Der „Spiegel“ wird Qualitätsansprüchen gerecht

23 Jul 14
23. Juli 2014

Können wir noch einmal über das „Spiegel“-Gespräch mit Christian Wulff reden? Man erfährt daraus ja nicht nur, wie in den vergangenen Tagen breit diskutiert wurde, viel Erstaunliches darüber, wie der frühere Bundespräsident sich und die Welt sieht. Sondern auch über das Selbstverständnis von „Spiegel“-Journalisten.

Das beginnt bei deren lesbaren Erstaunen, dass Wulff die Gelegenheit dieses Gespräches nutzen wollte, ihnen Vorwürfe zu machen. In einer Art Vorwort zu dem Interview schreiben sie:

Der SPIEGEL hat mit seinen Recherchen zum Sturz des Bundespräsidenten beigetragen, er zählt für Wulff zu den Hauptschuldigen an seinem Untergang. Das Recht von Journalisten ist es, Fragen zu stellen — dass sie sich selber Fragen ausgesetzt sehen, kommt seltener vor.

Vielleicht ist das wirklich so, auch im Sommer 2014 noch, in der Wahrnehmung der Welt durch den „Spiegel“: Dass es „seltener“ vorkommt, dass Journalisten sich Fragen ausgesetzt sehen. In meiner Welt sehen sich Journalisten ununterbrochen Fragen ausgesetzt. In meiner Welt werden Journalisten mit kritischen Fragen bombardiert, bzw. teilweise schon nicht mehr bombardiert, weil bei einem größeren Teil des Publikums der Vertrauensverlust in die Medien schon so groß geworden ist, dass sie gar nicht mehr fragen, weil sie keine Antworten erwarten.

Aber für den „Spiegel“ scheint das eine ganz neue Erfahrung zu sein, dass ein Gesprächspartner sich nicht nur zum Verhör meldet, sondern zurückbeschuldigt. Die „Spiegel“-Leute können damit anscheinend nicht gut umgehen, sonst würden sie das nicht so betonen:

In diesem Fall ist ein SPIEGEL -Gespräch auch ein Gespräch über die Rolle des SPIEGEL geworden. Weil Wulff seine Vorwürfe direkt gegen die ihn Befragenden richtet, bleibt die Kritik natürlich nicht unwidersprochen.

Natürlich nicht. Was sind das für ungelenke Sätze und unentspannte Vorab-Entschuldigungen? Wie schwer kann es denn sein, sich einfach zu streiten?

Immerhin scheint man auch beim „Spiegel“ gemerkt zu haben, dass die Berichterstattung über Wulff damals bei Teilen des Publikums auf Ablehnung stieß. Er formuliert es so: Viele Bürger seien in der Beurteilung des Falls unsicher gewesen, „weil sie die Einhelligkeit in der medialen Bewertung störte“. Und schreibt:

Neben den eigentlichen Vorwürfen, die Wulff, 55, schließlich das Amt kosteten, ging es von Anfang an auch um die Rolle der Presse, die ihn mit Recherchen zu seinem privaten Finanzverhalten in Schwierigkeiten brachte. Da diese Debatte ebenfalls über die Medien ausgetragen wurde, stellte sich für viele Beobachter die Frage nach der Unparteilichkeit der sogenannten vierten Gewalt: Wie unvoreingenommen können Journalisten noch berichten, wenn ihr eigenes Verhalten infrage gestellt wird?

Was ist das denn für eine Frage? Ich möchte gar nicht wissen, wie viele „Spiegel“-Instanzen daran herumformuliert hatten, bis daraus diese sinn- und harmlose Wortfolge wurde. Die Unvoreingenommenheit von Journalisten ist doch nicht dadurch bedroht, dass ihr Verhalten infrage gestellt wird. Der Vorwurf war — um das einmal kurz als Service für die „Spiegel“-Leute zu rekapitulieren — dass die Journalisten nicht unvoreingenommen waren und sind; dass sie sich auf eine gemeinsame Jagd auf Wulff begeben hätten und nicht eher Ruhe geben würden, bis das Wild erlegt war.

Noch einmal: Der „Spiegel“ schreibt, dass es Journalisten womöglich schwerer fällt, unabhängig zu berichten, wenn ihr Verhalten in Frage gestellt wird? In welchem Paralleluniversum ergibt das Sinn? Und wieso weiß der „Spiegel“ nicht, dass die Arbeit von Journalisten ununterbrochen in Frage gestellt wird, und zwar: zu recht?

Gut, vielleicht stellen „Spiegel“-Journalisten ihre Arbeit weniger in Frage als andere, aber sie müssten doch gemerkt haben, dass andere es tun. Verzeihung, wenn ich mich da in Rage schreibe, aber nach meiner Überzeugung ist es eine wesentliche Aufgabe von Journalisten, Dinge in Frage zu stellen, warum sollten nun ausgerechnet Journalisten davon als Objekt ausgenommen sein und warum sollte es bei ihnen etwas Schlechtes sein?

Man kann den Verlauf des eigentlichen Gesprächs mit Wulff dann vielleicht am besten so erklären, dass sich beide Seiten Zugeständnisse vom Gegenüber erhofft hatten, ein bisschen Einsicht in die Fehler, die begangen wurden. Wulff räumt dabei, obwohl er sich weiter zutiefst ungerecht behandelt fühlt und als Opfer sieht — an vielen Stellen Fehler und Versäumnisse ein. Der „Spiegel“ hingegen sieht kein Problem in seiner Berichterstattung und hat nichts falsch gemacht. Also: nichts. Im Sinne von: nichts.

„Spiegel“-Redakteur Peter Müller, der das Gespräch zusammen mit Christiane Hoffmann und Chefredakteur Wolfgang Büchner geführt hat, sagt dazu in einem Video:

Für uns beim „Spiegel“ kam hinzu, dass wir uns, vor allem was die entscheidende Phase vor Wulffs Rücktritt angeht, nichts vorzuwerfen haben, was unsere Berichterstattung angeht. Dies war uns in dem Interview auch wichtig, weil wir natürlich wussten, dass damals, was die Berichterstattung angeht, natürlich nicht nur drei, vier Kollegen, sondern ein ganzes Team von zehn, 15 Leuten sich immer wieder mit dem Fall Wulff beschäftigt hatten, und jeden Anwurf von Wulff, dass damals auf unserer Seite unsauber gearbeitet worden wäre, das war uns wichtig und entscheidend, dass wir den auch von uns gewiesen haben.

Das ist natürlich eine interessante Position, um in ein „Streitgespräch“ zu gehen: Die erklärte Absicht, in diesem Streit nicht auch nur den Hauch von Selbstkritik zuzulassen, was die eigene Rolle und die eigene Berichterstattung angeht. Und das umso mehr, als die drei Gesprächspartner Wulffs offenbar bewusst nicht die sein sollten, die damals wesentlich im „Spiegel“ über ihn berichtet haben. Umso weniger durften sie ihren Kollegen in den Rücken fallen und irgendwelche Unzulänglichkeiten und Übertreibungen von damals einräumen.

