Gibt 9Live sich die Kugel?

19 Nov 08
19. November 2008

Ich habe für die heutige Ausgabe der „taz“ über die neuen Gewinnspielregeln geschrieben, die vermutlich vom kommenden Frühjahr an die Rechtsgrundlage für die teuren Anrufspiele von 9Live, DSF, Tele 5 und die anderen bilden werden. Einige ursprünglich im Entwurf vorgesehene Punkte, die tatsächlich für Transparenz hätten sorgen und Spielsüchtige schützen können, konnten die Privatsender zwar verhindern. Aber die neue Satzung, das neue Aufsichtsgremium der Landesmedienanstalten („ZAK“) und die Tatsache, dass Verstöße erstmals eine Ordnungswidrigkeit sind und mit einem Bußgeld von bis zu 500.000 Euro geahndet werden können, werden das Leben für 9Live & Co. erheblich erschweren. (Mehr dazu auf taz.de.)

9Live-Geschäftsführer Ralf Bartoleit hat im E-Mail-Interview auf die Verschärfung der Bedingungen mit süßlichen Nebelkerzen reagiert:

Ist 9Live mit dem jetzt vorliegenden Entwurf zufrieden?

Nun, der vorliegende Entwurf ist noch nicht abschließend in Kraft getreten. Zunächst müssen die Gremien der einzelnen Landesmedienanstalt das Papier prüfen und absegnen. Was unser Programm angeht, sehen wir für uns keine grundlegenden Änderungen. Seit Jahren verpflichten wir uns freiwillig einem strengen Regelwerk und gehen bereits heute mit gezielten Verbraucherhinweisen über die Forderungen der Landesmedienanstalten hinaus.

Halten Sie diese Regeln für praktikabel?

Grundsätzlich ist es doch so: Durch klare Regeln schafft man Transparenz und damit Vertrauen. Deshalb war und ist 9Live auch ein Treiber und Befürworter in dieser Sache. Natürlich kann man sich darüber streiten, ob die deutlich gestiegene Zahl der Hinweispflichten einem Live-Programm zuträglich ist. Aber ein klares Règlement stellt auch einen fairen Wettbewerb sicher, von dem auch der Zuschauer profitiert. Wir setzen uns seit jeher dafür ein, das Geschäftsmodell langfristig und nachhaltig abzusichern.

Die jetzige Fassung ist gegenüber einem früheren Entwurf weniger streng — weggefallen ist zum Beispiel die Pflicht, die Zahl der Teilnehmer an einem Spiel ins laufende Programm einzublenden und eine Obergrenze für die Teilnahme pro Tag. Ist das im Sinne von 9Live?

Wir nehmen die Verantwortung gegenüber unseren Zuschauern ernst. So weisen wir zum Beispiel im laufenden Programm stets darauf hin, dass die Zuschauer ihr Anrufverhalten kontrollieren sollen.

Was wird 9Live am Programm und der konkreten Gestaltung der Spiele ändern müssen, um den neuen Regeln gerecht zu werden?

Wie bereits erwähnt, ist der vorliegende Entwurf noch nicht in Kraft. 9Live praktizierte aber bereits vor der neuen Gewinnspielsatzung die meisten der angekündigten Maßnahmen. Beispielsweise stellte 9Live schon immer sicher, dass für jeden Teilnehmer zu jeder Zeit des Spiels eine Chance besteht, ausgewählt zu werden und zu gewinnen. Die Teilnahme an den Gewinnspielen kostet seit jeher 50 Cent und Grundbedingung für eine Spielteilnahme bei Call-In Sendungen ist ein Mindestalter von 18 Jahren.

Besonders offensichtlich ist der Versuch der Irreführung bei Bartholeits letztem Satz: Denn zu der Begrenzung der Kosten und dem Ausschluss Jugendlicher ist 9Live auch schon „seit jeher“ gezwungen. Das hat mit den „angekündigten Maßnahmen“ nichts zu tun.

