Die ARD, konkret

14 Jan 07
14. Januar 2007

Günther Jauch, im „Spiegel“:

Ich musste zum Beispiel eine lächerliche Diskussion um die Archivöffnungszeiten der ARD führen. Da sollte ich für eine aktuelle Sonntagabendsendung akzeptieren, dass ab Freitagnachmittag wegen fehlender Planstellen kein Filmmaterial mehr abrufbar sei. So absurde Probleme werden zwar mit einem Anruf von ganz oben gelöst, erklären aber zugleich die innere Verfasstheit des Systems.

Nach allem, was ich über die ARD weiß, trifft es das sehr genau.

21 Gedanken
  1. 1
    Frank Huber says:

    Ich glaube, dass das nicht die wirklichen Probleme Jauchs mit der ARD waren. ARD-Exklusivität, keine Werbeverträge mehr, redaktionelle Gängelei, Egoismen der einzelnen Länderanstalten, u.v.m haben dieses Multitalent abgeschreckt.
    Das Erschreckende an der Sache: können die Öffentlich-Rechtlichen überhaupt noch Talente aufbauen bzw. attraktiv für Leistungsträger wie Jauch sein?
    Und: was machen die eigentlich mit den GEZ-Milliarden? Gremien voller Gremlins finanzieren, die nichts auf die Reihe kriegen. Mein Gott, so einfach würde ich gerne mal mein Geld verdienen.

  2. 2
    Marc says:

    „Was machen die eigentlich mit den GEZ-Milliarden?“

    Natürlich die Leute beazhlen. Aber bestimmt nicht die, die Fernsehen ausmachen. Sondern lieber Controller und Verwaltungsfuzzis. Journalisten bekommen Zeitverträge oder sind freie Mitarbeiter.

  3. 3
    Stefan says:

    Aber Herr Doktor, Sie betreiben doch das führende deutschsprachige Portal für innovative, hochwertige Gebrauchsgüter und Dienstleistungen für die Innovationselite der „first mover“, das dem User Zeit und Transaktionskosten sparen hilft, indem es die stilbildende Funktion und Evaluierung von Trends und Produkten übernimmt! Kann man sein Geld noch einfacher verdienen?

  4. 4
    vivec says:

    Gremien voller Gremlins finde ich übrigens eine geradezu brilliante Aussage!

  5. 5
    Georg says:

    Die ARD ist eben kein Medienunternehmen, sondern eine Behörde mit entsprechenden Strukturen. Freitag um 15 Uhr schließende Abteilungen… öffentliche Verwaltung in Hochform!

  6. 6
    Chat Atkins says:

    Ich finde ja, der Jauch, dieser Sunnyboy des Beliebig-Talks, klingt für seine Verhältnisse ganz schön «angefressen».

  7. 7
    Kurt says:

    Nun gibt es zwar eine Menge zu kritisieren am öffentlich-rechtlichen Rundfunk in diesem Land, aber ich kann nicht ganz glauben, daß Günther Jauch wirklich nur wegen des Kompetenzgerangels abgesagt hat. Solche Sachen werden ihm vorher bekannt gewesen sein. Und mit Druck an der richtigen Stelle hätte er die letzten „Hürden“ auch noch geknackt. Wäre er erstmal auf Sendung gewesen (und hätte er Erfolg gehabt), hätte er ein noch größeres Druckmittel für mehr Freiheit besessen (nämlich die Drohung, nach ein paar Sendung wieder hinzuschmeißen).

    Jauch wäre eine riesige Bereicherung für die ARD gewesen, aber für eine rein politische Talkshow kann ich ihn mir nicht vorstellen. Auch Frank Plasberg ist längst nicht mehr so sehenswert. Ewig die gleichen Themen (Rente, Bildung), immer nach dem Motto „wir Kleinen hier unten — die Bosse da oben“ und vor allem immer die selben Gäste. Kompliziertere Themen werden erst gar nicht angegangen, weil dies die meisten Zuschauer überfordert. Sabine Christiansen ist zwar unguckbar, aber Günther Jauch hätte das auch nur kurzfristig verbessert.

  8. 8
    Klaus says:

    Da kann ich dem Dirk nur zustimmen.
    Jauch wollte etwas mehr Showcharakter hineinbringen, mal wieder die berühmten
    „Menschen von der Straße“ dazuholen,
    um ein bisschen Betroffenheitshudelei
    zu kultivieren — ob das gut ist, frage ich mich.
    Hat eigentlich irgendjemand den Jauch gefragt,
    ob er auch Kasparow ausladen würde, wenn es hart
    auf hart mit der Botschaft kommen würde?
    Hätte er dann wirklich definitiv „nein“ gesagt?
    Und schaut jemand von denen, die Jauch für einen
    „Leistungsträger“ halten, eigentlich „SternTV“?
    Richtig gut war das noch nie. Journalistisch
    hat Jauch eben noch nicht viel zeigen müssen.

  9. 9
    dogfood says:

    Ein ARD-Intendant antwortet. Und es wäre sogar ein richtig guter offener Brief geworden, wenn nicht jeder zweite Satz nur so vor Gockelei strotzen würde.

    Hoho, wir sind „zweitgrößter Sender bei allen Gemeinschaftsleistungen der ARD“. Ich! Ich! Ich! „Ich war es übrigens, der hier den Ausweg vorgeschlagen hat“ Ich! ich! ich! „Ich habe deshalb angeregt, dies zu ändern — und ich komme auch da, um Ihr Wort aufzugreifen, gern aus der Deckung.“

    [1] http://​satundkabel​.de/​m​o​d​u​l​e​s​.​p​h​p​?​o​p​=​m​o​d​l​o​a​d​&​a​m​p​;​n​a​m​e​=​N​e​w​s​&​a​m​p​;​f​i​l​e​=​a​r​t​i​c​l​e​&​a​m​p​;​s​i​d​=​1​4​3​9​5​&​a​m​p​;​m​o​d​e​=​t​h​r​e​a​d​&​a​m​p​;​o​r​d​e​r​=​0​&​a​m​p​;​t​h​o​l​d=0

  10. 10
    Mats says:

    Ziemlich langeweilige Themen, die hier diskutiert werden sollen.

  11. 11
    Dominik says:

    Die Frage, die sich in den Zwischenzeilen stellt, ist doch, wer ist so mächtig, dass er nach Feierabend am Freitag doch noch das Archiv für die Sonntagssendung aufsperren kann. Mit einem einzigen Anruf! — Der Bundespräsident? Der Pate? Adolf (lebt doch noch)? Herr Jauch wackelt hier an meiner heimeligen Geborgenheit im demokratischen System, wer kann so mächtig sein?

    Und warum ruft der nie an, wenn Beckmann „Fußball kommentiert“ oder das „Mutantenstadl“ amok läuft oder war das ZDF? Egal. Ich fordere die Verschlüsselung sämtlicher TV-Sender, wer dann noch zusieht tut das mit Vorsatz und ist selbst schuld…

  12. 12
    maternus says:

    Bekanntlich ist der Herr Jauch ursprünglich ein sogenanntes ARD-Eigengewächs, was bedeutet, er kennt den Laden aus intimer Innenperspektive. Sein gegenwärtiges, mit Überraschung verbrämtes Getue ist daher völlig unglaubwürdig.

    Er wußte ganz genau, daß er nicht mehr von der Abteilung „Unterhaltung“ verwaltet werden und es auch keine Pfründe in Form (s)einer externen Produktionsgesellschaft mehr geben würde. Da hat er kalte Füße bekommen, mehr nicht.

  13. 14
    Wolf says:

    Dass uns Jauch als Nachfolger von Christiansen erspart bleibt ist doch ein Segen, einfach nur ein Segen.

  14. 15
    Frank Huber says:

    Lieber Herr Niggemeier-San,

    Danke für den Sidekick, das wäre nicht nötig gewesen. (btw: ist sowieso niemand drauf eingestiegen…).

    Würde Sie gerne in München auf der DLD 07 kennenlernen (oder haben Sie da auch Hausverbot?), um ihr kreatives Potenzial und ihre BILDBlog-Vision in 2–5 min. abzuchecken.

    Ziehe übrigens auch gerne meinen Karate-Anzug an,

    Ihr Meister (und den findet bekanntlich jeder einmal) in Vollkontakt-Kampfsportarten!

    Hei!

    Frank Huber

  15. 16
    Preisrichter says:

    Peinlicher Auftritt, vielleicht sollte dem kleinen Spinner hier mal jemand Hausverbot erteilen …

  16. 17
    Binabik says:

    entweder herr niggemeier oder niggemeier-san, aber beides zusammen ist schwachsinn.

  17. 18
    Stefan says:

    jaja. und wer bringt herrn huber schonend bei, was ein „sidekick“ ist und warum ich seiner definitiv weder bin noch werde?

  18. 19
    diaet says:

    @Stefan: vielleicht würde ihm für den Anfang ein Blick ins Wörterbuch reichen? Oder die Wikipedia?

    Man muss sich ja nicht jeden Schuh anziehen… ;)

  19. 20
    Dominik says:

    ts, der huber. da gabs doch mal so ein liederl vom söllinger:
    „sehr guat huber, des host schee gmocht, aus dir kann no was wer´n,
    joh, sehr schönhuber, des host guat gmocht, aus dir kann no was wer´n…“ — und jetzt alle mitsingen…

    Tingel Tangel Huberbob und Sidekick Stefan,
    demnächst auf RTL…

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  1. […] weil — ach ja, das ist so unendlich. Heute: das Jauch-Drama. […]

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