Was ich durch #Varoufake gelernt habe

19 Mrz 15
19. März 2015

Folgendes ist sicher wahr: Ich habe mir zu sehr gewünscht, dass die Geschichte stimmt, dass Jan Böhmermann und sein „Neo Magazin Royale“-Team die ganze Welt verladen haben und das Video, aus dem „Bild“ und „Günther Jauch“ und alle die ganze absurde Aufregung gesaugt haben, gefälscht haben. Es passte mir zu sehr in den Kram, meine Schadenfreude war zu groß, und den ein oder anderen Tweet von letzter Nacht hätte ich im Nachhinein lieber nicht abgesetzt. (Auch wenn ich, ganz unabhängig von der Frage, was nun das „Fake“ ist, tatsächlich gern die roten Flecken in den Gesichtern bei „Bild“, ARD und Co. gesehen hätte, die hektischen Anrufe: „Das kann nicht sein, oder? Ihr habt das jetzt aber wirklich nochmal geprüft, oder?“)

Ich habe zwar immer wieder darauf hingewiesen, dass ich mir überhaupt nicht sicher bin, ob die Behauptung der Fälschung nicht die eigentliche Fälschung ist, aber tatsächlich war es so, wie ich es im Blogeintrag angedeutet habe: Im Zweifel hat der Komiker, Satiriker und Berufs-in-die-Irre-Führer Jan Böhmermann bei mir mehr Glaubwürdigkeit als die komplette Medienmeute, insbesondere wenn sie von „Bild“ und „Günther Jauch“ angeführt wird. Das war so, und das ist auch heute noch so.

Ich traue Böhmermann zu, das alles von langer Hand organisiert und orchestriert zu haben. (Auch wenn inzwischen alles dafür spricht, dass er erst im Nachhinein auf den Zug aufgesprungen ist.) Denn er hat ja, wenn auch diverse Nummern kleiner, schon bewiesen, dass er es kann.

Und ich traue es dem Medienbetrieb zu, auf ein solches Fake hereinzufallen, denn dass es jeder Unsinn schafft, von vermeintlich professionellen Journalisten weitererzählt zu werden, lässt sich nun auch fast jeden Tag beweisen. Und dass weder Günther Jauch noch „Bild“ mit dem Inhalt des Videos korrekt umgegangen sind, ist eine Tatsache, ebenso wie die, dass „Bild“ es unter grotesken Verdrehungen und Auslassungen als üble Hetze benutzt.

Böhmermanns Coup ist in vielerlei Hinsicht entlarvend. Er persifliert unsere Obsession mit unwichtigen, aber griffigen Nebensächlichkeiten (mit dem fast tragisch-ironischen Nebeneffekt, dass er die Beschäftigung mit dieser lächerlichen Geste nun noch einmal intensiviert hat); er kritisiert die Skandalisierungs-Mechanismen von Menschen und Medien, den Umgang mit vermeintlichem Beweismaterial, die Kampagne gegen einen missliebigen Politiker und eine ungewünschte Politik, die Reduzierung einer komplexen Debatte auf eine Geste. Aber er zeigt auch, wie bereitwillig wir Dinge glauben, die wir glauben wollen, und das betrifft im konkreten Fall auch: mich.

287 Gedanken
  1. 1
    Klaaas says:

    Wunderbarer Beitrag. Danke.

  2. 2
    Marc says:

    Ich habe mir das Fake Video angeschaut, dort sieht man Original und Fälschung als Bilder nebeneinander. Wenn man genau hinsieht, sieht man auf der Brust einen Blur und der ist auf der Version mit dem Mittelfinger! Doch, es ist ein echter Fake bzw. ein echter Böhmermann :-)

  3. 3
    Daniel says:

    Aber Schadenfreude dir gegenüber ist hier doch erlaubt, oder?

  4. 4
    Tuennes says:

    Angenommen, Böhmermann hätte Jauch wirklich ein gefälschtes Video unterjubeln können, was würde uns das sagen? Dass man mit sehr viel Aufwand etwas fälschen kann? Es gibt Fälschungen, die sind auch mit viel Aufwand nicht sofort nachzuweisen. Daraus den Schluss zu ziehen, jemand habe leichtfertig etwas gesendet, ist dann doch sehr selbstgerecht. Hinterher will jeder es schon vorher gewusst haben.

    Wo also steckt nun die Botschaft von Jan Böhmermann? Dass man eine politische Aussage nicht auf ein Bild reduzieren sollte? Okay, aber warum setzt er sich dann nur mit dem Bild auseinander? Und warum spricht er nicht davon, dass Varoufakis selbst mit seinem Dementi die ganze Sache gepusht hat?

    Meine Meinung: Jan Böhmermann wollte einen Scoop. Er wollte Aufmerksamkeit.

    Der Preis dafür wird vom ZDF zu zahlen sein. Denn das ist Wasser auf die Mühlen all derer, die von „Lügenpresse“ schwafeln und meinen, im „Staatsfernsehen“ werde doch eh manipuliert.

  5. 6
    Spatzengehirn says:

    Mein Wunschgedanke ist inzwischen, dass die Zeigefinger-Version die Wahrheit™ ist und Böhmermann am Sonntag erst Jauch und gestern Abend dann das halbe Internet in die Irre geführt hat.

  6. 7
    Katja says:

    Das Schöne an der ganzen Geschichte ist doch, wie dämlich fast alle Beteiligten aussehen:

    – Jauch/Bild/etc., weil sie ein Video aus dem Kontext zerren
    – Varoufakis, weil er statt sich inhaltlich zu verteidigen eine Lügengeschichte vom Video-Fake erzählt
    – Die Kritiker, weil sie genau das tun, was sie Jauch/Bild/etc vorgeworfen haben: Gutgläubig auf einen Fake reinfallen.

  7. 8
    Hermann says:

    In diesem Fall: Mich auch.

  8. 9
    Oliver says:

    Abwarten, abwarten.

  9. 10
    bykkze says:

    @7 Wunderbar und noch kürzer als Niggi resümiert :)

  10. 11
    Marc says:

    Die eigentliche Botschaft von #varoufake ist, dass keine Redaktion Bilder verwenden sollte, die nicht eigene Kameraleute gemacht haben.

    Und leider werden wir dennoch auch in Zukunft immer wieder unzureichend verifizierte „Quelle: Internet“-Videos auch in für glaubwürdig gehaltenen Nachrichtensendungen sehen. Und deren Vertreter jegliche Kritik daran diese wirsch ablehnen hören.

  11. 12
    Klaaas says:

    @ 7

    Exakt.

    Einige Kommentatoren versuchen, Exklusivität zu konstruieren. Es werden zu Recht immer Grau-Töne angemahnt – aber blamiert haben könne sich immer nur einer. Quatsch. Peinlichkeit ist problemlos teilbar.

    Was ich an Niggemeier schätze und was ihn m.E. von vielen anderen unterscheidet, ist die Fähigkeit zur Selbstkritik. Er hat mit diesem Beitrag das absolut rechte Maß getroffen, finde ich.

  12. 13
    Kevin Oesterle says:

    Die Medien kritisieren und schön selbst auf das reingefallen, was sogar in diesem Artikel noch den Medien vorgeworfen wird ;) Wohl doch nicht alles so einfach, wie sie es sich gerne machen, Herr Niggemeier…

  13. 14
    sven says:

    Ich hoffe auch auf die Zeigefingerversion. Wenn das am Ende das richtige Video war und die Hand-unten-Version nur als Ablenkung – das wäre ein wahres Meisterstück.

  14. 15
    Loomer says:

    Genau das finde ich so spannend an dem Video, die Diskussion … und das überall und von jedem. Ich selber bin mir nicht sicher und auch nicht sicher welche fake-Variante besser wäre.

    Wenn ich mir dann aber die Kommentare unter dem Video auf YT ansehe, z.B. „Blind und ohne etwas zu hinterfragen. Dieses Video ist der Bewis dafür, dass man nicht blind alles glauben sollte, was man im sieht. Danke!“, dann fände ich auch die Reaktion interessant, wenn Böhmermann’s Video nun der eigentliche fake ist.

    Egal was davon nun wahr oder falsch ist, die Reaktionen sind interessant, auch die eigene – ob auf den Mittelfinger oder die Fälschung oder die Fake-Fälschung.

  15. 16
    M.J.Groenewold says:

    Möchte alles genauso unterschreiben…nebenbei….Danke für den tollen Blog.

    PS Ich bin auf die Endgültige Auflösung gespannt, aber vielleicht wäre es gut wenn es gerade diese nie geben würde.

  16. 17
    Haco says:

    Ja, das war aufregendes Fernsehen. Aber leider nur Fake.
    Mir wär’s lieber gewesen, er hätte Jauch, Bild & Co verarscht, und nicht mich, aber jeder so, wie er kann.

  17. 18
    Piet says:

    Der einzige echte Stinkefinger in dieser Geschichte ist der nagelneue milliardenteure Glitzer-Turm den die EZB allen steuerzahlenden, arbeitenden, obdachlosen, Gesundheitssystem-vermissenden Bankenretter-Bürgern Europas zeigt

  18. 19
    heibie says:

    Wo also steckt nun die Botschaft von Jan Böhmermann?

    @Tuennes: Die wichtigste Botschaft sagt er doch zum Schluss des Beitrags: https://twitter.com/patrickbauer/status/578503417489965056

  19. 20
    Bob Roberts says:

    Danke Herr Böhmermann, dass sie den Finger in die Wunde des gebührenfinanzierten Gefälligkeitsjounalismus gelegt haben. Das die Jauch Redaktion sehr wohl mit falschen Informationen arbeitet habe ich anhand seiner ersten Sendung ausführlich dokumentiert.Afghanistan-Krieg bei Günther Jauch:Propaganda mit falschen Zahlen: https://machtelite.wordpress.com/2011/09/15/afghanistan-krieg-bei-gunther-jauchpropaganda-mit-falschen-zahlen/

  20. 21
    Torsten says:

    Irgendwann beißt sich die Katze in den Schwanz. Weil man Jauch und Co nicht glauben kann, glaubt man vorbehaltlos dem, der gezielt Falschinfos verbreitet. Wozu soll man sich dann noch um Fakten bemühen?

    Ich kam gestern abend lange nach der Sendung heim und sah haufenweise Tweets zum Thema. Natürlich fiel mir sofort der TV-Total-Fake Böhmermanns ein, aber auch die Pofalla-Postillon-Meldung. Nachdem ich mehrere Kurzfassungen gelesen hatte, war mir ziemlich klar: Das muss natürlich ein Fake-Fake sein. Die Timeline stimmte halt hinten und vorne nicht. Dank Bildblog wusste ich ja, wie lange der Finger schon durch die BILD-Zeitung geistert. Und als ich mir das Video dann ansah, winkten mir die offensichtlichen Fehler entgegen: Die gezielt offenen Formulierungen, der lächerliche Greenscreen-Anzug, die Unmöglichkeit den Eklat in Jauchs Sendung vorherzusagen.

    Interessant war zu sehen, wie schnell Indizien mit Bedeutung aufgeladen werden. Du hast ja beispielsweise entdeckt, dass Böhmermann im Reuters-Interview erwähnt wurde. Ein schönes Indiz, was man aber einfach erklären konnte: Böhmermanns erstes Fake-Video war natürlich bekannt. Stefan Plöchinger sieht den Finger in dem Musikvideo und deutet es als Indiz für die Glaubwürdigkeit des Fakes. Doch zu dem Zeitpunkt war die Stinkefinger-Kampagne schon voll im Gange.

    Auch der enorme Zeitdruck in den Timelines zeigt sich: Wer nicht schon am Abend oder Mitten in der Nacht etwas postete, musste damit rechnen, den Klickerfolg zu verpassen.

  21. 22
    j. says:

    Auf diese Art lass ich mich gerne verarschen. Herrlich.
    Entlarvend in vielerlei Hinsicht…Mal schaun, ob Varoufakis jetzt die angemahnte Selbstironie zeigt. Es bleibt spannend.

  22. 23
    crispin says:

    Schade dass es ein Fake ist, aber nichtsdestotrotz: Mal ganz von allem Bedeutungsballast befreit muss man dennoch eines absolut festhalten:

    Diese knapp zehn Minuten „#varoufake“ sind von der Inszenierung und handwerklichen Finesse her spannender, mitreißender, überraschender und witziger als das komplette restliche ÖR-Programm der vergangenen beiden Jahre (mindestens!) zusammen.

    Ein Meisterwerk der journalistischen Metaebene und ein Lehrstück über Wahrnehmung, Täuschung und Deutungshoheit und das alles in dieser Form: Einfach nur WOW!

  23. 24
    Eala Frya Fresena says:

    Ich finde es ist ganz große Satire. Weil es bringt mich hinterlistig und selbstkritisch zum Nachdenken. Daher ist es mir persönlich egal ob nun fake oder fakefake. Ich mag sowas.

    Hier eine wahre Geschichte. Ich habe gestern morgen nen Bericht über Blockupy in Frankfurt gesehen. Da kam ein Anwohner zu Wort, der sein ausgebranntes Auto begutachtete und sich fragte, warum man es angezündet hatte, immerhin waren 3 Kindersitze im Auto zu sehen. Er sagte, es sei schon ne harte Botschaft gerade so ein Auto anzuzünden. Mich hat das auch gewundert. Also habe ich bei https://blockupy.org/ nachgeschaut, ob die was dazu sagen. Lustigerweise findet man auf der Blockupy-Seite auch jetzt noch einige Telefonnummern, u.a. die Nummer der „Emotionalen Ersten Hilfe“: 0152-xxxx… Süß, oder? Da konnte ich es nicht lassen:
    Ich habe die Nummer angerufen und um emotionale erste Hilfe gebeten. Mein Auto mit drei Kindersitzen sei ausgebrannt. Ich sei gerade total fertig davon. Es war sehr witzig zu hören, wie der Gesprächspartner am anderen Ende der Leitung meinte, das tue ihm zwar leid, er wolle aber keine politische Diskussion führen. Auf meinen Einwand, dass ich einfach nur geschockt sei und keine politische Diskussion führen wollte, kam dann die Antwort, letztlich sei Gewalt gegen Sachen durchaus gerechtfertigt. Schlimm für mich persönlich, aber so sei das nunmal. Er wolle nicht weiter mit mir reden… Ich habe mich dann ganz herzlich für die kompetente Emotionale Erste Hilfe bedankt…. ;-)

  24. 25
    Anderer Max says:

    Der letzte Absatz dises Artikels ist der Wichtigste und lässt sich 1:1 auf die gestrige Berichterstattung zur EZB-Eröffnung übertragen. Oder auf die Gesamtsitualtion: Egal ob Fake oder nicht – Ist der griechische Finanzminister wichtiger, als die Proteste von 20.00 Menschen gegen die EZB Eröffnung? Ich hoffe wirklich, SN macht dazu noch einen Artikel. Was da gestern wieder bei Tagesthemen und Co. los war war grausig – Vor Allem, dass die ARD sich noch erdreistet hat, O-Töne der Demonstranten zu zeigen: „Ja schade dass jetzt diese Bilder die Bereichterstattung dominieren“. Warum denn wohl? Es war eine Show, die die GDP schon letzte Woche mit Medienvertretern vorbereitet hat.

  25. 26
    Peter says:

    @Bob Roberts:

    Da hat Böhmermann sogar den Stinkefinger in die Wunde gelegt :-)

  26. 27
    JMK says:

    Zunächst drehte sich die Aufregung um den Mittelfinger, dann um Böhmermanns Fake. Und nun können die ARD und Jauch natürlich sich gemütlich zurücklehnen und behaupten: alles richtig gemacht.
    Weil sich keiner mehr dafür interessiert ob das Video von Jauch aus dem Kontext gerissen wurde oder ob Varoufakis zum Abschuss durch Bild und ARD freigegeben wurde.

  27. 28
    M. Boettcher says:

    Jan Böhmermann stellt m. E. die Debatte um den „Stinkefinger“ vom Kopf auf die Füsse, wenn er am Ende des Videos sagt: „Liebe Redaktion von Günther Jauch: … Ihr habt das Video nicht gefälscht. Ihr habt einfach nur das Video aus dem Zusammenhang gerissen und einen griechischen Politiker am Stinkefinger durchs Studio gezogen, damit sich Mutti und Vati abends nach dem Tatort noch mal schön aufregen können.“
    Jauch und der Redaktion der Sendung war sicher bewusst, dass es am nächsten Tag in den Medien um nichts anders gehen würde als um diesen Finger und sie waren auf die damit verbundene Aufmerksamkeit aus. Um Griechenland, Voroufakis oder eine echte Debatte ging es Jauch und seinen Zuarbeitern jedenfalls nicht. Geht es in diesen Quasselsendungen mit den ewig gleichen Zombies ja eigentlich nie. Jauch betreibt in seinem „Talk“ letztlich nur Journalismus-Simulation. Und weil das auf Dauer ziemlich öde ist, muss gelegentlich ein Aufreger her, der von der Dürftigkeit der Sendung und ihres Moderators ablenkt. Wenn man dabei noch der deutschen Politik „Munition“ für Nebelkerzen liefert, ist das vielleicht auch nicht schlecht. Unsere Regierung möchte ja unbedingt Debatten darüber vermeiden, dass sie mit verantwortlich dafür ist, dass die Schulden Griechenlands bei Banken überhaupt vom Steuerzahler übernommen wurden, um so den Banken entgangenen Spekulationsgewinne und den verlorenen Einsatz im Monopoly zu ersetzen, sowie den verantwortlichen Kumpels unter den Bankvorständen den A…. zu retten. Und deshalb zeigen unsere Politiker ja auch ständig auf die neue griechische Regierung, die als Sündenbock für eigenes Versagen allemal besser geeignet ist, als die willfährigen Kumpels der alten Regierung.

  28. 29
    Tuennes says:

    Torsten (21)

    „Natürlich fiel mir sofort der TV-Total-Fake Böhmermanns ein, aber auch die Pofalla-Postillon-Meldung.“

    Nur für die Leute, die sich nicht daran erinnern. Der Postillon hatte behauptet, die Spiegel-Meldung „Ronald Pofalla wechselt zur Bahn“ basiere auf seiner Fälschung. Das war ein Fake. Darauf reingefallen ist damals auch: Jan Böhmermann.

    Böhmermann twitterte:

    „Gratulation an Ronald Pofalla. Und stehende Ovationen für @Der_Postillon. Willkommen im Internet: @SPIEGELONLINE. Gibt’s Entlassungen?“

    http://www.spiegel.de/politik/deutschland/storify-zum-bahn-job-von-ronald-pofalla-und-dem-postillon-a-941622.html

    Das meine ich damit, wenn ich sage, Böhmermann wird gelegentlich seinen eigenen Anforderungen anderen gegenüber selbst nicht gerecht. Auf einen Fake reinzufallen, ist die eine Sache. Hämisch nach Entlassungen zu fragen, eine andere.

    Und der selbe Jan Böhmermann meint nun, mit einer Fakefake-Nummer den übrigen Journalisten einen Spiegel vorhalten zu können.

  29. 30
    Steff says:

    Der dünne, blasse Junge zeigt wie es heute geht. Egal ob Fake, oder Fake Fake, man wird überall belogen. Und wo die Wahrheit verbreitet wird, glaubt man auch verarscht zu werden.
    Die Verwirrung ist komplett, schöne neue Zeit!

  30. 31
    Maria says:

    @16: es gibt keine Auflösung. Dann wäre es keine Satire mehr. J.B. hat uns den Spiegel vorgehalten. Und offenbar sehen wir uns darin! Das spricht für uns. Ob die Jauch-CSU-BILD-Troika sich auch darin sieht?

  31. 32
    Tuennes says:

    28:

    („Jauch und der Redaktion der Sendung war sicher bewusst, dass es am nächsten Tag in den Medien um nichts anders gehen würde als um diesen Finger und sie waren auf die damit verbundene Aufmerksamkeit aus.“)

    Unsinn, sorry. Wie hätte Jauch denn damit rechnen sollen, dass Varoufakis die Echtheit des Videos bezweifelt? Und dass Jauch der deutschen Regierung angeblich einen Gefallen tun wollte, das ist doch nun wirklich absurd.

    Was Sie betreiben, ist letztlich nur Zuschauer-Simulation.

  32. 33
    David Schraven says:

    Vor allem beweist das Beispiel #varoufake, wie Propaganda funktioniert.

    Irgendwelche Leute mit Vorbildcharakter übernehmen einfach absurde Behauptungen, die sie glauben wollen, und weiterverbreiten diese mit dem Label ihrer eigenen Glaubwürdigkeit weiter. Damit wird die Wahrheit so verwässert, das sie nicht mehr erkennbar ist. Alles ist nur noch Zweifel und unsicher.

    Böhmermann hat genau das gemacht. Er hat den Mechanismus der Propaganda benutzt.

    Mich widern diese Propagandamechanismen ziemlich an. Weil ich es lieber mag, wenn man sich um Wahrheit bemüht. Man wird diese nie perfekt wiedergeben können. Aber man kann sich bemühen, das zu erreichen.

    Wenn dann irgendwelchen Leute einem Propaganda-Knüppel zwischen die Beine werfen, wie Gabriele Krone-Schmalz nervt das.

    Ich hoffe, die Aktion von Böhmermann weckt hier einige Leute, den Zweifel nicht über die Wahrheit zu stellen, die manchmal eben nicht in der Mitte liegt.

  33. 34
    DJ Doena says:

    Und es ist ja auch nicht das erste Mal, dass ein Comedian die Medien an der Nase herumführt.

    Hier zum Beispiel Jimmy Kimmel und der Wolf in Sotschi:

    https://www.youtube.com/watch?v=hze_6-f5KNA

  34. 36
    Wirtschaftswurm says:

    Nun, bei dem Ganzen kommt mir zu kurz, dass auch Varoufakis gelogen hat. Seine Aussage am Sonntag konnte man wirklich nur so verstehen, dass er eine Videomanipulation unterstellte. Die gab es aber am Sonntag noch nicht. Die Debatte wäre auch weniger intensiv verlaufen, wenn Varoufakis nur gesagt hätte, die Szene sei aus dem Zusammenhang gerissen. Auch Böhmermann wäre dann wohl nicht auf die Idee gekommen.

  35. 37
    Tuennes says:

    33, David Schraven

    Es gibt viele Dinge, die einen anwidern. Zur Erinnerung:

    http://www.stefan-niggemeier.de/blog/17427/kurzer-prozess-zeit-online-und-der-geschasste-150-euro-reporter/

  36. 38
    Ck says:

    Böhmermann hat also tatsächlich eine Version auf dieselbe Weise mit einem Geschwungenem Arm anstatt dem Mittelfinger gedreht?

  37. 39
    DJ Doena says:

    @38 Ck:

    Jein. Sie haben im Prinzip nur einen von Varufakis‘ Armschwenks geloopt und über den Mittelfinger drübergelegt. Man sieht es, wenn man ganz genau hinguckt, am Daumen und Zeigefinger, die das Mikro halten (andere Hand).

    Nur ein bisschen Videobearbeitung, dafür braucht man kein Greenscreen.

    Beweist aber umso mehr, dass sich heutzutage vieles einfach fälschen lässt, wenn man nur die „richtige“ Motiation hat.

  38. 40
    Stefan Niggemeier says:

    @David Schraven: Jan Böhmermann hat Vorbildcharakter? Als… was?

  39. 41
    Stefan Niggemeier says:

    @David Schraven: Und die „Wahrheit“, das wäre in diesem Fall was? Dass Varoufakis „Deutschland“ den Mittelfinger zeigt?

  40. 42
    Matthias says:

    @Ck: Das ist die einzige spannende Frage, die übrig bleibt. Oder anders gesagt: All die, die jetzt vom lächerlichen Green-Screen-Anzug sprechen, an dem man doch hätte leicht sehen können, dass es nur ein Fake-Fake war, sollten zumindest zur Kenntnis nehmen, dass Böhmermanns Team auch eine Version mit ausgestrecktem *Zeigefinger* angefertigt hat. Und dafür haben sie vermutlich tatsächlich ein Arm-Double benötigt.

  41. 43
    Torsten Williamson-Fuchs says:

    Diese PR-Nummer Böhmermanns ist bei aller Streitbarkeit schon jetzt ein Anwärter auf den Public Relations Award des Jahres. Millionen Menschen, die nicht hip (und erst recht keine Hipster) sind, bekommen Jans Namen penetriert. Und der Kontaktpreis für diese Tausende ist sehr niedrig.

