diese eben nicht dem Fußball unterordnen und zugunsten maximaler Quote zurechtstutzen, wie man es hier getan hat. Wie gesagt, Krisenherde gibt es ja genug auf der Welt und sind nunmal nicht so freundlich, während der WM zu pausieren, um die Stimmung nicht zu gefährden: Irak, Nigeria, Ukraine, Israel. Alleine damit hätte man die ohnehin lächerlichen 11 Minuten locker vollbekommen.

  59. 59
    DaW says:

    @ Sigur Ros:

    Die Fußballfans hier sind doch noch relativ harmlos. Aber diese Einstellung, dass sich alles und jeder dem Fußball unterzuordnen hat, nervt mich ebenso. Letztlich ist es das Privatvergnügen jedes Einzelnen. Achso, und um die Fußballfans mal wieder zu erden: Gut die Hälfte der Deutschen hatte gestern besseres zu tun…

  60. 60
    Sigur Ros says:

    @Brösel(#58): Wie es in anderen Ländern aussieht, kann ich nicht beurteilen, aber sieh dir mal den Kommentar von BlueKO (#41) an. Das zeigt, dass man bei aller WM-Euphorie auch anderes Programm bringen kann und dabei vor allem die Nachrichten nicht vernachlässigen muss.

  61. 61
    Ste says:

    @DaW: Nochmal, ich bin mir nicht ganz sicher. Ich selbst nehme diese Kulturindustrie schon sehr als einen Herschaftsdiskurs wahr, unterordnen werde ich mich dem nicht, so mündig bin ich dann schon noch, aber trotzdem: man kann sich dem heutzutage einfach kaum noch entziehen, weil er überall wahrzunehmen ist, an der S-Bahnstation, an jedem Schaufenster, im Wartezimmer, im Bericht zu Tel Aviv und Gazastreifen, ja auch in meiner Wohnung, wenn die Nachbarn jaulen wenn ein Tor fällt…

  62. 62
    DaW says:

    @ Ste, # 62: Absolut d’accord. Wo widersprechen sich unsere Ansichten denn?

    Apropos S-Bahn: Bei der EM 2012 war ich gerade in Berlin und habe mich während eines „Deutschland“-Spiels in die S-Bahn gesetzt. Es war herrlich! Absolut still, kein Fußball, kein Jubel, nichts.

    Gestern bin ich, als ich genug vom Jubel und Feuerwerk in der Nachbarschaft hatte, ein wenig in einem benachbarten Gewerbegebiet (ganz wichtig, da keine Wohnungen > Jubel) spazieren gegangen. Ebenfalls angenehm. Schlafen konnte ich hinterher dennoch nicht, da noch eine Stunde nach Abpfiff (also mitten in der Nacht) Vollidioten mit Hupen und diesen pseudoafrikanischen Tröten durch die Stadt gefahren sind. Ich überlege nun, mich in der Nacht zu Montag an die Hauptstraße zu stellen, entsprechende Kennzeichen (mit Uhrzeit) zu notieren und hinterher Anzeige zu erstatten. Auch wenn ich sonst kein Blockwart bin: Es ist mir mittlerweile zu dumm, dass selbst die einfachsten Grundsätze des Zusammenlebens (z.B. die Nachtruhe) von irgendwelchen dahergelaufenen Prolls, die was auch immer kaschieren müssen, im Namen des Fußballs missachtet werden.

  63. 63
    Kah says:

    War ein harter Schwenk. Aber es waren die beiden Topthemen und ich fand es richtig und angemessen, über beides zu berichten.
    Ich war froh, in der Halbzeitpause über die Gaza-Krise informiert zu werden. Und Kleber hat das als Vollprofi gut gemacht.

  64. 64
    DaW says:

    Achja, ich hoffe natürlich, dass es in der Nacht zu Montag für die Fans der deutschen Mannschaft nichts zu hupen gibt. :) Und ergänze ein „mit einem Buch“ vor „in die S-Bahn“.

  65. 65
    Georg says:

    Es zwingt niemand das ZDF, sein „heute-journal“ in die Halbzeitpause eines WM-Spiels zu quetschen. Es könnte es vorher schon ausstrahlen, um 21 Uhr zum Beispiel. Es könnte es auch einfach ausfallen lassen.

    Angenommen, das ZDF würde genau das machen. Was wäre damit besser?

    Wenn die Sendung um 21 Uhr laufen würde, würde man nur einen Bruchteil der Zuschauer erreichen, es würden also viel weniger auf die Entwicklung im Nahostkonflikt aufmerksam gemacht. Würde man die Sendung ganz ausfallen lassen, wären es noch weniger erreichte Menschen (nämlich Null), zudem würde nicht nur acht Minuten darüber gesendet werden, sondern Null.

    Wäre das wirklich besser?

  66. 66
    BlueKO says:

    @Georg: Wer in dem Moment an Nachrichten wirklich interessiert war, konnte guten Gewissens die Tagesthemen einschalten, oder im ZDF auf „brisant nacht“ warten. Das natürlich nur dann, wenn die Fußballnachbequatschung nicht bis weit in die frühen Morgenstunden dauern und freundlicherweise noch durch Programmhinweise auf die nächsten Langweilerkrimis noch zusätzlich in die Länge gezogen werden müsste.

    Das ist alles ein solcher Irrsinn, der sich da im deutschen Fernsehen breit gemacht hat, dass es einen wirklich nur noch fassungslos macht.

  67. 67
    Johannes says:

    @Sigur Ros 61: Ich bin mir sicher, dass die BBC der Vorberichterstattung auch mehr Platz einräumen würde, sollte England nochmal ein WM-Halbfinale erreichen. Aber wir werden’s wohl nie erfahren….

  68. 68
    Ste says:

    @Georg: Noch einmal für Sie: Es soll ja gerade bei dem ernsten Thema nicht um Quote gehen, also das Ziel dass jetzt gerade ganz dolle viel Leute die Kleber-Sendung schauen, damit der und das ZDF sagen kann „Der Erfolg gibt uns Recht“. Es geht auch hier um Framing und Kontextualisierung; ich finde es schrecklich diesen Krieg (nicht Konflikt) mit hoppsala Fußballchen-Yuppie-Olé so derart zu verbinden. Aber vielleicht ist ja Fußball ein virtueller Kriegsersatz mit realen Kriegsemotionen und zack, da fällt der UNterschied ja gar nicht mehr wirklich auf, haha, lach, grunz.

  69. 69
    BlueKO says:

    @Johannes 68: Das stimmt einerseits natürlich. Aber die Erfahrungen der letzten Jahre in ähnlichen Fällen hat gezeigt, dass die Sendezeit bei englischer Beteiligung im Spiel vorne und hinten maximale 30 Minuten länger gewesen wäre. Danach ist alles gesagt und alles weitere gehört dann in die nächste Sendung oder bei wirklicher Bedeutung in die Nachrichten.
    Und wenn die geplante Sendezeit da mal rum ist, dann ist sie auch rum und die Sendung wird beendet, no matter what.

