Geschenke für Terroristen

von Boris Rosenkranz
15 Jan 15
15. Januar 2015

Okay, das war jetzt nicht der beste Sendeplatz, nachts um halb eins bei RTL. All die Terroristen da draußen wird es trotzdem gefreut haben; all jene, die darauf lauern, uns in Angst und Schrecken zu bannen. Gut 25 Minuten Sendezeit. Im deutschen Fernsehen. Und zudem Ausschnitte in anderen Sendungen, im Netz, in Zeitungen – das lohnt sich. Vor allem, wenn man so schön seine Punkte unterbringen kann, wie heute Nacht ein deutscher IS-Überläufer aus Solingen bei RTL.

Der Publizist Jürgen Todenhöfer hat ihn im Irak besucht, in Mossul. Und das muss man natürlich respektieren. Todenhöfer hat hartnäckig den Kontakt gesucht und sich im Dezember, noch vor den Attentaten in Paris, nach Mossul gewagt. Nur leider ist das, was er mitbringt und was da jetzt, als „Nachtjournal spezial“, über den Sender gegangen ist, auch ein Geschenk an die Terroristen.

Screenshot "Nachtjournal spezial" (RTL) 15.1.2015

Todenhöfer bummelt erst Mal ein bisschen durch die City, über die Straßen, den Markt, zum Freitagsgebet. Und er erzählt, dass es dort „eine gewisse Normalität“ gebe. Die Verkehrspolizei funktioniere. Das Gesundheitswesen auch. Und neben ihm habe sogar, total abgefahren, einer im Bayern-München-Trikot (Robben) gebetet. Zwar verschweigt Todenhöfer nicht, welche Gräuel geschahen, bis es zu dieser (Pseudo-)Normalität kam. Er sagt, Mossul sei die „gefährlichste Stadt der Welt“, aber eben auch, „mit aller Vorsicht“: irgendwie normal.

Ein bisschen erinnerte das dann doch an das Video des IS, das vor zwei Wochen im Netz landete. Nur dass es da nicht Todenhöfer war, der rumlief, sondern der vom IS entführte britische Journalist John Cantlie. Auch er berichtete, vielmehr: musste vermeintlich gelöst berichten, wie normal es in Mossul doch sei, wofür ebenfalls die funktionierende Polizei als ein Beispiel herhalten durfte.

Mag ja sein, dass Todenhöfer tatsächlich den Eindruck hatte, dass es in Mossul ganz heiter ist. Dass dies aber bloß eine geschickte Illusion ist, zeigt sich doch schon im Interview mit dem Überläufer, bei dem vier schwer bewaffnete IS-Kämpfer mit Sturmhauben permanent ringsum stehen. So normal ist das da in Mossul.

Natürlich ist es interessant, wie diese Typen ticken, die aus Deutschland nach Syrien oder den Irak gegangen sind, um sich dem IS anzuschließen, aber darüber, über den persönlichen Antrieb, erfährt man bei Todenhöfer nichts. Und was im Kopf der Terroristen vor sich geht (Alle umbringen!), kann man sich inzwischen auch ganz gut selbst ausmalen. Doch bei RTL darf der Terrorist das alles noch mal verbreiten. Todenhöfer fragt, ob denn mit Anschlägen in Deutschland zu rechnen sei? Der Überläufer sagt, man müsse sich gefasst machen. Und Todenhöfer hakt nach: „Größere Anschläge? Oder Anschläge von Einzelpersonen?“ Da fehlte es nur noch, dass sie eine Deutschlandkarte auspacken und rote Kringel einzeichnen.

Ich verstehe, ehrlich gesagt, den Mehrwert dieser Fragen und Antworten nicht. Wieso muss man sie senden? Wenn Terroristen im deutschen Fernsehen erzählen dürfen, dass sie Anschläge planen, und dass bitte alle dabei mitmachen sollen, die denken wie sie, machen sich Journalisten zwangsläufig zu Handlangern. Denn die Worte schüren weitere Angst. Sie bewirken, was die Terroristen beabsichtigen: Dass wir uns fürchten. Geduckt leben. Bibbern. Und unter Umständen animieren sie andere Terroristen, jene, die hier leben, konvertierte Deutsche. Die schauen RTL. Und hören dann, wie der Überläufer zum Beispiel einen Satz beginnt mit: „Wie unser Sprecher des Islamischen Staates gesagt hat…“ Um dann ausführlich referieren zu dürfen, wie der Pressesprecher an andere Islamisten appelliert, gegen die westliche Welt zu kämpfen. Und was im Detail zu tun sei.

Wie gesagt: Ich verstehe es nicht. Wieso müssen gerade (und immer wieder, wenn es um Terror geht) alle senden und schreiben, wozu Terroristen so aufrufen? Es sind ja nicht nur Todenhöfer und RTL, es sind auch die Online-Postillen, Zeitungen und Nachrichtensender, die mithelfen. Unlängst etwa wurde das Bekennervideo des Terroristen, der den jüdischen Supermarkt in Paris überfallen hat, bei Youtube hochgeladen. Nach seinem Tod. Ein Propagandavideo. Und ab diesem Punkt muss man das mal aus Sicht des IS-Pressesprechers denken: Wie toll das klappt! Weil die auch in Deutschland diese absurde Pressefreiheit haben, zeigen die alles, was wir rausschicken. Und sie lassen sogar, inklusive Texttafeln, den Aufruf drin, den unsere Brüder an die anderen Brüder da draußen richten.

Absurd, oder?

Es ist ja ganz edel, dass wir den Terroristen jene Pressefreiheit zuteil werden lassen, die sie in tiefer Verachtung bekämpfen. Dass wir ihnen Bilder und Infos vom Polizeieinsatz vor der Tür auf die Displays senden, wenn sie Geiseln genommen haben. Dass wir ihre Botschaften über die Sender jagen, ihre Manifeste drucken. Sehr edel. Aber vielleicht erkennt irgendwann jemand den Widerspruch.

110 Gedanken
  1. 1
    Mycroft says:

    Man hätte vllt. als Kontrast einen EX-IS-Mitkämpfer interviewen sollen. So zur Dokumentation: Warum Leute zum IS gehen, und warum das aber trotzdem eine schlechte Idee ist. Damit erreicht man potentielle IS-Kämpfer vermutlich am besten, weil man „ihre“ Argumente und Ideen ernst nimmt.

    Ist aber schon interessant – Pegida-Leute reden ungern mit der Presse, Islamisten schon. Wenn ich böse wäre, würde ich sagen, dass Islamisten mehr Medienkompetenz haben und die Presse besser instrumentalisieren können.

  2. 2
    Frank Reichelt says:

    Kann es sein, dass in diesem Artikel auch ein wenig gekränkte journalistische Berufsehre mitschwingt, Herr Rosenkranz?
    Wenn ein namhafter Journalist im öffentlich-rechtlichen Rundfunk dieses Interview gemacht hätte, wären Sie dann auch so kritisch?
    Denn Todenhöfer ist ja eher ein journalistischer Quereinsteiger und Aussenseiter, und dann noch bei RTL, das geht natürlich gar nicht!

  3. 3
    Henk Reisen says:


    Dieser Umstand hat mich in Paris auch gewundert. Mir sind vorher noch nie Livebilder von Polizisten untergekommen, die einen Geiselnehmer belagern. Vielleicht war ich bei anderen Gelegenheiten nicht aufmerksam genug, aber ich dachte, dass man aus München ’72 gelernt hätte, Geiselnehmern nicht noch einen kostenlosen aktuellen Lagebericht zukommen zu lassen.

  4. 4
    Henk Reisen says:

    (Sorry, da habe ich das Zitat verhunzt und stattdessen mich selber als Blockquote genommen. Mein Kommentar bezog sich auf folgenden Satz:

    „Dass wir ihnen Bilder und Infos vom Polizeieinsatz vor der Tür auf die Displays senden, wenn sie Geiseln genommen haben.“)

  5. 5
    Sigur Ros says:

    Ich find’s auch einfach nur widerlich, diesen Leuten eine solche Selbstdarstellungs-Plattform zu geben. Und dass diese da bereitwillig mitmachen, obwohl es sich ja eigentlich um Ungläubige handelt, die man eigentlich sofort abschlachten müsste, zeigt zum einen, wie geschickt der IS die Medien für seine Zwecke einsetzt, und zum anderen, wie dumm die westlichen Medien sind, darauf reinzufallen und das Spiel mitzuspielen, Hauptsache, man hat ne reißerische Schlagzeile – und denkt wahrscheinlich noch, was investigatives geleistet und einen Scoop gelandet zu haben. Schwer zu sagen, was einem mehr Angst machen sollte.

  6. 6
    Boris Rosenkranz says:

    @Frank Reichelt: Zu Ihrer Frage: Nee. Bin nicht gekränkt. Und ich kritisiere, wenn angebracht, auch meine Kollegen beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk.

  7. 7
    zockerjoe says:

    Ich finde es erstaunlich, wenn ein Medienkritiker sich auf einmal über zu viel O-Ton beklagt. Nichts an dem ist wirklich neu, die üblichen absurden Gewaltfantasien und Verwünschungen wie man sie schon tausendmal gehört hat. Hat deswegen wirklich jemand Angst?
    Auf mich wirken diese Tiraden eher absurd. Der übliche Größenwahnsinn der religiös verblendeten. Anders Breivik hat sich ähnlichen Stuss zusammengesponnen und veröffentlicht. Die Welt ist danach nicht untergegangen.

  8. 8
    Tim says:

    Nun … Jürgen Todenhöfer halt.
    Ultra posse nemo obligatur.

  9. 9
    kampfstrampler says:

    Mir scheint, lieber Autor, Ihnen sind Todenhöfers Motive nicht hinreichend aufgefallen. Denn der Interviewer wandelt doch offenkundig intentional auf den Spuren der didaktischen Exempla-Literatur, die alternativ gute und böse Beispiele vorführen will (z.B. sehr instruktiv Jörg Wickram, Knabenspiegel, 1554: Die verkommenen Söhne fuhrwerken wild in der Welt herum und landen im Elend und am Galgen). Das nennt man fachtechnisch „Intermediales Erzählen“. Hier sind wir eindeutig bei den Bösen – schauen Sie sich das arme Solinger Würstchen an („Da beschloß ich, Massenmörder zu werden“) – man ahnt sein Ende als lebende Bombe. Wenn das nicht Didaxe am lebenden Objekt ist … (und jedenfalls sehr viel besser als Ovids stetes Klagelied aus dem Exil am Schwarzen Meer: „Mala causa silenda est“ – Über eine schlechte Sache muß man schweigen).

  10. 10
    martinf says:

    @ Henk Reisen: Grenzüberschreitungen der Medien in Frankreich waren gestern auch Thema beim N3-Medienmagazin ZAPP: http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/zapp/Charlie-Hebdo-Interviews-mit-den-Terroristen,charlie124.html

  11. 11
    Muriel says:

    Hm… Ganz so einfach finde ichs nicht. Sicher, Geiselnehmer über das aktuelle Vorgehen der Polizeikräfte zu informieren, ist recht klar jenseits jeder vernünftigen Grenze, aber beim Berichten über Terroristen und ihre Beweggründe und Äußerungen permanent drauf zu schauen, ob man nicht jemandem Angst machen könnte, auch.
    Also, ja, vielleicht sollte ich mir zum Beispiel Todenhöfers Bericht mal ansehen, bevor ich hier kommentiere, aber ich zweifle ja nicht dran, dass er schlecht ist. Er ist im Fernsehen gelaufen, und das ist alleine schon ein recht starkes Indiz dafür.
    Aber in der Allgemeinheit, wie es im letzten Absatz dieses Posts hier steht, würde ich vehement widersprechen wollen. Das ist kein Widerspruch. Das muss so. Weil eine freie mündige Gesellschaft nicht von Geheimhaltung und dem Verschweigen eventuell beunruhigender Informationen lebt, sondern durch sie eingeschränkt wird. Weil es in einer solchen Gesellschaft nicht Aufgabe der Medien ist, zu entscheiden, was dem Publikum zugemutet werden kann, und was besser nicht, sondern Aufgabe eines jeden, verantwortungsvoll mit den Informationen umzugehen.
    Dass wir da noch dran arbeiten müssen, bis wir soweit sind, ist mir natürlich klar. Aber so vom Prinzip her.

  12. 12
    Anonymchen says:

    Das nennt sich Presse- bzw Meinungsfreiheit, und genau das halten doch alle so gern hoch, oder nicht? Da muss man es auch aushalten, das manche Sender Leute zu Wort kommen lassen die einem nicht so genehm finden. Ich persönlich finde es mutig, das Todenhöfer es sich traute dahin zu gehen. Neben Scholl-Latour einer der wenigen die sich das trauen und neutral darüber berichten. Sollten sich manch andere ein Beispiel dran nehmen. Diese Leute informieren einfach und man kann sich seine Meinung selbst bilden. So stelle ich mir Journalismus vor und so gibt es den stellenweise zumindest auch. Jedoch nicht von den Mainstream Medien a’la ARD, ZDF, Springer und Konsorten, die im vorauseilenden Gehorsam Amerikas Doktrin als Maß aller dinge den Leuten verkaufen wollen.