  42. 44
    civichief says:

    Krass, wie sehr wollen einige die Welt so haben, wie sie es wünschen, dass sie an der Geschichte der Fälschung durch Böhmermann ernsthaft geglaubt haben.
    Das habe ich bei Niggemeier gelesen und gestern in Frankfurt gehört, wo angeblich die Polizei Schuld an den Ausschreitungen sei.
    Wir sollten mal den nächsten bundesweiten Feiertag nutzen und alle in uns gehen und schauen, wo die eigene Unzufriedenheit liegt, dass niemand mehr auf Verschwörungstheorien und Wunschszenarien reinfällt.
    Böhmermanns ist ein schlauer Kerl, so wie ich das sehe:
    „Liebe Redaktion von Günther Jauch. Yanis Varoufakis hat unrecht. Ihr habt das Video nicht gefälscht. Ihr habt einfach das Video nur aus dem Zusammenhang gerissen und einen griechischen Politiker am Stinkefinger durchs Studio gezogen. Damit sich Mutti und Vati abends nach dem Tatort noch mal schön aufregen können: ‚Der Ausländer! Raus aus Europa mit dem! Er ist arm und nimmt uns Deutschen das Geld weg. Das gibt’s ja wohl gar nicht. Wir sind hier die Chefs! So!‘ Das habt ihr gemacht. Und der Rest ist von uns.“

  43. 45
    TangoZulu says:

    @Stefan Niggemeier: 2003 bin ich William Karels „Nixon, Kubrick und der Mann im Mond“ (wenn auch nach zwei Glas Wein) bis zum Abspann voll auf den Leim gegangen. Weil ich’s glauben wollte. Und ich war sicherlich nicht der einzige. Das war sehr lehrreich. So lange Sie weiterhin so offen und selbstkritisch mit Ihren Anfechtungen umgehen… Hoffentlich lernen wir als „Mediengesellschaft“ alle was draus.

  44. 46
    Ck says:

    Danke für die Antworten, mittlerweile habe ich auch das Massengeschmack.tv-Video zur Gänze geguckt. Das reichte nicht.

    Ich verstehe nur 3 Sachen nicht, vielleicht muss ich a) warten und b) mehr Googlen:

    1.) Die Fallhöhe:
    Jan Böhmermann hat im Gegensatz zu ganzen Medienverlagen und großen Produktionsfirmen eine relativ kleine, aber bedeutende: er würde das NEO MAGAZIN ROYALE zu einer kleinen „Looser“-Show machen, wenn er am Ende doch nur „Satire“ wollte.

    2) Das Dementi, das ich bisher las, ist so überspezifisch („Ist eine Satire-Sendung“), dass ich noch nicht rauslas: „Ist auch ein Fake-Fake“

    3) Das In-die-Hände-Spielen:
    „Blufft Böhmermann nur? Es sieht so aus. „Bild“-Chefredakteur Kai Diekmann dankt dem ZDF für eine vertrauliche Vorab-Informationen, weswegen er und seine Redaktion nicht an eine Fälschung durch Böhmermann geglaubt hätten.“
    http://www.focus.de/kultur/kino_tv/hat-er-oder-hat-er-nicht-boehmermann-behauptet-ich-habe-das-varoufakis-video-gefaelscht_id_4554805.html
    Es wäre schade und ein Schaden, wenn diese Aktion doch nur der Stärkung der Gegenseite dient.
    Denn dann wäre die Wirkung einzig und enttäuschend:
    Glaubt niemandem bzw. glaubt was ihr wollt: BILD hat so Recht wie Jauch hat so recht wie Böhmermann hat so recht wie jeder.
    Was das befördern würde?

    Wohl nicht die Entlarvung (die wäre das Werk des Böhmermann’schen Coups), sondern eine „Wie es dir gefällt“-Haltung, die dem Recht gibt, der die meisten Emotionen einfängt.
    Also: auch das Griechen-Bashing und – weit getrieben – jede Form von Ressentiment.

  45. 47
    Georg says:

    Er persifliert unsere Obsession mit unwichtigen, aber griffigen Nebensächlichkeiten (mit dem fast tragisch-ironischen Nebeneffekt, dass er die Beschäftigung mit dieser lächerlichen Geste nun noch einmal intensiviert hat); er kritisiert die Skandalisierungs-Mechanismen von Menschen und Medien, den Umgang mit vermeintlichem Beweismaterial, die Kampagne gegen einen missliebigen Politiker und eine ungewünschte Politik, die Reduzierung einer komplexen Debatte auf eine Geste. Aber er zeigt auch, wie bereitwillig wir Dinge glauben, die wir glauben wollen, und das betrifft im konkreten Fall auch: mich.

    Würdest Du diesen Absatz eigentlich auch auf diese Geschichte anwenden?

  46. 48
    Dankmachine says:

    Das ist echt Meta-Meta!

  47. 49
    Oliver says:

    Warum lügt Yanis Varoufakis denn dann so dreist im deutschen Fernsehen? Er hätte doch auch sagen können, dass die Geste sowie der Inhalt aus dem Zusammenhang gerissen wurden. Was hätte er dabei zu befürchten gehabt? Wenn er die Geste nur vergessen hat, auch okay… Aber warum dann so vehement behaupten, dass es eine Fälschung sei? Auf diese Frage habe ich im ganzen Twitter- und YT-Kommentare-Meer noch keine Antwort gefunden.

  48. 50
    Struppi says:

    @Oliver: Vielleicht macht es mehr Sinn, wenn man das Orginaltranskript und die fehlerhafte (Simultan)Übersetzung liest:
    http://tumblr.mxfh.mn/post/113781772864/material-zur-varoufakis-jauch-nicht-debatte#_=_

    Ich verstehe das so, dass er das genauso gesagt hat, dass der Satz aus dem zusammenhang gerissen wurde.

  49. 51
    Marc says:

    @Oliver

    Ganz einfach: Er hat im Wortlaut gesagt „the video was doctored“. Das englishce ist hie niicht präiise genug und lässt sich daher nicht mit „gefälscht“ übersetzen. Man könnte es auch mit „verändert“, „manipuliert“ oder „angepasst“ übersetzen. Am ehesten passt noch die plumpe Überstezung: „An dem Video wurde hreumgedocktert“. Aber auch das lässt offen, ob es nur ein wenig angepasst wurde oder gänzlich verändert. Die Aussage Varoufakis ist also schwer zu werten, da man ihn momentan schlecht fragen kann, ob er das „doctored“ etwas präziser ausdrücken kann.

  50. 52
    Chris79 says:

    Varoufakis hat soeben nochmals bekräftigt, dass er den Stinkefinger nie gemacht hat, und das Video gefälscht ist. Klare Ansage.
    http://www.spiegel.de/video/varoufakis-aeussert-sich-zu-varoufake-video-video-1564023.html

  51. 53
    Benjamin says:

    Der „Mielke Moment“ der klassischen deutschen Medien.

    https://www.youtube.com/watch?v=1XBEqyu5Mck

  52. 54
    BlueKO says:

    Stefan, ich bin enttäuscht.
    Es war doch sowas von klar, dass der nur mäßig originelle Berufstrittbrettfahrer da nur ein weiteres Mal auf’m Trittbrett unterwegs ist.
    (Ohne mir die Mühe gemacht zu haben, auch nur eines der beiden Videos überhaupt anzusehen.)

    Die ganze Aufregung überall ist offenbar ein weiteres deutliches Zeichen der RTLisierung der gesamten Branche/Republik/Bevölkerung/whatever.

  53. 55
    daste says:

    „Medienmeute“, gleich zweimal benutzt, klingt doch sehr nach „Lügenpresse“. Soll das so?

  54. 56
    Tuennes says:

    52:
    Varoufakis sagt, Jauchs Leute hätten das Video gefälscht, um die Debatte anzuheizen. Das sind zwei Dinge. Erstens: das Video sei gefälscht. Zweitens: er behauptet, die Fälscher zu kennen.

    Hierzulande würde ein Minister seinen Job verlieren, wenn eine solche Aussage sich als unwahr herausstellen sollte.

  55. 57
    David says:

    Die Fakten:

    Varoufakis hat 2013 in Zagreb den Stinkefinger gezeigt.

    Er bezog sich dabei auf das Szenario, das 2010 bestand: Die Schulden Griechenlands lagen zu diesem Zeitpunkt bei den Banken. V sagt 2013 sinngemäß: „Ich war 2010 (!) der Meinung, den Staatsbankrott zu erklären.“

    Geschädigt wären zu diesem Zeitpunkt die Banken gewesen, nicht der deutsche Staatshaushalt. Danach wurden die Schulden aus den Büchern der Banken qua Ratifizierung der EU-Länderparlamente in die nationalen europäischen Haushalte übernommen. Erst jetzt würde ein Default Griechenlands die Haushalte der ESM-Mitgliedsländer durchschlagen.

    Genau das herauszustellen hat die Jauch Redaktion versäumt. Entweder aus journalistischer bzw. intellektueller Inkompetenz oder böswillig, um einen griechischen Minister „am Stinkefinger durchs Studio“ zu ziehen. Dafür ist eine mindestens eine Klarstellung, besser eine Entschuldigung an Varoufakis fällig.

    Varoufakis‘ Problem war, dass er seine Kritik an Jauch nicht präzise formulierte: Nicht die Bilder waren „doctored“, sondern der Kontext. Das spielte der Jauch-Redaktion in die Karten, die nun nachweist, dass die Bilder authentisch sind. Das ist aber nicht der Kritikpunkt. Vielmehr hat die Jauch-Redaktion ihren Job nicht gemacht, die Aussagen Varoufakis‘ nicht-sinnentstellend darzustellen.

    Zu komplex? Von Bild sind wir nichts anderes gewont, aber von den ÖR?

    Ich nenne das Manipulation.

  56. 58
    Stefan Niggemeier says:

    @BlueKO: Ein Fake als solches zu erkennen, ohne sich das Video überhaupt angeguckt zu haben, das ist allerdings eine besondere Kunst.

  57. 59
    kampfstrampler says:

    @ 49 Minus x minus = plus. Varoufakis hat den Mittelfinger gestreckt (und es war nicht belehrende Zeigefinger des Lehrer Lämpel), der Text dazu ist eindeutig (und die spitzfindigen oder grobschlächtigen Erklärungen dazu beleidigen die Intelligenz der Erklärer – nicht wahr, die Herren Stefanowytsch, Zizek e tutti quanti). Schon als Studi habe ich es gehaßt, wenn Hochschullehrer, von denen ich ansonsten viel hielt, einfach nicht zu ihren Worten stehen wollten … Warum konnte Varou, vom Zagreber Video überrascht, nicht einfach sagen: „Oh, da habe ich mich wohl vergriffen – ich hätte „Frankfurt“ oder „Gläubiger“ sagen sollen“. Noch souveräner wäre der alte Ärztewitz gewesen: „Oh, der steht ab – ich sollte ihn operieren lassen“. Stattdessen beschimpft er die „manipulierenden“ Frechlinge … Ist die galoppierende Sau aber schon tagelang im Dorf, erscheint Selbstironie (und so sind wohl seine Ex-post-Tweets einzuschätzen) nur noch als ein Stilmittel gegenüber Ironiekennern – die sind in der postenden Öffentlichkeit leider sehr spärlich vertreten. @51 Einfach mal O-Ton Varoufakis weiterlesen – er wird dann sehr eindeutig … und das ganze beschwichtigende Drumherum wirkt wie schwache Ausflüchte. Böhmermanns Fake-Fake-Satire ist ja deshalb so gespenstisch, weil sehr viele Kenner das realiter für möglich halten Dann aber hilft nur der ad-hominem-Blick auf den „Verkünder“: Vgl. Lukas Podolski im WDR 2005: „Fußball ist wie Schach, nur ohne Würfel“ – ein echter Böhmermann, hätte aber auch von Poldi sein können, oder?!

  58. 60
    JMK says:

    Tuennes, reden Sie doch keinen Unsinn. Wenn jeder Politiker der mal mehr oder weniger gelogen hat, sein Amt aufgeben müsste, wäre der Bundestag sehr leer.

  59. 61
    Alice says:

    Von Jauch sieht man im Moment nur ein Standbild: mit dem Teddy in der Hand auf dem Trümmerfeld der Glaubwürdigkeit des ÖRR.

    Mal sehen, ob auch dieses Video weitergeht und er am kommenden Sonntag wenigstens den Mut hat, sich zu entschuldigen. Bei Varoufakis dafür, dass er sein Statement aus dem Kontext gerissen hat. Bei der Öffentlichkeit dafür, dass er nicht das Video, aber die Öffentlichkeit manipuliert hat.

  60. 62
    Ronald says:

    Einen halben Glückwunsch, Herr Niggemeier, zur halben Selbsterkenntnis. Allerdings haben Sie noch ein gutes Stück Weges vor sich. Desgleichen die meisten Ihrer Fans hier.

    Beispiel 1: Das unglaubliche Verbrechen der Jauch-Show, Varoufakis‘ Vortrag von Zagreb 2013 nicht ungekürzt in voller Pracht über den Äther zu schicken. Sondern sich ausgerechnet die Stelle herauszupicken, in der er empfiehlt, man hätte „Deutschland“ den Mittelfinger zeigen sollen.

    Die Datumsangabe „Mai 2013“ hat die Jauch-Show korrekt eingeblendet. Aber, wie der zuständige Redakteur beim NDR bereits eingeräumt hat, man hätte deutlich machen sollen, dass sich V. damit auf Januar 2010 bezog. Das ist auch schon alles, was kritikwürdig war.

    An der Mentalität von Varoufakis, der es ganz Klasse gefunden hätte, Deutschland (oder evtl. die EZB mit Deutschland als größtem Risikoträger) auflaufen und sich mit der Rettung der Gläubiger befassen zu lassen („stick the finger to Germany“) hat sich seitdem nämlich überhaupt nichts geändert. Das belegt schon ein Blick in sein Blog, das immer noch online ist und laufend mit neuen Einträgen aktualisiert wird.

    Er ist ein Marxist (nennt sich selbst „erratischer Marxist“, weil er Marx ein oder zwei Dinge übelnimmt), ein Blender, Rattenfänger und Aufschneider, der sich als moderner Robin Hood und Rächer der Enterbten geriert. Wie die meisten Medienprofis mit vielen Jahren TV-, Radio- und Printpraxis ist er aalglatt, lügt wie gedruckt ohne mit der Wimper zu zucken, und das nicht erst seit er Minister ist.

    Jetzt kann man sagen, Jauch hätte dennoch sachlich bleiben, zu jeder Aussage von V. einen Faktencheck machen sollen. Aber erstens hält dafür „Hart aber Fair“ das (wenn nicht juristische, dann ideelle) TV-Copyright. Und zweitens macht ein geschickter Lügner wie Varoufakis es einem schwer, ihm auf die Schnelle beizukommen. Mit großer Wahrscheinlichkeit hat V. gelogen, als er bei Jauch behauptete:

    Die Vorgängerregierung wollte 50.000 Menschen einstellen. Wir werden weniger einstellen, darunter 2000 Menschen, die vorher zu Unrecht gefeuert wurden.

    FOCUS schreibt dazu:

    Hier kommt ein Problem zum Tragen, das generell bei vielen Statements aus Athen gilt: Die Zahlen sind nicht überprüfbar. [Christian] Schulz [Senior Economist der Berenberg Bank] erzählt, dass im Mai 2013 unter der alten Regierung noch die Rede von 11.000 neuen Jobs war, die bis auf 41.000 im Jahr 2018 steigen könnten.

    Quelle: http://www.focus.de/finanzen/news/staatsverschuldung/nach-auftritt-bei-guenther-jauch-varoufakis-im-faktencheck_id_4548515.html

    Nun, das ist nicht ungewöhnlich. Alle Politiker (auch die deutschen) lügen mehr oder weniger ungehemmt, färben schön, verschweigen taktisch, stellen sich selbst oft unter Verdrehung der Tatsachen ins beste Licht. Und auch mit einem Team im Rücken kann der Moderator einer Sendung meistens nicht sofort reagieren, um dem Gast seine Falschbehauptungen um den Kopf zu knallen.

    Also soll Jauch, sollen Journalisten generell kapitulieren? Sich damit abfinden, dass sie zur Propagandaschleuder für bestens trainierte Rhetorikprofis und Politikverkäufer degradiert sind?

    Die Alternative ist, sie mit etwas zu konfrontieren, das sie aus der Fassung bringt, ihre Lächelfassade durchbricht, sie zwingt, spontan zu reden. Zum Beispiel der Einspieler mit dem Stinkefinger (verbal und gestisch). Wahrlich kein innovatives Instrument; viele Politiker haben ähnliches über sich ergehen lassen müssen. Es muss kein Video-Einspieler sein, es darf auch eine pointierte Frage sein. Vielleicht das berühmteste Beispiel: 1979 stellte der Fernsehmoderator Roger Mudd dem Bewerber um die demokratische Präsidentschaftskandidatur Ted Kennedy die Frage: „Senator, why do you want to be President?“ Die hilflose Reaktion Kennedys raubte ihm alle Chancen, nominiert zu werden.

    Im Fall Varoufakis (gutaussehend, rhetorisch brilliant, guter Verkäufer) entschied sich die Jauch-Redaktion, ihn mit einem Video aus dem Gleichgewicht zu bringen. Vollkommen legitim. Mich wundert nur, dass es noch genügend Redakteure im öffentlich-rechtlichen Rundfunk gibt, die einem Linken wie Varoufakis die Daumenschrauben anlegen — bei der bekannten Linkslastigkeit innerhalb der Profession.

    Beispiel 2: Gestern habe ich Sie auf den doppelten Fehler in der von Ihnen verlinkten Übersetzung und Erklärung des Zagreber Video-Einspielers durch den SPIEGEL hingewiesen: erstens „hätte Deutschland den Stinkefinger zeigen KÖNNEN“ (falsch) anstatt „zeigen SOLLEN“ (richtig] und zweitens — wichtiger — die groteske Verdrehung seiner Aussage dahingehend, Varoufakis hätte unmittelbar anschließend diesen Vorschlag gleich wieder dementiert (hat er nicht). Entweder ein Fall von stümperhafter Lese- und Verständnisschwäche (vulgo: Dummheit) oder ideologisch induzierter Scheuklappen: man will etwas lesen und verstanden haben, weil es besser in das eigene Weltbild passt.

    Leider haben Sie bis jetzt nicht auf meinen Vorschlag geantwortet, diese Inkompetenz des SPIEGEL einmal zu thematisieren. Zuviel zu tun — oder Beißhemmung gegen den im Vergleich zu Bild, Welt, Focus eher „linken“ SPIEGEL?

  61. 63
    Sarina says:

    Ich verstehe nicht, warum so viele die eindeutige Aussage von Böhmermann ignorieren/ignoriert haben, in der er klar sagt, dass seines ein Fakefake ist. Das hat wohl mit der ersehnten im Gegensatz zur tatsächlichen Realität zu tun (die ich mir übrigens auch ganz sehnsüchtig so wie von Böhmermann zunächst dargestellt gewünscht hätte, denn was Jauch da veranstaltet hat, ist einfach nur peinlich und hat mit dem investigativen Journalismus, den Jauch darstellen wollte, so gar nichts zu tun).

    Deshalb @28 M. Boettcher: volle Zustimmung.

    @29 Tuennes
    Nur weil Böhmermann den Spiegel zwei Mal fallen gelassen hat, heißt es nicht, dass er ihn beim dritten Mal nicht richtig festhält (nicht dass ich ein Böhmermann-Fan wäre, ich kannte ihn bisher nur als uneinsichtigen und nachtretenden Urheberrechtsverletzer).

  62. 64
    @David says:

    Nicht richtig, nach seinem Satz mit dem „doctored“ sagt Varoufakis noch zusätzlich, dass er „diese Geste“ noch nie gezeigt hätte. Er springt nicht auf den Kontext an, sondern auf den Stinkefinger.

    Das hat er auch nochmal bekräftigt:
    http://www.spiegel.de/video/varoufakis-aeussert-sich-zu-varoufake-video-video-1564023.html

  63. 65
    Sarina says:

    @Tuennes
    Es wurde zwar schon sehr oft gesagt, aber „doctored“ heißt nicht „gefälscht“. Wer bewusst immer weiter diese Falschübersetzung verwendet, macht es nicht besser als Jauch.

  64. 66
    kdm says:

    „Im Zweifel hat der Komiker, Satiriker und Berufs-in-die-Irre-Führer Jan Böhmermann bei mir mehr Glaubwürdigkeit als die komplette Medienmeute, insbesondere wenn sie von „Bild“ und „Günther Jauch“ angeführt wird.“
    .
    Bei mir auch.
    (inklusive SZ, ZEIT und FAZ, …leider)

  65. 67
    Ronald says:

    @Tuennes 29

    Nur für die Leute, die sich nicht daran erinnern. Der Postillon hatte behauptet, die Spiegel-Meldung „Ronald Pofalla wechselt zur Bahn“ basiere auf seiner Fälschung. Das war ein Fake. Darauf reingefallen ist damals auch: Jan Böhmermann.

    Danke! Das wusste ich nicht. (Wie kriegt man so ein Elefantengedächtnis wie Sie?)

  66. 68
    Serienfan says:

    Auf irgendeinen Fake ist jetzt also jeder reingefallen. Sei es, dass man der Jauch-Sendung glaubte, Varoufakis wolle Deutschland den Stinkefinger zeigen (obwohl er sagte, dass man das genau nicht dürfe und könne), oder dass man tatsächlich an eine Fälschung des Videos glaubte.

    In „Akte X“ hieß es, die Wahrheit sei irgendwo dort draußen. Tatsächlich ist sie vorprogrammiert in den Köpfen der Leute. Es hat halt nur jeder seine eigene.

  67. 69
    JMK says:

    @Ronald
    Sie unterschlagen leider die Konstellation des Jauch-Talks.
    Das war auch weniger Talkshow als Tribunal mit ausgerechnet Elitz und Söder. Zwei eher nicht so intellektuell bewanderte Menschen.
    Diese Geste ist so irrelevant wie noch was. Was wäre, Varoufakis hätte nun zugegeben den Finger benutzt zu haben? So what? Diese deutsche Eigentümlichkeit als großer Gläubiger dazustehen geht mir gelinde gesagt tierisch auf die Nerven.
    Vor nicht mal einem Jahrhundert hat Deutschland halb Europa in Schutt und Asche gelegt, was ein Glück, waren die Allierten nicht so überheblich.
    Es ist doch ein Treppenwitz wenn Söder, Heimatminister des größten Klungelvereins, der es mit Demokratie und Transparenz eh nicht so hat, hier den Ankläger spielen darf.

    Faktencheck nur bei Hartaberfair? Nicht ernsthaft, oder?

  68. 70
    David says:

    @63: Er sagt er hat nie der deutschen Bevölkerung den Mittelfinger gezeigt und das hat er auch nicht. Er hat einen hypothetischen Mittelgfinger gezeigt, als Privatperson in einem Vortrag vor 2 Jahren bezogen auf eine Situation vor 5 Jahren um damit den default zu umschreiben (Default nennt er stick the Finger to). Zu diesem Zeitpunkt hatte noch gar keine „Rettung“ stattgefunden. Günther Jauch hat mit den Kommentaren des Sprechers und dem Schnitt impliziert, dass Varoufakis meint, danke wir haben euer Geld genommen und jetzt fickt euch. Das ist aber NICHT die Aussage gewesen und auf diese Situation war der Mittelfinger auch nicht bezogen. Der Mittelfinger ist hypothetisch auf einen Zeitpunkt bezogen zu dem Griechenland Deutschland NICHTS geschuldet hat.

    Das ist doch nicht so schwer zu kapieren. Mein Gott. Das Video gibt es mit guten Untertiteln. Die Leute sind wie verdammte Kinder. Die Diskussion auf das Niveau runterziehen wo es um hypothetische Mittelfinger in hypothetischen Szenarien von 2013 mit Bezug auf 2010 geht ist einfach nur erbärmlich. Auf die Fakten von Frau Herrmann und Herrn Varoufakis in der Runde konnten Söder, der Bildmann und Jauch nur mit Phrasen oder Deflektion antworten.