  70. 70
    Sebastian says:

    @DaW

    http://i.imgur.com/gujXLum.jpg

    Ein Mal. Alle zwei Jahre. Mimimimimi.

  71. 71
    Lars says:

    @66 (Georg): Es geht nicht darum viele (= hohe Quote) auf die „Entwicklung im Nahostkonflikt aufmerksam zu machen“, sondern vor allem am Weltgeschehen Interessierte noch dazu umfassend zu informieren. Fernsehen hat einen Informationsauftrag, aber keinen Propagandaauftrag. Es geht nicht darum, möglichst viele zu beschallen, ob se wollen oder nicht, sondern diejenigen zu informieren, die informiert werden wollen – und zwar nicht in Kurzschalten, weil die Halbzeitpause kurz ist, sondern mit der notwendigen Ausführlichkeit.

    Ja, genau das wäre besser.

  72. 72
    JJ Preston says:

    Sagen wir mal so: Das Verhältnis vom Nahost-Konflikt (gibt’s dafür nicht ein besseres Nicht-Krieg-Wort, es klingt so verharmlosend für das, was da gerade passiert) zur Enttäuschung brasilianischer Fußballfans in der Halbzeit eines WM-Halbfinals war 70 Sekunden zu 3 (?) Minuten.

    Man könnte also durchaus den Eindruck gewinnen, dass für das ZDF der Anblick kleiner gelber Punkte, die ein in einem Schwellenland aus Steuermitteln überteuert aufgebautes Stadion beim Stand von 0:5 verlassen, einen höheren Nachrichtenwert gehabt hätten als drei tote israelische Jugendliche, ein toter palästinensischer Jugendlicher, gegenseitige Gewalthandlungen mit einer Handvoll israelischer und einigen Dutzend palästinensischer Opfer und einem Konflikt, der durch internationale Verwicklungen zu einem lange erwartbaren Flächenbrand auswachsen könnte, in dem auch deutsche Soldaten zu Schaden kommen könnten und sich die Bundeswehr letztlich an etwas beteiligen könnte, das Historiker später als Genozid bezeichnen könnten, sollte sich herausstellen, dass die drei toten israelischen Jugendlichen die jüdische Variante des Reichstagsbrandes waren.

    Vor diesem Hintergrund hätte das ZDF durchaus auch retrospektiv über Fußballzuschauer berichten können, die schon zur Halbzeit das Stadion verlassen, sowie über etwaige Ausschreitungen, für deren Einordnung dann ausreichend Zeit gewesen wäre. Der richtige Platz dafür wäre die Nachberichterstattung zum Spiel gewesen.

    Aber das hätte womöglich nicht in das FIFA Fun-Konzept gepasst, dass bei Weltmeisterschaften, von Ihro Gnaden Sepp I. von Blatter hochherrschaftliche verordnet, FriedeFreudeEierkuchen™ zu sein habe. Und sowas können Oliver Kahn, Katrin Müller-Hohenstein und Oliver Welke ja dann nicht einfach einbauen – sie sind ja schließlich nicht als Außenminister dort …

    Und außerdem: Wie sollte Welke das auch ansprechen, ohne seine Gagschreiber von der heute-show?

  73. 73
    Die Tram says:

    So viel Hass auf Fußballverrückte ist auch ein Fall von gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit.

  74. 74
    Linus says:

    @JJ Preston

    Jüdische Variante des Reichstagsbrands? Ham Sie Lack gesoffen?

  75. 75
    JJ Preston says:

    @Linus
    Wie würden Sie es bezeichnen, wenn radikale Juden oder jüdische Siedler die drei Jugendlichen ermordet hätten, um den Palästinensern die Schuld und der israelitischen Regierung eine Rechtfertigung für massive Militärschläge im Gazastreifen zu geben?
    Ich stelle noch einmal heraus: Es ist eine Hypothese, also eine unbewiesene Annahme, allerdings ist es auch ein mögliches Szenario.

    Kleine Erinnerung, wie das mit dem Reichstagsbrand 1933 war: Verhaftet wurde Marinus van der Lubbe, ein niederländischer Kommunist. Daraufhin kündigte der noch nicht gewählte Hitler an: “ Jeder kommunistische Funktionär wird erschossen, wo er angetroffen wird. Die kommunistischen Abgeordneten müssen noch in dieser Nacht aufgehängt werden.“ Es war der Auftakt zur systematischen Verfolgung von Kommunisten und Sozialdemokraten. Sofort wurde die kommunistische Presse verboten, wie auch für 14 Tage die sozialdemokratische Presse; über 1500 KPD-Mitglieder wurden verhaftet. Der Rechtsstaat wurde faktisch abgeschafft.
    2007 wurde das Todesurteil gegen van der Lubbe endgültig aufgehoben (was ihm nichts mehr nützte und rein symbolischen Wert hat), und noch immer steht der Verdacht im Raum, dass die Nazis den Brand selbst gelegt haben, eine Woche vor der Wahl des 5. März 33, der letzten freien Wahl der Weimarer Republik.

  76. 76
    DaW says:

    @ Sebastian:

    „Einmal alle zwei Jahre“? Das wäre ja halb so schlimm, ist aber eine glatte Lüge. „Zwei Monate alle zwei Jahre“ trifft es. Runde Geburtstage habe ich sogar nur alle zehn Jahre, und dann tatsächlich nur einen Abend. Ich käme trotzdem nicht auf die Idee, ganze Städte zu terrorisieren, um meinem Privatvergnügen zu frönen.

    Inzwischen überlege ich ernsthaft, statt Vollidioten zu notieren, am Sonntagnachmittag nach Děčin (also in ein zivilisiertes Land, das die Steinzeit auch mental überwunden hat) zu fahren und erst am Montag in das Land des Vizeweltmeisters zurückzukehren.

    Ob Sie das ganze eigentlich auch dann noch als halb so schlimm einstufen, wenn Ihr Busfahrer übermüdet ist, weil er von Fuvuzela-Prolls an der Nachtruhe gehindert wurde? Oder der Arzt, der Sie operieren soll? Aber hey, ist doch alles Spaß, total cool, muss man halt mal aushalten… Sch*** Hedonismus.

  77. 77
    D. Thompson says:

    Ist schon komisch, wenn ich etwas ins Schaufenster legen müßte, dann gäbe ich mir eigentlich Mühe, daß das besonders gut gelungen ist. Beim ZDF tickt man da offenbar anders.

