Der Katastrophentext über James Franco

von Boris Rosenkranz
24 Feb 15
24. Februar 2015

Es ist ja gerade erst Mitte Februar, aber im Rennen um den dämlichsten Artikel des Jahres hat der „Stern“ schon mal beeindruckend vorgelegt. Die Geschichte, die das Magazin kürzlich im Netz veröffentlicht hat, handelt von einer Berlinale-Party des Schauspielers James Franco. „Durch Zufall“ hatte der „Stern“ eine der „begehrten Einladungen“ für die Supersause „ergattert“ und gleich mal zwei Leute hingeschickt: eine Autorin und noch eine „Kollegin“ – man kann ja nie wissen.

Screenshot stern.de 24.2.2015

„Das Katastrophengespräch mit James Franco“ steht über dem Bericht, der kein Bericht ist, sondern ein kühl hingeduztes Briefchen an James Franco. Und es stimmt: Es ist wirklich ein Katastrophengespräch.

James Franco, dieser 36-jährige „Alleskönner“ und „intellektuelle Poet“, der „mehr als 100 Filme“ gedreht und einen Master of Fine Arts gemacht hat, dieser James Franco ist dem „Stern“ nicht geheuer. Zu Beginn des Textes könnte man kurz meinen, die Illustrierte würde, wie sie vorgibt, „hinter die Fassade“ blicken wollen, mal eben auf einer Party, um der Welt zu zeigen, wer dieser Typ tatsächlich ist.

Stimmt aber nicht, auch wenn das eigentliche Ziel nicht minder aufklärerisch ist:

Egal, es gibt für mich nur eine Mission. Ich will ein Selfie mit dir. Für mich natürlich, hauptsächlich aber auch, um es allen ins Gesicht zu drücken.

Bäm! Ein Selfie, um es anderen „ins Gesicht zu drücken“. Um diese Mission zu meistern, sollte man natürlich vorbereitet sein, wie immer bei wichtigen Terminen mit heikler Aufgabenstellung:

Eine Frage stellt sich als erstes: Was zum Geier soll ich bloß anziehen?

Aber echt. Zum Glück ist die Frage schnell geklärt. Es kann losgehen.

Als ich mich sonntags in einem schwarzen Lederrock und enganliegendem, schwarzen Top auf den Weg mache, fange ich an zu zweifeln. Wird dich das überzeugen?

Eine drängende Frage unserer Tage, im „Stern“ erstmals formuliert: Werden ein enganliegendes Top und ein Lederrock James Franco überzeugen, mit der Frau vom „Stern“ ein Selfie zu machen? Man ist gespannt und darf lesend beobachten, wie die Autorin verselbstzweifelt über die Party kurvt.

Ich nehme mir mein drittes Glas Champagner und suche unauffällig den Raum nach dir ab. Möglichst cool schlendere ich umher, und auf einmal stehst du da.

Es ist der Wahnsinn. James Franco steht plötzlich auf seiner eigenen Party, doch der Autorin „blockiert“ völlig überraschend das Gehirn. So steht das da. Also macht die Kollegin, die die Autorin begleitet, was man so macht auf einer Unterstufenparty: Sie zieht sie zu Franco hin und fragt, ob ihre Freundin mal ein Foto mit ihm machen dürfe. Und wenn es bis hierhin vor allem peinlich war, wird es jetzt peinlich ernst.

Du legst deine Hand tröstend auf meinen Arm und schüttelst mit dem Kopf. „Nein, tut mir leid. Dann wollen hier alle ein Foto.“

An dieser Stelle muss etwas kaputt gegangen sein beim „Stern“. Denn auf dieser Ablehnung Francos fußt die ganze Empörung und Enttäuschung dieses Textes, die nun darin gipfelt, dass der „Stern“ ganz beiläufig unterstellt, James Franco habe einen Hang zu minderjährigen Frauen. Oder eins zu eins zitiert:

Irritiert siehst du mich an und fragst: „Was machst du?“. „Ich studiere Literatur an der Uni in Berlin“. „Was studierst du?“. „Ähm Literatur“. Willst du mich verarschen? Jetzt gucke ich irritiert. „So where is your school?“, fragst du. Ich verstehe nur cool und antworte superlässig, „Yeah, it’s cool“. Was? Was war deine Frage? Verwirrung breitet sich aus. Die Frage nach meiner „Schule“ lässt dir wohl keine Ruhe, wieso bist du so auf meine Schule fixiert? Was glaubst du, wie alt ich bin? Mir fällt der Skandal mit der 17-Jährigen ein, die du über Instagram zu einem Date überreden wolltest. Du guckst mich nur an und streichelst meinen Arm. Puh, das nimmt hier aber eine ganz komische Wendung.

Allerdings: Puh!

Der „Stern“ meint offenbar, hier eine Art Brüderle-Moment erlebt zu haben, der aber noch pikanter ist, weil es, anders als bei Brüderle, um Minderjährige geht.

Die Geschichte mit der 17-Jährigen, mit der Franco gechattet hat, stimmt. Sie wurde vor gut einem Jahr publik und entfachte eine Diskussion inklusive Shitstorm. Am Ende bat Franco um Entschuldigung, aber die Geschichte haftet ihm an – obwohl auch spekuliert wurde, der Chat sei bloß PR gewesen für den Film „Palo Alto“, in dem Franco einen Lehrer spielt, der etwas mit einer minderjährigen Schülerin anfängt. Der erste Trailer wurde – was Zufall sein kann oder Kalkül – am selben Tag veröffentlicht, an dem auch die Chat-Geschichte aufkam. Der „Stern“ verlinkt sogar einen alten „Stern“-Artikel, in dem es um jene Zweifel an der Chat-Geschichte geht:

Doch die Skepsis an der Geschichte wächst – es wäre nicht das erste Mal, dass ein Hollywood-Star die Medien austrickst, um sich in die Schlagzeilen zu bringen.

Und selbst wenn die alte Geschichte wahr ist – was hat Franco auf der Party gemacht? Der „Stern“ reitet darauf rum, dass Franco die Autorin gefragt habe, wo ihre „school“ sei. Dabei glaube ich, dass Franco, der Amerikaner, gar nicht jene Schulen meinte, auf die minderjährige Deutsche gehen. In den USA kann man literature auch an „schools“ studieren, ähnlich wie sie an Drama Schools Schauspiel lernen. Die wenigsten Schüler dort sind minderjährig.

Aber darüber hat beim „Stern“ offenbar niemand nachgedacht. Und so passt es ja auch viel besser in die schlüpfrige Geschichte, in deren Verlauf Francos – anfangs noch tröstende – Hand auf dem Arm der Autorin eine ganz andere Bedeutung bekommt.

Vielleicht sollte man von Glück reden, dass die Begegnung mit Franco ein jähes Ende nimmt, als sich „eine etwa 1,80 Meter große Frau mit prallen Lippen und riesigen Brüsten“ zwischen ihn und den „Stern“ schiebt. Hätte Franco es später nicht gewagt, doch noch ein Selfie zu posten, auf dem er unter anderem mit der unglaublich minderjährigen Courtney Love zu sehen ist, was am Ende des „Stern“-Textes ein beleidigtes Raunen erzeugt und einen lustigen Appell:

Jeder träumt doch von Mr. Perfect. Ich für meinen Teil habe dich durchschaut Franco. Wenn du mir das Gegenteil beweisen willst, melde dich gern und wir führen unser Gespräch fort.

Ich weiß nicht, wie streng sie beim „Stern“ Texte (von HospitantInnen) redigieren, bevor sie veröffentlicht werden, aber es deutet einiges darauf hin, dass sie die Texte nicht mal lesen. Ich bin allerdings auch etwas  verwirrt gerade. Als ich heute twitterte, wie dämlich der Text sei, antwortete der Chef des Berliner „stern.de“-Büros:

Weil ich kurz einen Schreck bekam, Kinkel könnte mich meinen, bin ich noch mal durch den Text gelaufen, auch zwischen den Zeilen, ich habe sogar einzelne Wörter hochgehoben, um drunter nachzuschauen, aber ich habe nirgends Ironie gefunden.

105 Gedanken
  1. 1
    Georg says:

    Mich erschüttert viel mehr, welche Menschen sich für ein Studium der Literaturwissenschaften einschreiben.

