Heute schon Zugangsdaten mitgeschnitten?

04 Mrz 07
4. März 2007

Andererseits: Was soll man erwarten von einer Seite wie sueddeutsche.de, die ihren Lesern in einem (gemeinsam mit Langenscheidt veröffentlichten) Internetlexikon den Begriff Weblog allen Ernstes so erklärt:

Website mit nicht kommerziellem Inhalt und personalisierter Information, die regelmäßig mit Informationen zu einem bestimmten Thema aktualisiert wird. (…) Der Name ist dabei Programm und kommt von den Logfiles, in denen ein Webserver Zugangsdaten mitschneidet (…).

37 Gedanken
  1. 1
    diaet says:

    *pfrschst*
    Na toll, jetzt darf ich den Laptop-Monitor auch noch abwischen.

    Übrigens, schön finde ich auch aus dem L-Wörterbuch:

    We-blog
    Ironische Bezeichnung für Weblogs (web log) in Anlehnung an „we block“ (= wir blockieren/verstopfen), woraus später blog wurde.

    Aber das erklärt ja aus Sicht älterer Medien einiges.

  2. 2
    Helmut says:

    Prust! Welcher Praktikant hat sich den diese haarsträubende Definition ausgedacht! Herrlich!

  3. 3
    nixloshier says:

    da könnte man ja auch gleich das urbandictionary zitieren; auch nicht weniger unkorrekt, aber wenigstens gewollt lustig: ‘Blog: A meandering, blatantly uninteresting online diary that gives the author the illusion that people are interested in their stupid, pathetic life. Consists of such riveting entries as „homework sucks” and „I slept until noon today.”‘

  4. 5
    SebDE says:

    Jetzt ist mir auch klar geworden warum man seine Zugangsdaten immer nur mit der Post schicken sollte…

  5. 6
    SvenR says:

    @ Nr. 2 (Helmut):

    Ich finde das wirklich nicht in Ordnung, wie Sie hier wieder Praktikanten schlechtmachen.

    *gröhl*

  6. 7
    Markus says:

    Diese Definition ist so daneben, dass sie in das auf der gleichen SZ-Seite (in der rechte Spalte) beworbene «Spezial „Online-Kriminalität“» aufgenommen werden müsste.

  7. 8
    bosch says:

    Was wohl :8-1 oder seine Eltern @@@@:-) und (_8^(1) dazu sagen würden? Ich begrüße, dass es jetzt das Internet-Wörterbuch gibt. Da kann ich endlich mal nachschauen, wie die Emoticons für die Simpson-Familie lauten.

  8. 9
    Limited says:

    „zugangsdaten mitschneiden?“

    Ach herrje, wo hab ich nur wieder meine Schere hingelegt?!

  9. 10
    wb says:

    So lustig das jetzt wieder mal ist … Aber ich muss ja befürchten dass auf anderen Gebieten, auf denen ich mich nicht so gut auskenne, ähnlicher Blödsinn veröffentlicht wird.

  10. 11
    maloXP says:

    @ wb (15): Recht hast Du, da liegt m.E. auch ein Problem des „Qualitätsjournalismus“. Egal worum es geht, immer wenn SZ, Spiegel & Co über ein Thema berichten, in dem ich mich ansatzweise auskenne, fallen mir gravierende Fehler ins Auge. Unterhalte ich mich mit Bekannten darüber, die auf ganz anderen Gebieten Experten sind, bestätigen sie, dass sie das genauso empfinden. Es wird viel zu wenig recherchiert und viel zu viel Quatsch geschrieben.

  11. 12
    robert says:

    Ja wieso? Schneidet Ihr die alle nicht mit??

    ;)

  12. 13
    sunday says:

    Das passt gut zum „Ende des Bloggens“, welches die Titanic verkündet:
    http://www.titanic-magazin.de/newsticker.html

  13. 14
    Lascha Sobo says:

    Hurra! Da habe ich ja massig Angriffsmaterial, wenn ich heute abend zu einer Podiumsdiskussion in der rheinland-pfälzischen Landesvertretung in Berlin auf den Chefredakteur von sueddeutsche.de, Herrn Jakobs, treffe (auf MainzerMediendisput klicken, ist nicht deeplinkfähig).

    Es wird ganz toll, weil

  14. 15
    grey²³ says:

    Weil’s mich interessiert hat:

    Dieses Lexikon wird von Langenscheidt als Buch nicht mehr angeboten. Die Produktseite ist offline (seit heute übrigens, schreibt die online-Redaktion… das hat aber wohl nichts mit Stefan zu tun, sondern mit dem relaunch von langenscheidt.de). Bei amazon marketplace gibt es das Teil noch. ‚Neu und ungelesen‘ für 45 Cent.

    Soviel zur Wertigkeit der darin enthaltenen Informationen. Tja, sueddeutsche.de, habt ihr also ein Internetlexikon… und sonst so?

  15. 16
    Martin Herbaty says:

    Auch nicht ohne ist die vom o.g. Eintrag verlinkte Definition von „Livejournal“:

    „Open-Source-Software (open source) zur Pflege von Weblogs (web log). Damit kann man neue Daten hochladen und festlegen, welchen Menschen Einsicht in die eben gemachten privaten Aufzeichnungen gewährt wird.“

    Da sind eben echte Profis am Werk.

  16. 17
    Erdge Schoss says:

    Sie lachen vielleicht! Aber es ist absolut korrekt, dass Webserver diese Daten mitschneiden, und zwar auf einem Magnetspulenband der Marke Telefunken, das rund (!) um die Uhr läuft. Das tun allerdings nur Server neuster Bauart, die bevorzugt in der östlichen Slowakei hergestellt werden und dort auch als Lastwagennotstromaggregate zuverlässig ihren Dienst tun.

  17. 18
    Claudia says:

    Ich kringel mich vor Lachen. Ist das ein schöner Gag!

  18. 19
    Detlef Borchers says:

    Was für ein hübscher Logizismus.

  19. 20
    Nils says:

    OT (ich hoffe das heißt off topic): Warum werden eigentlich die FAS-Artikel nicht mehr hier auf der Site veröffentlicht? Wenn das so bleibt muss ich am Ende die FAS noch umbestellen…

  20. 21
    stefan says:

    wie — „umbestellen“?

  21. 22
    stefan mit f says:

    „umbestellen“= aus dem Postfach des Nachbars vorübergehend entfernen (wegen Brandschutz und so..)

  22. 23
    Nils says:

    Nein, umbestellen von meinem Zweit- zu meinem Erstwohnsitz. Bislang kann ich damit leben, die FAS nur sporadisch zu lesen, weil der Teletext ja eh hier auf der Site erscheint. Wenn sich das allerdings ändert, müsste ich mir vielleicht doch wieder wöchentlich die Papierversion besorgen, faz.net ist nämlich so hässlich und miserabel formatiert, dass ich dort keinen Artikel lesen möchte.

  23. 24
    daniel says:

    Wow. Drei Jahre sind vergangen und das steht immer noch so da. Man möchte garnicht wissen, wie viele Aufrufe und wie viele unschuldige Opfer diese Seite bis jetzt hatte….

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  7. […] (aus dem Internet-Lexikon von sueddeutsche.de, via Stefan Niggemeier) […]

  8. […] …schreibt sueddeutsche.de und liefert den Beleg dafür, dass es anscheinend zwischen Print und Online immer noch leichte Unterschiede gibt. In der Printredaktion hätte der Praktikant, der das geschrieben hat, schnell ein unangenehmes Gespräch mit seinem Vorgesetzten. Also echt, wo doch jeder weiß, dass es von Block kommt. (via Niggemeier). […]

  9. […] Kommentar beim Stefan hat mir gut gefallen: Prust! Welcher Praktikant hat sich den diese haarsträubende Definition […]

  10. […] “Website mit nicht-kommerziellem Inhalt und personalisierter Information, die regelmäßig mit Informationen zu einem bestimmten Thema aktualisiert wird. (…) Der Name ist dabei Programm und kommt von den Logfiles, in denen ein Webserver Zugangsdaten mitschneidet (…).” is klar oder? via Stefan Niggemeier […]

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