  13. 13
    Hackworth says:

    Was soll Todenhöfer denn berichten? Dass die Bewohner von Mossul sich aufgrund ISIS im Naturzustand befinden? Das ist offensichtlich nicht der Fall.

    Und was im Kopf der Terroristen vor sich geht (Alle umbringen!), kann man sich inzwischen auch ganz gut selbst ausmalen.“

    Befinden sich „die Terroristen“ also in einem 24/7-Blutrausch, ohne jeden anderen Gedanken? Wenn das die ganze Tiefe der Analyse sein soll, dann ist mir jeder solchartiger Bericht lieber als kein Bericht. Verstehen ist nicht das gleiche wie Verständnis.

  14. 14
    Alexander Geilhaupt says:

    Und ab diesem Punkt muss man das mal aus Sicht des IS-Pressesprechers denken: Wie toll das klappt! Weil die auch in Deutschland diese absurde Pressefreiheit haben, zeigen die alles, was wir rausschicken. Und sie lassen sogar, inklusive Texttafeln, den Aufruf drin, den unsere Brüder an die anderen Brüder da draußen richten.

    Absurd ist das nicht. Absurd ist, wenn Sie unter Pressefreiheit das Weglassen von Informationen verstehen. Bloß nicht senden, was der böse Mann sagt. Und bloß nicht über die Faschisten in der Ukraine berichten, könnte ja Putin helfen. Und dann am besten noch über das Unwort des Jahres wundern.

    Verstehen Sie mich nicht falsch, Herr Rosenkranz. Meinungsjournalismus ist wichtig, ich mache das ja auch. Das gehört schlicht zur Meinungsfreiheit. Muss man wissen.

  15. 15
    Markus says:

    Ich stimme Ihnen ja zu, dass es wirklich fragwürdig ist, ob jeder gefährliche Gestörte sich im Fernsehen äußern sollte und gerade hier war der Erkenntnisgewinn ja nicht besonders hoch.

    Was ich nicht nachvollziehen kann, sind Ihre Ausführungen zu Mossul. Wie stellen Sie sich denn die Situation dort vor, dass an jeder Straßenecke ein Fanatiker einem Nicht-Fanatiker gerade dem Kopf abschlägt? Wenn dies gerade nicht so ist, dann ist die Situation dort nicht wirklich schlimm?
    Auch unter der schlimmsten Diktatur und Gewaltherrschaft gibt es einen Alltag. Wie soll das Leben auch sonst weitergehen? Von diesem Alltag erfährt man aus Mossul nicht besonders viel. Ich finde dies aber interessant und will dass an zwei Beispielen deutlich machen:
    1. Im Screenshot oben sieht man eine Marktszene aber keine einzige Frau. Hier wären folgende Fragen interessant: Gibt es überhaupt Frauen im Stadtbild? Darf man die nur nicht filmen? Müssen diese verschleiert sein und wenn ja Ganzkörper oder nur Gesicht? Halten sich die Bewohnerinnen an die Vorgaben des IS oder gehen sie vielleicht gar nicht mehr auf die Straße?
    2. Der IS wird in der Regel dargestellt als fanatische Menschen, die sich dem „Westen“ gegenüber für überlegen halten, wegen der „degenerierten westlichen Werte“. Nun würde ich Naiver „Bayern München“ bzw. den kommerziellen Fußball allgemein für einen Ausdruck dieser „degenerierten Werte“ halten. Irre ich hier? Oder ist das Tragen eines Trikots ein vorsichtiger Widerstand? Oder widersprüchliches Verhalten?
    Trotz dem Wissen um die Tatsache, dass solche Bilder nicht wirklich freiheitlich zustande kommen, finde ich trotzdem jede originäre Quelle spannend und deshalb die Reise von Herr Todenhöfer sinnvoll.

  16. 16
    Markus says:

    #15 Herrn Todenhöfer

  17. 17
    Sigur Ros says:

    @Anonymchen (#13):
    „Das nennt sich Presse– bzw Meinungsfreiheit, und genau das halten doch alle so gern hoch, oder nicht? Da muss man es auch aushalten, das manche Sender Leute zu Wort kommen lassen die einem nicht so genehm finden.“
    Nö, muss man gottseidank nicht. Wenn Terroristen ankündigen, dass sie alle, die gegen sie sind, umlegen wollen und mit Anschlägen drohen, ist das Bedrohung und Volksverhetzung und somit nicht von der Meinungsfreiheit gedeckt. Und Pressefreiheit bedeutet, dass man zwar jedem eine Plattform geben kann, aber nicht muss.

  18. 18
    S. Arenz says:

    Herr Todenhöfer ist mir seit längerer Zeit ein Graus. Erkennbar hasst er Israel und USA, gibt sich aber immer in Talkshows scheinbar verständnisvoll und ausgewogen, um dann umso kräftiger drauf zu hauen. Wenn es um Gaza-Israel geht, dann sagt er z.B. immer einleitend, dass er natürlich die Hamas ganz fürchterlich finde, er sei wirklich kein Freund der Hamas, aber… und dann kommen genau die eiskalten Argumente, die von der Hamas eben auch kommen. Unmittelbar nach den Anschlägen in Paris – u.a. auf Juden – schämte er sich nicht, auf Facebook dazu aufzurufen, Solidarität mit Moslems zu üben, so als seien da gerade Moslems getötet worden und nicht etwa Juden von Moslems.

    Ich glaube, bei aller Vorsicht, in erster Linie geht es ihm immer um ihn selbst, Todenhöfer. Er unternimmt all diese Reisen, um hinterher mit samtweicher Stimme in Talkshows sagen zu können, er, Todenhöfer, sei ja vor Ort gewesen, als einziger, und könne daher auch alleine beurteilen usw.

    Was ist denn sein Erkenntnisgewinn dieser Reise ins IS-Gebiet? Die IS-Terroristen sind durch die Bank kaltblütige Mörder, da muss ich nicht mit ihnen sprechen und mir ihre verbrämten Versionen anhören, warum sie dies tun. Ich erinnere mich an ein Foto, auf dem ein kleines Mädchen zu sehen war, das tot auf der Erde lag, den Kopf von IS-Terroristen abgeschnitten. Ich erinnere mich an Berichte jesidischer Frauen, wonach sie Frauen die Brüste abschneiden und mit diesen spielen würden. Würde ich mir von einer dieser Bestien in aller Ruhe anhören wollen, wie sie eine Rechtfertigung für diese entsetzlichen Dinge vorbringt? Ich verstehe Herrn Todenhöfer nicht.

    Vielleicht ist er beseelt von dem unerschütterlichen Glauben, irgendwie seien doch alle Menschen eigentlich gut, auch mordende Terroristen (mal ausgenommen – natürlich! – Israelis und US-Amerikaner). Und gemäß diesem Glauben reist er auch dorthin und redet mit den Menschen.

    Und vielleicht ist er auch ein bißchen einfältig. Wenn er eingangs offenbar schildert, wie „normal“ es in Mossul sei, so ist das schon ein bißchen peinlich. Und schließlich hat er vor ein paar Wochen ja auch schon bereitwillig die IS-Version verbreitet, dass der IS in Wahrheit viel gefährlicher und raffinierter sei, als der Westen glaube – zu einem Zeitpunkt, als Kobane langsam von IS-Terroristen befreit wurde.

  19. 19
    theo says:

    Boris,

    ihre Kritik „Und er erzählt, dass es dort „eine gewisse Normalität“ gebe.“ ist so, wie Sie es geschrieben haben, unlauter.

    Todenhöfer hat explizit darauf hingewiesen, dass Abertausende Menschen die Stadt fluchtartig verlassen mussten, Christen genauso wie andere, und dass es gerade deswegen nur so aussieht, als ob alles normal wäre. Worauf es Todenhöfer ankam, war zu zeigen, dass die IS-Typen dort längst eine Art staatliche Struktur geschaffen haben.

    Ob man einen Terroristen plaudern lässt, darüber könnte man streiten. Wer als Zuschauer halbwegs bei Verstand ist, für den war das gewiss keine IS-Werbeveranstaltung. Zumal Todenhöfer das ja auch mehr als einmal kommentiert hat, dass diese Typen an Grausamkeit kaum zu überbieten seien.

  20. 20
    Kristine says:

    @17: Nette Küchenpsychologie. Fehlt nur noch der Antisemitismusvorwurf.

  21. 21
    Belles Lettres says:

    Vor einigen Wochen gab Todenhöfer ein Interview in den Tagesthemen und wies darauf hin, daß wir den IS in seiner Gefährlichkeit unterschätzen. Er stelle auch klar, daß alles Normale und Zivile dort nur Teil eines ungeheurkichen Mordplans ist. Die Reise unternahm er als Recherche für ein Buch. Die Filmaufnahmen sind also eher ein Nebenprodukt und vielleicht sogar ein Ablenkungsmanöver, mit denen Todenhöfer seine Betreuer glauben ließ, ein Werbevideo zu produzieren. Das man dann besser nicht aufführt. Aber Aufnahmen von dort sind so rar, daß man wohl nicht widerstehen konnte.

  22. 22
    Boris Rosenkranz says:

    @Muriel und @Alexander Geilhaupt: Es geht nicht um Selbstzensur oder darum, bloß nicht zu senden, was „der böse Mann“ sagt. Natürlich muss und kann man einiges aushalten als Leser oder Zuschauer. Natürlich soll, ja: muss sich jeder seine eigene Meinung bilden (können) und die nötigen Informationen dafür bekommen. Und natürlich will ich auch wissen, was diese Terroristen antreibt. Aber: Aufgabe eines Journalisten ist es doch ebenfalls, Informationen auszuwählen und zu gewichten, um die unwichtigen Informationen dann auszusortieren. Und mir fällt irgendwie kein Grund ein, weshalb man zum Beispiel auch noch verbreiten sollte, was Terroristen ihren Komplizen auf der Welt so zurufen.

  23. 23
    Kristine says:

    Und mir fällt irgendwie kein Grund ein, weshalb man zum Beispiel auch noch verbreiten sollte, was Terroristen ihren Komplizen auf der Welt so zurufen.

    Reden von Politikern werden doch auch im Fernsehen verbreitet?

  24. 24
    Boris Rosenkranz says:

    @Kristine: Sie vergleichen die Reden (demokratischer) Politiker mit jenen eines Terroristen? Wow.

  25. 25
    Georg says:

    Es ist ja ganz edel, dass wir den Terroristen jene Pressefreiheit zuteil werden lassen, die sie in tiefer Verachtung bekämpfen. Dass wir ihnen Bilder und Infos vom Polizeieinsatz vor der Tür auf die Displays senden, wenn sie Geiseln genommen haben. Dass wir ihre Botschaften über die Sender jagen, ihre Manifeste drucken. Sehr edel. Aber vielleicht erkennt irgendwann jemand den Widerspruch.

    Schauen Sie mal, Herr Rosenkranz. Ich hab diesen Absatz mal einfach etwas umformuliert:

    Es ist ja ganz edel, dass wir den Terroristen jene Menschenrechte zuteil werden lassen, die sie in tiefer Verachtung bekämpfen. Dass wir keine Todesstrafe anwenden, obwohl sie wahllos morden. Dass wir ihnen ein faires, rechtsstaatliches Verfahren zuteil werden lassen und sogar einen Verteidiger zur Seite stellen und bezahlen, wenn sie sich keinen leisten können. Dass wir ihnen das Recht geben, sich vor Gericht frei zu äußern. Sehr edel. Aber vielleicht erkennt irgendwann jemand den Widerspruch.

    Na, wie finden Sie den? Würden Sie das auch so sagen? Wenn nein, warum nicht?

  26. 26
    Kristine says:

    @23:

    Sie vergleichen die Reden (demokratischer) Politiker mit jenen eines Terroristen?

    Warum nicht? Es ist ja nicht so, daß es keine (demokratischen, warum auch immer das so wichtig sein soll) Politiker gäbe, die mörderische Aussagen machen. Madeleine Albright zum Beispiel, als sie im Interview die Sanktionen gegen den Irak rechtfertigte, die schätzungsweise eine halbe Million Kinder das Leben gekostet haben.

  27. 27
    Muriel says:

    @Boris Rosenkranz: Weil du (darf ich duzen?) nicht glaubst, dass daran ein Interesse des Publikums besteht, oder weil du das nicht für einen Grund hältst?
    Oder ganz anders?

  28. 28
    Kristine says:

    @24:

    Aber vielleicht erkennt irgendwann jemand den Widerspruch.

    Der Friedensnobelpreisträger Barack Obama hat den Widerspruch erkannt und verzichtet seitdem auf rechtsstaatlichen Firlefanz. Statt dessen läßt er Menschen, die er für Terroristen hält, mittels Drone ermorden.

