„Im Prinzip sitzen wir nur unsere Zeit ab“

29 Okt 08
29. Oktober 2008

1976 hat das ZDF für eine Langzeitdokumentation von Helmut Greulich ausprobiert, was passiert, wenn man Menschen vier Wochen den Fernseher wegnimmt.

Sowas ist natürlich heute schon als Versuchsanlage völlig unrealistisch. Nur ein Wochenende lang wollte Sat.1 für die Ausgabe seines Vorabendmagazins am vergangenen Sonntag der Berliner Familie Mantel ihre fünf Fernseher sowie Radios und Computerspiele wegnehmen.

Das hier ist die Stimmung nach nicht einmal 24 Stunden:

Am Sonntagnachmittag war Herr Mantel soweit mit den Nerven runter, dass er das Experiment vorzeitig abbrach.

Es ist ein (vor allem für das „Sat.1-Magazin“) erstaunliches kleines Stück Fernsehen, ebenso amüsant wie erschütternd. Und die Einschaltquote der Sendung am Sonntag war natürlich mies.

Auf sat1.de kann man sich den Beitrag ansehen:

95 Gedanken
  1. 1
    Lutz says:

    Ich wusste gar nicht, dass die Sendung jetzt jeden Sonntag ausgestrahlt wird!

    Das erste Mal habe ich die vor mehr als 4 Wochen gesehen, und immer wurde „letztes Wochenende“ gesagt.

    Gruß
    Lutz

  2. 2
    Stefan W. says:

    Wieso läßt man sich den Fernseher wegnehmen – was hat der Mann verbrochen?
    Und die Frau, die Kinder – das ist doch Sippenhaft!

    Das sind doch noch Kinder!

    Furchtbar, was man einer Familie antun kann!

  3. 3
    Jander says:

    OH MEIN GOTT!

  4. 4
    Bender says:

    Wie kriegt man Leute eigentlich dazu, ihre eigene Abhängigkeit und soziale Inkompetenz so auszustellen? Kriegen die Geld dafür oder reicht die Aussicht, im heißgeliebten Fernsehen zu sein?
    Ich jedenfalls kriege jetzt dieses geile Lied von Peter Fox nicht mehr aus dem Kopf. Na toll…

  5. 5
    Jensen says:

    Mein Gott! Und ich dachte, meine Freundin wäre ein Fernsehjunkie. Danke für den Hinweis auf diesen herrlichen Beitrag, habe mehrfach laut gelacht. Obwohl der Inhalt ja eigentlich eher zum Weinen war …

  6. 6
    Markus says:

    Ich habe die ersten 5 Minuten jetzt durch, ich bin geschockt ! Ich konnte nicht einmal lachen.

  7. 7
    Stefan says:

    @Markus: Wird noch besser/schlimmer.

  8. 8
    Lord Volt says:

    Seit geraumer Zeit frage ich mich, angesichts des Durchmarschs v. Unterschichten-TV, ob diese Wesen nicht vor sich selber geschuetzt werden sollten, statt den totalen Strip hinzulegen und das offensichtliche Unvermoegen laut bruellend in deutsche Lande zu floeten.

    Ist das nicht auch Lebensverschwendung?

  9. 9
    Dennis says:

    Das erschütternste daran finde ich ja, dass normale Alltagsgeräusche als unzumutbarer Krach ausgelegt werden, und das Ideal der Familie darin besteht, dass sich jeder separat berieselt, bestenfalls auch nicht mit anderen darüber spricht, sondern nur still konsumiert.
    Arbeitet der Vater? Ich glaube wenn der ständig zuhause wäre, würde ich auf Dauer echt bekloppt ;)

  10. 10
    Mathias S. says:

    Wie hab ichs nur die ersten 12 Jahre meines Lebens ohne Fernseher ausgehalten… ach ja, damals konnte ich noch lesen :)

  11. 11
    Markus says:

    OMG, Du hast Recht – ich bin durch. Das ist grausam, als Vater zweier Kinder bin ich wirklich betroffen.
    Das letzte Statement vom Vater ist ja unglaublich !
    Soll man Sat 1 für einen solchen Beitrag loben oder verteufeln (siehe #4) ?

