Wie „Günther Jauch“ die Stinkefinger-Aussage von Varoufakis verfälschte

15 Mrz 15
15. März 2015

Ich weiß nicht, ob die Aufnahmen echt sind, die zeigen sollen, wie der heutige griechische Finanzminister Yanis Varoufakis vor zwei Jahren den „Stinkefinger“ zeigt. (Ja, es gibt ein YouTube-Video davon, aber das wäre ja jetzt nicht das erste YouTube-Video, das manipuliert wurde.) Varoufakis nannte das Video in der Sendung von Günther Jauch gefälscht, wörtlich: „doctored“, er habe nie den Stinkefinger gezeigt. – Ja, das fällt mir auch schwer zu glauben.

Was ich weiß: Dass die Redaktion von Günther Jauch die Aussage von Varoufakis in dem Video verfälscht hat. In dem Video von 2013 spricht Varoufakis, damals Wissenschaftler und scharfer Kritiker der griechischen Regierung, davon, dass er vor fünf Jahren die damaligen Bedingungen, die von Deutschland und Europa für die „Rettung“ Griechenlands gestellt wurden, abgelehnt hätte. Er hätte den Weg Argentiniens in den Staatsbankrott gewählt und im Januar 2010 erklärt, dass Griechenland pleite ist. Und Deutschland insofern „den Finger gezeigt“ und gesagt: Ihr könnt das Problem jetzt alleine lösen.

Wörtlich:

My proposal was that Greece should simply announce that it is defaulting – just like Argentina did – , within the Euro, in January 2010, and stick the finger to Germany and say: „Well, you can now solve this problem by yourself.“

Die Redaktion von „Günther Jauch“ tat so, als spreche Varoufakis von der Gegenwart. Sie blendete zwar – kurz – die Zeitangabe „Mai 2013“ ein. Aber sie verkürzte den Ausschnitt entscheidend und stellte die Aussagen in einen ganz anderen, falschen Kontext:

Sprecher: Varoufakis will den Griechen neues Selbstvertrauen geben …

Varoufakis: Griechenland sollte einfach verkünden, dass es nicht mehr zahlen kann …

Sprecher: … und steht für klare Botschaften, besonders an Deutschland.

Varoufakis: … und Deutschland den Finger zeigen und sagen: Jetzt könnt ihr das Problem alleine lösen.

Die Aussagen des Sprechers, ohnehin gewagt aufgeteilt in zwei Halbsätze, die mit zwei Halbsätzen Varoufakis‘ verschränkt wurden, erwecken eindeutig den Eindruck, der Minister spreche als Minister („will den Griechen Selbstvertrauen geben“) und beziehe sich auf die Gegenwart. Entsprechend formulierte auch der Moderator unmittelbar im Anschluss:

Jauch: Der Stinkefinger für Deutschland, Herr Minister. Die Deutschen zahlen am meisten, und werden dafür mit Abstand am meisten kritisiert. Wie passt das zusammen?

Der verantwortliche ARD-Redakteur, NDR-Chefredakteur Andreas Cichowitz, räumte auf Twitter hinterher immerhin ein:

(Eigentlich ist die ganze Diskussion um den „Stinkefinger“, die uns zweifellos jetzt noch ein paar Tage beschäftigen wird, natürlich eine weitere schreckliche Ablenkung, die verhindert, sich den wichtigen Fragen dieser Krise zu stellen. Daran trägt die Redaktion von „Günther Jauch“ eine erhebliche Mitschuld. Aber dafür, dass es ihr in irgendeiner Weise um die Sache ging, sprach an diesem Abend ohnehin nichts.)

Nachtrag, 0:00 Uhr. Michalis Pantelouris zum selben Thema.

Nachtrag, 1:05 Uhr. Die ganze Sendung kann man sich jetzt in der Mediathek ansehen. (Die Szenen, um die es hier geht, beginnen ab ca. 25:30 Minuten.)

Nachtrag, 17. März. „Spiegel Online“ hat die Rede von Varoufakis im Kontext transkribiert und erklärt.

234 Gedanken
  1. 1
    M. Wieske says:

    Soweit ich mich erinnern kann haben Sie vor einiger Zeit im Bildblog auf genau diesen Umstand, nämlich die Entfernung der Geste aus ihrem Gesatzusammenhang, hingewiesen. Sehr bezeichnend für die „Jauch“-Redaktion ist, dass es sich dabei um die BILD „Zeitung“ handelte.

  2. 2
    Maike says:

    Gut auf den Punkt gebracht. Ich finde, die Einspieler bewegten sich auf dem selben Niveau wie Markus Söder, vielleicht nicht bewusst verfälschend, aber so unterkomplex und tendenziös, dass der Unterschied verschwimmt. Ich habe mich aufrichtig geschämt (wobei Varoufakis sich mit „das habe ich nie gemacht“ sich auch ein Ei gelegt haben dürfte).

  3. 3
    Daniel says:

    Ich finde das schon bösartig und zutiefst befremdlich wie da gearbeitet wird..

  4. 4
    kleinerniemand says:

    …Es ist nicht zu glauben. Und aus dem Zusammenhang gerissen ist das ganze also auch noch…

    Aber: Ob Manipuliert oder nicht (und das würde ich ohne Probleme hinkriegen) der Finger ist politisch ohnehin irrelevant – könnte sogar schlichtweg eine interpretationsfähige Handhaltung sein.

    Mit dieser Art von -ich muss sagen- „Boulevard-Propaganda“ bereitet man Kriege vor. Wie kann irgendein Journalist der auch nur halbwegs bei Verstand ist auf die Idee kommen sowas zu zeigen? Vor einem Millionen-Publikum? Es ist inhaltsleer und wer jemals in einem bayrischen Bierzelt einen CSU Politiker erlebt hat weiß: Die schlagen viel härtere Töne an.

    „Die Griechen“ sind faule Kinder die ihre „Hausaufgaben nicht machen“ ist ganz genauso eine Beleidigung, nur regt sich darüber hier keiner auf.

    Aber es ist scheinbar einfach jedes Mittel im Universum recht um den Deutschen zu verkaufen das wir „die Griechen“ aus reiner nächsten Liebe gerettet hätten – obwohl längst jeder weiß das wir eigentlich fehlinvestitionen Deutscher und Französischer Banken zurückgezahlt haben.

    Aber sehr schön, wie still Söder plötzlich geworden ist, als es mal jemand gewagt hat anzudeuten, das diverse Menschen in Deutschland womöglich nicht das geringste Interesse daran haben, dass die Korruption in Griechenland endet. Es ist mehr als sicher, dass diverse Deutsche Firmen und Banken seit Jahren mit drin hängen. Die „Schwesterparteien“ die den Karren in den Dreck fuhren – wieder und wieder – hat man zu ihrer Wiederwahl schwer beglückwünscht. Interessant das man wenn sich ein echter wechsel anbahnt auf die Barrikaden geht…

    Die Größte Gefahr geht von einer weiteren Radikalisierung Griechenlands aus – und nicht von irgendwelchen Schulden die ohnehin unbezahlbar sind. Die Frage ist ob es nicht schon längst zu spät ist, dass zu verhindern. Krieg, Diktatur und Chaos kosten dann halt doch ein bisschen mehr… aber wir wissen ja „Ein Krieg in Europa?“ „Total unmöglich!“ Und soweit denk ein Söder mit seinem Bildzeitungsverstand sowieso nicht. Er kapiert nicht das sich der Kremel und auch Andere die Hände reiben wenn sich die Europäer zerstreiten.

  5. 5
    JMK says:

    Es war eine Sendung in der Söder und Elizu und auch Jauch, als im Grunde neutraler Talkmaster hetzte und Unwahrheiten verbreitete.
    Ich kann mich nur kleinerniemand anschliessen, eben das dachte ich auch, dass solche Scharfmacher wie Söder auch Kriege führen würden.
    (Die ganze CSU wird ja eh immer zu sehr mit Samthandschuhen angefasst.)
    Aber nun ist er Mittelfinger in der Welt und morgen wird Bild und Welt und die politische Rechte etc. darauf anspringen, da hilft auch kein Dementieren mehr.
    Ich frage mich aber auch, wieso Elitz und Söder eingeladen wurden? Hat sich die Redaktion hier Erkenntnisgewinne versprochen? ODer sollte doch nur Stimmung gemacht werden? Und wie passt das in den Auftrag der ARD? Wobei Jauch schon immer eine, sagen wir es mal freundlich, rechtslastige Sendung war, mit einem überforderten Moderator.

  6. 6
    zendolf says:

    Der Videofilmer des Beitrags sagt ganz klar, dass das Video nicht manipuliert ist. Er hat lediglich per Schnitt eine Szenenauswahl vorgenommen (siehe https://twitter.com/alexdelprete). Diese Schnitte kann man auch deutlich erkennen, weil er kurz einen Rotschirm an den Schnittstellen eingeblendet hat. Ich habe mir das Video in HD und ab der betreffenden Stelle (01:58-01:59) Frame für Frame angesehen. Wenn das eine Fälschung ist, dann auf Geheimdienst-Niveau (und wir wollen hier ja nicht neuen Verschwörungstheorien Vorschub leisten).

    Auch wenn sich das „stick the finger“ auf 2010 bezieht, so gibt es doch offensichtlich Varoufakis aktuelle Meinung von 2013 wieder, denn erklärt seine Meinung von 2010 (und 2013) ja noch ausführlich.

    Davon abgesehen hat Varoufakis gerade offensichtlich im deutschen Fernsehen gelogen – das ist der Skandal, nicht der etwas tendenziöse Zusammenhang, in den Jauch das Video gestellt hat.

  7. 7
    Maike says:

    @JMK
    Ich frage mich das auch sehr, wieso werden solche Gäste doppelt eingeladen? Wie es wohl in einer Redaktionssitzung dieser Talkshow zugeht. Man möchte es sich nicht ausmalen.

  8. 8
    polyphem says:

    @kleinerniemand:
    „Die Größte Gefahr geht von einer weiteren Radikalisierung Griechenlands aus ..“

    „Die Griechen“ könnten ja zum Islam konvertieren. Das gäbe Stoff zum Hetzen… Kai Diekmanns feuchter Traum – möglicherweise.

  9. 9
    van Ende says:

    Meinte Varoufakis mit „Video“ denn tatsächlich das YouTube-Video? So wie ich das aus dem Kontext verstanden habe, war damit der Jauch-Einspieler gemeint. Der sei ‚doctored‘.

    Ein komplettes englisches Transcript nach dem Einspieler wäre hilfreich.

  10. 10
    Mammoths crossing says:

    Das vollständige Video: https://www.youtube.com/watch?v=MEUWxNifJJ8

  11. 11
    zendolf says:

    Zusatz: Das Video von Varoufakis Vortrag in voller Länge (allerdings auch ein paar Stellen geschnitten). Interessant wird es ab Minute 37, wo das Q&A beginnt.

    https://www.youtube.com/watch?v=MEUWxNifJJ8

  12. 12
    polyphem says:

    und btw.: Varoufakis hat Niemand den Stinkefinger gezeigt. Er hat den nur als Zitat oder als Empfehlung verwendet. Also hat er auch nicht gelogen. (@zendolf)

  13. 13
    Oliver says:

    Schön auch der Offtext, dass Varoufakis „als Wirtschaftswissenschaftler aufgetreten“ (!) sei – als ob er in Wirklichkeit Ziegenfriseur gewesen wäre und sich nur als Wirtschaftswissenschaftler ausgegeben hätte.

  14. 14
    Nils says:

    Ich finde allerdings, dass Varoufakis Erklärung nicht ganz passt, wenn das Zitat einfach nur aus seinem Kontext gerissen wurde – zu sagen, dass er diese „Geste nie gemacht“ hätte, wäre ja dann eigentlich nicht nötig oder? Er kann ja sagen: Ich habs gemacht, aber als Zitat. DMan versteht leider nzr schlecht, was er genau in Englisch sagt, die Übersetzung ist ziemlich laut – denn vlt. handelt es sich ja hier auch wieder um ein Problem in der Übersetzung.

  15. 15
    Nils says:

    Nachtrag: Sehe gerade, dass Pantelouris das auch schon thematisiert hat. Der springende Punkt ist doch: Hätte sich V. bei Jauch geschickter verhalten, könnte BILD ihn jetzt nicht so einfach der „Lüge überführen.“ Sie machen sich sogar den Spaß und zitieren den Zusammenhang der Rede korrekt (ohne ihren Lesern jedoch die sich daraus ergebenden Rückschlüsse zu präsentieren.)

  16. 16
    zendolf says:

    @polyphem: Das ist nicht ganz richtig. Varoufakis gibt seine Meinung wieder, Griechenland hätte 2010 Bankrott erklären sollen und dann Deutschland den Stinkefinger zeigen und erklären sollen: Jetzt könnt ihr das Problem lösen. Insofern hat ER Deutschland nicht den Stinkefinger gezeigt. Aber die griechische Regierung hätte es tun sollen.

  17. 17
    Tuennes says:

    Dieses Videozitat derart plump in einen falschen Kontext einzubetten, dann Ernst Elitz und Söder und ein Gesprächskonzept, das beim besten Willen als solches nicht zu erkennen war… Jauch müsste sich uns seine Mannschaft mal auf Reset drücken. Da läuft so vieles so falsch in dieser Sendung, Moderator und Redaktion hangeln sich Clip für Clip und Schlagzeile für Schlagzeile durch, sie arbeiten im Grunde die Bild-Titelseiten ab. Wenig Tiefgang, noch weniger eigene Diskussions-Ansätze und sehr viel Fahrigkeit.

    Schade. Varoufakis hätte man sicherlich intensiver befragen können – der Mann versuchte sich derart durchzumogeln, dass sogar ein inoffizieller Regierungssprecher wie Herr Pantelouris zur Ouzo-Flasche greifen müsste.

  18. 18
    Mammoths crossing says:

    Das wäre doch mal ein guter Anlass, die Jauch-Sendung näher zu analysieren. Der Namensgeber macht ja nicht zum ersten Mal als Moderator eine schlechte Figur.

  19. 19
    BlueKO says:

    Warum sollte noch mal schnell der Mann, der mal die Hälfte des wöchentlichen RTL-Programms bestritt, mit aller Gewalt die angeblich wichtigste Politiksendung im deutschen Fernsehen von seinen Moderationskarten vorlesen?

  20. 20
    Voland says:

    Schön, dass sich dieses mal so viele darüber ereifern, wohlgemerkt aber auch nur, weil Varoufakis sofort Paroli zur Videomontage geboten hat. Derlei geschieht viel zu selten, denn Suggestion, Manipulation und Entkontextualisierung sind ein beliebtes Prozedere in den großen deutschen Talkshows. Diese Videomontagen sind stets entsprechend vorbereitet, und mit diesen werden ganz gezielt Gäste mit unliebsamen Positionen in die Ecke gedrängt.

    Was heute Varoufakis traf, zielte zuvor auf Vertreter der Linken, der AfD, oder sogenannten Putinverstehern ab, um nur die eklatantesten Fälle zu benennen. Und es ist auch nicht Jauch-exklusiv. Will, Illner, Maischberger, Plasberg – alle diese Formate ähneln sich sehr stark, sie arbeiten mit denselben Methoden. Und stets liegt vorab bereits eine Art Drehbuch vor, welches dem eigentlichen Diskussionsverlauf vorausgreift. Man erinnere sich an die Titel einzelner Sendungen. An die Gästeauswahl, die zumeist sehr einseitig ausfällt, für gewöhnlich unterstützt von einem alles andere als neutralen Moderatoren. An die suggestive Fragestellung; die Unterbrechungen, die den Redefluss zerstören. An Video-Einspieler, die nahezu immer ähnlich manipulativ sind wie heute bei Varoufakis.

    Hier wäre mal eine grundsätzlichere Analyse angebracht.

    Zur heutigen Jauch-Sendung ließe sich noch vieles mehr sagen. Unter anderem die mehr als fragwürdige Zusammensetzung der Runde: wieso ausgerechnet ein Söder von der CSU? Wieso der Typ von der BILD? Brüskiert man nicht hierin schon jemanden wie Varoufakis, wenn man ihn gegenüber einen sogenannten Journalisten der BILD setzt, welche seit Jahren gegen Griechenland hetzt; flankiert von einem zweitklassigen Politiker einer populistischen Regionalpartei? Von Jauch ganz zu schweigen…

    Oder über den Aufbau der Sendung, die frappierend an ein Kreuzverhör erinnerte. Brav hat man alle möglichen Kritikpunkte abgeklappert, auch wenn diese zuvor schon hundertfach an anderer Stelle diskutiert und oft genug entschärft worden sind. Der vermeintlich rechts-radikale Koalitionspartner (ob das nicht selbst einem Söder peinlich sein musste?); die Fotostory von Varoufakis; die Altlasten der vorherigen Regierung, die mehr oder weniger direkt Varoufakis vorgeworfen wurden…

    Sollte da eine wirkliche Diskussion zustande kommen? War irgendjemand daran interessiert? War überhaupt genug Kompetenz und Sachverstand in der Runde versammelt? Warum klang jede Frage an Varoufakis wie die Anklage vor einem Tribunal? Warum gab es nahezu keine wirtschaftlich spezifischen Angaben? Stattdessen Attacke auf Vorwurf auf Anklage folgend…jeder brachte auswendig gelernte Sätze und Schlagworte unter…Söder sprach natürlich wieder mal von den „Hausaufgaben“, die gemacht werden müssten… Wie kommt ein Jauch dazu, Varoufakis zu attestieren, er habe sich „tapfer geschlagen“?

    Aber ich bin realistisch: auf eine Grundsatzdebatte über Art und Weise dieser Talkshows, über kleine Blogs hinaus, wird man noch lange warten können. Nun ereifern sich alle über den Stinkefinger, Skandal und Geschrei, und wie immer am eigentlichen Thema vorbei.

  21. 21
    kleinerniemand says:

    Zu „doctored“: Ich denke an den Schnitt, ganz einfach – – – Es wird Fokus auf etwas gelegt wie eine flüchtige interpretationsfähige Handgeste abseits ihres Kontexts. Das ganze definitiv gewaltig aus dem Zusammenhang gerissen soviel ist mal klar, und das allein qualifiziert das Wort „doctored“. Dazu braucht man keinen Geheimdienst. Es ist wahrscheinliche eine völlig unbewusste Geste im Redefluss. – – – Und sie wird ihm Live ins Fernsehn Zusammenhangslos ins Gesicht geknallt. Oben drauf an wen war das ganze denn adressiert? Wohl kaum ans Publikum für Günther Jauch, oder „die Deutschen“. Auch der Rest seiner Körperhaltung sieht nicht nach „ihr seid alle ****“ aus.

    Und nochmal: Es ist ohnehin nebensächlich… Peer Steinbrück war mit dem Stinkefinger vorn auf dem SZ Magazin… Im kleinen Kreis werden anderer Töne angeschlagen das machen Deutsche Politiker nicht anders, eher schlimmer.
    Ob er im Eifer des Gefechts „gelogen“ hat? Warum genau soll das jetzt wichtiger sein als der Finger? Eine Lüge über eine unfaire dargestellte, inhaltsleere Geste wäre also schlimm? Das macht keinen Sinn.
    Er wird live mit einem Zusammenschnitt überrumpelt und reagiert womöglich nicht perfekt. „HILFE! LÜGNER!“. Bemerkenswert, womöglich dämlich, dass er sich überhaupt auf die Sendung eingelassen hat. Dies ist manipulativ oder zumindest Effekthascherei. Sorry es führt kein Weg dran vorbei. Wer sowas zeigt ist an sachlichen Argumenten nur sekundär interessiert. Egal was kommt, die Chance ist groß, es wird sich nun alles um die blöde Beleidigung drehen und der Inhalt verschwindet.