Es kommt dann in dem Gespräch (oder jedenfalls der fünf Wochen nach dem Interview vom „Spiegel“ veröffentlichten Version, auf die sich beide Seiten geeinigt habe) zu folgendem Wortwechsel:

SPIEGEL: Was hat die Berichterstattung, die Sie in den Wochen vor Ihrem Rücktritt erlebt haben, persönlich mit Ihnen gemacht?

Wulff: Ich habe mich entschieden, davon wenig preiszugeben. In meinem Buch zitiere ich einige besonders niederträchtige Artikel, da fragen sich die Leser selbst: Was hätte das mit mir gemacht?

SPIEGEL: Sie haben sehr viel Gewicht verloren.

Wulff: Ich bin damals regelrecht abgemagert, das war ungesund. Und wenn ich so wenig Einsicht bei Medienschaffenden sehe wie bei Ihnen in diesem Interview, brauche ich wohl noch ein paar zusätzliche Aufbaukurse.

SPIEGEL: Mit Verlaub, Herr Wulff, was haben Sie denn von uns erwartet? Einen Kniefall und eine Entschuldigung?

Puh. Sein Wort war „Einsicht“. Der „Spiegel“ hört: „Kniefall und Entschuldigung“.

Es scheint nicht möglich zu sein, mit diesen Leuten darüber zu reden, was damals schiefgelaufen ist, ob der Fall Wulff nicht auch für Journalisten, womöglich sogar für „Spiegel“-Journalisten, Anlass gibt, über die eigene Arbeit und die Wirkung nachzudenken. Ob man sich, rückblickend, wirklich jede hämische Formulierung, jedes vor Verachtung triefende Urteil Dirk Kurbjuweits, jede Empörung sogar über ein harmloses Titelbild der Präsidentengattin in einer Frauenzeitschrift, hätte leisten müssen. Ob man sich nicht tatsächlich auch in eine Art Rausch geschrieben hat und ob gelegentlich nicht auch ein paar Maßstäbe verrutscht sind. Und ob die Schilderungen Wulffs in seinem Buch, wie die Wucht eines so umfassenden und fast einmütigen medialen Angriffs auf denjenigen wirkt, der ihr ausgesetzt ist (so sehr er sie durch sein eigenes Handeln auch provoziert haben mag), nicht auch Grund wären, nachdenklich zu werden.

Nein, das kann man sich abschminken vom „Spiegel“, Selbstreflexion und Nachdenklichkeit, Selbstkritik und Zugeständnisse, oder wie man all das beim „Spiegel“ zu nennen scheint: „einen Kniefall“.

Kurz vor Schluss des veröffentlichten Gesprächs geht es noch einmal um die Macht der Medien:

Wulff: Mir war immer bewusst, dass ich als Aufsteiger unter besonderer Beobachtung stand. Ein Aufsteiger im höchsten Staatsamt, noch jung an Jahren, mit einer jungen, attraktiven Frau an seiner Seite, das war für viele an sich schon eine Provokation. Und die Journalisten interessierten sich für jedes Detail unseres Zusammenlebens; ein zwölfjähriges Mädchen in unserem Nachbarhaus fragten sie am Telefon aus, wie denn mein Verhältnis zu meiner Frau sei. Journalisten können gruselig sein.

SPIEGEL: Politiker haben ganz andere Machtmittel. SPIEGEL-Herausgeber Rudolf Augstein musste einst ins Gefängnis, weil Franz Josef Strauß unliebsame Berichterstattung verhindern wollte.

(Kurz einmal innehalten, um den zeitlichen und logischen Sprung, den die drei „Spiegel“-Leute hier machen, zu würdigen.)

Wulff: Heute haben sich die Kräfteverhältnisse umgekehrt.

SPIEGEL: Das sehen wir anders. Viele Medien haben heute gar nicht mehr die Mittel, um Regierungshandeln sinnvoll zu kontrollieren. Heute gibt es wahrscheinlich mehr Pressesprecher als festangestellte Redakteure in Tageszeitungen.

Wulff: Das Handeln der Regierung zu kontrollieren ist auch Aufgabe des Parlaments und der Justiz, nicht nur der Medien. Und weil Sie ein wichtiges und zwingend notwendiges Kontrollgremium sind, warum betreiben Sie dann immer häufiger die Personalisierung und die Skandalisierung? Warum zielen Sie immer häufiger auf die Person, die Familie, das Private? Manches Inhaltliche ist manchen vielleicht auch zu kompliziert oder sperrig für die Auflage.

SPIEGEL Sie scheren alle Medien über einen Kamm. Der SPIEGEL und viele andere Medien werden Qualitätsansprüchen gerecht.

Den letzten Satz mag ich. Sie haben sich trotz aller Überzeugtheit von sich selbst und ihrer Arbeit offenbar nicht getraut, ein Adjektiv einzusetzen. Sowas wie „höchsten“ oder gar „allen Qualitätsansprüchen“. Der „Spiegel“ und viele Medien werden irgendwelchen unbestimmten Qualitätsansprüchen gerecht.

Ja, darauf können wir uns einigen. Und das ist dann vermutlich auch der komplette Beitrag, den wir vom „Spiegel“ für den nicht nur von Wulff gewünschten „öffentlichen Diskurs über die Rolle der Medien im digitalen Zeitalter“ erwarten können.

69 Gedanken
  1. 1
    Bernd Kehren says:

    So kenne ich den Spiegel seit – sagen wir – der Jenninger-Affaire.
    Wie oft hat der Spiegel Prominente gejagt! Mit als Erster Behauptungen in die Welt gesetzt, die sich später in Luft auflösten. Wie oft hat er andere Beteiligte und Unbeteiligte mit diesen Behauptungen konfrontiert, sie zu vernichtenden Bewertungen veranlasst, darüber berichtet, und die Hetzjagd weiter zugespitzt – bis der Rücktritt kam, die Entlassung, was auch immer.
    Später, im Nachhinein, hat dann auch der Spiegel hinterher recherchiert, aufgedeckt, wer alles mit falschen Verdächtigungen und falschen Behauptungen operiert hat. Nur die eigene Rolle hat der Spiegel noch nie zugegeben. Auch wenn er viele Skandale selber ausgelöst hat: Er war immer die gedruckte Unschuld.

    Das ist die Unfehlbarkeit des Papstes ehrlicher geregelt und immerhin an ein veröffentlichtes Verfahren gekoppelt. Selbst Schuldbekenntnisse seitens des Vatikans hat es schon gegeben. Zwar nicht in Bezug auf die Kirche, die nach ihrem Verständnis Gottes und ihrem Selbstverständnis immer fehlerfrei ist, aber in Bezug auch Repräsentanten der Kirche.