Unterdessen versucht auch der einschlägig bekannte 9Live-Moderator Max Schradin, den Kritikern „den Segel aus dem Wind“ zu nehmen. Die unermüdlichen Protokollanten von „Call-in-TV“ haben seine Aussagen mit dem Sendealltag von 9Live kontrastiert — das Video ist auch eine schöne Übersetzung dafür, was Ralf Bartholeit mit „Transparenz“ und „Vertrauen“ meinen muss:

(Über das merkwürdige Verhalten der „schwarzen Kugeln“ bei 9Live gibt es auch eine eigene ausführliche Video-Dokumentation. Mag sein, dass es sich nur um eine abwegige Verschwörungstheorie handelt. Aber warum sollte 9Live nicht auf diese Weise seine Ausgaben zu senken und die Ziehung zu manipulieren versuchen?)

46 Gedanken
  1. 1
    Ron says:

    Ich bin ja auch schon seit längerem treuer Abonnent von Call-In-TV auf youtube. Es ist immer wieder unglaublich, wie 9Live seine Zuschauer verar***t. Leider rufen aber immer noch genug Leute an.
    Ich finde es daher auch erschreckend, welch weichgespülte Form jetzt die neuen Bestimmungen angenommen haben. Warum können sich hier solche Sender derart durchsetzen? Wo bleibt den hier der Verbraucherschutz (sonst wird ja auch überall reglementiert etc.)? Sich dann auch noch hinzustellen und solche „Nebelkerzen“ (dieser Ausdruck trifft es wirklich) abzugeben, grenzt schon an Unverschämtheit.
    Da kann man nur weiterhin Call-In-TV unterstützen. Vielleicht hilft das ja auf lange Sicht gesehen …
    PS Ja ich musste/wollte jetzt mal etwas polemisch sein.

  2. 2
    V says:

    „das neue Aufsichtsbehörde der Landesmedienanstalten“ – Wat? Ich glaub, Du hast im Vorbeigehen das falsche Genus erwischt. ;)

  3. 3
    Stefan says:

    @V: Der Fall stimmt, aber „-gremium“ statt „-behörde“ wäre richtig gewesen. Ist korrigiert. Danke!

  4. 4
    V says:

    Außerdem: „Bedinungen“.

  5. 5
    Thomas says:

    Das mit der roten Kugel ist schon ein Hammer.

    Als Stelle der Anrufer würde ich mich definitiv bei 9live beschweren. Aber wer bei sowas mitspielt, der denkt wohl nicht so weit…

  6. 6
    Bronco says:

    Diese Call-in-TV-Shows sind so dreist, die können es sich sogar erlauben, dass Ihre Moderatoren bei der Rätselauflösung selbst „halbwegs“ zugeben, dass die Rätsel unlösbar sind.
    Aber die Kugelgeschichten sind wirklich der Hammer… (und das vor laufender Kamera :D )

  7. 7
    V says:

    @3: Nicht dafür. Solange ich damit niemandem auf die Nerven falle …

  8. 8
    Olly says:

    Ich befürchte, dass das alles nicht so viel bringen wird, wenn da nur an einzelnen kleinen Symptomen herumgedoktert wird. Zum Beispiel die Sache, dass mindestens ein Anrufer alle halbe Stunde durchgestellt werden muss. Na und? Auch heute schon ist es gang und gäbe, dass in kurzen Abständen Zuschauer (?) die immergleiche falsche Antwort geben (vor allem bei diesen 3×3 Buchstaben-Spielen, wo ein Wort ins Auge springt, bei dem aber ein Buchstabe nicht stimmt). Und dass ein Spiel nicht länger als drei Stunden dauern darf mag ja ganz gut sein, geht aber doch weit am Hauptproblem vorbei.
    Solange von Seiten der Medienaufsicht nicht erkannt wird, dass bei diesen Call-In-Ratesendungen das Gesamtkonzept zum Himmel stinkt (alleine schon die Heuchelei, wenn sich die Moderatoren mit der Regie unterhalten lässt mich fassungslos werden), mache ich mir wegen einzelner Regelungen keine Hoffnungen.
    Ich lasse mich da aber sehr gerne eines Besseren belehren…

  9. 9
    Peter Viehrig says:

    @Stefan

    Einer ist da noch:

    Denn zu der Begrenzung der Kosten und der Ausschluss Jugendlicher ist 9Live auch schon „seit jeher” gezwungen.“

    der Ausschluss = im Dativ mit „dem“ oder hier auch „zum“.