    (Und seine Reden werden trotzdem in den Medien übertragen.)

  29. 29
    Boris Rosenkranz says:

    @Georg: Nicht so gut. Nö. Weil das was anderes ist. Und was wollen Sie mir eigentlich damit bedeuten?

    @Muriel: Darfst du. Ich weiß aber gar nicht, wieso das so schwer zu verstehen ist. Ich sehe schlicht keinen Grund, Terroraufrufe zu senden. Oder Bilder vom Polizeieinsatz, die den Terroristen auch noch in die Hände spielen oder gar Geiseln gefährden. Kein Grund weit und breit.

  30. 30
    Kristine says:

    @28:

    Oder Bilder vom Polizeieinsatz, die den Terroristen auch noch in die Hände spielen oder gar Geiseln gefährden

    Pressefreiheit sollte einem den Preis (ein wenig Kollateralschaden) wert sein.

  31. 31
    Muriel says:

    @Boris Rosenkranz: Hä? Ja, okay. Also. Ich weiß auch nicht, wieso das so schwer zu verstehen ist, aber einmal versuch ichs noch, noch mal anders formuliert: Ein Grund wäre doch, dass Leute das gerne sehen wollen. Das Publikum. Du weißt schon, diese Typen, für die man Nachrichten, Fernsehen, Zeitungen macht.
    Und glaubst du, dass die das nicht sehen wollen?
    Oder glaubst du, dass sie das wollen, aber das ist kein Grund für dich?
    Oder noch was ganz anderes?

  32. 32
    Kristine says:

    @30: Auf der anderen Seite besteht das Ziel von Terrorismus darin, Menschen Angst zu machen. Dafür sind Terroristen auf Massenmedien angewiesen, die terroristische Aktionen (Propaganda, aber auch Anschläge) verbreiten.

    (Wobei das natürlich für jede Propaganda gilt.)

  33. 33
    Boris Rosenkranz says:

    @Muriel (30): Sollte es tatsächlich Menschen hierzulande geben, die bei Verstand sind und gesteigertes Interesse an Terroraufrufen haben (die sich auch noch gegen sie selbst richten!), muss man deren Begehr dann zwingend folgen? Oder kann man nicht einfach sagen: Nö, senden wir nicht. Irrelevant.

  34. 34
    Klaus Scharff says:

    Boris , hast du eine Antwort auf #25 ?

    Und ganz nebenbei gefragt :
    Wo waren nur die „Nous sommes Habib/Wir sind Habib“ – Demos , als ein gewisser Deutscher Oberst ( jetzt endlich General ) in guter Christlicher Kollateraltradition den kleinen Jungen und seine ca 80 Dorfmitbewohner wegschranzen liess ?

    War das womöglich eine satirisch gemeinte Aktion der ISAF ?

    Die Antwort darauf würde mich auch interessieren ……..

  35. 35
    theo says:

    Boris Rosenkranz (#21) „Aufgabe eines Journalisten ist es doch ebenfalls, Informationen auszuwählen und zu gewichten, um die unwichtigen Informationen dann auszusortieren.“

    Vielleicht haben wir zwei verschiedene Sendungen gesehen. Bei mir gab es zwischendurch immer wieder ein Gespräch mit Todenhöfer und Christof Lang, wo die IS-Äußerungen eingeschätzt und kommentiert wurden.

    Ein wenig erinnert mich ihre Kritik daran, wie Hubert Seipel für sein Putin-Interview gescholten worden ist, er habe Putin nicht kritisch genug angefasst. In beiden Fällen empfinde ich bei vielen Kritikern ein hohes Maß an Selbstgerechtigkeit.

    Diese akademischen Ausführungen, was Aufgabe eines Journalisten zu sein habe, sind schon krass, wenn einer gerade sein Leben hat riskieren müssen, um an Bilder und Aussagen heran zu kommen. Die Aussage, dabei sei doch nichts anderes herausgekommen als bei den IS-Videos auf youtube, ist hanebüchen. Dann noch sich zu steigern und zu kommentieren, man dürfe das nicht senden, um hierzulande Staat und Gesellschaft zu schonen, hat mit Journalismus nicht mehr viel zu tun.

  36. 36
    Muriel says:

    @Boris Rosenkranz: Wer sagt denn was von zwingend folgen? Wo kommt denn plötzlich das Müssen her? Du sagst, du siehst keinen Grund weit und breit, und ich frage dich, ob das Interesse derer, für die man das Ganze überhaupt macht, einer wäre, und du … äh… Also, nenn mich vernagelt, aber ich habe bisher das Gefühl, dass du der Frage ausweichst, ob nun vorsätzlich oder nicht.

  37. 37
    kampfstrampler says:

    @32 Ihnen, lieber Autor, ist aber schon klar, daß derartige Pflicht zum gelenkten Unterlassen an der Grenze zur Zensur entlangschrammt?! Wo, zum Teufel, bleibt da die Aufklärung? Nur für die Kundigen wie Sie – allen anderen darf man nicht zumuten, wie ein völlig verwirrter Geist aus Solingen tickt, abschreckendes Beispiel für potentielle Geistesnachbarn? Hätte über den „Buchhalter des Todes“ (Adolf Eichmann, auch aus Solingen) und die Banalität des Grauens nur aus der historischen Distanz (Hannah Arendt) berichtet werden dürfen?

  38. 38
    Earonn says:

    Gibt es so etwas wie den Werther-Effekt eventuell auch bei Terroristen?

    In dem Fall wäre es m.E. durchaus begründet, ihre Filmchen nicht zu zeigen. Auch ohne, dass damit die Meinungsfreiheit unterdrückt würde.

  39. 39
    Klaus Scharff says:

    Ach bitte ……..

  40. 40
    Boris Rosenkranz says:

    @Muriel (25): Ich halte es für einen Unterschied. Einerseits Menschen, denen (unsere) Argumente nichts bedeuten, weil sie ihre Weltsicht über unsere stellen und morden statt zu debattieren. Und andererseits Menschen, die demokratisch in ein Amt gewählt wurden, aus dem man sie auch wieder rauswählen kann.

    @Theo (34): Ich hatte befürchtet, dass so was kommt. Deshalb hatte ich auch extra reingeschrieben, dass ich Todenhöfer Respekt dafür zolle, dass er da hingefahren ist. Ganz ehrlich: Ich hätte es nicht gemacht. Ich habe aber nicht gesagt, dass da „nichts anderes“ rausgekommen ist als ein IS-Video. Würde auch nicht stimmen. Um es noch ein letztes Mal zu unterstreichen: Es geht nicht um jede Sekunde des Films. Aber es geht darum, das ich finde (meine Meinung), dass man manches davon so nicht hätte senden müssen.

  41. 41
    Axel says:

    Geiseldrama von Gladbeck… nur auf einem anderen – internationalen – Niveau.

    Klar deckt die Pressefreiheit ab, dass man Geiselnehmern und anderen Verbrechern ein Forum gibt. Ob das immer klug ist, ist eine andere Frage.

    Ich würde auch eine Reportage über den Sex-Tourismus in Thailand und wie viel Spaß man da als dicker weißer Westeuropäer haben kann, eher geschmacklos finden, obwohl es unter Pressefreiheit fällt. Eben weil es auch zeigt, wie viel Spaß man da haben kann…

    (Ich weiß, krasse Vergleiche, aber mal drüber nachdenken kann nicht schaden.)

  42. 42
    Klaus Scharff says:

    @ #21 Boris Rosenkranz


    Und mir fällt irgendwie kein Grund ein, weshalb man zum Beispiel auch noch verbreiten sollte, was Terroristen ihren Komplizen auf der Welt so zurufen.

    Na dann : Der Arbeitgeber mehrerer Terroristen durfte erst neulich in der ARD Tagesschau sein Gedankengut unhinterfragt und unwidersprochen verschütten .
    Sein Name : Arsenji Jazenjuk .

    Na ?

  43. 43
    Kristine says:

    @41:

    Einerseits Menschen, denen (unsere) Argumente nichts bedeuten, weil sie ihre Weltsicht über unsere stellen und morden statt zu debattieren

    Wie Barack Obama? Der stellt schließlich (Dronen-)Morde über das Menschenrecht auf einen fairen Prozeß.

    Und andererseits Menschen, die demokratisch in ein Amt gewählt wurden, aus dem man sie auch wieder rauswählen kann.

    Demokratische Wahlen existieren nicht, wo einem Teil der Bevölkerung das Wahlrecht vorenthalten wird. Und darüber hinaus verstehe den „das ist demokratisch, das ist gut“-Reflex immer noch nicht.

  44. 44
    Boris Rosenkranz says:

    @Klaus Scharff (43): Ich bin nicht verantwortlich für die „Tagesschau“.

  45. 45
    Georg says:

    Boris:

    Nicht so gut. Nö. Weil das was anderes ist. Und was wollen Sie mir eigentlich damit bedeuten?

    Naja, die Meinungs-, Presse und Informationsfreiheit sind Teil der Menschenrechte. Wenn Sie es einen Widerspruch finden, diese Freiheiten auch Terroristen zu gewähren, müssten Sie es nach Mengenlehre auch widersprüchlich finden, Menschenrechte Terroristen zu gewähren.

  46. 46
    Muriel says:

    @Boris Rosenkranz: Ich glaube, da liegt eine Verwechslung vor. 25 ist nicht von mir. Ich bin fast trotzdem geneigt, zu widersprechen, weil die Gegenüberstellung schon ein bisschen idealistisch klingt, aber das spar ich uns heute mal.
    Eine Antwort auf meinen 37 würde mich natürlich trotzdem freuen, aber ich verstehe auch, wenn das in Anbetracht des Andrangs alles gewesen sein soll.

  47. 47
    theo says:

    Boris,
    ihr „Respekt“ gegenüber Todenhöfer liest sich aber nicht wie selbiger.

    Und wenn Sie flugs hinterher fabulieren „“Mag ja sein, dass Todenhöfer tatsächlich den Eindruck hatte, dass es in Mossul ganz heiter ist.“, dann ist das eher dümmlich-herablassend und – wie ich in #19 schon erwähnte – unlauter. Ich weiß nicht, wo und in welchen Krisengebieten dieses Planeten Sie selbst schon beruflich unterwegs waren, aber so geht man mit einem Mann wie Todenhöfer nicht um. Ich bin alles andere als ein Fan von Todenhöfer, aber er genießt dennoch meinen aufrichtigen Respekt.

    Was man hätte senden müssen und was nicht, darüber ließe sich stundenlang debattieren, es gibt da keine eindeutige ethische Richtschnur. Fakt ist: der Beitrag bei RTL hat die Aussagen von Terroristen keineswegs so unkommentiert stehen lassen, wie Sie hier behaupten.

  48. 48
    Klaus Scharff says:

    #45 Boris Rosenkranz

    „@Klaus Scharff (43): Ich bin nicht verantwortlich für die „Tagesschau“.“

    Schon klar . War nur ein Beispiel dafür , dass man sogar sehr gerne in Öffentlich-Rechtlichen Medien Terroristen zu Wort kommen lässt , wenn´s der Wahrheitsfindung dient .

    Zu RTL : Die Angst ist einer der grössten Geschäftszweige im „westlichen Kulturkreis“ . Vielleicht ist RTL einfach nur ein bisschen weniger wählerisch als andere . Ich denke aber , dass man in diesem Fall ( Todenhöfer ) verkannt hat , dass es dem gar nicht um das Erzeugen von Angst geht , sondern um seine ( durchaus persönliche ) Ansicht und Einschätzung . Naja , man nimmt eben was man kriegen kann ……

    Hingegen : Warum möchten die ÖR eigentlich gar nicht mit Todenhöfer zu tun haben ? Die Antwort ist : Er ist zu eigensinnig , er liefert eben nicht die richtigen Templates , mit denen man später qualitativ „hochwertige Angst“ erzeugen kann .

    Und sag bitte nicht dass Dir das nicht klar wäre .

  49. 49
    Wolfgang says:

    Das Motiv dürfte in beiden Fällen eher blanker Neid sein, besonders von Seiten der „Kollegen“…

  50. 50
    Max says:

    >>>>>>Wieso müssen gerade (und immer wieder, wenn es um Terror geht) alle senden und schreiben, wozu Terroristen so aufrufen?<<<<<

    Vielleicht, weil es Nachrichten sind?

  51. 51
    Sascha Stoltenow says:

    Boris, Du hast also Angst, wenn Du einen sprachlich minderbegabten Fettsack wirres Zeug reden hörst? Ich nicht. Eher im Gegenteil. Wenn das, nach Eigenauskunft von Todenhöfer, „das schonungsloseste Interview, das der ‘IS’ mir auf meiner Reise durch den ‘Islamischen Staat’ gegeben hat“ ist, dann bin ich sehr beruhigt.