    Ratlos…

  12. 12
    Iris Jungels says:

    Hm – ja, so ist das mit uns Menschen. Klar, wir sind alle vernunftbegabt, mit einem freien Willen ausgestattet, ausgebildet, in einer freien Demokratie sozialisiert, satt – alles, was eine Wohlstandsgesellschaft im 21. Jh. so auszeichnet. Aber, und das wird gerne vergessen, wir sind alle auch das Produkt einer auf Leistung und Kunsum ausgerichteten Sozialisation, mehr oder weniger zwanghaft, mehr oder weniger passiv. Jenseits von gut / böse, elitär / prekär ist doch die eigentliche Frage, wie jeder einzelne Lebensqualität wahrnimmt und wohin uns das als Gesellschaft so bringt – und ob wir das wollen. Die Fähigkeit zu reflektieren, zu selektieren und bewußt zu entscheiden, muss irgendwo (Elternhaus, Schule, Medien, Gesellschaft…) vermittelt und kultiviert werden – sonst wars das eben mit der Aufklärung.

  13. 13
    sb says:

    Vielleicht zur Erholung was Lustiges?

  14. 14
    tonnendreher says:

    Also, ich findes es nicht wirklich schlimm eine Zeitlang auf alle Medien zu verzichten. Wenn mal ein Wochenende nix da ist dann halt nicht. Oder was machen die Leute alle eigentlich wenn sie mal im Urlaub sind ? TV gucken ?

  15. 15
    Lord Volt says:

    @ 11.

    Zumindest NICHT loben! Da wuerde das Kaninchen Gartner genannt.

  16. 16
    Simon Columbus says:

    Seltsam, mir hat dieses „Experiment“ nichts angetan… TV hab‘ (und will) ich nicht, Computerspiele habe ich vor anderthalb Jahren abgeschafft – und als dann auch noch die Internetverbindung für zwei Wochen ausfiel, hat’s mich zwar genervt – aber es gibt ja immer noch Bücher, und Menschen, und und und…

    Ich werde nie verstehen, wie man so versacken kann.

  17. 17
    Klaus says:

    Der Beitrag ist älter, das Video stand vor ca. acht Wochen schon online. Also eine Wiederholung, da wird die Quote zumindest bei der ersten Ausstrahlung so schlecht nicht gewesen sein.

  18. 18
    Bernie says:

    Die Realität überholt die „Simpsons“.

  19. 19
    elco says:

    freitag/samstag abend ohne fernsehr wär auch mein aplptraum.
    wieso hat sich der typ darauf überhaupt erst eingelassen? oO

  20. 20
    Farlion says:

    5 Fernseher! Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Die müssen doch ein Leben außerhalb der Wohnung kaum noch kennen.
    Aber die brauchten ja auch eine passende Familie. Mit mir wäre die Sendung sichtlich langweilig ausgefallen. Ein Zusammenschnitt aus Buch lesen, spazieren gehen und mit Freunden Karten spielen wäre wohl auch etwas öde gewesen. ;)

  21. 21
    tillski says:

    Krass. Einfach nur krass. Aber:
    Nur das Extrem….schwächere Ausschläge gibts überall.
    (könnten ihren Kindern aber auch Pillen zur Ruhigstellung geben)

    Kurze Frage: Wie lang könnt ihr ohne Netz? ;-)

  22. 22
    Bender says:

    @13

    Tausend Dank, daran hat mich der Beitrag auch erinnert, hatte es aber nicht gefunden.

  23. 23
    Jonathan (Weg Eins) says:

    Der Mann könnte MEIN Vater sein. Ein Glück ist er es nicht!
    Das Schlimme ist doch, dass die Kinder mit der Situation kaum ein Problem haben und sie eigentlich schnell annehmen und mesitern. Wenn ich ehrlich bin, habe ich mit meinem Bruder oft lauter gespielt las diese eigentlich lieben Kinder!!! Und die Frau ist auch eine Ja-Sagerin sondersgleichen.

    Ich habe die bis zur vierten Klasse nur bei Oma und Opa bzw. Freunden fernsehn geguckt und schaue bis heute nur selten und wenn dann nur Ausgewähltes.

  24. 24
    Philipp says:

    Da fällt einem nichts mehr ein. Gar nichts.

  25. 25
    Stephan says:

    Nur 5 Fernseher fuer 5 Personen?! Was machen die wenn mal Besucht kommt??

  26. 26
    Ron says:

    @10: Das trifft es ziemlich gut!

    Ich versuche allerdings auch heute noch so viel wie möglich zu lesen, damit solche Entzugserscheinungen gar nicht erst aufkommen könn(t)en!