  10. 10
    schumis2001 says:

    Bartholeit:“…So weisen wir zum Beispiel im laufenden Programm stets darauf hin, dass die Zuschauer ihr Anrufverhalten kontrollieren sollen….“

    Natürlich weißt der Animateur in nicht regelmäßigen Abständen daraufhin.

    Nur, was nützt es, wenn ich einem Esssüchtigen sage:

    „Du darfst jetzt nix mehr Essen. Fahren wir zu Mc Donald´s ?!“

    Es ist mittlerweile so lächerlich, mit welchen Aussagen 9Live versucht, sich zu rechtfertigen…

  11. 11
    Neun Neuntel says:

    Anscheinend war Herr Niggemeier zu sehr damit beschäftigt, zwei Links auf seinen einen Artikel und auf sein Ego zu setzen, so fehlte ihm doch gehörig die Zeit, auf Rechtschreibfehler hin zu überprüfen. Deswegen liefere auch ich gerne zu: „…ein schöne Übersetzung dafür…“.

  12. 12
    Stefan says:

    @Peter Viehrig: Danke. Ich bin mir allerdings nicht sicher, ob es die Diskussion interessanter macht, wenn jeder Tippfehler hier besprochen wird, ich freue mich auch über E-Mails.

  13. 13
    Jander says:

    Oh mann, das ist echt unglaublich.

  14. 14
    dfIas says:

    Wie? Das Einblenden der aktuellen Anruferzahl ist raus? Habe ich’s mir gedacht. Das wäre ja auch das Aus der Animierweisheiten gewesen.

  15. 15
    pling says:

    „Aber warum sollte 9Live nicht auf diese Weise seine Ausgaben zu senken und die Ziehung zu manipulieren versuchen?“
    Mit solchen Formulierungen würd ich vorsichtig sein…gibt außerdem mehr als genug eindeutige Fakten, die gegen diesen Sender sprechen, ist von daher also nicht unbedingt nötig, das so heikel auszudücken.

  16. 16
    Trophy says:

    Am geilsten ist doch immer noch die eine Moderatorin die der Stefan Raab verarscht hat, bzw. aufgelöst hat. Sie hat doch tatsächlich 3 mal genau die gleichen Karten ausgeteilt (BlackJack). Zusehen auf Youtube. Stefen Raab 9live oder so eingeben, echt sehenswert!

    Gruß Trophy

  17. 17
    Stefan says:

    @pling: Danke der Sorge, aber es handelt sich um eine Frage, und nicht einmal um eine rhetorische: Warum sollte 9Live das nicht versuchen?

  18. 18
    Stefan says:

    @Trophy: Das war nicht 9Live, sondern RTL: http://de.youtube.com/watch?v=2bhkw98Cf-k

  19. 19
    marc says:

    @16/18: Das Spiel ist zwar komisch, aber es ist mehr ein Rätsel als BlackJack. Es bedient sich nur der Regeln des BlackJack. Aufgabe scheint es mir meiner Ansicht nach, zu erkennen, dass es immer die gleiche Reihenfolge sein wird, dies auszunutzen, und an der richtigen Stelle „stop“ zu sagen. Insofern also sogar ein recht anspruchsvolles Rätsel im Vergeich zum Rest.

  20. 20
    G says:

    Die Dreistigkeit der „Moderatoren“ und Call-In-Verantwortlichen ist immer wieder krass.
    Ich kann solche Rätselauflösungen immer gar nicht fassen.
    Um mich zu beruhigen muss ich mir dann immer erstmal eine Runde Kalkhofes Mattscheibe angucken:
    http://www.youtube.com/watch?v=Q2CqMOwFSxs

    […]seelenlose, moralamputierte Hütchenspieler(!!!)[…]

  21. 21
    Peter Viehrig says:

    @Stefan

    Sorry. Neun Neuntel wollte ich nicht füttern, ehrlich. Ich werde mich bessern.

    Zum Thema: Die neue Satzung scheint mir ein zahnloser Papiertiger zu sein. Nach deren Einführung wird ein Interessent auch weiterhin die (internet-)seitenlangen Protokolle der „Aufleger“, der Falschlöser mit den sich immer so sehr ähnelnden Stimmen usw. nachlesen können.