  52. 52
    S. Arenz says:

    @49: Wie? Die ÖR möchten mit Todenhöfer nichts zu tun haben? Warum sitzt er dann ständig in ÖR-Talkshows? Oder verstehe ich Sie falsch?

    Und wieso bitte schön ist der Ministerpräsident der Ukraine für Sie „Arbeitgeber mehrerer Terroristen“?

    Mich stört eher, dass Putin im ÖR einfach so dampfplaudern darf, ohne ernsthafte Gegenwehr („Wie war nochmal Ihr Name?“ – „Jörg Schönenborn.“ – „Jörg, richtig.“).

  53. 53
    neuland says:

    @ zum Diskurs in den ‚zwanzigern‘:
    Ob jemand ein Terrorist ist oder nicht, kann man weder daran festmachen, ob er (auch) ein politisches Amt bekleidet noch daran, auf welchem Weg (demokratisch gewählt oder nicht) er zu Amt und Würden gelangte. Die Laufbahn vom Terroristen zum Politiker und umgekehrt ist in der Weltgeschichte bezeichnenderweise eine durchaus nicht unübliche Karriere. Die genaue Einordung und Bewertung der einzelnen Abschnitte wird allerdings im Zweifel gerne posthum oder zumindesi in den ‚Tagen danach‘ vorgenommen…

  54. 54
    ich says:

    man sollte auch mal fragen, warum wir gerade jetzt mit „terror“ zugedeckt werden?
    wer hat interesse daran, dass nur noch islamistischer terror in den nachrichten ist?
    wer macht den terror wirklich, also wer hat die finanziert und gewähren lassen?
    warum ist terror quasi unsere alltägliche nachricht geworden?
    welche konsequenzen hat das für den normalen bürger?
    sollen wir etwa wieder mehr an den starken staat glauben, anstatt alles in frage zu stellen?

    stellt mal die richtigen fragen, der rest ergibt sich dann.
    axso ja, nein, ich bin kein verschwörungstheoretiker.

  55. 55
    nothing says:

    Immer diese »absurde Pressefreiheit«. Muss man den wirklich über den Terror berichten? Da freuen sich die Terroristen doch drüber! Muss man wirklich über die Wirtschaftskrise berichten? Das heizt die Krise doch erst richtig an. Dass Wirtschaftskrise ist, kann man sich doch inzwischen auch ganz gut selbst ausmalen! Muss man wirklich über Pegida schreiben? Das hilft denen doch nur. Die wollen doch noch nicht mal, dass man drüber schreibt. Muss man über MH17 berichten? Das bringt die Toten auch nicht zurück und heizt die Ukraine-Krise an. Ich versteh da ehrlich gesagt den Mehrwert nicht. Muss man über die Anti-Terror-Maßnahmen der NSA berichten? Da werden die Terroristen doch nur vorsichtig. Muss man über die Bild-Manipulation beim großen Marsch durch Paris berichten? Wir sollten doch ein klares Zeichen an die Terroristen senden! Und müssen diese Karikaturen wirklich gezeigt werden? Die schüren nur Hass und Terror. Muss man hier noch Werbung für Todenhöfer machen? Es finden sich immer Leute, die so was verteidigen. Wenn man die Reportage einfach verschwiegen hätte, hätte sie vielleicht niemand mitgekriegt. Immer diese deprimierenden Nachrichten, schüren nur Angst und Depression. Traurig gucken. Verzweifeln. Irgendwann knallt noch jemand durch. Wie die Terroristen, jene, die hier leben, konvertierte Deutsche. Die schauen RTL. Und sehen dann Dschungel-Camp und DSDS. Und kriegen einen Hass auf die degenerierte westliche Welt. Könnten wir nicht mal angenehmere Dinge in den Nachrichten sehen? Z.B. Kätzchen-Videos bringen die Menschheit zusammen und spalten sie nicht. Außer die Hunde-Menschen. Wenn schon über Terror berichtet wird, dann wäre es doch interessant zu erfahren, wie diese Menschen ticken, was deren persönlicher Antrieb ist, uns zu töten. Aber darüber erfährt man bei Todenhöfer nichts. Ich verstehe es nicht. Absurd, oder? Aber vielleicht erkennt irgendwann jemand den Widerspruch. Und erlässt ein Gesetz dagegen. Dann hätten wir über den Terror gesiegt.

  56. 56
    H.Berg says:

    Wenn ich einige der Kommentare analysiere neige ich dazu anzunehmen, dass ein Großteil unserer Gesellschaft mitsamt den Medien und Bundesregierung eingeschlossen langsam aber sicher vollkommen verblödet oder es wahrscheinlich schon ist. Wir geben komplett durchgeknallten Terroristen und Mördern, die Frauen und Kinder vergewaltigen, töten und versklaven und Ungläubigen ohne mit der Wimper zu zucken den Kopf abschneiden, Massenhinrichtungen wie Volksfeste feiern und die Welt von allen Ungläubigen säubern wollen eine Bühne, damit sie Ihren Dreck auch noch öffentlich im Fernsehen verbreiten können. Und dafür gibts dann auch noch Verständnis. Ich versteh die Welt nicht mehr. Wie krank ist dieses Land eigentlich inzwischen?

  57. 57
    Sigmund says:

    Also ich kann ihnen, lieber Herr R.kranz auch nicht zustimmen.
    Ich habe keine „Werbesendung“ für die IS gesehen. Das Interview mit dem Abu Kanada war zumindest für mich, und ich nehme an auch für die meisten einigermaßen geistig gesunden Menschen bestimmt keine Werbung, im Gegenteil. Und wer doch danach den Rucksack nach Mosul packte, dem war auch vorher nicht mehr zu helfen (außer vielleicht mit einer Lobotomie).

    Und den Begriff der „gewissen Normalität“ war eingebettet Berichte über Greueltaten usw. Aber muß man das jedesmal dazusagen, „Terrorheinis bööööse“, weil der Zuschauer es sofort vergisst? Kann man beim Zuschauer nicht auch mal ein gewisses Grundwissen voraussetzen? Muß man immer vom DAR, dem Dümmsten Anzunehmenden Rezipienten ausgehen?

    Und der Herr Oberterrorist mit deutschen MiGraHi hat eben NICHT gesagt, das er alle umbringen will:
    Nur die Schiiten! (Puh, da haben wir Christen nochmal Glück gehabt.)
    Das ist auch deswegen interessant, weil vielfach ja immer vor DEM Islam gewarnt wird.
    Aber strenggenommen sind ja keine islamischen Extremisten, sondern präziser, sunnitische Extremisten.

    und der Vergleich mit Paris (oder Gladbeck) ist schief: Dort ging es um taktische Information, in einer akuten Krisensituation. Ein paar Stunden oder einen Tag später hätte man ja wieder alles berichten können. Das ist ein Unterschied.

  58. 58
    Klaus Scharff says:

    @ #52 S. Arenz

    Sie können sich gerne die Fragen von Caren Miosga an Todenhöfer bei den Tagesthemen anhören :
    http://www.tagesschau.de/multimedia/video/video-49023.html

    Wenn so gefragt wird , dann geht es nicht um Informationen oder Einschätzungen , sondern schlicht um die Bestätigung der bereits feststehenden Meinung . Darum geht ihnen ja auch , wenn sie „den Dampfplauderer Putin“ gar nicht sehen wollen .

    Sie wollen ja gar nichts mehr sehen .
    SIe haben ja schon Ihre Meinung .

    Dann ist ja alles bestens , herr Arenz .

    P.S. : „Und wieso bitte schön ist der Ministerpräsident der Ukraine für Sie „Arbeitgeber mehrerer Terroristen“?“

    Mein Bester : Wenn der Ministerpräsident ihres Landes Raketen auf Ihr Haus schiessen lässt , nur weil sie in der Region leben , dann ist das eben Terror . Informieren sie sich doch bitte ………

    Ende .

  59. 59
    nothing says:

    Massenmord: Mitten in Deutschland. Eine radikale Splittergruppe, genannt Krankenpfleger, bringt massenhaft wehrlose Menschen um, »aus Langeweile«. Laut Prof. Karl Beine wurden bislang 300 Menschen ermordet, die Dunkelziffer liegt wahrscheinlich weitaus höher. Diesen perversen Tätern bietet man auch noch ein Forum und lässt sie ausführlich über ihre Tötungsfantasien sprechen:

    http://www.br.de/fernsehen/das-erste/sendungen/report-muenchen/videos-und-manuskripte/wenn-krankenpfleger-patienten-toeten-100.html

    Gründe sind Zeitdruck. Personalmangel. Zu wenig Geld im Gesundheitswesen.

    Regierungsvertreter aller Welt kommen zusammen, um gegen das schreckliche Verbrechen zu demonstrieren. Es entsteht eine große gesellschaftliche Debatte. Alle ziehen an einem Strang. Gesetze werden erlassen, die das Gesundheitssystem revolutionieren und den wehrlosen Patienten Schutz bieten… Ah, nee, stimmt nicht, das Thema ist irgendwie durch.

    Ich stimme dem Autor zu: Es gibt gute Gründe, das Thema »Terrorismus« ein wenig tiefer zu hängen.

    Deshalb sind Texte wie der da oben so wichtig. Texte, die sachlich und neutral die wahre Gefahrenlage einordnen und Emotionalisierung vermeiden: »Denn die Worte schüren weitere Angst. (…) Und unter Umständen animieren sie andere Terroristen, jene, die hier leben, konvertierte Deutsche. Die schauen RTL.« Grusel, Kameraschwenk auf den grimmigen Terroristen vorm Fernseher. Dramatische Musik. Und Schnitt.

  60. 60
    Boris Rosenkranz says:

    @Sigmund (57): Er hat nicht gesagt, dass, im Zweifel, alle getötet werden, die anderer Meinung sind oder sich nicht anpassen wollen? Er hat auch nicht gesagt, dass IS Europa erobern wird? Schauen Sie besser noch mal nach.

  61. 61
    Klaus Scharff says:

    @ #59 nothing

    „Deshalb sind Texte wie der da oben so wichtig. Texte, die sachlich und neutral die wahre Gefahrenlage einordnen und Emotionalisierung vermeiden: »Denn die Worte schüren weitere Angst. (…) Und unter Umständen animieren sie andere Terroristen, jene, die hier leben, konvertierte Deutsche. Die schauen RTL.« Grusel, Kameraschwenk auf den grimmigen Terroristen vorm Fernseher. Dramatische Musik. Und Schnitt.“

    Yeah . Danke …… :-)

  62. 62
    Gurdi says:

    Also das erste mal dass ich Herrn Niggemeiers Kritik nicht mal ansatzweise verstehe.
    Was bitte war jetzt so falsch daran dass sich Tudenhöffer dort hin gewagt hat um aus der Region einen Eindruck zu uns nach Hause zu liefern bzw. mal diese Spinner befragt?

    Also ich finde dass völlig in Ordnung, der Mann hat sein Leben und dass seines Sohnes! riskiert um einmal einen plastischen Eindruck aus Mossul zu liefern, was bitte gibt es da denn noch dran zu Mäkeln? Die meisten Korrespondenten trauen sich doch nicht einmal nach Donetzk!

    Hab mir eben das Journal angeschaut, ich sehe da überhaupt keinerlei Anlass zu denken dass der Mann das unreflektiert wiedergegeben hat, ganz im Gegenteil.Die Angst steht Ihm förmlich ins Gesicht geschrieben.Eine Journalistische Leistung die Respekt verdient, keine Kritik!

  63. 63
    Gurdi says:

    Entschuldigung ich wollte Herr Rosenkranz schreiben, Gewohnheit hier im Blog, sry.

  64. 64
    Klaus Scharff says:

    #60 Boris Rosenkranz

    Naja , wenn man dann so wenig zuhört und Region mit Religion verwechselt ?

    Todenhöfers explizite Ansage über die Ziele des IS ist :
    Alle Nichtmitglieder der drei Abrahamitischen Religionen sind Todgeweihte . Das ist deckungsgleich mit der Aussage des Interviewten .

    So Langsam wird mir klar , warum Du etwas dagegen hast , dass man sich die Sache genauer ansieht :
    Du hast Dir deine Meinung schon gebildet . Das ist schön .
    Es ist ja immer gut , wenn man keine Ahnung hat , dann kann man herrn Todenhöfer auch genau so durchs Interview führen wie frau Miosga , exactly level , so to say , You and Her , given the stupidity of argumentation , bitteschön :
    http://www.tagesschau.de/multimedia/video/video-49023.html

    Die Fragen sind sowas von grossartig , das ist Satire vom Feinsten .
    Das Beste ist natürlich die „Instrumentalisierungsfrage“ : Frau Miosga geht sogar soweit , zu implizieren , bereits die Tatsache Todenhöfers Überleben dieser Reise könne schon ein Hinweis darauf sein , dass er instrumentalisiert worden sei .
    Dass Sie Todenhöfer ganz am Anfang des Interviews aber explizit gefragt hat , wie er sich die nötigen Garantien besorgt hat , hat sie zu dem Zeitpunkt schon wieder vergessen , denn wer sowas überlebt , der muss ja irgendwie usw usw ……. .
    Das ist so unfassbar dämlich .
    Und dann noch die Superschote :
    Miosga : „Keine Angst , dass sie benutzt werden ?“
    Todenhöfer : „Ja sehen sie , ich war bei Assad und bei den Rebellen , Sie müssen sich schon entscheiden , von wem ich mich instrumentalisieren lasse , ……“

    Das rafft Caren dann leider überhaupt nicht mehr . Dein Auftritt , Boris .