  78. 78
    Bernd says:

    Die Kritik am Sendeplatz ist völlig daneben. Gerade in solchen Situationen werden viele Leute die Nachrichten sehen, die sich sonst für Politik im In- und Ausland nicht interessieren. Ein Medienjournalist mag dafür kein Verständnis haben, aber diese Menschen sind genauso wichtig und wertvoll wie alle Anderen auch. Ein öffentlicher Sender hat die Pflicht, insbesondere auch diese Menschen zu erreichen. Nennt sich öffentlicher Bildungsauftrag, vielleicht hat der Blogautor davon schonmal was gehört. Und ja, gerade bei Nachrichtensendungen ist die Quote ein wichtiges Kriterium, wie gut ein Medium seinem Bildungsauftrag nachkommt. Weil: mehr Quote heisst, dass mehr Menschen zusehen. Klingt komisch, ist aber so.

  79. 79
    Linus says:

    @JJ Preston

    Ihre Hypothese ist antisemitische Scheisse. Die auch nicht dadurch besser wird, dass sie betonen, es sei nur eine Hypothese. Wahrscheinlich feuert auch der Mossad grad Raketen ausm Gazastreifen.

  80. 80
    Jan says:

    @Bernd, 79
    Dann: Warum ein aussageloses Fußballinterview einbauen? (vgl. Text oben, besteht aus Wiederholung dessen, was vermutlich _alle_ Zuschauer der Nachrichtensendung zuvor selbst gesehen haben, dann aus ein paar Vermutungen/Spekulationen, von mir aus wohlwollend auch „Einschätzungen“) Warum dann nicht die Leute mit etwas anderem erreichen, als mit dem, was sie auch in der rahmenden Fußvballübertragung erfahren?

    Ich verstehe SNs „Kritik am Sendeplatz“ so: Entweder keine Nachrichten in der Halbzeitpause (sondern vor und/oder nach dem Spiel) oder eine „richtige“ Nachrichtensendung, die nicht auch noch zu einem Großteil mit Fußball gefüllt ist.

  81. 81
    Zumpel says:

    Kommentar #20:
    Solange Menschen die inhaltliche und argumentative Ausrichtung eines Blogeintrages mit der sexuellen Ausrichtung des Verfassers begründen, sind wir noch weit von einer toleranten und gleichgestellten Gesellschaft entfernt!!
    Ihnen würde man Ihre vermeintliche Heterosexualität ja auch nicht vorwerfen, wenn Sie einen negativen Kommentar zu sagen wir Eiskunstlauf abgeben. Schmalspur sind solche Kommentare und nichts weiter. Zum Glück nehme nur ich mir die Zeit, auf so inhaltsloses Getrolle einzugehen.

  82. 82
    Maren says:

    @ Kommentator 13 „Warum achtet eine gebührenfinazierter Sender überhaupt auf Quote?“
    U.a. wegen der Legitimation, Relevanz, Statistik und der diagnostischen Aussagen?
    Wie sähe es für die ohnehin schon strapazierten Befindlichkeiten der Beitragszahler aus, wenn die von ihnen finanzierten Medien keine gesellschaftliche Relevanz hätten bzw. wenn es keine Aussagen darüber gäbe, wer das Angebot konkret einschaltet.
    (Insofern sind die Einkäufe der Fußball-WM doch mal als warmer Regen zu betrachen – wobei es mir lieber wäre, wenn die Finanzierung der Fifa die Werbewirtschaft übernommen hätte.)

  83. 83
    Bernd says:

    @Jan, 81
    Nach dem Aufflammen der Gewalt im Nahen Osten war die Frage, wie die Brasilianer mit dieser Klatsche umgehen, das wichtigste politische Thema, insbesondere ob es jetzt wieder zu Aufständen im Land kommt. Mag sein, dass das Timing dafür unglücklich war, aber mal nachzusehen, was auf den Straßen in Brasilien gerade passiert, war sicher journalistisch berechtigt.

  84. 84
    Flügelschlag says:

    @Maren, 83: „@ Kommentator 13 „Warum achtet eine gebührenfinazierter Sender überhaupt auf Quote?„
    U.a. wegen der Legitimation, Relevanz, Statistik und der diagnostischen Aussagen?“

    Die Einschaltquote ist aber nicht aussagekräftig, das wird ja immer wieder bemängelt. Davon ab sollte ein guter Sender wissen, welche Themen Relevanz haben SOLLTEN und sie ansprechend und verständlich dem Publikum anbieten (klappt ja hin und wieder auch), statt einfach nur Zeug zu senden, für das man kein Interesse mehr bei Zuschauern wecken muss (weil sie es schon kennen, weil es sie nicht intellektuell herausfordert, oder weil es niedere Triebe anspricht). Zu diesem Zweck sind diese Sender ja auch durch Gebühren unabhängig von Quoten und Werbung (und sollten deshalb auch keine Werbung bringen, Werbung ist das Gegenteil von Information).

  85. 85
    Jan says:

    @Bernd, das will ich gar nicht anzweifeln. Aber Wunns erste Antwort bezieht sich noch rein auf den Fußball. Bei der zweiten Frage geht es dann um mögliche Folgen/Ausschreitungen, sein letzter Satz fasst jedoch die Antwort gut zusammen. „Und wir müssen jetzt einfach in den nächsten Tagen sehen, was das dann auch auf der Straße bedeutet.“ Mit anderen Worten: Hellseh-Versuche sind grad nicht sinnvoll.

  86. 86
    Bernd says:

    @Jan, die ganze Aufregung hier bloß weil die erste Antwort fürn Arsch war? Da liegt dann doch der Schluss nahe, dass es nur darum geht, dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk auf Teufel komm raus eins reinzudrücken.

  87. 87
    Thomas says:

    Noch schlimmer gestern: Nach 2 Kitschfilmen (alte Kamellen) wurde es erst um 23:25 ausgestrahlt. Bisher war man es ja gewohnt, daß Fußball und schmierige Sendungen mit Kerner die Zeit nach hinten verschieben bzw. da heute-journal kürzen, aber jetzt haben auch belanglose Filme schon eine höhere Prioriät.

  88. 88
    Jan says:

    @Bernd, nein, auch die zweite Frage war „für’n Arsch“, weil sie sinngemäß lautet „was sagt ihre Glaskugel“ (oder aber, netter gesagt, „wie ist ihre Einschätzung aufgrund Ihrer Brasilien-Expertise“). Wenn sich schon Auszeichnungen abzeichneten – okay, sollte man erwähnen. Man hätte aber schon vorher klären können, dass seine Antwort lauten wird „Ich weiß noch nicht, was passieren wird, wir müsen mal schauen“ und dementsprechend auf die Schalte verzichten. Ich kann mir nämlich nicht vorstellen, dass letztere fest eingeplant war. Wenn dem doch so ist, trifft der o.g. Vorwurf natürlich erst recht zu.

  89. 89
    jj preston says:

    @Linus
    „Antisemitische Scheiße“ – weil Juden seit dem Holocaust grundsätzlich die Guten sind? Nie Böses tun?
    Dann ist die Behauptung, dass der israelische Geheimdienst einen unschuldigen Norwegen ermordet hat, auch antisemitisch?