    Konkret also wie bisher: In einem „Spiel“ erklingen Trommelwirbel, Sirenen, die abzählende Stimme oder das Uhrenticken eines Synthesizers umgeben von Blinklichtern, Blitzen und aufgrund ihres mutmaßlichen Silikongehaltes fatal an Sexualpartnerersatzpuppen von Beate Uhse erinnernde „Moderatorinnen“, unterbrochen von drei „Falschlösern, zwei „Auflegern“ und gekrönt von dem/der einsamen Gewinner(in) 2 Minuten vor Schluß mit 250 €, von denen die/der vorher schon 100 € vertelefoniert hat.

    Und die teilweise Aufweichung des Jugendschutzes ist doch an Perfidie kaum noch zu übertreffen.

  22. 22
    AgentOrange says:

    „Die Roten wären natürlich am attraktivsten“ Fragt sich nur für wen!? *g* Alida macht das schon… „Welche hatte ich denn vorher?“ sagt sie. „Blind sie ist“, würde Joda sagen. Wirklich köstlich, unsere Miss Peak.

    Die Wahrheit ist für einige Leute halt die, die sie selbst satt und moralisch blind macht.

  23. 23
    Michael says:

    In der Dreistigkeit, wie man Leute bescheißen kann, ist der Stirnlappenbasilisk noch immer unübertroffen.

  24. 24
    soeintyp says:

    @ 19:
    In dem Fall, ja: ein anspruchsvolleres und in seiner Dreistigkeit wirklich interassantes Rätsel. Warum nur, warum glaube ich, dass die Moderatorin eine 8 auf der Oberseite des Kartenstapels zur Hand hatte…

  25. 25
    Sebastian S. says:

    Welchen Anlass gab es eigentlich, die Altersgrenze für die gelegentlichen Rätselspielchen anderer Sender zu senken?

    Ein Verschwörungstheoretiker käme evtl. auf die Idee, diese Regelung gibt es nur, damit ein Gericht die Satzung als ganzes kassieren und das Unheil noch ein Jahr hinauszögern kann ;-)

  26. 26
    J. S. says:

    Die Einblendung der Anruferzahlen alle halbe Stunde hätte eines bewirkt: Durchstellpausen wären nicht mehr möglich gewesen.

    Denn man kennt es ja schon von 9Live. Eine Durchstellpause bei einem sehr einfachen Spiel und der Moderator faselt etwas von „es ruft keiner an; keiner hat die Lösung“. Man stelle sich dieses Gefasel nun vor, während am unteren Bildschirm eine Anruferzahl von 3000 steht. Das wäre lächerlich und jeder Zuschauer und potentieller Anrufer würde sich denken, dass 9Live bescheißt (9Live würde nach kurzer Zeit einpacken, weil nun jeder die Abzocke durchschaut).

    Aber durch großen Druck der Sender (wahrscheinlich mit Hilfe von ProSieben.Sat1 GmbH) hat man solch unliebsame Passagen entfernen lassen. Transparenz? Nein danke!

    Bis zur nächsten Durchstellpause mit den immer gleichen Phrasen. Und die kommt bestimmt (auch nach Inkrafttreten der Satzung).

  27. 27
    istwohlso says:

    Wenn schon die Einblendung der Anruferzahlen aus „wettbewerbsrechtlichen Gründen“ nicht möglich ist so hätte man doch wenigstens die Einblendung der Gewinnschancen in das neue Regelwerk mit aufnehmen können?
    Wäre aber wohl auch nicht so ganz im Sinne der Veranstalter gewesen.

  28. 28
    nusssss says:

    die werden echt immer dreister ^^

  29. 29
    DerFriese says:

    schlimmer finde ich die tatsache, dass die behörde, die ja laut eigener aussage die telefontechnik im detail nicht versteht, sich von den sendern vorschreiben läßt, was technisch möglich ist und was nicht….
    so fliegt der passus aus den anwendungsregeln, in denen der betreiber der spiele den vieltelefonierern nach einer bestimmten anzahl an anrufversuchen die mittlerweile verspielte summe nennt und gegebenfalls sperrt….
    eine – theoretisch – sinnvolle maßnahme….
    laut auskunft der sender ist aber GENAU das technisch nicht möglich und schon streicht es die alm aus dem regelwerk….
    lächerlich, hat doch der skandal vor ca. einem halben jahr in england dazu geführt, dass die aufsichtsbehörde ofcom genau so etwas im zuge der reformierung des skandalbehafteten „britischen“ call-tv als auflage bestimmt hat….