    Varoufakis hat niemals dem deutschen Volk den Mittelfinger gezeigt und die ganzen Körpersprache Experten in den Foren die meinen das man aus dem manipulierten Jauch Video ja raussehen könnte wie unvertrauenswürdig Varoufakis wäre merken anscheinend gar nicht wie lächerlich sie sich machen.

    Sie laden die Politik gerade dazu ein sie für dumm zu verkaufen. Wer seine Einschätzung einer politischen Richtung an sogenannten Stilfragen festmacht ist der letzte Dorftrottel. Der Grund dafür, dass so vieles schief läuft. Faul, egoistisch und selbstgefällig. Keine Lust mehr nach ihrem Job, den sie meistens hassen, sich noch auf Inhalte zu konzentrieren. Lieber billigen Populismus reinfressen und dann an solchen Nichtigkeiten seine politische Einschätzung fest zu machen. Erbärmlich!

  69. 71
    Tuennes says:

    57, David:
    „Geschädigt wären zu diesem Zeitpunkt die Banken gewesen, nicht der deutsche Staatshaushalt.“

    Das ist Volkswirtschaftslehre a la Pippi Langstrumpf.

    61, Alice:
    „Von Jauch sieht man im Moment nur ein Standbild.“

    Wer ist in diesem Fall „man“?

  70. 72
    zendolf says:

    @niggi: Danke! Sie sind doch ein Guter…

    @all: Nein, Nein, Nein! Varoufakis will auch 2013 noch, dass Griechenland im Euro pleite anmeldet. Siehe ab 43:30 im Video. Jauch hat Varoufakis NICHT aus dem Zusammenhang gerissen zitiert – auch wenn das viele hier gerne möchten.

    Und ‚doctored‘ heißt auch ‚gefälscht‘ – in diesem Zusammenhang sogar nur ‚gefälscht‘, da mögen sich Anglisten ohne Sprachgefühl („tatsächlich hat Varoufakis vermutlich gemeint…“) noch so sehr ins Zeug legen.

  71. 73
    Geistreich says:

    @70 David
    Der Empörte empört sich über die Empörten. Empörend.

  72. 74
    N. Euron says:

    mir geht es nur gerade mal um die (korrekten) Bezeichnungen der Fake-Varianten; inhaltlich (gewissermaßen semantisch) habe ich am Blog nichts zu kritisieren:

    1) der (erste) Fake war eigentlich kein Fake, sondern ein Original (Jauch-Sendung); nur im Prinzip ganz schlicht von Varoufakis als Fake (doctored) bezeichnet.
    also: Fake=Fake1= Original
    2) der Fake-Fake ist eigentlich ein (einfacher) Fake; Böhmermann macht aus dem Stinkefinger einen (braven ) Allerwelts-Handschwenk
    also: Fake-Fake=Fake’=Fake2

    Falls ich mich täusche, darf man mich gerne korrigieren. ;)

  73. 75
    Sigur Ros says:

    Wie auch immer die Wahrheit nun sein mag, findet ihr nicht, dass der Mittelfinger-Geschichte hier von allen Seiten etwas zu viel Bedeutung zugemessen wird? Dass die Bild und, wenn auch subtiler, zig andere deutsche Mainstream-Medien seit Jahren einseitig und manipulativ gegen Griechenland hetzen, kann man auch unabhängig von den Finger-Video entlarven, zumal das noch ein eher harmloses Beispiel ist.

  74. 76
    Foz says:

    Aus meiner Sicht hat Böhmermann nur eins erreihct: Die Glaubwürdigkeit von Günther Jauch und seiner Redaktion gestärkt und die von Yannis Varoufakis geschwächt. Denn jetzt, wo Böhmermanns angeblicher Fake als Fake entlarvt ist, steht das bei Jauch gezeigte Material als korrekt da: Varoufakis hat den Stinkefinger doch gezeigt. Und sofort geht wieder die Diskussion darüber los, dass er gelogen hat, als er das das Video als „doctored“ bezeichnet hat. Und schon gerät in Vergessenheit, dass der Stinkefinger von Jauch sehr wohl in einem mehrfach verfälschten („doctored“) Zusammenhang dargestellt wurde, wie es Stefan vor ein paar Tagen und z.B. Anatol Stefanowitsch in seinem Blog hier dargestellt hat: http://astefanowitsch.tumblr.com/post/113830776281/der-mittelfinger-des-finanzministers
    Übrig bleibt nicht mehr Medienkompetenz, sondern mittelfristig nur eine vage Erinnerung, dass Varoufakis „uns Deutschen“ den Stinkefinger gezeigt und dann gelogen hat.

  75. 77
    Tuennes says:

    72, zendolf:
    „Siehe ab 43:30 im Video.“

    Was Varufakis ab der Stelle von sich gibt, ist m.E. der eigentliche Skandal und schlimmer noch als ein simpler Stinkefinger.

  76. 78
    H says:

    Insgesamt eine unnötige Aktion. Was Herr Böhmermann vergessen hat: Es gibt auch griechische Boulevardjournalisten, die nun ungeprüft bzw. gezielt weiterverbreiten werden, dass „die deutsche Presse“ zugegeben hat, ihren gewählten Minister per Bilderfälschung verunglimpft zu haben. Grosses Geheule. Verschwörung. Alarm. Das hört wohl nie auf…

  77. 79
    Spin Doctor says:

    Nur weil Böhmermann das Video auf die Schnelle gefaked hat, ist das „Fingervideo“ jetzt unzweifelhaft echt und kein professionell gemachter Fake? Man vergleiche den Gesichtausdruck von Varoufakis an der anderen Stelle, wo er von „stickinden Fingern“ spricht – siehe 1:57 und 3:27 im Video: https://www.youtube.com/watch?v=1KSmcUyAZwU (warum hebt er an beiden Stellen die Hand, zeigt aber nur an einer Stelle den Finger?) Seltsam: Warum kann sich der Kameramann nicht mehr daran erinnern und keiner der anderen Zuhörer wird/wurde mal befragt?

  78. 80
    Tuennes says:

    79:
    Die Manipulationen sind vermutlich in den Living-Elvis-Studios fabriziert worden.

    @Stefan Niggemeier

    Wie sehr sich deine Selbstkritik hier wohltuend von anderen Journalisten abhebt, habe ich z.B. gerade auf den Nachdenkseiten gelesen: Jens Berger, der sich heute früh gar nicht mehr einkriegen konnte über den doofen Jauch und die doofe Bild-Zeitung, sah anschließend keinerlei Notwendigkeit, mal in sich zu gehen. Das ist Arroganz in Reinkultur, frei nach dem Motto: wenn die Gesinnung stimmt, ist alles erlaubt.

  79. 81
    Axel says:

    Für die aktuellen Diskussionen rund um den Finger sollte man den Deutschen tatsächlich mal den Mittelfinger zeigen.

    Zur Frage des Umgangs innerhalb Europas und zwischen Deutschen und Griechen im Speziellen ist inzwischen eigentlich alles gesagt, man kann es bei Flassbeck nachlesen.

    Und zu Böhmermann: Vielleicht sollte man auch einfach mal die gesamte (!) Sendung abwarten, die läuft doch erst Freitag?

    Und an SN: Früher war zwar nicht alles besser, aber es war vielleicht ganz gut, dass in der Öffentlichkeit stehende Personen nicht mal eben nachts eine Reihe Tweets absetzen können (die nachher voreilig wirken könnten) oder Online-Redaktionen ständig Eilmeldungen bringen und am Ende steht eigentlich nur die Erkenntnis: „War was?“ „Ne, eigentlich nicht. Die Armen blechen immer noch für die Reichen.“

  80. 82
    Martin Deggendorf says:

    Und es hört nicht auf: jetzt hat der Postillon zugegeben, hinter dem Böhmermann-Video zu stecken: http://eine-zeitung.net/der-postillon-gibt-zu-boehmermanns-varoufakis-video-gefaelscht-zu-haben/

  81. 83
    Jens Best says:

    Der entscheidende Punkt bleibt, dass, jenseits von irgendwelchen Stinkefingern, Jauch (und im Nachgang erwartbar der Springer-Abschaum) die WORTE von Varoufakis verdreht haben.

    Und die bewusste Manipulation hat nicht mit irgendwelchen echten oder unechten Videoaufnahmen zu tun, hier wurde einem Mann eine Lüge in den Mund gelegt.

    Und das Schlimmste an der Sache ist, dass nun, nachdem es öffentlich bewiesen wurde, dass es hier einen inhaltlichen Manipulationsversuch im Sinne einer kranken Anti-Griechenland-Propaganda gegeben hat, fehlt bis dato jegliche Entschuldigung von Jauch (von dem Pack bei Springer erwartet man so etwas ja schon gar nicht mehr).

  82. 84
    Pepito says:

    Erst mal Danke an Stefan für diesen selbstreflexiven Beitrag, der in seiner Bewertung des Böhmermann-Coups viel Wahres erhält.
    Vielen Dank auch an Tuennes, Klaaas u. a. für viele gute Kommentare!

    Ich für meinen Teil bin ganz froh darüber, dass – Stand jetzt – nicht wirklich Jan Böhmermann und sein Team ein gut manipuliertes Video in die Welt gesetzt haben, um die Medien damit aufs Glatteis zu führen. So wie es anscheinend gelaufen ist, mit dem Fake-Fake als Trittbrettfahrerprojekt, ist es geniale, handwerklich sehr gut gemachte Satire mit nach meinem Geschmack nahezu (siehe z. B. Stefans Einschränkungen zu den Folgen) optimalem Ergebnis.

    Es macht mir allerdings etwas Sorgen, dass mancher – u. a. anscheinend auch Stefan Niggemeier – es für eine gute Idee gehalten hätte, wenn es tatsächlich anders, also ein groß angelegter Fake, gewesen wäre. Ich fände das ziemlich bedenklich, wenn wirklich aus „satirischen“ Gründen manipulierte Videos gestreut würden, um mal zu gucken, ob und wie sich damit eine ohnehin schon irrational und hitzig geführte Debatte noch ein wenig befeuern lässt. Wenn so etwas Anerkennung (und Quote) findet, wird es nicht lange dauern, bis im „scherzhaften“ Spiel mit der Realität ein Wettlauf um den nächstgrößten Scoop einsetzt. Ich weiß, das Thema gab es schon zu Orson Welles‘ Zeiten und früher, aber vielleicht sind (angedeutete) Scherze wie der von Böhmermann, dem Postillion (Bahn/Pofalla) und der fake-Absage vom Pegida-Marsch auf facebook (oder war’s Legida?) da Vorboten einer aktuellen, unguten Entwicklung. Noch ist das ganze lustig und einigermaßen verantwortungsvoll. Ich hoffe, das bleibt auch so.

  83. 85
    Mycroft says:

    Man sollte Varoufakis vllt. auch zugute halten, dass er sich nicht im Einzelnen an Sachen von vor zwei Jahre erinnern kann.

    Der Punkt an der Böhmermanngeschichte ist die: wenn jemand demnächst sagen wir eine Putinrede fälscht, wird BILD, Jauch oder sonstwer die vllt. trotzdem verwenden?

  84. 86
    Tuennes says:

    Jens Best, 83

    „Und die bewusste Manipulation hat nicht mit irgendwelchen echten oder unechten Videoaufnahmen zu tun, hier wurde einem Mann eine Lüge in den Mund gelegt.“

    Nachdem ich – nochmals Danke an zendolf – die Stelle nach 43.30 im Video mir angeschaut habe, bin ich versucht zu sagen: tatsächlich hat er noch Schlimmeres von sich gegeben.

  85. 87
    gebimmel says:

    @Pepito: Ich kann Ihre Sorge nachvollziehen. Andererseits braucht es vielleicht ein paar mehr Videos, die aus satirischen Gründen manipuliert werden. Vielleicht wird dann auch einmal gründlicher recherchiert. Ich glaube, der Faktor „Geschwindigkeit“ wird von den Nachrichtenseiten total überbewertet. Bei mir auf dem Telefon streiten sich die sueddeutsche und spiegel online bei jeder wichtigen nachricht, wer von beiden zuerst aufploppt. Folgt man dann dem Link, steht dann da meist sowas wie: „12 tote bei skigondelabsturz -in Kürze mehr.“

    Ich würde mir einfach wünschen, dass man lieber etwas vom gas geht und die sachen ordentlich aufarbeitet. das würde auch mein vertrauen in die nachrichten stärken, die ich dann lese.

  86. 88
    Frank Reichelt says:

    @gebimmel, 88
    Ein frommer Wunsch, der wahrscheinlich nicht in Erfüllung geht! Im Gegenteil, das Tempo wird sich eher noch erhöhen und das Gekreische immer lauter werden!

  87. 89
    Sannsen says:

    Was Stefan Niggemeier Kai Diekmann unter anderem voraus hat: Demut und Einsicht. Mit welcher Boshaftigkeit sich Letzterer schon wieder hämisch über alles ereifert, während doch sein »Medium« zu dieser ganzen fragwürdigen Zirkusnummer erst böswillig und hetzerisch beigetragen hat.

  88. 90
    gebimmel says:

    @frank reichelt: ich fürchte auch. vermutlich nicht nur fromm, sondern naiv..:-) allerdings kann es ja sein, dass sich da jemand findet, der das tempo ganz bewusst drosselt und damit dann auch einen bestimmten leserkreis anspricht. also mir reicht die richtige und vollständige nachricht am abend, anstelle 5 falsche über den tag verteilt..um das mal ganz plakativ auszudrücken…

  89. 91
    Rode says:

    Zitat von https://presseportal.zdf.de/aktuelles/mitteilung/varoufakefakefake-und-kein-ende-das-zdf-zur-debatte-um-das-video-das-neo-magazin-roya/772/
    “ Das ZDF zur Debatte um das Video:

    „Das NEO MAGAZIN ROYALE ist eine Satiresendung. Die Redaktion hat die Debatte über das Varoufakis-Video nach der Ausstrahlung in der Jauch-Talkshow satirisch zugespitzt. Dafür haben Jan Böhmermann und seine Redaktion die Möglichkeiten der Video-Manipulation sehr anschaulich dargestellt.“

    Ehrlich gesagt verstehe ich nicht, wieso diese Pressemeldung dazu führt, dass das Neo Magazin den Stinkefinger nicht rein, sondern raus retuschiert hätte. Diese Pressemeldung des ZDF ist sehr schwammig, sie kann doch auch bedeuten, dass sie den Stinkefinger eben reinmontiert haben. Zusammengefasst: Sie haben die Debatte zugespitzt und die Möglichkeiten der Manipulation anschaulich dargestellt. Oder stehe ich hier auf dem Schlauch?

  90. 92
    reinerw says:

    Lieber Herr Niggemeier, ich fasse es nicht, dass Sie den „Aprilscherz“ nicht erkannt haben. Schon wegen des Urhebers hätten doch alle Alarmglocken läuten müssen.
    Im übrigen finde ich, das dass, was V. tatsächlich gesagt hat, schlimmer ist, als das „stick the finger to Germany“.

  91. 93
    zendolf says:

    @#92 Rode: Diese Schwammigkeit ist Absicht – man muss ein wenig zwischen den Zeilen lesen, ebenso wie auch bei der Erklärung von Böhmermann selbst. Letztlich wollen sie den Gag retten, aber juristische Konsequenzen (‚falsche Tatsachenbehauptung‘) vermeiden.

  92. 94
    Rode says:

    @#94 zendolf: Ich bin mir da nicht sicher und vermute, das in den nächsten Tagen noch mehr ans Licht kommen wird – spätestens nach der letzten Ausstrahlung der Sendung im Fernsehen wird weiter „knallhart aufgeklärt“ :)

  93. 95
    Jens Best says:

    Tuennes, #87

    Es gibt jetzt mehrere Sprachwissenschaftliche Analysen, die alle en detail aufzeigen, dass Varoufakis in seinen verbalen Äußerungen nicht den Finger gezeigt hat.

    Wenn Ihnen die im Vortrag geäußerten wirtschaftlichen Massnahmen persönlich nicht gefallen, ist das ihr gutes Recht (so wie es das Recht vieler anderer ist, diese alternativen Massnahmen den neoliberalen Erpressungsmethoden der EU vorzuziehen). – Aber das alles ist hier nicht relevant, denn hier geht es darum, dass Jauch die konkrete Aussage von Varoufakis durch Zusammenschnitt, Auslassungen plus fragwürdige Übersetzung fast ins Gegenteil verdreht hat.

    Dies ist Manipulation, dies ist Propaganda übelster Spielart. Hierfür sollte der Sender von Jauch mindestens eine Entschuldigung verlangen, denn ansonsten ist der sogenannte Journalist Jauch eine andauerndes Symbol für eine nicht nur unzuverlässige, sondern offenbar absichtsvoll verlogene TV-Informationskultur.

  94. 96
    Claus says:

    Irgendwie scheinen die meisten hier wiederum nur darüber zu streiten, was Fake war und was echt. Leute, das eigentlich Entscheidende ist doch: wie kann es sein, dass angesichts der Probleme, bei der es ganzen Griechenland-Sache geht tagelang nur über so einen Scheiß diskutiert wird, ob da ein Finger zwei Zentimeter rausgeguckt hat oder nicht. Das. ist. einfach. nicht. wichtig.

  95. 97
    Thure says:

    Ich finde es herrlich. Ein Land steht vor dem Bankrott, Menschen vor einem Abgrund der ihr Leben war. Und die Leute regen sich über einen Mittelfinger auf von einem Mann der damals nicht im Amt war, es während eines fiktivem Beispiels machte und auf einen komplett anderen Zeitpunkt bezog. Und wer regt sich mit am meisten auf? Eine Zeitung namens „Bild“ die seit Monaten nichts anders macht als jeden einzelnen Griechen mit immer neuen Beleidigungen, Anfeindungen und Spitznamen fertig zu machen und Menschen gegen sie aufzuhetzen. Gratuliere.

    Man, ich würde alles dafür geben in den letzten 48 Stunden der Menschheit dabei zu sein. Wahrscheinlich würde man dann über einen Saltos schlagenden Pinguin sprechen weil es gerade das Wichtigste wäre.

    Es ist doch einfach der totale Irrsinn der gerade abgeht.

  96. 98
    Tuennes says:

    Jens Best, 96

    „Es gibt jetzt mehrere Sprachwissenschaftliche Analysen, die alle en detail aufzeigen, dass Varoufakis in seinen verbalen Äußerungen nicht den Finger gezeigt hat.“

    Und wie würden Sie das nennen, was er ab 43.30 von sich gibt? Das ist mit „Stinkefinger“ noch harmlos umschrieben. Er sagt vorher, man habe leider in Griechenland nicht wie Argentinien eine eigene Währung, deswegen könne man nicht selbst aus dem Euro aussteigen. Man könne aber – er nennt das Plan B – die Rückkehr der Drachme vorbereiten. Und dann sagen, passt mal auf, EU, wir zahlen nichts zurück. Dann müssten die einspringen oder riskieren, den Euro zu zerstören. Im letzteren Fall gehe man dann halt zur Drachme zurück.

    Das sagt der Mann, der mangelnde europäische Solidarität beklagt. Großes Kino.

  97. 99
    reinerw says:

    @JensBest
    „Es gibt jetzt mehrere Sprachwissenschaftliche Analysen, die alle en detail aufzeigen, dass Varoufakis in seinen verbalen Äußerungen nicht den Finger gezeigt hat.“
    Geben Sie es auf! Er hat definitiv – und noch viel Dummes dazu gesagt. (dies @Thure).

  98. 100
    Rode says:

    @Claus #97 Der Stinkefinger ist ein Beispiel dafür, wie mit einem (mutmaßlich) gefakten Video aus dem Zusammenhang gerissene Informationen dazu genutzt werden, den Finanzminister als Rüpel darzustellen und von den eigentlichen Problemen und der Sache abzulenken. Denn gerade Jauch zeigt mit seiner Videoauswahl, dass er die ganzen Probleme personalisieren und Varoufakis diskreditieren will, der ja nun wahrlich nichts mit der Verschuldungshöhe zu tun hat. Darum ist es von entscheidender Bedeutung, ob der Finger ein Fake ist oder nicht. Es sei denn, das Neo Magazin will uns darauf hinweisen, dass der Finger kein Rolle spielt. Das wäre aber doof, weil er mit dieser Geschichte jetzt der Bild und Spon in die Hände spielt, die nun stolz titeln, der Finger sei doch echt.

  99. 101
    zendolf says:

    @#96, Jens Best: Diese ’sprachlichen Analysen‘ sind, unvornehm gesagt, Müll!

    Eine korrekte Übersetzung der entsprechenden Sätze kann jeder Zehntklässler in zwei Minuten anfertigen. Wichtig ist in der Tat, was Varoufakis gemeint hat.

    Das ist eine Interpretationsaufgabe im Deutschen. Und dazu muss man sich einfach einmal die ganze Passage ansehen, vom Stellen der Frage über Varoufakis Fingerzeig bis zu seinen Ausführungen über Argentinien („Ich liebe sie dafür, dass sie dem IWF 2001 den Finger gezeigt haben“) und dem Ausblick, den er als Strategie für Griechenland gibt.

    Und dann kann man noch hinzunehmen, dass Varoufakis der linksradikale Finanzminister einer linksradikalen Partei mit einem linksradikalen Wahlprogramm ist, welches diese Partei offensichtlich durchziehen will.

    Ich verstehe nicht, weshalb man hier im Forum aus Varoufakis eine Art späten Joscka Fischer machen will. Angst vor den linksradikalen Griechen?

  100. 102
    Hans Lange says:

    Lieber Herr Niggemeier,

    das zeigt eine gewisse Größe, das so einzugestehen, dass man falsch lag, Finde ich gut.
    Sie haben die ganze Medienempörung mit angetrieben. Die Reue ist gut. Aber was ändert sich nun für Sie für die Zukunft? Ich würde mir etwas mehr Analyse und Sachlichkeit wünschen.

    Und nun machen Sie nicht gleich wieder alles kaputt mit Fragen wie unter 41. Das ist eine Suggestivfrage, da sie eine falsche Antwort unterstellt und Sie wissen es auch. Die Wahrheit ist, dass er damals den Mittelfinger gezeigt hat und es heute leugnet.

    Die Redaktion von Böhmermann hat das toll gemacht. Sie haben ja wirklich das Video gefälscht – nur das Falsche zum Echten erklärt. Chapeau. Die Figur Böhmermann hat das gut rübergebracht und alle sind ihm auf dem Leim gegangen. Was kann man also noch lernen. Es sagt nicht immer der die Wahrheit, der einem sympathischer ist. Und andersrum.

  101. 103
    Thure says:

    @reinerw
    Oh nein. Er zeigte den Finger und kritisierte etwas? Wie kann er es wagen!
    Sollte sich mal ein Beispiel an uns nehmen. Weil wir Deutsche uns ja sonst nur liebevoll und komplett unvoreingenommen über das Ausland äußern. Niemals nicht würden wir uns schlecht über die Pleite/Raffke/Lügen-Griechen äußern oder ihnen lächerliche Sachen sagen wie das sie gefälligst ihre Inseln verkaufen sollten. Wobei das ja gar nicht nötig ist da der Durchschnitts-Grieche ja sowieso reicher ist als ein Deutscher. Und wir würden auch nicht bei einem schweren Problem lieber auf ein vollkommmen lächerliche Nebensächlichkeit die vor Jahren stattfand ablenken und damit gegenseitigen Hass schüren. Denn wir wissen ja das Hass immer perfekt zur Problemlösung und Zusammenarbeit ist. Man, Griechenland geht Pleite und Menschen stehen vor dem nichts…aber hauptsache wir haben Gewissheit…er zeigte uns den Finger….vor Jahren…als er nicht im Amt war. Gratuliere. Jetzt bitte auf die Schultern klopfen – das Mysterium wurde gelöst und alle Probleme sind damit aus der Welt.
    Denke mit diesem zweiten Beitrag reicht es mir wirklich zu dem Thema. Und ja wer es nicht gemerkt hat…ich finde es wirklich lächerlich.

