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Stefan Niggemeier | Steht am Band: Der aserbaidschanische Präsident bei der Arbeit

Steht am Band: Der aserbaidschanische Präsident bei der Arbeit

12 Jun 15
12. Juni 2015

Nachher werden in Aserbaidschan im Beisein von Präsident Ilham Aliyev die ersten Europaspiele eröffnet, und man mag ja viel gegen den Mann sagen, aber das kann er: Sachen eröffnen.

Im Wesentlichen scheint sein Präsidentenalltag seit Jahren daraus zu bestehen, irgendwo Bänder durchzuschneiden, die zu diesem Zweck vor Straßen, Krankenhäusern, Parks und Schachschulen gespannt wurden. Ich bin ein bisschen überrascht, dass Bänderdurchschneiden keine Disziplin bei diesen olympiaähnlichen Spielen ist, denn da wäre Präsident Aliyev der Titel kaum zu nehmen. Er scheint vor allem auf rote Bänder spezialisiert zu sein, beherrscht aber auch grüne, blaue und sogar goldgemusterte Absperrungen.

Irgendjemand hat sich die Mühe gemacht, der Ausdauer Aliyevs ein Denkmal zu setzen, in Form eines Tumblrs: Ilham Aliyev Cutting Ribbons. Eine winzige Auswahl daraus:

http://aliyevcuttingribbons.tumblr.com/post/121294221892/president-ilham-aliyev-attended-the-opening-of

http://aliyevcuttingribbons.tumblr.com/post/121294075267/ilham-aliyev-his-spouse-attend-opening-of

http://aliyevcuttingribbons.tumblr.com/post/121294385902/president-ilham-aliyev-attended-the-opening-of

Ich glaube, mein Favorit ist dieses Motiv, in dem der Präsident scheinbar einen Zebrastreifen einweiht, was aber sicher täuscht:

http://aliyevcuttingribbons.tumblr.com/post/121281284067/ilham-aliyev-took-part-in-the-opening-of-tovuz

22 Gedanken
  1. 1
    domwass says:

    Schön auch, dass fast immer eine Frau (manchmal auch ein Mann) mit einem Tablett zu sehen ist, auf dem offensichtlich die Schere gereicht wurde. Bänderdurchschneiden ist eine echte Mannschaftssportart.

  2. 2
    jj preston says:

    Wie das wohl morgens in seinem Büro aussieht?

    Ein Psychologe würde da wohl auf die Kompensation eines Entjungferungskomplexes schließen…

  3. 3
    Volker Burow says:

    Da sieht man wirklich sehr viel Übung und Können. @domwass Ich meine nämlich auch zu erkennen, dass das bereitgehaltene Tablett nicht nur zur Aufnahme und Ablage der Schere dient, nein, Herr Präsident schneidet nach dem ersten Durchschneiden (rechts der haltenden Hand) auch geübt noch ein Stück vom Band ab (mit einem zweiten Schnitt links der haltenden Hand). Dieses Bandstück wird gemeinsam mit der Schere auf das Tablett gelegt und fortan als Devotionale aufbewahrt (und wahrscheinlich von der eröffneten Einrichtung ausgestellt). Wie gesagt: Eröffnungsbänderdurchschneiden ist schon eine Kunst für sich. Das erfordert einen Profi. Ein Laie würde versagen.

  4. 4
    M.S. says:

    Mir macht die Frau mit der großen Sonnenbrille im Hintergrund irgendwie Angst. Ist aber vermutlich nur seine Ehefrau, die auf ihn aufpasst.

  5. 5
    Frank Reichelt says:

    Was haben Sie gegen Schachschulen?
    Meinetwegen kann er jeden Tag eine eröffnen und Bänder durchschneiden!
    Es sollte viel mehr davon geben, überall! Dann gäbe es sicher viel weniger Mord und Totschlag in der Welt, daran glaube ich ganz ganz fest!

  6. 6
    Helge says:

    @Frank Reichelt
    Alternativ könnten auch alle Menschen einfach mehr Bänder durchschneiden.

  7. 7
    Besserwisser says:

    Den Zebrastreifen weiht er anscheinend ein. Das ist nur scheinbar dasselbe wie scheinbar. Eine Unterscheidung, die anscheinend in der Presse nicht mehr gemacht wird. Es ist aber ein Unterschied, ob in der Ukraine anscheinend gekämpft wird oder scheinbar, wie Deutschlandradio Kultur meldete.

  8. 8
    Stefan Niggemeier says:

    @Besserwisser: Den Zebrastreifen weiht er scheinbar ein, denn in Wahrheit weiht er den Tovuz-Park ein.

  9. 9
    Sigmund says:

    Man muss das so sehen: Er schneidet Bändchen durch – und nicht die Hälschen von Oppositionellen.
    Insofern hat die as. Botschaft mit ihrer Beschwerde doch recht. :-)

  10. 10
    kdm says:

    Sie mögen den nicht.
    Ich erinnere noch Zeiten, in denen auch deutsche Medien (und wahrscheinlich auch Medien in anderen Staaten) andauernd solche Bilder zeigten, von stolzen Ministern oder gar Präsidenten, die irgendwelche roten Bänder durchschnitten. Beim Wiederaufbau und bei der Autobahnerweiterung in den fifties & sixties sehr beliebt! Kino-Wochenschau! Später dann TV (West wie Ost) … Also nicht so hochnäsig; das haben wir auch alles durchgemacht.
    .
    ,,,und noch heute: ich hab mal gegugelt „Einweihung“ … oho !
    Und die sehen dabei auch nicht besser aus als Ihr momentaner Lieblingsfeind.
    DISCLOSURE: ich habe nix mit diesem Präsidenten am Hut.