  90. 90
    Linus says:

    @JJ Preston

    Schön, was Sie so alles vor sich hin projezieren. Die Hypothese, Isreal sei am Raketenbeschuss durch die Hamas ja nun wohl selber Schuld, ist nichts anderes als, ich wiederhole mich, antisemitische Scheisse. Ich ergänze: Uralte, ständig wiedergekaute Klischee-Scheisse unter dem Deckmantel der Aufklärung. Wozu differenzieren, der Jude hat ja hinlänglich bewiesen, wozu er fähig ist.

  91. 91
    Howie Munson says:

    Wenn es so wichtig ist, dass „Event-Zuschauer“ mit Nachrichten „zwangsbeglückt“ werden, wieso wurde „Wetten Dass?“ nicht Regelmäßig nach 90 Minuten von Nachrichten unterbrochen? Und beim Tatort reicht es auch, dass die Nachrichten direkt davor gesendet werden….

    Wäre eine normale Nachmittags-Nachrichtensendung nicht deutlich angemessener, damit die zu belehrenden wenigsten eine brauchbaren Überblick bekommen und nicht nur zwei, drei Themen?
    Mal davon abgesehen, dass keiner weiß, wer von den 30 Millionen nicht sowieso schon normale Nachrichtensendungen geschaut oder in diesen neuen Computerdingens informiert haben…..

  92. 92
    Stefan Niggemeier says:

    @Bernd:

    Nach dem Aufflammen der Gewalt im Nahen Osten war die Frage, wie die Brasilianer mit dieser Klatsche umgehen, das wichtigste politische Thema, insbesondere ob es jetzt wieder zu Aufständen im Land kommt. Mag sein, dass das Timing dafür unglücklich war, aber mal nachzusehen, was auf den Straßen in Brasilien gerade passiert, war sicher journalistisch berechtigt.

    Zu diesem Zeitpunkt war das Spiel noch gar nicht zuende und der Korrespondent hatte keine Möglichkeit nachzusehen, was auf den Straßen in Brasilien gerade passiert, weil er im Stadion war.

  93. 93
    Ste says:

    Der Irrsinn der Quote zeigt sich auch daran, was die Berliner Wasserwerke wissen:

    http://blog.mahrko.de/wp-content/uploads/2014/06/spuelanalyse-wasserwerke-berlin.jpg

    Also nichts da mit Nahost und Kleber.

  94. 94
    Sigur Ros says:

    @Die Tram (#74): Was soll dieses erbärmliche Strohmannargument? Niemand sagt hier was von Hass. Viele sind von diesem übertriebenen WM-Hype schlichtweg genervt und sehen das Ganze kritisch, mehr nicht. Ich respektiere durchaus, dass es viele Fußballfans gibt, die derzeit euphorisch sind, aber genauso erwarte ich auch Respekt für alle, die damit eben nichts anfangen können und bei dem ganzen Trubel nicht mitmachen.

  95. 95
    Georg says:

    @Lars

    Es geht nicht darum, möglichst viele zu beschallen, ob se wollen oder nicht, sondern diejenigen zu informieren, die informiert werden wollen — und zwar nicht in Kurzschalten, weil die Halbzeitpause kurz ist, sondern mit der notwendigen Ausführlichkeit.

    Aber dieser Aufgabe kamen doch die Tagesthemen nach: Sie liefen in voller Länge, widmeten dem Nahostkonflikt ausreichend Raum und schalteten nicht abrupt zum Fußball-Stadion (meiner Vermutung nach). Das Angebot für solche Zuschauer war also da.

    @Ste

    Es geht auch hier um Framing und Kontextualisierung; ich finde es schrecklich diesen Krieg (nicht Konflikt) mit hoppsala Fußballchen-Yuppie-Olé so derart zu verbinden.

    Und Sie meinen, der Schaden durch diese falsche Kontextualsierung ist so groß, dass es besser wäre, wenn an dieser Stelle gar nicht darüber informiert worden wäre?

    Dann würden zwar schätzungsweise 20 Millionen Zuschauer statt schlechter Nahost-Berichte eher keine Nahost-Berichte sehen, aber wenigstens wären sie nicht falsch geframed. Korrekt?

    @BlueKO

    Wer in dem Moment an Nachrichten wirklich interessiert war, konnte guten Gewissens die Tagesthemen einschalten

    Meine Rede. Wer dagegen bis in die Nacht Fußball-Berichterstattung gucken wollte, wurde auch bedient.

  96. 96
    Bernd says:

    @Stefan Niggemeier, 93
    Die Aussage „ich komme in der Tat aus dem Stadion hier hinter mir“ impliziert ja irgendwie, dass er sich zum Zeitpunkt des Interviews eben nicht mehr im Stadion aufhielt, auch der Bildhintergrund legt diesen Schluss nahe.

    Und ich verstehe immernoch nicht, wieso es verwerflich sein sollte, wenn eine Nachrichtensendung des öffentlich-rechtlichen Fernsehens mehr Zuschauer als üblich hat.

  97. 97
    BN Det says:

    DaW: Viel Spaß bei den Tschechen. Und nicht an den vielen Deutschen mit kurzen oder gar keinen Haaren aus Pirna oder Löbau stören, die dort die Vietnamesen-Märkte besetzen und Deutsch! reden.

  98. 98
    Bernd says:

    @Howie Munson, 92
    Beim „Tatort“ ist das sicher unpraktikabel. da die Tagesschau direkt davor ohnehin häufig bessere Quoten hat. Eine Kurzausgabe des heute-journals inmitten von „Wetten dass?“ wäre aber sicher eine gute Idee, zumal das problemlos in die Konzeption der Sendung integriert werden kann. Und ich bezweifel, dass die Zielgruppe am Nachmittag öffentlich-rechtliches Fernsehen schaut.

  99. 99
    Ste says:

    @Georg: Ähm, nein, ich habe nirgens was von „gar nicht senden“ geschrieben. Sie haben es noch immer nicht verstanden was der Kern ist. Es geht nicht darum dass möglichst viele was vom Kuchen abkriegen.

    Und wenn Sie mich shcon frägen: Wenn es nach mir ginge sollte Fußball irgendwo auf Eurosport kommen, wenn es den Sender noch gibt, dann kann das ZDF Kleber pur zeigen. Hihi, aber wen interessiert schon meine Meinung.

  100. 100
    DaW says:

    @ BN Det:

    Nö, tue ich nicht. Denn zum einen fahren diese Leute sowieso nicht so weit ins Land (weshalb sich die besagten Märkte auch direkt an der Grenze und nicht in Děčín befinden), zum anderen haben die an diesem Sonntagnachmittag und -abend was anderes zu tun.

    Darüber hinaus:

    Tschechien = Vietnamesenmärkte
    Löbau = Nachbarstadt von Děčín
    Sachsen = Nazis

    Die Welt kann so einfach sein. Dann muss man sich wenigstens mit nichts beschäftigen.