    Ich vermute mal, dass es sowas (jenseits der Gegendarstellungen, zu denen auch der Spiegel ohne Rücksicht auf deren Wahrheitsgehalt verpflichtet ist), auch im Spiegel schon mal hin und wieder gegeben hat. Bei den größeren Katastrophen seiner Berichterstattung kann ich mich aber nicht mehr daran erinnern.

    Einige der großen schnellen Rücktritte von Prominenten waren genau dieser Tatsache geschuldet.
    Und einige extrem langsame haben vergeblich versucht, sich diesen Rücktritten zu entziehen, und mussten letztlich nach langem Kampf doch diesen Schritt gehen… Nur der SPIEGEL war immer unschuldig.
    Ein schwacher Trost, dass andere genauso „unschuldig“ sind.

    Sollen wir mal eine Liste zusammen stellen, bei wem das noch alles genau so abgelaufen ist? Mir würden noch einige Namen einfallen…

  2. 2
    Christian Edom says:

    Wo sind denn die Nachfragen des SPIEGEL an Wulff, weshalb Egon Geerkens zweimal Teil einer Delegationsreise des Landes Niedersachsen war?

  3. 3
    RASchleicher says:

    Das der Spiegel respektive SPON nicht zur Selbstreflexion und/oder Recherche fähig ist, bewies dieser Artikel zum Thema Wulff; http://www.spiegel.de/politik/deutschland/wulff-will-nach-freispruch-anwaltskosten-von-niedersachsen-zurueck-a-982113.html, der von juristischer Unkenntnis einem unwürdigen Nachtreten geprägt ist. Als Rechtsanwalt frage ich mich, ob hinsichtlich des Abfassens von juristischen Artikeln bei SPON jedes Mal gewürfelt wird, welche „Fach-„redaktion schreiben darf und oftmals scheint es die Sportredaktion zu sein, die sich daran Abarbeiten darf.

  4. 4
    mxgx says:

    Ich kann hier beim besten Willen kein Fehlverhalten des Spiegel erkennen. Christian Wulff versucht sich eine abstruse Legende zu stricken, die Spiegel-Leute erkennen das und und schenken dem dankenswerterweise keine große Beachtung. Das Gerede von der angeblichen Medienhatz wird nicht dadurch wahrer, dass man es ständig wiederholt. Wulff hat mit seinen Ausflüchten und seinem Lavieren selbst Anlass gegeben immer noch weitere Verstrickungen zu vermuten, selbstverständlich muss dem auch durch immer weitergehende Recherche auf den Grund gegangen werden. Solange es nicht der Spiegel war, der da die Zwölfjährige ausgehorcht hat, sehe ich darin kein Problem.

    Das eigentliche Problem ist, dass viele Politiker immernoch glauben, dass die Bild-Zeitung Volkes Stimme repräsentiere und dass die Anerkennung von Kai Diekmann irgendein Gradmesser für kluge Politik sei. Die schwülstige Anbiederung an die Boulevardpresse durchzieht Wulffs gesamte Karriere, man kann es nur bedauern, dass das erst im Schloss Bellevue zum Problem wurde. Ich bin Spiegel und Co. jedenfalls sehr dankbar, dass sie zumindest an den Bundespräsidenten noch etwas höhere Maßstäbe anlegen.

  5. 5
    Meg says:

    Danke Stefan! Ich war noch nie ein Fan von Wulff, aber dieses Interview…ich habe vor Wut Selbstgespräche geführt. Das Gute ist, dass klar ersichtlich ist, wer die argumentative Oberhand hatte. An der Stelle, wo die Herrschaften schon den Gedanken an eine Entschuldigung empört zurückweisen, aber spätestens bei dem völlig widersinnigen und zutiefst hilflosen Hinweis auf die Spiegel-Affäre war klar, dass sie Wulff nichts entgegenzusetzen haben. Eine erbärmliche Leistung sowohl auf der menschlichen als auch auf der beruflichen Ebene. Insofern hat der Spiegel mit dem Abdruck dieses journalistischen Totalversagens doch noch eine Art Wiedergutmachung geleistet. Wenn auch unfreiwillig.

  6. 6
    buechse says:

    Natürlich kann der Spiegel sich nicht einsichtig zeigen – sonst kann man bei zukünftigen Gelegenheiten nicht mehr zu den gleichen Methoden greifen, da einem eben dieses Interview um die Ohren geschlagen würde.

  7. 7
    Luc says:

    Beim Spiegel hat man einfach noch nicht verstanden, dass sich die Zeiten dem Ende zuneigen, als sich Gegenöffentlichkeiten nur in Leserbriefen, am Stammtisch oder auf Demos gebildet haben, die man dann medial abbilden konnte, wie man wollte. Es ist geradezu kindlicher Trotz, von dieser Machtposition partout nicht herunterkommen zu wollen, obwohl sie de facto längst obsolet ist. Und ich bin sicher nicht der einzige, dessen Geld den etablierten Redaktionen genau wegen dieser Selbstherrlichkeit längst durch die Lappen geht.

  8. 8
    Oliver says:

    Offenbar hat der „Spiegel“ dort, wo er sich selbst reflektieren müsste, einen blinden Fleck. (Wobei am sogenannten „Spiegeltest“ nicht nur „Spiegel“-Journalisten scheitern.) Es bedarf also der Bespiegelung von außen. Was in diesem Blog immer wieder aufs Schönste geschieht.

  9. 9
    Max M. says:

    @mgcx /#5:
    Ich mochte Wulff noch nie. Ich mag allerdings auch den Spiegel schon seit vielen Jahren nicht mehr lesen. Aber bei aller Sympathie dafür, dass Sie einen investigativen Journalismus begrüßen: Fällt Ihnen bei den obigenZitaten aus dem Interview gar nichts auf, wenn sie Wulffs Aussagen und die Antworten der Spiegel-Journalisten vergleichen?

    Und ich meine auch, dass man da etwas erkennen kann, ganz unabhängig davon, ob man nun weiß, was man dem Spiegel konkret vorwerfen kann (was ich jetzt auch nicht überprüft habe). Aber es fallen doch gewisse Argumentationsmuster auf, die ich mindestens für so auffällig halte, wie seinerzeit Wulffs Ungelenkheiten, als er mit den ersten Vorwürfen konfrontiert wurde. Sollten wir das nicht kritisch im Auge behalten, anstatt den Journalismus nun pauschal und abstrakt zu verteidigen?

    Who watches the watchmen?

  10. 10
    Achim Mueller says:

    Ein weiteres Qualitätsmerkmal von Spiegel Online ist die aktuelle Umfrage zur Phantomdiskussion über Russland, den Veranstalter der nächsten Fußball-WM:

    »Soll Russland nach dem Abschuss von Flug MH17 noch die Fußball-WM 2018 austragen?