    Schlimmer finde ich das Bild über eine Gesellschaft, dass durch solche Beiträge gezeichnet wird. Leider glaube ich nämlich, dass es nicht mal sooo wenige Menschen/Familien gibt, bei denen es genau so auch ablaufen würde. Ich will mir gar nicht ausmalen, was da in der nächsten Generation noch so alles auf uns zukommt …

    Und jetzt gibt es nicht mal mehr „Lesen!“, das uns auf andere Gedanken bzw. Freizeitbeschäftigungen bringen könnte ;-)

  27. 27
    bernd says:

    Schon die ersten zwei Minuten des Beitrages sind göttlich. Einfach unfassbar.

    Zu geil fand ich den Kommentar des Kindes, dass seine Freunde meistens nicht mit ihm spiele wollen :D

  28. 28
    David says:

    Unverschämtheit! Hoffentlich hatten die über´s Wochenende Psychologische Betreuung. Und wer muss das wieder alles ausbaden? Die von RTL: Supernanny und Zwegat (wegen der hohen Telefonrechnung am besagten Wochenende – Vater Mantel musste sich ja irgendwie beschäftigen: 0900….)

    Rücksichtslos von Sat1

    Wie kriegt der Vati das eigentlich hin, wenn er eine Stunde lang das Fernsehprogramm der nächsten zwei Wochen „zusammenstellt“ – dann kann er ja eine Stunde keins gucken?!

    @Familie Mantel: Ihr braucht dringend so schöne Kissen die man sich aufm Balkon unter den Ellbogen klemmt!!

    det war ne 11

    näää – det war ne 10

    kinders isch jeh sonst schlafen…

  29. 29
    Jeeves says:

    Steht die „5“ für tatsächlich „Fernseher“, oder für „Fernseher sowie Radios und Computerspiele“?
    Ich befürchte, ersteres. Aber ist dann nicht 5 x die GEZ fällig?

  30. 30
    Jeeves says:

    Ah, jetzt seh‘ ich’s im Video. Tatsächlich 5 x TV, ich glaub‘ es nich…

  31. 31
    Stefan says:

    Ja. Aber dafür ist nur 1x die GEZ fällig.

  32. 32
    Philipp says:

    Zuerst habe ich gedacht: Dann haben die Eltern ja endlich mal wieder Zeit, sich mit sich selbst zu beschäftigen. Stichwort Familienplanung und so.

    Nach zwölfminütiger Wahrnehmung dieses Dramas sage ich: Nein, bitte nicht! Das kann man keinem Kind wünschen, so erschütternd verzogen und fehlgeleitet zu werden.

  33. 33
    Stefan B. says:

    Ich frag mich jetzt, was an der Anzahl der Fernseher so erschreckend ist. Es gibt Leute, die koennen mehr Zeit vor einem Fernseher verbringen als andere vor fuenf.

  34. 34
    andreas says:

    bin ich jetzt eigentlich der einzige, der das ‚experiment‘ weder besonders lustig noch erschütternd findet?

  35. 35
    Bender says:

    Und wenn Familie Mantel jetzt erstmal erfahren darf, wie es ist, wenn man nicht mehr zum Bäcker gehen kann ohne dass Leute über sie tuscheln oder lustige Kommentare wie:“Sie hier und nicht vor’m Fernseher?“ absondern, werden sie ihre unterhaltungselektronische Trutzburg wohl eher noch seltener verlassen. Interessantes Experiment mit möglicherweise verheerendem Beobachtungseffekt.

  36. 36
    PhilipS says:

    Ich weiß nicht, wenn ich so was sehe wär ich mal radikal dafür dass jeder den Selbstversuch startet um zu sehen ob er sich besser anstellt.
    Oder zumindest inwiefern…
    Fands am schockierensten dass keiner in der Zeit das Haus verlassen zu haben scheint.

  37. 37
    andreas says:

    @36/philipS
    hätte die familie beschlossen, einen spaziergang im wald zu machen, wäre das sicherlich vom sat1-team verhindert oder am ende rausgeschnitten worden. wär ja der gag der sendung irgendwie weg gewesen, oder? die haben halt eine familie gefunden, die sich zum affen macht. einschätzen, wie das nachher im fernsehen auf die meisten wirkt, konnten sie nicht. kann man sich natürlich toll überlegen fühlen, wenn man das so sieht.