  65. 65
    theo says:

    Herr Rosenkranz:

    „Er hat nicht gesagt, dass, im Zweifel, alle getötet werden, die anderer Meinung sind oder sich nicht anpassen wollen?“

    Nein, hat er nicht. Er hat sogar gesagt, Christen und Juden könnten – natürlich unfrei und unter „Aufsicht“ – ihren Glauben weiter praktizieren. Der Kampf der Salafisten gegen die Schiiten ist derzeit der weitaus wichtigere Punkt für die IS-Schergen. Weil nur dann, wenn sie den Schiiten „takfir“ (Unglauben) nachweisen können, ist aus ihrer Sicht der Dschihad in Syrien/Irak überhaupt erst gerechtfertigt und möglich.

    Ansonsten empfehle ich Ihnen, sich die 25 Minuten anzuschauen.

  66. 66
    Gerhard_S says:

    Herr Rosenkranz,
    schön, dass Sie nochmal betont haben, dass das I h r e Meinung ist, dass Sie Todenhöfers Vor-Ort-Reportage und -Interview Scheisse finden.
    Aber zu fordern, dass d e s h a l b diese Reportage nicht gesendet werden soll, ist doch wohl der Gipfel.
    Oder weshalb nehmen Sie sich eigentlich heraus, mir vorschreiben zu wollen, was ich sehen darf. Oder anderen vorzuschreiben, was sie mir gefälligst vorzuenthalten haben?
    Ist der Grund etwa der, dass Sie glauben, ich und alle anderen Zuschauer wären blöder und nicht so urteilsfähig wie Sie? Glauben Sie etwa, Sie und andere Hyperintelligenzbestien wären die einzigen, die in der Lage sind, das Gezeigte richtig wahrzunehmen, zu reflektiern und einzuordnen?
    Oder aus was für einem Menschenbild entspringt so eine Forderung?

  67. 67
    ChristinaInAustralien says:

    Wow. Das ist ja eine z.T. doch beaengstigende Diskussion hier.

    Es hilft uns erstmal nicht weiter, wenn wir jetzt alle Begriffe durcheinanderwerfen. Die Auswahl, Gewichtung und Repraesentation der Inhalte ist eine Aufgabe der Medien — das hat zunaechst mit Zensur nichts zu tun. Was eine Nachricht ist, wird in Agenturen und Redaktionen entschieden. Und nicht jeder, der terrorisiert ist ein Terrorist. (Was das, was Obama tut, nicht besser macht. Aber fuer so etwas gibt es „Verbrechen gegen die Menschheit“ oder „Kriegsverbrechen“ als Kategorien. Definitionen von Terrorismus sind sich in der Regel einig, dass es sich bei den Opfern um symbolische Opfer handelt. Nicht in Kauf genommene Opfer, sondern schon gezielt ausgewaehlte Opfer, mit denen man ein Spekatakel inszeniert, um Druck auszuueben. Bei dieser psychologischen Kriegsfuehrung gibt es eine wichtige Waehrung: Sendezeit, Airtime. Dank Youtube und anderer Plattformen laesst sich das jetzt selbst bestimmen, aber natuerlich ist es noch immer ein Coup, auf den Titelblaettern der Zeitungen und ihn abendfuellenden Sendungen zu landen. Und da haben die 3 Jungs in Paris alles richtig gemacht,

    Was die Frage strategischer Informationen angeht, haben die Medien klar die Aufgabem verantwortungsvoll zu agieren, statt einfach staendig Kameras und Mikrofone hinzuhalten. Da wurde z.B. auf einem frz. Sender die Schwester des Mannes, der, wie wir jetzt wissen, sich in der Druckerei versteckt hielt und keine Geisel war, interviewt, waehren die Brueder noch in der Druckerei waren. Ja, holy cow! Damit hat man erstens NIEMANDEM einen wirklichen Informationswert geboten (sie hatte Angst um ihn, ist doch klar) und ZWEITENS ganz klar das Leben dieses Mannes aufs Spiel gesetzt. Dann die detaillierten Informationen ueber naheliegende Schulen, ich musste mich echt fragen, was das soll. Genauso die Interviews mit Leuten, die sich ueber dem Supermarkt in ihren Wohnungen verschanzt hatten — lebensmuede, so was waehrend einer Geiselnahme zu bringen.

    Ansonsten ist die Abwaegung ziemlich schwer, finde ich. Wir muessen schon wissen, mit wem wir es zu tun haben. Aber unsere Nachrichtenredaktionen duerfen sich auch nicht einfach so zu Aussenstellen der PR-Abteilungen des IS oder der Al Quaida machen lassen…

  68. 68
    theo says:

    „Aber unsere Nachrichtenredaktionen duerfen sich auch nicht einfach so zu Aussenstellen der PR-Abteilungen des IS oder der Al Quaida machen lassen…“

    Keine Sorge, da isses in Brüssel beim Käffchen mit der NATO wesentlich angenehmer.

  69. 69
    Jothaka says:

    Ich denke mal, das was Boris meint ist keine Zensur.Die definiton von Zensur kann sich jeder selbst ersuchmaschinen
    Es wäre normales Tagesgeschäft. Filtern was sinnvoll ist, was nicht.
    Ich sehe es mal so:
    Ich finde den Vergleich mit Gladbeck und mit dem Interview aus Paris hier unangebracht, da hier keinerlei Geiseln involviert sind. Klingt blöd, ist aber so.
    Es wurden schon immer, seid es Presse gibt, genau solche Interviews, wie von Boris angesprochen, geführt; ist nichts ehrenrühriges dabei.
    Jeder der hier verlangt Todenhöfer hätte kritischer Fragen stellen sollen … ähm nunja, so ohne Kopf publizierts sich’s schlecht.

    Hätte ich das Interview ausgestrahlt?
    In dieser Form nicht.
    Ich hätte den Worten des Jungen immer auch eine Gegenrede, wie hier schon vorgeschlagen, eingeschnitten.

    Die Vorwürfe die Boris gegenüber RTL macht, kann ich absolut nachvollziehen, wären auch meine, jedoch im Ergebnis so etwas nicht zu senden, widerstrebt mir.
    Wo will man dann aufhören mit Sendeeinschränkungen?
    Wenn radikale Christen mal wieder gegen nichtheterosexuelle Lebensweise mit teilweise extremen Aussagen protestieren, wie in den USA oder letztes Jahr in Frankreich?
    Wenn ultra orthodoxe Juden/Siedler zum Sturm auf Palästina aufrufen?
    Wenn wie schon erwähnt, Politiker, ich nenne es mal nicht Menschenrechtskonforme Äußerungen tätigen (Gauck, Sarrazin,Henkel, Bush,Hillary Clinton, Putin, die Ukrainebaquage ?

  70. 70
    Eva-Maria Ritter says:

    Danke für die klaren Worte, Herr Rosenkranz! Sie haben absolut recht. Man muss diese Inhalte nicht senden.

  71. 71
    Peter Lohren says:

    Vor allem: Wieso muss man diesen Spinnern auch noch eine Plattform bieten? Auch wenn die Sendezeit ja nicht die beste war, geistert das Video inzwischen tausendfach durch’s Netz und wird per whatsapp verteilt.

  72. 72
    Daniel Schwoboda says:

    Das war das erste Mal, dass ich ein Interview gesehen habe in dem jemand ganz klar sagt, dass wer nicht konvertiere getötet würde und dass man vorhabe diesen Wahnsinn grenzenlos auszubreiten. Ich glaube weniger Menschen werden „geduckt leben“, wie es der Artikel sagt, als vielmehr diese Bedrohung ernst nehmen und dies als Anlass nehmen sich mit der Thematik etwas intensiver auseinander zu setzen. Gerade dieses Interview zeigt außerdem, dass wir Menschen in unserer Gesellschaft offenbar so stark vernachlässigen, dass sie sich am Ende leicht von Hass und Gewalt verführen lassen. Ich glaube dieser Mann ist in tiefer Panik und steckt in einer schrecklichen Situation. Ich hoffe dieses Video bringt Menschen dazu darüber nachzudenken, was wir hier eigentlich falsch machen, dass Brüder, Schwestern, Söhne, Töchter sich so weit von uns entfernen. Außerdem finde ich den Artikel von BORIS ROSENKRANZ ziemlich platt und einfach geschrieben. Behauptungen wie „Dass wir ihnen Bilder und Infos vom Polizeieinsatz vor der Tür auf die Displays senden…“ sind schlicht populistisch und nicht haltbar.

  73. 73
    Alexander Geilhaupt says:

    Aber: Aufgabe eines Journalisten ist es doch ebenfalls, Informationen auszuwählen und zu gewichten, um die unwichtigen Informationen dann auszusortieren. Und mir fällt irgendwie kein Grund ein, weshalb man zum Beispiel auch noch verbreiten sollte, was Terroristen ihren Komplizen auf der Welt so zurufen.

    Diese Information finden Sie unwichtig? Ich nicht. Vor allem nicht dann, wenn ich wissen möchte, was diese Leute antreibt. Die Gewichtung von Informationen ist also subjektiv. Das muss nicht schlecht sein. In diesem Fall wollen Sie jedoch aus ideologischen Gründen eine Information vorenthalten. Auch wenn Ihre Motive grundsätzlich verständlich sind.

  74. 74
    user unknown says:

    Ich habe nicht den ganzen Beitrag auf RTL gesehen, sondern nur das Interview mit dt. Djihadisten vor 2 Maskierten im Interview.

    Die Fragen nach den Anschlagszielen in Deutschland fand ich auch etwas merkwürdig, aber was soll er auch besseres fragen, kann er dem Mann vielleicht so etwas entlocken?

    Aber:
    MIr ist die ganze Haltung einen hl. Krieg zu führen ein Geheimnis. Ich kann es nicht nachvollziehen. Ich würde auch keinen Banküberfall verüben, aber den kann ich nachvollziehen. Hl. Krieg nicht. Und hier spricht der potentielle Attentäter nicht nur meine Sprache, sondern kommt auch noch aus meinem Kulturraum und es trennt mich keine kulturell so andere Geschichte. Wie redet so einer, was tut sich in seinem Gesicht, wenn er das Morden als das Selbstverständlichste der Welt darstellt?
    Ich will schon mal wissen wie so einer tickt, wie er rüberkommt, was mit dem losist. Spult der auswendig gelernte Floskeln ab, spult er sich auf, ist er völlig abgedreht oder wirkt er gestört?
    Ein längeres, kaum geschnittenes Gespräch vermittelt das besser als ein, zwei Fragen, und Danke, fertig.

    Am Ende lässt mich das Interview ähnlich ratlos zurück wie ich vorher war, und den Einzelfall kann man natürlich schlecht verallgemeinern, dazu bräuchte man wohl eher 5-10 Interviews mit mehreren Personen. Aber ich finde doch ich habe was gelernt.

  75. 75
    Gunnar says:

    Ich habe das Video auf der Facebook-Seite von Herrn Todenhöfer gesehen und ich muss sagen, dass es für mich schon einen Mehrwert darstellt. Natürlich offenbaren die Aussagen des IS-Kämpfers kein detailliertes Bild über dessen Motivationen. Nichtsdestotrotz steht dort ein Typ, der in meiner Sprache über das Abschneiden von Köpfen redet, wie andere sonst über den Wocheneinkauf bei Aldi. Das ist etwas, das ich so noch nie gehört, bzw. gesehen hab und ich kann den konkreten Erkenntnisgewinn auch schwer beschreiben. Aber ich fand es interessant. Ein bisschen wie das Eintauchen in eine andere Welt.

    Etwas wütend macht mich, dass es nun Journalisten gibt, die über meinen Kopf hinweg entscheiden wollen, was ich mir anzusehen habe. Wenn Journalisten in der letzten Zeit nun eigentlich eines gelernt haben sollte, dann dass der Rezipient nicht bevormundet werden möchte.

  76. 76
    Gunnar says:

    Und unter Umständen animieren sie andere Terroristen, jene, die hier leben, konvertierte Deutsche. Die schauen RTL. Und hören dann, wie der Überläufer zum Beispiel einen Satz beginnt mit: „Wie unser Sprecher des Islamischen Staates gesagt hat…“ Um dann ausführlich referieren zu dürfen, wie der Pressesprecher an andere Islamisten appelliert, gegen die westliche Welt zu kämpfen. Und was im Detail zu tun sei.