  102. 104
    Claus says:

    @Rode #101
    „Der Stinkefinger ist ein Beispiel dafür, wie mit einem (mutmaßlich) gefakten Video aus dem Zusammenhang gerissene Informationen dazu genutzt werden, den Finanzminister als Rüpel darzustellen und von den eigentlichen Problemen und der Sache abzulenken.“

    Das Ablenken funktioniert aber nur, weil Jauchs Redaktion offensichtlich davon ausging, dass sich Medien und Politik durch so etwas Banales von den eigentlichen Problemen ablenken lassen.

  103. 105
    JUB 68 says:

    Beim digitus impudicus
    Ist mit“lustig“ wirklich Schluss.
    Zumindest gilt das hier zu Lande,
    Es ereifert sich die Bande
    Vom Bauern bis zum Meistersinger
    Hassen sie den Mittelfinger.
    Was man dabei gern verschweigt,
    Wichtig ist auch, wer ihn zeigt.
    Bei Freunden wird man Spaß verstehen,
    Fremde will man hängen sehn,
    Am Ende kommt Herr Böhmermann
    Und brennt die Hütte richtig an.
    Staunend starren wir in’s Feuer,
    Ist das alles noch geheuer?

  104. 106
    Ronald says:

    @JUB68

    Danke für das Gedicht, dieses breite Grinsen hab ich gebraucht :D

  105. 107
    someonesdaughter says:

    @72: „Und ‚doctored‘ heißt auch ‚gefälscht‘ — in diesem Zusammenhang sogar nur ‚gefälscht‘, da mögen sich Anglisten ohne Sprachgefühl („tatsächlich hat Varoufakis vermutlich gemeint…“) noch so sehr ins Zeug legen.“

    Am besten stampfen Sie noch mal feste mit dem Fuß auf, um überzeugender zu wirken. Wer Ihnen die Allmacht verliehen hat, zu entscheiden, welche Bedeutung hier die einzig richtige sei, frag ich lieber erst gar nicht, erlaube mir nur darauf hinzuweisen, dass das, was Sie da in Ihrem Beitrag als Zitat ausgeben:

    („tatsächlich hat Varoufakis vermutlich gemeint…“)

    definitiv eine astreine Zitat-Fälschung ist.

  106. 108
    someonesdaughter says:

    @100: „Geben Sie es auf! Er hat definitiv — und noch viel Dummes dazu gesagt. (dies @Thure).“

    Definitiv, natürlich. Pst, ich verrate Ihnen jetzt was: Er _Ihnen_ den Finger gezeigt. Ja nur Ihnen, nur Sie höchstpersönlich waren gemeint. Definitiv. Das geht aber erst übermorgen über die Ticker, noch haben Sie es exklusiv. Definitiv.

  107. 109
    weizenkeim says:

    ok. angenommen, varoufakis macht einem journalisten/satiriker das unvorhersehbare Geschenk, bei Jauch eine eindeutige Szene in einem Video zu leugnen und dem satiriker einen unglaublichen stunt zu ermöglichen.

    dieser satiriker schafft es mit seiner Redaktion innerhalb weniger Tage (genauer im Zeitraum von Sonntag nacht bis Mittwoch abend) diesen stunt zu schreiben, zu recherchieren, die aufwendigen Manipulationen zu erstellen UND das making of zu produzieren?

    halte ich nicht für möglich. der Finger ist der Fake. verstehe die Stellungnahme des ZDF nicht.

  108. 110
    weizenkeim says:

    danke rode #92 für den Hinweis auf die zdf PM. diese pm besteht ja wirklich nur aus wenigen Sätzen aus denen keineswegs der fake des fakes hervorgeht.

  109. 111
    Christian Lukas says:

    Jan Böhmermann hat uns heute den Mittelfinger geschenkt. Er war schon immer da, aber erst er hat den Wert des ausgefahrenen Mittelfingers als Diskussionshelfer vor Augen geführt. Nie wieder wird man den Mittelfinger als Stinkefinger diffarmieren. Ab heute ist er der Böhmermannfinger. Ein Dankeswort: https://www.youtube.com/watch?v=Fe2YGgi1Ihk&feature=youtu.be

  110. 112
    Hans Lange says:

    @weizenkeim: Natürlich ist das möglich. Und geschehen.

    Unglaublich, dass das einige immer noch nicht glauben.Und hier tummeln sich ja eher Gebildete und Medienaffine, wie man u.a. an der meist korrekten Rechtschreibung erkennen kann.

    Die Manipulation ist ja auch nach der Aufdeckung gar nicht mehr wegzukriegen. Warum? Weil sich die Leute ungern eingestehen, sich getäuscht zu haben. Ging halt alles ein bisschen schnell…

    Trotzdem schade, dass das ZDF heute schon kalte Füße gekriegt hat. Wäre schön gewesen, morgen noch die Zeitung online zu lesen.

  111. 113
    reinerw says:

    Die Varoufakis-Freunde hier verlieren ja zunehmend die Nerven. (Kann ich verstehen – wer solche Freunde hat, braucht keine Feinde mehr).

  112. 114
    Ck says:

    Hier geht es um Medien, nicht Varoufakis.

  113. 115
    weizenkeim says:

    @Hans Lange

    sie postulieren hier so einfach „und das ist auch geschehen“. Wenn Sie so sicher sind,den totalen Durchblick zu haben – dann ist ja gut. gratuliere.
    ich habe weder von böhmermann in den 56 youtube Sekunden noch in der PM vom ZDF den fakefake irgendwie eingeräumt gesehen. es machte auch keinen Sinn, Jauch nachträglich die Glaubwürdigkeit wieder zu geben. warum dann das ganze?

    ihr rechtschreibhinweis ist peinlich. finden sie nicht. ich schreibe übrigens mobil.

  114. 116
    Rode says:

    @Claus #106
    Zitat: „Das Ablenken funktioniert aber nur, weil Jauchs Redaktion offensichtlich davon ausging, dass sich Medien und Politik durch so etwas Banales von den eigentlichen Problemen ablenken lassen.“

    Es geht m.E. vor allem darum, das Publikum, die Zuschauer und späteren Bild- und Spon-Leser etc. abzulenken. Wobei ein Stinkefinger in unserer Medien-Kultur immer eine unangemessene Leistung in einer sachlichen und vor allem öffentlichen Diskussion ist. Der Stinkefinger zeigt, dass man sich abschottet, zu keiner Diskussion bereit ist. Dass das Ablenken auf den Stinkefinger in der Öffentlichkeit funktioniert, beweisen Bild etc. und die Kommentarspalten in den Foren fast jeden Tag. Es funktioniert, weil es beleidigt, in diesem Fall „Die Deutschen“. Und wer will sich schon beleidigen lassen. – Es ist ein einfaches Mittel der Propaganda: Man bewerfe eine Person nur lange genug mit Dreck, irgendwas wird schon haften bleiben. (Menschen, die sich gedanklich dem suggestiven Kollektiv ‚deutsch‘ entziehen können, sind hier nicht gemeint, sind aber in der Regel in der Unterzahl).

  115. 117
    weizenkeim says:

    gut, der stunt funktioniert auch wenn der stinkefinger echt ist und die anderen Versionen die fakes.

    ich halte die dafür notwendigen vielfältigen Planungen und Manipulationen in der kurzem Zeit in dieser qualität nicht für möglich.

  116. 118
    TangoZulu says:

    Wackere Mitdiskutanten: In den 60er Jahren hätte man das vielleicht ein „Happening“ genannt. Und mich beeindruckt, dass ausnahmslos alle ihr Fett weggekriegt haben. Auch die, einschließlich meiner, deren Attitüde sie auf der sicheren Seite wähnte.

  117. 119
    zendolf says:

    @#109, someonesdaughter: Ok, zugegeben, tatsächlich heißt es vermutlich:

    „[…] und tatsächlich bezeichnet er vermutlich nicht den gezeigten Mittelfinger selbst als gefälscht […]“

    Tut mir leid, Böhmermann hatte sich in meinen Rechner gehackt.

  118. 120
    Sarina says:

    @Tuennes et. al.

    Es muss Ihnen nicht gefallen, was Varoufakis sonst noch so sagt. Wenn Sie Ihre Meinung noch mit Argumenten unterfüttern, die über „dumm“, „Skandal“ hinausgehen, dann wären wir jedenfalls endlich weg von dieser Varoufakis-hat-vor-zwei-Jahren-gesagt-was-er-vor-fünf-Jahren-wenn-und-dabei-die-Hand-und-überhaupt-Pseudodebatte und endlich wieder bei der Auseinandersetzung über Inhalte und Standpunkte. Und Jauch könnte ganz in Ruhe weiter empört gucken.

  119. 121
    gerrit says:

    @62. Egal, was Sie behaupten oder widerlegen wollen. Auf diesem Blog gibt es keine schlechtere Referenz als locus online….

  120. 122
    Hans Lange says:

    @117 weizenkeim:

    Niemand hat den totalen Durchblick oder immer Recht. Da stimme ich Ihnen zu.
    Das ZDF hat auch nicht explizit gesagt, dass der Finger das Original und die Hand der Fake ist. Da stimme ich Ihnen auch zu.
    Sie fragen nach dem Sinn des Ganzen: Es geht nicht um die Wiederherstellung der Glaubwürdigkeit von Herrn Jauch. Auch da sitmme ich Ihnen zu. Es geht um 2 Dinge:

    1. Den Medienjournalisten einen Spiegel vorzuhalten, die sich gern unangemessen über etwas empören, wo auch weniger Aufregung gereicht hätte. Und denen, die sich lieber mit sich selbst – also den Medien – befassen also mit den eigentlichen Nachrichten. Ist gelungen.

    2. Varoufakis einen Spiegel vorzuhalten:

    Böhmermann hat in seinem Fakefake gesagt, dass Varoufakis Unrecht habe mit dem gefälschten Video. Stimmt. Er hat gesagt, dass er das Video gefälscht habe. Stimmt auch. Er sagt nur nicht, dass er das Original zur Fälschung erklärt hat. Wie Varoufakis.

    Das war die Falle, in die alle hineingetappt sind. Auch Varoufakis selbst. Weil er sich für die Unterstützung und Aufklärung bei Böhmermann bedankt und das benutzt, um Jauch erneut anzugreifen. Auf diese Weise hat Böhmermann einen griechischen Politiker vorgeführt – und fast schon Politik gemacht.

  121. 123
    Tuennes says:

    Sarina, 122:

    „Varoufakis-hat-vor-zwei-Jahren-gesagt-was-er-vor-fünf-Jahren-wenn-und-dabei-die-Hand-und-überhaupt-Pseudodebatte“

    Das kann nur schreiben, wer das Video nicht zu Ende gesehen hat. Er spricht nachher nicht davon, was man 2010 hätte tun sollen. Sondern darüber, wie man so etwas grundsätzlich angehen müsse. Sein Plan B: langsam parallel die Drachme wieder vorbereiten, dann die Euroländer vor die Wahl stellen: Hilfe – oder den Euro scheitern lassen, und im schlechtesten Fall dann zurück zur Drachme.

    Das alles galt 2013 während seines Statements noch. Nun sind zwei Jahre vergangen, der Mann ist Finanzminister, da wäre es töricht, eine solche Aussage zu ignorieren. Ich bin mir sicher, Sie würden das bei einem Politiker, der Ihnen nicht gefällt, ähnlich sehen.

  122. 124
    Bernd Paysan says:

    Die ganze Recherche stinkt immer noch. Man kann so ein Internet-Video nicht durch bloßes Angucken als Wahrheit oder Fälschung entlarven. Leute, das Video ist erst am 12.2.2015 hochgeladen worden, im Gegensatz zu den ganzen anderen Videos von der Konferenz, die am 17., 18. Mai 2013 hochgeladen wurden.

    Also: Das erste, was man als Forensiker tun muss, ist das Original finden. Von mir aus auf der Platte von dem, der die Videos damals gemacht hat. Ich mach‘ auch so Konferenzvideos, ich werfe die Originale von der Kamera nicht weg, die wären bei mir also zu finden. Wenn man das Original hat, dann muss man nicht lang diskutieren, wer hat was wann wie gefaked.

    Und zur Timeline: Der Böhmermann *ist* im Februar auf den Varoufakis-Zug gesprungen, und hat das „V for Varoufakis“-Video gemacht. https://www.youtube.com/watch?v=Afl9WFGJE0M

    Da ist ganz hinten die Stelle mit dem „and stick the finger to Germany“. Ohne dieses Video hätte niemand bei der Blöd diese Stelle gefunden.

    Für mich ist die Sache deshalb zumindest in so weit klar, als dass Böhmermann das im Februar geplant hat: Er hat die Finger-Geste so präsentiert, damit jemand von den großen drauf anspringen wird. Im Zuge dessen hat er zumindest durch ein erneutes Hochladen des Films dafür gesorgt, dass eine Manipulation durch ihn nicht ausgeschlossen werden kann (was man könnte, wenn der Film am 17. oder 18. Mai 2013 hochgeladen worden wäre).

    Er möchte mit seiner Aktion *auch* auf etwas anderes hinaus, nämlich auf eine Kritik an diesem Schreibtisch-Journalismus (sagt er ja mit „hätte mich ja jemand anrufen können“). Alle gucken sich diese Videos vom Schreibtisch aus an, und bilden sich dann eine Meinung. Niemand redet mit den Leuten, die dahinterstehen. Es fehlt das Prinzip der „Primärquelle“. Die Daten im Netz sind nicht authentisch. Das ist ein Grundproblem im Netz. Und weil die Daten selbst nicht authentisch sind, muss man doch zu den Leuten, die sie dort ‚reingetan haben.

    Eines ist ganz sicher klar: Böhmermann hat in satirischer Überspitzung gezeigt, wie man Videos manipulieren kann. Das stimmt ganz sicher. Diese Aussage wird nicht falsch, wenn er das gezeigt hat, indem er vor 5 Wochen ein von ihm manipuliertes Video ins Netz gestellt hat, und dann bis zum Jauch warten musste, bis jemand das groß thematisiert. Die Frage ist nur, ob er hinterher draufgesprungen ist, oder ob er das vorbereitet hat.

    Und das kann man nicht so klären, wie ihr das macht. Das ist komplett offen. Die Sendung ist auf alle Fälle eine Satire-Sendung, und thematisiert die Authentizität von Internetvideos. Und in diesem schönen überspezifischen, und sehr humorvoll formulierten Dementi kann schon wieder jeder seine Wahrheit so finden, wie er gerade lustig ist.

    Merke: Wahrheit findet man nicht durch Interpretation, sondern durch Forensik.

  123. 125
    weizenkeim says:

    #124 Hans Lange.
    ja, verstehe ich. ich finde es nur nicht rund:
    wie erklärt man die Timeline, zb warum gab es upload-Bewegungen am 15.2. auf dem youtube-Kanal? oder das schon vor zwei tagen im guardian guardian ein Kameramenschsich äußert?

    man konnte die Reaktion varoufakis‘ doch nicht vorausahnen und die story in dieser Perfektion vorbereiten??!

    genial. so oder so.

  124. 126
    weizenkeim says:

    @127 Bernd paysan.
    sie haben das für mich fehlende Puzzlezeil gefunden:
    das musikvideo.

    jetzt ists klar!

  125. 127
    Tuennes says:

    Bernd Paysan, 127

    Danke! Gelungene Satire! Wurde auch Zeit, endlich mal einen Blogkommentar zu faken. Besonders der letzte Satz ist ein Treffer.

  126. 128
    Matt says:

    Wie Stefan Niggemeier hätte ich mir gewünscht, das Fingervideo wäre tatsächlich Boehmermann’s Werk … diverse Talkshow-Praktiken wären damit zurecht auf Jahre diskredidiert.

    Hättewärewenn. Jetzt ist nur noch Schadensbegrenzung. Lässt sich aus der aktuellen Situation noch was Nützliches basteln? So, dass in Zukunft trotzdem niemand mehr den Stinkefinger einer öffentlichen Person für eigene Zwecke instrumentieren kann? Mit der aktuellen Viralität der Varoufake-Story geht da vielleicht was.

    Ideen willkommen, hier meine: eine crowdfunding-finanzierte Varoufake-Stiftung, die (1) kostenlos einen Stinkefinger in alle eingesandten relevanten Videos hinein-retouchiert und (2) behauptet, alle (echten und selbst gefakten) Stinkefinger-Stellen in Videos gefakt zu haben. Damit kann dann in Zukunft jeder den Stinkefinger zeigen und danach behaupten, der sei gefakt. Plausible deniability durch Video-Meme :P

    Das Ende der Stinkefinger-Diskussionen wird dann der Neuanfang eines soliden öffentlichen Diskurses. (Ja, ich bin Idealist. Denn sonst wäre ich Zyniker. Sagt Varoufakis.)

    Aber Macht das alles Sinn? Oder wird es mit einer Varoufake-Foundation alles noch schlimmer für die Wahrheitssuche? Sagt mal. Oder probiert es direkt aus, ich spende auch was.

    P.S.: Gerade nochmal gezweifelt ob ich das poste. Dann das hier gesehen http://www.bildblog.de/63553 . Liebe BILD, so nicht.

  127. 129
    GerhardS says:

    Das Wertvollste, was Böhmermann, der sich in seinen Statements eindeutig gegen die ekelhaften und völkerverhetzenden Manipulationen von Günthers Jauche-Sendung und den geifernden deutschen TV-Michel wendet, wenigstens für mich erreicht hat, ist folgendes:
    Man kann jetzt in jedem Internetforum bei jedem Blogschreiber zum Thema und bei den mehr oder minder schon aus vielen Kommentaren bekannten sich dazu äußernden User besser die Spreu vom Weizen trennen. Man erkennt jetzt deutlich genauer den einen oder anderen Pappenheimer.
    Stefan Niggemeier und glücklicherweise viele andere Kommentatoren hier gehören eindeutig zu denjenigen, die Durchblick und Redlichkeit vereinen.
    Bei den Griechen-Bashing-Pappenheimern, die nicht in der Lage oder nicht Willens sind, die Meta-Ebene dieses Lehrstücks zu überblicken, kann man bei den einen nur Mitleid empfinden, weil sie sich nicht der Mühe unterziehen, sich darum zu kümmern, dass sie sich nicht selbst betrügen.
    Die anderen Griechen-Basher, die sehr wohl den Original-Fake (die bösartige Kontextentstellung) der Jauche-Sendung durchblicken, kann man nur als ideologisch erstarrt bezeichnen. Wenn ich mir den einen oder anderen davon anschaue, sind das bezeichnenderweise, ohne dass man sich darüber wundern müsste, genau die gleichen, die schon seit mehr als einem Jahr als „Medienverteidiger“ bei entlarvten Lügen und Verdrehungen zur Ukraine.Krise aufgetreten sind.

  128. 130
    user unknown says:

    Zuerst mal muss ich sagen, dass ich Jauch nicht geschaut habe, obwohl ich noch einen Fernseher habe (80cm Röhre).

    Dann bin ich auf Böhmermann reingefallen und habe mich köstlich amüsiert. Die kurze Zeitspanne hat mich auch glauben lassen, dass das stimmt.

    Im Massengeschmack.tv-Video ist mir zuerst aufgefallen, dass der Hintergrund links, in der Stinkefingerversion, fleckig ist, während es rechts ein recht homogon-matter Hintergrund ist. Das ist aber wohl eine Frage unterschiedlicher Kompression oder Videocodecs? In der Nebeneinanderstellung bei Böhmermann sehe ich nur matte Hintergründe.

    An dem Böhmermanndreh gefallen mir auch die vielen, nebensächlichen Details mit der Mitarbeiterin mit dem Draht nach Zagreb, und dass das Fingerdouble auch breit seine Meinung zum Besten gibt. Das ist schon sehr liebevoll gemacht und trug viel zur Glaubwürdigkeit bei.

    Die ganze Sache erinnert mich aber auch an den Skandal, der kurz bei Zapp thematisiert wurde, wo bei den Pressephotos des Jahres 20% in der vorletzten Runde disqualifiziert wurden, weil gefälscht – inszeniert oder unzulässig bearbeitet. https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/zapp/Manipulierte-Fotos-World-Press-Jury-siebt-aus,worldpressphoto108.html

  129. 131
    Tuennes says:

    GerhardS, 132:

    Alle, die anderer Ansicht sind als Sie:

    – ekelhaft
    – volksverhetzend
    – geifernd
    – Mitleid erregend
    – Griechen-Basher
    – ideologisch erstarrt
    – unredlich

    Mehr nicht? Dann geht’s ja noch. ;-)

  130. 132
    Else Kling says:

    Wie sich das ZDF gestern Abend und diverse MSM im Irrtum auf dieser Seite aalen.

    Dubios: „Robert King“ (Bild.de Creativ Video Director) als Mitarbeiter des Monats in der „Neo Magazin Royal“ Sendung 30:09 http://www.zdf.de/ZDFmediathek/#/beitrag/video/2358492/NEO-MAGAZIN-ROYALE-vom-193.2015

  131. 133
    Stefan Kuzmany says:

    Echt jetzt, nochmal „Medienmeute“?

  132. 134
    Inside Job says:

    Wie jetzt, ein Bild und NEO Mitarbeiter „fingert“ und „doktort“ irgendwie an irgendwelchen Videos rum und soll selber dann die Echtheit verifizieren?

  133. 135
    DasKleineTeilchen says:

    @133: das „originalvideo“ sieht deshalb fleckig aus, weil in der jauch-sendung n vintage-filter drüberliegt, mit der kompression hat das garnichts zu tun (warum massengeschmack.tv ausgerechnet dieses video der jauchsendung als vergleich nimmt, erschliesst sich mir eh nicht).

  134. 136
    DasKleineTeilchen says:

    @BerndPaysan127: genau das war auch mein gedanke, böhmermann hat im februar einfach darauf spekuliert, daß *irgendeine* redaktion auf die letzten 10 sekunden seines musikvideos anspringen würde. wenn nichts passiert wäre, hätte es den aktuellen beitrag halt einfach nicht gegeben. daß hier im thread die rolle der organistoren des subversive-festivals nicht mal erwähnt werden, ist seltsam genug.

    disclaimer/ sicher bin ich mir nicht die bohne, aber der resultierende clusterMindfuck ist unterhaltsam genug XD

  135. 137
    Raoul says:

    Knappe 400 Kommentare zu diesem und dem letzten Beitrag. Da das hier also eh niemand liest: Respekt, Böhmermann! Ohne die Bumsbuchtante hast du’s dann halt einfach drauf. Geile Verlade!

  136. 138
    TangoZulu says:

    @55daste, @136Stefan Kuzmany: Danke für das Insistieren, ich finde auch: Der kollektivierende Pejorativ sitzt grad‘ etwas locker. Vielleicht findet der Hausherr eine Position dazu, wenn sich der Pulverdampf verzogen hat.

  137. 139
    testkaninchen says:

    Alles nur Fake, hier ist die Stellungnahme Stellungnahme des Cutters von Jan Böhmermann (via Nerdcore): https://www.youtube.com/watch?v=MGzh5_KT3R4

    mal schauen ob hier das einbetten funktioniert:

  138. 140
    heike janssen says:

    Man sich ja auch mal fragen, wieso Jauch so ein Video unbedingt benötigt, ausser zum Krawallmachen. Es stammt aus einer Zeit, in der Varoufakis kein Minister war. Und das Zitat ist aus dem Zusammenhang gerissen.

  139. 141
    reinerw says:

    @143:
    Schauen Sie sich das Video an; hier wurde nichts „aus dem Zusammenhang gerissen“. Das Beunruhigende ist, dass V. heute genau das zu machen scheint, was er damals vorschlug: Die Lösung der griechischen Finanzkrise ist kein Problem für Griechenland sondern unser Problem. (Irgendwie hat er ja recht)

  140. 142
    Thomas says:

    Das einzig Erschütterne ist, das ein Infantiler wie Böhmermann, der hervorragend zum Verdummungssender ZDF paßt, es noch besser als Jauch schafft, die eigentlichen Fragen und Themen zu verdrängen.

  141. 143
    Sarina says:

    @126 Tuennes

    Man kann also dieses Fingergate mit angeschlossener Hetze nur unsäglich finden, wenn man das Video bis zum Ende schaut?

    Weder habe ich gesagt, dass mir Varoufakis gefällt noch das, was er sagt. Auch habe ich überhaupt nichts dagegen, wenn Sie Gründe dafür haben, seine Position nicht zu teilen.

    Was mir definitiv nicht gefällt, ist, wenn Zusammenhänge verfälscht werden, um eine bestimmte Wirkung zu erzielen.