    und soll ich euch was sagen….keiner hat seinen sendebetrieb eingestellt, weil diese auflage technisch nicht zu erfüllen war….

    brillant, dass die alm sich die regeln von den leuten diktieren läßt, die sie betreffen….

    gruß
    der friese

  30. 30
    Stefan W. says:

    @derFriese, #29:

    Wenn kein Sender den Sendebetrieb eingestellt hat, dann machen die auf der Insel immer noch genug Kohle? Wie? Half die Einblendung der Anruferzahlen gar nicht?

    Ich bin pessimistisch, was die Zahl derer angeht, die anrufen, weil sie’s kognitiv nicht überreißen. Sicher wird es ein paar wenige geben, aber ein normaler Mensch läßt sich doch schon ästhetisch nicht auf so eine Sendung ein, wo man angeschrieen wird, und es heißt „Treffen Sie Leitung 2, 8, 10 oder hellblau im richtigen Moment.“

    Die verausgabten Telefongebühren im Verhältnis zu ausgworfenen Gewinnen würden mich auch mal interessieren.

  31. 31
    steve says:

    So weit ich weiß, wird ein Zehntel des Umsatzes von 9Live als Gewinn an die Anrufer zurückgegeben. Beim Lotto wird die Hälfte ausgeschüttet.

  32. 32
    Der Friese says:

    @stefan w.
    ich lehne mich mal aus dem fenster und behaupte, dass format an sich kann ja existent bleiben – jedoch nicht in seiner hier vorherrschenden form…
    angefangen bei den spielen, deren lösungen den elativ von abstrus strapazieren würden, die moderatoren….also…eher die koberer im tv, die dem zuschauer stundenlang ein x für ein ü vormachen, die intransparente technik des hotbuttons, der offenen und geschlossenen leitungen, der offensichtliche abzockmechanismus in deiner gänze…quasi….
    das ist der fehler im system….die regeln der alm sollen ja nicht automatisch das aus für die formate bedeuten, lediglich die transparenz und fairness soll gefördert werden, die zuschauer sollen vor sich selbst bezüglich dieser „glücksspiele“ beschützt werden….
    wenn die offenheit dann zu umsatzeinbrüchen führen würde, die das aus bedeuten würde, dann taugt dieses format eben nichts und muss verschwinden….
    ein format, dass – fair gespielt – nichts taugt und verschwinden würde, darf nicht auf abzocke basieren und so seine existenzberechtigung erwerben…

    gruß
    der friese

  33. 33
    ruhrpottjunge says:

    Mich überkommt immer ein komisches Gefühl, wenn Menschen „vor sich selbst geschützt“ werden sollen. Denn das impliziert, dass andere festlegen, was für Menschen gut ist und was schlecht – nicht gerade meine Vorstellung von einer freien Gesellschaft. In anderen Dingen sind wir auch frei: Es gibt Messer auch für Depressive, und es gibt welche, die schneiden sich dann die Pulsadern längs auf. Es gibt Alkohol und Zigaretten, für das Glas Wein am Abend und die Zigarette danach, aber auch für die Flasche Korn am Morgen und für Lungenkrebs mit Mitte Dreißig. Mehr als warnen kann man die Menschen nicht – und das wird bereits gemacht.

  34. 34
    Der Friese says:

    @ruhrpottjunge….
    interessanter aspekt….
    warum zahle ich bußgeld, wenn ich mich nicht anschnalle….oder meinen helm beim motorradfahren nicht aufsetze…
    weiß ich doch um das risiko des nichtanschnallens und des fahren ohne helm….
    warum gibts selbsthilfegruppen für süchtige – angebote, einen falsch eingeschlagenen weg zu korrigieren…
    weil wir alle so mündige bürger sind ??
    der andere aspekt – du schreibst, mehr als warnen kann man die menschen nicht – ist, dass genau das bei 9live und deren derivaten nicht passiert….
    dort wird dir ins gesicht gebrüllt, dass du zu blöde bist, dieses einfache rätselspiel zu lösen, eh kein schwein anruft und du deswegen noch blöder bist, weil du deine chance nicht nutzt, das geld mitzunehmen…
    das ist die realität und oma erna glaubt daran und verzockt ihre rente….