  38. 38
    Farlion says:

    Wobei ich mich gerade frage, was passieren würde wenn Stefan 3 Tage weder Internet noch Zeitungen bekäme? ;)

  39. 39
    aNiTa says:

    Ich find es krass, wie der Vater seinen Frust gnadenlos an den Kindern rausgelassen hat.
    Ohne irgendwelche falsche Scham.
    Und wenn der Sohn angemotzt wird, wenn er mal was im Haushalt macht – wie grosz ist die Wahrscheinlichkeit, dass er mal wieder was an Hausarbeit macht?
    Und dass die Mutter mokiert, die Kinder wuerden toben und schreien…
    Also dort, wo ich herkomm, ist das als gesundes Verhalten bei Kindern bekannt.
    Waer ich genauso, wenn ich einen Fernseher besaesze? Ich bin mir nicht sicher, ob ich die Antwort auf die Frage hoeren moechte.

  40. 40
    Anno Nym says:

    Ich hab nur noch einen Monitor, vor dem ich jede wache Minute verbringe.

    Bin ich jetzt besser? Denke eher nicht.

    Ich kann im Urlaub ohne Probleme ohne Internet auskommen, das Problem an der Geschichte ist eher, dass wenn ich zurück komme ich jeden RSS-Feed von vorne bis hinten durchgucken wollen werde. Und wenn ich nur durchscrolle. Vorletzte Woche war ich 2 Tage nicht mit Internet „gesegnet“ und im Ausland, die „Altlasten“ aufzuarbeiten hat mich knapp 2 Wochen gekostet. Jetzt sind alle Feeds auf „gelesen“, alle Webseiten besucht, alle Kommentare abgegeben, alle Mails gelesen. Ach und gearbeitet hab ich dann auch mal zwischendurch.

    Aber zurück zum Thema: als ich noch nen Fernseher hatte, hab ich den Videotext schon wie das Internet benutzt. Was an dem Beitrag so entsetzt ist die absolute Passivität. Das Bedürfnis, sich krampfhaft berieseln zu lassen. Die daraus resultierende Kommunikations-Unfähigkeit.

    Internet ist für mich (ich denke mal auch uns) eine Möglichkeit, ohne raus zu gehen, mit Menschen Kontakt zu halten. Gut das ist World of Warcraft auch, aber ich könnte nie im Leben so vollkommen süchtig nach Passivität werden. Das ist ja komplett schrecklich und grenzt an sozialer Störung. Weia…

  41. 41
    nona says:

    Man stelle sich solche Leute mal in einer Situation vor, bei der für ein Wochenende lang komplett Stromausfall herrscht. Nicht nur Fernsehen und Computer weg, sondern alle elektrizitätsabhängigen Zivilisationsbequemlichkeiten. Licht, Nahrung, Wärme, …

    Zum Glück ist die Klospülung nicht elektrisch betrieben.

  42. 42
    ruhrpottjunge says:

    Wie ruhig und schön wäre die Welt da draußen, wenn alle, denen es an Esprit und Intellekt fehlt, sich ebenso widerstandslos in ihr Schicksal fügten? Einfach berieseln lassen und warten, bis es vorbei ist? Anstatt aufmüpfig zu werden und die richtigen Menschen beim Leben zu stören?

    Sicherheitshalber: Achtung, Sarkasmus.

  43. 43
    judie says:

    Ich weiss auch nicht so genau, ob man Sat1 für den Beitrag loben oder „verteufeln“ soll, eher das erstere, obwohl mir das ob der Zugehörigkeit zu der bekannten Sendergruppe, die ich so gar nicht schätze, nicht leicht fällt…
    Immerhin ist es eine Art Doku über den Lebenswahnsinn einer gaaaanz „normalen“ Familie!
    Ich dachte mir beim Ansehen immer wieder.
    „OMG, gut, dass sowas dir nicht passiere kann“!
    Aber so ganz stimt das auch wieder nicht und so einige, die sich hier mokieren über diese mediale Abhängigkeit dieser Familie, sollten vielleicht auch mal reflektieren, wie es mit ihn so stehen würde, so ganz ohne Internet, Fernsehen, Spielekonsolen und ich ziehe auch mal das Handy, das Festnetztelefon, Radio und den MP3- Player mit ein….( Hab ich was vergessen? Bestimmt!!)
    Wie auch immer, sooo schlimm würde es um mich NATÜRLICH nicht stehen, wie bei“ DENEN DA“, aber sind das nicht alles nur graduelle Abstufungen??
    Will sagen, ich bin der Überzeugung, fast alle sind der medialen Abhängigkeit anheimgefallen, für immer und ewig, und müssen damit leben!
    In diesem Sinne nun einen schönen Fernsehabend, oder einen vor der Konsole oder im Internet auf YT oder sonstwo….