  11. 11
    kdm says:

    „DISCLOSURE“ hab ich hier bei N. gelernt. Mir wär‘ ja „Offenlegung“ lieber, denn mit amerikanischen Modetorheiten hab ich’s seit Irak, Bush, NSA und Drohnen nicht mehr so.

  12. 12
    Besserwisser says:

    Sie haben Recht. Da wollte ich Sie mal erwischen… Ich hätte es besser wissen müssen,

  13. 13
    Volker Burow says:

    @Besserwisser Halt! Nicht so schnell aufgeben. Bitte lesen Sie den Niggemeierschen Satz zu Ende:
    dieses Motiv, in dem der Präsident scheinbar einen Zebrastreifen einweiht, was aber sicher täuscht
    Wenn Niggemeier hier also insistiert, er habe das Wort „scheinbar“ richtig verwendet, da der Präsident ja tatsächlich keinen Zebrastreiben einweihe, dann sagt er im Nachsatz (diese täusche, also doppelte Verneinung), dass der Präsident sehr wohl einen Zebrastreifen einweihe. Passt das zusammen? Anscheinend nicht. :-)

  14. 14
    Fuchs says:

    Der Mann hat nicht gerade viele Krawatten. Ähm, was ich eigentlich schreiben wollte: Einige Bilder, die sich hinter dem Link verbergen, machen auf mich den Eindruck, mit Photoshop erstellt worden zu sein. Gerade bei dem Foto vom 17. November 2011 (Einweihung einer Brücke in der Gakh-Region) fiel der Groschen. Die Größenverhältnisse sind doch nicht korrekt. Verblüffend ist auch, dass der Mann, gründlich wie ein Deutscher, das Heydar Aliyev Center in Baku gleich zweimal eingeweiht hat: Am 12. Mai 2012 und am 8. Juni des selben Jahres. Aber vielleicht entgeht mir hier auch eine Meta-Witzelei in Sachen Medienkompetenz.

  15. 15
    sonreir says:

    @7, 8, 12, 13: Wie wäre es mit „vermeintlich“? :-)

  16. 16
    Jan says:

    Ich bin enttäuscht von der freien aserbaidschanischen Schere.

  17. 17
    Fritzchen says:

    @volker buhrow und besserwisser

    Hihi. Ich möchte mich in eure wunderbare Klugscheißerei einschalten. Niggi wird hoffentlich nicht bös, weil’s ja nur Spaß ist. („Weil“ begründet meine Hoffnung näher, nicht das mögliche Böswerden Niggis, denn sonst würde er ja in meinen Augen bös, weil’s nur Spaß ist. Besser wäre vielleicht „…, denn es ist ja nur Spaß.“ Aber jetzt mal Spaß hinfort.)
    Lesen wir den Satz noch einmal bis zum Ende: „…was aber sicher täuscht.“ Ein korrekt eingesetztes „scheinbar“ setzt voraus, dass der Autor weiß, dass der Schein trügt. Dann müsste der letzte Teil ohne „sicher“ formuliert werden, denn dieses „sicher“ suggeriert eine Vermutung, über deren Wahrheitsgehalt der Autor sich nicht sicher ist. Es steht aber fest, dass der Eindruck täuscht, sofern das „scheinbar“ bewusst gesetzt wurde. Von daher möchte ich hier mit allem Nachdruck wiederholen: Hihi.

  18. 18
    Lars says:

    Erinnert etwas an „Kim Yong-il/Yong-un looking at things“. Da hat Əliyev eine gute Alternative gefunden, wirkt auch deutlich aktiver. Chapeau!
    http://kimjongunlookingatthings.com

  19. 19
    roman g says:

    Sorry, aber dieser kaukasische amateur-schnippsler hat doch keine ahnung von der materie! Einsam und verlassen steht diese traurige gestalt vor entvölkerter gegend herum und rein gar nichts auf diesen bildern wird der ungeheuren wichtigkeit der jeweiligen anlässe gerecht.

    Aliyev, du blutiger pr-laie, nimm die gefälligst ein vorbild am großen profi! Am scheren-zampano der scheren-zampanos: An ERWIN PRÖLL!

    Ok, manch deutschem landsmann wird diese österreichische lichtgestalt eventuell unbekannt sein: Erwin ist der niederösterreichische landeshauptmann! (Also in etwa – was amt, provinz, politische einstellung und kabarettistisches standing betrifft – mit dem bayrischen ministerpräsidenten vergleichbar.)

    Das cutting-sortiment unseres österreichischen durchschneide-genies umfasst natürlich nicht nur aberhunderte bunte bänder: Speck, torten, luftballon-schnüre, fichtenstämme, drahtseile, motorblöcke, sich selbst(!), … you name it, he cut it!

    Und er ist dabei nie isoliert von seinem ihn liebenden volk. Immer weiß er ein paar niedliche statisten um sich zu scharen. Immer ist er im mittelpunkt des jubels. Kinder, clowns, kapläne,… alle himmeln unseren erwin pröll an. Und ganz, ganz, ganz sicher völlig zu recht!

    Hier der beweis, eine eigene facebook-seite zu diesem schönen thema: https://www.facebook.com/thayatalbahn/posts/375015509272475#!/groups/121944754560395/ (Erwin Pröll zerschneidet Dinge)

  20. 20
    Twipsy says:

    Deutsche Politiker! Sie haben Bänder bisher immer falsch durchgeschnittten!

  21. 21
    Das tröt says:

    Bänder durchschnippseln ist ja sooooo lahm
    Knöpfe drücken rockt viel mehr.

    https://www.youtube.com/watch?v=pA9VZydTpNA

  22. 22
    Markus says:

    Darf sich das Stadion wirklich „Olympic Stadium“ nennen, wenn doch nur europäische OKs als Veranstalter auftreten.

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