  22. 22
    Stefan says:

    Also..wenn ich hier einige Kommentare lese, frage ich mich echt wie sehr man eigentlich die Realität ausblenden kann wenn man versucht, das Gesagte irgendwie in die Richtung zu drehen, dass Varoufakis im Bezug auf den Mittelfinger nicht gelogen hat. Fakt ist, dass falls dieses Video (so wie es alle „Fachleute“ die sich bislang dazu geäußert haben behaupten) echt ist, er gelogen hat. Da ist es absolut irrelevant, auf was sich diese Aussage damals bezog. Er hat bei Jauch wortwörtlich gesagt „Well, can I make a very simple point? That Video is doctored. I never gave….I never gave the finger ever. It is doctored and I’m ashamed that (hier ist der genaue Wortlaut nicht mehr zu verstehen..aber die Übersetzung scheint korrekt zu sein). I’m absolutely sure you didnt knew that….usw)…In diesen Ausschitt irgendwas anderes hinein zu interpretieren als dass er sagte, niemals den Mittelfinger auf der damaligen Konferenz gezeigt zu haben und dass das diese Szene videotechnisch manipuliert sei, ist nichts als Wortverdreherei. Hätte er sich darauf bezogen, dass die Szene aus dem Kontext gerissen sei, hätte er das wohl auch erwähnt und seine Aussage nicht auf den Mittelfinger konzentriert und außerdem gemutmaßt, dass Jauch das anscheinend nicht gewusst hat..denn wenn es sich auf den gesamten Beitrag über ihn bezogen hätte, hätte er wohl auch davon ausgehen können, dass Jauch weiß, dass dieser Beitrag zusammengeschnitten wurde. Man muss schon sehr einfältig sein um das alles anders zu deuten.

  23. 23
    Stefan says:

    Im Übrigen ist es irrelevant wie er diesen Stinkefinger auch immer gemeint hat. (Wobei er jawohl in dem Video im ungekürztem Kontext definitiv gesagt hat, dass er der Meinung sei, dass Griechenland damals 2010 hätte erklären sollen, dass sie Pleite seien und die Troikakriterien nicht erfüllen kann…und den Deutschen den Mittelfinger hätten zeigen sollen) Meinetwegen kann er das machen wie er will und auch das gehört zur freien Meinungäußerung. Aber es geht auch ein wenig um seine Glaubwürdigkeit. Und diese dürfte durch die Aktion heute Abend nicht gerade einen Auftrieb erhalten haben indem er behauptet, das Video sei manipuliert…er habe niemals diese Geste vollführt. Wie gesagt Wortklauberei, etwas anderes zu behaupten. Wenn ich sage „Wenn sie mich nach meiner Meinung fragen würden, würde ich Sie jetzt ein dummes Ar….loch nennen“, kann ich auch später nicht darauf plädieren, dass ich ja den Konjunktiv benutzt habe und es somit zu keiner Beleidigung gekommen sei.

  24. 24
    M.J.Groenewold says:

    @ 22 & 23

    Ich finde die Ausführungen von Kommentar 21 wesentlich glaubwürdiger, als ihre Interpretation der Dinge. Könnten sie sich spontan an eine „5 Jahre alte Geste“ erinnern, die sie, ob nun unwillkürlich oder nicht sei mal dahingestellt, gemacht haben sollen? Und das in einer Stresssituation? Wohlwissend das man jedes Wort aufs Gramm genau abwiegen wird?

    Ihr Vergleich mit der Beleidigung in der Möglichkeitsform hinkt auch, schließlich benutzen Sie die erste Person, während Yanis Varoufakis nicht für sich spricht, sondern aus Sicht Griechenlands.

    My proposal was that Greece should simply announce that it is defaulting — just like Argentina did — , within the Euro, in January 2010, and stick the finger to Germany and say: „Well, you can now solve this problem by yourself.“

    Griechenland hätte damals also den Finger zeigen sollen.
    Er hat also nicht gesagt das „“Wenn sie mich nach meiner Meinung fragen würden, hätte ich damals Deutschland den Finger gezeigt““

    Sonder eher:

    „Wenn sie mich fragen, hätte Griechenland damals Deutschland den Finger zeigen sollen“. Wenn das jetzt eine fundamentale Beleidigung darstellen soll, müßten sich in Deutschland viele Menschen bei vielen Menschen entschuldigen.

    „Da ist es absolut irrelevant, auf was sich diese Aussage damals bezog. “

    Den Kontext für irrelevant zu erklären, ist selbst bei einer Beleidigung eine ziemlich fragwürdige Handlung. Sorry aber ich kann ihrer Meinung nichts abgewinnen.

    Das Zitat wurde aus dem Kontext gerissen. Ein Kunststück, das den deutschen Medien viel zu oft gelingt.

  25. 25
    M.J.Groenewold says:

    Kleine Korrektur.

    Ich meine natürlich 2 Jahre und nicht 5.

  26. 26
    Michael Heinze says:

    Heute Journal vom 9.3.2015
    Hört was Der griechische Verteigungsminister sagt 3:36
    Und wie es K.Kleber darstellt 4:10
    Direkt nach Beendigung des Interviews aus dem Zusammenhang gerissen.

  27. 27
    Albert says:

    Superinfam auch wie Jauch ihm drückt, dass Deutschland „am meisten zahlt“ – danke Omi für den großen Schein.
    Als nächstes soll er wohl auch dankbar dafür sein, dass Deutschland die meisten Stimmen im Ministerrat hat und die meisten Sitze im Parlament?

  28. 28
    Frank Reichelt says:

    So sehr ich auch am Anfang den Nonkonformismus von Tsipras und Varoufakis schätzte, so langsam frage ich mich, ob wir es nicht leider doch mit Blendern und politischen Hasardeuren zu tun haben.
    Unabhängig davon, wer in der Stinkefingergeschichte die Wahrheit sagt, was sowieso nur ein Nebenkriegsschauplatz ist, komme ich mir durch die Handlungen und Aussagen der beiden doch immer mehr veräppelt vor.
    Vielleicht ist Varoufakis doch nur ein eitler Fatzke ohne die nötige Sachkenntnis für die Lösung der griechischen Probleme!
    Und nein, bei mir wirkt nicht die „BILD“-Propaganda, ich bilde mir mein eigenes Urteil!

  29. 29
    TangoZulu says:

    „Scientist talks about sticking the finger to somebody on a video two years ago“ war mir als Nachrichtenfaktor bislang nicht geläufig. Ist jetzt aber offenbar einer, wenn ich heute früh in die Online-News schaue.

  30. 30
    Xenia says:

    Und wenn schon, damals war Varoufakis kein Minister, sondern Bürger Griechenlands. Ich erinnere an einen Stinkefinger auf der Titelseiter eines deutschen Boulevard-Magazins im Jahr 2010.

  31. 31
    TangoZulu says:

    Nachtrag: Als Nachrichtenfaktor im Vergleich zu „Wissenschaftler, der jetzt Minister ist, versucht händeringend inhaltlich zu erläutern, warum seine Regierung einen politischen Kurswechsel versucht, der sich auf ganz Europa auswirken wird, aber alle beschäftigen sich nur mit seinen Hemdkragen, seinem Motorrad und rhetorischen Figuren aus einem Video vor zwei Jahren“. (Mit der Einschränkung, dass er durch die eitle Homestory bei Paris Match selbst zu diesem Effekt beigetragen hat).

  32. 32
    Fritz Iv says:

    Mit dieser Passage hat sich die Jauch-Show in meinen Augen exemplarisch decouvriert. Man muss sich ja fragen: Warum wird überhaupt eine Rede von 2013 zitiert, die sich auf eine Haltung bezog, die V. 2010 als Wirtschaftswissenschaftler eingenommen hatte und damals nicht als Einziger? Dafür gibt es nur 1 Grund: An dieser Stelle fand sich „Material“, was zwar überhaupt nicht zum Punkt passte, nach dem man V. befragen wollte, das aber passend gemacht werden musste, weil es visuell schlicht und deutlich genug war. Es war ein Bild!! Ein Bild, das die Vorurteilssyndrome bediente, welche die deutschen Medien und allen voran BILD selbst erzeugt haben, teilweise manipulativ wie eben hier wieder. Die perfekte Schleife, Triumph des Stumpfsinns über Differenzierung, Richtigstellung, Fairness. Und nun kann die Schleife weiter gehen – wenn er meinte, das sei „gedoktert“ und er persönlich habe Deutschland nie den Finger gezeigt, dann kann auch das wieder missverstanden werden von jedem, der es mit der eigenen Missgünstigkeit immer weiter treiben möchte.
    Exemplarisch ist das Ganze für eine Medienlandschaft, deren politische Redaktionen in eine Art Leser-Populismus verfallen sind. Jauch zeigt damit nebenbei, wie die Boulevard-Presse politisch wirkt.
    Dass die ARD-Verantwortlichen bei solchen Niederlagen des journalistischen Ethos wie unbeteiligt zugucken, das ist der größte Skandal. Die Öffentlich-Rechtlichen sind aus dem Grund marktunabhängig aufgestellt, dass sie objektiv, neutral und ohne Druck von außen berichten können. Und dann kommt Jauch und produziert quasi quotenorientiertes Privatfernsehen im Mantel der ARD. Wenn immer mehr Menschen die ARD für verzichtbar halten, dann nur deshalb: weil sie sich immer mehr selbst aufgibt.

  33. 33
    Piet says:

    Ich bin entsetzt – was für eine verpasste Chance für die griechische Regierung, ein paar Dinge gerade zu rücken. Und dann sowas.

    Wenn 9 „van Ende“ recht hat und der Jauch-Einspieler gemeint war, bleibt es dennoch eine ungenaue Aussage, die Varoufakis wie einen Lügner aussehen lässt. Damit hat er den Skandal dem deutschen Boulevard von BILD bis Jauch auf dem Silbertablett präsentiert.

    Für die arbeitslose Jugend in Südeuropa und die unterbezahlte in Deutschland war das nicht hilfreich.

  34. 34
    Tuennes says:

    Hätte man das Video-Zitat nicht aus dem Zusammenhang gerissen, wäre das eine wunderbare Gelegenheit zur Erörterung folgender Frage gewesen:

    Was wäre passiert, wenn Griechenland damals den Stinkefinger gezeigt hätte? Die Diskussion erschöft sich ja leider oft an dem Punkt, wo die einen auf Milliardenzahlungen hinweisen und die anderen darauf, dass damit „nur“ deutsche und französische Banken gerettet worden seien. Was wäre gewesen, wenn Athen sich damals für zahlungsunfähig erklärt hätte; was wäre geschehen, wenn die Eurogruppe nicht die Schulden übernommen hätte?

    Und wenn Varoufakis heute sagen würde, das Stinkefinger-Zitat bezog sich explizit auf 2010: was ist denn für ihn heute so grundlegend anders?

    Man hätte ihn auch viel pointierter fragen können zu den bisherigen Leistungen der neuen Athener Regierung. Stimmt es, dass die EZB dringend Kapitalverkehrskontrollen empfohlen hat, um das Ausbluten der Zentralbank zu verhindern (die EZB hatte das zuletzt dementiert)? Und warum ist das nicht geschehen? Stimmt es, dass das Schweizer Angebot zur Ermittlung von Schwarzgeldern auch von seinem Kabinett bislang nicht aufgegriffen worden ist? (Da war er doch sehr nebulös.) Ist es richtig, dass externe Kontrollen von Finanzämtern/Finanzbeamten auf Druck griechischer Gewerkschaften wieder rückgängig gemacht worden sind? Stimmt es, dass die griechische Sozialversicherung sich weigert, Kapital auf griechischen Konten zu belassen?

    Leider gab es gestern nichts von alledem. Nur einen allgemeinen Streifzug durch bekanntes Terrain.

  35. 35
    Piet says:

    „Und wenn Varoufakis heute sagen würde, das Stinkefinger-Zitat bezog sich explizit auf 2010: was ist denn für ihn heute so grundlegend anders?“

    Heute ist ALLES anders!

    Kennen Sie die zuletzt häufig geäußerte Aussage, Griechenland habe heute kein echtes Drohpotenzial mehr, im Vergleich zu 2010?
    Damals lagen die Giftpapiere mit den griechischen Fehlinvestitionen noch bei den (überwiegend deutschen und französischen) Banken. Heute lasten sie auf den Schultern der europäischen Steuerzahler – die würde ein Zahlungsausfall nun treffen, was für unsere Regierung und viele Fernsehkommentatoren nicht weiter schlimm ist.

    Die Situation damals hätte eine echte Abwicklung etlicher Banken bedeutet, und Politiker und Manager hätten selbst die Verantwortung für Abschreibungen, und hätten keine Chance gehabt, sie auf griechische Bürger schieben zu können.

  36. 36
    J. says:

    Ich will Sabine Christiansen zurück!!

  37. 37
    Maria says:

    #26: und heute die aus dem Zusammenhang gerissenen Berichte über YV’s Auslassungen gestern zeigen das Niveau der Medienlandschaft. Das ist einfach nur peinlich, und ich schäme mich für die allerorten demonstrierte Dummheit. So wie gestern abend schämen angesagt war. Ich finde, YV hat sich dieser dümmlichen BILD-CSU-JAUCH-Troika gegenüber wacker geschlagen.

  38. 38
    Thomas Tiede says:

    Am schlimmsten war Söders Whataboutism. Auf die Frage, welche Reformen die neue Regierung denn bitteschön zurückgedreht haben soll, antwortete er einfach, Syrizas habe sich ja mit Rechtsextremisten eingelassen usw.
    Tatsächlich hat die Runde nicht ein einziges inhaltliches Argument entkräftet, Elitz und Söder wechselten einfach immer das Thema, wenn es zu sachlich zu werden drohte – und Jauch hakte nicht nach. Stattdessen gab es noch blanken Zynismus: In Portugal und Spanein sei ja auch hart gespart worden, und dort gäbe es riesige Erfolge, wuste Söder zu berichten. Hoffentlich hat das dort niemand gehört…

  39. 39
    Maria says:

    Korrektur: es sollte heißen „tapfer geschlagen“

  40. 40
    Horst Lange says:

    Er hat sich die Aussage von damals zu Eigen gemacht und sich nur vom „Finger“ distanziert. Damit ist es journalistisch völlig in Ordnung, ihn heute mit der Haltung zu konfrontieren. Sicher hätte man es im Video deutlicher machen können, aber das ist ja nun geschehen. Ergebnis: Er hat Deutschland den Finger gezeigt, gelogen und sich von seiner früheren Haltung nicht distanziert. Nicht besonders vertrauenswürdig.

  41. 41
    Hannebambel says:

    Es gibt im öffentlich-rechtlichen Rundfunk mindestens einen Journalisten, der sich gegen die tumbe Griechenland-Hetze wendet: Christoph Käppeler ist sein Name.
    http://www.hr-online.de/website/radio/hr-info/index.jsp?rubrik=90943&key=standard_document_54753283

  42. 42
    kleinerniemand says:

    Propaganda wirkt, ja nur dann wenn man sie nicht als solche wahrnimmt… „Er hat Deutschland den Finger gezeigt, gelogen und sich von seiner früheren Haltung nicht distanziert. Nicht besonders vertrauenswürdig.“

    –> Eben nicht. Er hat bei irgendeinem Vortrag nebenher eine Handbewegung gemacht. Womöglich ohne es zu merken. Sie richtetet sich nicht an die Deutschen sondern wenn überhaupt an die Deutsche Regierung und zwar in einem hypothetischen Szenario als Rhetorischer Kniff bei einem Vortrag vor jungem Publikum…

    Auch Deutsche Politiker lassen solches Zeug in Bierzelten und sonst wo ab -> „Hausaufgaben“ ist besser? Ein ganzes land infantilisieren…
    Es ist bloß normalerweise nicht üblich, dass man für eine Talkshow die komplette Vergangenheit einer Person durchkämmt, auf der Suche nach irgendwas das man ihr dann schockartig ins Gesicht knallen kann in der Hoffnung das sie falsch reagiert.
    Es „ent“-sachlicht die Diskussion und das scheint genau so gewollt zu sein.
    Hätte sie Söders Propaganda Affaire in BR für relevant gehalten? Im Gegensatz zu einem flüchtigen, möglichen Mittelfinger und gossen Rhetorik offenbart das nämlich tatsächlich eine gewisse Manipulativität. Es ist trotzdem nicht an jeder stelle relevant und charakterisiert nicht die gesamte Person oder die politische Haltung.

  43. 43
    Sabine says:

    Wahrheit oder Lüge, Fälschung oder Echtheit, das werden ganz sicher keine Medien so verarbeiten, dass eine subjektive Darstellung gelingt.
    Ganz davon abgesehen, war es offensichtlich, dass diese Aussage a) von 2013 und b) geschnitten ist. Was aber doch ziemlich stinkt ist die Tatsache, dass die Einblendung des Stinkefinger-Ausschnitts überhaupt verwendet wurde. Wenn diese Sendung die aktuelle Einstellung Varoufakis zur Krisenbewältigung darzustellen, hätte das Video dort nichts zu suchen gehabt. Es war im Vorfeld klar, dass die Massenmedien und Boulevardzeitschriften das Thema nutzen werden, damit die Stimmung gegen Griechenland weiter eingeheizt wird. Es ist doch absurd zu denken, dass mit diesem Sendeformat und der Aufbereitung irgendeine andere Wirkung hätte erzielt werden können. Als Medienkonsument bin ich es so leid, keine klaren, einheitlichen Aussagen mehr zu erhalten, weil der Journalismus nur noch auf Massenauflagen ausgerichtet ist und Sendeformate so wiederholt, dass Inhalte kaum noch sachlich wiedergegeben werden. Sie werden zunehmend meinungsbildend. Das ist einfach zum k*** Als Rezipient muss ich für ein Außenpolitisches Thema beinahe 4-5 verschiedene Medien konsumieren, um überhaupt ansatzweise eine halbwegs realistische Einschätzung zum Thema zu erhalten.

  44. 44
    meykosoft says:

    @ 29 Frank Reichelt
    „Und nein, bei mir wirkt nicht die „BILD“-Propaganda, ich bilde mir mein eigenes Urteil!“

    Tja, das machen wir irgendwie alle – und zwar überwiegend aus den vorangegangenen, sich fortwährend wiederholenden Mediendarstellungen…

    Wie Nachrichten entstehen (Dokumentation über unsere Medienlandschaft):
    http://bit.ly/1kkzADO

  45. 45
    Rolwin says:

    Um 22:15 Uhr haben die Griechen uns den Stinkefinger gezeigt – ab 22:45 Uhr wird zurück gezeigt -….. Nun geht es endlich vorwärts, um das griechische Problem zu lösen….Danke, Günter Jauch…

  46. 46
    monique says:

    Und schon wurde erreicht was bezweck wurde.Ganz Deutschland spricht über den Stinkefinger. Ich stelle mir die Frage weshalb Varoufakis sich hergibt in solch einer niveaulosen Talkshow überhaupt mitzuwirken.Es ist eine neue junge Regierung die nicht Schuld an der misere ist.Die Deutschen sollten mit ihrer Überheblichkeit und mit ihrem Schulmeisterton aufhören.Nicht jedes Land der EU tickt wie Deutschland.Und nicht jedes EU Land will nach deutschen Werten leben.Etwas Bescheidenheit und Demut täte gut.