    Wenn Sie (und andere) darauf hinweisen, was Varoufakis außerhalb dieser einen Szene äußert, dann empfinde ich diese Hinwendung auf Inhalte als höchst angenehm (unabhängig von meiner eigenen Position in der Sache), denn ja, diese Stinkefingerdebatte ist pseudo und manipuliert, sonst nichts.

  142. 144
    Dunja says:

    Ich habe nach dem Original-Video gesucht und es auch gefunden….es wurde von Skripta TV am 12.2.15 eingestellt. https://www.youtube.com/watch?v=MEUWxNifJJ8
    Seltsam ist das Einstelldatum, warum erst jetzt 2 Jahre später wo doch die anderen Beiträge immer zeitnah hochgeladen wurden für die Öffentlichkeit ?
    Inzwischen ist der Beitrag editiert worden und Skripta TV gibt als Grund fürs Zurückhalten fehlende Mittel in 2013 an. Fehlende Mittel um ein Video möglicherweise zu konvertieren und dann in youtube hochzuladen? Als ich vor einigen Tagen nach dem Video im Archiv der Subversive Festival Seite suchte, fand ich gerade dieses Video nicht ..aber irgendwo im Inneren eine Meldung, daß sich das Team verabschieden muss, mit bedauernden und ungläubigen Kommentaren darunter ( leider nicht gespeichert). Nun ist alles auf der Seite gesperrt. Meine Fragen wären….was steckt hinter dieser Schliessung eines Bereichs von subversive festivals, warum war dieses Video bisher nicht einmal auf ihrer, der Urheberseite zu finden? Welche Rolle spielt Alessandro Prete, der Kameramann? Natürlich ist es möglich, daß dies alles nur ein blöder Zufall ist und der sog Stinkefinger ( der uns von Steinbrück einen ganzen Wahlkampf hindurch gezeigt wurde) beim konzentrierten Schauen zufällig entdeckt wurde. Aber da in diesen Tagen die Pferde vor der Apotheke Schlange stehen…. etwas Recherche wird uns schon nicht schaden :-)

  143. 145
    Pepito says:

    @Jens Best, #96 (und andere)
    Keine Ahnung, was für sprachwissenschaftliche Analysen Sie da meinen.

    Nochmal: Varoufakis hat dargelegt, dass Griechenland im Jahre 2010 – nach Ausbruch der Krise, aber vor diversen Hilfspaketen – Deutschland (bzw. der dort ansässigen EZB) hätte „den Finger zeigen“ und sinngemäß sagen sollen, „seht zu, wie ihr das Problem alleine löst“. Kurz darauf lobt er Argentinien dafür, gegenüber dem IWF so verfahren zu sein, ebenfalls mit entsprechenden Formulierungen. Aus beidem spricht die Haltung bzw. Strategie, eine nicht rückzahlbare Schuld als (Haupt-)Problem der Gläubiger anzusehen. Das kann man als richtig oder falsch, clever oder unverantwortlich und unmoralisch, als im besten Interesse Griechenlands ansehen oder auch nicht. Jedenfalls war und ist dies Varoufakis‘ Standpunkt zur besten Option für Griechenland im Jahre 2010 – nämlich den Finger zu zeigen.
    Was für Verwirrung und den Anschein sorgt, er habe etwas anderes, jedenfalls dies gerade nicht gewollt, ist die Sache mit den Pesos und der Drachme. Er hätte gewollt, dass Griechenland so wie Argentinien „den Finger zeigt“ (was er als „the first half“ bezeichnet), aber anders als Argentinien nicht eine (neue) eigene Währung abwertet („the other half“), sondern im Euro bleibt. Dies begründet er damit, dass in Argentinien die Banken und die Bürger den Peso gehabt hätten, während in Griechenland eine (Wieder-)Einführung der Drachme mehrere Monate in Anspruch genommen hätte.

    Varoufakis‘ Aussagen wurden also mitnichten „fast ins Gegenteil verdreht“. Prinzipiell waren und sind diese Aussagen von ihm auch durchaus von Interesse und es ist völlig richtig (besser gesagt: wäre richtig gewesen), dass man ihn auch heute noch mit seinen (dankenswert deutlich zum Ausdruck gebrachten) Thesen, seiner Haltung und seinem Auftreten gegenüber Deutschland und anderen EU-Staaten konfrontiert und ihn nicht bloß ausgiebig und blumig über europäische Zusammenarbeit und unbedeutende Liquiditätsprobleme schwadronieren lässt. Er hätte die Gelegenheit gehabt, dazu Stellung zu beziehen und das kleinkarierte Rumreiten auf einem aus dem Zusammenhang gerissenen (aber tatsächlich gezeigten) Finger einordnen können, hat diese Gelegenheit aus was für Gründen auch immer (Überrumpelung, Erinnerungslücken, Abwehrinstinkte) aber nicht genutzt. In jedem Fall ist aber so eine im Raum stehende Aussage und Geste eines amtierenden Finanzministers erklärungsbedürftig, auch wenn sie zwei Jahre alt ist. Wir würden nicht anders verfahren wollen, wenn von einem unserer Amtsträger beispielsweise rassistische oder sexistische Äußerungen auftauchen würden, selbst wenn sie aus seiner/ihrer Studienzeit stammen würden. Warum sollte man einfach stillschweigend unterstellen, dass sich seither etwas wesentlich daran geändert hat? Und das Varoufakis-Video hat auch definitiv eine andere, sachnähere Qualität und Relevanz als all der Quatsch um sein Motorrad und seine Hemdkragen. Ich meine sogar, es wäre falsch gewesen, dieses einer weiten Öffentlichkeit ja bereits bekannte Video gänzlich auszusparen. Das hätte für die „Ich-Informiere-Mich-Nur-Noch-Im-Netz-Weil-Ich-Den-Lügenmedien-Nicht-Traue“-Fraktion wieder so ausgesehen, als habe man ihr im „Staatsfernsehen“ etwas bewusst vorenthalten wollen („Zensur!“), damit bloß keine Zweifel aufkommen, dass „ihr“ Geld zur „Rettung“ Griechenlands richtig angelegt wird.

    Auch die vielgescholtene Jauch-Redaktion möchte ich etwas in Schutz nehmen. Den Einspieler als solchen fand ich jetzt auch noch nicht problematisch, soweit(!) es darum ging, Varoufakis als fachkundigen, aber auch polarisierenden Typen und als Freund klarer Worte zu porträtieren. Nicht zuletzt auch deshalb, weil das Auftreten von ihm selbst und seiner Regierung anscheinend europaweit als problematisch wahrgenommen wird und so einer Lösung der Krise eher schadet als dient. Und zur Illustration(!) der Aussagen zu griechischen Selbstbewusstsein und klaren Aussagen in Richtung Deutschland im Allgemeinen war das Video auch nicht ungeeignet, denn darin kommt wohl unzweifelhaft eine solche Haltung zum Ausdruck.
    Hinzu kommt: unabhängig(!) vom Video ist die Frage, wie in Griechenland und innerhalb seiner Regierung über ein Land, dessen Steuergelder in Milliardenhöhe „im Feuer“ stehen, gesprochen wird durchaus relevant. Da spielen Fragen, in welcher Form da gebeten, gefordert, geschätzt oder bedankt wird, durchaus eine Rolle. Die Signale, die da aus Griechenland kommen, sind da gelinde gesagt etwas vieldeutig, wenn auch nicht unbedingt (nur) in diesem berühmten Video. Es ist der Job sowohl von Varoufakis, als auch von deutschen Politikern und Medien den Deutschen das zu erklären.
    Dies alles: einerseits.

    Andererseits: nicht in Ordnung war eindeutig, wie Jauch selbst mit seinen Sätzen vor und nach dem Video dieses in einen anderen Kontext eingebettet hat, nämlich in das (natürlich sonst auch thematisierungswürdige) Narrativ „Deutschland („wir!“) zahlt und wird dafür auch noch angefeindet!“. Diese Wirkung entsteht für mich vor allem durch Jauchs Anmoderation des Clips und seine überleitende Frage an Varoufakis. Und weil dieses Narrativ aber auch ohnedies schon im diskursiven Raum steht, hätte eine Kenntlichmachung des Kontextes über die Einblendung „Mai 2013“ hinaus durch die Redaktion auf jeden Fall auch erfolgen müssen. Ich glaube, Jauch und seine Redaktion haben die symbolische Sprengkraft dieses Ausschnitts schlicht völlig unterschätzt.

    Was bleibt also: das Varoufakis-Video ist in Bild und Ton (vermutlich) echt, es ist in jedem Fall relevant und hat mehr mit dem Thema zu tun, als es so manchem lieb zu sein scheint. Das hat mit einer diskreditierenden Schmutzkampagne oder „Hetze“ erst mal wenig zu tun. Man hätte es allerdings mit den richtigen thematischen und zeitlichen Zusammenhang stellen müssen. Das Video taugt als Aufhänger für vieles, was interessant gewesen wäre, aber eben nicht als direkter Beleg für unverschämtes Auftreten Griechenlands angesichts deutscher Milliarden-„Rettungspakete“.

    So, das musste mal raus. Ich hoffe, hier bleibt nach unten noch etwas Platz für andere übrig?

  144. 146
    Tuennes says:

    148

    Es ist beeindruckend, wie sehr viele Leute so gerne an der Möglichkeit festhalten würden, der Stinkefinger sei doch nicht echt gewesen. Aber warum?

    Weil man nichts unversucht lassen möchte, das eigene Weltbild zu stabilisieren.

    Joachim Huber charakterisiert die Haltung vieler Böhmermann-Fans (recht humorlos) im Tagesspiegel so:

    “ Sind alle Spießer, alle doof, die Jauch-Gucker. Böhmermänner und Böhmerfrauen gehören selbstverständlich nicht dazu. Das sind aber ganz coole Checker.“

    Ich fürchte, da ist was dran. Ähnlich war es bei dem „Fake-fake“ Bahnjob-Pofalla-SPON (auf den recht prominent damals Jan Böhmermann hereingefallen ist). Der Wunsch, die etablierten Medien könnten sich geirrt haben; die nahezu geifernde Begeisterung darüber, es den „Deppen“ mal richtig zu zeigen, mag bei nicht wenigen damals wie heute eine große Rolle gespielt haben.

    Das sind keine Motive, auf die man stolz sein könnte.

    Immer wieder und regelmäßig erschafft sich die Gesellschaft neue Heldenfiguren, bei denen alles, was nicht stimmig ist, gern ausgeblendet wird. Für die Konservativen war das der Herr zu Guttenberg. Für die Linke ist es seit einiger Zeit Varoufakis, coole Sau, aber vermutlich mit ähnlichem Talent zum Blendwerk ausgerüstet wie Guttenberg.

    Böhmermann gehört in gewisser Weise auch dazu – obwohl er ja mit seinem jüngsten Scherz vor allem die bloßgestellt hat, die ihm blindlings auf den Leim gegangen sind. Selbst das wird ignoriert, man bedankt sich artig für den pädagischen Zingerfeig und fängt sogleich wieder an, die etablierten Doofen (Jauch, Bild) zu beackern. Als ob nichts geschehen sei.

    Im Grunde sind wir Menschen alle gleich. Es gibt keinen wirklich großen Unterschied zwischen Jauch-Zuschauern und Bild-Lesern einerseits und dem Großteil ihrer Kritiker andererseits. Alle glauben gerne das, was sie glauben wollen. Alle sind zu faul, sich selbst hin und wieder mal kritisch zu hinterfragen.

  145. 147
    Dunja says:

    Sorry, ich habe einen Fehler gemacht : Alessandro Prete war NICHT der Kameramann…er hat nur einen Auszug von 6 min auf seinem Kanal hochgeladen . Was ich nicht ganz verstehe…warum klärt Varoufakis die Situation nicht auf? Da dieses Video nie veröffentlicht wurde, hat er selber es gar nicht gekannt. Daher kam möglicherweise seine Überzeugung, daß der Finger gefaked war. Er hat ja während seines gesamten Auftritts sehr mit den Händen geredet, dieser Finger war ja gar nicht demonstrativ, sondern den Wortlaut untermalend. Was ist dann mit Steinbrück? Das war würdelos. Was ist mit dem meist Hand-in-der-Hosentasche amerik. Präsidenten Obama, der sich immer catwalkmässig zu den Mikros schiebt? Welch ein Irrenhaus produziert der Springer Verlag und andere Vasallen hier in Deutschland eigentlich? Die Bild sollte wegen Volksverhetzung angeklagt werden, aber dafür sind sie wohl momentan zu mächtig. Die FBI Agentin, die Cuspert als Liebesfalle diente ( welch eine Story) kennt ja auch nur die BamS, da die amerikanischen „Sicherheitskräfte“ sich anscheinend nur diesem Medium öffnen. Ausserdem sitzen ihre eingerittenen Reporter mittlerweile täglich in Talkshows herum, um uns ihr Gift einzuträufeln. Wie stoppen wir Stürmer….äääh Springer ?

  146. 148
    reinerw says:

    @151: „Was ich nicht ganz verstehe…warum klärt Varoufakis die Situation nicht auf? Da dieses Video nie veröffentlicht wurde, hat er selber es gar nicht gekannt. Daher kam möglicherweise seine Überzeugung, daß der Finger gefaked war. Er hat ja während seines gesamten Auftritts sehr mit den Händen geredet, dieser Finger war ja gar nicht demonstrativ, sondern den Wortlaut untermalend.“

    Warum V. die Situation nicht klärt, trifft ja nicht den Kern der Sache; er hat den Sachverhalt ja sogar abgestritten. Und wie man zu der Auffassung, kommt, dass der Fingerzeig nur „untermalend“ war, erschließt sich mir auch nicht: Wort und Geste sind in perfekter Übereinstimmung; die Geste verstärkt den Inhalt des Gesagten.
    Ich kann auch nicht verstehen, wieso man da überhaupt noch die abenteuerlichsten Spekulationen anstellt, was den Wahrheitsgehalt des Videos angeht: Varoufakis hat in seiner Zeit bevor er Minister wurde eine ziemlich arrogante Aussage gemacht, wie Griechenland in der Krise von 2010 hätte handeln müssen; und man wird einfach den Verdacht nicht los, dass er heute als Minister genau nach diesem Plan agiert. Bis zum Beweis des Gegenteils, wird er diesen Verdacht nicht mehr los. Deshalb ist auch die Aufregung um den Stinkefinger völlig angemessen.

  147. 149
    Benjamin says:

    @Tuennes

    Du relativierst die Menschen. Das ist die Krankheit unserer Zeit. Wenn am Ende dieser Debatte das als einziges Ergebnis bei Dir bleibt ist das traurig. Aber auch das typische Ergebnis unserer Diskussionskultur im Internet. Das war mal anders und kann es auch wieder werden.

  148. 150
    gebimmel says:

    @152: Das ist aber eine schon eher gewagte Argumentation: Die Aufregung über den Stinkefinger ist angemessen, weil er in der Zeit, bevor er Minister wurde, eine arrogante Aussage gemacht hat, die den Verdacht aufkommen lässt, dass er auch heute nach genau diesem Plan agiert. huihuihui.

  149. 151
    Dunja says:

    @reinerw
    Empfindest Du diese Fingergeste wirklich als beleidigend für Deutschland?
    Was war denn mit Steinbrück, der der Wählerschar den Stinkefinger zeigte, das aber explizit so gewollt und auf dem Cover?
    Ich denke mal Du stehst voll hinter unserer Vasallenregierung und dem Gift, das sie in unsere europäischen Nachbarländer pumpen. Eines Tages, nachdem „wir“ die EU im Auftrag abgearbeitet und ausgeraubt haben, wird die gleiche Lupe unsere Korruptionen und Bilanzfälschungen zeigen. Nicht vergessen solltest Du auch, daß es mit dem Defizit Deutschlands anfing, daß die vorher ehernen Vereinbarungen der EU plötzlich nichtig waren.

  150. 152
    reinerw says:

    @154: Ich habe geschrieben, dass der Verdacht besteht, er handlee genau nach dem Konzept, dass er 2013 empfohlen hatte. Was ist daran unklar?
    @155: Man kann natürlich spekulieren, wen er mit „stick the finger to Germany“ konkret meint, interessiert mich aber nicht wirklich. Auf jeden Falll hat er signalisiert, dass er keinen Beitrag zur Lösung des Problems liefern will, sondern dass „wir“ das tun sollen.
    Und wenn Sie von „unserer Vasallenregierung“ sprechen: Ist das jetzt PEGIDA oder Linksaußen oder was. Bei Euch weiß man ja nie.

  151. 153
    HERDIR says:

    @ reinerw
    Auch wenn es Sie schockiert:
    Sie sind nicht wir und ich auch nicht … aber wie Sie schon schrieben: „Bei euch weiß man ja nie.“ …

  152. 154
    Pepito says:

    Sich über den Finger als „Beleidung gegen Deutschland“ aufzuregen ist nicht angemessen.
    Ihn als Ausdruck einer Haltung, mit der Finanzpolitik betrieben wird, zu thematisieren und zu problematisieren aber schon. Was soll denn sonst relevant sein, wenn nicht Äußerungen von Politikern über ihre Konzepte, die den Verdacht aufkommen lassen bzw. erhärten, dass sie auch heute nach genau diesen Konzepten agieren?
    Und warum sollte man von einem Politiker nicht erwarten können, dass ihm zu so einem Finger etwas Besseres einfällt als bloßes Abstreiten und Verschwörungsvorwürfe? Auch noch Tage danach?
    Hier hat sich keine „Seite“ sonderlich mit Ruhm bekleckert, aber das In-Schutz-Nehmen von Varoufakis und das Eindreschen auf Jauch/den Staatsfunk/den deutschen Michel/Kommentatoren hier nimmt bisweilen schon groteske Züge an. Ich frage mich, ob man bei vergleichbaren Clips und Zitaten anderer Politiker die gleiche Toleranz an den tag legen würde. Bei Jean-Claude Juncker zum Beispiel: http://de.wikiquote.org/wiki/Jean-Claude_Juncker
    Wird da auch immer der Zusammenhang vollständig mitgeliefert, wenn ein Zitat wie „Wenn es ernst wird, muss man lügen“ herangezogen wird, um seinen Politikstil zu beschreiben? Und würde man einem Talkshow-Moderator und seiner Redaktion es vorwerfen, ihn darauf mal anzusprechen? Und würde man Leute diffamieren, die aufgrund solcher Aussagen ein Problem mit der EU im allgemeinen und Juncker im Besonderen haben?

  153. 155
    gebimmel says:

    @156: Ich schrieb doch gar nicht, dass etwas unklar sei, ich schrieb, dass es eine gewagte Argumentation ist, die Aufregung über den Stinkefinger deswegen angemessen zu finden, weil der Verdacht im Raume steht, er würde heute so verfahren wie er 2013 sagte, dass er 2010 verfahren hätte, wäre er in einer Position gewesen, in der er 2010 nicht war.

  154. 156
    quecalor says:

    Der Focus erschien im Februar 2010 mit einem Stinkefinger gegen die Griechen auf seinem Titelblatt. Nur mal so…..

  155. 157
    Pepito says:

    @quecalor, #161
    Richtig, und auch darüber haben sich die Griechen zurecht empört. Und wenn Helmut Markwort jetzt deutscher Finanzminister wäre, würden griechische Polittalkshowmoderatoren ihn darauf vielleicht auch heute noch ansprechen wollen. Und sie würden mehr hören wollen, als dass es dieses Titelblatt erstens nie gegeben habe, es zweitens in einem ganz anderen Kontext gestanden habe als er 2015 bestehe und er drittens damals ja auch bloß fachkundig-interessierter Privatmann gewesen sei. Auch zurecht.
    Und daran würde sich auch nichts dadurch ändern, dass die „Titanic“ die ganze griechische Aufregung für überzogen hält und kurzzeitig das Gerücht streut, das Titelbild sei eigentlich von ihr gewesen.

  156. 158
    polyphem says:

    @Tuennes: „Im Grunde sind wir Menschen alle gleich. Es gibt keinen wirklich großen Unterschied zwischen Jauch-Zuschauern und Bild-Lesern einerseits und dem Großteil ihrer Kritiker andererseits. Alle glauben gerne das, was sie glauben wollen. Alle sind zu faul, sich selbst hin und wieder mal kritisch zu hinterfragen.“ Dem ist nichts hinzuzufügen, außer vllt. ein F.W.Bernstein-Zitat. Oder eines von Loriot. Oder eines von Julius Cäsar. Suchen Sie sich was aus.

    @pepito (#159): Es ist Ihnen aber schon klar, dass Herr Juncker nicht im Konjunktiv gesprochen hat?
    Seine Aussage scheint eine seiner Handlungsmaximen zu sein. Da pfeif ich doch gern auf den Kontext.

  157. 159
    reinerw says:

    Nur der Vollständigkeit halber: Den Stinkefinger im Focus zeigte Aphrodite („Griechin“)
    http://www.general-anzeiger-bonn.de/news/vermischtes/aphrodite-mit-stinkefinger-griechen-zeigen-focus-an-article39951.html

  158. 160
    Guntram says:

    Ich verstehe den Konsens nicht, dass die Version mit dem Finger das Original ist. Vielmehr hat sich doch nur eine Interpretation bzw. Lesart durchgesetzt, denn seit seinem „Bekennervideo“ hat niemand, der es weiß, explizit gesagt, was genau Böhmermann manipuliert hat. Weder die Äußerungen von Böhmermann selbst, noch die des ZDF erlauben mehr als eine Interpretation.

    Stattdessen passt Böhmermanns Behauptung aus der Sendung viel besser in den Kontext seines sonstigen Schaffens. Die Aktion ist in Konzept und Präsentation quasi eine Kopie der Aktion mit TV Total vor ziemlich genau einem Jahr, an deren Authentizität niemand zweifelt. Beide folgen exakt demselben Muster.
    1. Ein gefälschtes Video als Köder hochladen. Beim letzten Mal hat Böhmermann nicht öffentlich gemacht, wie sie die Redaktion von TV Total darauf aufmerksam gemacht haben. Diesmal hat er den Köder selbst ganz öffentlich ausgelegt, als der die „Finger-Szene“ prominent ganz an den Schluss seines „V for Varoufakis“-Videos geschnitten hat (und es ist sicher keine verwegene Annahme, dass es in der „Günther Jauch“-Redaktion Twitter-Follower von Böhmermann gibt).
    2. Warten, bis jemand drauf anspringt. Bild hatte den Finger ja schon am 25.02. und mit Jauch hat er einfach großes Glück gehabt.
    3. Die Bombe platzen lassen. Die beiden Videos dazu sind in ihrer Machart identisch („Making of“, gespielte Interviews usw.). Sie haben denselben Vorspann und seine Redakteurin trägt sogar denselben Pullover.

    Außerdem ist Böhmermanns Hauptaussage ja weniger Kritik an der Erregungsfreudigkeit von Journalisten, sondern Kritik an deutscher Überheblichkeit und unterschwelliger Fremdenfeinlichkeit vor dem Hintergrund dessen, was Deutschland in zwei Kriegen angerichtet hat. Das sagt er mit geradezu holzhammerartiger Deutlichkeit. Antirassismus und Antifaschismus sind zwei Konstanten, die sich durch sein gesamtes mediales Schaffen ziehen, sodass es wenig plausibel erscheint, dass er sich in Stil und Aussage auf einmal so verändert hätte. Wenn man zudem bedenkt, dass Böhmermann selbst und viele aus der btf Cineasten sind und sich ansieht, welche Themen das Subversive Festival, das bis vor kurzem ein Filmfestival war, so behandelt, hatte er sicher keine Probleme, dort Unterstützung für seinen Plan zu finden.

    Seltsamerweise hat sich dennoch eine andere Interpretation durchgesetzt, die vor allem der aus allen Rohren schießende Kai Diekmann und Bild verbreitet haben. Ich bin kein Verschwörungstheoretiker, der glaubt. dass Diekmann/Bild alles und jeden nach Belieben steuern können, aber in diesem Fall ist es womöglich dem ein oder anderen Verfasser eines Artikels zum Thema nicht sonderlich schwer gefallen, sich dieser Lesart anzuschließen, mit der in gewisser Weise ja auch alle zufrieden sein können. Und seit alle glauben, dass es so und nicht anders war, ist es letztlich egal, was Böhmermann egal wie ernsthaft sagt, da die Reaktionen je nach Sichtweise nur zwischen „jetzt versucht er den Meta-Fake“ und „er lügt schon wieder“ schwanken werden.