    Moskau darf auf keinen Fall Gastgeber der WM bleiben.
    Sport ist Sport, da sollte sich die Politik nicht einmischen.
    Statt WM-Entzug sollten EU und USA lieber die Sanktionen gegen Moskau deutlich verschärfen. «

    Ein »Meisterwerk« der manipulativen Fragetechnik

    Ciao

    Achim

  11. 11
    notensafe says:

    „Da diese Debatte ebenfalls über die Medien ausgetragen wurde, stellte sich für viele Beobachter die Frage nach der Unparteilichkeit der sogenannten vierten Gewalt.“

    Möglicherweise ist diese Frage jetzt beantwortet. Zumindest der SPIEGEL tut sich schwer, über sein eigenes Verhalten angemessen kritisch zu berichten. Er verliert die Unparteilichkeit, wenn er selbst Partei ist.
    Das verstehe ich sogar. Ist ja bestimmt nicht schön für die, harte Linien aufzuweichen. Was ich mich frage ist, welche Möglichkeiten es gibt, sich diesem Problem wenigstens ansatzweise zu nähern. Ich schlage eine Art Blog vor, in dem sich die Redakteure zu ihren Artikeln äußern können und auch Fragen beantworten. Man könnte ihn einfach SpiegelBlog nennen.
    Vielleicht sind Sie, Herr Niggemeier, da einfach zu früh wieder verschwunden:-)

  12. 12
    Eule says:

    Das letzte Dutzend Päpste ist in den vergangenen 144 Jahren eigenen Angaben zufolge insgesamt einmal unfehlbar gewesen (1950, das Dogma der leiblichen Aufnahme Marias in den Himmel; äh, naja, soll hier nicht weiter Thema sein). Ein beliebiges Dutzend SPIEGEL-Redakteure ist es hingegen ebenfalls eigenen Angaben zufolge offenbar ständig. Das ist doch durchaus beeindruckend und wäre anderweitig allemal einen SPIEGEL-Titel wert. Schade, geht hier wohl nicht. STERN, übernehmen Sie!

  13. 13
    Flügelschlag says:

    Ich habe unmittelbar hiervor den Artikel „Über falsches Shitstormmanagement und Skandale zweiter Ordnung“ bei http://www.leitmedium.de gelesen und kann deshalb nur feststellen, dass der SPIEGEL einfach alles richtig gemacht hat, um einen ordentlichen Shitstorm in Gang zu setzen: „Es wird also festgehalten an der klaren Haltung: Alles richtig gemacht, Kritik falsch. […] Im Verteidigungsmodus neigen wir dazu, trotzig auf unserer Meinung zu beharren und Kritik pauschal abzulehnen.“

  14. 14
    Susanne says:

    Oh, dieses Interview ist in der Tat keine Glanzleistung des SPIEGEL, sondern eher ziemlich peinlich. Trotzdem bringt es meines Erachtens jetzt nichts, sich komplett auf die Seite des Herrn Wulff zu schlagen. Immerhin ist es vermutlich so, dass der Gute sich im höchsten deutschen Amt immer noch auf Kosten anderer vergnügen würde, wenn es die Berichterstattung der Medien nicht gegeben hätte. Dass man dabei damals übers Ziel hinausgeschossen ist, hätte der SPIEGEL ruhig zugeben können.

  15. 15
    notensafe says:

    @15 Susanne

    „Immerhin ist es vermutlich so, dass der Gute sich im höchsten deutschen Amt immer noch auf Kosten anderer vergnügen würde, wenn es die Berichterstattung der Medien nicht gegeben hätte.“

    Hä?
    Vergnügt sich der Gauck jetzt gerade auf Kosten anderer?

    (Ich habe versucht noch ein paar andere lustige Fragen zu finden, aber ehrlich gesagt, kapier ich nicht recht, was Sie meinen. Weil er ein Beamter war, musste er weg? Wieso vergnügte er sich Ihrer Meinung nach? Der hat doch seinen Job gemacht. Also, warum sollte er deswegen weg? Ich verstehe es wirklich nicht.)

  16. 16
    Christian says:

    Chapeau, Herr Niggemeier!

  17. 17
    theo says:

    Wer als Journalist nicht vor allem Christian Wulff als Instrument einer umfangreichen Kollegenschelte nutzen möchte, findet – wie Ulrike Simon in der „Berliner Zeitung“ – auch noch andere interessante Aspekte:

    „Zum Beispiel durfte Wulff unwidersprochen behaupten, Spiegel-Redakteure hätten in Hannover „einer angeblichen Rotlichtvergangenheit meiner Frau hinterherrecherchiert“. Die mit der Berichterstattung damals betrauten Redakteure hätten richtigstellen können, dass der damalige Spiegel-Chef Georg Mascolo ausdrücklich angewiesen hatte, in dieser Sache nicht zu recherchieren….“

    http://www.berliner-zeitung.de/medien/abrechnung-mit-den-medien-wulff-interview-stammte-aus-der-konserve,10809188,27916398.html

  18. 18
    Stefan Niggemeier says:

    @theo: Der Artikel ist auch oben verlinkt. Im Übrigen war das nach meinen Informationen ein bisschen anders. Die Anweisung von Mascolo kam erst, nachdem man ersten Gerüchten vorsichtig nachgegangen war.

  19. 19
    AndreasP says:

    @15 Susanne

    Das ist wirklich ein dämliches Argument. Wulff verdient ja jetzt genau soviel wie vorher, „vergnügt“ sich also tatsächlich auf Kosten der Steuerzahler (wobei im Zuge dieser Affaire auch die Ehe und Familie zu Bruch ging, also ist das „Vergnügen“ auch relativ). Vorher hat er immerhin auf Kosten der Steuerzahler gearbeitet.

  20. 20
    jokahl says:

    Ich finde, wenn sich mehrere vor Kraft kaum laufen könnende arrogante pseudoelitäre Medienmachtmenschen mit einem in seiner narzisstischen Eitelkeit gekränkten uneinsichtigen Ex-Mitglied der Politikeroberkaste streiten, kann es nur Ignoranz-Gewinner geben. Schade, dass Kai von Bild an und bei diesem Clubtreffen der Unsympathen nicht auch noch teil- und Schaden genommen hat.

  21. 21
    Walter says:

    Vielen Dank, Herr Niggemeier, für diesen hervorragenden Beitrag. Mir fiel bei der Lektüre des SPIEGEL-Interviews mit Christian Wulff sofort jene berühmte Stelle aus Terry Gilliams Film „Brazil“ ein, in dem es heißt: „Fehler? Wir machen keine Fehler.“

  22. 22
    Pepito says:

    Zustimmung zur zweiten Hälfte des Beitrags. Zwar habe ich das Interview nicht im Original gelesen, aber die hier zitierten Gesprächsauszüge belegen tatsächlich gut eine bockige, nicht zur Selbstreflexion fähige Haltung des Spiegels.