  2. 2
    Sigmund says:

    Jetzt verstehe ich auch, warum stern den Kommentarbereich abgestellt hat.

  3. 3
    Thomas Knüwer says:

    In Sachen School: Umgangssprachlich werden in den USA Unis als School bezeichnet. Franco hat sie schlicht nach ihrer Hochschule gefragt.

  4. 4
    Exlox says:

    Hm, mit sehr viel gutem Willen könnte man den Artikel als Persiflage auf STERN/Gala/Neon-Promi-Ranschmeiss-Gonzo-Blog-Artikel verstehen. Und als Satire auf junge blonde Literaturstudentinnen, die solche Eventberichterstattung abliefern. Insofern besteht eine geringe Chance, das Lutz Kinkel recht hat…

    Andererseits würde ich den Sc***ss auch genau so verteidigen, wenn ich Lutz Kinkel wäre.

    Egal! Es ist so oder so kein weiteres Kommentar-Elektron wert.

  5. 5
    Thomas Knüwer says:

    Ergänzung: Nicht umgangssprachlich werden die Fakultäten einer Uni auch offiziell als School berzeichnet, zum Beispiel „School of Management“.

  6. 7
    BlueKO says:

    Ich freue mich schon auf die große Stern-Serie ab Ende September:
    „Mein schönstes Ferienerlebnis“

  7. 8
    Michael says:

    Stimmt zwar. Allerdings halte ich es schon für ein wenig witzlos, sich an einer Hospitantin abzuarbeiten. „Dämlichster Artikel des Jahres“ von einer Studentin? Geschenkt. Wenn alle mitfeixen können, wars den Spaß sicher wert

  8. 9
    Thomas says:

    @8 Michael
    Wer berufstätig genug ist, um in einem Text auf einem großen Online-Nachrichtenportal ein Gespräch bei lauter Musik, bei dem derjenige nur jedes zweite Wort mitbekommen hat, so wiederzugeben, dass dem Gesprächspartner in den Mund gelegt wird, mit Minderjährigen Sex haben zu wollen, der ist auch berufstätig genug, um dafür öffentlich kritisiert zu werden.

    Lesen Sie morgen im Stern: „Der Junge aus der achten Klasse, der nicht mit mir ausgehen wollte – Warum er schlimmer ist als Hitler“.

  9. 10
    SJ says:

    Sehe ich wie meine Vorposter. „School“ im Englischen hat durchaus auch die Bedeutung einer Fakultät. „Harvard Business School“, „Harvard Law School“

    http://www.law.harvard.edu/

    Zudem muss man dort auch einen Test bestehen um zugelassen zu werden – resp. die Unis lassen Studierende nicht zu, wenn sie keinen genügend hoch Score erzielen – LSAT –> Law School Admission Test: https://en.wikipedia.org/wiki/Law_School_Admission_Test

    P.S.: Ich schaue zu viel fern…

  10. 11
    Flex says:

    [gelöscht]

  11. 12
    Kinch says:

    Ich kann den Tweet erklären: der Tweet war nämlich Ironisch gemeint, was du nicht verstanden hast. Inception.

  12. 13
    JUB 68 says:

    Man sollte zu der ganzen Geschichte noch folgendes anmerken:
    Die Formulierung „Minderjährige“ (die von der Praktikantin auch nicht verwendet wird, im ursprünglichen Stern-Artikel zum Shitstorm aber schon) ist im konkreten Fall nicht spezifisch genug. Was bei der Skandalisierung dieses Flirts übersehen wird, ist das sogenannte Schutzalter.
    (Damit wird das Alter bezeichnet, ab dem eine Person juristisch als einwilligungsfähig bzw. entscheidungsfähig zu freiwilligen sexuellen Handlungen gilt.)
    Im Bundesstaat New York liegt das Schutzalter bei 17 Jahren, besagtes Mädchen hielt sich zum Zeitpunkt des Flirts dort auf (NYC). In Ihrer eigentlichen Heimat (Schottland) liegt das Schutzalter übrigens bei 16 Jahren.
    Egal, wie man einen derartigen Skandal moralisch bewertet, eine klarer Hinweis auf die Tatsache, dass mit dieser Anmache nicht gegen geltendes Recht verstoßen würde, gehört doch zur Ausgewogenheit.

  13. 15
    Flügelschlag says:

    Es wäre sogar dann noch peinlich, wenn dieser durch und durch pubertäre „Artikel“ in der Bravo erschienen wäre.

  14. 16
    Andi says:

    Irgendwie habe ich den Eindruck, dass sich der Stern-Artikel zusammenfassen lässt zu „Hey Typ, du bist nicht so nett wie ich dachte, und möglicherweise auch pervers. Ruf mich an!“. Hä?

  15. 17
    Michael says:

    Wenn der Stern meint, möglichst günstig an Artikel zu kommen, sollen sie auch mit der Kritik daran leben.

  16. 18
    dermax says:

    Bin ich der Einzige, der es auch etwas unpassend findet, erstens Erlebnisse nach drei Gläsern Champagnern zu veröffentlichen und zweitens auch noch stolz rauszuposaunen, dass man nicht mehr nüchtern war?

  17. 19
    comicfreak says:

    ..ich fand besonders schön, dass sie sich über die anderen Gäste echauffiert und meint, das wäre jetzt was ganz anderes, als die Kreise, in denen sie sich sonst bewegt.
    Bonus: sie unterbricht Franco im Gespräch mit Wim Wenders und ärgert sich später, dass sie unterbrochen wird durch eine Frau, die sich verabschieden will ^^

  18. 20
    Claus says:

    Ach hätten sie doch einfach geschwiegen. Alle.

  19. 21
    nona says:

    Die Autorin zählt 27 Lenze. In dem Alter weiss man gemeinhin, (1) wie man Ironie literarisch richtig verpackt und präsentiert und (2) dass man aus der Pubertät raus und längst richtig erwachsen ist, also so ganz in echt jetzt und so.

    Von daher… schaaade schade…

  20. 22
    K. says:

    [gelöscht]

  21. 23
    Artur says:

    Meine Güte, der Text stammt von einer Hospitantin. Das arme Mädchen hier öffentlich dermaßen herunterzuputzen, ist doch mies. Könnten Sie nicht einmal Fünfe gerade sein lassen. Es können nicht alle so großartig und perfekt sein wie Sie. Erfreuen Sie sich nun an dem obligatorischen Jubel Ihrer besserwisserischen Jünger. Zum Kotzen, sorry.

  22. 24
    Boris Rosenkranz says:

    @23 Ich wiederhole auch hier kurz, was ich an anderer Stelle schon erklärte: Es geht in erster Linie darum, dass der „Stern“ diesen Text so veröffentlicht. Mit allen Unterstellungen. Und was die Rolle der Autorin betrifft: Sie ist 27, Literatur-Studentin, schreibt sonst über Politik und tritt (im Text, also öffentlich) doch recht selbstbewusst auf. Es handelt sich nicht um eine Schülerpraktikantin. Ich habe das sehr wohl einbedacht, bevor ich geschrieben habe. (Und, nebenbei: Ich bin gar nicht großartig und perfekt.)

  23. 25
    Alexander Schulz says:

    Tja, der Spiegel wird zum Focus, der Focus wird zum Stern und der Stern wird zur Bravo.

  24. 26
    B.Berg says:

    Es spielt absolut keine Rolle, ob ein Artikel im Stern Online gut oder schlecht geschrieben, schlecht recherchiert, hetzend und verhetzend, naiv, Inhaltlich falsch oder möglicherweise sogar mal wahr oder wenigstens nicht Tatsachen verdrehend ist.

    HAUPTSACHE IST DASS DIE PAGE IMPRESSIONS stimmen!

    Nur aus diesem Grund schaffen es solche Text wie der von Frau Link ohne Probleme ins Onlineportal. Und etwas besseres als im Blog von Stefan Niggemeier zerrissen zu werden kann dem Stern und Frau Link eigentlich nicht passieren.

    Acha ja, Klasse Verriss. Habe mich köstlich amüsiert :-)

  25. 27
    jj preston says:

    Die „Schools“ gibt es auch in Deutschland, zum Beispiel die Bucerius Law School in Hamburg oder die Hertie School Of Governance in Berlin… man kann also wissen, dass „School“ nicht zwingend Leute U18 meint.

    Was den „Artikel“ angeht: Oh ja, er ist grausam schlecht.

    Der eine Aspekt ist: So etwas schreibt eine erwachsene Frau, die Literatur studiert? Mit Verlaub, einen Mix aus Ich-Zentriertheit und Boulevard auf „Freizeitrevue“-Niveau kann man in der Tat bei einer Schulzeitung durchgehen lassen, aber eine 27-jährige Studentin sollte in der Lage sein zu reflektieren, welches ihre Aufgabe ist, wie der Mehrwert für den Leser aussieht und wie man so eine Geschichte unterhaltsam gestaltet (im Sinne von: Der Leser hat nicht das Bedürfnis, nach zehn Zeilen den Monitor aus dem Fenster zu werfen). Dass daran auch schon fertig Ausgebildete im Journaillebetrieb scheitern – geschenkt. Aber man sollte den Ehrgeiz besitzen, es besser machen zu wollen, anstatt einfach nur die Schraube noch weiter zu drehen.

    Der zweite Aspekt: Warum zum Geier hat die stern.de-Redaktion eine Hospitantin derart ins Messer laufen lassen, ohne sie zu leiten, ohne Redigieren, offenbar auch ohne Vorgabe, was man da haben will?

    Und nicht zuletzt stellt sich die Frage: Warum merkt ein Mensch mit Hochschulzugangsberechtigung nicht, was er da für einen substanzlosen Müll hingerotzt hat, löscht den Text und schreibt ihn neu?

  26. 28
    Andreas says:

    #23: ja und daher darf unter dem Titel „Praktikant“ ab sofort alles und jeder Artikel veröffentlicht werden. Ungeachtet der journalistischen Relevanz und der journalistischen Fairness. Die, unglaublicherweise, ja auch für solche „lustigen“ Sachen wie Klatsch & Tratsch Storys gelten sollten. Ok ok, ich weiss, das ist natürlich lächerlich, Fairness, Relevanz. Ab durch den Orkus damit und voll draufgehalten:

    Danke lieber Stern für einen weiteren Beweis, dass die „Qualitätsmedien“ das Internet gar nicht brauchten, um sich abzuschaffen. Mit solchem Murks stellt der Stern eindrucksvoll unter Beweis, dass Schülerzeitungsniveau, unsinnige Themenwahl und null Nachfrage eben auch ohne dieses ganze Web 2.0 Gedöns auftauchen können.

    btw: Die Autorin hätte sich gerne überlegen können, ob das vielleicht eher eine Glosse sein könnte. Und die Redaktion: Boing, vergeigt. Das ist „Hype-Content-11elf!!“ Klickiebunti Gedöns der untersten Sorte. Und Herr Kinkel, sie könnten ja nochmal nachlesen, wie das so ist mit Ironie und so. Gibt auch Journalistenkurse, wo das unterrichtet wird…

  27. 29
    TangoZulu says:

    Die Frage scheint mir eher: Gibt es bei Stern-Online so etwas wie Grundsätze dessen, was man (auch im Unterhaltungsressort) für Journalismus hält? Und wo ist der Schicht-/Ressort-/Produktionsverantwortliche, der Beiträge auf diese Grundsätze hin durchliest? Manchmal muss man Publikum und unerfahrenen Nachwuchs gleichermaßen vor Blödsinn schützen….

  28. 30
    Ekkehard says:

    …ich lese den „Stern“ seit 1983 nicht mehr und ein James Franco ist mir gänzlich unbekannt. Pubertierende Mädels/Volontärinnen/Studierende mit dem immer eingeschalteten Smartphone trifft man allerdings zuhauf hier in Düsseldorf.

  29. 31
    Andreas says:

    Wieso glauben eigentlich beinahe alle hier, wenn man „Literaturwissenschaften“ studiere, lernte man bzw. flöge einem automatisch eine hochtrabende, sinnhafte, sprachgewandte Schreibe (zu)?

  30. 32
    kdm says:

    @30
    Weil „lesen bildet“. Eigentlich. Normalerweise.
    Immerhin studiert sie nicht Anglistik, wg. „school“.

  31. 33
    jj preston says:

    @30
    Andersherum wird ein Schuh draus: Man sollte bestimmte Fähigkeiten und Talente mitbringen, um ein derartiges Studium erfolgreich abzuschließen. Wer in Mathe und Physik eine Niete war, wird ja auch kein Verkehrspilot…

  32. 34
    Burkhard says:

    Der Text endet: „Ich für meinen Teil habe dich durchschaut Franco. Wenn du mir das Gegenteil beweisen willst, melde dich gern und wir führen unser Gespräch fort.“ Willer sicher.

  33. 35
    Sigmund says:

    @Alexander Schulz
    und wenn die bravo zum spiegel wird, oder spon-panorama zur bravo-sexecke, dann ist der Kreis geschlossen. 

    @ Boris
    Sie nicht, aber Herr Niggemeier schon.
    (Das musste mal gesagt werden.)

  34. 36
    Andreas says:

    @33: Offensichtlich geht es auch ohne…

  35. 37
    Flügelschlag says:

    Ja, dieser letzte Satz, @Burkhard #34, aber auch alles andere in dem Text lässt darauf schließen, dass die Autorin sich für sehr wichtig hält. Ein James Franco hätte sie ja wohl auf Händen tragen müssen. Eine richtige Diva. Leider bekräftigt der Stern durch die Veröffentlichung ihres „Artikels“ noch ihr Selbstbild. Sich als Reporter/in äußerst wichtig zu nehmen und den Star entweder anzubeten oder (wenn unkooperativ) herablassend zu sein scheint aber in Promi-Klatsch-Magazinen und -Sendungen eine Grundvoraussetzung zu sein, oder? Neben Oberflächlichkeit und Indiskretion.

  36. 38
    Dieter_Wondrazil says:

    [gelöscht]

  37. 39
    Andreas says:

    Wenn eine Frau sich darüber mockiert, dass es da eine „Konkurrentin“ mit „riesigen Brüsten“ gibt, ist das für den stern ok, aber wenn ein Mann das bei einer stern-„Journalistin“ anmerkt, geht ein #Aufschrei durch’s Land?

  38. 40
    Ekkehard says:

    @40: Haben Sie schon irgendwo gelesen, dass ein Mann einen „Riesenschwanz“ in der Hose hat? Oder gar Bilder von männlichen Prominenten, gezoomt auf deren Unterleib?
    Mir nicht bekannt…
    Sie verstehen?

  39. 41
    Mycroft says:

    Jetzt, ganz theoretisch, wäre die Frage, ob eine junge Frau noch zur Schule (nicht Uni) geht, ja auch als verdecktes Kompliment verstehbar: „Wie, schon 27? Sieht man Dir gar nicht an.“ (Das hieße, um Rückfragen vorzubeugen, nicht unbedingt, dass er sie wirklich
    für unter 20 hält, und auch nicht, dass er sich wünscht, sie wäre es.)

    Mit 17-jährigen anbandeln, wenn man Mitte 30 ist, ist jetzt etwas fragwürdig; einerseits ist man doppelt so alt und könnte altersmäßig deren Vater (oder Mutter) sein, andererseits wären die 17-jährigen in dem Alter, wo man selbst mit dem Kinderkriegen angefangen hätte, wenn…
    Aber, wenn ich das jetzt richtig verstehe, schreibt eine 27-jährige Frau also: „Ich wurde ernsthaft für min. 10 Jahre jünger gehalten.“ Zaunpfahl, liebe Leser!

  40. 42
    Claus says:

    @Ekkehard
    Nö, über die Schwänze von Männern schreibt man nicht – die formt man überlebensgroß nach und hängt sie an Gebäude – nicht als Zeichen der Bewunderung, die Männer gewöhnlich zu Aussagen über die Brüste von Frauen treibt, sondern als Zeichen der Abwertung
    – so geschehen am Verlagsgebäude der achsogeschlechterkorrekten taz mit dem Penis-Abbild von Herrn Diekmann

  41. 43
    Claus says:

    ….aber das ist natürlich was anderes.
    Ebenso wie die Äußerungen über Brüste anderer Frauen durch Frauen statt durch Männer – und das war übrigens genau der Punkt auf den Ihr Vorredner aufmerksam machte

  42. 44
    Andreas says:

    @40: Reicht Ihnen „Ist das Dein $FAVOURITELONGITEM da in Deiner Hose oder freust Du Dich nur, mich zu sehen“?

  43. 45
    Andreas says:

    @43: Verstehe ich das richtig: wenn also Frauen andere Frauen auf ihre (sekundären) Geschlechtsmerkmale reduzieren, ist das ok – wenn das Männer bei Frauen tun nicht?

  44. 46
    Claus says:

    @45 Nein, das verstehen Sie nicht richtig.
    Das war Ironie – inhaltlich angehängt an meinen Post zuvor, in dem ich exakt Ihr Position aus Ihrem Post 39 verteidigt habe gegen den Post 40 von Ekkehard. Jetzt alles klar?

  45. 47
    Pepito says:

    Nach dem Lesen des Beitrags hier und der ziemlich einhelligen Zustimmung hier in den Kommentaren dachte ich: okay, klarer Fall, gut geschriebener Verriss. Nachdem ich den verlinkten Stern-Beitrag gelesen habe war der Fall überhaupt nicht mehr so klar (das war schon neulich bei Rosenkranz‘ CSU-und-Asylproblematik-Artikel ähnlich).

    Sicher ist der Stern-Artikel kein Meisterwerk und man kann hinterfragen, ob so etwas in ein bekanntes Nachrichten(?)-Magazin gehört (oder ist das nur online erschienen?). Aber mit welch heiligem Ernst hier dieser seichte, Teeny-hafte Erlebnisbericht (es ist sehr wohl und in erster Linie ein Bericht) aus der Rubrik „Lifestyle/Leute“ seziert und verrissen wird ist schon – verwunderlich.
    Auch wenn Boris Rosenkranz fortwährend vom „Stern“ spricht, ist in dem Text ziemlich offensichtlich, dass es um einen sehr persönlichen Bericht der Autorin geht (vielleicht auch daher die Ich-Form), nicht um das Charakterportrait eines Promis. Es ist keine journalistische Mission des „Stern“, sondern es geht darum, dass eine durchschnittliche junge Frau zum ersten Mal auf so eine Party stolpert, einen Star trifft und nicht weiß, wie sie damit umgehen soll. Es geht auch um das Aufeinandertreffen von Phantasiewelt und Realität, Unbeholfenheit und Entzauberung. Kurz gesagt: Normalo trifft Promi, es geht in die Hose und ist weit weniger toll als erwartet/erhofft. Muss man nicht thematisieren, aber man kann.

    Dass Boris Rosenkranz hier trotz gründlicher Suche keine (Selbst-)Ironie gefunden haben will, ist einigermaßen erstaunlich. Schon die Form des Textes als Brief einer Praktikantin an den Star in Ich-Form hätte ein Indiz sein können. Wer meint so etwas denn wirklich ernst (außer Franz Josef Wagner vielleicht, aber auch da habe ich meine Zweifel)? Die ganzen Schilderungen, wie die Autorin an die Einladung kommt, an ihrer Garderobe zweifelt, sich betrinkt, nicht traut („Ich fühle mich zurückversetzt in die fünfte Klasse“), mit der Gelegenheit des Treffens nichts anzufangen weiß („Wie zur Hölle komme ich auf den Trichter, mit James Franco über Pegida zu sprechen?“) usw. strotzen doch geradezu vor selbstironisch zur Schau gestellter Naivität. Es sollte auch jedem klar sein, dass der letzte Satz (melde dich!) nicht ernst gemeint sein kann und er gleichzeitig das „Ich hab dich durchschaut“ konterkarieren soll.

    Wenn man Rosenkranz‘ Beitrag als Experiment liest, ob die Kommentatoren dieses Blogs ihm alles unhinterfragt glauben – es sieht schwer so aus.

  46. 48
    Andreas says:

    @46: Ah, jetzt ja – ist ja auch schon spät am Nachmittag… :-)

  47. 49
    Andreas says:

    @47: vielleicht soll der Text ja einfach den durchschnittlichen stern-Leser auf das demnächst zu erwartende Niveau vorbereiten? :-p

  48. 50
    Jan says:

    @47 Wenn, dann natürlich als ironisches Experiment.

    (Ob das hier Ironie war, wird Kommentar 61 offenbaren. Ich sage aber nicht, Kommentar 61 welches Artikels!)

  49. 51
    Frank Reichelt says:

    @Pepito,47
    Glückwunsch, das ist bisher die hellsichtigste und der Wahrheit wohl am nahekommenste Einschätzung des Sachverhalts!
    Narürlich durfte Herr Rosenkranz keine Selbstironie der Autorin erkennen, dann hätte er seinen Verriss ja in die Tonne kloppen müssen!

  50. 52
    Mycroft says:

    Wenn das Ironie war, über was macht sie sich lustig? Franco oder Link?

  51. 53
    Pepito says:

    Nachtrag: um Belege dafür zu finden, dass die Autorin im Text „doch recht selbstbewusst“ auftritt (BR, #24), muss man auch ziemlich noch mal durch den Text laufen, auch zwischen den Zeilen, und einzelne Wörter hochheben, um drunter nachzuschauen. Das Auftreten ist natürlich ein sehr subjektiver Eindruck, aber in der Summe bleibt dieser Befund trotzdem rätselhaft (trotzdem darf man die Autorin und den Text natürlich kritisieren).

  52. 54
    Skaarphy says:

    Man hätte den Text auch einfach mit „Achtung, Ironie!“ überschreiben können. Stern und Autorin wären die Ehre gerettet, und wenn dann jemand trotzdem verreisst, dann hat er einfach den Text nicht verstanden.
    Dann braucht’s auch keine nachträglichen Rechtfertigungen mehr – und wenn in Zukunft jemand einen Text einreicht, der so schrecklich ist, dass man sein Gedächtnis mit Seife auswaschen möchte, lächelt man, tut einfach seinen Ironie-Sticker oben drüber und hat sie raus, die Scheiße.

  53. 55
    roeschbib says:

    Sehr geehrter Herr Kinkel, Achtung, hier kommt Ironie.

    Mal ein Experiment: Ersetzen wir im Original-Artikel den Namen James Franco durch den Namen, ja, was nehmen wir, sagen wir mal, Hans-Jörgen Ulrichs*

    * Name geändert (damit mein Kommentar nicht gelöscht wird, oder erst recht)

    und nennen den neuen Artikel „Das Katastrophengespräch mit Hans-Jörgen Ulrichs“.

    Ungefähres Szenario, die junge Hospitantin der Zeitschrift „Mond“* Frau Recht*

    * Name geändert (usw.)

    möchte Ihrem neuen Chef Herrn Ulrichs Ihren ersten super Artikel über einen Sänger*

    *Darstellung verfremdet

    vorstellen, den keiner kennt, damit sie dann jeder kennt, und das lief etwa so:

    „Möglichst cool schlendere ich umher, und auf einmal stehst du da. Wäre dies ein Film, würdest du von einem Scheinwerfer angestrahlt werden. Hans-Jörgen – höchstpersönlich – Ulrichs. Ich gehe auf dich zu, mein Gehirn blockiert, und damit meine Beine ebenfalls. Mission abbrechen, Mission abbrechen (Artikel zerreißen).
    (…)
    Ich erstarre. Ich kann mich immer noch retten, geh rückwärts, lauf weg, kriech weg, egal, mach was. Mission abbrechen, Mission abbrechen (Hospitanz hinschmeißen). Ich ignoriere die Stimme in meinem Kopf. „Hi Hans-Jörgen Ulrichs. Aha, du bist Hans-Jörgen Ulrichs. Wow. Ich bin Katharina, ich bin nicht berühmt (und auch nicht talentiert).“ Na, das Vorstellen hat ja schon mal super geklappt. Irritiert siehst du mich an und fragst: „Was machst du?“. „Ich studiere Literatur an der Uni in Berlin“. „Was studierst du?“. „Ähm Literatur“. Willst du mich verarschen? Jetzt gucke ich irritiert. „So where is your school?“, fragst du. Ich verstehe nur cool und antworte superlässig, „Yeah, it’s cool“. Was? Was war deine Frage? Verwirrung breitet sich aus. (…)“

    Stop. Verwirrung. (Also jetzt bei mir):

    Was ist eine Hospitantin? – Und wie alt darf / muss die sein?

    Was stand in den gelöschten Kommentaren? – Und was muss ich machen, damit mein Kommentar gelöscht wird?

    Warum kennt niemand Hans-Jörgen Ulrichs? – Und warum heißt die Zeitschrift nicht HINTERM Mond?

    Fragen über Fragen …

    P.S.
    Ich mach’s wie die Qualitätsmedien, auf kritische Bewertungen meines erhabenen Kommentars reagiere ich nicht und klinke mich vorab schonmal beleidigt aus. Bye bye.

  54. 56
    FragenüberFragen says:

    Ufff,
    da schon lieber die Hitlertagebücher mit Blähungen und Mundgeruch.

  55. 57
    Karl says:

    Was Herrn Rosenkranz gelingt, schaffen viele Kommentatoren nicht: den Text und vor allem seine Veröffentlichung zu kritisieren, nicht aber persönlich gegen die Autorin anzuschreiben. Ihr Text ist eine Katastrophe, ja. Was für ein Mensch sie ist, erschließt sich daraus aber nicht, sagt nichts über ihre Fähigkeiten aus, und gibt niemandem das Recht, sich über beide Punkte ein Urteil zu bilden.

    Wer das hier tut und nicht versteht, wie vielschichtig diese Geschichte rund um die Geschichte ist, ist in seiner Einfältigkeit und Borniertheit um Einiges schlimmer als es der Artikel ist.

  56. 58
    Ulf J. Froitzheim says:

    Es geht doch nicht um die Praktikantin, sondern darum, dass es in der Redaktion keiner für nötig hält, sie vor sich selbst zu schützen. Wo bleibt die Fürsorgepflicht des Arbeitgebers?

  57. 59
    Ekkehard says:

    @49/Andreas: Auf welches Nivau? Etwa im Sinne von Topfvollgold? Längst angekommen…

  58. 60
    Ekkehard says:

    @59/Karl: Kann sein, kann aber auch sein, dass hier jemande schlicht Schrott geliefert hat, der besser nicht publiziert worden wäre. Selber Schuld…

  59. 61
    Mycroft says:

    [gelöscht]

  60. 62
    Ekkehard says:

    …übrigens, Springer soll gelitten haben wie ein Hund ob der Berichterstattung seiner „B…d“.
    Ich habe erkennbar feuchte Augen, kann aber auch an einer Erkältung liegen.

  61. 63
    JMK says:

    @47 „in Ich-Form hätte“
    Welche Form wäre denn angemessen?

  62. 64
    Mycroft says:

    Ähm, ich bekam eine Meldung wegen eines Doppelposts. Jetzt steht da nur noch ein Post von mir, dass [gelöscht] ist.
    Wo ist das andere?

  63. 65
    Ekkehard says:

    @63/Mycroft: ich erinnere Zeiten, da war man stolz, dass der Leserbrief von vor Tagen in der Samstagsausgabe des örtlichen Käseblatts veröffentlicht wurde.
    Es besteht ja keine Pflicht zur Einrichtung eines Forums, soweit ich das weis.
    Wer hier abblogt und warum: Herrn Niggemeiers Sache.
    Ist so…

  64. 66
    Lars says:

    Sich mit „Ironie“ herauszureden ist ja immer beliebt. Auch Ironie müsste Inhalt haben, etwas transponieren wollen. Was sollte das sein? Auch Ironie kann grottenschlecht sein, z.B. wenn sie nur ein einzelner erkennen kann.

  65. 67
    Mycroft says:

    @Ekkehard: achja, Leserbriefe, lang ist’s her.
    Punkt war, wenn ich irgendwie versehentlich zweimal dasselbe poste, sehe ich ja ein, dass das Programm eines davon löschen will. Aber hier wurde beide Hälften des Doppelposts gelöscht, so dass am Ende gar nichts mehr da steht.

    War irgendwas über Ironie.

  66. 68
    Marla says:

    Danke für den nahezu schonungslosen Kommentar zum seltsamen Bericht von [gelöscht]!
    Als Literaturwissenschaftlerin (der Anglistik) an einer Berliner „School“ will ich mich auch kurz dazu äußern. Ich bin gewissermaßen erleichtert, dass viele der Gedanken, die mir während des Lesens direkt nach der Publikation des [gelöscht] Artikels durch den Kopf gingen, hier schon Eingang gefunden haben und ich mich nicht mehr in der Einzahl sehe (so wie während der ersten Lektüre).

    Da ich jetzt nicht die bereits genannten Punkte wiederkäuen möchte, bleibt mir zumindest eins zu sagen bzw. zu fragen übrig: Wie kann eine (angehende) Literaturwissenschaftlerin, die offenbar darauf erpicht ist, Franco kennenzulernen, und ja irgendwas an ihm finden muss (weswegen sie sich rausputzt und im Moment der Begegnung Nervenflattern bekommt usw. usf.), also wie kann sie dann dies schreiben?
    „Aber was hatte ich erwartet? Du wirst von deiner Umwelt – oder von dir selbst? – zu diesem intellektuellen Alleskönner gemacht. Bist du wirklich ein so begnadeter Schauspieler wie die Kritiker dich feiern? Ist deine Poesie überhaupt lesenswert?“

    Neben der einfallslosen Gesprächsführung ihrerseits, die – kein Wunder – dazu führen musste, dass es sang- und klanglos keine Fortführung des Gesprächs gab (und geben wird, vermute ich), frage ich mich, ob sie selbst seine Person bzw. vor allem sein Schaffenswerk überhaupt kennt…Schon mal Filme von ihm gesehen (mit Franco als Regisseur und/oder Schauspieler) oder seine Romane und Gedichte angerührt und gar…gelesen?…Vielleicht klappt’s dann auch mit dem Small Talk, ganz ohne Pegida.

    Das, was ich da [gelöscht] las, wirkt auf mich leider nur wie das Trotzverhalten einer 5.-Klässlerin, die ihm zeigen will, was er davon hat, dass er statt mit ihr den Abend mit Courtney Love und anderen Bekannten/Freunden verbracht hat. Er in der Bringschuld – mannomann, jetzt hat sie’s ihm aber gegeben! Da fallen mir die uns bekannten Worte ein, die ich hiermit an sie zurückgebe: „Wenn du mir das Gegenteil beweisen willst, melde dich gern und wir führen unser Gespräch fort.“

  67. 69
    Grafschafter_Goldsaft says:

    Das ist nicht der „dämlichste Artikel des Jahres“. So ein Germanistikstudentinnengezwitscher muss man eben anders lesen. Nicht als harte Reportage, eher als impressionistische Wolke aus Society-Buzzwords: Selfie! Champagner! Brüste! Wim Wenders! Epic! Das steht alles in keinem nachvollziehbaren Sinnzusammenhang und führt dennoch mitten ins Herz dieser Veranstaltung: ins Nichts.

  68. 70
    TangoZulu says:

    So, jetzt is‘ mal gut. Hospitantin hat schriftlich Stuß geplappert (passiert – mit anderen Akzenten – auch Hospitanten) und beim großen Journalismusattitüdemediium hat’s weder einer gemerkt noch einkassiert (sollte nicht passieren). Hätte sie nicht auch noch (pädo)sexuelle, hm, Andeutungen in den Partyraum gestellt, ohne diese zu konkretisieren oder schlüssig zu begründen (sollte keinesfalls passieren) wäre die Angelegenheit wohl auch nicht in einem medienkritischen Blog gelandet. Hätte sich der Stern mit der Kritik inhaltlich auseinandergesetzt (statt reflexartig alle Planwagen im Kreis auffahren zu lassen und aus der Mitte auf das mangelnde Ironieverständnis der Außenwelt zu schießen), könnte vielleicht auch die bis dahin professionell gereifte Urheberin in zehn Jahren lächelnd auf ein schönes Lehrbeispiel für misslungenen Unterhaltungsjournalismus zurückblicken. Die Autorin wird die Lektion hoffentlich begreifen, auch ohne dass die Stern-Redaktion selbst die Kritik verstünde. Leider kann ich Debatten nicht so wirksam für beendet erklären, wie das Bundekanzleramt, aber ich wende mich jetzt gerne neuen Fragen des Tages zu.

  69. 71
    Dieter says:

    Oh, Herr Rosenkranz ist rot geworden.

  70. 72
    Mycroft says:

    Wenn jemand selbstironischerweise gewisse Übertreibungen und Fehlschlüsse darstellen wollte, indem er oder sie in diesem Falle eine harmlose Smalltalkzeile eines Amerikaners absichtlich fehlinterpretiert, dann ist das i.d.T. Ironie.

    Nur sollte man das irgendwie ganz durchziehen, z.B.: „Mein Chefredakteur meinte zwar, ich solle nicht hinter jedem Halbsatz eines Mannes einen Triebtäter vermuten, und Du hättest mit „School“ „Uni“ gemeint, aber ich habe Dich durchschaut, James Franco. Dass dieser Teil nicht rausgekürzt wird, läge nur daran, dass ich in meiner Schulmädchenuniform so süß aussehe, sagte er. Immerhin vergütete er meine Arbeit mit einem Lolli extra.“
    Rein, um erkennen zu lassen, dass man nur dumm tut.

  71. 73
    Frank Reichelt says:

    @Dieter, 71
    Dazu hat er ja auch allen Grund!
    Das Rot ist aber wohl eher für Leute gedacht, die immer noch glauben, alle Blogeinträge hier sind von Herrn Niggemeier.
    Passt meiner Ansicht nach leider überhaupt nicht zum dezent grünen Layout der Seite!

  72. 74
    Flügelschlag says:

    Aber die rote Unterlegung des Autorennamens, sofern er „Boris Rosenkranz“ lautet, die ist jetzt neu, oder?

  73. 75
    Dieter says:

    @73 / Frank Reichelt: Sticht aber sofort ins Auge. Für die, die glauben, alle Beiträge wären vom Hausherrn
    @74 / Flügelschlag: Ja, das ist ein ganz zartes Frühlingsrot. Ganz neu.

  74. 76
    Floch says:

    Die Ausrede mit der Ironie hatten wir letztlich doch hier gerade bei dem Beitrag von Niggemeier zu den Antigriechen-Ressentiments im youtube-Kanal des WDR. (Beitrag: Voll krass: Der WDR macht einen auf YouTube ) Ist wohl ne Standardausrede bei im „lockeren jugendlichen“ Ton geschriebenen Artikeln (aufgrund der modernen Pseudo-Selbstironie).
    Vielleicht beim nächsten Mal ne vernichtende Kritik schreiben, die davon ausgeht dass das Gegenteil gemeint ist, und dann die abwatschende Antwort vom Chef abwarten wie man denn so blöd sein könne, anzunehmen dass wäre ironisch gemeint gewesen.

    Im Ernst, ob jemand tatsächliche Ironie ausdrückt, ist ja in dem Zusammenhang nicht besonders schwer, vgl. etwa den Beitrag von MyCroft 26. Februar 2015 um 11:19.

  75. 77
    grey²³ says:

    Ich bin dagegen, dass Boris Rosenkranz hier schreibt (Hausherr, beuge dich meinem Willen). Sry, Herr Rosenkranz, aber in meinem Alter kann ich solche stilistischen Schwankungen nicht vertragen – gute Artikel, klar, aber reicht nicht für das Niveau, das dieses Blog erfolgreich gemacht hat.

  76. 78
    JUB 68 says:

    @73 Frank Reichelt
    Als Thüringer kann ich Ihnen bestätigen, dass die Anzahl der Leute, die Rot-Grün für eine Geschmacksverirrung halten, größer ist, als man denkt.
    Aber mal etwas ernsthafter:
    Bislang haben Sie nahezu jeden der Artikel von Boris Rosenkranz hier im Blog kritisiert, keiner hat Ihnen bislang so richtig gefallen. Stefan Niggemeier darf bei Ihnen zwar auch nicht regelmäßig auf Zustimmung hoffen, aber er konnte auch schon das eine oder andere Lob von Frank Reichelt einheimsen.
    Ich fürchte fast, dass Herr Rosenkranz da bei Ihnen keine Chance mehr hat.
    Pepito interpretiert den Artikel als ironische Persiflage auf naive Idealisierung und Entzauberung ferner Idole. Sie schließen sich dem an. In der Tat ist diese Lesart nicht unlogisch. Aber auch in dem Fall nicht wirklich gut gemacht, oder?

  77. 79
    Flügelschlag says:

    Ich finde die Beiträge von Boris sehr gut und freue mich auf weitere hier im Blog. Aber ich bin auch noch jung. ;)

  78. 80
    Pepito says:

    @Mycroft, #52, 72

    Wenn das Ironie war, über was macht sie sich lustig? Franco oder Link?

    Es geht um Selbstironie. Damit meine ich nicht, dass es „Satire“ sein soll oder [gelöscht] eigentlich das Gegenteil von dem meint, was sie schreibt. Sondern dass es eben gerade nicht ein ernst gemeintes „Durchschauen“ und ein objektiv-journalistischer „Blick hinter die Fassade“ sein soll, erst recht nicht bezüglich einer pädosexuellen Neigung.
    Zu #72: ja, man hätte das deutlich besser und besser deutlich machen sollen.

    @JMK, #63

    Welche Form wäre denn angemessen?

    Wenn wirklich, wie hier anscheinend unterstellt wird, ein echter journalistischer „Blick hinter die Fassade“ seitens „des Stern“ beabsichtigt gewesen wäre (s. o.), dann wohl eher eine in der dritten Person gehaltene Beschreibung. Und ohne Erwähnung des Alkoholeinflusses etc.

    @Grafschafter_Goldsaft, #69
    Auch ein guter Ansatz.

    @TangoZulu, #70
    So isses.

    @JUB68, #78

    Aber auch in dem Fall nicht wirklich gut gemacht, oder?

    Nein, ganz und gar nicht. Aber finden Sie denn diesen bierernsten Totalverriss angemessen?
    Herr Rosenkranz soll bitte weiter gerne hier schreiben, notfalls jetzt für alle Lesensschwachen auch rot unterlegt. Aber mein Eindruck ist schon, dass er im Vergleich zu Stefan Niggemeier tendenziell im Stil schärfer, aber auf dünnerer sachlicher Grundlage schreibt.
    Wenn er mir das Gegenteil beweisen will, melde er sich gern mit neuen Texten und wir führen unser Gespräch fort.

  79. 81
    Mycroft says:

    Wenn’s Selbstironie sein sollte, war sie aber ziemlich schwach. Verschiebt das Ziel der Kritik nur unwesentlich.

    Vor allem: sich lustig machen über
    a) James Franco;
    b) Berichterstattung über James Franco; oder
    c) „Society-Journalismus“ im Allg.
    hielte ich ja für ein legitimes Thema für einen Artikel in einer bekannteren dt. Zeitschrift, unter der besagten Einschränkung, dass das doch etwas dünn war.

    Sich lustig machen über
    d) eine Hospitantin
    ist jetzt etwas billig. Sie ist nicht annähernd so berühmt oder relevant wie Franco.
    Aber, wenn sie sich schon über sich selbst lustig macht, dann sollte es doch bitte auch lustig sein.

    Ich bin von der Ironieerklärung immer noch nicht überzeugt, aber wenn dem so sein soll: lasst es bitte!

  80. 82
    kdm says:

    A propos „der „dämlichste Artikel des Jahres“.“
    = Sowas gibt’s auch als Lyrik, z,B, in den FAZ blogs:
    http://bit.ly/17DfDVZ

  81. 83
    JUB 68 says:

    @#80 Pepito
    Klare Frage, klare Antwort: Nein.
    Das hat schon ein wenig von „mit Kanonen auf Spatzen schießen“.
    Mich hat eigentlich auch die Story vor der Story interessiert.
    (Vgl. Kommentar Nr.13)
    Dort können Sie auch sehen, dass ich die Autorin sogar ein wenig verteidige, sie spricht nicht von einer Minderjährigen, sondern von einer 17-jährigem.
    Aber:
    Manchmal habe ich den Eindruck, dass Boris Rosenkranz hier schon deshalb kritisiert wird, weil er nicht Stefan Niggemeier ist.

  82. 84
    Alex says:

    An anderer Stelle im Internet ™ war neulich zu lesen, dass Kritik sich erst durch den Anspruch des Kritisierten an sich selbst mit Inhalt füllt.

    Da Print sich offensichtlich aufgegeben hat und Online-Print, oder wie auch immer der Fachausdruck dafür lauten mag, offensichtlich nie den Anspruch hatte Journalismus zu machen, möchte ich anregen, dass die Herren Rosenkranz und Niggemeier ihr Schaffen künftig auf den gebührenfinanzierten Rundfunk konzentrieren, der ja vor Ansprüchen an sich selbst nur so strotzt und gleichzeitig, anders als Print, nie von selbst an den „Kräften des Marktes“ sterben wird.

    Zum Artikel an sich nur soviel: Wenn es Ironie wäre, das wurde in #80 u.a. schon angedeutet, wäre das Objekt der Ironie offensichtlich die Autorin und nicht der Schauspieler. Es wäre somit ein Artikel über die unbekannte Hospitantin, und da muss sich der Herausgeber die Frage gefallen lassen, wieso er dem eine Plattform bietet. Womit wir wieder bei Selbstansprüchen wären.

  83. 85
    Hanno says:

    @Pepito:

    Was den „Erlebnisbericht“ der Stern-Autorin/Hospitantin betrifft: Mir scheint diese Beschreibung der eigenen Unsicherheit und Unbeholfenheit eher Koketterie als Selbstironie zu sein. Aber gut, das sind vielleicht eher marginale Unterschiede bzw. fließende Übergänge, die naturgemäß von der subjektiven Lesart bestimmt sind. Davon abgesehen vermute ich allerdings, dass die eigentliche Entstehungsgeschichte weder auf den Anspruch, einen „objektiven journalistischen Blick hinter die Fassade“ zu tätigen (der wäre bei dieser Konstellation ja eh illusorisch), noch vom Willen, einen selbstironischen Text über das Treffen Star/Praktikantin zu verfassen, zurückgeht.

    Ich fürchte, es ist viel banaler: Der „Stern“ schickt seine Hospitantin auf die Party eines Hollywoodstars und die muss (soll) aus einer (erwartbar) flüchtigen und völlig oberflächlichen Begegnung irgendeinen Text fabrizieren. Was bleibt da schon, außer mit der eigenen Rolle zu kokettieren und durch diese „Brief an James Franco“-Perspektive Originalität zu simulieren. Der verzweifelte Versuch, irgendeine Relevanz mit Francos vermeintlicher (Fehl-)Vorstellung ihres Alters herzustellen, ist aber in jedem Fall ziemlich fragwürdig. Da hilft auch die „Selbstironie-Krücke“ wenig – und schlecht bleibt der Text ja ohnehin.

  84. 86
    Pepito says:

    @JUB68, #83
    Die Story vor der Story war auch schon belangloser Schrott und die Stern-Autorin hätte gut daran getan, es dabei zu belassen (vgl. Claus, #20).

    Manchmal habe ich den Eindruck, dass Boris Rosenkranz hier schon deshalb kritisiert wird, weil er nicht Stefan Niggemeier ist.

    Kann man wohl nicht mit Sicherheit ausschließen. Das wäre nun wiederum ein Argument gegen Offenlegung der Autorenschaft inlusive farbiger Hervorhebung. Aber ich denke, Herr Rosenkranz kann damit umgehen.
    Alternativ schlage ich vor: einen Monat „Artikel-Bingo“. Wer am Ende des Monats alle anonymisert erschienenen Artikel richtig zuordnen konnte, bekommt einen Preis. Einen flauschigen Sonntagspulli vielleicht.

    @Hausherr(en)
    Anscheinend wird der Name der Autorin hier in den Kommentaren jetzt immer (automatisch?) gelöscht und durch den Hinweis „[gelöscht]“ ersetzt, was ich ja im Hinblick auf die Kanonen-auf-Spatzen-Kritik auch in Ordnung finde (auch wenn natürlich weiterhin jeder sowohl diesen Beitrag, als auch den verlinkten Artikel sehen kann). Ich nehme mal an, das hängt mit Suchmaschinen und der beruflichen zukunft der jungen Frau zusammen? Bei mir war jetzt allerdings der Eindruck entstanden, die betroffenen Kommentatoren hätten sich hier beleidigend geäußert. Das war aber (jedenfalls bei #80 bin ich mir sicher) wohl nicht der Fall.

  85. 87
    Pepito says:

    @Hanno, #85
    Ich kann Ihnen nur zustimmen. Genau so sehe ich es auch.

  86. 88
    Klatschkasper says:

    Warum sollte eine 27jährige Hospitantin nicht in diesem Stil schreiben dürfen und warum sollte der Stern online das nicht veröffentlichen? Ich verstehe leider die ganze Aufregung nicht. Es kommt keine große Message rüber und man sucht schon nach dem Sinn des Treffens, aber ich finde es eigentlich ganz erfrischend geschrieben. Nach dem Sinn und der Message von manchen Kritiken auf dieser Seite suche ich auch manchmal vergeblich.

  87. 89
    Harris says:

    das riecht nach Verleumdungsklage.. Mal schauen welche juristische Person zuerst klagt..

    Die andere Frage ist, wie wurde der Chef von der Praktikantin entlohnt, dass sie diese Satire präsentieren durfte..
    Ihr glaubt, da lief nichts im Büro? Ich weiß es besser ;)

  88. 90
    JUB 68 says:

    @86 pepito
    Für die einen ist es belangloser Schrott, für andere ein Skandal. Für mich hatte der belanglose Schrott dennoch eine interessante Komponente. Man kann hier an einem sehr simpel gestricktem Beispiel demonstrieren, wie ein ziemlich klar überschaubarer Sachverhalt zu einer halben Straftat hochgejazzt wurde. Wenn man jüngere Leute an Umgang mit medialer Kompetenz gewöhnen möchte, ist so ein Beispiel absolut super, gerade weil die eigentlichen Fakten so simpel sind.
    Natürlich kann man sich regelmäßig auf den Standpunkt stellen, dass es wesentlich relevantere Themen gibt und man über solche Banalitäten nicht diskutieren mag. Dazu wird man ja aber auch nicht gezwungen.
    Aber ungeachtet meines Eindrucks über einzelne Kritiken, wollte ich auf gar keinen Fall ein Argument dafür liefern, dass die Autoren nicht mehr klar erkennbar sein sollen.
    Manchmal wecken Banalitäten aus den unterschiedlichsten Gründen unsere Neugier. Bei Ihnen Frage ich mich zum Beispiel gerade auch: Was zum Geier ist ein flauschiger Sonntagspulli?
    Wozu sie einen flauschigen Pullover brauchen, ist ja einfach vorstellbar. Aber welche Merkmale muss das Teil aufweisen, um zum Sonntagspulli zu werden?

  89. 91
    Kein Schüler says:

    Alles halb so schlimm. So wie ich das gelesen habe war das eine Studentin im Selbstversuch. Wie bereits andere Forumsteilnehmer geschrieben haben ist der Begriff der Schule oder school weitergehend als die Studentin wußte. Dies gilt nicht nur für die USA sondern auch für Deutschland. Vielleicht sollte man die Studentin nochmlas auf eine Schule in Deutschland schicken. Spontan würde mir eine Journalistenschule einfallen. Ich bin ja kein Journalist, aber gibt es nicht die Henri Nannen Schule? Auch ohne den Besuch einer Schule steht der Studentin aber eine große Karriere z.B. bei der Bunten bevor.

  90. 92
    Skaarphy says:

    Ein paar Fragen, die mir bei der Textanalyse sehr weitergeholfen haben:

    1.) Kann eine fast 30-jährige Studentin der Literatur tatsächlich so dämlich sein und einen solchen Text Ernst meinen?

    Antwort: Nach meiner Erfahrung, wahrscheinlich ja.

    2.) Ist eine fast 30-jährige Studentin der Literatur, oder überhaupt eine Frau – oder generell ein Mensch, sozialisiert in der heutigen westlichen Welt – willens und fähig, sich selbst so zu offenbaren? Wie realistisch ist so viel Naivität und so wenig Selbstreflexion?

    Antwort: Und genau das ist die Sache. Es ist schon sehr unwahrscheinlich. Erschreckende Dämlichkeit kommt ja vor, aber ein solch eklatanter Mangel an Distanz zu mehr oder weniger allem ist eher selten. Es ist Affektinkontinenz.zum Mitlesen.

    Und deswegen: Der Text ist – sehr wahrscheinlich – als Satire gedacht. Sehr wahrscheinlich. Nicht 100%, aber sehr wahrscheinlich.

    Eine letzte Sache noch. Sind jemandem die Paralellen zu Sex and the City aufgefallen? Alles, was die Serie ausmacht, findet man auch hier.

  91. 93
    Susanne says:

    Ich vermute, die Autorin des Textes hat kein Wort mit Franco gewechselt. Und zum guten Erfinden reicht ein Literaturstudium eben nicht unbedingt aus…

  92. 94
    DerDude says:

    Wer liest den Stern? Freiwillig?

  93. 95
    Thomas says:

    Kann es sein, dass der Stern hier einfach versucht, den Stil von Artikeln auf vice.com nachzuäffen?
    Jedenfalls findet man dort solche Texte ständig (und keiner regt sich drüber auf).
    Bsp.: http://www.vice.com/de/read/der-vice-guide-zum-erfolgreichen-aufriss-im-club-928 oder http://www.vice.com/de/read/diese-dinge-passieren-wenn-du-deinen-uni-abschluss-in-der-tasche-hast-476 oder auch in Ich-Form: http://www.vice.com/de/read/mit-zwei-pornoexpertinnen-hetero-in-einer-pornoausstellung-schwul-schwules-museum-349

  94. 96
    Len says:

    So so, die „renommierte University of Columbia“ hat Franco also besucht. Oje. Ansonsten ist alles gesagt, den Text kann man sicher kritisieren. Nur irgendwann ist auch mal gut. Die Kollegin wird das naechste Mal sicherlich darüber nachdenken, bevor sie so etwas abgibt – und sich insgesamt länger mit dem „Denkmal“, das Autor und Kommentatoren ihr hier geschaffen haben, auseinanderzusetzen haben. Ob das alles noch dem Prinzip der Verhältnismäßigkeit entspricht, müssen die Herren hier im Forum mit sich ausmachen. Mir scheinen in jedem Fall schon Überschrift und Teaser („Katastrophentext“, dämlichster Artikel“) überzogen. Es gibt schlimmere Texte, zu ernsteren Themen.

  95. 97
    Pepito says:

    @ JUB 68, #90
    Ja, es war ein Beispiel dafür, wie man aus einer Banalität einen Skandal zu machen versucht hat. Dafür, dass es keiner war, habe Sie ja auch (zusätzliche) Argumente genannt. Darüber kann man ja auch natürlich diskutieren. Mein Punkt war: das Hochjazzen zum Skandal war m. E. schon nicht richtig, das wirre Andeuten im Stern-Beitrag überflüssig und die Kritik hieran aber auch wieder überzogen. Dass die Hysterie um den Flirt als prima Anschauungsbeispiel taugt, gewinnt dem Ganzen zwar noch etwas Positives ab, ist aber ja keine Rechtfertigung.

    Zur Pulli-Sache (man sollte fehlgeschlagene Versuche lustig oder wenigstens originell zu sein nicht durch Erklärungsversuche retten wollen, aber weil Sie es sind): ich hatte nur überlegt, was für einen Preis dieses Blog bei einem Spaß-Gewinnspiel vergeben könnte. Als regelmäßiger Besucher dieses Blogs kenne Sie doch sicher die Kategorie „Flausch am Sonntag“. Der Pulli war eine spontane Idee, wie man daraus merchandisingmäßig etwas machen könnte. Also: ein flauschiger Pulli für flauschige Sonntage auch ohne entsprechende Beiträge von Stefan hier. Es hätte auch ein Exemplar vom Fernsehlexikon sein können, oder ein Krautreporter-Abo. Oder ein Buch von Harald Martenstein, ein Bildband der schönsten Milchglasscheiben Deutschlands. Oder eine Dose Reporterkraut (o Gott, es wird nicht besser). Fragen Sie jetzt bitte nicht, was das denn schon wieder ist.

  96. 98
    Sebastian Soupa says:

    Pffff, Mädchen….

  97. 99
    Peter says:

    Ach ja, früher. Früher war alles besser. Besonders beim Stern.

    Da brauchten Stern-Leute nicht „zufällig eine Eintrittskarte ergattern“, um irgendwo rein zu kommen.
    Zu zweit waren die damals auch immer schon. Mindestens.

    Selfie! Pffff! Für eitlen Autoren gab’s ein 1a-Workshop-Foto vom Stern-Spitzenfotografen (nur vorsichtshalber – für die Seite drei, Sie wissen schon…).

    Und gesoffen haben die Jungs und Mädels. Allerdings nicht vor der Arbeit. Und zu Lasten des dicken G+J Spesenkontos. Drei Gläser Champagner – lächerlich. Ab drei Flaschen – aber mindestens „Witwe“ – wird ein Schuh draus.

    Für den abgesonderten Stuss, von wem auch immer, gab’s einen Redigierer im Ressort, einen Ressortchef, einen CvD, eine Dok, eine Rechtsabteilung, eine Schlussredaktion. Jeder hat ein bisschen beigetragen und ein wenig im Text herum gestrichelt.
    OK – ich sehe es ein. Schlecht gewählte Beispiele. Hat Julia J. wohl alles gestrichen.
    Und online interessiert ohnehin keine Sau. Außer Empörungs-Twitterern. Und für die interssieren sich nur wieder andere Twitterer. Znd ein paar Branchen-Fuzzis. Aber kein Leser.

    Das mit dem Alter ist dagegen so eine Sache: Mit 27 war man früher schon ein paar Jahre verantwortlicher Redakteur. Mit ordentlichem Gehalt versteht sich. Und Gewinnbeteiligung.

    Ach ja. Früher. Früher war alles besser. Besonders beim Stern.

    PS: Früher waren natürlich auch die geschossenen Böcke besser.

    Anderer Leute Tagebucheinträge zum Beispiel.
    Aber man wird ja Bescheiden. Heutzutage tut’s schon ein Eintrag aus dem Poesie-Album über einen Betriebsausflug zum Film-Sternchen.

  98. 100
    Mycroft says:

    Kann man dieses Reporterkraut eigentlich auch rauchen?

  99. 101
    JUB 68 says:

    @98 Pepito
    Eigentlich wollte ich doch nur wissen, was den Sonntagspulli vom Alltagspulli abheben soll.
    Das war keine ernstgemeinte Frage, sondern eher ein Spaß. Und solange Sie nicht schreiben:
    „Er muss einen V-Ausschnitt haben, damit Hemdkragen und Krawattenknoten sichtbar sind.“ haben Sie keine nennenswerten Probleme, zumindest aus meiner Sicht :-)

  100. 102
    Michael says:

    Gut geht anders, das ist wahr. Sowohl die Andeutungen sind witzlos als auch der Text selbst. Und bei „school“ hat der Gut Franco wohl schlicht nach ihrer Uni gefragt. Mein Gott. Da kann man nur um den Stern bangen. Diesen Text jedoch als „Dämlichsten Artikel des Jahres“ zu bezeichnen ist etwas verfrüht, da kommt sicher noch einiges – versprochen ; ) Zudem sollte man betrachten, dass dies der Artikel einer Hospitantin ist; rückblickend gibt’s vieles von mir in Magazinen, Zeitungen und auf Websites, über das ich heute selbst den Kopf schüttle. Ich denke, dies kann man schlicht als „Jugendsünde“ abtun. Ich denke, vielmehr hat hier der Stern seine Pflicht verletzt. Es wäre interessant, mal selbst mit der Autorin zu reden, statt nur über sich zu schreiben. Wer weiss, ob die Andeutung mit der 17jährigen überhaupt von ihr selbst stammt.

  101. 103
    Beinemann says:

    Au weia. Aber beim Stern wundert mich das nicht. Auf mich macht die Zeitschrift immer den Eindruck eines linken Focus‘.

  102. 104
    Louisa says:

    @103
    Gut geschrieben!
    Ich verstehe nicht, weshalb hier eine Hospitantin angegriffen wird, schließlich hat sehr wahrscheinlich ein Redakteur das Ding durchgewunken oder vielleicht sogar überarbeitet. Und darin besteht auch die eigentliche Peinlichkeit. Der Autorin selbst kann man da schlecht etwas vorwerfen, anscheinend wollte ihre Redaktion genau einen solchen Text.

Trackbacks & Pingbacks

  1. […] fängt an diesem Punkt „oftmals eigentlich“ erst die Arbeit an. So eigentlich auch bei einer Kritik von Boris Rosenkranz, erschienen auf besagter Seite, in dem er sich an einem Artikel von [gelöscht] abarbeitet, in […]

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