Gerechtigkeit für Revolverheld!

30 Okt 14
30. Oktober 2014

Ja gut. Dieser Blog-Eintrag wär jetzt echt nicht nötig. Aber irgendwie hat’s mir dann doch keine Ruhe gelassen, nachdem dieses schockierende Video in den letzten Tagen in den sozialen Medien die Runde machte:

Hochgeladen wurde es mit der Beschriftung „Revolverheld Worst Performance EVER“, und verbreitet unter anderem vom populären Bürozeitvertreibsblog Schlecky Silberstein:

Live und scheiße – Der mieseste Revolverheld-Auftritt aller Zeiten

Tja Revolverheld, der Plan ging nicht auf: Vor den 30 Zuschauern der NDR-Show DAS! muss man einen Auftritt also nicht sauber proben. Das sieht eh keiner. Also ging die Band direkt vom Drogen-Strich Neuharlingersiel ins Studio. Motto: Wir fiedeln das hier runter, nehmen die 300 Euro und Abflug. Da wurde leider die Rechnung ohne das Internet gemacht. Viel Spaß mit der beschissensten Version von “Ich lass für Dich das Licht an”, die Ihr heute hören werdet. Die Vollpfosten.

In den Kommentaren herrscht ein gewisses Rätselraten, ob Blogger Christian Brandes das Fake wirklich nicht als solches erkannte. Auch die Seite Testspiel.de präsentierte ihren Lesern das Video und staunte:

Revolverheld mit der vielleicht miesesten Performance von “Ich lass für Dich das Licht an” ihrer Karriere in der NDR Sendung „DAS!“. Unplugged. Wir sind sprachlos und schaffen es noch nicht einmal mehr, unsere Stimme gegen Revolderheld zu erheben.

Ja. Nun. Also, jedenfalls: Das hier war der mieseste Revolverheld-Auftritt aller Zeiten So klang es wirklich, als Revolverheld live bei „DAS!“ auftraten:

Gern geschehen. Und wär nicht nötig gewesen, weiß ich schon.

30 Gedanken
  1. 1
    Imre says:

    Stefan, das wäre doch nicht nötig gewesen.

  2. 2
    jakob says:

    Nur die Ankündigung „ohne Strom“ die war vom NDR echt verbockt?

  3. 3
    Stefan Niggemeier says:

    @Imre: Nee, ne?

    @jakob: Oh Gott, hätte ich das jetzt auch noch rauskriegen müssen?

  4. 4
    tux. says:

    Toll. Jetzt kenne ich ein Achtellied von Revolverheld. Die erste Version fand ich besser.

  5. 5
    onlime says:

    Ganz abgesehen davon, frage ich mich immer wieder, was denn alle an diesem Lied so unglaublich romantisch finden. Die Alte hat einen scheiß Musik- und Filmgeschmack und der Typ verleugnet seine gesamte eigene Persönlichkeit um es dieser Trulla recht zu machen, nur weil ihn ansonsten keine andere ranlässt. Also, was soll daran so toll sein?

  6. 6
    Sascha Theobald says:

    Hahaha! Ich schmeiß mich weg. „Die Vollpfosten.“ – einfach auf der Zunge zergehen lassen.

  7. 7
    Oli F says:

    Ich kann keinen Unterschied feststellen.

  8. 8
    Ulfi says:

    Akustikversionen mit e-Bass sind doch die schönsten :)

    ansonsten kann auch ich keinen Unterschied feststellen. Hätte mir vielleicht doch die Goldkabel kaufen sollen, die mir ein bekannter so empfohlen hat….oder ist es die Youtubekompression?