    Entschuldigung, aber das ist doch Blödsinn. Sie glauben doch nicht ernsthaft, dass so ein Video dazu ausreicht, dass sich jemand in besonderer Weise radikalisiert und nun plötzlich zum Attentäter wird. Ein potentieller Terrorist wird sich mit Sicherheit alle Abu Bakr al-Baghdadi-Videos rauf und runter angesehen haben und hört in dem Video von Todenhöfer nur Dinge, die er eh schon kennt. Nazis werden ja auch nicht plötzlich animiert, nur weil sie sich auf Youtube eine Rede von Goebbels ansehen.

    Die viel größere Gefahr für unsere Sicherheit sind Schandflecke wie Abu Ghraib, die eher zu einer Radikalisierung von jungen Menschen führen.

  77. 77
    Mycroft says:

    Mal ganz allgemein und abstrakt gesprochen: wenn ein Journalist ein Interview führt, in dem der Interviewte darüber spricht, meine mögliche Ermordung zu planen, dann fände ich es schon schön, wenn ich davon erführe.
    Insofern: klar muss man sowas senden. Es ist mMn auch besser, das dokumentiert zu kriegen, als wenn ich bloß hörte: „xy hat gesagt, er wolle Dich umbringen, wenn Du nicht zum Islam konvertierst, und zwar zum sunnitischen.“

    Gegentest – es gibt Facebook. Es gibt Telefone. Es gibt sogar BRIEFE. Ist jemand der Ansicht, IS-interessierte Mitmenschen würden nicht mitmachen können, wenn dieses Interview _nicht_ gesendet würde?

  78. 78
    Sigur Ros says:

    @Mycroft: Dass Islamisten am liebsten alle Ungläubigen umbringen wollen, ist nicht wirklich neu, sondern mindestens infolge des 11. September der ganzem Welt bekannt. Ob man als Journalist solchen verbohrten Fanatikern dafür eine bundesweite, kostenlose Propaganda-Plattform geben muss, kann man trotzdem diskutieren – ich meine: Nein.

  79. 79
    Walter Lippman says:

    @76 Gunnar: „Etwas wütend macht mich, dass es nun Journalisten gibt, die über meinen Kopf hinweg entscheiden wollen, was ich mir anzusehen habe.“

    Gleich werden’s richtig wütend: das machen Journalisten, seitdem es Massenmedien gibt. Lesen’s hier, nach welchen Kriterien Journalisten selektieren und filtern:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Nachrichtenwert

  80. 80
    Steppi says:

    immerhin war er dort, ihr (wir) kennt diese „Terroristen“ doch nur aus der chronisch-lügenden Systempresse.. Übrigens: Das waren doch die „Guten“ gegen den „bösen“ Assad (der laut Nato-Presse Giftgas eingesetzt haben soll, was dann zwar offiziell nicht stimmte, aber das verschweigt man) , also 1 Meter nach Grenzübertritt Irak sind diese „Freiheitskämpfer“ dann „böse“ (die ich immer Leberfresser nenne, egal ob in Syrien , als West-Söldner oder als Terroristen im Irak) .. ja, legt euch wieder hin, RTL hat das Camp, auch schön.. ich habe den gruseligen Verdacht, hier nennen 95% der Leser den Söldnerkrieg gegen die Syrer „Bürgerkrieg“.. ja, die L-Medien, die haben halt doch noch nicht ganz verloren.. gruselig, aber wahr

  81. 81
    Sebastian says:

    Ich find’s mal wieder höchst amüsant wie viele Menschen den Unterschied zwischen einer Frage nach dem Sinn und Verstand einer Veröffentlichung und der Pressefreiheit nicht verstehen.

    Das sind genau die gleiche Sorte Mensch die sich über Zensur aufregen, wenn sie auf ner privaten Webseite ihre Kommentare gelöscht bekommen – oder auf Twitter geblockt werden.

  82. 82
    Heiner says:

    Freiheit nutzt sich ab, wenn man sie nicht nutzt. Zu Gaza bekommen wir nach dem Überfall und tausenden Toten, aus den „Einheitsmedien“ keine Meldungen. Zu „Ukraine“ wird gelogen und manipuliert was das Zeug hält. Der CDU – Mann Todenhöfer ist einer, der als Journalist sehr gerade und moralisch sauber, den „Journallistenkodex“ lebt. Dafür dankbar zu sein, das ist das was ich empfinde.

  83. 83
    Linus says:

    @Heiner

    Zu Gaza bekommen wir nach dem Überfall und tausenden Toten, aus den „Einheitsmedien“ keine Meldungen.

    Ohne jetzt hier das große Fass aufmachen zu wollen. Das ist auf so vielen Ebenen Unfug, das einem dazu nicht mehr viel einfällt. Ausser, dass ich jemandem, der Assad für einen Demokraten hält, nicht wirklich als „moralisch sauber“ bezeichnen würde.

  84. 84
    j. says:

    Ich verfolge schon seit langem Todenhöfers Facebook-Seite. Hier geht es von Michael Jackson, Gauck, Gaza eben auch um Syrien und IS. Seine Fangemeinde wird täglich größer.
    Sein Hauptanliegen, so wie ich es verstanden habe, ist es, zu vermitteln, dass Bombardierungen immer (also: immer) schlecht sind und Verhandlungen die einzige Lösung. Und dass an allem islamistischen Terror in der Welt irgendwie der Westen Schuld oder mindestens Mitschuld hat. Und dass man seinen Feind kennen muss, um ihn zu bekämpfen. Deswegen seine Interviews mit Assad und IS usw. Die er bekommt, weil er eben das oben genannte Weltbild vertritt. Das ich nicht unbedingt für falsch halte.
    Ja, und Bücher will er verkaufen. Aber wer will das nicht? Hat irgend jemand Scholl-Latour oder Antonia Rados vorgeworfen, dass sie mit ihren Reportagen Geld verdienen wollen? Wobei Todenhöfer meines Wissens seine Honorare oft spendet.
    Er mag unerträglich selbstverliebt sein und manchmal alles etwas vereinfacht darstellen, dennoch glaube ich, dass er weiß, von was er spricht, wenn er die Lage in Mossul beschreibt.
    Der dokumentarische Wert von Todenhöfers Reise ist für mich definitiv höher zu werten als die Gefahr einer möglichen Radikalisierung von jungen Moslems, wenn sie den Bericht auf RTL schauen. Wer sich von dem hohlen Gelaber dieser Typen nur für eine Sekunde beeindrucken lässt, für den ist es sowieso zu spät. Da gibt es sicher auch ganz andere Videos.

  85. 85
    Heiner says:

    Assad selbst sagte:“ Wir hatten nie den Anspruch eine Demokratie zu sein.“ Die „gemäßigten Rebellen „Isis &al Nusra“ waren immer schon Killer im Namen der USA, dort sind sie als „FSA“ geführt und werden ausgerüstet und besoldet. Senator Mc. Cain hat bereits vor ca. 2 Jahren die Verhandlungen mit den Spitzen von ISIS und al Nusra geführt, zum Zweck der Annektion Syriens. Bisher sind dem mehr als 200 000 Menschen zum Opfer gefallen und die Tatsache, dass für die Weltöffentlichkeit nun ISIS zum Abschuss freigegeben wurde, das wurde als Anlass benötigt um Völkerrechtswidrige Luft angriffe gegen die Ölindustrie Syriens zu rechtfertigen. Diese Zusammenhänge werden nur von unabhängigen Journalisten publiziert, die sollte man unter Artenschutz stellen, nicht verfolgen.

  86. 86
    Sigur Ros says:

    @Heiner: Wer „verfolgt“ unabhängige Journalisten? Und wo sind diese zu finden? Ich wette, die „unabhängigen Journalisten“, denen Sie Glauben schenken, sind hauptsächlich bei Kopp-News, PI, RT & Co. zu finden. Dass es ein Fehler der USA war, syrische Rebellen mit Waffen zu beliefern, steht wohl außer Frage, aber „in Namen der USA“ kämpfen die ganz bestimmt nicht, das ist mal wieder nur antiamerikanisches Propaganda-Blabla.

  87. 87
    dank says:

    Geschenke für Terroristen:
    The Jihad Schoolbook Scandal…
    http://emperors-clothes.com/articles/jared/jihad.htm

  88. 88
    Mycroft says:

    Technisch gesehen weiß die Welt seit dem 11.9. bloß, dass al-Qaida was gegen Amerikaner hat.
    _Was_ Islamisten gegen Christen, Juden, Atheisten, Buddhastatuen und Moslems der „falschen“ islamischen Konfessionen haben, weiß die Welt, weil Journalisten die Islamisten fragen, bzw. weil die Islamisten Journalisten und dem Rest der Welt Videobotschaften schicken.

    Nach der Logik dürfte man auch nicht über, sagen wir, die Grünen berichten. Weil deren Einstellung zum Atomstrom, Umweltschutz und Energiewende auch nichts neues ist. Und „Gratiswerbung“ für Parteien geht ja mal gar nicht.

    Jetzt mal angenommen, die verschiedenen islamistischen Bewegungen hören eines Tages auf – woran würden „wir“ das bemerken?

  89. 89
    Mycroft says:

    sorry, habe das mit dem Zitat verdummbeutelt!

  90. 90
    Linus says:

    @Heiner

    Sie müssen nicht mir widersprechen, was Assad und Demokratie angeht, sondern Todenhöfer. Und vielleicht sollte man bei all dem „Die pöhsen Amis sind Schuld“-Geschrei auch vielleicht nicht vergessen, dass es z.B. die Sowjets waren, die in Afghanistan einmarschiert sind, wogegen dann Bin Laden. Und dass es vielleicht auch was mit Assads Politik zu tun haben könnte, dass da überhaupt Krieg herrscht. Eine Politik, die übrigens nicht erst seit gestern aktiv von Russland unterstützt wird. Genau, wie auch immer gerne vergessen wird, was für Leute Ghaddafi und Hussein waren, die ja, glaubt man der Darstellung von den ganzen selbsternannten Pazifisten, vor allem edel hilfreich und gut agierten.

  91. 91
    Gerhard_S says:

    @dank (#88):
    Dank an dank für den Link :-)

    Man kann ideologische Verzerrungen (z.B. die Antiamerikanismus-Keule), die ohne jeglichen Nachweis und ohne jegliche Fakten und ohne jegliche Quelle so wie z.B. von @Sigur Ros (#87) behauptet werden, nur mit harten Fakten parieren.

    Hinzu kommt, dass solche „Diskutanten“ gern statt mit Fakten einfach mit Verleumdungen argumentieren, z.B. der Verleumdung, der Diskussionspartner würde sich NUR aus einseitigen Quellen informieren.

    Das Wissen und das Bemühen um Erkenntnisgewinn und Bildung und das Blicken aus möglichst vielen Perspektiven ist die einzige Chance, den Einflüsterungen von ideologischem Dogmatismus zu widerstehen.

    Zum Link: Die USA hatten jahrzehntelang jihadistische verhetzende Schulbücher nach Afghanistan verschifft, als der Einfluss der Sowietunion dort bestand und anschließend immer weiter. Und in den letzten Jahren, haben sie die Gewaltbilder nur noch schnell gegen Bilder von Früchten ausgetauscht. Islamisten mögen ja auch keine Menschenabbildungen, deshalb Früchte also auch als Rücksichtnahme gegenüber den Islamisten. Die Texte waren auch in den letzten Ausgaben geblieben.

    Wie heisst die Überschrift des Artikels von Herrn Rosenkranz hier? „Geschenke für die Terroristen“. Das waren die wahren Geschenke für die Terroristen und das als Hilfe zur Verdummung einer Generation von Schulkindern. Wann finden sich endlich mal Journalisten, die sich um die Aufdeckung von Verbrechen kümmern und nicht nur immer auf einzelne Personen, die gerade nicht dem „richtigen Klassenstandpunkt“, der vorgegebenen Mainstramline folgen, drauf hauen?

    Und die Washington Post – Journalisten waren die einzigen, die über diesen Skandal berichteten! Es ist nicht nur ein Skandal, es ist ein Verbrechen, dass die regierungsamtliche Organisation US-AID dabei hilft, die Völker aufeinander zu hetzen! Und nachdem die Washington-Post das veröffentlichte, haben sich alle anderen Journalisten weggeduckt. A l l e, a l l e, a l l e. Und die Bush-Strategen logen heuchlerisch und dreist „gegen den Terrorismus kämpfend“ weiter.

    Merkt Ihr es nicht? Es waren a l l e, a l l e, a l l e, die weiter schwiegen, das Gegenteil berichteten und gelogen haben!
    Glaubt Ihr, ob es tatsächliche Meinungsfreiheit im politischen Journalismus jemals gab?

    Glücklicherweise haben wir jetzt das Internet:
    http://newsrescue.com/genesis-of-islamic-radicalism-the-us-textbook-project-that-taught-afghan-children-terror/#axzz3P6KQfp00

    https://www.google.de/search?hl=de&gl=de&tbm=&authuser=0&q=From+U.S.%2C+the+ABC%27s+Of+Jihad%3B+Violent+Soviet-Era+Textbooks+Complicate+Afghan+Education+Efforts.&oq=From+U.S.%2C+the+ABC%27s+Of+Jihad%3B+Violent+Soviet-Era+Textbooks+Complicate+Afghan+Education+Efforts.&gs_l=news-cc.1.1.43j43i53.3146.3146.0.6037.1.1.0.0.0.0.6.6.1.1.0…0.0…1ac.2.1Q6j8_-1v00&gws_rd=ssl

    Sieht jemand unter der oben angegebenen Googlesuche irgendein Mainstream-Medium?

  92. 92
    Chulpan says:

    Bei diesem Statement musste ich ständig die Stirn runzeln… In fernerer Zukunft sind auch in Deutschland Anschläge geplant – oh wow, there’s a shocker! Seit dem 11. September gehen die Drohungen ein von den entsprechenden Terrororganisationen, ab diesem Zeitpunkt, wird ständig diffus in den Medien darüber berichtet… dass das bei Todenhöfer im Interview angekündigt wird, ist nun bei weitem keine Überraschung. Mehr Angst, als die, die sowieso vorherrscht, schürt das meiner Meinung nach nicht. Und ob das auf RTL, auf Youtube, oder dann abgeändert bei der Tagesschau ausgestrahlt wird, macht jetzt auch nicht den Unterschied. Die Pläne verschwinden ja nicht oder bergen weniger reale Gefahr mit sich, sollten sie ernst gemeint sein, wenn das NICHT thematisiert und ausgestrahlt werden. Den Appell, „Schutz und Vorsicht und die Islamistenstatements aussparender Pressefreiheit“ diese Informationen im Aktenschränkchen ganz hinten unausgestrahlt versacken zu lassen, hat für mich einen ganz merkwürdigen Beigeschmack.

    In erster Linie geht es um Information, was in den Köpfen dieser Menschen vorgeht, dass man nicht ALLES über ihre Hintergründe etc. erfährt, oh wey, könnte daran liegen, dass sie sich weigern das zu erzählen; es muss auch nicht erzählt werden, denn es lässt sich, wie schon richtig angemerkt schon erahnen (siehe Charlie-Attentäterbiographien) – diese Informationen dann als „Werbung“ anzusehen, ist schlicht und ergreifend eine subjektive Unterstellung. Kein normaler Mensch wird auch nach dem Bericht sagen, oh na dann, klang sympatisch, der Schlachtplan. Bin dann mal weg. Und die, die dem gefolgt sind, werden ja nicht weniger oder unexistenter, wenn man ihre Ansichten nicht zum Thema macht, im Gegenteil. Der Vorschlag, die Ohren zuzukleistern und die Arme zu verschränken, um in den Bart zu murmeln, also mit euch allen reden wir jetzt nicht, sondern bomben euch nur zurück, bedeutet, sich genau auf die infantile Ebene herabzulassen, wie die ganzen „wer nicht mit uns ist, ist gegen uns und muss getötet werden“-Statements der ISIS. Das ganze hat eh den Unterton verwahrloster, in Gewalt aufgewachsener und psychisch traumatisierter Außenseiterkinder, die sich jetzt die Ohren für alle menschlichen Gegenargumente zubetoniert haben und auf totale Fremd- und somit auch rückwirkend Selbstvernichtung aus sind.

    Zu unterstellen, dass Zuschauer „auf dumme Ideen“ kommen, bloß, weil sie das sehen, zeichnet ebenso ein komisches Bild. Ich komm ja auch nicht auf die Idee, an satanischen Messen teilzunehmen und Kinder zu missbrauchen bzw. abzuschlachten, bloß weil das Fernsehen mal einen ausführlichen Bericht mit Interviews darüber ausstrahlte, der bis heute im Internet zu finden ist. Das Verlangen und der Wunsch und die saddistisch-perversen psychischen Störungen müssen schon dafür bereits vorhanden, und vermutlich in einer bestialischen Kindheit, gesäht sein…

  93. 93
    Prüfer says:

    Man kann ja ganz leicht anderer Ansicht als Todenhöfer sein. Aber er hat wenigstens Eier in der Hose.
    Wie eingefärbt und subjektiv sein Beitrag auch ist, er ist deutlich authentischer als viele, die hier bei 23° Zimmertemperatur und einem Glas Roten verfasst werden.

  94. 94
    Heiner says:

    @Linus
    Dass Todenhöfer die bescheidenen Demokratiestrukturen Syriens, als eine Demokratie bezeichnet hat, das habe ich nirgendwo entdecken können, vielleicht haben sie ja einen Link der das dokumentiert. Vielleicht ist ja auch, ähnlich wie bei Schröder, der Vergleich „Bush vs. Putin“ angesprochen worden, denn im Vergleich zu Ägypten und Thailand ist Syrien auch eine lupenreine Demokratie. Nun, ich habe nicht alles gelesen was man im Netz zu den politischen Wechselwirkungen kredenzt bekommt, jedoch so billig wie „anti- Amerika/Russland oder Israel Blah Blah“ so verkürzt mag ich meinen politischen Horizont nicht haben. Um der Wahrheit die Ehre zu geben, habe ich bis zur Berichterstattung „Ukraine & Gaza“ , sogar einigen Medien eine gewisse Wahrhaftigkeit unterstellt. Zudem bin ich den Verfassungsgrundsätzen der USA gegenüber außerordentlich positiv eingestellt, dass aus dem Land der Freiheit ein „autoritärer Folterstaat“ wurde, habe ich nicht zu verantworten, ich bemerke es mit großem Bedauern.

  95. 95
    profixx says:

    @Linus
    Wie kann der IS in weiten Gebieten existieren und dort staatliche Strukturen etablieren?
    Wie kann man die Scharia als geltendes Recht ausrufen?
    Wie sind die radikal-islamischen Kräfte an die Macht gekommen?
    Vielleicht sollte man diese Fragen nicht nur stellen, sondern auch beantworten. Unsere Politiker ducken sich doch weg, wenn es um die Menschenrechte in Ländern wie Saudi Arabien, Katar, Oman etc. geht. Ja, die Sowjetunion ist in Afghanistan eingefallen. Aber die USA haben die Taliban stark gemacht und für ihre eigenen Zwecke instrumentalisiert. Sie haben Hussein und Ghadafi gestürzt und damit ein Machtvakuum geschaffen. Unschuldig am Machtzuwachs radikal-islamischer Kräfte im Nahen Osten und anderen Staaten, in denen der Islam breite Anhänger hat, sind sie mitnichten. Wer sollte es Muslimen verdenken, wenn sie unsere westlichen Werte und Moralvorstellungen und Demokratiemodelle ablehnen. Vielleicht sollten wir einfach glauben, dass es auch Menschen gibt, die freiwillig unter dem IS leben wollen, ebenso wie es Frauen gibt, die freiwillig in Deutschland oder Frankreich die Burka tragen. Wo wollen Sie die Grenze ziehen? Gute Muslime, böse Muslime. Fanatiker, Orthodoxe und Ultras gibt es überall, unter den Moslems ebenso wie unter Christen, Juden, Buddhisten etc. Wollen Sie die alle mit Drohnen und Luftschlägen auslöschen? Wir müssen uns entweder damit abfinden, dass nicht die ganze Welt nach unserer Pfeife tanzt oder aber endlich anfangen, die Ursachen für Hunger, Armut, Krankheiten, Rückständigkeit und soziale Ungerechtigkeiten beseitigen.

  96. 96
    Linus says:

    @96profixx

    die Ursachen für Hunger, Armut, Krankheiten, Rückständigkeit und soziale Ungerechtigkeiten beseitigen.

    Ja, das könnten wir. Wir würden dabei aber sehr viel weiter kommen, wenn wir nicht für alles Übel in dieser Welt die USA und/oder Isreal verantwortlich machen. Das macht blind für das ganze Bild.

  97. 97
    Linus says:

    @Heiner

    Ich habe nicht geschrieben, dass Todenhöfer Syrien als Demokratie bezeichnet, sondern Assad als Demokraten.

    Assad hat mir ausdrücklich gesagt, dass er Demokratie in Syrien für „zwingend“ hält.(…) Mir scheint es, dass Assad inzwischen klar die Richtung der Politik vorgibt. Ich glaube, dass diese Volksabstimmung über eine demokratische Verfassung seine Idee ist. Assad hat, als er vor zehn Jahren an die Regierung kam, versucht, das Land zu modernisieren. Er ist dabei auf viele Schwierigkeiten gestoßen. Von innen und außen.

    http://www.welt.de/politik/ausland/article13829324/Auslaendische-Kraefte-unterstuetzen-den-Aufstand.html

    Tenor: Assad ist ein lupenreiner Demokrat, der leider von innen und von außen (USA!) daran gehindert wurde/wird, sich durchzusetzen. Der gegen das von ihm geschaffene Vetternwirtschafts-/Geheimdienst-/Korruptionsystem halt nichts machen kann, der arme.

  98. 98
    Sigur Ros says:

    @Gerhard_S: Und was hat der jahrzehntealte Skandal um irgendein Schulbuch mit der heutigen Situation der Meinungsfreiheit und dem IS-Terror zu tun? Wenn Sie das jetzt als ultimativen Beweis für die Verlogenheit der Amis oder die Voreingenommenheit der (Lügen)Presse sehen, dann brauchen Sie sich über den Vorwurf einseitiger Sichtweise nicht zu wundern – und über die Antiamerikanismus-Keule schon gar nicht.

    @profixx: Ich fasse Ihren Kommentar mal etwas kürzer: Blablabla, die Amis sind an allem Elend in der Welt alleine schuld, blablabla, für den Islamismus kann man durchaus Verständnis haben, denn die Amis sind ja schuld, blablabla. Und bei so einer einseitigen, bornierten Sichtweise wundern sich manche dann noch, wenn man ihnen Antiamerikanismus vorwirft…

  99. 99
    theo says:

    Linus:

    („Tenor: Assad ist ein lupenreiner Demokrat, der leider von innen und von außen (USA!) daran gehindert wurde/wird, sich durchzusetzen.“)

    Das ist aber dann doch etwas verzerrt wiedergegeben.

  100. 100
    Linus says:

    @theo

    Finde ich nicht. Ok, das lupenrein hätte ich mir schenken können, aber sich hinzustellen und zu behaupten, der einzige Weg zur Demokratie führe über Assad und wenn der so könnte, wie er wollte, wäre Syrien schon längst auf dem Weg zur Demokratie, halte ich dann doch für einigermaßen hanebüchen.

  101. 101
    Gerhard_S says:

    @Sigur Ros,

    es geht doch wirklich ungerecht in der Welt zu. Niemand kann etwas dafür, wie ihm vom Elternhaus her, in der Schule und in seinem weiteren Lebensweg das analytische Denken vermittelt wurde.

    Während Sie schon mal in der Lage sind, in Ihrer Analyse die Ereignisse in Zeitabschnitte einzuteilen (wenn auch sehr zerhackt und in zu grobe fast schon antik erscheinenden Epochen zurückversetzt) und während Sie schon ziemlich ordentliche Kenntnisse der Kategorisierung besitzen (wenn auch hier noch sehr grobschlächtig und noch ziemlich ungenau in Schubladen wie z.B. „irgendein Schulbuch“, „Verlogenheit“, „Anti-Amerikanismus“), sind mir zugegebenermaßen aus purem Glück und Zufall, daher eigentlich ungerechterweise unverdient, schon von meiner Kindheit her von Elternhaus und Schule analytische Werkzeuge vermittelt wurden, die z.B. das Denken in Zusammenhängen, das Aufdecken von Ursachen, historischen Bedingungen, dialektischen Widersprüchen und den daraus entspringenden Folgen, Wirkungen und Nachwirkungen mit beinhalteten.

    Obwohl die unterschiedlichen Bildungsvoraussetzungen ungerecht verteilt sind, kann man aber selbst daran arbeiten und anderen zudem dabei helfen. Sie können sich daher mit Ihren Analysefähigkeiten weiterentwickeln, indem ich Sie mit ein paar Übungsaufgaben beschenke:

    1. Das wichtigste, was meine Lehrer mir vermittelt haben, war sich zum angegebenen Thema zu äußern. Das Thema des Blogs lautet:“Geschenke für Terroristen“. Was möchte der Autor damit ansprechen und wovor will er uns warnen? – Ordnen Sie bitte die Schulbuchverbrechen in Wort (Dschihad ist edel) und Bild (Addieren von Maschinenpistolen oder Handgranaten), verübt an Millionen von noch unanalytisch unreifen Kindergehirnen ein.
    2. Besteht eine große Wahrscheinlichkeit dafür oder nicht sogar eine Gewissheit, dass eine in einer nicht sehr weit zurückliegenden Periode derart manipulierte Anzahl von unschuldigen Kinderseelen sich mit der gegenwärtigen Periode tausender voll entwickelter aufgehetzter Gotteskrieger (Terroristen genannt) in kausalem Zusammenhang befindet?
    3. Was muss man sich zu den am Schulbuchverbrechen beteiligten Amerikanern überlegen? – Berücksichtigen Sie bitte bei Ihrer Analyse, ob es sinnvoll ist, die Amerikaner allesamt in eine Schublade (Anti-Amerikanismus) zu stecken, oder ob es nicht zu besseren Ergebnissen führt, wenn man schon unbedingt in Schubladen denken will, diese Schublade besser mit mehr oder weniger kleinen Fächern aufzuteilen, um damit zielgenauer an die wirklichen Verantwortlichen heranzukommen. – Bedenken Sie bei der Analyse, dass es Millionen oder gar Milliarden (bitte recherchieren) von Amerikanern gibt, die nichts mit diesem Schulbuchverbrechen zu tun haben können, schon allein deshalb, weil sie gar nicht in den USA, sondern z.B. in Brasilien, Kanada, Mexiko oder Kuba leben. Denken Sie an die hunderte von normalen freundlichen und sehr kontaktfreudigen Amerikaner, mit denen Sie sich vielleicht schon auf einer Reise in die USA unterahalten, haben. Schränken Sie also schrittweise den Kreis der in Frage kommenden Verhetzungsverbrecher ein.
    4. Gibt es außer den eigentlichen im Schritt 3. herausgefundenen Verbrechern auch Mitschuldige? – Denken Sie z.B. darüber nach, wer trotz des Aufdeckens des Skandals durch eine einzige Zeitung von den sonstigen zigtausenden Journalisten und vertuschenden Politikern sich nicht weiter um Aufklärung bemühte.
    5. Was folgt aus ihrer bisherigen Analyse zu den heutigen Zuständen? – Denken Sie an damalige und heutige Ereignisse, um Zusammenhänge zwischen ihnen erkennen zu können. Gab es seit damals in den USA eine Revolution oder so etwas wie Glasnost? Oder warum sollte trotz unverändert weiter bestehender gesellschaftlicher Verhältnisse die Presse sich plötzlich heute ganz anders verhalten als noch vor 10, 15 oder 20 Jahren? Wägen Sie zweifellos bestehenden auch evolutionären Fortschritt ab gegen die Widerstände von Machtinteressen, überlegen Sie, was Drohnenmorde, NSA-Spitzelei, Folterkammern und rassistische Unruhen wegen Ungleichgewichten in der Besetzung von Macht- und Rechtsorganen in diesem Zusammenhang besagen.
    Na das reicht erst mal, denke ich. Ich helfe Ihnen auch sonst bei Fragen gern weiter.

  102. 102
    gebimmel says:

    @102, gehard_s: darf ich raten? ihre eltern waren lehrer?!

  103. 103
    Gerhard_S says:

    @gebimmel,

    Gott bewahre, ich stamme aus einem Arbeiterhaushalt. Mein Vater war Aluminiumschmelzer, der im wahrsten Sinne des Wortes im Schweiße seines Angesichts für uns drei Kinder schuften musste. Meine Mutter war Hausfrau und rund um die Uhr für uns Kinder da.
    Ich bin stolz auf meine Eltern, die leider schon beide verstorben sind.
    Aber das ist jetzt off topic. Entschuldigung.

  104. 104
    gebimmel says:

    @104, gerhard_s: wie die frage nach dem beruf ihrer eltern auch schon off topic war. von daher gibt es nichts zu entschuldigen. es tut mir leid, aber die frage hat sich wirklich aufgedrängt. es gibt ein schönes zitat von questlove, dem sehr talentierten drummer der roots: „never a teacher, always a student“. ich denke, dies ist ein feines lebensmotto, auch und vor allem im dialog mit anderen. ihr kommentar nummer 102 liest sich so ziemlich wie das genaue gegenteil. sobald man anfängt, andere zu belehren, geht man davon aus, dass man selbst die kenne hat. oft genug stellt sich dann heraus, dass es meistens umgekehrt ist. eine erfahrung, die einen eigentlich das leben lehren sollte.

  105. 105
    theo says:

    gebimmel: lassen Sie dem Gerhard doch sein kleines Vergnügen. Wenn´s ihm den Therapeuten spart, so sollten wir ihm seine Auftritte schon gönnen.

  106. 106
    Gerhard_S says:

    @gebimmel,
    danke für Ihre Hinweise.

    Mein Anliegen ist es, Argumente anzuführen und deswegen gegen das Schwingen von Keulen (z.B. „Anti-Amerikanismus“, wie Sie wissen gibt es viele derartige Keulen), welches ja nur das Abtöten von Argumenten zum Ziel hat, zu entlarven.
    Deswegen habe ich mir die Mühe gemacht, in freundlicher und satirischer Weise die Begrenztheit der „Keulenargumentation“, die ich zudem gefährlich – weil aggressiv abwürgend – für einen Diskurs halte, aufzuzeigen und sachliche und genau zum Blogthema passende Beispiele dargestellt, wie man in einer Diskussion mehr zur Erkenntnis beitragen kann.
    Ich habe dies als Plädoyer dafür geschrieben, friedlich und nicht aggressiv und vor allem mit Achtung vor dem anderen Menschen zu diskutieren, anstatt mit Keulen aufeinander reinzuhauen.
    Sollte mir das Aufzeigen meines Anliegens nicht gelungen sein und sollte ich dabei nicht auch gleichzeitig im Diskurs des Blogthemas gewesen sein, dann werde ich weiter lernen müssen, mich noch bessser auszudrücken.

    Niemand hat „die Kenne“, wie denn auch, daher gilt auch für mich „…, always a student“. Weil Menschen sich gegenseitig helfen sollen, wenn man erkennt, dass der andere sich auf einem Irrweg (Keulenschwinger) befindet, gilt sicher auch für jeden Menschen „be a teacher, but only to help“.

    Was kann es besseres geben, als voneinander zu lernen. Ich z.B. geradezu erpicht darauf, genau aus diesem Grund an einer Diskussion teilzunehmen, aber eine Keule bringt mir keinen Lernfortschritt.

    Sicher muss ich mir einen Panzer zulegen, laufend und aus heiterem Himmel und vor allem, das ist das wichtigste und verletzendste dabei, o h n e j e g l i c h e m A n l a s s, mit Keulen wie „Anti-Amerikaner“, „Antisemit“, „Verschwörungstheoretiker“, „Islamophob“, „Rassist“, „Angehöriger des Mobs“ eine Delle nach der anderen in den seelischen Kopf geschlagen zu bekommen. Aber ich weiß, dass es mir nicht nur allein so geht, dass es vielen so geht, und ich sehe die Gefahr, dass rhetorische Gewalt in echte Gewalt übergehen kann. Sie wissen, wie aufgeheizt die Zeiten im Moment sind. Es sieht für mich sehr nahe so aus wie am Ende der Weimarer Republik, falls das gegenseitige Keulenschwingen, wo ich auch oft den reinen Hass zu spüren vermeine, so weiter geht. Ich hoffe sehnlichst, dass es statt Hass eher Ratlosigkeit ausdrückt angesichts der für uns alle sich immer komplizierter in allen Facetten darstellenden, immer schenellelbigeren Welt.

    Und da spüre ich einfach über meine eigene Verletztheit hinaus, die ich durch Flucht aus solch einem Hetztiraden-Thread ja ganz einfach vermeiden könnte, aber wegen der genannten Gefahr eine Verpflichtung als Demokrat und Bürger, dem entgegen zu treten.

    Danke nochmal, Ihr Einwurf hat mir z.B. geholfen, noch einmal meine Gedanken zu sortieren und ich hoffe, dass Sie meine Motivation jetzt besser verstehen als zuvor.

  107. 107
    Sigur Ros says:

    @Gerhard_S: Ihr endlos langes Rumgeschwurbel kann nicht wirklich darüber hinwegtäuschen, dass Ihnen in der Sache schlichtweg die Argumente fehlen. Wenn Sie so eine Abneigung gegen „Keulenschwinger“ haben, dann argumentieren Sie sachlich und fair, sodass Sie gar nicht erst Gefahr laufen, von den bösen „Keulenschwingern“ eins übergebraten zu bekommen, anstatt sich hier in irgendwelchem Stuss zu verrennen. Da helfen Ihnen auch noch so lange, möglichst pseudo-gebildet klingende Beiträge nicht weiter.

  108. 108
    dank says:

    @Gerhard_S
    Dank für den newsrescue link.

    @Sigur Ros
    Anwerber und Lehrmaterial sorg(t)en auch in D für den Nachschub an neuen Kämpfern für die verschiedensten Konflikte in Nahost, die Geheimdienste wissen das angeblich, lassen aber sehr lange gewähren, bis es kracht und greifen dann politisch medienwirksam als Retter ein.
    Die Bücher sind deswegen interessant, da die Schüler nun im Alter von 30-45 Jahren sein sollten und Eltern auch gerne ihr Wissen an die Kinder weitergeben oder schlimmstenfalls meinen, selbst das Gelernte leben zu müssen. Wird damit Terror gefördert oder eher zurückgedrängt? Was sagt das über die Experten aus, die wissen (sollten), dass diese Bücher (mit dem „richtigen“ gesellschaftlich-sozialen Nährboden) zu einer Radikalisierung führten und dann trotzdem die eigenen Soldaten in einen Krieg in dieses Land schickten, dass mit vorhergehendem Terror – warum auch immer genau, in Verbindung gebracht werden – obwohl ein hoher Anteil der Flugzeugentführer aus Saudi Arabien kamen? Menschen lassen sich konditionieren – und danach hofft der Sender, dass sie schon selbst erkennen werden, dass es so nicht gemeint war? Die Methoden der Beeinflussung sind nicht zuletzt durch Snowdens angeblichen Geheimnisverrat einsehbar.

    *
    Natürlich können wir uns darüber echauffieren, dass durch wie oben genannte Berichte eine Plattform – ein Geschenk – geboten wird oder eben nicht. Darüber lässt sich trefflich streiten, ob legitime und wichtige Information für die Allgemeinheit oder nur Weiterverbreitung der gleichen Thesen, die auch in diesen jahrzehntealten Büchern betrieben wurde. Aber die Bigotterie bleibt Fakt – die Sinnhaftigkeit solcher Plattformen und Förderungen wird nur dadurch definiert, wem es letztlich nutzt(e).
    Wird ein in Ungnade gefallener vorher hofierter Despot durch die Geschenke gestürzt, wird kaum über die Ursache reflektiert, fällt die Indoktrinierung auf die „Wir sind die Guten“ zurück, wird sich erschrocken, ob der Grausamkeit, was weder in dem einem noch in dem anderen Fall als Rechtfertigung für die Täter gelten darf und zu verurteilen ist. Letzteres steht gar nicht zur Debatte. Es bleibt bei den Ursachen all zu oft ein Doppeldenk zurück, der auch gerne medialen Niederschlag findet.

    Zusätzlich stellt sich die Frage, ob die Geheimdienste trotzt der totalitären Methoden selbst die Möglichkeit haben diese Realität zu begreifen und wenn sie begriffen wurde, diese auch veröffentlicht wird oder lieber die Hamster in den Laufrädern (für) blöd gehalten werden und Journalisten diesen Part der dokumentierten real vorgeführten Aufklärung übernehmen (müssen). Skandale gab es alleine die letzten Jahre genug, die darauf schließen lassen, dass entweder Dilettantismus oder Berechnung hinter den Entscheidungen der dienstlichen angeblichen Schützer der Demokratie stecken, die dann leider oftmals nicht, zu spät oder für den Souverän konträr eingreifen. Doch nicht mal dann wird das Geschrei groß.

    Beispiele anderer Geschenke: Sauerland-Zelle – Mutmaßlicher CIA-Mann war „der Chef“ im Stern. Da fallen die journalistischen Geschenke schon sehr klein aus gegen die logistische Unterstützung der Dienste, die ohnmachtsgleich als gottgegeben von der Allgemeinheit hingenommen werden. Oder sollen damit nur Erfolge produziert werden, die vorherige geschürte Angst und Einschränkungen der Rechte zum Schutz einschließen, die selten eine Rücknahme erfahren?
    Im Thema NSU sind ähnliche Verstrickungen und Unterstützung, auch Dank offizieller Berichte, kaum mehr weg zu schweigen.

    Findet Todenhöfers (samts RTLs) Geschenk und Plattformangebot Verurteilung, sollte dies in anderen Fällen um so mehr gelten. In allen Fällen ist der Widerspruch gut zu erkennen, wenn er aber gewähren gelassen wird, ist er vielleicht gewollt oder durch noch aktive Gesetzte geschützt und damit Bestandteil des Systems – also Gesetzte ändern? Oder moralische Stolperfallen aufstellen?

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