    Demgegenüber kann ich Stefans Empörung über das „Vorwort“ zum Interview so nicht nachvollziehen. Ich finde es richtig und offenkundig, hervorzuheben, dass der Kontext dieses Interviews ein besonderer war. Nicht, weil (Spiegel-)Journalisten generell in einem Paralleluniversum leben und weder ihre eigene Arbeit in Frage stellen, noch mitbekommen, dass andere dies permanent tun. Sondern weil zum einen Medienkritik in den Medienfaktisch nach wie vor einen speziellen Status hat (wie Stefan selbst oft genug anmerkt bzw. beklagt) und zum anderen die Situation, dass Gegenstand eines Interviews auch die Rolle des Interviewers ist, eben nicht alltäglich ist. Ebenso wenig wie ein Streitgespräch, dessen Veröffentlichung in den Publikationen der einen Streitpartei geschieht. Dies hervorzuheben ist meines Erachtens nicht realitätsfern sondern naheliegend. Da scheint mir Stefan mehr hineinzuinterpretieren als es hergibt, auch wenn es im Lichte des eigentlichen Interviews – siehe oben – vielleicht gut ins Bild zu passen scheint.

  23. 23
    Martin says:

    Ein kluger Journalist hat vor fast genau einem Jahr einen ebenfalls schönen Beitrag über die Unfähigkeit des „Spiegels“, über sich und seine Geschichte kritisch zu reflektieren, geschrieben: http://www.stefan-niggemeier.de/blog/15903/der-spiegel-rafft-sich-nicht-zu-einer-aufarbeitung-seiner-dunklen-aids-zeit-auf/
    Der beste Beweis dafür, dass fehlende Selbstkritik Lernprozesse verhindert.

  24. 24
    Frank says:

    Da fällt mir das bekannte Zitat aus der Kommunikationstheorie ein: „Ein Gespräch setzt voraus, dass der andere Recht haben könnte.“ (H.-G Gadamer) Sollten sich auch und gerade Journalisten jeden Morgen 100x an die Tafel schreiben.

  25. 25
    Christian Edom says:

    Das Interview ist ausgesprochen unkritisch. Wulff äußert weiter, keine geschäftliche Beziehung zu Egon Geerkens gehabt zu haben. Egon Geerkens hat öffentlich gesagt, ihm sei ein Bundesbankscheck als Zahlungsweise wichtig gewesen, war also beteiligt, und mit seiner Frau zusammen Kontoinhaber. Ich weiß nicht, ob es Qualitätsansprüchen gerecht wird, wenn Wulff sich so massiv inszenieren kann.

    Die Besonderheit des Falls liegt darin, dass der SPIEGEL die Führung in der Affäre an „BILD“ abgab. Damit war der Weg für Lösungen eigener Art frei. Und dann waren da doch Schwächen im Detail sowie starke Zurücknahme, z.B. knappe einseitige Artikel im Print, in denen er nicht hinterfragt wurde, ob Wulff sich das Geld für den Aufenthalt in München 2008 von der CDU Niedersachsen hätte erstatten lassen können, obwohl er nicht mehr Landesvorsitzender war.

  26. 26
    Peter Stollewerk says:

    @19 S. Niggemeier:
    Hätte man auch „ersten Gerüchten“ nicht „vorsichtig nachgehen“ dürfen? Also hätte es sich generell verboten, dahingehend auch nur ansatzweise zu recherchieren? Wenn es so war wie Sie es gehört haben, wäre Mascolo und dem Spiegel insoweit kein Vorwurf zu machen.

  27. 27
    Janno says:

    Sowie einst ein George Foreman als Kronprinz des Dschungels nicht vom Fackelmann-Mützenträger von der Oder als Weltmeister entrrohnt werden durfte, so wird sich doch der SPIEGEL nicht von einem peinlichen Leichgewicht wie Wulff an die Kandarre nehmen lassen. Da müssen schon andere Kaliber kommen, bei denen die „Bleistiftspitze der Demokratie“ einen Kniefall macht.

    http://youtu.be/b5G1F55UHQU

  28. 28
    Stefan Niggemeier says:

    @Peter Stollewerk: Ich habe das doch gar nicht kritisiert. Die Frage war, ob die Darstellung von Wulff falsch ist. Ich finde, sie lässt sich nicht so eindeutig bejahen, wie Kollegin Ulrike Simon das tut.

  29. 29
    LF Undi says:

    Danke Stefan für diese kritischen Gedanken zum Thema.
    Das Schlimme an der Uneinsichtigkeit des SPIEGELs ist doch, dass somit von vornherein dringend notwendige Lernprozesse ausgeschlossen werden. Wenn jeder alles richtig gemacht hat beim SPIEGEL, wird auch niemand auf die Idee kommen, bei der nächsten inszenierten Medienhatz (hier war einzig die BILD federführend, hat die Kampagne geplant und treffsicher umgesetzt) seine eigene Rolle zu hinterfragen. So wird dann unreflektiert auf den nächsten Zug aufgesprungen und der hechelnden Meute hinterher gehetzt.
    Schade, dass sich ehemals ernstzunehmende Veröffentichungen auf diese Weise als – ich nenne das immer – „Erfüllermedien“ instrumentalisieren lassen: sie erfüllen die ihnen von anderen zugedachte Rolle. Und finden das auch noch gut.
    Aus eigener Erfahrung in anderen großen Medienunternehmen muss ich sagen, dass das gegenseitige Sich-auf-die-Schulter-klopfen in Zusammenhang mit der Wir-machen-keine-Fehler-Mentalität weiter verbreitet ist als man annehmen sollte. Es ist leider auch hausgemacht und zugleich systeminhärent: Die Kollegen, die sich selbst und vor allem ihr Medium kritisch hinterfragen, werden gerne mal aus dem Weg geräumt, falls sie sich nicht einnorden lassen. In der Folge entsteht dann eine illustre Schar fleißiger Ja-sager und Claqueure, die eigene Aktionen gar nicht mehr kritisch hinterfragen können und sich immer brav gegenseitig applaudieren. Und niemand will diese berechtigte und notwendige Kritik sehen/hören/zur Kenntnis nehmen (sogar so wenig, dass ich hier nicht unter meinem richtigen Namen auftreten kann, ohne befürchten zu müssen, meine Anstellung aufs Spiel zu setzen).
    So sieht leider die tagtägliche Wahrheit in vielen deutschen Medienunternehmen aus.

  30. 30
    DaW says:

    LF Undi:

    „Aus eigener Erfahrung in anderen großen Medienunternehmen muss ich sagen, dass das gegenseitige Sich-auf-die-Schulter-klopfen in Zusammenhang mit der Wir-machen-keine-Fehler-Mentalität weiter verbreitet ist als man annehmen sollte.“

    Das kann man ja leider auch auf den zahlreichen Selbstbeweihräuchungspartys und Preisverleihungen sehen, wo die Elite des deutschen Journalismus (oder die, die sich dafür halten) genau das auch praktiziert.

    Leider verlieren die großen Medien dadurch nicht nur an Glaubwürdigkeit, sie machen es Spinnern wie Ken Jebsen oder Jürgen Elsässer zum Teil auch noch besonders leicht. Und das ist das noch viel größere Problem.