  101. 101
    Thorium says:

    Dass es dem ZDF nicht darum geht, besonders viele Menschen mit Nachrichten zu versorgen bewies man ja gestern eindrücklich: da wurde das heute journal völlig unnötigerweise auf 23.25h hinter zwei Wiederholungen gesetzt. Dabei hätte man um 21.55h, also kurz vor dem Spiel bei der ARD, noch mehr Zuschauer erreichen können. (geplant war ohnehin 21.45h – was wegen des berechtigten Spezials um 10min verschoben wurde). Aber wichtiger war es dem ZDF, die Zuschauer des Traumschiffs auf die zweite Wiederholung hinüberzuretten. Man hatte Angst, die könnten wegen des heute journals abschalten ! So viel also zum heeren Ziel, die Massen mit Nachrichten zu versorgen. Es geht nur um die eigene Eitelkeit. Das Verhalten ist dem eines beitragsfinanzierten Senders unwürdig.

  102. 102
    Klaus says:

    Wenn „der Erfolg gibt uns Recht“ das richtige Argument und die Richtung und das Ziel sind, Herr Kleber, dann hier ein Tipp für noch mehr Erfolg: mehr Titten, mehr Katzenbilder, mehr Titten, mehr Blödzeitung, mehr Titten.

  103. 103
    DaW says:

    @ BN Det (Ergänzung):

    Ich vergaß natürlich noch eine wesentliche Komponente Ihres Weltbildes:

    vom kollektiven Zu-und-auf-Flaggen-Onanieren genervt sein = Hass auf die deutsche Sprache

    Wie dem auch sei: Wenn Sie mal Lust haben, etwas total Verrücktes zu machen, verlassen Sie doch mal die Vietnamesenmärkte. Sie werden zu Ihrem Erstaunen feststellen, dass Tschechien (auch Děčín) nicht nur daraus besteht.

  104. 104
    BN Det says:

    Genau, schreiben Sie mal nen Reiseführer. Am besten auf tschechisch, dann erfährt auch der gemeine Honza mal endlich, wie schön sein Land ist. Aber Ihnen fehlt ja jetzt die Zeit, es gilt ja jetzt fleißig Kennzeichen aufschreiben und sich dabei ja nicht erwischen zu lassen…

  105. 105
    civichief says:

    Als Fußball-Fan habe ich seit 2006 die Tradition Spiel live nach Möglichkeit nur im britischen TV zu schauen im Irish Pub oder das Turnier in voller Länge erst Monate später auf Eurosport zu schauen.

    Der deutsche Kommentar in TV und Radio ist einfach schlecht. Die Fußballberichterstattung ist schlecht.
    Eurosport berichtet auch viel rund um das Turnier, macht das aber viel besser und Fußball-Fan-tauglicher.

    Es gibt einen Unterschied zwischen BBC/Sky UK/Eurosport und ARD/ZDF: BBC/SkyUK/Eurosport machen Programm für den fußballinteressierten Fan, ARD/ZDF machen Quote mit den „Event/Party-Fans“.

    Was ich beim Eurosport-Schauen auch festgestellt habe: Thomas BErtholdt kann ganz ordentliches Englisch mit staaargem südhessischen Dialegt ;-)

    Heute Journal ist auch außerhalb Fußball-WM schlecht. Wenn Slomka respektlos Streit mit Gabriel sucht und findet und dabei gar nicht merkt, dass Garbriel wegen dem Hintergrundlärm und der Zeitverzögerung des Tons so genervt ist, dann fragt man sich, weshalb man früher heute-journal gerne geschaut hat…. Jetzt fällt es mir ein: Wolf von Lojewski

  106. 106
    DaW says:

    @ BN Det:

    Welchen Teil von „Ich fahre lieber nach Tschechien, als Vollidioten aufzuschreiben“ haben Sie eigentlich nicht verstanden? Ein Win-Win-Situation: die hupenden Vollidioten im Affenkäfig Deutschland können ungestraft machen, was sie wollen, und ich habe meine Ruhe.

    „Am besten auf tschechisch, dann erfährt auch der gemeine Honza mal endlich, wie schön sein Land ist.“

    Als ich just heute Vormittag entlang der sächsich-tschechischen Grenze unterwegs war, stand auf einem (deutschen) Bahnhof dieser schöne Spruch:

    „Der Horizont vieler Menschen hat den Radius O. Sie nennen es ‚Standpunkt'“.

    Beim Lesen Ihrer „Beiträge“ kam es mir gleich nochmal in den Sinn. Keine Ahnung wieso. Vielleicht, weil ich nach diversen Ausflügen und Reisen nach Tschechien – und auch nach Děčín – mehr damit verbinde als Vietnamesenmärkte (die ich übrigens auch nicht schlechtreden möchte).

    Aber das ist wohl der ewige Fluch unserer östlichen Ex-Ostblock-Nachbarn – zum Trinken, Tanken und F****n sind sie gut genug, eine weitere Auseinandersetzung mit dem Land ist nicht erforderlich, da dort ja nur Honzas wohnen, die sowieso auch alle dort weg wollen.

    Also, onanieren Sie ruhig auf irgendeine Deutschlandflagge, ich werde am Sonntagabend in Ruhe essen (drei Gänge und ein Getränk werden nicht mehr als 6 Euro kosten) und dann irgendein Buch lesen.

  107. 107
    Walti says:

    Man merkt hier stehen einige unter Druck, einen eminenzen Druck.
    Würde der eine Oli zumindest sagen. :-)

  108. 108
    Axel says:

    „Richtig“ wäre gewesen: Ein Format alá „heute in 100 sec“ zu Beginn der Halbzeitpause zu bringen und dann die restlichen 13 Minuten der Pause dazu zu nutzen, die teuer eingekauften Moderatoren und Experten, wie Oli Kahn, dann auch zu Wort kommen zu lassen und das Spiel zu analysieren und auf die zweite Hälfte einzustimmen. Die Zuschauer haben das ZDF ja wegen des Fußballs eingeschaltet. Wer dann unbedingt ernste Nachrichten in ausführlich braucht –> ARD.

    Ein heute-journal, frei von Fußball, kann man dann bequem davor oder danach (dann entfällt eben die Nachtausgabe) senden.

    Es ist völlig okay, zu kritisieren, dass es nicht so gelaufen ist. Denn es läuft nicht so wegen der Sch..-Quotengeilheit. Und der Stilbruch Nahost-Brasilien war unter aller Kanone.

  109. 109
    nurmalso says:

    und jetzt auch noch diesen schmarrn zu lesen, die schalte nach brasilien und das dazugehörige interview entsprächen dem journalistischen interesse, ob es zu neuerlichen krawallen kommt. so kann man sich natürlich dieses feigenblatt auch zurechtbiegen.

  110. 110
    Georg says:

    @Ste:

    Und wenn Sie mich shcon frägen: Wenn es nach mir ginge sollte Fußball irgendwo auf Eurosport kommen, wenn es den Sender noch gibt, dann kann das ZDF Kleber pur zeigen. Hihi, aber wen interessiert schon meine Meinung.