  44. 44
    Sebastian S. says:

    @38: Wenn Stefan einige Tage keinen Fernseher hat, zählt er Schafe. Wird dann hier glücklicherweise auch immer schön dokumentiert.

    Dieser Beitrag ist übrigens eine tolle Gelegenheit, nochmals zu betonen, dass man selber viel besser ist. Mir fehlen allerdings noch ein paar Wortmeldungen, dass man selbst seit Jahren ohne Fernseher lebt. Das scheinen auch immer weniger zu werden.

    Ach ja, die Familie oben ist ein klassischer Fall für das Deutsche Fliesentischmuseum.

  45. 45
    anna says:

    Bei TV total war die Familie übrigens auch schon zu sehen:
    http://tvtotal.prosieben.de/components/videoplayer/1226/1226-00-04-index.html

  46. 46
    JMK says:

    TV Sendungen ankreuzen, das hat mein Opa früher auch immer gemacht. Sehr schön.
    Ohne TV ist ja nicht schlimm, wenn das Internet/PC nicht beruflich genutzt wird: auch kein Problem, aber ohne Musik!?
    Das geht zu weit.

  47. 47
    MartinP86 says:

    @18, Bernie:
    An die Simpsons musste ich auch denken :). No tv and no beer make Hamer go crazy.
    http://www.videosift.com/video/No-TV-No-Beer-Make-Homer-Something-Something

  48. 48
    Gotthold says:

    Achja, toll, wie der Beitrag so schön die eigenen Vorurteile bestätigt.

    Aber erstens kommen mir viele der Statements der Familienmitglieder doch sehr hölzern bzw. gestellt vor, es würde mich also überhaupt nicht wundern, wenn das meiste an dem Beitrag inszeniert wurde.

    Zweitens, selbst wenn es nicht inszeniert wäre: Da sie sich nur widerwillig auf die Sache einzulassen scheinen, ist es psychologisch doch absolut verständlich, dass sie dabei versuchen, Ihren bisherigen Lebensstil zu verteidigen. Ich jedenfalls würde an deren Stelle allein schon aus Reaktanzgründen gar nicht ernsthaft versuchen, meine Zeit besser zu verbringen.

  49. 49
    KleineMaruko says:

    War ja eigentlich klar das die gezeigte Familie ohne Fernseher ausflippt. Sonst käme der geneigte Sat.1 Zuschauer ja auch noch auf den Gedanken es auch mal ohne Fernseher (und ohne Sat.1) zu versuchen.

  50. 50
    Muron says:

    Hätten die nicht mal die Wohnung verlassen können oder so?
    Die armen Kinder. Frag mich wie das ist, wenn man von einer Maschine erzogen wurde.

  51. 51
    jorika says:

    @gotthold: danke! weil ich war gerade sehr erstaunt darüber, daß den gedanken der „realtity-inszenierung“ in 47 kommentaren noch niemand in erwägung gezogen hat. weil: HALLO! DA WAR EIN FERNSEH-TEAM IN DER WOHNUNG! kann es unter umständen sein, daß das eher schlechte voraussetzungen sind, damit sich eine eigendynamik ohne fernseher innerhalb der familie entwickeln kann? oder inwiefern wurde der „ausschnitt“ dieser „realität“ so angepasst und beeinflusst, daß es dem entspricht, was Sat1 sehen (und zeigen) wollte?

  52. 52
    Andreas says:

    Die fünf Fernseher plus zig Spielkonsolen erklären zumindest, warum Familie Mantel kein Geld mehr für einen anständigen Urlaub hat. Zumindest ist die Familie für Sat1 keine ganz unbekannte.
    Eine Großfamilie macht Urlaub: http://www.sat1.de/ratgeber_magazine/24stunden/themenarchiv/content/20979/

  53. 53
    Farlion says:

    @Andreas
    Im Urlaub hatten sie sogar noch 4 Kinder. Sollte da etwa eins gegen einen Fernseher eingetauscht worden sein? ;)

  54. 54
    Stephan says:

    @53 Hier auch das Video dazu http://www.youtube.com/watch?v=U8oN0n9QLes

    Der Typ ist seit 20Jahren arbeitslos

  55. 55
    Stephan says:

    Haha wie geil die Mutti als sie in Malle sind…“Haette ich gewusst wie warm das hier ist, dann haette ich ne kurze Hose mitgenommen“ :D

  56. 56
    esox says:

    lustig.
    1.these: der beitrag ist viel älter als 2008. die spielekonsolen waren doch arg veraltet. ich tippe auf das jahr 2004 oder so.
    2. these: nicht nur der fernseh entzug nervt. auch das kamerateam wuerde ich als belastend empfinden. ich wuerde das fernsehpack schon nach 2 std. vor die tuer setzen. da wuerde ich auch den fersehentzug als vorwand nutzen um die spanner rauszuwerfen.