    gruß
    der friese

  35. 35
    judie says:

    Es handelt sich um ein ganz simples Zurückrudern der zuständigen Behörden hinsichtlich der Satzungsänderungen um sagen wir mal mehr als 180 Grad oder so. Gründe? Mangelnde Kompetenz, einfach nur Gutgläubigkeit grenzend an Dämlichkeit, mangelnden „Cohones“, und vielleicht noch so ein paar nette Dinge, die in einen Robert de Niro- und Al Pacino – Film passen würden…
    Und 9 Live kann es ja nicht nur recht sein, sie haben ja, wie schon gewohnt, die neuen Regeln diktiert und mit abgesegnet, wie immer hatten sie das letzte Wort?
    Nur eine Frage!
    Ja, kapitalistisches Denken und Lobbyismus in allen Bereichen(auch da, wo er nicht hingehört)!
    Ein „Superkapitalistischer“ Coup..
    Allerdings wird sich auf diesem Wege das „Problem“ der allseits so beiebten Call in-Betrays auch schon auch wieder erledigen, denn ich bin überzeugt, über kurz oder lang können sie den Zuschauer nicht mehr länger ausnehmen und foppen, da nützen dann auch die weichgepültesten Regeln und die schönsten Worte einen 9 Live -Verantwortlichen nichs mehr.
    Lächerlichst übrigens, Dinge, die selbstverständich sind da von eher vorgeschrieben wieMindesalterund Cenbetrag der Teilnahme, sich jetzt auf seine eigenen Fahnen zu schreiben und damit rumzuprahlen!

  36. 36
    Marc Doehler says:

    Ich habe mal versucht, die Antworten von Herrn Bartoleit aus dem hier genannten Interview zu analysieren. Das niederschmetternde Ergebnis findet sich, wie immer, bei den „grünen Gnomen“:

    http://call-in-tv.net/viewtopic.php?p=139295#139295

    Das Ganze folgt natürlich auch in Kürze in einer audiovisuellen Fassung bei YouTube. Diesem dummen Geschwätz muss einfach entgegen gewirkt werden.

  37. 37
    Norbert Handermann says:

    „Aber warum sollte 9Live nicht auf diese Weise seine Ausgaben zu senken und die Ziehung zu manipulieren versuchen?”

    Tatsächlich, es GIBT keinen Grund (mehr) , warum 9live NICHT versuchen sollte, zu manipulieren – wie auch immer! Der grösste Teil der Kunden, die mal Vertrauen hatte, ist ja schon „verbrannt“. Es STEHT nirgendwo, dass die Kugeln gleichschwer sein müssen (oder gleichtemperiert, oder… ) . Es STEHT nirgendwo, dass die Animateure NICHT schwindeln dürfen (Regeln gibt es nur bzgl. bestimmter Aussagen). Es STEHT nirgendwo, dass die Zuschlagswahrscheinlichkeiten zu gewissen virtuellen Leitungsnummern über einen bestimmten Zeitraum gleichwahrscheinlich verteilt sein müssen (auch wenn das der „gesunde Menschenverstand gebieten würde). Es STEHT nirgendwo, dass die Rätsel-Lösungsmenge aus Elementen vergleichbaren Schwierigkeitsgrad sein müssen, es STEHT nirgendwo, dass keine Scherzfragen erlaubt sind, es STEHT nirgendwo, dass alle optischen und akustischen Elemente der Show live sein müssen, oder aus EINEM Studio stammen müssen, dass verwendete kalender KEINEN 31. Juni haben dürfen, etc. etc. etc. )

    So wie schon die Fragen nach Ochsenmilch etc. beliebig nach Bedarf interpretierbare Scherzfragen sein konnten, gestehen sich die Veranstalter anscheinend zu, dass ALLE Elemente einer Spielshow ein manipulierter Scherz sein können. Von der Frage über die Spielmodi (und wie sie während des Spieles geändert werden) über akustische Elemente (Telefonanrufe, … ) über optische Elemente (blinkende Hotbuttons) über Spielgeräte wie Ziehungsurnen oder Flipcharts bis zum Moderator Es handelt sich ja nicht um transparente und faire Spiele, sondern um (schlechte) SIMULATIONEN transparenter und fairer Spiele. Von der Differenz der Erwartungshaltung des naiven Zuschauers zum tatsächlichen Sachverhalt leben die Veranstalter! So simpel, so schlimm!