    Also ich verstehe Sie so: Wenn es nach Ihnen ginge, sollte auf Sender A Fußball pur kommen, und auf Sender B Nahostberichterstattung pur. Korrekt?

    Wären Sie also auch zufrieden, wenn Sender A = ZDF und Sender B = ARD?

  111. 111
    Martin Böttger says:

    Falls hier noch jemand „zuhause“ ist, zwei ergänzende Hinweise:
    vor zwei Jahren während der EM habe ich Fußball in Norwegen gesehen. Zumindest das dortige Ö.-r.-TV, das leider nur an einem Drittel der Spiele Senderechte hatte, arbeitete mit ausgezeichneten werbefreien (!) Halbzeitanalysen: 3 ExpertInnen + Moderation, inkl. eingehaltener Frauenquote. Ja, Frauen haben auch Ahnung von Fußball, und die deutschen besonders – aber die Jungs bei ARD und ZDF haben zuviel Angst um sich selbst, um sie vor die Kamera zu lassen.
    Zur Kürze der Nachrichtenmagazine:
    In Indonesien waren diese Woche Präsidentschaftswahlen. Bitte einmal aufzeigen, wer das überhaupt bemerkt hat! Es ist ja nur das Land mit der zahlenmässig größten muslimischen Bevölkerung der Welt. Eine junge Demokratie, kein feudales Scheichtum, seit wenigen Jahrzehnten keine Militärdiktatur mehr. Ist das wichtig? Darum haben wir auch keine KorrespondentInnen dort. Ist teuer und interessiert ja keinen. Während einer WM. Was legen die ihre Wahl auch so ungünstig, wenn kein europäischer Journalist Zeit hat? Oder?

  112. 112
    jj preston says:

    @Linus
    „Die Hypothese, Isreal sei am Raketenbeschuss durch die Hamas ja nun wohl selber Schuld“
    Habe ich nicht behauptet. Legen Sie mir nichts in den Mund.

    Ich habe gesagt, dass die Möglichkeit besteht, dass radikale Juden die drei Jugendlichen entführt, ermordet und die Leichen auf einem Feld passenderweise in der West Bank entsorgt haben könnten, um ihrer Regierung eine Rechtfertigung für Bombardements zu liefern und in letzter Konsequenz per Genozid „endlich“ mit den Palästinensern fertigzuwerden und sich das Land einzuverleiben. Für derlei drängt auch die Zeit, denn die UN steht vor der Anerkennung Palästinas als Vollmitglied. Was das für die völkerrechtswidrigen Siedlungen bedeuten würde, wissen Sie selbst.

    Bereits bei unzähligen Gelegenheiten hat die Hamas ein Bekenntnis abgegeben. In diesem Fall nicht, und auch keine andere Gruppe. Warum dieses Mal nicht? Erklären Sie es mir!

    Die Behauptung, die Hamas hätte die drei Jugendlichen getötet, stammt allein von der israelischen Regierung (so wie seinerzeit die Behauptung, die Kommunisten hätten das Feuer im Reichstag gelegt), wurde aber durch nichts belegt, und obendrein wurde das Haus eines Verdächtigen offenbar von der IDF abgefackelt – wie praktisch… Nur dass sie nicht da waren. Das passierte fünf Stunden nach Auffinden der Leichen der drei Jugendlichen durch Zivilisten. Identifiziert wurden die mutmaßlichen Mörder aber schon keine 24 Stunden nach der Entführung – aber es war drei Wochen lang nicht möglich, sie ausfindig zu machen, geschweige denn die Jugendlichen?

    Die nächste Ungereimtheit: Die Entführer der Jugendlichen haben keinerlei Forderungen gestellt. Haben sich nicht damit gebrüstet. Warum nicht? Und warum ermorden sie die Jugendlichen kurz nach der Entführung? Wozu dann erst die Entführung, wenn sie ohnehin vorhatten, sie zu ermorden? (Diese Informationen habe ich übrigens bei haaretz.com nachgelesen, nur dass Sie mir nicht nachsagen, ich würde mich antisemitischer Hetzseiten bedienen…)

    Wir wissen nichts. Wir kennen nur die beidseitigen Behauptungen sowie den Umstand, dass drei israelische Jugendliche und aus Rache ein palästinensischer Jugendlicher durch Verbrennen bei lebendigem Leib ermordet wurden. Entsprechend schließe ich nichts aus und verhalte mich – anders als Sie – neutral. Möglich, dass die Hamas dafür verantwortlich ist. Möglich, dass es radikale Juden waren. Theoretisch sogar möglich, dass es der Shin Bet selbst war. Mögliche Motive bestehen bei allen drei Gruppen.

    Aber diese Behauptungen haben als Rechtfertigung gereicht, um einen Konflikt gewalttätig zu verschärfen, der einen Genozid zur Folge haben kann, der wiederum einen Flächenbrand verursachen könnte, an dem zum Schutze Israels auch die Bundeswehr beteiligt sein könnte. All das in 70 Sekunden gegenüber einer 3-Minuten-Fußballschalte – nein, journalistisch wird die ZDF-Berichterstattung dieser Tragweite nicht gerecht.

  113. 113
    Die Tram says:

    Kein Land der Welt hält still, wenn es mit Raketen beschossen wird.

  114. 114
    Ste says:

    @Georg: Nein, weil es nicht um mich geht.

  115. 115
    Schorsch says:

    @ Tram (# 114): »Kein Land der Welt hält still, wenn es mit Raketen beschossen wird.« Ja, aber die meisten Länder besetzen auch keine Gebiete und errichten in ihnen Apartheidsregime.
    Letztes Jahr lief auf Arte einmal der recht erhellende Film ‚Das Recht der Macht‘ (The Law in These Parts) von Ra’anan Alexandrowicz. Zur Zeit kann man die Synchronfassung hier sehen. Vielleicht hat der ÖR ja trotz Fußballrechten noch ein paar Euro übrig und kann ihn aus aktuellem Anlass nochmal ausstrahlen.

  116. 116
    someonesdaughter says:

    @Linus, 91: „Wozu differenzieren, der Jude hat ja hinlänglich bewiesen, wozu er fähig ist.“

    Mir fällt auf, dass die meiste „antisemitische Scheisse“ inzwischen von ‚Freunden Israels‘ verblasen wird. SIe liefern ein schöne Beispiel. Im Übrigen ist das hier das falsche Forum, die Vorbereitungen einer israelischen Friedensoffensive im Gaza finden woanders statt …

  117. 117
    Wackelpudding says:

    Och Herr Niggermeier das ist noch gar nichts.
    Ich habe neuöich im Radio Hr1 die halbstundnenachrichten gehört.
    1. Meldung – irgendein geistig verwirrter der jemanden umgebracht hat,
    wird wahrscheinlich für die Tat nicht haftbar gemacht werden können wegen geistiger
    Unzurechnungsfähigkeit.
    2. Meldung- Buka Merkel die derzeit in China weile, äüßerte sich über die bevorstehende
    Begegnung Deutschland-Brasilien: das wird ein schwieriges Spiel weil die Mehrheit im Stadion
    die brasilianische Mannschaft unterstützen werde

    Das ist jetzt kein Witz, das war alles .