    Es scheint einfach sehr viel Eitelkeit im Spiel zu sein, man will von allen geliebt werden. Das führt dann eben dazu, dass ab und an Opfer gebracht werden müssen und selbst Jahre später Selbstreflektion abgelehnt, wahrscheinlich sogar in vielen Redaktionen mit Stromschlägen bestraft wird. Andererseits führt es oft zum billigen Ranschmeißen ans Publikum (oder das, was man dafür hält). Zuletzt war das ganz gut bei der WM sichtbar, einem letztlich privaten Sportturnier: wirklich alle Medien haben spätestens nach dem Sieg über die brasilianische Mannschaft auf einen völlig unkritischen Wir-werden-Weltmeister-Modus umgeschaltet, selbst ehemals kritische Medien wie die taz. Der äußerte sich nicht nur im sabbernden Hinterherhecheln nach jeder noch so absurden Neuigkeit, sondern auch in der extremen Dominanz des Themas. (siehe auch hier: https://twitter.com/Sillium/statuses/486800145250783232 ).

  31. 31
    Peter Eberhard says:

    Gratuliere, Herr Niggemeier. Ein Artikel, der in jeden Journalistenlehrgang und in jedem Redaktionsraum aufgehängt gehört.

  32. 32
    Kati says:

    @DaW: Ich habe eher den Eindruck, dass es großen Teilen der Medien eher wichtig ist, von der Berliner Politiker-Kaste und wirtschaftlich Einflussreichen geliebt zu werden. Wenn der Pöbel dann brav der vorgegebenen Linie folgt und alles glaubt, was da so zusammengeschrieben wird, dann handelt es sich eben um kluge Köpfe. Wenn nicht, sind es eben manipulierte Putin-Versteher, Spinner oder sonstige Verschwörungstheoretiker. Denen sind die Leser eigentlich egal – wichtig ist ihnen nur, ihren privilegierten Zugang zu erlangen und erhalten und wenn ihnen die Leser deswegen in Scharen davon laufen, lassen sie sich für die entgangenen Umsätze mit Transfereinkommen von Google kompensieren. Oder versuchen es zumindest.

  33. 33
    DaW says:

    @ Kati: Beides.

    „[…] Putin-Versteher […]“´

    Die als Putin-Versteher bezeichneten sind aber vielfach auch nicht besser, wenn sie jegliche Kritik an Putin zur Russland-Hetze erklären. Denn Russland = Putin, es ist völlig undenkbar, sich für Russland und seine Kultur zu interessieren und dennoch die aktuellen Entwicklungen dort mit Sorge zu betrachten.

  34. 34
    andreas says:

    Hallo,
    Wenn ich mich richtig erinnere war die Berichterstattung nicht von Anfang an voller Häme. Erst als eine Peinlichkeit nach der anderen zu tage trat und abzusehen war, dass wulff an seinem stuhl klebt wurde er aus dem amt geMOBBT.
    Es ist eine binse zu sagen, dass es für einen buprä nicht ausreicht, dass er nur keine Gesetze bricht. Es ist nicht verboten diekmann auf den ab zu quatschen – aber es ist peinlich und dumm. Wulff scheint das bis heute nicht verstanden zu haben. Wenn sein fazit der affäre lautet: „ohne die medien wäre ich noch im amt“ – dann kann ich den medien nur dankbar sein.
    Imho müsste man hier ansetzen und das gesellschaftlich kommunizieren / diskutieren. Welche Ansprüche werden an den buprä gestellt?
    Die medien waren anscheinend getrieben von der lust am königsmord, der geilheit an der eigenen (verloren geglaubten) macht, der sucht nach Klicks und einem teil aufrichtiger empörung. Zumindest über die automatismen, die schließlich zur Eskalation führten sollte, sollte man nun in ruhe diskutieren. Ob wulff, der sich nun wirklich nicht mit ruhm bekleckert hat, diese diskussion anstoßen sollte ist fraglich – aber jetzt haben wir ja den beitrag von herrn niggemeier.

    Ps: mobil – daher viele Fehler, sorry

  35. 35
    Susanne Vieser says:

    Ein sehr gutes Stück! Das Interview mit Wulff zeigt einmal mehr, dass der (deutsche?) Journalismus nur noch um sich selbst kreist. Da ist ein ideenloser Chefredakteur mit langweiliger Redaktion, die im Sommerloch nix anderes zu tun haben als denjenigen aus dem Hut zu zaubern, der ganz sicher Schlagzeilen und Häme unter den Kollegen bringt. Selbstkritisch war unsere Branche ja noch nie, dafür immens eitel. Und so reiten wir das Medienthema Wulff auch noch, wenn es längst tot ist (weil wir nicht bereit sind, einmal von der anderen Seite her zu denken). Achja, und war da nicht was von wegen Auflagenschwund, Zuschauerverlusten und mehr?

  36. 36
    Kati says:

    @DaW: Schon richtig, aber ich finde es trotzdem schlimmer, wenn Leitmedien, die sich als Qualitätspresse/-medium verstehen, sich derart gehen lassen, als wenn das Typen wie Elsässer in ihren Biotopen tun und diese dann in den Kommentaren wütend über die einseitige Darstellung genauso einseitig schreiben. Die Presse hat die Aufgabe, umfassend zu informieren. Kommentatoren nicht. Und Elsässer – naja. Muss man über den wirklich noch was sagen? Der hat sich doch schon lange aus jedem ernstzunehmenden Diskurs verabschiedet (ich kann mich nicht mal erinnern, wann das war). Es wäre ja auch nicht mal schlimm, wenn Meinungsartikel als solche gekennzeichnet würden und man auch andere Meinungen publizierte. Abstoßend und unglaubwürdig wird es für mich immer dann, wenn von Bild über Spiegel bis zur FAZ alle ins gleiche Horn blasen, Einwände und Kritik einfach abgebügelt werden und wenn die Journalisten sich dann wie die Herrschaften vom Spiegel oben vollkommen imprägniert gegenüber dieser Kritik zeigen.

    Was mich an der Wulff-Kampagne besonders genervt hat, war die Unverhältnismäßigkeit – da wurden Petitessen aufgeblasen, man mokierte sich über die ach so schlimme Korruption und tat, als sei man tatsächlich Volkes Stimme, indem man Bobby-Car-Storys und Schnüffeleien im Privatleben zu einer großartigen investigativen Leistung aufblähte.

    Während man die viel gravierendere Korruption entweder ignorierte oder sogar unterstützte. Und da finde ich diese zur Schau gestellte Selbstgefälligkeit der Spiegel-Redaktion bezüglich ihrer Wulff-Kampagne schon fast brechreizerregend.

  37. 37
    Werner Berger says:

    Vielleicht ist ein Direktlink auf Kurbjuweits Schmähschrift erwünscht:

    http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-83977211.html

    Mit dem Verfasser dieses Textes hätte ich mich an Wulffs Stelle auch nicht mehr an einen Tisch gesetzt. Gleichwohl sollen beim SPIEGEL etliche dagegen aufbegehrt haben, dass der Chefredakteur andere als die damals tätigen Redakteure mit dem Wulff-Interview betraute.