  57. 57
    Janni says:

    Mal abgesehen von der Frage, ob und inwieweit es inszeniert war, bleibt ja immer noch der Kern, wie angepasst das eigene Leben an die Medien, vor allem ans TV, ist. Letztlich hat man ja gesehen, das bei der Familie einfach ein riesiger Kommunikationsmangel herrscht und das TV nur Mittel zum Zweck ist, sich damit nicht zu befassen. Der Familie auch Radio, Anlage, Konsolen und PC(mit Monitor *lach*) wegzunehmen fand ich zu übertrieben. Die 5 Fernseher allein hätten schon gereicht. Weder Spielkonsolen noch PC sind ja Berieselung, sondern erfordern Aktivität. Fernseher stellt man an, läuft im Hintergrund, fertig aus. Radio sehe ich da noch besser als Fernsehen, weil neben Musik auch ständig Informationen vermittelt werden, was man ja je nach TV-Sender nicht behaupten kann. Ich könnte mittlerweile eher auf TV verzichten, als auf den PC und das Netz. Dennoch muss man beides einfach auch mal abschalten können und sich damit nicht schlecht fühlen oder das man dadurch etwas verpasst.

  58. 58
    aNiTa says:

    Wenn der Vater seit 20 Jahren arbeitslos ist… dann koennte er doch sinnvoll seine Zeit in Kindererziehung investieren und nicht in Fernsehen!

  59. 60
    Farlion says:

    @esox
    Der Bengel spielt World of Warcraft auf seinem Rechner, und zwar mit einer GUI-Einstellung, die es erst seit diesem Jahr gibt. Ich tippe daher mal drauf, dass die Konsole der Tochter wirklich schon älter ist.

  60. 61
    Christian says:

    Mich würde wirklich interessieren was passieren würde, wenn nur 1 Fernseher zurückgekommen wäre und die Möbelpacker das Gerät im Kinderzimmer aufgebaut hätten.

    A.) Der Vater hätte sich im Kinderzimmer eingerichtet und die Kinder hätten im Wohnzimmer leben müssen

    oder

    B.) Der Vater hätte das Gerät aus dem Kinderzimmer entfernt und die Kinder hätten gegenseitig Pläne geschmiedet den Papa zu entfernen um endlich wieder in Ruhe Playstation spielen zu können.

    :-) IRRE!

  61. 62
    jack says:

    Alles Inszenierung, stimme ich zu. Was moechte uns Sat 1 eigentlich damit sagen? Das ist selbstkritisches Unterschichts-TV. Ich frage mich manchmal, wie diese Leute abends einschlafen koennen.

    „Eine Kleinfamilie gedemuetigt?“ Check!

    „Das ganze Elend mit richtig witzigen Kommentaren unterlegt?“ Check!

    „Sich selbst dabei mit einem Notfanruf beim Moebelpacker zum Affen gemacht?“ Check!

    Gute Nacht, Sat 1.

  62. 63
    Alberto Green says:

    Machen wir ein Experiment: Für 48 Stunden keine Kommentare ins Internetz schreiben.

    (ich sterbe ja jetzt schon)

  63. 64
    Stefan says:

    traurig aber offensichtlich wahr.
    Traurige Realität, dass die Menschen a) überhaupt so viel Zeit zum fernsehen haben und b) anscheinend noch nie was von Büchern, Spielen und Co. gehört haben.
    Wieso auch sozial interagieren, wenn Olli Geissen das übernimmt!

  64. 65
    Felix says:

    Irgendwie klappt das mit dem Trackbacken nicht. Toller Fund. Musste auch gleich drüber bloggen. Deswegen: http://meedia.de/nc/background/meedia-blogs/felix-disselhoff.html

  65. 66
    B.Schuss says:

    alles inszeniert. Oder glaubt hier jemand, dass eine 5-köpfige Familie ein komplettes Wochenende das Haus nicht verlässt ?

    Wo sind die Spaziergänge, der Ausflug in den Zoo, ins Schwimmbad, Einkaufen gehen ?

    Bevor ich nicht weiss, was der „Deal“ zwischen Familie und Sat1 war, zweifele ich doch stark am Realitätsgehalt der Sendung.