  118. 118
    Linus says:

    @JJ Preston

    „Wir wissen nichts.“

    Richtig. Was Sie aber nicht davon abhält, beim Fischen und Spekulieren im Trüben sich fröhlich übelster antisemitischer Klischees zu bedienen.

    Genozid mit Bundeswehrbeteiligung? Das ist ja noch beknackter, als die Volldeppen, die Montags immer lautstark dafür demonstrieren, dass Putin jetzt auch mal ran darf im internationalen Schwanzvergleich.

    Aber ich bin neutral. Es könnte die Möglichkeit bestehen, dass Sie ein antisemitisches Arschloch sind. Könnte. Ich sag nicht, dass es so ist, aber es liegt doch nahe als eine von mehreren Möglichkeiten, finden Sie nicht?

  119. 119
    Linus says:

    @someonesdaughter

    Ich bin kein „Freund Isreals“ – was auch immer das sein soll – und der von Ihnen zitierte Satz ist eine Paraphrasierung dessen, was JJ Preston weiter oben schrub.

  120. 120
    Frank Reichelt says:

    @LInus

    Wenn Sie kein „Freund Israels“ sind, müssen Sie ein Antisemit sein. Keinen Vorwurf fängt man sich in Deutschland leichter ein als diesen, egal ob man etwas tut oder unterläßt. Ich wäre also mit dem Wort gegenüber anderen vorsichtig.

  121. 121
    PinkF88 says:

    Jenseits der schon erwähnten Dinge war das ganze Heute Journal eine inhaltliche Katastrophe. Anmoderation des Israel-Berichts ohne jegliche Ewähnung der Hamas-Raketenangriffe. Und bei der Brasilienschalte war Cleber nur interessiert, ob es denn nun endliche die lange erwarteten Ausschreitungen geben würde. Man hatte den Eindruck, er sehnte sie schon fast herbei.

  122. 122
    Linus says:

    @Frank Reichelt

    Das ist Humbug. Und eine Behauptung derjenigen, die ganz laut Zeugs in die Gegend schreien, um dann gleich nachzuschieben, man dürfe ja gewisse Dinge nicht sagen.

    Und eine fröhliche Spekulation darüber, die Israelis hätten die Raketenangriffe aus dem Gaza provoziert ist nicht weit weg vom üblichen Nachplappern der Weisen von Zion, die meist in der Schlussfolgerung endet, der Holocaust hätte ja schlussendlich den Juden am meisten genutzt. Und das ist und bleibt widerliche antisemitische Scheisse.

  123. 123
    someoensdaughter says:

    @Linus: „Ich bin kein „Freund Isreals““

    Kann man glauben, muss man aber nicht. So wie man Ihre Anschuldigungen glauben kann oder eben nicht. Ich hätte auch Palästinenserhasser schreiben können. Oder Rassist.

    „— was auch immer das sein soll — und der von Ihnen zitierte Satz ist eine Paraphrasierung dessen, was JJ Preston weiter oben schrub.“

    Putzig. Sie schreiben antisemitischen Dreck und erweitern, statt sich selbst und Ihr widerliches Verhalten zu reflektieren, einfach Ihre Anschuldigungen gegen Dritte.

    „ist nicht weit weg vom üblichen Nachplappern der Weisen von Zion, die meist in der Schlussfolgerung endet, der Holocaust hätte ja schlussendlich den Juden am meisten genutzt. Und das ist und bleibt widerliche antisemitische Scheisse.“

    Widerliche, antisemitische Scheisse – die Sie hier verspritzen. Entweder weil Sie selbst ein Antisemit sind, oder weil Sie diese widerliche, antisemitische Scheisse gerne nutzen, um andere zu diskeditieren. Sehr Eklig.

  124. 124
    someonesdaughter says:

    P.S.: „Ich bin kein „Freund Isreals““

    Ach Linus, entweder zitieren Sie auch noch falsch oder versuchen vorsätzlich mir einen Begriff unterzujubeln, der sich gerne bei Leuten finden, die das Existenzrecht Israels nicht anerkennen. Ich habe nicht ISREALS geschrieben, sondern Israels. Schlampigkeit oder perfide Zitatfälschung?

  125. 125
    Linus says:

    @someonesdaughter

    Schlampigkeit.

    Aber mit Verlaub, haben Sie eine massive Leseschwäche? Sie machen aus mir einen Palästinenserhasser, Rassisten, Antisemiten? Weil ich jemanden, der u.a. wild in der Gegend rumspekuliert, die Israelis würden nicht nur mal eben so einen Genozid vorbereiten, sondern hätten auch gezielt drei jüdische Jugendliche umbebracht, ums den Palästinensern in die Schuhe zu schieben, einen Antisemiten nenne? Auch an Sie die Frage: Haben Sie Lack gesoffen?

  126. 126
    meykosoft says:

    „Bei der Verleihung der „Goldenen Erbse“ in Berlin erzählte Bettina Wulff, dass sie ihrem Sohn Linus jeden Abend eine Gute-Nacht-Geschichte vorliest.“

    Zwar etwas off topic, aber eventuell kann man ja was daraus machen…
    ;-)

  127. 127
    Jan says:

    Die Anschuldigungen hier gegenüber Linus (der ja gerade jj preston mit seinen „nur Möglichkeiten“ widersprochen hat) er sei antisemitisch eingestellt, lässt mich doch an der Lesekompetenz einiger zweifeln…

  128. 128
    J. says:

    Wahrscheinlich hatte sich Kleber so viele originelle Überleitungen ausgedacht, dass er es am Ende ganz gelassen hat. Was bei uns vor dem Fernseher nur zu einem lauten Mitleids-Lacher geführt hat.

    Aber besser ein harter Cut als eine Klebersche Überleitung wie „Von Nah-ost zum fernen Brasilien, vom brutalen Krieg zum brutalen Fußballkrieg, hier sterben Menschen, dort sterben Träume…“ oder so.
    Viel schlimmer fand ich, dass Gundula Gause uns ewig irgendwas erklären wollte, während Millionen Olli Kahn sehen wollten.

  129. 129
    someonesdaughter says:

    „Aber mit Verlaub, haben Sie eine massive Leseschwäche?“

    Auch mit Verlaub – haben Sie ein massives Argumentationsproblem?

    „Sie machen aus mir einen Palästinenserhasser, Rassisten, Antisemiten?“

    Tja, so leicht geht das – Sie sind ein guter Lehrer. Sie verspritzen hier fortwährend Dinge, die Sie selbst als „widerliche, antisemitische Scheisse“ bezeichnen – das bedeutet dann entweder, dass Sie selbst ein Antisemit sind oder diese „widerliche, antisemitische Scheisse“ dazu benutzen wollen, andere zu diskreditieren. Welches Schweinderl hätten’s denn gerne?

    „Weil ich jemanden, der u.a. wild in der Gegend rumspekuliert,“

    ‚Fröhlich‘ – Sie weichen von Ihrem Duktus ab, Sie hatten es ‚fröhlich‘ genannt.

    „die Israelis würden nicht nur mal eben so einen Genozid vorbereiten“

    Aus ‚der einen Genozid zur Folge haben kann‘ machen Sie flugs ‚Israel bereitet mal eben so einen Genozid vor‘ – Antisemitismus aus Überzeugung oder Antisemitismus als Mittel zu Ihrem Zweck?

    „sondern hätten auch gezielt drei jüdische Jugendliche umbebracht, ums den Palästinensern in die Schuhe zu schieben, einen Antisemiten nenne?“

    Auch wenn Sie noch so sehr schäumen – diese ‚wilden Spekulationen‘ sind genauso legitim, wie die Spekulation, der Sie offenbar anhängen, dass die Hamas die drei Siedler umgebracht habe. Es könnte, auch das reine Spekulation ,der Islamische Djihad gewesen sein oder sonst eine Gruppierung, die sich der ISIS zugehörig fühlt. Und so wenig oder so viel, wie Spekulationen über Hamas Islamische Djihad oder ISIS jemanden zum Rassisten machen, sind Spekulationen über eine false flag-Operation geeignet, jemandem zum Antisemiten zum Stempel. Man könnte sogar fast meinen, getroffene Hunden bellten …

    Und was den Genozoid angeht, braucht man nur Leuten wie dem amtierenden israelischen Außenminister zuzuhören, der mehr als einmal die Vertreibung aller Palästistinenser gefordert hat. Er, Sie vielleicht auch, nennt das ‚Transfair‘, ich nenne es ethnische Säuberung. So oder so ein Tatbestandsmerkmal eines Genozids.

    „Auch an Sie die Frage: Haben Sie Lack gesoffen?“

    Sie haben ein massives Argumentationsproblem. Ihr schrilles Benehmen macht das nur noch deutlicher, anstatt es zu verbergen.

  130. 130
    Linus says:

    [gelöscht. jetzt ist mal gut.]

  131. 131
    Linus says:

    Wie? Meinetwegen. Aber der andere Müll bleibt stehen, oder was?

  132. 132
    Chargesheimer says:

    @DaW: und, gut im Club Eden einen weggesteckt? Ach ja, die Honzas lachen über doofe Deutsche, die 6 Euro für minderwertige Serviettenknödel ausgeben, für die sie selber keine 25 Kronen lohnen würden. Und dass man in einem schönen Land lebt, auf den Gedanken würde garantiert kein Tscheche selbst mit 12 Staropramen kommen.

  133. 133
    flauschflausch says:

    Tja…
    @DaW tut mir ja schon nach den vielen Kommis etwas leid. 6 Euro für 3-Gänge-Essen in Tschechien…und hier tanzt ein Land unbekümmert und friedfertig durch die Nacht.
    Tja, Shit Happens. WIR…ja WIR sind Weltmeister. Und das ganze Land feiert (bis auf die ewig Unglücklichen und die mit wichtigen Texten auf Nachdenkseiten und Co. Beschäftigten).
    Muss schwer sein für die ganzen Fähnchenknicker, Autoanzünder, Isrealhasser, GEZ Heulsusen, Jogi-Basher und alle weiteren, die der Meinung sind nun ist aber mal gut und es wird Zeit für die wichtigen Themen. Problem nur, was wirklich wichtig ist bestimmt jeder für sich selber. Manchmal braucht man auch etwas Lebensfreude und nicht den ganzen Tag NSA, Ukraine, ISIS, TTIP, Syrien, Nahostkonflikt, GroKo…wichtige Niggemeierschelten ;) Wobei, die mag ich ja manchmal, contra Bild immer, aber nicht in Bezug aufs ÖR TV/Hörfunk oder Lanz. Ersteres ist Weltklasse in Angebot und Vielfalt, weiss jeder der schon mal eine längere Weltreise gemacht hat, und zu Lanz ist alles gesagt bzw. am Boden liegende immer weiter zu kritisieren ist Bäh!
    Zum Artikel: Ich find das ZDF hat nichts falsch gemacht, abgesehen vom Grundfehler Nachrichten in Fussball-WM-Halbzeiten zu packen. Das ist natürlich Schwachsinn, das Problem „hetz hetz“ Zeitmangel. Nur Unzufriedenheit bei den politisch Interessierten und Fussballfans. Aber die beiden Schalten waren aktuelle Themen und genau zu dem Zeitpunkt stand die Frage im Raum, wie sich bei einem 0-5 zur Halbzeit die Menschen verhalten (nach all den Ausschreitungen vor 1 Jahr).
    Nebenbei, die Reflektion nach der Sendung spricht fürs ZDF und den Moderator.

    Artikel, Fazit: Wenn man Aufmerksamkeit braucht/sucht…dann mach den Niggi und kritisiere die ÖR. Und wenn man ganz viel Schulterklopfen braucht bau Kerner oder noch besser Lanz ein.

  134. 134
    sciing says:

    flauschflausch:
    „Zum Artikel: Ich find das ZDF hat nichts falsch gemacht, abgesehen vom Grundfehler Nachrichten in Fussball-WM-Halbzeiten zu packen. Das ist natürlich Schwachsinn, das Problem „hetz hetz“ Zeitmangel.“
    Niggemeyer:
    „Es zwingt niemand das ZDF, sein „heute-journal“ in die Halbzeitpause eines WM-Spiels zu quetschen. Es könnte es vorher schon ausstrahlen, um 21 Uhr zum Beispiel. Es könnte es auch einfach ausfallen lassen. “

    Wo ist da jetzt der Unterschied? Niggemeyer erklärt warum das ZDF so handelt (Mitnahme von hohen Quoten), obwohl es „Schwachsinn“ ist.
    Und aus dieser Unzulänglichkeit entwächst der ganze restliche Schwachsinn, kein Fussballfan der gerade das 5:0 feiert will Bilder aus dem Gazastreifen sehen, aber eine Nachrichtensendung kann es nicht ignorieren. Also wird ein fauler Kompromis gemacht.

    Schön das wir uns da alle einig sind. Ich freu mich auch für die N11, aber diese schwachsinnigen Kurznachrichten die zu 70 Prozent im Zusammenhang mit dem Spiel sind, sind nur sinnvoll als Pinkelpause.

  135. 136
    Gerd says:

    Besonders skurril wird es wenn das Heute Journal dann auch einen Einspieler über das vorangegangen WM-Spiel zeigt, das ich ja sowieso gerade eben gesehen habe und über das im Rahmen der WM-Übertragung ja sowieso rund um die Uhr berichtet wird.

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