  47. 47
    Christoph says:

    Die Sendung war ein Lehrstück darüber, was geschieht, wenn mediale Politiksurrogate an die Stelle echter Politik und Debatten treten. Dass ein Mitglied der Regierung eines befreundeten Staates zum Fromme der Einschaltquote im TV regelrecht „vorgeführt“ wird (oder sich selbst vorführen darf – je nach Lesart), ist beispiellos in der jüngeren Vergangenheit. Welch Glück, dass wir (noch) die repräsentative Demokratie haben und nicht Vox Populi regiert. Wer ist Günther Jauch, dass er den Finanzminister Griechenlands vor einem Forum drittklassiger (Ausnahme: Die Dame von der taz) Studiogäste in dieser Form verhören darf? Ist er unser gewählter Volksvertreter und darf deshalb für „die Deutschen“ sprechen? Günther Jauch hat gestern die politische Kultur beschädigt ohne im Gegenzug irgendetwas zum Verständnis oder gar zur Lösung dieser Krise beigetragen zu haben.

  48. 48
    Frank Reichelt says:

    @meykosoft, 45
    Wie Ihre Vorschreiberin richtig ausgeführt hat, muss man mittlerweile mehrere Medien aufmerksam konsumieren und besonders auf die Zwischentöne achten, um sich ein unabhängiges Urteil bilden zu können, immerhin ist das aber noch möglich, oder wollen Sie auch das bestreiten?

    Nicht zuletzt dieser Blog hier trägt doch entscheidend dazu bei, Propaganda und gezielte Desinformation von sachlicher und objektiver Berichterstattung zu unterscheiden. Wer hier regelmäßig liest, ist doch schonmal davor gefeit, den „Flunkermedien“ auf den Leim zu gehen!

  49. 49
    Klaus says:

    „Davon abgesehen hat Varoufakis gerade offensichtlich im deutschen Fernsehen gelogen — das ist der Skandal“

    Nein, das ist die Norm: dass gelogen wird, dass sich die Balken biegen. Was ist des Griechen kleiner „Versprecher“ in einer Diskussion –gegen die geplanten, bewussten und einstudierten Lügen eines DoubleyouBusch, Powell, Rrrrumsfeld, Johnson, Nixon, etc. die hundertausende das Leben kostete, die ganze Länder verwüstete ?

  50. 50
    Tuennes says:

    monique (49):

    Ihnen ist offenbar entgangen, dass die Euroigruppe nicht nur aus Deutschland besteht. Und dass einige andere EU-Regierungen deutlich härter Athen kritisieren. Wobei ich mich schon wundere, das man – so wie Sie – all das übersehen und überhören kann.

    Piet (36):
    Also wenn ich Sie richtig verstehe, wäre das 2010 so abgelaufen: Griechenland erklärt, seine Schulden nicht mehr zu bedienen. Die Banken zucken mit den Achseln und sagen, so ein Jammer. Und tags darauf wird munter weiter regiert. – Sorry, aber das hat schon etwas Rührendes.

    Ein Staat, der sich selbst für zahlungsunfähig erklärt, macht nicht mal eben so weiter, als wäre nichts geschehen. Und andererseits: wenn Banken in der Größe und in dem Umfang dichtmachen müssen, dann ist das nicht mal eben ein kleiner Betriebsunfall, der sonst niemanden betrifft.

  51. 51
    earendil says:

    „Davon abgesehen hat Varoufakis gerade offensichtlich im deutschen Fernsehen gelogen — das ist der Skandal, nicht der etwas tendenziöse Zusammenhang, in den Jauch das Video gestellt hat.“ (zendolf, #6)

    Nein. Der eigentliche Skandal ist, dass Griechenland verelendet, Infrastruktur, Sozialsysteme und Gesundheitsversorgung ruiniert werden, Mangelernährung bei Kindern auftritt, die Lebenserwartung sinkt und jede Hoffnung auf wirtschaftliche Erholung sofort abgewürgt wird. Und dass das alles von Deutschland und anderen EU-Mächten erzwungen wird, um Griechenland und den Rest der EU zu disziplinieren und auf jenem Austeritätskurs zu halten, der Deutschland* reich und den Rest von Europa arm macht.

    *genauer gesagt: Staat und Eliten in Deutschland und ein paar anderen EU-Staaten

    Demgegenüber ist die Frage, ob Varoufakis vor zwei Jahren mal einen Stinkefinger gezeigt hat und das heute nicht mehr wahrhaben will, so relevant wie ein chinesischer Sack Reis. Sie ist allenfalls symptomatisch für die moralisierende „Debatte“ in Deutschland, die elegant wie ein Eisbrecher die eigentlichen Probleme umschifft und stattdessen über so Zeug wie Ehrlichkeit, Fleiß und Vertragstreue redet. Bitte dazu einmal „Denn wovon lebt der Mensch?“ von Brecht/Weill anhören, und dann Schluss mit diesem hohlen Geseier.

    Nach dem Krieg haben die Westalliierten ganz schnell nicht nur die Schuld, sondern auch die Schulden Deutschlands begraben, da man einen zuverlässigen Verbündeten und Frontstaat im Kalten Krieg brauchte. Griechenlands Pech ist es, keine vergleichbare strategische Bedeutung zu haben und auch kein großes Drohpotential mehr in der Hand zu halten. Ob das der griechischen Regierung wirklich klar ist, scheint mir manchmal zweifelhaft. Ich denke eigentlich, sie müsste entweder ihr vorhandenes Erpressungspotential – abgesehen von Staatsbankrott und Einstellung der Zinszahlungen etwa die Drohung, aus der Front gegen Russland oder aus der europäischen Flüchtlingsabwehr auszuscheren – stärker und nachhaltiger einsetzen, um der finanzpolitischen Erpressung durch Deutschland und EU etwas entgegenzusetzen, oder halt offen erklären, dass sie nichts in der Hand hält und demzufolge nicht viel machen kann.

    Aber das möge deren Sorge sein. Für Deutsche stellt sich vielmehr die Aufgabe, der neoliberalen Verelendungspolitik der deutschen Regierung gegenüber EU-Krisenstaaten von innen Widerstand entgegenzusetzen (etwa bei Blockupy EZB und anderen Gelegenheiten), also quasi das Vaterland zu verraten. Und das durchaus im eigenen Interesse, denn die Verelendungsmaßnahmen in Deutschland (Hartz IV etc.) und in anderen Teilen der EU sind ja nur zwei Seiten derselben Politik.

  52. 52
    meykosoft says:

    @51 Frank Reichelt

    Schön, dass Sie sich die „Dokumentation über unsere Medienlandschaft, deren Drahtzieher und die verschiedenen Einflüsse, die zu dem führen, was wir Nachrichten nennen“, beinahe bis zur Hälfte angesehen haben – sie ist auch wirklich etwas sehr umfangreich. Es lohnt sich jedoch tatsächlich, bis zum Ende dran zu bleiben. ( „…taking all hospital equipment, babies out of incubators“) Meine freundliche Empfehlung als „Tatortalternative“.

    Und ja, da sind wir uns sicherlich einig, hier erfährt man Einiges mehr…

  53. 53
    Frank Reichelt says:

    @meykosoft, 56
    Ich muss Sie enttäuschen, ich hatte schon nach zehn Sekunden genug gehört, da war noch nicht mal das Bild da! Das gehört auch zur Medienkompetenz des Konsumenten, eine Verschwörungstheorie zu erkennen, wenn sie einem begegnet!

  54. 54
    meykosoft says:

    @ 57 Frank Reichelt

    Schade. „Verschwörungstheorie “ als Totschlagsargument spricht nicht unbedingt für eine kritische Sichtweise auf die Medienlandschaft…

  55. 55
    halbsowild says:

    Öffentlich-rechtlich wurden hier einige krasse Aussagen, meinetwegen auch Stammtischparolen, inklusive des Videos in die Runde geworfen. Bei allem Streit um Wahrheit oder Lüge: Relevant ist doch, das ein sympathisches Zitat eines Athener Studenten am Ende der Sendung allen Beteiligten den Weg weist, ebenso wie die sachlichen Beiträge der TAZ-Journalistin. Dass Varoufakis eloquent und dennoch teilweise wortreich strauchelnd doch einmal Nerven gezeigt hat („doctored“), – so what, alle sind Menschen. Wer wäre jetzt gerne Finanzminister Griechenlands?
    Das Dilemma der Koalition mit einer Rechtspartei, im Zusammenhang mit dem Rausschmiß-Vorschlag von Herrn Schulz (paraphrasiert von Söder), kam zwischen den Worten Varoufakis deutlich genug zum Vorschein. Die Lage ist komplex, und unabhängig von der weiteren Entwicklung brisant für alle Europäer. Dass manchen Demokratien Europas in einem langfristigen Trend sogenannte Volksparteien fehlen, die ihre Gesellschaften abbilden und in der Folge zusammenhalten können, wird in Zukunft leider eine große Rolle spielen.
    Derartige Talkrunden lösen nichts auf, regen aber zu weiterem Nachdenken an…

  56. 56
    n4u says:

    Ein griechischer Politiker hat also im deutschen Fernsehen gelogen oder auch nicht?
    Und darüber soll ich mich als SPD/Grünen/CxU – Wähler in Deutschland noch aufregen? ^^

  57. 57
    polyphem says:

    @zendolf : Und den Unterschied zwischen einer „rhetorischen“ Geste und einer direkt adressierten Geste verstehen Sie nicht?

  58. 58
    Tuennes says:

    earendil (55):

    Die Kritik gegen die Eurogruppe… okay, kann man machen. Aber was ist eigentlich mit der Solidarität von Griechen untereinander? Was ist mit denen, die fortwährend ihre Steuern nicht zahlen wollen? Was ist mit denen, die ihr Geld von griechischen Banken abheben und ins Ausland transferieren? Was ist mit denen, die in den Ämtern sitzen und deren einzige Aktivität, so scheint´s, das Blockieren von Reformen ist? Und wie eigentlich schaffen es Portugiesen und vor allem die Balten? Und hat denn von all den Milliarden auf Pump vor 2010 tatsächlich nur eine Handvoll Griechen profitiert – oder wurden damit nicht auch die Steuerausfälle kompensiert?

    Kurz gefragt: ist das alles wirklich nur auf fremder Leute Mist gewachsen?

  59. 59
    Jan says:

    @62 Tuennes: „so scheint´s“ – zwei sehr wichtige Worte in deiner Ausführung. Oder kennst du sehr viele von „denen, die in den Ämtern sitzen“?

  60. 60
    Tuennes says:

    Jan,

    wenn man seine Augen nicht verschließt, gibt es sehr viele sehr detaillierte Berichte über das Problem. Nicht zuletzt sind es Berichte von griechischen Journalisten. Aber man kann das selbstverständlich in Zweifel ziehen und behaupten, es sei alles bestens.

  61. 61
    Detlev Crusius says:

    Es ist ziemlich egal, ob der Stinkefinger alt oder neu ist, es spielt auch keine Rolle, ob er begründet war oder nicht. Tatsache ist – leider – dass diese Berichterstattung dem Mainstream entspricht, ihn sogar anheizt, und nur deshalb wird sie betrieben. Es ist die Linie der Bundesregierung, den Griechen nicht zu helfen, wenigstens nicht so, wie es vernünftig wäre. Wie soll man denn sonst mit Menschen / Ländern umspringen, die man aktuell nicht (mehr) braucht, die sich auch noch erdreisten, an solche längst in den Abfalleimer der Geschichte entsorgte Begriffe wie Reparationsschulden zu erinnern. Wer will sich denn in DE schon gerne an die Nazi-Zeit erinnern lassen. Wer hört es gerne, dass die Griechen über Jahrzehnte während des Kalten Krieges ein verlässlicher politischer Partner waren. Die Griechen, Griechenland, stehen stellvertretend für andere Länder, für Spanien (einer der wenigen Befürworter der Wiedervereinigung), Italien, das heute die Hauptlast der Flüchtlingswelle aus Afrika trägt, und – ja auch die Russen – die die Hauptlast des Krieges getragen haben. Dankbarkeit ist – und auch da nur mit Einschränkungen – ein Begriff, der vielleicht im Kollegenkreis, in der Familie eine Bedeutung hat, in der Politik wenigstens nicht. Bleibt nur zu hoffen, dass Deutschland bis auf Weiteres keine Freunde braucht.

  62. 62
    Thomas says:

    Ich war echt schockiert wie wir jetzt in Europa miteinender umgehen. Toll der Euro. Die Sendung konnte ich nicht fertigschauen. Die Geschichte mit dem Stinkefinger interessiert mich nicht. Was ich wirklich widerlich empfinde ist, daß in Griechenland jetzt Alles an „private Investoren“ verkauft werden muß. Die warten ja schon wie in der Ukraine darauf endlich ihre prallgefüllten Geldsäcke loszuwerden und dafür irgendwas Lebendiges zu bekommen. Die Sorge, daß ihre Geldkonten bald nichts mehr wert sind ist doch zu groß.
    Das große Verbrechen ist, daß private Investoren Griechenland bis zum Ausbruch der Krise jede Menge Geld geliehen haben, damit viel Geld verdient haben und als es ruchbar wurde, daß das Geld nicht zurückgezahlt werden kann wurden diese griechischen Schulden uns europäischen Steuerzahlern zugeschoben. Die privaten „Investoren“ sind fein raus und stehen jetzt Schlange um in Griechenland Realien einzukaufen. Griechenland war früher einmal ein eigenständiges Land und war für seine Finanzen selbst zuständig. Der Euro funktioniert doch gar nicht. Die gestrige Sendung mit Herrn Jauch zeigt das im Endstadium. Ich schäme mich für diese Art des Umgangs in Europa. Herr Jauch, Bild und CSU haben total versagt! Das Ende.

  63. 63
    Ste says:

    Das ist die übliche Strategie des Herrschaftsdiskurses, ein ähnliches Spiel spielte man mit Rudolf Hickel.

  64. 64
    someonesdaughter says:

    @6: „Davon abgesehen hat Varoufakis gerade offensichtlich im deutschen Fernsehen gelogen — das ist der Skandal,“

    Echt? Hätte er sich damit nicht einfach der von Söder demonstrierten Leitkultur angepasst? Es ist doch glatt gelogen, wenn Söder in der Sendung erklärt:

    „Jeder in Deutschland arbeitet wirklich hart.“

    In München ist heute der zweite Prozesstag gegen den ehemaligen CSU-Fraktionschef und Söder-Spezl Schmid, der mit seiner „hart rund um die Uhr arbeitenden“ scheinselbstständigen Ehefrau den deutschen Staat um Hunderttausende geprellt hat … Das zum Thema Lügen und „Skandal“ …

  65. 65
    meykosoft says:

    @ 57 Frank Reichelt
    Nochmal kurz. Leider beginnt der Medienkritische Beitrag ( http://bit.ly/1kkzADO) etwas „reisserisch“ und wirkt eventuell dadurch auf den Einen oder Anderen etwas abstoßend. Insofern haben Sie mein Verständnis. Es werden jedoch interessante Zusammenhänge aus der Sicht von erfahrenen und lehrenden Medienprofis dargestellt und erklärt. Also es lohnt sich wirklich.

  66. 66
    Tuennes says:

    Detlev Crusius (65)

    -„Italien, das heute die Hauptlast der Flüchtlingswelle aus Afrika trägt“-

    Schauen Sie mal, wo Italien in der Statistik zu finden ist:

    http://mediendienst-integration.de/artikel/wer-nimmt-die-meisten-fluechtlinge-auf-2013.html

  67. 67
    Struppi says:

    Meine Güte was ist denn los?

    Griechenland hat, wie manche andere Länder auch, Schulden und würde gerne diese Situation klären, da es offensichtlich in der Vergangenheit sowohl von derbisherigen griechischen Regierungen, als auch der EU (bzw. der europäischen Banken) Verfehlungen gab, die zu den Problemen geführt haben.

    Aus dieser alltäglichen Situation solche „Skandale“ zu produzieren und jeden Furz zu analysieren kann eigentlich nur bedeuten, dass hier etwas verschleiert werden soll.

    Schuldenkrisen und -schnitte sind in Staatsgeschäften normal und üblich. Leider hat die Finanzwirtschaft es geschafft dieses Risiko ihrer Geschäfte zu annähernd 100% auf den Steuerzahler zu wälzen. DAS ist das Problem!

  68. 68
    Tuennes says:

    Struppi:

    wo sind Schuldenschnitte in Staatsgeschäften normal und üblich?

  69. 70
    Norbert Piechotta says:

    Diese Art von Jauch(e)-Journalismus widert nur noch an. Die BLÖD gibt die Zielrichtung – Desavouierung einer linken Reform-Regierung mit dem Ziel, diese möglichst schnell scheitern zu lassen – vor und ehemals renommierte Zeitungen wie FAZ, Zeit, Spiegel machen diesen manipulativen Ekel-Journalismus mit.

  70. 71
    Frank Behrens says:

    #72: Argentinien und Island fallen mir ganz spontan ein.

  71. 72
    jj preston says:

    Ich sehe, ehrlich gesagt, den Skandal nicht.

    Aber gut, das mag daran liegen, dass ich inzwischen von deutschen Medien kaum anderes erwarte. Nur, weil wir hier in Deutschland sind, soll die staatliche Medienlandschaft unparteiischer und unabhängiger sein als in der DDR, in Thailand oder Aserbaidschan? Wo ist der Unterschied, ob der Zustand durch Zwang oder freiwillig herbeigeführt wird?

    Aber um ganz ehrlich zu sein: So langsam verliert sich bei mir auch Mitgefühl und Empörung über die Seriosität der Berichterstattung in den Hausfrauenwichsblättern über Jauch. Er selbst ist ja offensichtlich kein Stück besser.

  72. 73
    Rainer Marwede says:

    Bei ARD und ZDF sieht und hört man besser ???
    Bereits gestern habe ich an die Redaktion meinen Kommentar zu dieser Des-Informations-Schau gemailt. Erneut saßen – von Frau Hermann abgesehen – nur Finanz-Laien ( inkl. der unerträgliche bayrische Demagoge Söder ) dem EX-Wisssenschaftler gegenüber. Erneut – wie bei Illner, Will, Maischberger etc. – waren Titel und Tonalität von vornherein zumindest „tendenziös “ angelegt ( bzw. sogar polemisch ) und ausgewählt. Nur BILD ’s Julian Reichelt machts noch schlimmer. !
    Quo Vadis , öffentlich-rechtliches (Parteien)fernsehen.?.
    Noch Fragen, warum nur noch ca. 50% zu den Wahlen gehen ?
    Heinrich Heine: „denk ich an Deutschland …..“ etc.
    RHHHM

  73. 74
    Tuennes says:

    75:

    Island hat keinen kompletten Schuldenschnitt gemacht, Island hatte vor allem Probleme mit seinen eigenen wild spekulierenden Banken und nicht mit einem stetig gewachsenen Staatsdefizit.

    Zu Argentinien empfehle ich Heiner Flassbeck: http://www.flassbeck-economics.de/der-schuldenschnitt-von-2001-und-die-heutige-not-argentiniens/

  74. 75
    JUB 68 says:

    @ # 29 Frank Reichelt
    Hat denn die gestrige Jauch-Sendung irgend etwas damit zu tun, dass Sie Ihre zunächst wohlwollende Meinung zu Tsipras oder Varoufakis zu hinterfragen beginnen? Oder hat sie Ihren Prozess der Meinungsfindung in dieser Sache überhaupt in irgendeiner Richtung beeinflusst?

    @ 72 Tuennes
    Mal abgesehen von „normal und üblich“ ist der „Zwei-plus-vier-Vertrag“ vom 12.9.1990 ein schönes Beispiel für einen diplomatisch eleganten Schuldenschnitt zugunsten Deutschlands.

  75. 76
    Tuennes says:

    JUB68:
    Das mit dem Schuldenschnitt bei 2+4 hab ich ehrlich gesagt jetzt nicht verstanden. Oder geht es jetzt um mögliche Reparationsforderungen? Das wäre dann ein anderes Paar Schuhe. Kann man drüber reden, gewiss. Frage 1 wäre nur: für wen und für wie lange gelten solche Forderungen? Frage 2: bei all dem wechselseitigen Aufrechnen von Forderungen, müsste man dann nicht evtl. auch die Nettozahlungen der EU an Länder wie Griechenland mit einbeziehen (wären alleine seit dem Jahr 2000 mind. 50 Milliarden Euro plus das, was in den Jahren zuvor geflossen ist).