    Ist es also abwegig anzunehmen, dass Böhmermann das auch so sieht und darauf verzichtet, einen Kampf gegen den Konsens aufzunehmen, den er sowieso nicht gewinnen kann?

    Nebenbei wäre nach der akzeptierten Version Varoufakis wirklich dumm. Er hätte erst gelogen und dann ein Link auf ein „unbearbeitetes“ Video twittern lassen, von dem er weiß, dass es gar nicht existiert (allerdings war er auch im anderen Fall zumindest schlampig, wenngleich er wohl nicht ahnen konnte, dass das Festival ebenfalls ein manipuliertes Video verbreitet). Schließlich hätte er abermals gelogen und auf dieser Grundlage eine Entschuldigung gefordert. Was immer man von ihm halten mag, so dumm kann er doch nicht sein.

  159. 161
    Tuennes says:

    gebimmel, 160

    Das, was er nach 43´30 als allgemeine Handlungsempfehlung ausspricht, beschränkt sich eben nicht auf 2010. Schauen Sie sich´s nochmal an, hören Sie ihm zu, dauert nur eine Minute (Sie können auch zwei Minuten eher einsteigen, dann ist der Kontext noch klarer). Und darauf sollte man ihn ansprechen.

  160. 162
    seyinphyin says:

    Muss sagen, dass es mich langsam annervt, dass wirklich 100% „stick the finger to“ mit „den Finger zeigen“ übersetzen. Das stimmt schlichtweg nicht. Stick the finger to bedeutet den Finger auf etwas/jemanden setzen, daran festmachen. Also mal nicht wörtlich übersetzt: „den Spieß umdrehen“ oder „den Finger auf die Brust setzen“. Auf keinen Fall heißt es, den Stinkefinger zeigen.

  161. 163
    Pepito says:

    @polyphem, #163
    Ach kommen Sie. Sie finden, dass es in Aussage und Rezeption wirklich einen relevanten Unterschied gemacht hätte, wenn das Zitat (und es gibt ja noch andere) gelautet hätte: „Vor drei Jahren hätte die EU-Kommission lügen sollen, als es ernst wurde. Das wäre das beste gewesen, weil es in solchen Situationen immer das beste ist. Und ich bewundere Land XY dafür, dass es das so gemacht hat“? Echt?
    Das finde ich, um es mit gebimmel zu sagen, eine schon eher gewagte Argumentation.

    Seine Aussage scheint eine seiner Handlungsmaximen zu sein. Da pfeif ich doch gern auf den Kontext.

    Danke für die Demonstration dessen, was ich meinte. Ich wusste nicht, dass das Ihr Stil ist, falls das ernst gemeint war.
    Warum sollte das bei Varoufakis denn groß anders sein? Weil es so viele Hinweise gibt, dass seine Aussagen (plus Geste) nichts mit seinen aktuellen und zu erwartenden Handlungen zu tun haben?

  162. 164
    N. Euron says:

    @Pepito, #149

    > In jedem Fall ist aber so eine im Raum stehende Aussage
    > und Geste eines amtierenden Finanzministers erklärungsbedürftig,
    > auch wenn sie zwei Jahre alt ist.
    > Wir würden nicht anders verfahren wollen,
    > wenn von einem unserer Amtsträger beispielsweise rassistische
    > oder sexistische Äußerungen auftauchen würden,
    > selbst wenn sie aus seiner/ihrer Studienzeit stammen würden.

    Hatte Joschka Fischer eigentlich während seiner Amtszeit als Außenminister seinem Amtskollgen empfohlen, mal doch bitte Pflastersteine für die Bundeswehr einzukaufen?
    Ah, war ein Fake seinerzeit – in den 70ern. Joschka hatte da auf den Bildern als beim Straßenbauamt Beschäftigter in Wirlichkeit gerade die Teermaschine bedient . ;)

  163. 165
    reinerw says:

    @168:
    „Also mal nicht wörtlich übersetzt: „den Spieß umdrehen“ oder „den Finger auf die Brust setzen“. Auf keinen Fall heißt es, den Stinkefinger zeigen.“

    Also dafür sollten sie wirklich Urheberrecht beantragen. Auf die Idee ist noch niemand gekommen, dass die Rede gar nicht das ausdrücken sollte, was der Finger zeigte, nicht mal Varoufakis selbst.
    Ich habe an anderer Stelle schon sinngemäß gepostet: Die Mitglieder vom Verein der Freunde Varoufakis drehen langsam durch.

  164. 166
    seyinphyin says:

    Das nennt sich korrektes Englisch, über was Sie sich hier auskotzen.

    Versuchen Sie mal dieses „stick the finger to“ abseits von diesem Varoufakis „Skandal“ in diesem Kontext zu finden, viel Spaß, Dann kommen Sie zurück und hätten mehr als gar nichts in der Hand, außer haltlose Beleidigungen.

  165. 167
    Tuennes says:

    168, seyinphyin

    „Auf keinen Fall heißt es, den Stinkefinger zeigen.“

    Dann sollten Sie Herrn V. Nachhilfe in Englisch geben, damit er beim nächsten Mal die passende Geste findet.

  166. 168
    reinerw says:

    @seyinphyin
    Ich habe Sie nicht beleidigt, ich empfehle ihnen aber dringend sich das Video mal anzuschauen und zu prüfen, ob er nicht genau das gesagt hat, was er mit dem Finger zeigte.

  167. 169
    reinerw says:

    Bei den aberzwitzigen Versuchen zu belegen, dass Herr V. gar nicht gezeigt, gesagt gemeint hat, was alle sehen und hören können fehlt jetzt nur noch die Variante: Das war gar nicht Varoufakis, das war ein Double (oder sein Zwillingsbruder).

  168. 170
    Frank Reichelt says:

    @Guntram, 165
    Doch, er kann so dumm sein, weil er nämlich hochintelligent ist! Er ist so beseelt von seiner eigenen Unfehlbarkeit, das für ihn einfach nicht sein kann, was nicht sein darf.
    Er hat auf diesem Video 2013 als er „stick the Finger“ sagte, diesen Ausspruch unwillkürlich durch die entsprechende Geste unterstützt. Wenn man sieht, wie er beim sprechen mit dem linken Arm rumfuchtelt, weil die rechte Hand das Mikro halten muss, ist das absolut normal. Aber er hätte es bei Jauch einfach nur zugeben sollen, dann könnten wir uns längst anderen wichtigen? Themen widmen.
    Aber er kann es nicht zugeben, so ein Eingeständnis ist in seiner Persönlichkeitsstruktur einfach nicht vorgesehen, schade für ihn, aber leider schlimm für Griechenland!

  169. 171
    HERDIR says:

    Welchen Finger benutzte eigentlich Frau Nuland?

  170. 172
    reinerw says:

    „Leider schlimm für Griechenland“ ist genau meine Position. Ich hätte mir gewünscht, dass in Griechenland endlich Leute an die Regierung kommen die zeigen, wie man eine Finanz- und Wirtschaftskrise sozialverträglich managed. Diesbezüglich habe ich jede Hoffnung verloren.

  171. 173
    seyinphyin says:

    Er sagt es eben nicht, Kindchen.

    Was er sagt bedeutet eben NICHT den Finger zeigen. Völlig egal was Sie sich da vorstellen. Es bedeutet es nicht und hat es niemals bedeutet.

    Varoufakis ist Geschäftsmann und Akademiker. Es ist arg zu bezweifeln, dass er sich auf einer Lesung vulgär äußerst, wenn er inhaltlich das exakt selbe mitteilen kann, ohne kindische Beleidigung. Mir ist es ohnehin egal, selbst wenn echt ist die Geste ohne Bedeutung, Gesten töten nicht, ganz im Gegensatz zu unserer Politik.

    Griechenland könnte einen Haufen Scheiße als Einschreiben an uns schicken und ich würde das nicht als Beleidigung ansehen, weil auch das im Vergleich zu dem, was „wir“ da gerade abziehen NICHTS ist. Was wir gerade in Europa erleben ist ein aufkeimender Finanzfaschismus, weil ein militärischer aufgrund von Atomwaffen einfach nicht mehr funktioniert.

  172. 174
    someonesdaughter says:

    #171: „Also dafür sollten sie wirklich Urheberrecht beantragen.“

    Das Urheberrecht kann man nicht „beantragen“. Machen Sie sich mal schlau. Wenigsten in irgendeinem Bereich.

    „Auf die Idee ist noch niemand gekommen, dass die Rede gar nicht das ausdrücken sollte, was der Finger zeigte, nicht mal Varoufakis selbst.“

    Welchen Teil des Beitrages, auf den Sie zu antworten vorgehen haben Sie denn überhaupt verstanden?

    „Ich habe an anderer Stelle schon sinngemäß gepostet: Die Mitglieder vom Verein der Freunde Varoufakis drehen langsam durch.“

    Ach darum geht’s Ihnen nur, pöbeln. Putin-Freund, Hamas-Freund, jetzt ist es der Varoufakis-Freund. Sehr originell seid ihr Hass-Kasper nicht.

    #174: „Dann sollten Sie Herrn V. Nachhilfe in Englisch geben, damit er beim nächsten Mal die passende Geste findet.“

    Wenn jemand Nachhilfe braucht, dann offensichtlich Sie, Herr T. Weder mit dem Lesen von in deutscher Sprache verfassten Beiträgen noch in Übersetzungen aus dem Englischen sind Sie sicher genug, sich hier so weit aus dem Fenster zu lehnen. Machen Sie’s doch einfach wie Ihr Bruder im schlichten Geiste und plärren gleich „Varoufakis-Freund“.

  173. 175
    reinerw says:

    @someonesdaughter
    Sie haben aber schlecht geschlafen heute Nacht – oder sind Sie immer so drauf?

  174. 176
    Dunja says:

    Ja genau Herdir , was war da nochmal mit Frau Nuland/Nudelmann ? Und das Schlimmste war gar nicht das sprachlich verkommene „Fuck the EU“ …. sondern das eigentliche Gespräch ,in dem die nächsten Monate Klitschkos und der Politik in der Ukraine kurz mit Herrn Pyatt abgearbeitet wurden. Warum nur fühle ich mich wie im Märchen „Des Kaisers goldene Kleider“ in diesem Land und mit solchen Mitmenschen wie z.B. reinerw? Doch wurde da die generelle Blindheit mit enem einzigen Satz eines Kindes aufgelöst….

  175. 177
    Tuennes says:

    someonesdaughter:

    „pöbeln“, „plärren“, „Hass-Kasper“.

    Aber das ein oder andere Argument würde bestimmt nicht schaden.

    seyinphyin:
    Ihre hartnäckige Weigerung, sich das Auftrittsvideo von 43.30 bis 44.30 anzuschauen, ist bemerkenswert. Danach könnten Sie immer noch von Finanzfaschismus anstatt Atomwaffen reden, wenn Sie den Vergleich tatsächlich für so intelligent halten.

  176. 178
    jan böhmermann says:

    Hallo? Was ist denn hier los? Kaum schaut man kurz weg, fallen alle übereinander her.
    Geschlossene Gesellschaft?
    Die Hölle sind die anderen

  177. 179
    reinerw says:

    Ach Herr „Böhmermann“, wir wollen doch nur spielen.

  178. 180
    Dunja says:

    @ reinerw… da Sie jaso überaus getroffen scheinen von diesem Finger.(oder ists die Rede?)..wie sieht es denn mit der Berichterstattung der Bild aus?
    Pleite-Griechen. Gierige Griechen…
    diese seltsamen Hassergüsse, die m.M. nach den Tatbestand der Volksverhetzung erfüllen… haben Sie da auch eine Meinung zu?
    Und haben Sie auch eine Meinung zu Streinbrücks Wahlkampffinger, der sich allerdings direkt ans Volk richtete ?

  179. 181
    Tuennes says:

    Dunja,

    Steinbrück hat seinen Stinkefinger nie dementiert. Man kann übrigens die Bild-Kampagne scharf kritisieren und gleichzeitig auch griechische Spitzenpolitiker. Da gibt es kein notwendiges entweder/oder.

  180. 182
    Dunja says:

    Hier der offene Brief Tsipras an die Deutschen…
    er ist vom 30.1. 2015 und enthält die gleichen Thesen, die Varoufakis vor 2 jahren in Zagreb zur Sprache brachte :
    http://www.nachdenkseiten.de/upload/pdf/150209_offener_brief_von_alexis_tsipras_an_deutschland.pdf

    „Meine Partei, und ich persönlich, widersprachen heftig dem Darlehensvertrag vom Mai
    2010 – nicht, weil Sie, die Bürger von Deutschland, uns nicht genug Geld gegeben
    hätten, sondern weil Sie uns viel, viel mehr, als Sie sollten, gegeben haben.
    Und unsere
    Regierung akzeptierte weit, weit mehr als sie ein Recht darauf hatte. Geld, das auch in keinem
    Fall den Menschen in
    Griechenland
    helfen würde, (denn es wurde in das schwarze Loch der
    schon untragbaren Schulden geworfen), noch kann es das Aufblähen der griechischen
    Staatsverschuldung verhindern, trotz des großen Aufwands durch die griechischen und
    deutschen Steuerzahler.“

    Das Ganze gibt es auch als Video, aber die Computerstimme nervt etwas:
    https://www.youtube.com/watch?v=GRbQK2NW7cU

  181. 183
    reinerw says:

    @Dunja: Ich weiß überhaupt nicht woher Sie die Vermutung haben, dass mich der Stinkefinger getroffen habe. Das ist eine reine Erfindung von Ihnen. Ich habe nur den Verdacht, dass Varoufakis 2013, bezogen auf die Situation von 2010, einen Vorschlag zur Lösung der griechischen Staatskrise gemacht hat, den er heute genau so umsetzt: Wir erklären, dass wir nicht mehr zahlen können und der Rest ist euer Problem.
    Ich würde mich ja gerne davon überzeugen lassen, dass die neue griechische Regierung ernsthaft an der Lösung der gegenwärtigen dramatischen Situation in Griechenland arbeitet. Aber außer schönen Absichtserklärungen ist leider nur wenig passiert.
    So drängt sich mir der Verdacht auf, man will aus der Euro-Zone herausgeschmissen werden, denn das hat den Vorteil, dass man mit einer Abwertung reagieren kann und gleichzeitig gegenüber der Mehrheit der Griechen, die nämlich in der Euro-Zone bleiben will, als Opfer dasteht. So ergäbe alles einen Sinn: Aber ich möchte festhalten: das ist nur eine vage Vermutung.

  182. 184
    seyinphyin says:

    „Ihre hartnäckige Weigerung, sich das Auftrittsvideo von 43.30 bis 44.30 anzuschauen, ist bemerkenswert.“
    Kindchen, ich kenne die Szene. Es ändert nichts an der falschen Übersetzung von „stick the finger to“, was einfach nicht „den Finger zeigen“ heißt.

    Das Ganze drumrum stinkt so oder so und die Ausrede ist lächerlich. Kein Geld, um ein Video auf Youtube hochzuladen? Ernsthaft? Deswegen kommt es zwei Jahre später? Schon klar…

  183. 185
    Dunja says:

    @tuennes : Hast Du Dir noch nie Gedanken darum gemacht, aus welchem Grund Varoufakis das leugnen sollte, wenn er nicht selbst daran glauben würde ?
    Es gibt doch gar kienen Grund dafür…er hat gar nichts zu verbergen.
    Diese begleitende Geste ist doch echt harmlos und die Rede drumrum ist sehr gut und wahr.
    Da das Video nun erst 2 Jahre später eingestellt wurde, V. es also wohl nie gesehen hatte bis jetzt, wird sich da noch Einiges aufklären. Ich denke, es gibt um Varoufakis ein paar faule EU Eier, die das zu verantworten haben. Auch die Homestory ist so blöd… ich wüsste gern, wer Varoufakis dazu geraten hat. Orwellsche Zeiten….

  184. 186
    gebimmel says:

    @seyinphyin: immer, wenn Sie „kindchen“ schreibe, muss ich wahlweise an karl lagerfeld oder an eine alternde diva denken, die sich hinter der bühne vor dem garderobenspiegel abschminkt…sie haben vermutlich recht damit, dass es falsch übersetzt ist, aber was schließen sie denn nun daraus?

  185. 187
    Pepito says:

    Oh Mann, was für ein Zirkus.
    Also, ich fasse mal zusammen: Varoufakis spricht perfekt Englisch, darum kann er mit seiner Formulierung „stick the finger to Germany/the IMF“ nicht den ausgestreckten Mittelfinger gemeint haben. Dass er auf dem Video bei diesen Worten den Mittelfinger ausstreckt ist vermutlich eine Fälschung. In jedem Fall aber, da Varoufakis ja perfekt Englisch spricht (er hat ja lange in australien gelebt), wollte er eigentlich sagen: „Griechenland hätte einfach den Finger an Deutschland kleben sollen/Deutschland den Finger auf die Brust setzen(???) sollen. Ich liebe Argentinien dafür, dass sie dem IWF den Finger angeheftet(?) haben.“ Das ist eine typische, perfekt englische Redewendung, die man in zahlreichen Wörterbüchern so finden kann (nehme ich jetzt einfach mal an), quasi wie „den Spieß herumdrehen“. Und alle, die auf dieser Konferenz waren haben das auch genau so verstanden. Wenn nicht, dann nur, weil sie nicht so gut Englisch sprechen. Für alle englischen Muttersprachler ist die Sache aber klar.
    Aber es ist ohnehin egal, weil die Griechen prinzipiell alles dürfen, da sie sich im von Deutschland angezettelten finanzfaschistischen Quasi-Atomkrieg befinden und sich bloß verteidigen. Varoufakis selbst hat nichts zu verbergen, wenn etwas falsch gelaufen ist, dann waren das schlechte Berater und/oder faule EU-Eier in seiner Umgebung.
    Und mit übertriebener Varoufakis-Freundschaft hat das alles schonmal gar nichts zu tun.

    Ah, so. Ja, dann…

  186. 188
    Dunja says:

    @reinerw : Sie denken also, daß Deutschland sich korrekt verhält und frei in seinen Gestaltungsmöglichkeiten ist? Da bin ich leider, leider ganz anderer Meinung.
    Wir werden die Rechnung präsentiert bekommen,
    NACHDEM wir uns an den anderen versündigt haben im Auftrag .
    Und niemand wird uns mögen, weil wir schon wieder die willigen Vollstrecker waren.
    Ist es denn wirklich so schwer die wahren Gründe für das Verhalten der Merkel-Regierung zu verstehen? Gibt es Intelligenz und Durchblick nur noch bei manchen Hofnarren, die da heute Kabarettisten heissen?

  187. 189
    gebimmel says:

    @dunja: sie schließen also aus, dass die „homestory“ gegebenenfalls auch seine ganz eigene idee war? ich finde die übrigens gar nicht so blöd. ich denke, dass das selbstbewusste auftreten der neuen regierung der seele des griechischen volkes gut tut. es ist sicherlich ein drahtseilakt – bei den anderen politischen kräften, die sich da so tummeln – den richtigen ton zu treffen. wirklich beurteilen können wird man das ganze wohl erst im rückblick.

  188. 190
    reinerw says:

    Ich finde auch, dass Varoufakis eigentlich nichts zu verbergen hat. Er sagte 2013 genau das, was er vermutlich heute vorhat. Ich halte das nicht für eine sinnvolle Strategie:
    Warum er abgestritten hat, den Finger gezeigt zu haben, erklärt sich wohl daraus, dass er natürlich in einer deutschen TV-Runde mit so einer Geste nicht gut ankommt.
    Im übrigen finde ich es auch hinterfotzig von Jauch (und seiner Redaktion), einen Gast so auflaufen zu lassen. Anständig war das nicht. Das ändert für mich nichts aber an meiner Meinung, dass ich die gegenwärtige Strategie der griechischen Regierung für falsch halte.

  189. 191
    Tuennes says:

    Dunja, 193

    Nur eine kleine Ergänzungsfrage:
    In der Eurogruppe sind, glaube ich, insgesamt 17 Länder vertreten. Bis auf Griechenland vertreten dort alle Länder eine Position, was Athen betrifft. Warum, glauben Sie, sollte man sich nur auf Merkel stürzen? Aus meiner Sicht, aber korrigieren Sie mich gerne, gibt es dafür nur eine Erklärung: man hält alle anderen Staaten für derart unterwürfig, dass sie brav Berlin hinterher dackeln. Das wiederum könnte man durchaus als herablassend bezeichnen. Also wenn ich das meinen Bekannten in meinem Nachbarland erzählen würde, kriegte ich mit Sicherheit ganz schön was zu hören.

  190. 192
    seyinphyin says:

    „sie haben vermutlich recht damit, dass es falsch übersetzt ist, aber was schließen sie denn nun daraus?“
    Daraus muss man nichts schließen. Das ist eine Richtigstellung, mehr nicht. Es wird ständig falsch übersetzt, teils sogar als Teil einer Beweisführung hergenommen. Und das stört einfach. Es ist ein simpler Fakt, dass Varoufakis nicht gesagt hat, dass man Deutschland den Finger zeigen soll, sondern dass man, dem Sinn nach übersetzt, Deutschland damals den Finger auf die Brust hätte setzen sollen.

  191. 193
    Flo says:

    @ Dunja, 193

    Was sind denn die wahren Gründe für das Verhalten der Merkel-Regierung? :)

  192. 194
    Dunja says:

    Leider wird ein Kommentar weiter oben nicht freigeschaltet, wahrscheinlich wegen dem Link zu youtube und den nachdenkseiten.
    Tsipras hat sich am 30.1.2015 mit einem Offenen Brief an die Deutschen gewandt,
    also 2 Wochen vor der Veröffentlichung des 2 Jahre alten Videos.
    Darin steht genau das was Varoufakis damals in Zagreb über die Situation 2010 sagte:

    „Meine Partei, und ich persönlich, widersprachen heftig dem Darlehensvertrag vom Mai
    2010 – nicht, weil Sie, die Bürger von Deutschland, uns nicht genug Geld gegeben
    hätten, sondern weil Sie uns viel, viel mehr, als Sie sollten, gegeben haben.
    Und unsere
    Regierung akzeptierte weit, weit mehr als sie ein Recht darauf hatte. Geld, das auch in keinem
    Fall den Menschen in
    Griechenland
    helfen würde, (denn es wurde in das schwarze Loch der
    schon untragbaren Schulden geworfen), noch kann es das Aufblähen der griechischen
    Staatsverschuldung verhindern, trotz des großen Aufwands durch die griechischen und
    deutschen Steuerzahler.“

    Dies ist nur ein Auszug….mit den nötigen Stichwörtern ist der Brief aber schnell zu finden.
    Den hat der Springer-Verlag aber zufällig nicht der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
    Und nun meine Frage an die Griechenland Hasser / Bild-Versteher….
    was ist an Tsipras/Varoufakis Worten falsch oder falsch zu verstehen?

  193. 195
    gebimmel says:

    @tuennes: finde ich sehr sympathisch, dass sie die zahl der eurogruppen-mitglieder auch einfach mal nicht ergooglen….:-). ich denke nicht, dass man die anderen staaten zwangsläufig für unterwürfig halten muss. ich denke, man bekommt wohl schon recht schnell einen eindruck, wer da welche fäden zieht bei den gesprächen. gleichzeitig ist deutschland vermutlich auch ein willkommendes feindbild. ist griechenland für bestimmte teile der deutschen presse ja offenbar auch….

  194. 196
    TangoZulu says:

    @149 Pepito:Danke für den differenzierten Gedankengang, den ich in einer Entgegnung auf
    @170 N.Euron aufgreife: Den Vergleich finde ich interessant. Die damalige Strafanzeige gegen Joschka Fischer im Umfeld des sog. „Opec-Prozesses“ 2001 ist mir als herausragendes Beispiel für den Versuch erinnerlich, einen populären Politiker durch offensichtlich konstruierte Skandalisierung seiner Vergangenheit zu diskreditieren. Vorermittlungen der Staatsanwaltschaft, die der Vorsitzende Richter im Opec-Prozess als „hochgradig lächerlich“ bezeichnete (http://www.manager-magazin.de/unternehmen/artikel/a-118487.html), wurden bis zu deren Einstellung nach rund acht Wochen intensiv medial ventiliert. Insofern finde ich es wirklich schwierig, die Positionen eines Politikers zu aktuellen Fragen mit selektiven Einzelheiten seines Verhaltens oder seiner Biographie zu konfrontieren. Vor allem dann, wenn die symbolträchtige „Wirkmacht“ eines Details eine unverhältnismäßige öffentliche Wirkung nach sich zieht.