  9. 9
    JUB 68 says:

    @5
    Ganz abgesehen davon, dass sicher nicht alle das Lied romantisch finden, beantworte ich Ihnen diese Frage sehr gern:
    Es ist dem (umgangsprachlichen) Begriff der Romantik zu eigen, dass er Sehnsüchte und Wunschvorstellungen enthält, die bei nüchterner Betrachtung nicht dauerhaft realisiert werden können. Dieses Lied spiegelt die Urklassiker des euphorischen Verliebtseins im Sinne von „Sterne vom Himmel holen“ oder auf „Händen tragen“ wieder und bedient sich dabei zeitgemäßerer Bilder. Der Wunsch jemanden zu haben, der alles mitmacht, nur einem selbst zu liebe, ist zutiefst menschlich. Aber auch das Bedürfnis, jemanden zu finden, der ungeliebte Beschäftigungen allein durch seine Gegenwart plötzlich in einen Höhepunkt verwandelt, ist uns vertraut. Das funktioniert in der Kunst immer, wenn es nur ansprechend gemacht ist (zumindest für eine beträchtliche Anzahl).
    Ihr Unverständnis kommt sicher auch daher, dass Sie die Interpretation vor der Textanalyse machen, was meistens zu Trugschlüssen führt.
    Denn zum einen können Sie gar nicht wissen, ob die „Trulla“ einen „Scheiß“-Musikgeschmack hat. Der Erzähler (von mir aus – das lyrische Ich) teilt nur mit, dass ihr Geschmack seinem nicht entspricht und er trotzdem mithört oder mitsieht. Vielleicht hört er ja sonst nur …. (setzen Sie hier jemanden ein, den Sie nicht mögen).
    Zum anderen unterstellen Sie, das lyrische Ich würde sich selbst aufgeben, da er sonst keine andere abbekäme. Nichts im Song weist auf eine derartige Alternativlosigkeit in der Partnerauswahl des Erzählers hin. Vielmehr betreibt er diese „Selbstaufgabe“ wegen dieser einen bestimmten Person, deren charakterliche Spezifika derart vage gehalten werden, dass sich jeder (romantisch gestimmte) Zuhörer darin wieder erkennen kann und seinem schon länger vorhandenen Beziehungspartner zuraunen kann:
    „Das machst du aber nicht für mich!“

  10. 10
    Frank Reichelt says:

    @JUB 68

    Schön!

  11. 11
    Torsten says:

    Schon Tuchosky hat es thematisiert, dass nach dem Film-Happy-End mit den großen romantischen Gesten nicht unbedingt Glück bleibt.

    http://meister.igl.uni-freiburg.de/gedichte/tuc_k08.html

    Denn säuselt im Kamin der Wind.
    Denn kricht det junge Paar ’n Kind.
    Denn kocht se Milch. Die Milch looft üba.
    Denn macht er Krach.Denn weent sie drüba.
    Denn wolln sich beede jänzlich trenn…..
    Na, und denn-?

    Revolverheld beschwören eine Alltagsromantik, die Jahre überdauert.

  12. 12
    MS says:

    Also das offizielle Video hat mich schon etwas gerührt… ein echter Heiratsantrag, ein bisschen Surprise-Surprise und Traumhochzeit… und alles hat zielgruppenorientiert gestimmt. Ja, ich hatte eine Träne im Augenwinkel. Na und?! Nur starke Männer stehen zu ihren sanften Gefühlen!

    https://www.youtube.com/watch?v=Vf0MC3CFihY

  13. 13
    andreas says:

    Werd bitte nicht zum Onkel, der jetzt auch noch Witze aus dem internet erklärt. sonst können wir das internet ja gleich abschalten.

  14. 14
    BlueKO says:

    Fernsehsender ohne „HD“ im Logo?
    Gibt’s doch gar nicht.

    Hoffentlich ist das kein Fake.

  15. 15
    Carom says:

    Zurück zum Ursprung der Angelegenheit: Ich kenne solche Verstümperungen von Musikvideos als „shred“ oder „total shred“, mein liebstes Beispiel ist das Ding mit den Beach Boys, man klicke hier:
    http://www.youtube.com/watch?v=xYc4DT18EJg

    Wen sowas amüsiert und wer in Englisch sattelfest ist, den können eventuell auch „literal videos“ unterhalten, in denen zum Teil verblüffend stimmsicher der gesungene Text dem oft albernen Bild angepasst wird. Hier der Link zum, so meine ich, Meisterstück des Genres:
    http://www.youtube.com/watch?v=fsgWUq0fdKk

    Beide Formen der Veralberung findet man zu fast jeder bekannten Band, mal mehr und mal weniger gekonnt.