    Die Dinge sind halt nicht so wunderhübsch simpel schwarz und weiß, wie es manche Leute gerne hätten.

    Aber nochmal: ein Schuldenschnitt wäre für Athen jetzt kaum nachvollziehbar, siehe meinen Verweis auf den SPON-Artikel (73).

  76. 77
    Piet says:

    Hauptsache unser Finanzminister sagt immer die Wahrheit, und nichts als die Wahrheit.

    https://www.youtube.com/watch?v=uooqbnpnLVM

    ab 7:30
    https://www.youtube.com/watch?v=f_OjLIg9GWc

  77. 78
    zendolf says:

    @68 und andere: Bitte nicht über geschnittene Videobeiträge beschweren und dann meine Aussagen schneiden. Natürlich ist Varoufakis Lüge nur relativ zur Sendung ‚der Skandal‘.

    Und ich räume ohne weiteres ein, dass Moderator und alle Gäste bis auf Frau Herrmann ein Totalausfall waren.

    Wer wollte bestreiten, dass die Zustände in Griechenland der viel größere Skandal sind. Nur wer dafür verantwortlich ist und wer daran etwas ändern kann – darüber gehen die Meinungen offensichtlich deutlich auseinander.

  78. 79
    Frank Behrens says:

    #79: Stimmt, der 2+4-Vertrag war der wohl eleganteste Schuldenschnitt, den man sich vorstellen kann.

    @Tuennes: Es geht nicht um Reparationsforderungen, bzw. nicht in erster Linie. In erster Linie weigert sich die BRD, die NS-Zwangsanleihe zurückzuzahlen, ein Kredit, der u.a. Besatzungskosten in Griechenland und Rommels Afrika-Feldzug finanzieren sollte.

  79. 80
    Tuennes says:

    Frank, was die NS-Zwangsanleihe betrifft: d´accord.

    Nur, wie gesagt, wenn man alles gegeneinander aufrechnet, könnte man sich auch die EU-Nettozahlungen vorknöpfen.

  80. 81
    daniel says:

    Eigentlich ist die Meinungsmache in den Anspieler kein Problem. Das ist ein uebliches Stilmittel und es gibt keinen journalistischen Anspruch auf Wahrheit/Ausgewogenheit. Sie sollen eine provokante Diskusionsanrekung sein. Ich denke, dass man aehnlich tendenzoese „Berichterstattung“ bei vielen Talksendungen findet. Diese sind innerhalb der Sendung auch an den einen Politiker und nicht an das Publikum gerichtet. Normalerweise wird der Bericht dann von den angesprochenen Politiker relativiert und die anderen Gaeste geben noch ihren Senf dazu. Dann kann man sich seine Meinung bilden. Wenn Varoufakis aber darauf verzichtet und stattdessen dreist luegt, funktioniert das nicht mehr.

  81. 82
    David says:

    Der Punkt ist doch, dass “doctored” bedeutet daran wurde etwas verändert wenn man es neutral übersetzt. Jemand hat daran “herumgedoktert”. Fälschung ist etwas völlig anderes. Jauch hat das Wort FÄLSCHUNG ins Spiel gebracht. Ich gehe fast davon aus das es eine Falle war. Es wurde ja auch dran “herumgedoktert”. Es wurden Halbsätze vom Sprecher eingeschoben und der Kontext der Aussage völlig verfälscht. Wie hat Varoufakis den Jauch Film gesehen, auf einem Fernseher ohne Ton mit Stimme im Ohr? Dann sieht er das Video und hört was der Sprecher sagt und er abwechselnd ohne das der Kontext erwähnt wird das es um die Zeit vor der Hilfe 2010 geht?

    Natürlich ist das doctored und man muss das verteidigen in der öffentlichen Diskussion Herr Niggemeier. Varoufakis spricht, im Gegensatz zu Günther Jauch, PERFEKTES Englisch. Günther Jauch hat Varoufakis falsch übersetzt und der Zusammenschnitt des Videos wie Jauch ihn präsentiert hat ist genau die Art von Schmutzkampagne wie man sie aus den amerikanischen Politwahlkämpfen kennt. Der Begriff doctored beschreibt diese Art des Editing perfekt. Jauch stellt sich danach absichtlich blöder als er ist. Er schiebt damit die Inhalte in die zweite Reihe. Die Aussagen von Varoufakis sollten nie wirklick ankommen bei den Zuschauern sondern ein Zwischenfall kreiert werden. Dafür wurden die Bild und Söder eingeladen und dazu im Kontext die Taz. Dazu wurde dieser Einspielfilm so geschnitten (doctored).

    Hier müsste jetzt ganz klar Jauch verbal aggressiv attackiert werden. Es kann nicht sein, dass dieser zentrale Sendeplatz an jemanden geht der offensichtlich auf BILD-Niveau politsche Ideologien auf Kosten der Steuerzahler propagiert.

    Trotzdem schön das sie es so schnell aufgreifen. Es ist schon erschreckend wie BILD Online gestern 5 minuten nach der Sendung einen Bericht ganz oben hatte über Lügner Varoufakis der bis jetzt nicht verschwunden ist. Ich habe das Gefühl, dass man die Stimmung in der Bevölkerung so weit drehen will bis die Politk gezwungen ist, den Griechen nicht mal das schwarze unter den Nägeln zu gönnen. Die deutschen Finanzen, einer der größten Wirtschaftsmächte der Welt, werden von einem, nachweislichen Finanzkriminellen, verwaltet. Ich verstehe nicht warum der, aus dem Zusammenhang gerissene, Mittelfinger irgendetwas mit glaubwürdig zu tun haben soll wenn Schäuble das Auge auf das deutsche Staatsvermögen haben kann.

  82. 83
    JUB 68 says:

    @81
    Es geht um Reparationsforderungen.
    Kurzfassung:
    Nach WK II waren mit verschiedenen Abkommen (auch mit Griechenland) die konkreten Reparationsforderungen vertagt worden bis zur Schließung eines endgültigen Friedensvertrags, der aber bis 1990 nicht zu Stande kam. „2+4“ wurde dann als ebensolcher deklariert. Nach juristischer Auslegung hierzulande entbindet dieser Vertrag Deutschland ein für alle Mal von weiteren Reparationskosten, auch gegenüber Drittstaaten, die nicht direkt am Vertrag beteiligt sind. Auch weil diese Drittstaaten, auch Griechenland, im Oktober 1990 diesem Vertrag zugestimmt haben (Charta von Paris).
    Bis dato war die generelle Entscheidung zur Höhe diverser Reparationskosten (nicht nur gegenüber Griechenland) auf den Abschluss eines Friedensvertrags vertagt. Die Schuld war also dem Grunde nach anerkannt, die Höhe wäre noch zu verhandeln gewesen. Von dieser Schuld hat sich Deutschland mit ebenjenem „2+4“ befreit.
    Damit ist Ihre erste Frage auch indirekt beantwortet.
    Zu Ihrer zweiten Frage: Es mag simpel nach schwarz und weiß klingen, aber Forderungen aus geraubtem Gut und Forderungen aus freiwillig geliehenem Gut (und noch haben wir den Griechen nichts geschenkt) sind zumindest aus ethischer Sicht nicht einfach so aufzurechnen.
    Andererseits wäre es praktikabel, den Erlass einer Forderung mit dem Erlass einer anderen zu verbinden, was aber aktuell keine Rolle spielt, da wir die Forderung nicht anerkennen.
    Zu dem SPON Artikel: Die Aussage dort ist lediglich die, dass Griechenland im Augenblick nicht mit einem Schuldenschnitt geholfen wäre, langfristig aber schon, dort wird übrigens zu einem weiteren Artikel verlinkt, in dem für einen Schuldenschnitt plädiert wird.
    Es bleibt also ein wenig offen, wo der von Ihnen empfohlene Artikel bezogen auf den Sinn eines Schuldenschnitts hilfreich ist.

  83. 84
    Tuennes says:

    JUB68:

    Ich sprach nicht von dem „freiwillig geliehenen Gut“, sondern von den EU-Subventionen. Nach manchen Schätzungen hat Griechenland weit über 100 Milliarden aus Brüssel erhalten, einen Großteil davon steuerten die Deutschen bei.
    (Das Interessante ist ja, dass einige griechische Politiker diese Subventionen als „süßes Gift“ bezeichneten, welches das Land träge gemacht habe – dabei waren es zum großen Teil strukturell ähnliche staatliche Investitionen, die die amtierende griechische Regierung nun gerne tätigen möchte).

    David (86) – „Günther Jauch hat Varoufakis falsch übersetzt“ – halte ich für eine steile These. Ich glaube, der Simultanübersetzer war der Herr Spriesterbach, und dessen Englisch-Kenntnisse dürften kaum hinter denen von Herrn Varoufakis zurückstehen.

  84. 85
    reinerw says:

    Die hohe Kunst der Rhetorik:
    „My proposal was that Greece should simply announce that it is defaulting — just like Argentina did — , within the Euro, in January 2010, and stick the finger to Germany and say: „Well, you can now solve this problem by yourself.“ und dann wurde der Stinkefinger gezeigt.

    Aber neiiiin: V. hat nicht gesagt, dass er den Stinkefinger Deutschland gezeigt hätte, Griechenland hätte das tun sollen. Aber auch das ist ja nicht wahr. Alles Fälschung!
    Schon klar.

  85. 86
    Bernd Meier says:

    Was ist bloß los mit unserer Gesellschaft und den Medien? Varoufakis hat berichtet, dass es Teilen seines Volkes sehr schlecht geht. Er sprach in der Sendung von hungernden Menschen in Griechenland, von Kindern, die vor Hunger sogar ohnmächtig werden. Anstatt diese Aussage auf ihren Wahrheitsgehalt hin zu untersuchen, wird jetzt der Wahrheitsgehalt des angeblichen Stinkefingers in den Medien in fast jedem Bericht als wichtigste Meldung behandelt. Aufklärung über das Leid der Menschen will ja auch keiner lesen, das könnte einem ja die Laune verderben.

  86. 87
    Piet says:

    „Und andererseits: wenn Banken in der Größe und in dem Umfang dichtmachen müssen, dann ist das nicht mal eben ein kleiner Betriebsunfall, der sonst niemanden betrifft.“

    Ich sagte nicht, dass das sonst niemanden betrifft. Wen es in dem beschriebenen Fall betroffen hätte, ist aber der Knackpunkt. Ausländische Banken (und andere Finanzinstitute) hatten der Rendite wegen in unseriöser Weise in Griechenland investiert. Hätte GR damals seine Pleite erklärt, wäre die Haftung für den Schaden und das eingegangene Risiko bei den Kreditgebern geblieben. Das Haftungsprinzip ist in der Marktwirtschaft eines der wichtigsten Regeln, um Mißmanagment durch Banken zu verhindern. 2003 hatte Ackermann schon gegenüber Steinbrück (glaube ich) seine Wünsche hinsichtlich einer Bad Bank geäußert. Heute wissen wir warum.

    Dem Bankencrash hätten natürlich entsprechende Abschreibungen folgen müssen. Wer da wie stark zur Kasse gebeten wird, wäre dann Sache der deutschen Regierung gewesen, z.B. auch Aktionäre. Beispielhaft ist wohl das Vorgehen in Island gewesen. Sicher ist es auch nicht spurlos an den Isländern vorbeigegangen. Aber Griechenland steckt nun in einer endlosen Zinszahlungsschleife und einer nicht enden wollenden Wirtschaftskrise.

  87. 88
    kleinerniemand says:

    Ist das wirklich so schwer zu verstehen? Es ist eine Manipulation, allein schon weil es vom Wesentlichen massiv ablenkt. Wenn man eine Video bringt wie Söder vor 3 Jahren im Bierzelt über faule Griechen schimpft wäre das auch nicht fair, ob er es nun getan hat oder nicht. Es kann die Situation nur verschlechtern und zwar für alle beteiligten, hat nahezu keinen Informationsgehalt und das „lügen“ kann schlicht darauf zurückzuführen sein, dass er sich wie jeder normale Mensch nicht an jeden einzelnen Vortrag erinnert.

  88. 89
    Sabine Halbmann says:

    Tatsächlich ist es ein semantischer Unterschied, ob man einen Stinkefinger zeigt, um jemandem zu sagen „f* you!“ – Oder ob man einen Stinkefinger als Illustration für eine potentielle Situation verwendet. Letzteres als Ersteres hinzustellen ist in der Tat „doctored“, auch wenn die Bilder für beides identisch sind.

  89. 90
    reinerw says:

    Er hat gesagt „stick the finger to Germany“ – welche Semantik brauche ich, um das so zu verstehen, wie es gemeint war?

  90. 91
    reinerw says:

    … und warum hat er nicht einfach gesagt: „Ich denke heute nicht mehr so, weil die Situation eine andere ist.“? Statt dessen das Geeiere „doctored“. Der Mann tut wirklich alles um sich überall unbeliebt zu machen.

  91. 92
    Stefan Niggemeier says:

    @reinerw: Haben Sie gerade „stick the finger to Germany“ gesagt? Was haben Sie gegen Deutschland, dass Sie sowas sagen?

  92. 93
    Twipsy says:

    Was tut man nicht alles für ein unbehelligtes Spießerleben in Potsdam.

  93. 94
    David says:

    @88 Tuennes: Man hat doch gehört was Varoufakis gesagt hat. Er benutzte das Wort doctored. Ich habe mir das Video bei youtube angeschaut. Der Zusammenhang wird bei Jauch nicht deutlich. Der Film bei Jauch erweckt den Eindruch das Varoufakis sagt wir behalten das Geld scheiss auf Deutschland. Das ist mitnichten der Kontext den die Aussagen von Varoufakis hergeben. Er sagt:“ Argentinien konnte sagen Fuck off IWF weil sie Banken voller Pesos hatten und von einem auf den anderen Tag Pesos ausgeben und abwerten konnten. Griechenland hätte mit einer Vorlaufzeit von Monaten die Drachme wieder einführen müssen. Das wäre ein Desaster gewesen und deshalb konnte man 2013 (zu dem Zeitpunkt an dem er spricht) nicht sagen, fuck off Deutschland. Er sagt, dass hätte man evtl. 2010 tun können wenn man Drachme auf Vorrat gehabt hätte. In der Rest der Zeit entwickelt er Alternativen zum Troikakurs die absolut legitim sind und in keiner Weise die nationale Ehre Deutschland beleidigen. Vielmehr sind es Ansätze die heute Ökonomen aus der ganzen Welt als Lösungsweg sehen.

    Was Günther Jauch getan hat ist unredlich. Das ist Fox News Niveau und der Einspielfilm war klar „doctored“. Gucken sie sich nochmal den Abschnitt an. Ganz davon abgesehen, dass er live natürlich nur kurze Zeit hatte zu reagieren und dann noch über 3 Sprachen Deutsch in Griechisch dann in Englisch wieder in Deutsch natürlich Übersetzungsfehler passieren können. Warum macht Jauch so etwas? Warum versucht er eine klare faktenorientierte Diskussion zu verhindern? Es war klar, dass die Art des Editing (doctoring) zu einem Streit führen würde der NICHTS mit den inhaltichen Problemen zu tun hat.

    Der Begriff Doctored bedeutet nicht gefälscht oder Fälschung sondern beschreibt eine bestimmte Art des Editiing Aussagen in einem verfälschten Kontext wieder zu geben.

    Man darf es sich nicht so einfach machen. Was Günther Jauch gemacht hat war ein unredlicher Trick um eine inhaltiche Diskussion zu verhindern und die Diskussion im Nachgang auf Oberflächlichkeiten zu lenken.

  94. 95
    Ex-Vermieter says:

    @Piet # 92
    Nicht nur Griechenland steckt in einer endlosen Zinszahlungsschleife.
    DAS ist doch das Problem, von dem abgelenkt werden soll.
    Die wenigen Kapitaleigner erhalten die Zinsen, fast alle anderen werden immer ärmer, weil sie eben für diese Zinsen schuften müssen.

  95. 96
    Thomas K. says:

    Laut Spiegel Online meint Varoufakis mit „doctored“ nicht den Einspieler an sich, sondern tatsächlich, dass der Finger nachträglich hinzugefügt wurde (http://www.spiegel.de/politik/ausland/stinkefinger-varoufakis-beklagt-sich-ueber-jauch-sendung-a-1023742.html). Aber an der Echtheit bestehen wohl kaum Zweifel.

    Er hätte es so einfach haben können, den polemischen Einspieler zu zerpflücken, stattdessen lügt er sich einen zusammen.

  96. 97
    Ex-Vermieter says:

    @reinerw # 95
    Wenn man zitiert, ist es häufig sinnstiftend, zumindest einen ganzen Satz zu zitieren.
    Ein kleines Beispiel: x sagte“ …dicke Eier…“
    Und wem könnte so ein Zitat genau was sagen?
    Richtig, der ganze Satz könnte gewesen sein:“ Ich geh zu aldi und kaufe 12 dicke Eier.“
    Oder: „Ich war bei … und suchte dicke Eier, die leider ausverkauft waren.
    Die Frage ist also, was sagte YV VOR „stick the finger“.
    Alles andere ist blöder als BLÖD.

  97. 98
    zendolf says:

    @#87 und andere: ‚doctored‘ heißt gefälscht, es gibt keine andere Übersetzung, egal welches Lexikon man zu Rate zieht. Jemand, der ‚perfekt‘ Englisch kann, weiß das. Hätte er sagen wollen, dass das Video geschnitten gewesen sei, hätte er ‚edited‘ benutzen müssen.

    Ist es der deutsche Selbsthass, der es uns unmöglich macht, eine Lüge eine Lüge zu nennen?

  98. 99
    Buergermeister says:

    Jaja… totaaal aus dem Zusammenhang gerissen. Die pösen Medien wieder! Er wollte ja eigentlich sagen, dass Griechenland den Deutschen die Hand reichen sollte, und jetzt wird das so verdreht wiedergegeben…
    Fakt ist, er hat gesagt, Griechenland solle Deutschland den Finger zeigen, und das mit der entsprechenden Geste unterstrichen. Behauptet aber nun, das hätte er nicht getan, was nunmal eine Lüge ist. Ob das nun sonderlich schlimm ist oder nicht, ist eine andere Frage… inhaltlich hatte er wahrscheinlich sogar recht, es würde den Griechen deutlich besser gehen wenn sie damals den Staatsbankrott erklärt hätten anstatt sich der unseligen Melange aus neuen Krediten und extremen Sparauflagen hinzugeben. Aber gelogen hat er in dem Punkt trotzdem.

  99. 100
    JUB 68 says:

    @89 tuennes
    EU Subventionen sind ja schon aufgrund der Art der Leistung nicht aufrechenbar. Sie haben von aufrechenbaren Forderungen gesprochen. Unterdessen ging ich auch auf Ihren Hinweis zum SPON
    -Artikel ein, nach nochmaligem Hinweis Ihrerseits. Dazu kam dann auch nichts mehr. Ungeachtet des diplomatischen Ungeschicks, welches in den letzten Wochen teilweise seitens der griechischen Regierung gezeigt wurde, ist die Kritik an der Art der Konfrontation des griechischen Ministers mit diesem Video absolut berechtigt.
    Herr Niggemeier hat das auch nachvollziehbar dargestellt, wie ich finde.