  195. 197
    Tommi says:

    Die Frage, ob ein Stinkefinger OK ist, kann man generell mit „Nein“ beantworten.

    Die Frage, ob man sich nach zwei Jahren noch daran erinnern würde, welche Gesten man während eines 40 minütigen Votrags bei Minute x mit der linken Hand gemacht hat, würde ich jedoch auch mit „Nein“ beantworten.

  196. 198
    TangoZulu says:

    @Tommi: Stimmt. Die Frage, ob ich vor diesem Hintergrund spontan und entschieden dementieren würde, allerdings auch…

  197. 199
    Dunja says:

    @gebimmel Ich schliesse nichts aus, aber ich denke, daß diese Hochglanzversion nicht wirklich Varoufakis Geschmack ist.
    Und genau das wurde ja auch breitgetreten…Huuch Hochglanz !!!
    Ansonsten sehen wir eine Familie, die ziemlich normal lebt, isst und wohnt.
    Ich denke, die griechische Regierung muss nun sehr aufpassen, daß sie nicht immer wieder denunziert wird. Es ist schliesslich wichtig, daß wir Deutsche uns betrogen fühlen von „den Griechen“
    Erinnern wir uns an Wulff und wie er gestürzt wurde dank Bild und seinen falschen Beratern.
    So sieht es aus wenn „David gegen Goliath“ kämpft ….
    @Flo Muss ich Dir das jetzt hier erklären, wirklich? :-)

  198. 200
    harald says:

    War schon erstaunlich, wie das kam von V. – und dann so sicher, dass man zunächst nicht wusste welche Geste er meinte, die sprachliche oder die andere.

  199. 201
    Dunja says:

    Kommentar 127 von Bernd Paysan …
    das verdient einen Finger und zwar den erhobenen Daumen :-)

  200. 202
    GerhardS says:

    @Tuennes #134
    Sie schreiben:
    ——————————————————–
    „Alle, die anderer Ansicht sind als Sie:
    – ekelhaft
    – volksverhetzend
    – geifernd
    – Mitleid erregend
    – Griechen-Basher
    – ideologisch erstarrt
    – unredlich

    Mehr nicht? Dann geht’s ja noch. ;-)“
    ——————————————————-
    Ich hatte mit meinem Sohn gewettet, wer sich wohl zuerst angesprochen fühlt, und er hat gewonnen.
    ;-)
    Sie haben die Attribute schon mal gut erfasst. Woran es hingegen noch in Ihrem Kommentar mangelt, ist die Fähigkeit zur Differenzierung.
    Wenn Sie nochmal meinen Kommentar durchlesen, sind die genannten Attribute jeweils genau unterschiedenen Gruppen von Kommentatoren zugeordnet und nicht wie in Ihrer ungeschickten Pauschalisierung „Allen mit anderer Ansicht“.

    Es gibt „Ansichten“, die ergeben sich einfach zwangsläufig aus dem objektiv gegebenen Sachverhalt durch simples Ansehen des gesamten Bildes. Dabei kann nur eine einzige „Ansicht“ herauskommen, wenn kein Knick in der Pupille vorliegt.

    Bei Ihnen würde ich also tippen, weil Sie eine differenzierende Sicht noch nicht mal aus meinem simplen sechs bis sieben Sätze unfassenden Kommentar herauslesen können, dass Sie wahrscheinlich nicht zu denen gehören, die ideologisch erstarrt und daher unredlich trotz besseren Wissens reagieren.
    Sondern wegen der beim Varoufake im Gegensatz zu meinem leicht erfassbaren Kommentar viel komplexeren Sachlage eher zu denjenigen gehören, die bei tieferer Durchdringung bestimmt noch erkenntnisfähiger herauskommen könnten.

    Denn das Durchschauen von ekelhaftem, geiferndem und ideologisch erstarrtem Verhalten haben Sie z.B. beim Betrachten des Anscheißergebarens von @David Schraven schon mal ganz gut hinbekommen, falls es sich bei diesem User um DEN David Scharen handeln sollte. Wovon ich ausgehe, denn wer würde sich sonst solch einen belasteten Nickname geben.
    Das ist doch schon mal was.
    ;-)

  201. 203
    Stefan Niggemeier says:

    Weil u.a. von Stefan Kuzmany (#136) Kritik an der nochmaligen Verwendung des Begriffes „Medienmeute“ aufkam:

    Vor allem steht der da nochmal, weil er halt die konkrete Formulierung, die ich im Eintrag zuvor verwendet habe, wieder aufnimmt. Ich finde ihn aber auch inhaltlich treffend und bin ein bisschen erstaunt, dass der nun plötzlich auf dem Index stehen soll.

  202. 204
    Ronald says:

    Tja, schade. Dachte, hier wären auch Widerspruch und Kritik willkommen. Offensichtlich hab ich mich getäuscht.

  203. 205
    Stefan Niggemeier says:

    @Ronald: Was hab ich jetzt (nicht) gemacht?

  204. 206
    Tuennes says:

    GerhardS:

    „Woran es hingegen noch in Ihrem Kommentar mangelt, ist die Fähigkeit zur Differenzierung.“

    Nun, ich hatte nur aufgezählt und fühlte mich eigentlich nicht angesprochen. Jetzt, wo Sie mich dankenswerter Weise in den erlauchten Kreis der zu beleidigenden Personen aufgenommen haben, möchte ich ihr Verhalten – halten zu Gnaden – durchaus differenziert als „durchdachtes Pöbeln“ würdigen.

  205. 207
    TangoZulu says:

    @209 Stefan Niggemeier: Danke für die Reaktion. Ich fand den Begriff allerdings schon von Helmut Schmidt bis Herlinde Koelbl unpassend, weil er mit einer biologisierenden Metapher gleichzeitig herabwürdigt und entindividualisiert (pardon für die akademisierende Sprache). An Ihrem Stil schätze ich grundsätzlich die Verbindung von treffender Formulierung und angemessenem Ausdruck – da erscheint mir „Medienmeute“ als Fremdkörper (ähnlich wie neulich das „Krebsgeschwür“). Aber man muss ja nicht immer einer Meinung sein…

  206. 208
    someonesdaughter says:

    @181: Gemaule ad hominem stört mich immer. Sie nicht. Ich denke allerdings nicht, dass das bei Ihnen mit einem Mangel an Schlaf zu tun hat, der Mangel liegt woanders.

    @183: „Aber das ein oder andere Argument würde bestimmt nicht schaden.“

    Lesen Sie eigentlich im Kontext oder nur so in der Gegend rum? Sie erwarten Argumente gegen ‚Ihr seid ja bloss Varifakis-Freunde‘?

  207. 209
    reinerw says:

    „What does sticking your middle finger up in a photo mean?“:
    https://answers.yahoo.com/question/index?qid=20110127022424AA6lBQG

  208. 210
    Tuennes says:

    214:

    Ist gut jetzt. Ich hab echt keine Lust mehr, Sie in ihrem Pöbeltum weiter anzufeuern.

  209. 211
    Flo says:

    @ Dunja, 205

    Gerne hier, gerne woanders. Ich habe aber das Gefühl, dass es informativ und erhellend sein wird… :)

  210. 212
    racordans says:

    @ Stefan Niggemeier: Mal was völlig anderes. Sie haben doch Kontakte zu ‚SPON‘. Könnten Sie die Damen und Herren bitte darauf aufmerksam machen, dass sich Varoufakis bei seinen Argentinien-Vergleichen stets auf das Jahr 2001 (Abwertung des Pesos) bezieht und nicht auf 2013 (Weigerung, zwei Hedgefonds alte Schulden zu bezahlen).

    Siehe http://www.spiegel.de/politik/ausland/griechenland-das-sagte-varoufakis-in-der-stinkefinger-rede-a-1023977.html und http://www.spiegel.de/politik/ausland/varoufakis-aeussert-sich-zum-stinkefinger-streit-a-1024728.html

    Die Behauptung von SPON wird auch nicht dadurch richtiger, dass sie sie ständig wiederholen. Notfalls müssen sie sich das Video einfach noch einmal anschauen.

  211. 213
    reinerw says:

    @someonesdaughter:
    Sie haben wirklich ein Problem. Hat das mit ihrem Pseudonym zu tun?

  212. 214
    Pepito says:

    @TangoZulu, #202
    Immer gerne :-).
    Ehrlich gesagt bin ich aus der Entgegnung von N.Euron (#170) nicht recht schlau geworden. Pflastersteine? Fake? Teermaschine?
    Auch die Opec-Prozess-Sache mir jetzt erstmal nichts gesagt. Was ich in Ihrem Link und woanders dazu gelesen habe, sieht schon nach einem durchsichtigen Versuch, Fischer zu diskreditieren aus. (Interessanter klingt da schon die ebenfalls in dem SPON-Artikel angesprochene Sache mit der PLO-Konferenz.)

    Natürlich gibt es solche Schmutzkampagnen immer wieder. Besser in Erinnerung ist mir da noch die Sache mit Jürgen Trittin, dem Bild, das ihn angeblich mit einem Schlagstock auf einer Demo zeigen sollte und – natürlich – Bild und Kai Diekmann.
    Bei Varoufakis liegt die Sache m. E. schon anders. Erstens ist das Video noch keine zwei Jahre alt und hat einen starken aktuellen Bezug. Zweitens ist die Aufnahme vom Finger auch nicht im Fußball-Fanblock oder im Straßenverkehr entstanden, sondern es ging um eine von ihm propagierte richtige Haltung eines überschuldeten Griechenlands gegenüber Deutschland. Das ist nicht irgendeine selektive Einzelheit seines Verhaltns oder seiner Biographie.
    Drittens ist das Video zunächst nicht als Teil einer Schmutzkampagne in Deutschland bekannt geworden, sondern durch Böhmermanns(!) „Varoufakis vs. Deutschland“-Musikvideo, mit dem gleichen Subtext (Varoufakis zeigt Deutschland den Stinkefinger), aber eben eher positiver Bewertung (Die coole Sau!), jedenfalls aber ebenfalls ohne jegliche Einordnung des Kontextes. Und damit war es auch erklärungsbedürftig.
    Falsch läuft die Sache da, wo der Ausschnitt in einen anderen Zusammenhang gebracht wird (wie bei Jauch, s. o.) und der Form der Aussage (und Geste) mehr Bedeutung beigemessen wird als ihrem eigentlichen Inhalt.

    Insofern finde ich es wirklich schwierig, die Positionen eines Politikers zu aktuellen Fragen mit selektiven Einzelheiten seines Verhaltens oder seiner Biographie zu konfrontieren. Vor allem dann, wenn die symbolträchtige „Wirkmacht“ eines Details eine unverhältnismäßige öffentliche Wirkung nach sich zieht.

    Ersterem kann ich eingeschränkt (s. o.), letzterem voll zustimmen.

  213. 215
    GerhardS says:

    @Tuennes

    Es geht um zwei Tatsachen:
    1. Wenn man einen sehr kritischen Kommentar über einen gewissen Teil von Usern schreibt, dann muss man damit rechnen Kontra zu erhalten. Das Kontra kommt dann in der Regel von denjenigen, die sich angesprochen fühlen.
    2. Sie waren der erste und einzige bisher,

    Was hat Sie veranlasst, mich zu bezichtigen, dass ich statt der in meinem Kommentar konkret angesprochenen Gruppen so wie Sie es ausdrücken „Alle mit anderer Meinung“ und damit auch Sie meinen würde? Soll ich das nun als „nichtdurchdachtes Pöbeln“ bezeichnen. Nein, ich habe bei Ihnen nicht von Pöbeln gesprochen, sondern ausgedrückt, dass ich Sie für durchaus fähig halte, Ihre irrige Meinung zu korrigieren.
    Die harte Kritik, die ich im ersten Kommentar geübt habe, meine ich genau so. Wenn Sie sich persönlich beleidigt und angepöbelt fühlen und sich deshalb als erster melden mussten, ist das nicht mein Verschulden.

    Damit das hier nicht in Off Topic ausartet, möchte ich für die Allgemeinheit auf etwas aufmerksam machen, was mir im langen „Subversive Festival“ plötzlich ins Auge stieß:

    Es gibt neben dem Mottoplakat des Festivals zwei weitere große Plakate an den Wänden des Konferenzsaals, eines davon nimmte die Kamera während der Zuhörerfragen immer wieder mit ind Visier. Und was ist das unübersehbare Motiv dieses Plakats? Es enthält d a s T h e m a, was Deutschland seit fast einer Woche beschäftigt:

    E i n e n r i e s e n g r o s s e n S t i n k e f i n g e r

    Nämlich den, welchen Au WeiWei im Film „Never Sorry“ gegenüber den Machthabern seines Landes reckt.
    Jetzt darf sich jeder Gedanken machen, welch bedeutungsschwangere Zufälle es immer wieder im Leben gibt. Diesen Zufall dürfte man eher als Koinzidenz bezeichnen. Jeder von uns hat schon individuell bedeutungsschwangere Koinzidenzen erlebt.
    Hier nun zeige ich Euch allen unsere kollektive Koinzidenz.
    Oder handelt es sich u m e i n e n F i n g e r z e i g für Verschwörungstheoretiker? Um die Vorsehung, welche Bedeutung diese Veranstaltung und das Hauptthema von Deutschlands Medien bezüglich dieser Veranstaltung in der Zukunft einmal erhalten wird? Hahaha.

    Und zwar genau nach einem Videoschnitt ab Minute 37:08 und später noch mehrmals:
    https://www.youtube.com/watch?v=MEUWxNifJJ8

    Wenn man sich den Trailer des Films „Never Sorry“ anschaut, darin wimmelt es nur so von Stinkefingern:
    https://www.youtube.com/watch?v=ivNbqZ8cPIM

  214. 216
    Pepito says:

    @Tangozulu, #213
    Der Begriff ist leider oft genug ziemlich treffend. Das Biologisierende und Entindividualisierende ist gerade beabsichtigt, weil es eben nicht um die Handlungen verantwortlicher Einzelner, sondern um die „eigenen“ Gesetze und Dynamiken der Medien geht, die es ja zweifellos gibt.
    In den konkreten Fällen hier finde ich den Begriff allerdings auch unangebracht (ebenso wie neulich schon das „Krebsgeschwür“). Vor allem verstehe ich die Glaubwürdigkeits-Entscheidung und den Gegensatz Medien(meute) vs. Böhmermann hier nicht. Es sagen doch beide „Seiten“, dass das Video so auf dem Kanal der Konferenz-Veranstalter zu finden war, also mit Finger und ohne nachträgliches(!) Herumdoktern daran. Man könnte höchstens finden, die Medien seien meutengleich darauf angesprungen, ohne zusätzlich zu recherchieren, ob das Video denn wirklich authentisch sei. Aber auf welcher Grundlage hätten sie die Echtheit bezweifeln sollen? Wegen des späteren Upload-Datums? Und welche neutrale, nicht mit dem Veranstalter im Zusammenhang stehende Partei hätte man da fragen sollen?

    Andererseits: wenn man den Stinkefinger nicht so schlimm findet, sollte man bei „Medienmeute“ vielleicht auch nicht allzu empflindlich sein. Umgekehrt sollte wer bei „Medienmeute“ zusammenzuckt vielleicht auch den Finger nicht leichtfertig abtun.

  215. 217
    Pepito says:

    Vielleicht (auch in dem Zusammenhang) bedenkenswert: Michael Hanfeld auf faz.net:

    Dabei geht es allerdings weniger um mangelnde Recherche – um die sich die Redaktion von Günther Jauch insbesondere nach Ausstrahlung der Sendung und der Kritik an dem Video bemüht hat -, sondern um Glaubwürdigkeit an sich. Und da hört der Spaß, den Jan Böhmermann sich erlaubt, auch schon wieder auf. Denn er gibt denjenigen, denen das Wort „Lügenpresse“ leicht von den Lippen geht, eine Steilvorlage. Und dass es beim Thema Griechenland und Europa um Wichtigeres geht als um einen – echten oder falschen – Stinkefinger, tritt bei diesem Eiertanz auch in den Hintergrund.

    (Quelle: http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/jan-boehmermanns-varoufakis-film-ist-laut-zdf-fake-13493080.html)

  216. 218
    TangoZulu says:

    @222Pepito: „…abtun – vor allem, wenn man selbst die biologisierende Metapher „Fremdkörper“ in diesem Kontext ohne Anführungszeichen benutzt!“ Touché. Ich bin da bei aller Pingeligkeit wohl selbst nicht konsequent, freue mich aber an der Debatte. Jetzt ist aber Sendeschluss für heute. :-)

  217. 219
    seyinphyin says:

    „„What does sticking your middle finger up in a photo mean?“:
    https://answers.yahoo.com/question/index?qid=20110127022424AA6lBQG

    Sticking the middle finger UP != sticking the finger TO.

  218. 220
    reinerw says:

    Er hat aber den Finger nach oben gezeigt; sein Englisch ist halt nicht so gut.

  219. 221
    seyinphyin says:

    Sein Englisch ist nicht gut, klar…

    „Nach dem Erwerb der Hochschulreife an der Privatschule Moraitis in Athen studierte Varoufakis Wirtschaftsmathematik an der University of Essex[3] und Mathematische Statistik an der University of Birmingham. Zwischen 1983 und 1985 lehrte er zunächst in Essex, wo er zwei Jahre später in Ökonomie promovierte. Von 1986 bis 1988 war er Fellow und Lehrkraft an der Universität von Cambridge. Zudem dozierte er an den Universitäten von East Anglia, Glasgow und Sydney, bevor er im September 2000 an die Universität von Athen als Professor für Ökonomie berufen wurde. Ab 2013 lehrte er als Gastprofessor auch an der Lyndon B. Johnson School of Public Affairs der University of Texas in Austin.“

  220. 222
    user unknown says:

    Ich finde bemerkenswert, dass ein spaßiger Streich offenbar nicht goutiert werden kann, ohne dass man sich zugleich ein Zertifikat über politische Unbedenklichkeit und ein Zeugnis moralischen Werts ausstellt.

    Sagte nicht Kurt Tucholsky, wenn jmd. in Deutschland einen guten politischen Witz macht, sitzt halb Deutschland auf dem Sofa und nimmt übel? :)

  221. 223
    pommeranz says:

    @#227 seyinphyin: Seltsamerweise verstehen alle englischsprachigen Medien „stick the finger to“ als „stick the finger up to“. Aber deren Redakteuren hat man in Eton wahrscheinlich beigebracht, überhaupt keinen Finger öffentlich irgendwohin zu sticken.

    (siehe z.B. http://www.economist.com/news/europe/21646760-euro-zone-brink-again-neither-childish-squabbles-nor-historical-arguments-are )

  222. 224
    seyinphyin says:

    In Verbindung mit der vermeintlichen Geste. Würde man jemanden einfach nur „stick the finger to“ sagen, würde das wohl anders verstanden werden. Es wird einfach zitiert und mit der Geste in Verbindung gebracht.

  223. 225
    Tuennes says:

    Zur Ausgangsfrage „Was ich durch Varoufake gelernt habe“:

    Ich fürchte, solche Dinge werden sich noch oft wiederholen. Ist ja gerade mal ein Jahr her:

    http://www.taz.de/!130369/

    http://www.horizont.net/medien/nachrichten/Pofalla-die-Bahn-und-der-Postillon-Die-Geschichte-eines-Satire-Coups-118442

  224. 226
    Ronald says:

    @Stefan Niggemeier 213:

    Soll das ein Witz sein? Am 19. März um 15.59 Uhr habe ich eine Antwort auf den Kommentar von JMK gepostet, am 20. März um 2.52 Uhr habe ich höflich darauf hingewiesen, dass meine Antwort noch der Freischaltung harrt. Weder die Antwort vom 19. noch die Erinnerung vom 20. sind bisher freigeschaltet.

    Da weder meine Antwort an JMK noch meine Erinnerung irgendwelche Beleidigungen, Urheberrechtsverletzungen, oder sonstwelche Verstöße gegen ziviles Diskutieren enthielt, kann ich nur schlussfolgern, dass Sie auf meine Kommentare hier keinen Wert legen, wohl weil sie nicht auf Ihrer Linie legen.

  225. 227
    Stefan Niggemeier says:

    @Ronald: Angesichts der vielfältigen Meinungen, die Sie in den über 200 Kommentaren über Ihrem da oben sehen können, ist das wirklich die einzige Schlussfolgerung, die Sie daraus ziehen können? Weil die Kommentare, die da oben stehen, alle auf „meiner Linie“ liegen und ich andere nicht freischalte? Ernsthaft? Dass ich Ihre Kommentare schlicht übersehen habe, wäre keine mögliche Schlussfolgerung?

    (Übrigens: Die Kommentare der meisten anderen Kommentatoren hier erscheinen sofort, ohne dass ich sie freischalten muss, auf der Seite. Meine Vermutung ist, dass das daran liegt, dass Sie eine dieser Wegwerf-E-Mail-Adressen benutzen.)

    Und hier folgt Ihr Kommentar, den ich nicht freigeschaltet hatte, weil „Widerspruch und Kritik“ hier nicht willkommen sind:

  226. 228
    Ronald says:

    @JMK 69

    Faktencheck nur bei Hartaberfair? Nicht ernsthaft, oder?

    Natürlich gehört es zum journalistischen Rüstzeug, Fakten zu prüfen, sowohl die selbst publizierten als auch die von Interviewpartnern genannten. Bin mir auch ziemlich sicher, dass das Wort „Faktencheck“ für eine TV-Sendung nicht geschützt und nicht schützbar ist. Aber innerhalb der ARD scheint mir doch der WDR mit dem Faktencheck im Internet am Tag nach der Sendung so etwas wie ein Alleinstellungsmerkmal zu haben, und ich könnte mir vorstellen, dass man es mit Zähnen und Klauen verteidigt.

    Aber wie gesagt, erst einen Tag später und im Internet. Eigentlich müsste jede Nachrichtensendung, jede Talkshow zehn Leute im Hinterzimmer haben, die jede Tatsachenbehauptung eines Gastes sofort wie wild tippend per Blitzrecherche überprüfen, damit der Moderator ggf. noch während der Sendung auf eine große rote Glocke hauen kann und die hässliche laute Sirene (wie beim Zonk) ertönt!

    Bloß würde auch das auf Dauer nicht funktionieren. Die Interviewpartner würden sich eben nur Lügen aussuchen, die man in der Schnelle der Zeit nicht falsifizieren kann. Daher bleibt die Überraschung, ja auch die Überrumpelung ein legitimes und unverzichtbares journalistisches Instrument, um den Panzer der eingeübten Phrasen, Floskeln, demagogischen Sprüche, Lügen und Halbwahrheiten aufzubrechen, mag man auch noch so sehr die Nase dünkelhaft über den „gotcha!“-Journalismus rümpfen.

    Sie haben recht mit Ihrer Kritik an der Auswahl der Studiogäste. Keiner von den dreien — Söder, Elitz, auch nicht Hermann — hatte das fachliche, intellektuelle und rhetorische Format, um es mit Varoufakis aufzunehmen. Dazu hätte es eines Schwergewichtes wie Hans-Werner Sinn, Joachim Starbatty oder Oliver-Marc Hartwich bedurft. Wissen wir denn, ob die Redaktion nicht versucht hatte, eine derart formidable Persönlichkeit einzuladen — und Varoufakis diese Vorschläge, wohlwissend, dass er gegen sie keine Chance hätte, allesamt ablehnte?

  227. 229
    Ronald says:

    Wunderbar, danke. Übrigens ist spamgourmet dot com keine Wegwerfmail wie 10minutenmail oder mailinator, sondern ein Umleitungsservice. Wenn Sie mir eine Mail an diese Adresse schicken, kommt sie an meiner eigentlichen E- Mail-Adresse an und ich würde sie ggf. auch beantworten.

  228. 230
    theo says:

    Könnten wir nicht mal wieder kuscheln?