  16. 16
    Marc says:

    Wirklich ein Fake? Verdammt, reingefallen. ;-)

  17. 17
    gebimmel says:

    Das ist halt ein typisches „Shred“-Video, wie es viele von Ihnen bei youtube gibt. Sehr schön finde ich zum Beispiel: „https://www.youtube.com/watch?v=5q3P2xziA00“ und „https://www.youtube.com/watch?v=ST3bLU60Qp0“ Ich kann darüber sehr viel und sehr laut lachen.

  18. 18
    Susanne says:

    Habe das Gefühl, das war doch nötig. Allein für die kontroverse Diskussion über die Qualität von Revolverheld hat es sich gelohnt. Wo sollte man sonst das Für und Wider zu diesem Thema loswerden? Ich fand’s interessant.

  19. 19
    Geschlecht Nebensache says:

    @ MS

    […] Nur starke Männer stehen zu ihren sanften Gefühlen!

    Sanfte Gefühle? Jaja, der Schlager lebt … das schlägt sich dann auch irgendwann in Blog-Kommentaren wieder.
    http://www.youtube.com/watch?v=cOElsTC9gMU

    Ich persönlich hab es ja nicht so mit den kaum existierenden und wahrnehmbaren Gefühlen. Ich mag meine Gefühle STARK und ohne schlagermusik Weichspüler ;)

  20. 20
    Carolus Rex says:

    Leider stellt sich die Nummer als nicht parodierbar heraus.

    Ich bekomm die Bilder von Mittelschichts-Pärchen, die so etwas als „Ihr Lied“ bezeichnen und die CD vorher bei der Standesbeamtin abgeben, nicht mehr aus dem Kopf.

    Die Hölle der Berliner Republik.

  21. 21
    Flügelschlag says:

    @JUB 68: treffend und unsentimental erklärt, für alle, die nicht (mehr) wissen, wie sich verliebt sein anfühlt.

  22. 22
    Uwe says:

    Wer wissen möchte, wie man einen wichtigen Auftritt mal so richtig verdaddelt, sollte sich den Auftritt von Milky Chance bei Jimmy Kimmel letzte Woche ansehen. http://www.youtube.com/watch?v=i8w03zZNz2Y

  23. 23
    alter Jakob says:

    @Uwe: ???
    Ist der live nicht immer so? Kann da nix schlimmes dran finden.
    http://www.youtube.com/watch?v=UDL4in7Qy1M

  24. 24
    BlueKO says:

    @Uwe: Was ist daran so schlimm?
    Gut, sie hätten sich mal kämmen können, aber die Musik ist doch wie immer.

  25. 25
    JMK says:

    Ich finde ja solche Blogs wie Testspiel oder Schlecky Silberstein viel verachtenswerter als die banalen Revolverhelden.

  26. 26
    greenkeeper says:

    @ 15, Carom
    Oh. Mein. Gott. Die „Total Eclipse“-Version ist mit Abstand das Großartigste, was ich in letzter Zeit gesehen habe. „I pose like Rocky tonight!“ – Zeilen für die Ewigkeit. Vielen, vielen Dank für das Schließen dieser Bildungslücke.

  27. 27
    user unknown says:

    Die erste Version des Songs hat was.

  28. 28
    NonKon says:

    Ich kann mich nicht eintscheiden welche Version die schlimmere ist.

  29. 29
    Tommi says:

    Das nennt sich doch shred. Hat One Direction auch schon erwischt: http://www.youtube.com/watch?v=jD6rKhzV_m0
    Immer wieder schön anzuhören :-D

  30. 30
    Petter says:

    Als Nachtrag zu dem Artikel: Mittlerweile haben Revolverheld ihren miesen Auftritt aus dem Video selbst live im Neomagazin nachgespielt. https://www.youtube.com/watch?v=Cl9ilwbavBA

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