  100. 101
    reinerw says:

    @DAvid:
    Sie schreiben:
    Er sagt:“ Argentinien konnte sagen Fuck off IWF weil sie Banken voller Pesos hatten und von einem auf den anderen Tag Pesos ausgeben und abwerten konnten. Griechenland hätte mit einer Vorlaufzeit von Monaten die Drachme wieder einführen müssen. Das wäre ein Desaster gewesen und deshalb konnte man 2013 (zu dem Zeitpunkt an dem er spricht) nicht sagen, fuck off Deutschland.
    Tatsächlich hat er im Video gesagt:
    „My proposal was that Greece should simply announce that it is defaulting — just like Argentina did — , within the Euro, in January 2010, and stick the finger to Germany and say: „Well, you can now solve this problem by yourself.“ und dabeiwurde der Stinkefinger gezeigt.“

  101. 102
    JUB 68 says:

    @103
    Falsified, faked, counterfeit – die gängigen Vokabeln für „gefälscht“.
    „Doctored“ steht für „frisiert, manipuliert“.
    (Langenscheidt oder dict.cc, falls Sie mir nicht glauben mögen.)

  102. 103
    André says:

    Journalistisch gut gemacht oder nicht (verstehe sowieso nicht, warum man so einen wie Jauch da an den Varoufakis dranlässt und nicht einen KOMPETENTEN Journalisten):

    Die neue griechische Regierung bekommt es nicht auf die Kette. Und das liegt daran, dass das griechische System leider bis in den Kern der Wirtschaft, Gesellschaft, Verwaltung und Politik korrupt ist.

    Das so viele Jahre lang Unmengen an Kapital und Arbeitszeit (Beamte, Politik) für so ein kleines Land aufgebracht werden müssen, statt die EU fit für die Zukunft zu machen (gegenüber Asien und USA sowieso schon im Rückstand) wird noch viele, negative Auswirkungen auf EURO-Europa / EU-Europa haben.

    Leider haben in EU-Europa die Ideologen das Zepter in der Hand. „Statt Euro-Austritt GR, Schuldenschnitt, Aufbauhilfe, Freiheit für die Griechen“ gibt Konfrontation zwischen zwei Systemen, die nicht zusammenpassen. Hinterher, wenn alles zusammenkracht, wills dann aber keiner gewesen sein.

    Die damaligen Kritiker bei der Euroeinführung galten damals ja auch als Spinner…das sollte man den Kritikern der Kritiker mal um die Ohren schlagen !

  103. 104
    reinerw says:

    @102: Wer lesen kann ist ja eindeutig im Vorteil und es soll ja auch gegen Verblödung helfen.
    Lesen Sie also bitte Statement 90 bevor Sie hier beleidigen.

  104. 105
    jason schiffer says:

    Ein sehr schönes Detail im auf Youtube zu sehenden Video, ist das an der Rückwand des Vortragsraums angebrachte Aiweiwei, Plakat, auf dem dessen MIttelfinger gen Tor des himmlischen Friedens gerichtet ist, was gerne als politische und humanistische Geste gefeiert wird. Wenn man nach dem von Varoufakis gezeigten Mittelfinger noch ein wenig länger dem Vortrag folgt, präzisiert er ,dass für ihn die Frage des Verbleibs im Euro oder des Ausstiegs allein vom dadurch ausgelösten menschlichen Leid abhängt. Weshalb er weiter ausführt, dass für ihn der bloße Bruch, stilistisch zugespitzt in der Mittelfinger Geste, eben nicht die richtige Option gewesen wäre da Griechenland darunter noch stäker gelitten hätte. Insofern er diese Geste tatsächlich gezeigt hat, hat er natürlich auf die körperliche Ausformung bezogen klar gelogen, allerdings ist gleichzeitig klar wie wenig der Mittelfinger, der im Kontext des Vortrags als Absage an unnötiges menschliches Leid zugunsten französischer und deutscher Banken erkennbar wird, eine unumwundene Beleidigung Deutschlands verkörpert. Von daher ist auch seine Aussage er habe niemals die Dreistigkeit besessen eine solch respektlose Botschaft an Deutschland zu richten korrekt.

  105. 106
    reinerw says:

    @110: Netter Versuch, aber das eigentliche Zitat beginnt ja mit „My proposal,…“ Da beißt die Maus keinen Faden ab.

  106. 107
    Tuennes says:

    Piet (92):

    Noch einmal: Sie können Island nicht mit Griechenland vergleichen. Die Krisen hatten völlig unterschiedliche Ursachen. In Griechenland ist die Krise tatsächlich hausgemacht. Über Ursachen und Verantwortung ein recht guter Überblick bei wiki http://de.wikipedia.org/wiki/Griechische_Staatsschuldenkrise – dort vor allem im Abschnitt „Ursachen“.

    Im übrigen ist die Zinsbelastung aktuell gar nicht so groß für Athen.

  107. 108
    Thomas says:

    Es gab mal ein vermeintliches „Stinkefinger“Foto mit Rexrodt. Das war enstanden, als Rexrodt etwas von 1 bis 5 mit Hilfe der Finger vorzählte. Am Ende war nur „Drittens“ übrig geblieben und dafür hatte er den Mittelfinger zugeordnet.

  108. 109
    zendolf says:

    @#107: Fragen wir die Briten:

    doctored: Change the content or appearance of (a document or picture) in order to deceive; falsify

    Examples:

    ‚The reports could have been doctored‘
    ‚The company claims he doctored documents to cover his tracks.‘
    ‚He suggested a senior lecturer had doctored documents for the purpose of an employment tribunal.‘
    ‚To add some visual appeal and an element of authenticity, there were photos doctored appropriately using digital technology.‘

    Synonyms:
    falsify, tamper with, tinker with, interfere with, manipulate, massage, rig, alter, change;
    forge, fake, trump up;
    fudge, pervert, distort
    informal cook, juggle
    British informal fiddle (with)

    Quelle: Oxford dictionaries; Oxford press.

    http://www.oxforddictionaries.com/definition/english/doctor?q=doctored#doctor__15

    Ich denke, der Sinn ist klar.

  109. 110
    Ronald says:

    Warum hast du gelogen, Yannis? Warum die Redaktion wider besseres Wissen der Manipulation bezichtigt („doctored“)? Der gereckte Mittelfinger war doch nur eine Lappalie! Einfach weglächeln, irrelevant. Aber diese dreiste Lüge?

    Davon abgesehen, wie irre war das denn, Griechenland vorzuschlagen, im Januar 2010 einseitig den Staatsbankrott erklären zu lassen — und gleichzeitig im Euro verbleiben zu wollen?

    Und so einen Vorschlag machte ein Professor für Volkswirtschaft?

  110. 111
    Sabine says:

    Der Euro-Schreck stellt sich – Varoufakis bei Günther Jauch. Was soll dieser Titel?
    Herr Jauch möchte sicherlich auch nicht als Polittalk-Schreck erstmal vorverurteilt werden. …. und stellt sich …….., vermittelt mir, daß er auf der Flucht wäre und sich jetzt der Misere endlich stellt. Das ist kein guter Journalismus. Sollte in den ÖR so nicht statt finden dürfen. Kann man hier eine Petition ins Leben rufen? Bzw. Beschwerde beim Presserat einreichen?
    Wie kann man sich dagegen wehren?

  111. 112
    Piet says:

    @ Tuennes: Vergleichen kann man alles. Das muss ja nicht heißen dass es das gleiche Problem mit den gleichen Ursachen ist. Ich habe Island angesprochen, weil es 2010 um eine Bankenkrise ging, die ganz Europa erschütterte und – auch wenn das viele Poltiker, allen voran Herr Söder, uns gerne weismachen wollen – sie ging nicht von Griechenland aus.

    Dass das kleine unbedeutende Griechenland zu hohe Schulden hatte – geschenkt. Die Eurokrise ist aber keine Staatsschuldenkrise (Spanien und Irland hatten vor der Lehman-Pleite Haushaltüberschüsse). Hier muss man auf den großen dicken Player in der Eurozone gucken. Hoppla, das ist ja Deutschland. Deutschland mit dem Exportweltmeistertitel. Mit den niedrigen Löhnen und der immens hohen Produktivität, die unsere Produkte schön billig machen gegenüber anderen, aber gleichzeitig immer weniger Deutschen Arbeitnehmern einen Urlaub in Griechenland erlaubt.

    Mehr dazu gibt es hier:
    http://www.flassbeck-economics.de/

  112. 113
    katharina says:

    „We need a name for a syndrome related to, but not quite the same as, the Dunning-Kruger effect. That effect, you may or may not know, shows that truly incompetent people are so incompetent that they believe themselves competent.“

    http://krugman.blogs.nytimes.com/2015/03/16/economic-ignorance-blogging/?_r=0

    Ich schlage vor, das von Paul Krugman beschriebene Phänomen ( maximale ökonomische Inkompetenz gepaart mit dem Gefühl der Überlegenheit), Söder-Elitz-Syndrom zu nennen.

  113. 114
    Tuennes says:

    Griechenlands Krise ist eine Staatsschuldenkrise und daher völlig anderer Natur. Klar können Sie vergleichen, Piet, aber der Vergleich von Äpfel und Birnen führt nicht weiter.

    Ich tue mich auch immer ein wenig schwer, wenn man für alles die deutschen Exporte verantwortlich machen möchte. Das Geld, das viele Griechen in den Konsum gesteckt haben, ist ja zu einem nicht unbedeutenden Teil dem eigenen Fiskus vorenthalten worden. Der griechische Staat hat diese fehlenden Einnahmen und seine überzogenen Ausgaben mit Krediten ausgeglichen, und die dafür Verantwortlichen waren ja keine geschäftsunmündigen Kinder.

    (Ich möchte auch gerne mal wissen, wie denn der Aufschrei gewesen wäre, wenn die besagten Banken seinerzeit Griechenland Kredite verweigert hätten.)

    Niemand wurde gezwungen, deutsche Produkte zu kaufen. Es gibt auch französische und italienische und japanische Autos, und die Fernsehgeräte und Computer stammen eh aus Fernost.

    Dass unser Land gut daran täte, die Einkünfte der Werktätigen zu erhöhen, steht auf einem anderen Blatt. Ich wüsste aber jetzt nicht, inwiefern speziell Griechenland davon profitieren könnte. Es werden ja nicht alle Deutschen dort Urlaub machen wollen.

  114. 115
    Tuennes says:

    katharina:

    Jeder nimmt sich den Wirtschaftsgelehrten, der ihm gerade am besten passt. Das Spektrum ist ja recht groß dabei: drei Volkswirtschaftler = vier Meinungen, und jeder Experte denkt von sich, er sei den anderen haushoch überlegen. Paul Krugman gilt gerade in einigen Kreisen als „hip“. Das macht ihn nicht zum Allwissenden. Und seine Fans auch nicht.

  115. 116
    Sylvia says:

    kurzer Einwurf, hier hat sich jemand an einem Transcript zum Sachverhalt bemüht:

    http://tumblr.mxfh.mn/post/113781772864/material-zur-varoufakis-jauch-nicht-debatte-das

    es zeigt die Tücken die bei Übersetzungen enstehen können, was beim Simultandolmetschen nicht selten ist.

    Wie das ganze nun wieder medial aufgeblasen wird, es ist zum Mäuse melken. Man ist sich einig, der Varoufakis muss weg, weg muss der, weg unbedingt und wenn der Rüpelminister weg ist, dann wird es uns allen wieder so viel besser gehen…..

  116. 117
    Piet says:

    „Griechenlands Krise ist eine Staatsschuldenkrise und daher völlig anderer Natur. Klar können Sie vergleichen, Piet, aber der Vergleich von Äpfel und Birnen führt nicht weiter.“

    Was Sie sagen ist im Prinzip: “ Wenn einer einen Karieszahn hat, kann er nicht auch einen Grippevirus haben.

    Griechenland hat beides. Das größere Problem ist dabei aber der Grippevirus, also die Eurokrise, die auch alle anderen Länder plagt, inklusive Deutschland.

    Einerseits die Erhöhung der Löhne der deutschen Werkarbeiter befürworten aber gleichzeitig dem Exportwahn auf Kosten eben dieser Werktätigen das Wort reden ist in sich widersinnig. Die niedrigen Lohnstückkosten machen die deutschen Waren so billiger als Konkurrenzprodukte, und sind ohnehin nicht selten die besseren. Qualitätsware zu Schleuderpreisen, sozusagen. Einige wenige werden damit sehr sehr reich. Die anderen müssen das erarbeiten.

    Ich möchte Ihnen nochmals die Flassbeck-Seite nahelegen. Er kann es besser erklären als ich und ist dabei oft noch sehr unterhaltsam.

    „Niemand wurde gezwungen, deutsche Produkte zu kaufen.“
    Niemand hat D gezwungen seine Produkte zu verkaufen. Trotzdem haben wir jezt ein Problem: Überschuldete Staaten, die ihre Rechnungen nicht mehr bezahlen und sich unsere Produkte nicht mehr leisten können

    http://de.wikipedia.org/wiki/Beggar-thy-Neighbor-Politik

  117. 118
    Sabine says:

    Kann denn in Deutschland keiner Englisch???? Ja, er hebt den Finger, aber: Varoufakis sagt in dieser Szene „… wir HÄTTEN Deutschland den Finger zeigen können und sagen, ihr könntet dieses Problem selber kennen…“

  118. 119
    katharina says:

    @ tuennes:
    Wirtschaftswissenschaftler vertreten verschiedene Richtungen, aber ein rationaler Diskurs zwischen ihnen ist durchaus möglich. Das Problem bei Söder und Elitz war, dass sie nicht einmal ansatzweise ökonomisch, aber auch nicht politisch argumentierten, sondern munter Phrasen droschen, dies aber im Gefühl der völligen Überlegenheit.
    Das war zum Fremdschämen. Die ökonomische Dominanz Deutschlands in der Eurozone ist das Resultat verschiedener politischer Entscheidungen: z.B. dem Marshall-Plan, der Londoner Schuldenkonferenz von 1953, dem 2+4-Abkommen (statt eines Friedensvertrages) und der Einführung des Euro.
    Zu Ihrer Frage, was es Griechenland nützt, wenn Deutschland die Löhne erhöht, weist Flassbeck darauf hin, dass z.B. mehr französische Autos gekauft werden. Dies könnte dazu führen, dass in Frankreich mehr griechische Produkte importiert werden.

  119. 120
    Tuennes says:

    katharina:

    Es ist nicht unbedingt so, dass deutsche Autos wesentlich günstiger sind als japanische oder französische. Es ist auch nicht so, dass deutsche Autobauer schlecht zahlen. Im Gegenteil (bis auf Leiharbeiter).

    Ihre Aufzählung „Die ökonomische Dominanz Deutschlands in der Eurozone ist das Resultat verschiedener politischer Entscheidungen…“ ist unterhaltsam, weil die nach ihrer Ansicht dann nahezu komplett fremdbestimmt gewesen wäre. Dass es auch andere Gründe geben könnte (Produktivität, relativ stabile Sozialpartnerschaft), können Sie aber gerne für sich ausblenden, wenn´s Weltbild darunter leiden würde.

    Söder und Elitz würde ich auch nicht als Sachverständige ansehen. Aber bei aller tiefen und aufrichtigen Abneigung meinerseits den beiden gegenüber: nicht alles, was politisch Andersdenkende so von sich geben, erstrahlt in intellektuellem Glanz.

    Will damit nur sagen: immer, wenn mir Leute der Weisheit letzten Schluss verkaufen wollen, bin ich skeptisch. Immer dann, wenn Leute behaupten, in einer komplizierten Sache exakt und relativ simpel zwischen Gut und Schlecht unterscheiden zu können, bin ich noch skeptischer. Egal aus welcher Richtung es kommt. Daher, ich gebe es zu, mag ich auch gerne mal die Krugman-Fans und Die-Banken-sind-an-allem-schuld-Theoretiker leicht herausfordern. Sorry.

    Und aus meiner Sicht, was Griechenland betrifft, sind neben den reichen Euroländern vermutlich auch die Griechen nicht ganz unschuldig an ihrem Desaster. Und zwar nicht nur die superreichen Griechen.

    Wenn man das einmal scheuklappenfrei von allen Seiten betrachten könnte, wäre das vielleicht ein guter Anfang vom Neubeginn.

  120. 121
    Tuennes says:

    PS: welche griechischen Produkte sollten die Franzosen vermehrt importieren?

  121. 122
    Maximilian Untermayr says:

    Ich bin entsetzt was mit unseren Zwangsgebühren im Staatsfunk gemacht werden darf.

    Angefangen beim Titel der Sendung auf übelst demagogisch, diffamierendem Niveau:
    „Der Euro-Schreck stellt sich“
    bis zur Auswahl der Gäste: „“

    Sollte man da nicht eine Petition starten, dass
    a) die ARD sich öffentlich bei Varoufakis und Griechenland entschuldigt
    b) die ARD sich von G. Jauch trennt

  122. 123
    reinerw says:

    @123:
    So viel Englisch muss sein:
    „„My proposal was that Greece should simply announce that it is defaulting — just like Argentina did — , within the Euro, in January 2010, and stick the finger to Germany and say: „Well, you can now solve this problem by yourself.“
    Kann es sein, dass Sie vielleicht kein Englisch können? „should simply announce… and stick the finger to Germany“ ist doch wohl mit „sollte einfach ankündigen … und Deutschland den Finger zeigen“ korrekt übersetzt, oder?

  123. 124
    Maximilian Untermayr says:

    Ich bin entsetzt was mit unseren Zwangsgebühren im Staatsfunk gemacht werden darf.

    Angefangen beim Titel der Sendung auf übelst demagogisch, diffamierendem Niveau:
    „Der Euro-Schreck stellt sich“, weiter über das „Tribunal“, bei denen ausgerechnet ein Söder und ein BILD-Kolumnist (Hr. Elitz) über die Griechen zu Gericht sitzen dürfen. Wie unsensibel und dreist dämlich kann ein DEUTSCHER Sender eigentlich nach dem dritten Reich ehemaligen Opfern gegenüber eigentlich sein? Sind wir schon wieder bei dem Herrenvolk-Dünkel angekommen?

    Ich habe mich selten so fremdgeschämt!

    Und dann fielen mir alle Zinken aus der Krone, als dieser Elitz sich erdreistete einem offiziellen Vertreter eines demokratischen Staates mit Phrasen wie „Weichspüler geschluckt“ und „Kreide gefressen“ in einer LIVE-Sendung zu beleidigen. Und Jauch lies ihn gewähren?! Wieso muss der Intendant nach so einem Totalausfall nicht seinen Hut nehmen? Stellen wir vor, so etwas wäre umgekehrt Hr. Schäuble widerfahren…

    Und die künsterische „Alterung“ und Verzirrung des Videos, samt Schnitt und Subtitel, Anmoderation und sonstigen propagandistischen Stilmitteln, bis zur Frage von diesem Jauch waren eindeutig „doctored“ und dass Hr. Varoufakis sich sicher sein konnte, so etwas nie in so einer Art von sich gegeben zu haben, mussten ihn ja förmlich davon überzeugen, dass der ganze Ausschnitt (samt Finger) nur ge-„doctored“ sein konnten. Dass man sich nicht nicht an alles was man vor zwei Jahren gemacht hat 100% erinnern kann, kann man ihm nun wirklich nicht in so einer Stress-Situation übelnehmen.

    Ich bin nicht einverstanden damit, dass der Staatsfunk offensichtlich von der BILD übernommen worden ist und ungestraft fremde Regierungen diffamieren und herabwürdigen darf. Nicht die „Lüge“ des Mittelfingers ist der Skandal, sondern dieses volksverhetzende Machwerk und die Verantwortungslosigkeit der ausführenden Journalisten und Redakteure ist einer!

    Müsste man da eigentlich nicht eine Petition starten, dass:

    a) die ARD sich öffentlich bei Varoufakis und Griechenland entschuldigt
    b) die ARD sich von G. Jauch trennt

    Würden die PEGIDA-Verirrten mit ihren „Lügenpresse“ Chören auf diese Sendung anspielen, wäre ich im Augenblick ausserstande denen zu widersprechen.

  124. 125
    Sabine says:

    @Maximilian Untermayr
    Die Petition habe ich auch schon gesucht, siehe Nr. 116. Bei Lanz hat das ja auch funktioniert. Jauch halte ich hier für weitaus gefährlicher, denn keine Frage, Berlin versucht alles, die neue griechische Regierung mit allen Mitteln in ein schlechtes Licht zu stellen. im Sommer wählt Portugal, im November Spanien. Die Linken haben hier sehr gute Chancen. Es kann und darf aber nicht sein, daß die Politik hier derart manipuliert und über das ÖR Fernsehen Sendungen dieser Art zuläßt.

  125. 126
    Maximilian Untermayr says:

    @Sabine, danke für den Hinweis, habe natürlich bei über 100 Posts die meisten nur kurz überflogen und zwar unsere geteilte Ungläubigkeit ob des Titels, aber leider nicht bezüglich der Petition gesehen.

  126. 127
    Georg says:

    Hi Stefan, ich habe mir nach Lesen dieses Artikels auch die Sendung angesehen – und ich finde Deine Beschreibung des Jauch-Ausschnitts verfälschend.

    Die Redaktion von „Günther Jauch“ tat so, als spreche Varoufakis von der Gegenwart. Sie blendete zwar — kurz — die Zeitangabe „Mai 2013″ ein. Aber sie verkürzte den Ausschnitt entscheidend und stellte die Aussagen in einen ganz anderen, falschen Kontext:

    Man sollte sich den Clip schon von Minute 25:10 ansehen. Dort beginnt nämlich eine Art beruflicher Biografie von Varoufakis: Die erste Szene zeigt ihn deutlich jünger mit einem Fernsehausschnitt von 1993 – dieses Jahr wird auch unten eingeblendet. Dann geht es weiter mit einem Ausschnitt vom Februar 2012 (auch eingeblendet) und schließlich die Szene vom Mai 2013, wiederum eingeblendet. Ich weiß daher nicht, warum man meinen sollte, die Jauch-Redaktion würde die Aussage auf die Gegenwart beziehen. In diesem Kontext der Aneinanderreihung alter Ausschnitte wird klar erkennbar, dass es sich um eine Aussage von vor fast 2 Jahren handelt.

  127. 128
    Sabine says:

    Was nützen diese einzelnen posts? Verstreut im www. Eine Petition könnte hier gut bündeln. Zumindest ein Anfang und einen Versuch wert.

  128. 129
    Stefan Niggemeier says:

    @Georg:

    Ich weiß daher nicht, warum man meinen sollte, die Jauch-Redaktion würde die Aussage auf die Gegenwart beziehen.

    Weil die Jauch-Redaktion die Aussage auf die Gegenwart bezieht. Wie anders sind die Aussagen des Sprechers unmittelbar vor und während des (verstümmelten) Zitates zu verstehen, wenn er sagt: „Varoufakis will den Griechen neues Selbstvertrauen geben und steht für klare Botschaften, besonders an Deutschland.“ Die Sätze scheinen die Aussagen Varoufakis zu interpretieren. Tatsächlich verdrehen sie sie.

    Im übrigen: Woran hätte der Jauch-Zuschauer erkennen können, dass Varoufakis über 2010 spricht?

  129. 130
    Georg says:

    @Stefan: _Alle_ Off-Töne aus dieser Sequenz sind im Präsens formuliert:

    „(1993) In den 90er Jahren lehrt Varoufakis an der Universität in Sydney … (2012) Dann die Eurokrise: Varoufakis schreibt Artikel und dreht Videos, in denen er die Krise erklärt … (2013) Varoufakis will den Griechen neues Selbstvertrauen geben.“

    Deiner Logik nach müsste man den Off-Kommentator auch so verstehen, dass Varoufakis heute noch Videos dreht.

    Im übrigen: Woran hätte der Jauch-Zuschauer erkennen können, dass Varoufakis über 2010 spricht?

    Ja, _den_ Kritikpunkt kann ich nachvollziehen. Vorwerfen könnte man, dass sie ihm diese Aussagen auf 2013 beziehen. Nicht aber auf heute.

  130. 131
    reinerw says:

    @Niggemeier:
    Und warum hat V. nicht einfach gesagt: „Das ist aus 2013 und nicht mehr meine heutige Position“? Weshalb deutet er an, es handle sich um eine Fälschung?

  131. 132
    Stefan Niggemeier says:

    @Georg: Varoufakis wollte den Griechen 2013 neues Selbstvertrauen geben? Das wollte die Redaktion sagen? (Und das ergibt einen Sinn?)

    @reinerw: Weiß ich doch nicht. Ich würde aber annehmen, dass es auch noch seine heutige Position ist, nämlich, dass das 2010 der richtige Schritt gewesen wäre.

  132. 133
    Georg says:

    @Stefan: Laut Wikipedia war er schon lange vor seinem Ministerposten publizistisch aktiv, auch in Griechenland:

    Als Experte gab Varoufakis immer häufiger Interviews zur Weltwirtschafts- und Eurokrise im nationalen wie internationalen Fernsehen … Varoufakis trat immer häufiger im Fernsehen auf, und mit der Anzahl seiner Bewunderer stieg auch die Anzahl seiner Kritiker.

    2013 erscheint sein Buch in 4. Auflage (in dem Zusammenhang kommt es auch zu dem Auftritt in Zagreb, wo das Stinkefinger-Video her ist). Insofern: Ja, das ergibt einen Sinn, dass er bereits 2013 „den Griechen 2013 neues Selbstvertrauen geben“ wollte. Ob das die Redaktion wirklich sagen wollte, kann sie nur selbst beantworten.

  133. 134
    Floch says:

    reinerw: Das hat nichts mit Positionswechsel zu tun, sondern unter anderem mit einer völlig anderen Situation als 2010 (andere Gläubigerstruktur usw.), die die Möglichkeit seiner Ansicht nach evtl. ausschließen. Sowohl Zeit als auch den Kontext wegzulassen ist hier durchaus eine so wesentliche Veränderung, dass man es evtl. als „doctored“ bezeichnen kann.


    zum Thema Finger:
    Ob er nun gemeint hat, dass am Sinnzusammenhang, er hätte damit Deutschland den Finger gezeigt, oder am Bild herum gedoktort wurde, Spekulation. Wobei die stärkeren Vorwürfe angesichts der Massenfalschmeldungen (siehe etwa hier im Blog oder dem Bildblog) in den Medien schon kurios sind. Varoufakis kann man schlimmstenfalls selbst im Falle der für ihn negativsten Auslegung vorwerfen, dass er über eine 2 Jahre alte und wahrscheinlich eher unbewusste Nebenbei-Geste aus einem langen Vortrag die Unwahrheit gesagt hat (imo durchaus sehr wahrscheinlich, dass es sich eher um einen Irrtum angesichts vergangener Fälschungen als eine bewusste Falschaussage handelte). Da fallen ja nun leider in der Griechenlandberichterstattung tagtäglich Fehler auf, bei denen es weit schwieriger zu erklären wäre, warum es sich um einen Irrtum und keine Falschaussage handelt. So auch etwa bei dieser doch klar irreführenden Einordnung wie Stefan es im Blogpost zeigt.

  134. 135
    Friedrich says:

    Yanis Varoufakis hat bestätigt, dass das von dir verlinkte Video nicht manipuliert wurde. https://twitter.com/yanisvaroufakis/status/577598813050929153

  135. 136
    BlueKO says:

    Mal eine ganz blöde Frage zu dem vielbesprochenen „doctored“.
    Wenn ich den Screenshot oben sehe, war Varoufakis doch für die Sendung nur zugeschaltet. Bei diesen Schalten ist es in der Regel doch nur so, dass der zugeschaltete Gesprächsteilnehmer lediglich den Studioton aufs Ohr bekommt und er das gesendete Bild (obwohl er das in Griechenland über Astra natürlich bekommen könnte) gar nicht sehen kann.
    Das würde doch bedeuten, dass sich das „doctored“ sogar nur auf den übersetzten Ton des Beitrags beziehen konnte, und der Stinkefinger, der hier für so viel künstliche Aufregung sorgt, für ihn gar nicht sichtbar war.

  136. 137
    Stefan Niggemeier says:

    @BlueKO: Laut ARD hatte Varoufakis ein Bild vom Programm.

  137. 138
    BlueKO says:

    Schönen Dank für den ausgezeichneten Kundenservice.

  138. 139
    Erika Meier says:

    Was regen sich die deutschen über einen Stinkefinger auf. Jedes Pferdchen was von der BRD gesattelt wird, springt der deutsche Michel gleich drauf an. Dabei haben wir hier ganz andere Probleme, als so einen dämlichen Stinkefinger. Ich denke, die BRD Gesellschaft ist schon total verblödet und bekommt genau das, was sie verdient haben.

  139. 140
    TangoZulu says:

    Ich bin.entsetzt, wie wir alle über dieses Stöckchen springen. ]

  140. 141
    Piet says:

    Mal ein anderes Thema:

    Herr Elitz hat beim Thema Kriegentschädigung der Naziopfer , das seiner Ansicht nach offenbar in erster Linie für die Deutschen ein schmerzliches Thema ist, gesagt: „Von mir aus ein Euro“

    Gelten eigentlich für Gläubigerländer keine moralischen Maßstäbe?

    ab Minute 50

  141. 142
    Erika Meier says:

    Das nächste Paket bekommt jetzt den Namen „Reparationszahlung“. Lasst euch nicht verarschen Leute. Außerdem schleicht die Armut vom Süden langsam in den Norden. Das könnt ihr jeden Tag in der BRD mit eigenen Augen sehen und Herr Schäuble sollte gleich auch mal erklären, wie man die 85 Milliarden als Verlust verbucht. Wir sollten den gesamten Bundestag mal für 4 Jahre gegen eine mittelmäßige Sonderschultruppe austauschen. Ich wette mit euch, das die Bilanz nach 4 Jahren auch nicht schlechter aussehen würde.

  142. 143
    Tuennes says:

    Keine Feier ohne Meier. ;-)

  143. 144
    puffelmutz says:

    das Video zeigt schön, wessen Geistes Kind dieser Varoufakis ist. Auch wenn dieses Video schon älter ist und Jauch darauf vielleicht nicht richtig hingewiesen hat, ändert es doch nichts an der Arschloch Einstellung: „Schulden machen und dann einfach Ätsch sagen, bei uns ist nichts zu holen.“ Das ist übelste Zechpreller Einstellung. Betrüger, Abzocker, Leistungserschleicher und Insolvenzverschlepper gehen auch nicht anders vor.

    P.

  144. 145
    gerbert says:

    Rückgriff der Jauch-Redaktion in die Videokiste:
    V. benannte ihn allerdings auch als „doctored“ und nicht als „faked“ oder „manipulated“ und beschrieb damit recht genau, wie er den Rückgriff verstand.
    Die Jauch-Truppe hatte damit ihren Response, ohne dass man ihr wahrheitswidrige Darstellungen hätte unterstellen können.
    Bemerkenswert, wie der Vorgang gestern durch den Blätterwald gerauscht ist.

  145. 147
    Piet says:

    151 puffelmutz: Die Arschlocheinstellung, dass deutsche Banken ihre Fehlinvestitionen auch selbst auslöffeln müssen?

  146. 148
    Fred says:

    Es war zumindest mir klar, welche Zeitlinien dahinter stehen. Das ändert nichts daran, dass es viel über die geistige Einstellung Varoufakis´ aussagt. Und dabei wird mir übel, völlig egal wann oder wo er das gesagt hat.

  147. 149
    Piet says:

    @156, Fred: Als die Banken sagten: „Wir schaufeln da Kredite hin bis es kracht, Hauptsache die Rendite stimmt, und wenn uns der Sch… um die Ohren fliegt, bürgt halt der Deutsche Steuerzahler“
    – da schliefen Sie noch fest.
    Als 2015 ein Video mit Varoufakis Mittelfinger ausgestrahlt wurde wachten Sie auf und waren schwer empört über so eine unflätige Geste.

  148. 150
    dank says:

    An alle die Varoufakis seine Eignung (Ökonomieprofessor) für das von ihm bekleidete Amt absprechen wollen: Es liegen genügend Videos in YT, Vor- und Einträge vor, in denen er vor der Amtsübernahme spricht und erklärt, was passiert ist, was daraus folgte und wo es hin führt. Auch wird hier genau sichtbar, wie gut dieser Mann Englisch spricht und wie das am Sonntag alles zu verstehen war (siehe Eintrag 87/David). Und wer da von Hassadeur und Dampfplauderer phantasiert, hat sich über die bestehenden Probleme und deren Ausmaße von Politik und Medien blenden lassen. Auch der Sarkasmus eines „kleinen Liquiditätsproblems“ wird medial komplett vereiert (zahlen sind fast alle bekannt). Die Medien wollen nicht verstehen und sie wollen auch nicht korrekt übersetzten oder im Zusammenhang darstellen. Vielleicht wollen die Medien einfach in Europa „wieder deutsch sprechen“? Meinen könnte man dies fast.
    doctored ~ aus dem Zusammenhang gerissen/gedoktort – am Zusammenhang rumgespielt; gedreht != gefälscht
    (siehe Eintrag 114/ zendolf)

    Was auffällig erscheint: Das deutsche WIKI unterschlägt die Professur von Varoufakis im Text geflissentlich, während sie im englischen erwähnt wird.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Yanis_Varoufakis vs
    „In 2000, he moved back to his native Greece where he became Professor of Economic Theory at the University of Athens. In 2002, Varoufakis established The University of Athens Doctoral Program in Economics (UADPhilEcon), which he directed until 2008.“
    aus http://en.wikipedia.org/wiki/Yanis_Varoufakis

    Alles klar?
    „Sicherlich alles nur ein bedauerlicher Einzelfall“ – wer so die ständige Beeinflussung, Hetzte und Propaganda der hiesigen Medien (jeglicher Couleur) verharmlosen will, verschließt die Augen vor den etablierten Mechanismen.

    Danke an Stefan Niggemeier für die deutliche Aussage zu Jauch, samt Redaktion. (Nicht die erste Sendung von GJ, die da einiges an Zündstoff bietet; aber der Günther „weiß“ es eben nicht besser)

  149. 151
    gerbert says:

    @156
    Was die Methode anbelangt, mit der V. da der Öffentlichkeit präsentiert wurde entbehrt allerdings auch nicht fragwürdiger journalistischer Praxis – vollkommen gleich was man von V. halten mag.
    Darauf bezog sich der Beitrag von Stefan Niggemeier jedenfalls m.E. nach.
    Sollte jedoch ernsthaftes Interesse an den Vorgängen um die Situation GR’s bestehen wäre als grober Einstieg unter vielen anderen Überlegungen zb. sowas zu empfehlen:
    http://seekingalpha.com/article/2994236-greeces-real-problem
    Aber so ein Stinkefinger macht zugegeben mehr her – zweifelsohne…
    Wie geht das noch, das mit „der“ Meinungsmache?…

  150. 152
    Tuennes says:

    Piet (154):

    Ohne Bank-Kredite hätte Griechenland schon vor 2010 die Staatspleite gehabt. Wäre das besser gewesen? Wie hätte man ein solches Verhalten von Banken dann wohl damals kommentiert?

    Ich weiß, hätte-hätte-Fahrradkette. Aber wenn man auf die fiesen Banken draufhaut, könnte man zwischendurch mal darüber nachdenken.

  151. 153
    Ja Re says:

    „..eine weitere schreckliche Ablenkung, die verhindert, sich den wichtigen Fragen dieser Krise zu stellen.“ Nicht nur das, solch dumme Scheindebatten sind dafür mitverantwortlich, dass sich mehr und mehr Menschen von den Medien verarscht fühlen und sich von ihnen abwenden.

  152. 154
    Ritterfeldt says:

    Peinlich, Günther Jauch, die Allzweckwaffe sollte lieber bei seiner Sendung w.w. Mill. bleiben

  153. 155
    Piet says:

    @Tuennes:
    „Ohne Bank-Kredite hätte Griechenland schon vor 2010 die Staatspleite gehabt. Wäre das besser gewesen?“

    Varoufakis hält das ganz offensichtlich für die bessere Variante. Die Forderungen wären damit geplatzt. Der griechische Staat hätte sich mit seinem BIP um die laufenden Staatsausgaben und die Abwicklung griechischer Banken kümmern müssen – aber nicht auch noch um die Forderungen deutscher und französischer Banken (inzwischen europäischer Steuerzahler). Das wäre dann Aufgabe der deutschen und der französischen Regierung gewesen.

    Das Beben, das ein solcher Bankencrash ausgelöst hätte, hätte man in der Form managen müssen, dass jene Wirtschaftsbereiche am Leben erhält die für eine funktionierende Wirtschaft elementar sind und die Ersparnisse bis zu einer vernünftigen alterssichernden Grenze garantiert. Bankerboni hätten niemals möglich gewesen sein dürfen in dieser Zeit und sehr große Vermögen hätten bluten müssen.

  154. 156
    reinerw says:

    @ 158: Sie schreiben:
    „Was auffällig erscheint: Das deutsche WIKI unterschlägt die Professur von Varoufakis im Text geflissentlich, während sie im englischen erwähnt wird.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Yanis_Varoufakis

    Wikipedia von heute, 12.00 Uhr:
    “ Zudem dozierte er an den Universitäten von East Anglia, Glasgow und Sydney, bevor er im September 2000 an die Universität von Athen berufen wurde. Ab 2013 unterrichtete er auch an der Lyndon B. Johnson School of Public Affairs der University of Texas in Austin.“

  155. 157
    Susanne says:

    Immer wieder erschreckend, dass auch (vermeintlich) seriöse Sendungen und Sender zu solchen Mitteln greifen. Gibt es da denn gar keine Grenze mehr?

  156. 158
    Tuennes says:

    Piet:
    Varoufakis sprach von 2010, ich von der Zeit davor. Angenommen, die Banken hätten schon Jahre zuvor den Hahn zugedreht: da hätte ich mal gerne das Echo gehört.

    Selbst Varoufakis hat ja in dem Video von 2013 darauf hingewiesen, dass so eine Mittelfinger-Aktion ohne eigene Währung im Grunde nicht möglich ist. Es wäre ein Desaster für die griechischen Bürger geworden – weit schlimmer als das, was nun passiert ist.
    Und es hätte eventuell andere europäische Staaten in eine Rezession treiben können.

    Solche Dinge laufen selten planmäßig ab, sie sind schwer in Ruhe zu steuern. Deshalb sollte man nicht mit Pandoras Büchse klappern.

  157. 159
    Tuennes says:

    Susanne, unter uns Pastorentöchtern:

    Die Welt ist bös´ und manchmal auch vor 22 Uhr schon sehr gemein.

  158. 160
    Freeflight says:

    Schon witzig wie das funktioniert..
    Es ist noch gar nicht so lange her da hat eine gewisse Frau Nuland, in ihrer Funktion als US Diplomatin zuständig für Europa und Eurasion, mal ganz lapidar und unmissverständlich verkündet: „Fuck the EU!“.

    Die Reaktionen darauf war dann etwa 2 Wochen mäßiges empört sein in bestimmten Zirkeln, Folgen hatte das mal exakt gar keine, im Gegenteil: In manchen medialen Erzeugnissen wurde dann auch noch versucht das irgendwie zu „Erklärrelativieren“, so eine transatlantische Freundschaft hält halt was aus.

    Im Vergleich dazu wirkt diese „Mittelfingersituation“ ja schon wie Kindergarten, naja ist ja auch Kindergarten, aber diese Doppelmoral welche hier heftigst am werkeln ist wird langsam ziemlich unerträglich.