  229. 231
    Klaus says:

    @233 : Es lohnte nicht der Mühe, den Kommentar von „Ronald“ (234) freizuschalten.

  230. 232
    theo says:

    Vielleicht mit passender Musik? :-)

    https://www.youtube.com/watch?v=pLw_K-W3GNE

  231. 233
    Dunja says:

    Noch ein kleiner Nachtrag zur Sache…
    ich hatte gestern erwähnt, daß sich die ursprüngliche Gruppe des Subversive Festivals distanzierte und ihren Abschied bekanntgab.
    Ich habe den Offenen Brief nun wiedergefunden, leider nur auf FB, aber nichtsdestotrotz:
    Ich finde es äusserst interessant, daß der 2. Varoufakis Vortrag nun ja von dem Nachfolgerteam veröffentlicht wurde über Skripta TV.
    Wer sind die Leute des neuen Teams und was führte zu diesem Breakdown des alten Teams?

    OPEN LETTER TO FRIENDS OF SUBVERSIVE FESTIVAL

    Dear friends, collaborators and visitors, and all of you who have participated in the organization of Subversive Festival or in its programmes.

    Over the last six years the main goal of the Festival was to question the existing social, political and economic order and to discuss the possibilities of its transformation into a better and just society. Through diverse programmes we have tried to dislocate this debate from academic circles into the general public sphere in order to inform a wider audience about progressive ideas and social, political and economic alternatives. We hope that we have contributed to this goal and thus have helped to disseminate widely the left critical thought in Croatia and in the Balkans. We are using this opportunity to express our gratitude to all those who recognized our efforts, at home and internationally, and who joined us in this struggle.

    Unfortunately, due to differences in understanding the goals and direction of the activist platforms within Subversive Forum and, more generally, the general purpose of Subversive Festival, the current programme team will not continue to work as part of Subversive Festival nor will it contribute to projects that might occur under the Festival’s name.

    We truly hope that we will work with you on new projects in not so distant future.

    Comradely,

    The Programme Team: Igor Štiks, Srećko Horvat, Jelena Ostojić, Vedrana Bibić, Andrea Milat, Boris Postnikov, Mario Kikaš, Nikolina Rajković

  232. 234
    Horst says:

    Bevor ich an der ARD rumnöle (trotz aller Blödheit in dem Fall), würde ich doch lieber nach dem ZDF fragen – wofür steht es? Für objektive Nachrichten sicher schon lange nicht mehr – 2 von 5 der gestrigen Beiträge des heute-journals mit Musik untermalt. Jeder Beitrag beim ZDF ist ja schon ein schlimmerer Dudelfunk als ich ihn im Kaufhaus erwarten muß, aber jetzt auch noch den Scheiß als Standard für Nachrichtensendungen zu etablieren – das ist echt fett. Und das abstiegsbedrohte Kreisklasse-ZDF würde nicht mal um 00:20 eine solche Doku über die EZB zusammenkriegen.

  233. 235
    harald says:

    „…to question the existing social, political and economic order and to discuss the possibilities of its transformation into a better and just society…“
    Imao ging es eben lediglich um die Diskussion von Möglichkeiten, damals in 2013.

    Daraus ein Diktum und das Gesagte und Gezeigte gegen damalige Vortragende wenden zu wollen kann auch aus zeitlicher Distanz rückblickend nur daneben gehen.

  234. 236
    Horst says:

    Haben ja alle erreicht, was sie wollen – ARD im Gespräch, ZDF im Gespräch, der Medien- und Zuschauermob empört sich – nur die Nachrichten- und Faktenlage scheint – wie immer – uninteressant zu sein. Darf ich mir nun aussuchen, wen ich für bekloppter halte – Jauch oder Böhmernann – oder kriege ich von ALLEN beteiligten Medien nur die die hinterher erfolgten Blähungen, aber nicht die vorher gegessenen Inhalte zu Gesicht? Man, muß das geil sein, wenn In-Medien-Machende übereinander herfallen.

  235. 237
    Pepito says:

    Während hier im Windschatten des Wochenendes sich anscheinend etwas der Rauch über dem Debattenschlachtfeld verzieht und wieder Hoffnung auf Kuscheln (theo, #236, 238) aufkommt, möchte ich auch noch kurz einwerfen, was ich bei der Sache (wieder) gelernt habe. Und zwar, wie schwierig eine sachliche Debatte ist, wenn sie einmal vergiftet ist; wie unangenehm es etwa sein kann, angesichts einer Hetzkampagne trotz aller Sympathie für deren Opfer gegen dessen aufgebrachte Anhänger anzuargumentieren; wie unwohl und zwischen den Stühlen man sich mitunter in der „Gesellschaft“ Einzelner aus beiden „Lagern“ fühlt. Das gibt eine Ahnung davon, wie es sein muss, auf einer Demo für legitime Anliegen im tatsächlichen und übertragenen Sinn rechts und links von Steinewerfern und Brandstiftern überholt zu werden. Und davon, was es bedeutet, wenn sich die Medien bei Konflikten aller Art auf die Extrempositionen konzentrieren. Bestimmt ist das etwas, wo sich manche Anhänger von Pegida, Friedenspaziergängen, Blockupy usw. einig sind.

  236. 238
    harald says:

    Das ginge ja noch hin – ggf.
    Schlimmer bleibt es, sich künftig zweimal zu überlegen, ob man Pressevertreter künftig überahupt noch irgendwohin einladen sollte oder etwas ins Netz zu stellen, ohne als konspirativer Terrorist sogleich sich eingestuft sehen zu müssen…

  237. 239
    theo says:

    harald,

    ne Nummer kleiner geht´s doch gewiss auch.

  238. 240
    TangoZulu says:

    @Pepito: Treffender hätte ich es nicht sagen können. Die Wahrnehmung erinnert mich an die Scheinalternative „Freiheit oder Sozialismus“ und die ganze Atmosphäre drumherum.

  239. 241
    polyphem says:

    @Horst: „Man, muß das geil sein, wenn In-Medien-Machende übereinander herfallen.“
    Ja, ist es. Folgen Sie einfach dem Link von theo unter Nr. 238

  240. 242
    GerhardS says:

    Nachdem Böhmermann neben der aus der Konferenz stammenden „Stick the Finger“-Variante die „zero Finger“-Variante und auch eine Zeigefinger-Variante präsentierte, hier nun noch für Anwender von Doppelmoral die Doppelfinger-Variante:

    https://www.youtube.com/watch?v=Xe6ambcniBU

  241. 243
    harald says:

    theo

    Für wen?

  242. 244
    harald says:

    Wir leben halt alle in grossspurigen Zeiten…

    Und Jauch hats gezeigt: offene Diskussionen sind halt nicht erwünscht.

  243. 245
    theo says:

    polyphem:

    Ich finde, es ist eher ein Lied für „danach“.

  244. 246
    polyphem says:

    @Pepito: Für mich besteht ein klarer und großer Unterschied zwischen einem „rhetorischen“ und einem direkt adressierten Mittelfinger. Ich hab es in vorgehenden Einträgen mehrfach geschrieben. Meine Meinung dazu hat sich nicht geändert.

    Zu Juncker: Ich hasse Emoticons. :-)

  245. 247
    Pepito says:

    ´@polyphem
    Ja, es besteht ein Unterschied. Trotzdem ist auch ein „rhetorischer“ Mittelfinger, auch in dem tatsächlichen Zusammenhang problematisch und mindestend mal erklärungsbedürftig. Außerdem schrieben Sie ja vom Konjunktiv, der für Sie wohl auch einen großen Unterschied ausmache. Ich finde dass, man das so nicht sagen kann.
    Also: meine Meinung dazu hat sich auch nicht geändert.
    Und wie man Bild und Jauch verurteilen kann (das schien hier zumindest allgemeiner Konsens zu sein), u. a. für Vorurteilsbeladenheit und Entkontextualisierung, und dann etwas schreiben kann wie „Seine Aussage scheint eine seiner Handlungsmaximen zu sein. Da pfeif ich doch gern auf den Kontext.“ ist mir nach wie vor nicht ganz klar. Außer eben man pflegt eine gesunde Doppelmoral.

    Zu Juncker: Ich hasse Emoticons. :-)

    Sorry, das verstehe ich jetzt nicht ganz. Oder wollten Sie den Smiley noch zu Ihrer gerade zitierten Aussage aus #163 nachtragen?

  246. 248
    Claus Peter P. says:

    Warum haben die Spießbürger vom ZDF sich eigentlich eingebildet, dass sie unbedingt sofort (noch bevor der offizielle Sendetermin war!) eine Meldung raushauen müssen, worin sie erklären, dass die Sendung eine Satiresendung ist? – Mal abgesehen von der Tatsache, dass es keine Satire mehr ist, wenn man sie als Satire deklarieren muss (genauso wie jeder Witz witzlos ist, den man erklären muss). – Wollten die ZDF-Herren auf keinen Fall riskieren, dass die BILD ihre Hetz-Kampagne hinterfragt oder gar stoppt oder am Tag darauf zu Kreuze kriecht und einen windigen „Experten“ aus dem Hut zaubert, der plötzlich voller Überzeugung das Gegenteil behauptet? Hat man etwa schon mal gehört, dass das ZDF explizit erklärt, dass die „Heute Show“ eine Satiresendung ist? Also warum die Sonderbehandlung, die zufälligerweise wunderbar in die Hände der lieben Freunde von der BILD und ihrer Kampagne spielt?

    Als einziges Medium zieht jetzt übrigens die „NZZ am Sonntag“ die korrekten Schlußfolgerungen und fordert korrekterweise Jauchs Entlassung:
    http://www.stern.de/politik/deutschland/nzz-am-sonntag-fordert-jauchs-entlassung-2181961.html
    Wenn Herr Jauch einen Funken Anstand hätte, würde er allerdings selber seinen Rücktritt anbieten.

  247. 249
    JUB 68 says:

    @Polyphem
    Ich hoffe
    das hier sind nicht Ihre 15 Minuten, ich hoffe die waren oder werden besser.

  248. 250
    Tuennes says:

    Claus Peter P., 255

    Aus dem bei stern.de gefundenen NZZ-Zitat:

    „Varoufakis‘ obszöne Geste reflektiert nicht seine Meinung über Deutschland. Das kann jeder nachvollziehen, der sich im Internet die komplette Aufnahme (von 2013, bevor Janis Varoufakis griechischer Finanzminister wurde) ansieht.“

    Ich habe da meine Zweifel, dass der NZZ-Kommentator sich wirklich die komplette Aufnahme angesehen hat. So viel Mühe machen sich die wenigsten Journalisten/Blogger/Kommentatoren. Eine Entlassungsforderung schreibt man in zehn Minuten, und man geht da ja auch nicht heran mit dem Wunsch nach Differenzierung. Das muss knallen, da ist für Zwischentöne kein Platz. (Was an einer solchen Verkürzung und Übertreibung dann anders sein soll als der gescholtene Stil der Jauch-Sendung, ist das Geheimnis u.a. der NZZ.)

    Auf die Stelle zwischen etwa 43.00 und 44.30 wurde schon oft verwiesen, meist verstummte dann die Kritik.

  249. 251
    Guntram says:

    @255

    Dem ZDF vorzuwerfen, es hätte Bild in die Hände gespielt, ist aber ein bisschen ungerecht. Aus der Nullaussage des ZDF, dass Böhmermanns Sendung eine Satiresendung ist, hat Bild (und wenig später die FAZ) den gewagten Schluss gezogen, dass der Finger tatsächlich im Original-Video und die Kampagne gegen Varoufakis demnach gerechtfertigt war. Das kann man nicht dem ZDF anlasten.

  250. 252
    CD says:

    Menno, es sollte ja doch keine Rolle spielen, ob gefälscht oder nicht!
    Keines der beiden Clips echt. Die ohne-Finger-Fälschung noch dazu eine ziemlich plumpe – selbsternannten Nerds, wie sie sich selbst bezeichnen unwürdig. Die Stinkefinger-Version ist schwieriger zu entlarven, beim genauen hinsehen irgendwie unstimmig.
    Es ist nicht schwer, zB. mit After Effects aus einem Zeigefinger einen Mittelfinger zu machen und so ist’s wohl auch passiert. Den Tip gibt Böhmermann selbst: „Wir haben sogar ’ne Zwischenversion gemacht mit Zeigefinger“, sieht übrigens noch am besten aus).
    Kurioser Weise ergibt sich dann auch aus Varoufakis Wortlaut ein etwas anderer Sinn. Sowieso scheint „stick the finger to st.“ auch nicht die korrekte Übersetzung zu sein für „jmd. den Stinkefinger zeigen“, sondern meint eher „den Finger anheften“.
    Es ist zum Schreien: Das Ganze ist noch zehnmal peinlicher, weil es den Stinkefinger nicht gegeben hat – auch nicht verbal.

  251. 253
    Guntram says:

    @259

    Es spielt sehr wohl eine Rolle, ob gefälscht oder nicht. Davon hängt ab, ob Varoufakis wirklich der dreiste Lügner ist, als den ihn Bild seit einer Woche hinstellt (und zu dessen Handlanger Böhmermann sich dann wissentlich gemacht hätte), oder ob sich eben Bild durch ein gefälschtes Video zu einer sehr lauten Kampagne hat provozieren lassen. In diesem Fall wäre Bild mindestens genauso blamiert wie Jauch.

  252. 254
    Tuennes says:

    CD, 259

    Ich empfehle, sich lieber den kompletten Auftritt nochmals anzuschauen (Varoufakis zeigt im übertragenen Sinn nicht explizit Deutschland den Stinkefinger, sondern der gesamten Euro-Zone). IMHO ist es am peinlichsten, wenn man nicht weiß, worüber man redet. Wobei ich Ihnen damit nicht den Finger anheften möchte ;-)

  253. 255
    CD says:

    @260
    Peinlich ist es für Bild so schon genug, wenn sie noch weiter in der Sch… stochern, wird’s nicht besser werden.
    Der Coup von Böhmermann ist darum umso genialer. Eine ganze Nation tagelang beschäftigt, um ein Ereignis, das es nie gegeben hat.
    Super Planung, und ALLE sind ihm komplett und nicht nur ein bisschen auf dem Leim gegangen! Er dürfte sich ins Fäustchen gelacht haben.
    Es braucht nicht viel, um zu herauszufinden, dass das im Entstehungszeitraum hochgeladene Originalvideo höchstwahrscheinlich gelöscht wurde und wenige Tage vor Veröffentlichung von „V for Varoufakis“ ersetzt wurde – offensichtlich bearbeitet (red Frames).
    Als Fachfrau für Video- und Fotomanipulation (mit einer Idee über die Anatomie von Händen) halte ich die Zeigefingervariante für die Wahrscheinlichste.
    Somit hätte also Varoufakis nicht gelogen und Entschuldigungen von Jauch, Bild und Konsorten würden nicht ausreichen.

  254. 256
    Tuennes says:

    Sie meinen also,

    wenn einer ein Video möglichst unauffällig bearbeiten möchte, dann mischt er rote Frames da rein? Verraten Sie bei Gelegenheit, wo Sie ihre Fachausbildung genossen haben, ja?

  255. 257
    Tuennes says:

    …im Übrigen, CD, hätten wir dann zwei Möglichkeiten:

    a) Böhmermanns Leute hätten das Original gefälscht (schlecht für Böhmermann, dann müsste er sich einen Strafverteidiger suchen, der auf „Genialität“ plädiert)

    b) Böhmermann wäre selbst auf eine Fälschung reingefallen (das wäre dann an Peinlichkeit nicht mehr zu toppen).

  256. 258
    emscherkind says:

    Diese Vergötterung eines maximal mäßig witzigen Medienkaspers ist alberner als alle Fehlleistungen von Jauch und Co. es je sein könnten.

    Böhmermann hat sich in drei Schichten Spötterei und Sarkasmus eingehüllt, was vorteilhaft ist, weil man dann alles sagen kann und nichts so meinen muss und alles nachher xmal wieder relativiert und umgedreht und geradegerückt werden kann.

    Das ist für mich das genaue Gegenteil von mutiger Positionierung und Böhmermann eine ganz kleine Wurst, trotz prominenter Fanboys.

  257. 259
    CD says:

    @263
    Zu den red frames habe ich hier Erklärungsversuche gefunden:
    http://www.reddit.com/r/de/comments/2ziapr/varoufakis_and_the_fake_finger_das_video_stammt/

    Ich verrate es ihnen, auch wenn ich das Ihnen sicher nicht schuldig bin:
    Ich bin vor ca. 20 Jahren als Autodidaktin in die Videoproduktion und Bildbearbeitung eingestiegen, habe vor ca. 19 Jahren meine erste 3D-Animation erstellt, habe von 2000-2007 als Grafikerin in einer Zeiitung gearbeitet, Anfang 2003 dann eine Ausbildung als Film- und Videoeditorin bei der Dekra-Medienakademie abgeschlossen, desweiteren 2005 beim L4-Institut Für Digitale Kommunikation eine Weiterbildung zur Video-Designerin.
    Ebenso arbeite ich als Fotografin und bearbeite meine Bilder selbstverständlich selbst (https://www.facebook.com/denckste/photos/pb.102272693152492.-2207520000.1427102796./725481470831608/?type=3&theater).
    Ich weiß also wie’s geht, habe ebenfalls genug Praxis und ich behaupte sogar, ich könnte den Stinkefinger mit entsprechender Ausstattung und Zeit besser hinkriegen, weil ich da noch dazu Perfektionistin bin.

  258. 260
    CD says:

    @264
    Ich lese wohl nicht recht?
    Seit wann ist Satire ein Straftatsbestand?

  259. 261
    Tuennes says:

    Okay, Frau D., dann mal langsam und logisch. Ihre These:

    Im Original hat V. den Zeigefinger gehoben.
    Böhmermann fälscht das. Baut absichtlich rote Flecken hinein bzw. entfernt sie absichtlich nicht.
    Böhmermann verkündet die Fälschung.
    Das ZDF erklärt, die Fälschung sei eine Fälschung.

    Wo ist nun die Genialität? Dass Böhmermann irgendwann erklärt, seinen eigenen Sender vorgeführt zu haben?

    Okay, warum nicht. Der Jan Böhmermann, der selbst vor gerade mal einem Jahr auf einen wesentlich simpleren Fake reingefallen ist, maßt sich ja nun auch an, andere Leute zu belehren, nicht immer gleich alles zu glauben. Ist es nicht Irrsinn, so hat es doch Methode.

  260. 262
    gebimmel says:

    @268: „anmaßen“ und „belehren“? herrgott. nimmt ihnen herr böhmermann jeden morgen den parkplatz weg oder wie?

  261. 263
    Tuennes says:

    gebimmel:

    Nö. „Belehren“ bezog sich nur auf den letzten Satz des Eintrags vom Hausherrn. Und auf alle ähnliche Lobpreisungen. Und „anmaßend“ ergibt sich dann wie von selbst.

    Da kann der liebe Herrgott auch nichts für.

  262. 264
    Pepito says:

    Was für ein Kindergarten.
    Möchte vielleicht als nächstes jemand den Rauswurf von Matthias Knecht von der NZZ am Sonntag fordern? Oder vielleicht gleich die Guillotine wieder einführen? Ist doch auch das Mindeste, wenn „Starjournalisten“ gegen „fundamentale journalistische Standards verstoßen“.

    (Bessere Lektüre: http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/varoufakis-mittelfinger-und-andere-luegen-13495506.html)

  263. 265
    Tuennes says:

    Frank Lübberding kommentiert heute so:

    „Wir meinen deshalb tatsächlich, die Metaebene der Medienkritik sei wichtiger geworden als das, was in den Medien über schwierige Sachverhalte zu lesen ist….

    Varoufakis reagierte aber in der Live-Konstellation nicht so, wie der NZZ Kollege nach einer Woche Bedenkzeit. Damit erst kam der Schneeball ins Rollen.“

    http://www.evangelisch.de/blogs/altpapier/120710/23-03-2015

  264. 266
    gebimmel says:

    @270, tuennes: vielleicht akzeptieren Sie ja dann auch, dass es jemand, der vor einem Jahr selbst auf einen Fake reingefallen ist, gerne selber auch einen veranstalten darf. Vielleicht war das vor einem Jahr ja ein Schlüsselerlebnis. Vielleicht hat er vor einem Jahr ja das erlebt, was der Hausherr in diesem Blogeintrag für sich selbst schildert.

  265. 267
    zendolf says:

    @tuennes: Sie schlagen sich hier heldenhaft, haben aber vergessen, was Böhmermann tatsächlich gezeigt hat und was im Thema steht: Die Leute glauben, was sie glauben wollen – Appelle an die Ratio sind vergebens, weil jede Tatsache interpretiert werden kann.

    Siehe auch: Jonathan Haidt – The Righteous Mind: Why Good People Are Divided by Politics and Religion

  266. 268
    CD says:

    @Tuennes will unbedingt einen Schuldigen hängen sehen, weil er wie alle anderen reingefallen ist. Die zahlreichen Hinweise wollte niemand sehen.
    Dabei bleibt es dabei:Wir sollten uns lieber an die eigene Nase fassen, anstatt mit dem Finger auf andere zeigen.
    Lügen haben kurze Finger :)

  267. 269
    Tuennes says:

    zendolf,
    weiß auch nicht so recht, warum ich mich hier so engagiere. Vielleicht hat es etwas damit zu tun:

    „Nicht so sehr, dass ich mich allen anderen diametral gegenübersehe, aber Skepsis gegenüber allem Mehrheitsfähigen habe ich schon.“ (Josef Hader in SPON über sich und seine Filmfigur Brenner)

  268. 270
    Tuennes says:

    PS:

    @CD: ihre Selbstgewissheit, die Wahrheit gefunden zu haben, ist unterhaltsam. Ich schick Ihnen bei Gelegenheit ein Taschentuch für ihre Nase.

  269. 271
    CD says:

    @277
    Danke, ich nehme lieber den Finger.

  270. 272
    Susanne says:

    Eine Diskussion über die Relativität von Wahrheit kann nie schaden. Vielleicht bleiben wir uns dann eher bewusst, wie leicht Wirklichkeit manipuliert werden kann. In digitalen Zeiten wir heute erst recht…

  271. 273
    A.Laudien says:

    ich habe jenen vormittag echter verwirrung genossen. deutschlands medienlandschaft stresst sich ab – darüber, ob ein gestreckter mittelfinger gefaked oder gefaked-faked ist – reicht mir. danke, böhmi ! –
    zurück ins tagesgeschäft mitsamt den – hoffentlich – gewonnenen einsichten.

  272. 274
    Guter_Onkel says:

    Naja, der entlarvende Reinfall auf den Stinkefingerfake von Zdfneo ist ein typischer „Niggemeier“, linksgrün deutschenhassend verblendet bis zum Erbrechen, zumindest tut er so, als „offiziell“ typischer linksgrüner Friedrichshainer Fliegenfänger für den dummen deutschen „rechten“ mob….

    TRAU KEINEM JOURNALISTEN!

  273. 275
    Tuennes says:

    Ich frage mich ja immer, Onkelchen, warum gerade die Deutschnationalen so große Probleme mit der deutschen Sprache haben. Vorschlag: macht doch einfach kurze Sätze, wenn es für längere Gedanken nicht reicht.

  274. 276
    TangoZulu says:

    P.S. Ich glaube, Jan Böhmermann hat einen modernen „Grubenhund 2.0“ im Sinne Artur Schütz‘ „Experimenten mit der Wahrheit“ 1918ff kreiert.

  275. 277
    TangoZulu says:

    Sorry, falsche Jahresangabe: Der Original-Grubenhund war 1911.

  276. 278
    Ronald says:

    Pepito 272:

    Die Selbstverbrezelung von Harald Staun in der FAZ ist amüsant und traurig zugleich. Desgleichen die Verschwörungstheorie von „CD“.

  277. 279
    CD says:

    @Ronald, @Niggi @Usw
    Auch wenn die Wahrheit im Grunde niemand wissen will: Habe ich mir den Spaß erlaubt, den Fakefinger zu faken. Nicht perfekt, dazu fehlt mir momentan das Werkzeug, aber urteillt selbst, welcher Finger entspannter aussieht.
    Den FakeFakeFakeFake findet Ihr unter dem ArschArschFake Kommentaren (zweiter Link im Post @266, oder hier: pic.twitter.com/P3nHinf6qc.

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