    Und nein, wer Kritik an den Medien übt, schlägt sich deswegen noch lange nicht „komplett auf die Seite von Wulff“.

    @ 3 C. Edom:

    Geerkens war sogar dreimal dabei:

    http://celleheute.de/staatsanwaltschaft-celle-nichtermittlungsbeschwerden-in-sachen-wulff-zuruckgewiesen/

    Wulf hatte mit der Auswahl der Teilnehmer an den Reisen nichts zu tun.

    „Weder sei eine direktive Einflussnahme auf den Auswahlprozess zu erkennen, noch habe das Darlehen aufgrund seiner schon früheren Beteiligung einen besonderen Bezug zur nochmaligen Berücksichtigung von Geerkens gehabt.“

  38. 38
    MH says:

    Einfach grandios, wie sich das Qualitätsmedium hier selbst entlarvt. Chapeau!

  39. 39
    meykosoft says:

    Ich habe insgeheim auf einen solchen Beitrag gewartet – vielen Dank dafür!

    Es verstärkt sich tatsächlich der Eindruck, einige Journalisten merken es wirklich nicht.

    Der Volks- und Hobbypsychologe meint dazu: „Mit dem Umfang der erlangeten (Definitions -) Macht wächst auch die Angst, diese eventuell wieder zu verlieren….

    (Kritik grenzt an Selbstmord, sagt Prof. Krone-Schmalz / http://bit.ly/1mqlzqO)

  40. 40
    Claus says:

    „Hätte man auch „ersten Gerüchten“ nicht „vorsichtig nachgehen“ dürfen? Also hätte es sich generell verboten, dahingehend auch nur ansatzweise zu recherchieren? Wenn es so war wie Sie es gehört haben, wäre Mascolo und dem Spiegel insoweit kein Vorwurf zu machen“

    Die Frage ist doch, ob man überhaupt diesen Gerüchten hätte nachgehen müssen, was die Frau des Bundespräsidenten möglicherweise früher beruflich so getrieben hat – wenn das doch überhaupt nichts damit zu tun hat, ob der Bundespräsident für sein Amt geeignet ist. Oder hat es für Sie etwas damit zu tun?

  41. 41
    Claus says:

    der vorhergehende Post war eine Antwort auf #27

  42. 42
    Karlson says:

    Niggemeier zeigt auf anschauliche Weise den Niedergang eines Journalismus, der sich mit „Qualitätsansprüchen“ schmückt, die – mit oder ohne Adjektiv – nicht mehr vorhanden sind. Das schlägt sich auch auf die Auflage nieder und die Wahrnehmung. Immer öfter höre ich in Gesprächen, dass selbst SpiegelOnline als Satire wahrgenommen wird, nicht mehr als Nachrichtenmagazin. Neulich wurde ein Ministerpräsident aus dem Osten gefragt, ob er nicht zu bestimmten Berichten von FAZ und Spiegel Stellung nehmen oder diese dementieren möchte. „Warum sollte ich?“ erwiderte der in einer Pressekonferenz, grinste gelassen und setzte hinzu: „So was liest doch hier keiner mehr.“

  43. 43
    Christian Edom says:

    @ 40 Werner Berger

    Die Formulierung „nicht zu erkennen“ ist meistens ein Abwiegeln. Es ging mir nicht um eine juristische Bewertung, sondern um eine lebensnahe Aufklärung, weshalb Christian Wulff glaubt, sein (väterlicher) Freund Egon Geerkens sei mitgekommen, Teilnehmer war. Geerkens selbst hat das auch nicht erläutert. Bisher hat Wulff selbst dazu dezent geschwiegen. Immerhin führte diese erste Teilnahme an der Delegationsreise (9 Tage) zur Anfrage im Landtag und jener umstrittenen Antwort von Wulff. Wulff selbst hat persönlich wenig Antworten gegeben, es waren in der Regel die Staatskanzlei Niedersachsen, Olaf Glaeseker oder die beauftragte Anwaltskanzlei, die für ihn sprachen. Auch zum Sachverhalt, weshalb keine Tilgungsraten vereinbart wurde, gab es keine Angabe.

  44. 44
    Peter Stollewerk says:

    @Claus 43

    Bin nicht sicher, ob man das Vorleben einer Politikergattin zum Thema machen dürfte, wenn es tatsächlich im Rotlichtmilieu gewesen wäre. Weil es durch den extremen Ansehensverlust zum Massuven Problem des Ehemanns wird? Ist es generell egal, was ein Partner eines Politikers macht? Wenn ja, dann dürfte nichts raus.

  45. 45
    Claus says:

    @47
    Natürlich gibt es da keine Regel. Aber bei der behaupteten – und nachweislich falschen – Rotlichtgeschichte gibt es eine ganz miese Argumentationsschiene, die ich schon oft gehört habe, auch von Journalisten (bin selbst einer). Nämlich: „Mir ist ja egal, was Frau Wulff gemacht hat, aber andere Leute könnten das schlimm finden und dann wird er erpressbar.“

    Das ist eine komplett verquere Argumentation. Denn dann argumentiert der Journalist nicht mehr mit seinem eigenen Verständnis – und das ist in diesem Fall für mich nicht sein persönliches, sondern das eines professionellen Vertreters seines Standes, der zwischen Privatangelegenheit und beruflicher Relevanz unterscheidet. Stattdessen übernimmt er faktisch die Ansicht, von Menschen, die er vermeintlich ablehnt. Schlimmer noch: er bedient mit seinen Informationen diese Gruppe.

    Vielleicht macht es folgende Analogie deutlich: Nehmen wir mal den Fall, ein Politiker würde nicht öffentlich über seine Religion reden, und dann erfährt ein Journalist, dass der Poltiker Jude ist. Sie geben mir sicher recht, dass die richtige Argumentation des Journalisten dann wäre: „Okay, ich weiß das jetzt, aber das geht keinen was an.“ Nach der Wulff-Rotlicht-Argumentationsschiene würde der Journalist aber sagen: „Mir ist es ja egal, dass der Jude ist. Aber ein paar rechtsradikale Spinner finden das sicher schlimm – also schreibe ich das mal auf.“

    Etwas anderes wäre es für mich nur dann, wenn der Politiker in genau diesem Themenbereich politisch aktiv ist, also etwa der jüdische Politiker ein neues Gesetz zum Religionsunterricht einbringt oder der Mann der Ex-Escort-Dame sich für die Abschaffung von Prostitution einsetzt.