  159. 161
    Tuennes says:

    Freeflight:

    Vice versa. Manch einer, der damals auf Frau Nuland schimpfte, nimmt Varoufakis jetzt vielleicht in Schutz. So ne Doppelmoral anundfürsich ist ja nicht vom politischen Standpunkt abhängig.

  160. 162
    Frank Reichelt says:

    @Tuennes, 169

    Ist doch ganz einfach:
    Die linken Weltverbesserer nehmen Varoufakis in Schutz und schimpfen auf Frau Nuland, die rechten Transatlantiker nehmen Frau Nuland in Schutz und schimpfen auf Varoufakis!
    Was allerdings die rechten Weltverbesserer und die linken Transatlantiker machen, falls es die geben sollte, entzieht sich meiner Kenntnis!

  161. 163
    Erika Meier says:

    Jauch ist doch Experte im fälschen von TV Berichten!

  162. 164
    Freeflight says:

    Und noch ein kleiner Nachtrag @128 reinerw

    Das mit dem Englisch scheint dann doch etwas komplizierter für Sie zu sein oder?
    Erst zitieren Sie richtig, nur um dann den entscheidenden Teil weg zu lassen, um sich auf den Teil zu versteifen welche Ihrer eigentümlichen Interpretation anscheinend unterstützt.

    “„My proposal was that Greece should simply announce that it is defaulting — just like Argentina did — , within the Euro, in January 2010, and stick the finger to Germany and say: „Well, you can now solve this problem by yourself.“

    Das wichtige Wörtchen hier: „My proposal WAS“ welches sie einfach mal als „My proposal IS“ interpretieren, als wäre das noch sein momentaner Standpunkt. Dabei hat er diesen Satz schon 2013 in der Vergangenheit formuliert, weil er sich mit dieser Aussage auf die Situation in 2010 bezogen hat.

    Er hat somit nur eine hypothetische Situation beschrieben, wie er damals vorgegangen WÄRE, wenn er denn was zu melden gehabt hätte, hatte er aber nicht und von daher ist es so auch niemals passiert.

  163. 165
    Tuennes says:

    Freeflight:

    Der Konjunktiv 2 ist ein netter Kerl. Da wird doch selbst aus einem Stinkefinger ein „Daumen hoch“.

  164. 166
    Freeflight says:

    @170 Frank Reichelt
    Ich kann mich nicht erinnern das eine Frau Nuland für ihre Aussage irgendwo, auch nur ansatzweise, in ähnlicher Form an den „Pranger“ gestellt wurde (noch dazu im öffentlich finanzierten Rundfunk) und sich „rechtfertigen“ musste, zumindest nicht in einer Art und Weise wie dies nun mit einem Herrn Varoufakis passiert ist.

    Wobei dafür ja noch ein gutes Jährchen Zeit wäre, zumindest wenn der zeitliche Rahmen für „im Dreck wühlen“ anscheinend mindestens 2 Jahre rückwirkend gilt. Da könnte man jetzt freilich sagen: „Kann ja noch passieren“, was allerdings auch eine gewisse Naivität voraussetzt.

  165. 167
    reinerw says:

    @173
    Ich habe nichts Gegenteiliges behauptet sondern nur einen Textausschnitt übersetzt, bei dem den eine andere Foristin das „should“ als „hätte“ und nicht als „sollte“ übersetzte. Dass dies sein heutiger Standpunkt ist habe ich weder behauptet noch angedeutet.

  166. 168
    zendolf says:

    @#173: ‚was‘ heißt in diesem Zusammenhang nicht ‚wäre‘. Dass Griechenland sich für pleite erklärt, WAR 2010 sein Vorschlag.

    Das war taktisch (spieltheoretisch) auch ziemlich geschickt, denn 2010 war die Ansteckungsgefahr noch sehr groß und eine Pleite Griechenlands innerhalb des Euros hätte wahrscheinlich zu einem vollständigen Schuldenerlass geführt. Zudem hätten die übrigen EU-Staaten, insbesondere Deutschland, Griechenland mit Hilfspaketen zu großzügigen Bedingungen stützen müssen. Da er aber 2010 nicht in der Regierung war, konnte er diesen Vorschlag in der Tat nicht umsetzen.

    Heute möchte Varoufakis immer noch einen vollständigen Schuldenerlass, allerdings ohne dass Griechenland sich für pleite erklärt. Das liegt daran, dass sich die strategische Situation Griechenlands gegenüber 2010 deutlich verschlechtert hat. Da sich Varoufakis klugerweise relativ wolkig ausdrückt (‚kreative Unschärfe‘), lässt sich seine aktuelle Position darüber hinaus kaum bestimmen.

  167. 169
    Tuennes says:

    177:

    Nicht nur spieltheoretisch hätten dann die Steuerzahler anderer EU-Staaten dafür aufkommen müssen, dass in Griechenland ungerne Steuern gezahlt werden.

  168. 171
    Tuennes says:

    179:

    Danke für den Link. Der Autor dort schreibt, dass „stick the finger to Germany“ nicht wirklich Germany bedeutet, sondern nur deswegen, weil die EZB in Germany sitzt. Okay. Die nächste Kritik gegen die Vereinten Nationen würde demzufolge mit USA adressiert. ;-)

    (Alter Schwede, wie sich die Varoufakis-Fans verbiegen, das hat schon was. Könnte man nicht einfach schreiben: netter Kerl, hat was drauf, klingt ansonsten vernünftig – aber diese Sache war daneben?)

  169. 172
    dank says:

    @164 reinerw
    Was hat „dozierte“ mit einer Professur (im speziellen Fall „der Wirtschaftstheorie“) zu tun?
    Der unterschwellig, als auch zwangsläufig von Ihnen aufgezeigte Zusammenhang stellt sich nicht schlüssig dar und ist sicherlich für unbedarfte Wiki-Leser keinesfalls eindeutig, denn:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Dozent#Dozenten_an_Hochschulen
    Dazu definieren die meisten Länder „Dozenten“ sehr eigen (ihr gutes Recht) und damit auch „wer oder was“ alles „lehren“ darf.

    Dieser Umstand erscheint deswegen auch im Zwielicht, da es einen Unterschied macht, ob sich ein gelernter, in die Tiefe gebildeter und lehrender Professor – demnach streitbar, oder ein fachfremder Postenwarmhalter zu spezifischen Themen und Problemen samt Lösungsansätzen äußert. Was solche Weglassungen suggerieren, braucht keine großen Ratespiele.

    Durch die laufenden Schmutz-, Hetz- und Diffamierungskampagnen, wie sie in den letzten Monaten/Jahren in den (deutschen) Medien schon zu Lasten von Gewerkschaften, ganzen Ländern oder auch Einzelpersonen (Funktionäre, Politiker, Quertreiber) liefen, auf alle Fälle „interessant“. Das Wort „kopflos“ liegt schon fast auf den Lippen. Aalglatter Journalismus wird damit feilgeboten. „Nett“.

    ergo-Ergänzung zu Eintrag 158:
    Manipulation durch Auslassung – Minderung durch Verschweigen von Qualifikation

  170. 173
    Roland M says:

    Die privaten „Investoren“ sind fein raus und stehen jetzt Schlange um in Griechenland Realien einzukaufen. “

    Und was ist mit dem 100 Mrd. Schuldenschnitt für Privatanleger? Der passt ganz einfach nicht in Ihre rote Argumentation. Dieses Land macht mir mit seiner Blindheit sowie zunehmenden Radikalität zunehmend Angst. Investoren in Anführungszeichen, ja vergasen Sie doch einfach alle wenn das nur Monster sind aber wenigstens für immer wegsperren!

    Und was ist, wenn Ihr sozialistischer totaler Umverteilungsstaat in die totale Katastrophe führt, wie bislang immer? Straßenzüge voller Verhungerter, Mord und Totschlag.

  171. 174
    Sabine says:

    @zendolf
    …….. die strategische Situation Griechenlands habe sich deutlich verschlechtert……? Sehe ich nicht so, denn die Linken in Portugal und Podemos in Spanien, stehen in den Startlöchern. Dem war seinerzeit nicht so. Wen wundert’s, daß Herr Schäuble so wütend ist. Es bleibt spannend.

  172. 175
    Maximilian Untermayr says:

    „Goldmann Sachs“ Manager Fabrice Tourre und John Paulson von „Paulson & Co“ kreierten das „Finanz-Produkt“ „Abacus 2007-AC1“ und verkauften das an Goldmann Sachs Kunden (unter anderem der IKB), während Paulson dagegen wettete und damit den höchsten Gewinn (direkt und indirekt angeblich ca. 5 Mrd. $) in der subprime Krise erzielte.

    Goldmann Sachs beriet die griechische Regierung bei der €-Einführung und erkannte schnell, dass die Griechen nicht fit waren, aber statt sie fit zu machen, halfen sie der gr. Regierung die Bücher zu fälschen und alle hinters Licht zu führen. Sie verdienten wohl ganz gut dabei (angeblich 300 Mio. €).

    Goldmann Sachs (G.S.) Manager Alexander Dibelius war in der Zeit vor der Krise bis Ende 2014 Chef von Goldmann Sachs Deutschland und ist ein Berater von Angela Merkel.

    Mario Draghi war 2004-2005 „Vice President“ von G.S International.

    Es geht nicht um Griechenland gegen Deutschland, sondern das internationale Bankengeschäft gegen die Bürger. Die einfachste Möglichkeit das zu kaschieren ist eine „divide et impera“ Strategie, indem man die Bürger unterschiedlicher Nationalitäten gegeneinander aufhetzt. Das ist G. Jauch auch hervorragend gelungen. Würde er den Job eines Journalisten machen, hätte ein beteiligter Investment Banker Manager auf der Anklagebank Platz nehmen müssen.

    Stattdessen hat er ein Video „gedoctored“, das irreführender und verleumderischer gar nicht hätte sein können und einen Kritiker der Finazwirtschaft in eine geschickte Falle bugsiert.

    Auch das kennen wir aus Hollywood: Wird ein Zeuge gefährlich, weil er die Wahrheit sagt und man diese nicht widerlegen kann, dann sorge dafür, dass man den Zeugen unglaubwürdig macht, weil dann glaubt man ihm selbst dann nicht mehr, wenn er mit der Stimme Gottes reden würde.

    Gut gemacht Hr. Jauch!

  173. 176
    Tuennes says:

    184

    „halfen sie der gr. Regierung die Bücher zu fälschen“

    Finden Sie es nun nicht ein wenig speziell, sich ausschließlich auf die Helfer zu stürzen?

  174. 177
    bommel says:

    @sabine „sehe ich nicht so, denn die Linken in Portugal und Podemos in Spanien, stehen in den Startlöchern.“

    Ach ja, mögen sie ruhig in den Startlöchern stehen. Aber zwischen Startblock und Ziellinie werden auch sie (ähnlich wie bereits Syrizia in Griechenland) von der Realpolitik und von nackten makroökonomischen Sachzwängen eingeholt werden und dann werden auch hier sich die Anhänger verwundert die Augen reiben, wie wenig am Ende von den völlig realitätsfremden Wahlversprechen übrig geblieben ist…. denn die Makroökonomie ist kein Wunschkonzert.

  175. 178
    reinerw says:

    @184
    Sie schreiben:
    „Goldmann Sachs beriet die griechische Regierung bei der €-Einführung und erkannte schnell, dass die Griechen nicht fit waren, aber statt sie fit zu machen, halfen sie der gr. Regierung die Bücher zu fälschen und alle hinters Licht zu führen. Sie verdienten wohl ganz gut dabei (angeblich 300 Mio. €).“

    Ich nehme an, GS handelten im Auftrag der griechischen Regierung und wurden auch von ihr bezahlt. Wer ist jetzt der Betrüger?

  176. 179
    reinerw says:

    @181: Es heißt doch eindeutig: „bevor er im September 2000 an die Universität von Athen berufen wurde.“
    iIhr Einwand ist einfach nur albern. Im Übrigen: Sie können wie jeder andere an der Wikipedia mitarbeiten!

  177. 180
    zendolf says:

    @#183: Schäuble hat Varoufakis strategisch und taktisch cool ausmanövriert. Ganz Europa kann jetzt sehen, das völlig überzogene Wahlversprechen eben nicht wie gewünscht zu einer linksradikalen, europäischen Volksfront führen, sondern zu Männern mit heruntergelassenen Hosen, die nicht einmal in der Lage sind, ihre wünschenswerten Wahlversprechen umzusetzen.

    Statt mich ständig über Blender Varoufakis ärgern zu müssen, würde ich gern folgende Schlagzeilen in der Europäischen Presse lesen:

    „Zwei griechische Oligarchen wegen Steuerbetrugs zu acht Jahren Haft verurteilt. Griechische Regierung bittet Schweiz um weitere Amtshilfe.“

    „Bürgermeister und Stadtrat von Potrimoxa vor Gericht – jahrelang falsche Rentenbescheide gegen Schmiergeld ausgestellt“

    „Neue Katasterämter decken riesigen Immobilienbetrug auf!“

  178. 181
    Maren Müller says:

    @ Kommentar 129 – Maximilian Untermayr
    Petitionen mach ich nicht mehr – nur Beschwerden. :-D
    https://publikumskonferenz.de/forum/viewtopic.php?f=30&t=538#p2106

  179. 182
    Tuennes says:

    Ach, Frau Müller, wieder einmal eine Gelegenheit, sich selbst und ihr Projekt in Erinnerung zu bringen. Hat der Herr Jauch doch noch was Gutes vollbracht, gell?

  180. 183
    Call me names! call me names! says:

    @189 Ich kann gar nicht genug ausdrücken, Frau Müller, wieviel Respekt ich Ihrer- und auch Herrn Niggemeiers Arbeit, Ihrem Mut und Ihrer Hartnäckigkeit entgegenbringe! Vielen Dank – Das ist gerade in dieser Zeit soviel Wert, dass Menschen den Mut aufbringen, gegen den Strom zu schwimmen!

  181. 184
    Call me names! call me names! says:

    Ach, Tuennes, auch wenn es Sie offenbar zutiefst befremdet, aber es muss auch Menschen mit Rückrad geben, die einfach nur ehrenamtlich für Ihre Überzeugung einstehen. Da müssen Sie keine Angst haben und gleich die Krallen ausfahren:)

  182. 185
    Tuennes says:

    191, offtopic:

    Aber ein wenig Transparenz in eigener Sache würde auch Frau Müller – bei aller Wertschätzung – nicht schaden: z.B., wie viele Mitglieder ihr Verein hat, wie hoch das Beitragsaufkommen ist und was damit eigentlich bezahlt wird. Ansonsten könnte sie ja auch als Frau Müller schreiben und müsste sich nicht mit einem Verein garnieren. Selbst der ADAC ist da ja inzwischen offener.

  183. 186
    Call me names! call me names! says:

    Meinen Sie etwa, Frau Müller verdient sich ´ne goldene Nase mit Ihrem Verein??? Ich hab keine Ahnung warum es ihr offenbar sinnvoll erscheint, nicht unter Ihrem Namen zu schreiben, aber wenn wir hier schon ins Spekulieren abdriften, dann vermute ich viel eher, dass Frau Müller s e h r viel unbezahlte Freizeit und Nerven in ihr Projekt investiert und offenbar eine Engelsgeduld aufbringt, sich nicht durch schönfärbende Dementi und Abwiegelungen Sand in die Augen streuen zu lassen, dort wo sie den Eindruck hat, dass Gebührenzahlern und Lesern nur die halbe Wahrheit erzählt wird bzw. manipulativ berichtet wird!

  184. 187
    Tuennes says:

    Ich meine gar nichts. Aber wenn ein Verein sich schon selbst „Publikumskonferenz“ nennt, dann wüsste ich halt gerne mehr darüber. Und fragen wird man noch dürfen.

  185. 188
    Ronald says:

    Lieber Herr Niggemeier, nachdem Sie so trefflich im BILD-Blog die WELT wegen ihres grotesken Fehlers, mal eben Milliarden für Millionen zu nehmen, aufspießten, wäre es nicht auch angebracht, die Kompetenz des SPIEGEL-Teams einer Prüfung zu unterziehen?

    Denn so wenig die WELT mit Zahlen umgehen kann, so wenig kann die SPIEGEL-Redaktion offenbar einen Text lesen und verstehen. Dank Ihres Updates habe ich mir die „Transkription und Erklärung“ der Ausführungen von Varoufakis im Jahr 2013 durch den SPIEGEL angesehen — und bin geschockt über das darin gezeigte Analphabetentum.

    Varoufakis in der Übersetzung des SPIEGEL:
    —-
    „Warum habe ich die Idee nicht unterstützt, zur Drachme zurückzukehren? Oder in anderen Worten: Warum kaufe ich die halbe Strategie Argentiniens, aber nicht auch die andere Hälfte? ‚Ja zur Säumnis‘ – ‚Nein zur Schaffung einer eigenen Währung‘?“
    —-
    Und jetzt kommt die „Erklärung“:
    ….
    Hier also sagt Varoufakis klar, dass es für ihn zum Zeitpunkt seines Auftritts 2013 gerade keine Option war, Deutschland den Stinkefinger zu zeigen, so wie es Argentinien sinnbildlich gegenüber dem IWF tat.
    …..
    Total falsch! Denn Varoufakis steht ja 2013 immer noch zu seinem Vorschlag, Griechenland hätte im Januar 2010 1. Staatsbankrott erklären 2. im Euro bleiben und 3. Deutschland (ob nun Bundesregierung oder EZB in Deutschlang gemeint war, sei einmal dahingestellt) den Stinkefinger zeigen sollen! („zeigen sollen“, nicht „zeigen können“, wie SPIEGEL grob falsch übersetzt.)

    Bei dem übersetzten Zitat ist er schon einen Gedanken weiter. Und zwar adressiert er eine mögliche Alternative, in der Punkt 2 anstelle „im Euro bleiben“ gelautet hätte „raus aus dem Euro und zurück in die Drachme“. Was er dann, mit Begründung, für nicht praktikabel erklärt. Aber in dieser Alternative hätte sich an Punkt 1 und Punkt 3 nichts geändert.

    Bin wirklich geschockt über diese Inkompetenz. Wenn Journalisten nicht lesen und begreifen können, haben sie den Beruf verfehlt.

  186. 189
    Maximilian Untermayr says:

    @187 – reinerw

    Sie haben vermutlich Recht. Man verliert bei einer vorsätzliche Beteiligung an einem Betrug jegliche juristische und moralische Mitverantwortung, wenn man „lediglich“ auf Befehl, oder im Auftrag gehandelt hat. Ich denke diese Rechtsauffassung wird sicherlich auch von ordentlichen Gerichten geteilt.
    Ich frage mich allerdings, ob das auch bei anderen Tatbeständen, wie z.B. Mord zutrifft? Ist man bei einem Auftragsmord als Dienstleister dann eigentlich Täter, oder auch nur Opfer, vor allem wenn man das Einkommen aus diesem Auftrag ordentlich versteuert?

  187. 190
    Piet says:

    Tuennes macht zunehmend den Eindruck ein gewöhnlicher Troll zu sein.

  188. 191
    Tuennes says:

    Warum, Piet? Weil ich nicht deine Grundhaltung habe? Du meinst, meine Kommentare seien nicht sachbezogen und destruktiv (was die landläufige Definition von „Troll“ ist)?

  189. 192
    dank says:

    @188 reinerw
    Ja, das steht da – eindeutig – aber auch nicht mehr. Schon gar nichts was angeblich „eindeutig“ auf eine Professur des Berufenen hindeutet.
    Anscheinend war es Ihnen aber nicht albern genug, als dass Sie meinen, es zuerst widerlegen zu können und nach argumentativer Bauchlandung ins Persönliche abtriften.

  190. 193
    reinerw says:

    @199:
    „Ja, das steht da — eindeutig — aber auch nicht mehr.“
    Wenn es ihnen nicht ausreicht: Bitte sehr, ändern Sie es. Wikipedia steht jedem offen.

  191. 194
    tafelspitz says:

    Stefan, ich denke, dass Varoufakis Dementi bei Jauch, sich auf das gesamte Video/Statement bezog, weniger auf den Finger als solches.

    Gings nur im den blöden Finger, hätte Varoufakis nicht selbst das gesamte video von Zagreb 2013 hochgeholt, das widerspricht auch dem Intellekt der Person Varoufakis.

    Ich glaube hier liegt ein schlichter – aber weitreichender – Übersetzungsfehler vor.

    Bemerkenswert ist aber schon, was die hiesige Presse draus macht …

  192. 195
    TangoZulu says:

    Ja, der Mann ist eitel und verhält sich sehr ungeschickt. Aber er trägt Argumente vor, die für einen Wirtschatswissenschaftler ungewöhnlich sind und denen damit ein Nachrichtenwert innewohnt. Und er repräsentiert ein Europäische (Bündnispartner-) Land, das gerade seine traditionellen Eliten abgewählt hat – offenbar aus Mangel an Vertrauen darin, dass diese Eliten diese Situation auf erträgliche Weise bewältigen. Erinnert sich noch jemand an die Welle der Empörung, die die deutsche Öffentlichkeit durchfuhr, als der damalige Ministerpräsident Papandreou versuchte, mit einem Referendum Klarheit über bzw. Legitimität für den bisherigen Kurs zu erhalten? Was war daran in einer demokratischen Gesellschaft eigentlich so unzulässig? Wir haben es nicht erörtert. Und jetzt setzen wir uns wieder nicht inhaltlich mit der Politik Griechenlands auseinander, sondern fast ausschließlich mit dem Gebaren seiner Repräsentanten. Stefan Niggemeier hat das bereits an anderer Stelle kritisiert und mir erscheint das in einer demokratischen Öffentlichkeit etwas armselig. Die Jauch-Redaktion hat das – offenbar als Ausdruck eines professionellen Reflexes, hypnotisch auf die größtmögliche Normabweichung zu fokussieren – weiter verstärkt (Varoufakis mit seinem schiefen Dementi leider auch). Aber sind es nicht genau diese Reflexe, die gerade das Vertrauen in Medien und Eliten unserer Gesellschaft beschädigen? Pepito, was meinen Sie?

  193. 196
    Ronald says:

    @tafelspitz 203

    Übersetzungsfehler? Hier die relevanten Passagen aus der NDR-Niederschrift von Varoufakis‘ Äußerungen:

    YV: … That video was doctored! I never gave the finger. I’ve never given the finger ever. This was doctored, and I feel ashamed that I am part of a program which shows a video, I’m sure you didn’t know that, but let me assure you that I never pointed the finger. It was a doctored video. …

    GJ: Also nach unseren Informationen ist das passiert bei einer Konferenz in Zagreb im Jahr 2013.

    It didn’t! That was footage from that conference, but that, the finger, was doctored! I can assure you. I can prove this beyond reasonable doubt, and I wish that you could simply take it away. It never happened. …

    Jauch hat Varoufakis mit dem Video-Einspieler überrumpelt. Nicht die feine englische Art. Aber ein Medienprofi wie Varoufakis, mit Fernsehauftritten seit vielen Jahren auf allen Kontinenten, hätte souveräner reagieren sollen, nicht wie ein ertapptes Kind, dem das Vanilleeis noch von den Fingern tropft, sagen „Das war ich nicht!“

  194. 197
    Piet says:

    “In brutalster Propaganda-Manier”

    http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/giannis-varoufakis-slavoj-zizek-ueber-mittelfinger-affaere-a-1023907.html

    Es braucht schon Slavoj Zizek, um einen solchen Satz bei Spon zu lesen:

    “Sein Ansatz war, dass Griechenland damals besser bei seinen privaten Gläubigern hätte in Verzug geraten sollen, als riesige Anleihen bei seinen europäischen Partnern – einschließlich natürlich Deutschland – zu tätigen.”

  195. 198
    Piet says:

    Übrigens – SO ist Brüssel:

    „EU-Kommission will offenbar Sozialpaket von Syriza stoppen

    Laut einem Medienbericht rät Brüssel den Griechen davon ab, ein geplantes Gesetzespaket zu verabschieden, mit dem arme Menschen entlastet werden sollen.“

    http://www.zeit.de/politik/ausland/2015-03/syriza-eu-kommission-gesetzespaket-athen-bruessel-obdachlosigkeit-armut-steuern

  196. 199
    Tuennes says:

    “Sein Ansatz war, dass Griechenland damals besser bei seinen privaten Gläubigern hätte in Verzug geraten sollen, als riesige Anleihen bei seinen europäischen Partnern – einschließlich natürlich Deutschland – zu tätigen.”

    Mein Ansatz wäre, einmal praxisnah zu durchdenken, was das für Folgen gehabt hätte. Das wird in der gesamten Debatte gerade von Syriza-Anhängern gerne umgangen. Als ob es ein Kinderstreich gewesen wäre.

    Aus dem Zeit-Artikel (207):

    „EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker kritisierte bereits, dass der geplante Mindestlohn über denen von sechs anderen EU-Staaten liegen würde, unter ihnen die Slowakei und Spanien.“

    Es hat alles zwei Seiten. Okay, Trolldenke, Piet, ich weiß ;-)

  197. 200
    Oliver says:

    Sicher wieder nur ein bedauerlicher Einzelfall. Unsere Politik würde niemals ihren grundgesetzwidrigen Einfluss auf das deutsche Staatsfernsehen nutzen, um gegen unsere griechischen Nachbarn und deren (linke) Regierung zu hetzen. Nein, nein!

  198. 201
    Tuennes says:

    209:

    Für Verschwörungsfantasien ist immer Platz vorhanden.

  199. 202
    Tuennes says:

    Ach, Piet, wegen ihrem Post 147 das noch hinzugefügt:

    http://www.berliner-zeitung.de/meinung/kolumne-zu-griechenlands-verbalattacken-griechen-muessen-die-opferrolle-ueberwinden-,10808020,30137050.html

    Das macht die deutschen Taten nicht kleiner und ebenso wenig den Anspruch Griechenlands auf Entschädigung, aber in Sachen Moral könnte die Diskussion evtl. nüchterner und ehrlicher ablaufen.

  200. 203
    polyphem says:

    Tuennes (#210): Natürlich.
    „Eng ist die Welt, und das Gehirn ist weit.
    Leicht beieinander wohnen die Gedanken,
    doch hart im Raume stoßen sich die Sachen. „.

    (Wallenstein – F.Schiller)

    zu #211:
    Dazu hat sich auch eine Frau Hass elfeldt von der CSU geäußert.

  201. 204
    Tuennes says:

    polyphem:

    Ich teile nicht die Aussage von Frau Hasselfeldt, mit der Vergangenheitsbewältigung müsse nun Schluss sein. Im Gegenteil.

  202. 206
    polyphem says:

    @Tuennes: Ich teile von Frau H. nur den Namen. Ausnahmsweise.

  203. 207
    Pepito says:

    @TangoZulu, #204
    Sie gehen also stillschweigend davon aus, dass ich Ihre Kommentare hier mitlese? Scheint wohl irgendwie tatsächlich so zu sein, auch wenn ich jetzt eher zufällig darüber gestolpert bin.

    Puh, äh, also… nicht so einfach, das alles, in dieser Krise, den Medien (und in diesem Kommentarstrang) geht so vieles schief und durcheinander. Ein weites Feld. Und Sie sprechen da einen Haufen Themen an, die sich nicht mal auf die Schnelle abhandeln lassen.
    Zunächst mal haben Sie natürlich Recht, dass vor allem eine inhaltliche Auseinandersetzung mit der griechischen, bzw. europäischen Wirtschaftspolitik im Vordergrund stehen sollte, ganz besonders in den dafür gewählten Sphären der Politiker. Dazu gehört auch die Frage, was man ganz konkret und schnell gegen das Elend der Menschen tun kann. Punkt.

    Allerdings dürfte es schwer bis unmöglich sein, die tatsächlich relevanten Sachfragen „öffentlichkeitswirksam“ sachlich zu diskutieren. Daher ist es immer einfacher, sich mit dem Gebaren der Repräsentanten zu befassen. Auch wir hier diskutieren offensichtlich lieber „Fingergate“ und sonstige Fragen zum Thema Medien, weil wir das alle besser beurteilen können als die Zusammenhänge von Zentralbanken, öffentlichem Sektor, Staatsverschuldung, Fiskalpolitik, Kreditabkommen usw. Und die meisten Menschen können Talkshows und den Massenmedien besser folgen als wissenschaftlichen Symposien oder Expertenrunden auf Phoenix. Die Medien bieten dem Volk insofern das an, was es mehrheitlich will und nachvollziehen kann.
    Ich weiß nicht, ob und wie sich die Kluft zwischen dem, was wirklich relevant ist, und dem, was sich flächendeckend diskutieren lässt, verringern lässt. Das meiste wird immer auf einer unterkomplexen, alltagsmetaphernhaften und ins Küchenpsychologische gehenden Ebene bleiben. Das muss aber auch nicht immer schlecht sein. Insofern stimme ich auch nicht zu, dass ein Video wie das von Varoufakis 2013 keinen Nachrichtenwert haben soll, auch wenn die Debatte darum jetzt ziemlich falsch läuft. Diese Sache ist schon etwas komplizierter. Jauchs Redaktion und vor allem er selbst haben m. E. die symbolische Sprengkraft dieses Clips völlig unterschätzt. Es ist schon etwas dran an dem, was Fritz Iv (#33) schreibt. In den Medien wird zu häufig zu unbedacht etwas Symbolkräftiges zu Illustrationszwecken verwendet, was mehr oder weniger ins Bild zu passen scheint. Und das ist tatsächlich etwas, das in jüngerer Zeit öfters vorkommt und das Vertrauen in die Medien untergräbt. Gerade weil das Narrativ „Deutschland („wir!“) zahlt und wird dafür auch noch angefeindet!“ einen sensiblen Nerv in der Gesellschaft trifft, hätte man bei diesem – als solchem ja legitimen – Thema äußerst sorgfältig vorgehen müssen. Und wenn das nicht getan wird, kommt so etwas gegenüber kritischeren Zuschauern wie ein Bumerang zurück.

  204. 208
    TangoZulu says:

    @pepito: Danke! Mit Gewinn gelesen und an einigen Stellen nachdenklich geworden. Ich setze selbstverständlich nicht voraus, dass Sie meine Kommentare lesen. Hatte aber gehofft, dass Sie sich in diese Debatte einschalten und finde, es hat sich gelohnt.

  205. 209
    TangoZulu says:

    P.S. Ich komme immer mehr zu der Überzeugung, dass wir zu einem neuen Konsens über die gesellschaftliche Funktion von Medien finden müssen, der die Funktionsfähigkeit der Medien erhält.

  206. 210
    Maren Müller says:

    @Tuennes Kommentar 196
    Dann fragen Sie doch einfach an der richtigen Stelle und nutzen Sie nicht Niggis Blog für alberne Spekulationen. Die entsprechende Mailadresse werden Sie doch finden, aufgewecktes Kerlchen wie Sie sind.

  207. 211
    Hendrik says:

    @Niggemeier
    Das beste beim ganzen „Skandal“ ist nun die Lösung:
    https://www.youtube.com/watch?v=Vx-1LQu6mAE&feature=youtu.be

  208. 212
    Freeflight says:

    @221 Hendrik
    Yup, wollte ich hier auch gerade zum Besten geben.
    Bin allerdings gerade etwas unschlüssig ob das jetzt eine besonders tolle oder eine besonders beschissene Aktion war.

    Würde mich nicht wundern wenn das in der ganzen Empörung untergeht und der große Konsens trotzdem weiterhin sein wird „Der hat den Finger gezeigt!“ bzw. wird sich die Argumentation halt auf seine Wortwahl versteifen, wie hier in den Kommentaren ja schon gut zu beobachten war.

    Da muss man sich teils wirklich schämen „Landsmann“ solcher Leute zu sein..

  209. 213
    Maximilian Untermayr says:

    Schön zu sehen, dass Varoufakis Selbsteinschätzung ihn doch nicht getäuscht hat, selbst wenn er seit den letzten paar Tagen denken muss, dass er an Schizophrenie leidet.

  210. 214
    reinerw says:

    @223
    Sie schreiben:
    „Schön zu sehen, dass Varoufakis Selbsteinschätzung ihn doch nicht getäuscht hat, selbst wenn er seit den letzten paar Tagen denken muss, dass er an Schizophrenie leidet.“

    April, April.

  211. 215
    Ronald says:

    Hendrik, Freeflight, Maximilian Untermayr:

    Herrlich, schon drei Opfer :D

    Mal sehen, wieviel mehr es im Lauf des Donnerstags werden…

  212. 216
    tizian says:

    Sehr geehrter Herr Niggemeier,

    eine sehr gute Analyse, der ich voll zustimme. Der Witz ist doch, dass Varoufakis damit überfallen wurde, er konnte gar keine zufriedenstellende Erklärung mehr geben. Jauch hätte, was immer V. gesagt hätte weiter darauf rumgeritten, die Bild hätte am nächsten Tag ihre Titelseite gehabt und Kauder hätte denselben Nullsprech leicht verändert durch die Nachrichten gejagt. Von Varoufakis eine Stellungnahme zu einer Geste zu verlangen, die zwei Jahre zurücklag auf einer Konferenz (von der der Eindruck erweckt wurde, das wären Worte an Griechenland bzw. seine Bevölkerung), die bestimmt eine von vielen war, aus einer 10 Sekunden Sequenz…

    Von daher, ist der Vorwurf, Jauch hat manipuliert, mir noch zu harmlos. Varoufakis sollte medial erlegt werden, denn nichts anderes -egal welche Reaktion von V. gekommen wäre-, wäre passiert und das ist gelungen, auch wenn es Leute wie Sie gibt, die tapfer dagegen anschreiben, aber wie viele Kommentare zeigen, wollen viele einfach den wahren Dingen nicht auf den Grund gehen.

    P.S.: Merkel vertraut einem Finanzminister, der sich nicht mehr an einen Briefumschlag mit 100.000,00 DM erinnern kann, aber steinigt mal Varoufakis für diese Lüge (er kann nur gelogen haben, wenn er wusste, dass er damals diese Geste gemacht hat, jeder der sich mit Aussagepsychologie etc. auskennt, wird sagen, dass die Wahrscheinlichkeit hoch ist, es wirklich nicht mehr zu wissen, also kann er gar nicht lügen und zu glauben, dass das Video falsch war, ist nach Böhmermanns Video auch nicht so schwer). Es erinnert mich alles sehr an das Leben des Brian „Steinigungs-„Szene und „ich bin der Messias“-Szene (Egal wie er es gemeint hat, er hat Yehova gesagt; egal was er sagt, er kann es nur falsch machen).

    Bei all dieser Ignoranz, die hier teilweise in den Kommentaren enthalten ist, wünsche ich Ihnen weiterhin „Glück auf“…

  213. 217
    tizian says:

    P.S.2: Ich finde Erwähnung sollte noch finden, dass Jauch schonmal wegen Öffentlichmachung der Internetgerüchte über Bettina Wulff von dieser abgemahnt wurde. Die Geste von Varoufakis kannte niemand, von Jauch wird der Beitrag aber eingeleitet mit den Worten, dass die Deutsche Bevölkerung deswegen irritiert ist (von einer Geste die praktisch niemand kannte), erst Jauch hat das öffentlich gemacht wie bei B.W. Ich persönlich würde mir wünschen, dass Varoufakis GJ abmahnen ließe…

  214. 218
    Frank says:

    Es müsste leider auch einen Artikel „Wie die Jauch-Kritiker die Stinkefinger-Aussage von Varoufakis verfälschten“ geben. Warum?
    Auch die Jauch-Kritiker geben nicht den ganzen Kontext wieder. Gehört zum Kontext einer Geste die im Rahmen einer Frage und Antwort Session zu einer Buch-Promotion gegeben wurde nicht auch die gestellte Frage? Die Frage zielt auf Herrn Varoufakis Meinung zur Zeit des Symposiums ab. Gehört zu einer Frage nicht auch die GESAMTE Antwort? Sie gibt im zweiten Teil Einblick über seine Position zur Zeit des Symposiums, im Jahre 2013. Zu diesem Zeitpunkt waren die europäschen Länder die Gläubiger Griechenlands. Dies habe ich noch bei keinem der Jauch-Kritiker gelesen, dort lese ich vom Jahr 2010, in dem die Banken Gläubiger Griechenlands waren. Alle Reden und Schreiben über die eigentlich unwichtige Geste, doch ich habe das Gefühl die wenigsten haben sich die zur Antwort gehörende Frage und die GESAMTE Antwort angesehen. Nur in den Kommentaren findet man vereinzelt den Hinweis sich doch mal die Passagen ab ca. Minute 43 anzusehen. Die Redaktion von Jauch verschiebt duch die Wahl eines reißerischen Ausschnittes in Richtung „böser“ Varoufakis. Verschieben aber die Jauch-Kritiker durch das Wählen ihrer Text-Auszüge nicht auch in Richtung „guter“ Varoufakis? Ich bitte jeden höflichst sich die Frage ab 37:09 und die gesamte Antwort bis 44:30 selber anzusehen.

    Mein persönliches Fazit: Das wer-wie-was-wieso-weshalb-warum der Finger-Geschichte ist mir total egal, es wird nicht zur Lösung der Probleme Griechenlands und der Probleme der europäischen Währungsunion beitragen. Ich bin von der deutschen Medienlandschaft maßlos enttäuscht. Ich bin wirklich schockiert, dass es ausgebildeten Journalisten nicht gelingt den Inhalt eines ca. sieben Minütigen Video-Ausschnitts DIFFERENZIERT wiederzugeben. Ehrlich gesagt stelle ich mir nun folgende Frage: Sind alle Journalisten, wirklich alle, doof oder alle manipulativ? Ja, das ist vielleicht beleidigend. Entschuldigung, aber diese Frage stelle ich mir ernsthaft.

    PS: Diesen Kommentar habe ich auch, falls es möglich war, auf den von Ihnen verlinkten Seiten zu diesem Thema gepostet.

  215. 219
    j. says:

    Hat jemand das Harald Schmidt-Interview gesehen an der Uni Mainz? Hier hat der SWR erwartungsgemäß an entscheidenden Stellen zensiert.
    Über ZDF und Gottschalk durfte Schmidt im SWR Unitalk ja ausführlich lästern. Die wirklich interessanten „fiesen Lästerattacken“ (BILD) wurden aber vom SWR vorsorglich für die TV- und Onlineausgabe rausgeschnitten. Auf die Tagesthemen angesprochen meinte er sinngemäß, das schaue er sich bestimmt nicht an, das sei doch eine Parodie. Dann spielte er auf eine berühmte Talksendung an: „…Der nach dem Tatort den Journalisten spielt“. Leider war man nicht so mutig, das zu zeigen, am Ende wäre aus „Schmidt lästert über Gottschalk“ „Schmidt lästert über Jauch“ geworden, was wohl manche nicht witzig gefunden hätten. Insgesamt dauerte das höchst amüsante Interview 90 Minuten.

  216. 220
    mk says:

    @233

    Wenn man sich das veröffentlichte Video anschaut, fällt ja schon auf, wie furchtbar das geschnitten ist.
    Das erklärt dann natürlich einiges, eine Komplettausstrahlung dürfte es damit wohl nie geben. Andererseits, jetzt wo Jauch 2016 von der ARD weg ist…;-)

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