    Und die Sender gehen durchaus perfide vor: die Moderatoren/-innen werden von den Sendern gezwungen, ihre Shows unter ihren Realnamen vorzuführen. Dies hat den Vorteil, dass unvorsichtige Kommentare zu den Intelligenzen der Moderatoren (die gespielte Intelligenz/Nichtintelligenz ist ja ebenfalls Teil des Spiels) als ehrenrührig und justiziabel angesehen werden können. Dabei müssen doch aber Diskussionen bsp.weise über die Bühnenfigur Tina Kaiser („Rolle“ beim Spiel) erlaubt sein, ohne dass man ständig mit einem Bein im juristischen Sumpf steht, weil daraus falsche Schlüsse über Tina Kaiser als Privatperson gezogen werden könnten. Ergo: für die Moderatoren sollten seitens des Veranstalters reine Kunstnamen verwendet werden müssen. Und um ALLE Spiele sollte eine permanente Banderole „Verlassen Sie sich auf KEINEN Bestandteil dieser Show, weder akustisch noch optisch“ „Machen Sie KEINE Rückschlüsse mit gesundem Menschenverstand“ „Es ist alles und nichts möglich“ eingeblendet werden…

  38. 38
    Gregor Keuschnig says:

    @37/Norbert Handermann
    Alles was Sie sagen, kann ich nachvollziehen und ich stimme Ihnen zu.

    Allerdings: Und um ALLE Spiele sollte eine permanente Banderole „Verlassen Sie sich auf KEINEN Bestandteil dieser Show, weder akustisch noch optisch” „Machen Sie KEINE Rückschlüsse mit gesundem Menschenverstand” „Es ist alles und nichts möglich” eingeblendet werden… Ich glaube, dass so etwas nichts nutzen wird. Man betrachte sich die Aufschriften auf den Zigarettenpackungen. Geraucht wird trotzdem noch.

  39. 39
    Twipsy says:

    „Und die Sender gehen durchaus perfide vor: die Moderatoren/-innen werden von den Sendern gezwungen, ihre Shows unter ihren Realnamen vorzuführen.“

    Cheyenne Lacroix und Yvonne Dupont heißen wirklich so?
    Die Tatsache, dass die Leute, die ihr Gesicht täglich dafür in die Kamera halten, anscheinend unbehelligt ihren Alltagsgeschäften nachgehen können, zeigt entweder, dass doch sehr wenige Leute diese Sender sehen, oder dass die Menschen heute fast schon zu zivilisiert sind.

  40. 40
    GlowingHeart says:

    Entwurf: § 7
    Manipulationsverbot
    Veränderungen in einem laufenden Gewinnspiel oder einer Gewinnspielsendung, insbesondere durch die Abänderung von Spielregeln, die Vorspiegelung weiterer Nutzerinnen und Nutzer oder Eingriffe in Nutzerinnen- und Nutzerauswahl, Rätsellösung oder Gewinn sind unzulässig.

    Neu: § 7
    Manipulationsverbot
    Veränderungen in einem laufenden Gewinnspiel oder einer Gewinnspielsendung, insbesondere durch die Abänderung von Spielregeln, die Vorspiegelung weiterer Nutzerinnen und Nutzer oder fehlender Nutzerinnen und Nutzer oder Eingriffe in Nutzerinnen- und Nutzerauswahl, Rätsellösung oder die Reduzierung des Gewinns sind unzulässig.

    An dieser unterstrichenen Stelle haben wohl die Call-TV Veranstalter gedreht und ZAK & Co sich einlullen lassen, da im Entwurf eine generelle Änderung eines ausgelobten Gewinns in einem Gewinnspieles unzulässig gemacht wurde, weder nach unten noch nach oben.

    Durch hinzufügen von die Reduzierung lässt es nun wieder die Option zu, einen ausgelobten Gewinn tief anzusetzen und je nach schwachen Anruferaufkommen ins Ausschweifende ansteigen zu lassen um so bewusst den Zuschauer zum Anrufen zu verleiten.