  46. 46
    Udo says:

    Spiegel und BILT in einen Topf zu werfen, kam mir nie in den Sinn. Die zunehmende Fallzahlen an jener Demontagen von Personen des öffentlichen Lebens nährt doch den Verdacht das genau das Niveau gewünscht wird, weil es Auflage zu bringen scheint. Mich als bekennenden Jagdgegner stoßen solche an Treibjagden erinnernden Szenerien doppelt aud: Wie primitiv muss der Qualitätsmaßstab sein, das er sich an den niedersten Instinkten der Leserschaft orientiert. Journalismus der Natur bekommt in Verbindung mit dem selbst gewählten Begriff Qualitätsmaßstab zu Recht ein in Anführungsstriche zu setzendes Siegel „Qualitätsjournalismus“. Eine Auszeichnung das ich persönlich früher viel zu schnell vergab, die sich FAZ, BILT und Spiegel aber hiermit und durch andere „gut“ in Erinnerung bleibende Fälle und „Täter“, Namens Frank Zastrow bei Ypsilanti, oder in der Causa Kachelmann, wahrlich verdient haben.

  47. 47
    Twipsy says:

    Welchen Qualitätsansprüchen wird der Spiegel denn hiermit gerecht?
    https://magazin.spiegel.de/EpubDelivery/image/title/SP/2014/31/300
    Vielleicht hat man ihnen ja den ultimativen Beweis für Putins Schuld an MH17 zugespielt. Vielleicht hat einfach nur Herr Blome Sommerdienst.

  48. 48
    Günther Klebinger says:

    Nach dem heutigen Titelbild sollten die Worte „Spiegel“ und „Qualität“ nicht mehr in einem Satz vorkommen.

  49. 49
    kandi says:

    Dieser Beitrag von Michel Friedmann trifft es immer noch.
    http://starke-meinungen.de/blog/2012/01/05/wenn-der-bundesprasident-sich-entschuldigt/

    Wulff trat völlig zurecht zurück.
    „Aufklären statt tricksen, die Dinge klarstellen statt vernebeln.“ Zum DArlehn gab Wulff im TV jetzt zu, damals auf die Frage nach dem Darlehensgeber korrekt geantwortet zu haben weil er es von dessen (nicht berufstätigen) Gattin hatte.
    „Wulff hat auf der Mailbox nicht auf einen Tag gekämpft, sondern um das Verschwinden des ganzen Artikels.

    Jetzt bin ich also wieder traurig. Hat mein Bundespräsident ein so schlechtes Gedächtnis oder ist er gar ein Lügner?“

  50. 50
    kandi says:

    Die Rotlichtgeschichte wurde nicht widerlegt.
    Die Beweise reichennur nicht.

  51. 51
    kA says:

    „So kenne ich den Spiegel seit — sagen wir — der Jenninger-Affaire.“
    Ich kannte den Spiegel, sagen wir seit 1983- der Stern-Hitler-Tagebücher.
    Es gab eine Zeit, während der ich sogar Herrn Broder als progressiv und lesenswert empfand.
    Man(n) wird älter.
    Ob ich klüger geworden bin mögen andere beurteilen

  52. 52
    DaW says:

    @ kandi:

    „Die Rotlichtgeschichte wurde nicht widerlegt. Die Beweise reichen nur nicht.

    Huch, Sie haben aber ein eigenwilliges Rechtsverständnis. Die Unschuldsvermutung sagt Ihnen was?

  53. 53
    Pepito says:

    @kandi, #59
    Richtig. Und es geht hier noch nicht mal um eine Straftat, sondern… Ja, was genau ist eigentlich der Vorwurf? Aber das hat der Pantelouris schon damals gut auf den Punkt gebracht.

  54. 54
    Pepito says:

    „Für uns beim „Spiegel“ kam hinzu, dass wir uns, vor allem was die entscheidende Phase vor Wulffs Rücktritt angeht, nichts vorzuwerfen haben, was unsere Berichterstattung angeht. Dies war uns in dem Interview auch wichtig, weil wir natürlich wussten, dass damals, was die Berichterstattung angeht, natürlich nicht nur drei, vier Kollegen, sondern ein ganzes Team von zehn, 15 Leuten sich immer wieder mit dem Fall Wulff beschäftigt hatten, und jeden Anwurf von Wulff, dass damals auf unserer Seite unsauber gearbeitet worden wäre, das war uns wichtig und entscheidend, dass wir den auch von uns gewiesen haben.“

    Findet es eigentlich noch jemand unfreiwillig komisch, dass der Spiegel auf den Vorwurf, in der Wulff-Sache jedes Minidetail zur Meldung hochgeschrieben, unverhältnismäßig viel investigativen Eifer an den Tag gelegt und es generell einfach übertrieben zu haben sinngemäß antwortet: „Kann gar nicht sein, immerhin war die halbe Redaktion damit beschäftigt, der Sache nachzugehen.“?

  55. 55
    DaW says:

    @ Pepito:

    Danke, das hat Pantelouris wirklich gut auf den Punkt gebracht. Vorhin nach dem Abschicken meines letzten Kommentars habe ich mich auch noch gefragt, was denn so schlimm daran gewesen wäre, wenn Bettina Wulff als Prostituierte tätig gewesen wäre. Solange sie nicht dazu gezwungen worden wäre – in diesem Fall hätte man aber auch nicht sie öffentlich anklagen müssen.

    Und, @ kandi, wenn ich mich öffentlich hinstelle und behaupte, sie würden Kinder in Ihr Lebkuchenhaus locken (was ich persönlich als schlimmere Tat als Prostitution empäfnde) – wer wäre dann Ihrer Meinung nach in der Beweispflicht? Ich als derjenige, der die Behauptung aufstellt oder Sie als mutmaßlicher Täter?

  56. 56
    kandi says:

    Es gibt schon starke Indizien. Hinweise werden sofort gelöscht.
    Im lawblog wurde ein entsprechender Link nicht gelöscht. Die Website gibt es nicht mehr aber google hilft immer noch wenn man es wissen will.
    Es gibt noch ein Video in dem Harald Schmidt Wulff immitiert und sagt: Welche Strumpfhose meine Frau trägt bleibt Victorias Secret.

  57. 57
    Pepito says:

    @ kandi, #63
    Haben Sie die letzten Posts hier gelesen?
    Ja, das sind starke Indizien, dass da jemand seine Persönlichkeitsrechte schützen will. Skandal.
    Ist der Hinweis aus Harald Schmidt Ihr Ernst? Was soll das jetzt aussagen?

  58. 58
    Oliver says:

    Der besondere Status von „Spiegel“-Journalisten, die durch eine pauschal umfassende Mengenangabe („alle Beteiligten“) noch nicht erfasst sind, zeigt sich gleich zu Beginn der „Hausmitteilung“. Dort heißt es:

    „Dass dies kein einfaches Gespräch werden würde, war klar. Dass aber ein regelrechter Schlagabtausch daraus wurde, überraschte alle Beteiligten, auch die SPIEGEL-Leute.“

  59. 59
    kandi says:

    artemis wulff bei youtube suchen und man weiss mehr.

  60. 60
    Pepito says:

    @ kandi
    Was soll man da „mehr wissen“? So ein Quatsch.

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