    Ich denke es war wie immer. Sat1 hat Leute gesucht, die sich für ihre 15 Minuten Ruhm vor der Kamera verarschen und zum Affen machen lassen, und wurde fündig. Bei dieser Familie wohl auch nicht zum ersten Mal, wie es scheint.

    Die Frage ist, wie hätte die Familie sich verhalten wenn die Kameras nicht da gewesen wären ?

  66. 67
    ruhrpottjunge says:

    In der Ankündigung des Beitrags steht geschrieben, dass die Vereinbarung „48 Stunden ohne Fernsehen ZU HAUSE“ hieß.

    Deshalb finde ich auch weniger die dargestellte (!) Fernsehabhängigkeit bedenklich, sondern die Bereitschaft, sich selbst und seine Familie vor einem Millionenpublikum dermaßen lächerlich machen zu lassen.

    Aber wahrscheinlich haben die den Beitrag noch auf Video und zeigen ihn stolz Familie und Freunden.

  67. 68
    denis says:

    Ähhm. Bitte nicht als Sozialhilfeneid auslegen, aber wie schafft es ein Langzeitarbeitsloser in seinem Haushalt auf mehr Unterhaltungselektronik als jeder Mediamarkt zu kommen?

    Zahlt Sat.1 so gut? Wenn ja, dann melde ich mich für das nächste „Experiment“ hiermit freiwillig.

  68. 69
    ruhrpottjunge says:

    Vielleicht sind die Langzeitarbeitslosen in Deutschland ja gar nicht so arm, wie uns das einige immer wieder weismachen wollen…

    Nach meinem Verständnis der Sozialgesetzgebung dürfte ein Empfänger von Arbeitslosengeld II doch eine eventuelle „Zuwendung“ von SAT1 auch überhaupt nicht behalten bzw. würde diese auf die Leistungen angerechnet, oder seh ich das falsch?

  69. 70
    knorke says:

    Ich glaube ich gehöre auch zu den armen Seelen, die ohne mediale Berieselung nicht auskommen. Nicht ganz so extrem, und nicht unbedingt Fernsehen, aber DVD, zocken und Netz – ohne wär’s schon hart. Ich muss mit Schrecken erkennen, dass mich nur das Niveau von den Mantels unterscheidet. [SCARED FACE]

  70. 71
    gnaddrig says:

    Was mich an der Sendung vor allem stört, ist der süffisante Tonfall des Sprechers. Der suhlt sich richtig in seiner Überlegenheit und kann es gar nicht fassen, dass die Mantels erstens so blöd sein können und das zweitens auch noch für ein paar Euro oder ein bisschen Ruhm in alle Welt hinausposaunen. Dem hätte ich schon nach den ersten paar Sätzen am Liebsten ein paar gescheuert. Und es ist ziemlich perfide, wie sie die Familie – unter dem Deckmantel besorgter Begleitung in einer schwierigen Lage – ausgiebig selbst zu Wort kommen und sich selbst lächerlich machen lassen.

    Dass die Familie sich für diese Sorte Theater zur Verfügung stellt, ist deren Sache. Würde ich selbst nicht, ist aber denen ihre Entscheidung.

    Über die Familie kann ich eher nicht lachen. Ich finde die Leute eher bedauernswert, weil sie so auf den Fernseher fixiert sind und so gar nichts miteinander anzufangen wissen (bei allen Zweifeln daran, ob das ganze überhaupt auch nur im Geringsten authentisch ist). Aber jeder muss selbst sehen, wie er leben will. Wem solch ein Lebensstil gefällt, soll halt so leben. Das muss man ja nicht nachmachen. Da braucht sich niemand drüber zu mokieren.

  71. 72
    Johanna says:

    5 Fernseher, Radio und Computerspiele?! Oh mein Gott! Der Stromversorger ist bestimmt in die Knie gegangen als die abgeschaltet haben.

  72. 73
    Ronny says:

    Hat jemand vielleicht alternative Links zum Video, z.B. Youtube? Kann zurzeit nur über meine Wii-Konsole ins Internet – und diese unterstützt leider nicht die Flash-Version, die Sat.1 für die Videos verwendet. Der Beitrag interessiert mich doch sehr… ;)

  73. 74
    nona says:

    Irgendwie lese ich da ständig „Mental“ anstatt „Mantel“…

  74. 75
    Irreversibel says:

    @29.
    Dass Radio ein „hochwertigeres“ Medium sein soll als TV halte ich für eine ziemlich gewagte Aussage. Schon mal den Informationsgehalt eines durchschnittlichen privaten Radiosenders überprüft? Abgesehen von den Nachrichten tendiert der gegen Null. Die Qualität hängt im Radio genauso vom Sender/der Sendung ab wie beim Fernsehen. Ebenso gewagt ist IMO die Aussage, dass PCs und Konsolen ja keine Berieselung seien weil man dabei ja aktiv ist. Erstens ist man am PC auch nicht zwingend aktiv sondern kann sich von Youtube & Co. nonstop berieseln lassen und zweitens ist z.B. stundenlanges WoW-Zocken mMn wesentlich stumpfer als eine investigative Doku, ein anspruchsvoller Spielfim oder eine geistreiche Diskussion im TV (ja, all das gibt es dort auch). Nicht das Medium ist entscheidend sondern der Inhalt.

    Ansonsten halte ich die Sendung für (zumindest zu einem beträchtlichen Teil) inszeniert bzw. künstlich hochgejazzt da man den Eindruck hat, dass die Familie wirklich alles tut um den Klischees, die hier offensichtlich bedient werden sollen gerecht zu werden. Das wirkt einfach oft nur noch aufgesetzt (insbesondere beim Vater). Warum diese Leute das tun sei dahingestellt (Geld, Dummheit, Profilierungssucht…) aber ich habe mich weniger über die gezeigten Verhältnisse aufgeregt als über die widerliche Arroganz des Sprechers und den Versuch wieder einmal die Abscheu der Mittelschicht gegenüber vermeintlich asozialen Harz4-Beziehern zu verstärken (was ja wunderbar geklappt hat wie man an manchen Kommentaren hier sieht).

  75. 76
    Irreversibel says:

    Edit: Der erste Teil des Kommentars richtete sich an die 59, nicht 29.

  76. 77
    Christina says:

    Keine Ahnung was ich beunruhigender finde: Familie Mantel, ob inszeniert oder nicht (die 5 Geräte gehören ihnen bestimmt, und daß die ab 12.00 laufen, kann ich mir auch gut vorstellen) oder einige Kommentatoren hier, die genau das absondern, was der Sat1-Kommentator anfordert — Spott, Häme, Zynismus, Abscheu…

  77. 78
    aseloparz says:

    ich weiß nicht, aber authentisch kam mir das gesehene nicht vor. Glaube eher, dass sat1 da mit regieanweisungen usw. die finger im spiel hatte.

    hat zwar bestimmt schon jemand vor mir so ähnlich geschrieben, aber ich habe keine zeit alle kommentare zu lesen. meine glotze hat schließlich noch kein tv-team eingesackt.

  78. 79
    westernworld says:

    ich finde es sollte steuererleichterungen und verdienstorden geben für menschen die keinen fernseher haben, haben wollen oder auf jeden fall nur wertvolles und erbauliches anschauen oder sich sonst wie um das studienratswesen verdient gemacht haben.

  79. 80
    Christina says:

    @ westernworld:

    Absolut. So eine Art frequent-not-watcher-brownie-points. Wer 100 hat, kriegt einen dicken Schuber Literatur, handverlesen von Heidenreich und Ranicki. Und natürlich mit Goldschnitt.

  80. 81
    bkausde says:

    eigentlich ein wunder das der vater in diesen zustand nicht amok quer durchs alphabet gelaufen ist…

  81. 82
    abgelehnt says:

    Wenn dieses Bild mal kein Argument gegen die Ehe ist ;-)
    Schrecklich, wenn man sich nichts mehr zu sagen hat und die Glotze braucht, um von seiner Ollen zu flüchten…
    :brrr:

  82. 83
    Dunja says:

    Wir sind ganz schön am Ende mit unserer „Hochkultur“ !
    Dies einzugestehn und sich aus der selbserwählten Sklaverei zu befreien ist unsere einzige Chance.
    Wie uns wohl spätere Generationen sehen werden, falls es die noch gibt?
    Menschen, die ständig wie hypnotisiert auf eine Scheibe starrten und sich nicht mehr umeinander kümmerten.
    Wenn ich diese sorgengegrämten Gesichter sehe, als sei ein Familienmitglied gestorben.
    Und das sind Erwachsene, die IHRE Kindheit noch nicht vorm Tv verbracht haben.
    Wie mag es da wohl den heutigen Kindern als Erwachsene gehen?
    Und welche gute Entschuldigung haben wir dann?

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