    Bleibt ein Gewinn die ganze Zeit während eines Gewinnspieles starr, so wie im Entwurf geschrieben, kann der Veranstalter nicht flexibel bei geringen PEAKS/Anruferzahl reagieren, was nicht im Interesse des Veranstalters ist.

    Also kommt ZAK & Co dem Call-TV Veranstalter entgegen (Lobbyismus), damit die Veranstalter nun weiter mit ansteigenden Gewinnen zum Anrufen nötigen und ködern dürfen.

    Die anderen Veränderungen gegenüber dem 1. Entwurf sind ebenfalls einem Lobbyisten würdig und im Interesse des Veranstalters, der technisches Unvermögen angibt aber jahrelang mit Echtzeit-Monitore der Anrufeingänge umzugehen weiß. Wer glaubt da noch an Glaubwürdigkeit?

    Ich hoffe, von den 95 Cent Rundfunkgebührenerhöhung ab 2009 bis 2012 geht KEIN Cent an ZAK & Co!

    ZAK = Zufrieden Außer Kunde

  41. 41
    Mark34 says:

    @29
    Die Ofcom in UK ist die gemeinsame Aufsichts/Regulierungsbehörde für Telecoms & Medienunternehmen. Deswegen kann die Ofcom z.B. auch die Preise ansagen. In D gibt es aber verschiedene Behörden für Telecoms & Medienunternehmen. Die ZAK kann also schon aus ihrer verfassungsrechtlichen Kompetenz gar nicht die Preise bestimmen. Das Limit ginge technisch evtl. nummerngebunden, nicht aber personengebunden: wie will man wissen wer unter welcher Nummer anruft? Schon mal was vom Fernmeldegeheimnis gehört?

  42. 42
    Der Friese says:

    @mark34….
    mag sein, dass die strukturelle zusammensetzung in großbritannien eine andere ist, mag sein, dass die ofcom da mehr möglichkeiten hat als die alm – es geht um die technische möglichkeit, dass kostenansagen nach x anrufen möglich sind und dass eine sperrung bei überschreiten von xx euro ebenfalls möglich ist….
    es kann nicht sein, dass sich die alm mit der begründung zufrieden gibt, dass das technisch nicht möglich sei, wobei sie selbst keine ahnung hat, was technisch möglich ist…und es ja offensichtlich in großbritannien schon länger gehandhabt wird….
    sollte die britische telekom der deutschen tatsächlich um längen überlegen sein…??
    und natürlich ist das limit nummerngebunden – zur zeit siehts so aus, dass oma erna sich um haus und hof verspielen kann, wenn am ende des monats die rechnung kommt….
    die kinder lala und lulu reufen ebenfalls von muttis anschluß an und mutti wundert sich, was da passiert ist….

    gruß
    der friese

    btw.
    gh…altes haus…:-))

  43. 43
    La Brea says:

    Warum schreien diese Moderatoren eigentlich immer so? Wollen die damit ihr rudimentär vorhandenes schlechtes Gewissen übertönen? Das mit dem schwarzen Ball hat mich an den alten Jahrmarktstrick mit dem ‚Dosen’werfen erinnert. Das sind eher abgesägte Stahlrohre und mit so einem Tennisball nur mit viel Schmackes abzuräumen. Ähnliche Liga.

  44. 44
    me says:

    9live erfahrbar machen:
    Man möge Ralf Bartoleit vorschlagen „Sie geben mir 1 € und ich gebe ihnen 100“. bei Einwilligung gibts 100 und zwar (seichte) Schläge – auf den Hinterkopf.

    „Killerspiele“ und 9live – das beste beispiel für verkorkste Regulierung.
    Diese „politischen“ Debatten sind die beste deutsche Unterhaltung.

    MdbG
    me

Trackbacks & Pingbacks

  1. […] Ralf Bartoleit, Geschäftsführer 9Live, 17. November 2008: […]

  2. […] stolpert, die einen mit den plumpesten Maschen dazu bewegen wollen, bei unlösbaren Quiz- und Rätsel-Spielchen ‘nen halben Euro dafür auszugeben, dass man an der kostenpflichtigen Hotline mit seiner […]

Einen Kommentar hinterlassen

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *