Wer gibt noch was auf PageImpressions?

08 Dez 08
8. Dezember 2008

Im Zusammenhang mit dem absurden Wettrennen der Online-Medien um die höchsten Klickzahlen, das sie mit immer groteskeren Klickstrecken und Klickspielen bestreiten, taucht immer wieder die Frage auf, wer denn überhaupt so doof ist, der bei diesen Medien offenkundig sinnlos gewordenen Einheit „PageImpression“ (PI) überhaupt noch irgendeine Bedeutung als Erfolgsmesser beizumessen.

Nun, zum Beispiel die Kollegen von der Werbe-Fachzeitschrift „Horizont“:

Und die Kollegen von „Deutschlands Medien-Portal“ „Meedia“:

Und die Kollegen von der Werbe-Fachzeitschrift „werben & verkaufen“:

Und die Kollegen vom Medien-Fachdienst „kress“ natürlich:

Journalisten also. Journalisten sind so doof.

Nachtrag, 20:50 Uhr (auf besonderen Wunsch und weil man den ersten Absatz womöglich missverstehen kann): Es geht mir mit diesem Eintrag ausschließlich darum, zu sagen, dass Journalisten mitschuld daran sind, wenn die gesamte Branche an einer Währung festhält, die nicht mehr taugt und die schädlich ist für Journalismus und Journalisten.

63 Gedanken
  1. 1
    Name (notwendig) says:

    Ergänzung zu: „Journalisten also. Journalisten sind so doof.“

    please add: http://www.deutsche-startups.de/2008/12/08/wer-kennt-wende-ueberholt-studivz/

    „Auch wenn sich die enorme Zahl der Seitenabrufe ohnehin nicht vermarkten lässt und sich ein Teil des riesigen Rückgangs sicherlich auf technische Veränderungen (Ajax-Technologie) zurückführen lässt, ist dies ein enormer Verlust – vor allem auch ein Imageverlust. Trotz aller Dementis zählt Größe in der Online-Branche halt doch.“

  2. 2
    Jemand says:

    … hoffentlich kommt nicht irgendwann mal wieder der „Hit“ in Mode. Ich kann mich noch erinnern, als Hits tatsächlich eine Aussagekraft haben sollten. (Ein Hit ist das Laden eines Elements, wie z.B. ein Bild) auf einer Seite. Diese Seite hätte bei einem einzigen Aufruf ca. 20 Hits

  3. 3
    arahf says:

    Wiegt sich das nicht wieder auf wenn jeder mt absurden Methoden versucht seine Zahlen zu erhöhen? So unaussagekräftig sollten die Listen dann vielleicht doch nicht sein

  4. 4
    nona says:

    Journalisten sind Computer?

  5. 5
    Jens Schröder says:

    Ähm. Wie verdienst Du nochmal dein Geld als Blogger? Ach ja, mit Page Impressions bzw. Ad Impressions – weiß ich ja zufällig. Leute, die Werbung bei Dir schalten sind so doof.

  6. 6
    nona says:

    @arahf: So gesehen geben Listen dieser Art wieder, wer am besten bescheisst manipuliert. Dann müssten solche Rankings aber auch entsprechend tituliert sein, was sie -denke ich- nie sind. Sie heissen „beliebteste“ oder „erfolgreichste“ oder „meist besuchte“ u.s.ä., was dann natürlich relative Augenwischerei ist.

  7. 7
    Stefan says:

    @Jens Schröder: Und wieviele Klickstrecken, Bildergalerien, Adventsklickspiele, Fußballklickspiele, Sudokus habe ich in diese Seiten eingebaut, die aus einer ehemals sinnvollen Messgröße „PageImpression“ einen gefährlichen Quatsch gemacht haben?

  8. 8
    Stefan says:

    @Jens Schröder: Ich habe den ersten Satz jetzt genauer formuliert.

  9. 9
    Mart says:

    Was ist die bessere Aternative?
    Wenn schon, dann sollte man der IVW auf die Finger klopfen, die hat zwar Aktenordnerweise Vorgaben, die zu erfüllen sind – aber ob sie wirklich erfüllt werden, wird in den seltensten Fällen kontrolliert.

  10. 10
    ldeora says:

    Unsereins muss eine Funktion einbauen, damit bei jeder AJAX-(JavaScript-)Aktion ein IVW-Box-Reload stattfindet. Die Werbeindustrie lässt sich so einfach in die Irre führen – es ist zum Schreien.

    Würde doch die Werbewirtschaft zumindest etwas wie Google-Analytics-Reports anstatt IVW-Auswertungen verlangen, dann würde sich sicherlich einiges ändern. GA kann man nicht so einfach bescheissen und wer es dann doch versucht, dessen Account wird gesperrt. Wer IVW und GA auf seiner Site hat, wird sehen, wie weit die IVW-Zahlen von der Realität abweichen.

    Dass ausgerechnet „Journalisten“ selbst teilweise die grössten Verfechter der IVW-Zahlen sind ist gelinde gesagt ironisch.

  11. 11
    Stefan says:

    @Mart: Alternativen sind z.B. die Größen Visits, Unique Visitors, Verweildauer.

  12. 12
    Ulrike Langer says:

    Wie war das noch mit dem Unique User, der als Leitwährung die völlig unbrauchbar gewordene Messgröße PI ablösen soll? Die ganze Onlinebranche ist sich da einig – theoretisch und eigentlich und überhaupt. Außer natürlich, es ist gerade wieder Zeit für die IVW-Quartalszahlen. Dann verfallen die Lemminge wieder in den PI-Ranking-Wahn.

  13. 13
    Jens Schröder says:

    @Stefan: Was hat das eine mit dem anderen zu tun? Dass Du für Page Impressions bzw. Ad Impressions bezahlt wirst, zeigt doch, dass nicht nur wir Journalisten „doof“ sind, sondern dass diese Messgröße immer noch eine gewisse Relevanz hat – und damit auch eine Berechtigung in der Berichterstattung. Dass Du dabei nicht Klicks schindest, tut dabei doch erstmal nichts zur Sache. Natürlich hast Du recht, dass die Messgröße Page Impression vor die Hunde gegangen ist, weil die IVW viel zu lasch mit dem Regelwerk umgeht, was denn nun wirklich eine Page Impression ist. Bei aller Kritik sollte man aber nicht vergessen, dass es im Internet wohl nie eine Messgröße geben wird, die nicht manipulierbar oder zumindest beeinflussbar ist:

    Visits: Lassen sich kinderleicht per Suchmaschinenoptimierung oder per Ankauf von Google AdWords beeinflussen. Je mehr Geld man für SEO und SEM ausgibt, desto mehr Leute holt man quasi-automatisch auf die eigene Seite

    Verweildauer: Wo bitteschön ist der Unterschied, ob jemand 100 PIs generiert, weil er Sudoku auf einer Nachrichten-Website spielt – oder ob er damit 30 Minuten verbringt? Die Verweildauer sagt ebenso wenig über die Qualität der Website-Nutzung aus wie die PI.

    Unique User / Unique Visitors: Ist für mich zwar derzeit die „relevanteste“ Messeinheit, dennoch gilt auch hier das, was für die Visits gilt: Lässt sich mit SEO und SEM in die Höhe treiben.

    Journalisten plump als „doof“ zu bezeichnen ist jedenfalls mindestens genauso doof.

  14. 14
    arahf says:

    @nona

    Kann schon sein, aber ob der eine dem anderen da so heftig nachsteht bezweifel ich. Sowieso: falls die Werbeindustrie tatsächlich noch auf die PI schaut, dann arbeiten da wohl auch nur Trottel. Die PI Rankings geben höchswahrscheinlich immer noch einen halbwegs genauen Überblick der „beliebtesten“ Seiten Deutschlands, auch wenn die Zahlen selber falsch, d.h. überhöht sein dürften.

  15. 15
    Bernd says:

    @Ulrike Langer: Daran wird ja hart gearbeitet. Mit SEO und SEM wird dafür gesorgt, dass der Unique User mittlerweile schon nichts mehr darüber aussagt, wie groß die Stammnutzerschaft einer Website ist. Denn ein Nutzer der über SEM oder SEO gewonnen wird, ist tendenzielle auch ein zusätzliche Unique User, einer der täglich vorbei kommt zählt auch nur einmal pro Monat, womit der Unique User eher aussagt, wer am meisten für SEO/SEM ausgibt.

  16. 16
    ldeora says:

    Klingt ja so als wäre „SEO“ etwas ungemein trickreiches, etwas, das der Magie nahe käme…

    „SEO Optimierung“ bedeutet heutzutage, dass man relevanten, interessanten und vor allem _eigenen_ Content anbietet (ich meine Euch, ihr Wikipedia-Artikel-Cloner). Wer glaubt, dass man mit Keywords oder sonstigen Schmarrn noch irgendeine Suchmaschine beeindrucken könnte, der lebt in einer Seifenblase.

    Suchmaschinen wie Google wollen den Nutzern die Results liefern, die sie erwarten würden. Daraufhin wurden sie in den letzten Jahren stark optimiert. Die schwarzen Magier der SEO-Optimierungs-Consultants sind nichts weiter als Quacksalber.

    Relevanter, interessanter und einzigartiger Content, darauf kommt es an.

  17. 17
    ldeora says:

    @arahf (14.): Die IVW-Listings geben nichts anderes wieder als die Top-Klickstrecken-Anbieter. Schaut man sich mal die weltweit erfolgreichsten Sites an, dann wird man erkennen, dass sie die User _nicht_ als Klickvieh betrachten. Der Besucher ist nämlich nicht so dämlich um auf wirklich alles hereinzufallen. Von den Werbeeinahmen von z. B. digg.com träumen gewisse IVW-Teilnehmer.

    „aus einer ehemals sinnvollen Messgröße „PageImpression” einen gefährlichen Quatsch gemacht haben“ schrieb Stefan vorhin und „gefährlich“ hätte er fett schreiben sollen, denn IVW-PIs sind für die Online-Medien das, was die faulen Kredite für die US-Immobilienwelt ist. Irgendwann fliegt ihnen das um die Ohren.

  18. 18
    Stefan says:

    @Jens:

    Natürlich hast Du recht, dass die Messgröße Page Impression vor die Hunde gegangen ist (…)

    Komisch, dass sich das in der Berichterstattung über die Zahlen nicht niederschlägt. Bei Euch (Meedia) noch am ehesten, weil es nach den PIs immerhin auch noch um die Visits geht.

  19. 19
    arahf says:

    mh wie lang wirds wohl noch dauern *hoff*? ;)

  20. 20
    Stefan says:

    (Habe übrigens gerade ein schlimmes Déjà-vu, was meine Formulierung „Journalisten sind so doof“ angeht. Vielleicht hätte ich doch einfach um 19:25 Uhr Feierabend machen sollen.)

  21. 21
    Mart says:

    @Stefan: Die Diskussion um die diversen Messmethoden erinnert mich ein wenig an die Mac vs. Windows-Diskussion bei Viren: Natürlich gibt es für den Mac weniger Viren – aber der Hauptgrund dafür ist nicht die Überlegenheit des Betriebssystems (von dem ich ansonsten eher überzeugt bin) sondern der Marktanteil der Windowskisten. Es lohnt sich eher, für Windows Viren zu programmieren. Momentan lohnt es sich auch noch eher, die PIs auszutricksen. Wenn morgen die IVW Visits oder oder meinetwegen Unique Visitors als neue Leitwährung ausrufen würde, gäbe es übermorgen 500 neue Startups, die sich den systematischen Beschiss eben dieses Systems auf die Fahnen geschrieben hätten.

  22. 22
    Olly says:

    @ Stefan, #20

    Ach, Du hast ja nicht „Alle Journalisten sind so doof“ gesagt…

  23. 23
    kurt says:

    @Bernd:

    Denn ein Nutzer der über SEM oder SEO gewonnen wird, ist tendenzielle auch ein zusätzliche Unique User, einer der täglich vorbei kommt zählt auch nur einmal pro Monat, womit der Unique User eher aussagt, wer am meisten für SEO/SEM ausgibt.

    Unique Users werden spätestens dann erneut gezählt, wenn sie die IP wechseln. Wenn jemand zweimal hintereinander mit verschiedenen IP-Adressen eine Webseite besucht, dann kann er nichtmal theoretisch als ein und derselbe Besucher identifiziert werden, zumindest dann nicht, wenn er regelmäßig dazwischen seinen Cookie-Speicher löscht.

    Bei den unter Privatnutzern üblichen DSL-Anschlüssen werden IP-Adressen dynamisch mit einer Zwangstrennung nach 24 Stunden vergeben, das bedeutet, spätestens nach einem Tag ist die IP zwangsläufig eine andere. Wer also 30mal pro Monat eine Webseite von seinem Privatanschluss aus besucht, wird für 30 „Unique Users“ gezählt.

    Wie „unique“ damit ein „Unique User“ noch sein kann, ist natürlich eine andere Frage. Verlässliche Zahlen würde man wohl nur mit Flash-Cookies erhalten (weil kaum jemand weiß, wie man die löschen kann), aber das wäre datenschutzrechtlich problematisch.

  24. 24
    Bernd says:

    @ldeora Content ist notwendig, aber nicht hinreichend. Schauen wir uns Google News an, auch wenn es ein Sonderfall ist: Für Spiegel Online findet Google News 2.261 Artikel. Für Welt Online sind es 15.123 Artikel. Glaubst du wirklich, Welt Online produziert sieben mal so viele relevante Artikel?

    Niemand sagt, dass da böse Tricks genutzt werden, aber dennoch wird mehr in SEO/SEM investiert als in gute Inhalte. Nimmt man den Unique User als relevante Größe, wird das besonders stark belohnt.

  25. 25
    Bernd says:

    @kurt Das stimmt nur teilweise. Es werden Cookies gesetzt um Nutzern zu erkennen, die IP spiel dabei kaum eine Rolle. Und die große Masse (> 95%) löscht Cookies nicht.

  26. 26
    kurt says:

    Interessant finde ich, dass z.B. Focus Online und Welt Online Flash-Cookies speichern, das bedeutet, sie wissen – für die interne Auswertung! – sehr genau, wieviele von den „Unique Users“ wirklich „unique“ sind. Nur werden diese Zahlen wohl kaum gegenüber der IVW gemeldet.

    Es ist für den Seitenbetreiber selbst sicherlich sehr aufschlussreich, zu erfahren, wer nun tatsächlich wie oft und wie lange sich auf dem eigenen Angebot herumtreibt. Noch aufschlussreicher wäre es für die Werbetreibenden, aber die sind ja schon blöd genug, sich mit PIs zufriedenzugeben, und wenn nicht das, dann wenigstens mit den „Unique Users“.

    Das mit den Flash-Cookies funktioniert natürlich nicht, wenn man kein Flash installiert hat oder das Verzeichnis regelmäßig löscht (oder dort keine Schreibrechte erlaubt), aber auf über 95% aller Privatrechner ist Flash installiert, und nur wenige Anwender wissen überhaupt, dass Flash-Cookies existieren, geschweige denn, wie man sie löscht.

    (Wen es interessiert: Unter Windows findet man sie in diesem Verzeichnis: %AppData%\Macromedia\Flash Player\#SharedObjects).

  27. 27
    Sebastian says:

    Du implizierst, dass da Journalisten arbeiten. Ist das nicht eine noch gewagtere These als die dass man den Erfolg einer Internetseite an den PIs messen kann?

    Ich wiederhol mich da gerne aber den Unterschied zwischen PI und Unique Visit kenne ich seit knapp 10 Jahren. Seit knapp 8 Jahren weiß ich, wo der Unterschied zwischen dem WERT von PI, UV und CLICK liegt.

    Damals gab es diese „Werde bezahlt fürs Surfen“-Systeme, wo man sich ein Programm installierte, welches zusätzlich zu den normalen Werbungen auf einer Seite noch weitere Popups und Werbebanner einblendete. Da ging es dann um weniger Pfennige/Cents pro Stunde. Diese Systeme sind allesamt gescheitert und mein Geld habe ich nie gesehen, weil die Auszahlungssumme so irrwitzig hoch gesetzt wurde, dass man, selbst ausgerechnet, mindestens 12 Monate durchgängig surfen musste, bevor Geld dabei rum kam – und das zu Zeiten wo es noch keine DSL-Flatrate gab bzw. die ersten für 70 Euro im Monat inkl. Telefonkosten.

    Warum in der Werbeindustrie dann der PI seit Jahren immer noch zählt ist mir absolut schleierhaft – vor allen Dingen weil der Firefox seit einiger Zeit über 30% Marktanteil hat und AdBlocker in den Addon-Ranglisten immer unter den ersten 5 ist.

    Die Lächerlichkeit dieser Aussagen in WERBE-Zeitschriften ist eigentlich gar nicht mehr zu überbieten. Das kommt mir so vor als ob eine Eishockey-Zeitschrift sich hinsetzt und die Strafzeiten der Mannschaften als Siegeskriterium nimmt. Kommentar #1 ist darüber hinaus sowas von bezeichnend. „Ajax-Technologie“, sprich das im Browser ablaufende Abfangen von Verbindungen zum Server (sprich Page-Impressions!) wird eingeführt, damit der gesamte Dienst besser reagiert (stark Datenbankgestützte Systeme wie Social-Networking-Seiten sind irgendwann nicht mehr skalierbar, wenn die Datenbank eine gewisse Größe erreicht und unter der Zahl der nötigen Tabellenreferenzen ächzt, ganz im Gegensatz zu einer wenig vernetzten Seite wie Bild oder SPON), und die Werbezeitung bemerkt das, versteht diese Technik AUCH nicht, und beurteilt das Sinken der PIs als fatal.

    Wie lächerlich ist sowas? Wie extrem kann man hinschreiben, dass man es nicht verstanden hat? Da könnte genauso stehen „Ich bin doof und stolz drauf“.

    Die Alternative zu Ajax wäre höchstw. gewesen, dass der Dienst alsbald unter den Zugriffen zusammenbricht.

    Aber sowas ist ja irgendwie auch zu technisch, gelle, und schwer verständlich, nachdenken tut weh und überhaupt machen wir hier nur ein Blatt, in dem der zahlenmäßige Schwanzvergleich gefördert werden soll.

  28. 28
    kurt says:

    @Bernd:

    Woher stammt die Information, dass a) bei der Erhebung der „Unique Users“ Cookies eingesetzt werden und b) >95% der Surfer diese nicht regelmäßig löscht? Das soll kein Angriff sein, würde mich wirklich interessieren – in meinem Bekanntenkreis löscht nämlich praktisch jeder regelmäßig die Cookies.

    Und auch unbedarftere Anwender sollten es hinbekommen, im Firefox „Private Daten löschen..“ auszuwählen und alle Häkchen zu aktivieren, und sei es nur, damit die Ehefrau nicht mitbekommt, dass sich der Gatte auf nicht jugendfreien Seiten herumgetrieben hat.

    Genauer dürften es jene Seitenbetreiber wissen, die sowohl normale als auch Flash-Cookies speichern, denn letztere werden von der oben genannten Privatsphären-Funktion des Firefox (bzw. der analogen Funktion im IE) nicht erfasst.

  29. 29
    ldeora says:

    @Bernd (24.):

    Du darfst da nicht Google News zu irgendwelche Vergleiche heranziehen. Dort sind einige typische Google-Mechanismen absichtlich außer Kraft gesetzt und andere Einflüsse wie Aktualität und dergleichen spielen eine Rolle. Mit SEO-Tricks wird man allerdings auch bei news.google.de wenig optimieren können.

    Der Page-Rank wird bei Google etwa alle 10 Tage neu errechnet. Hierbei muss per MapReduce durch den gesamten Datenbestand gegangen werden. Alleine daran siehst Du, dass Google News ganz anders behandelt wird, als die normale Search.

    Ist aber jetzt und hier gar nicht das Thema.

  30. 30
    nona says:

    @kurt:
    Und unter %AppData%\Macromedia\Flash Player\macromedia.com\support\flashplayer\sys\

  31. 31
    Fridolin says:

    Schon mal genauer geschaut: RP online hat als fast einziges Portal zugelegt – um 7,9 % (um mal nach Portal-Teaser-Art mit dem unvermeidlichen Gedankenstrich zu arbeiten)! Niggemeier und uns sei Dank. Letztens hatten die einen Bericht über mehr Fahrgäste bei der Rheinbahn mit einer Klickstrecke mit den größten Straßenbahnunfällen in Düsseldorf verknüpft. Einfach geschmackssicher, diese Onlinesteller! ;-)

  32. 32
    Thomas Lobig says:

    Stefan, dein letzter Satz klingt so als würdest du sagen „Soldaten sind Mörder“. Ich nehme an dass Journalisten sich tatsächlich von berufswegen täglich entblöden müssen. Sonst würden sie jede Nacht mit Daumen im Mund, die Kuscheldecke an sich geklammert, zitternd neben dem Bett liegen und weinen. Also nicht denken, schreiben. Zack zack. Was wollen die Leute lesen? Nein warte. Was können wir mit minimalen Aufwand fabrizieren, so dass die Leute den Scheiß noch konsumieren. Damit wir unseren Werbekunden den Konsum vorhalten können um ordentlich abzukassieren. Yeah, geiler Plan. Tja, Journalist sein ist kein Zuckerschlecken. Es ist eine harte Arbeit und irgendwer muss es ja machen..
    ..und so enden meine Alpträume Herr Doktor, immer mit dem Grinsen von diesem Wei Hiekmann(*‘)..

    Oh, tut mir Leid, wie war gleich die Frage?

    (* Name von der „Redaktion“ geändert)

  33. 33
    kurt says:

    @Nona:

    Richtig, danke für die Ergänzung.

  34. 34
    Bernd says:

    @ldeora Ich sag doch, Google News ist ein Sonderfall, aber nicht weniger verlockend für die Sitebetreiber. Und man sieht klar, wie Welt hier mit Masse um sich wirft, denn das scheint bei Google News zu funktionieren.

  35. 35
    ldeora says:

    @Sebastian (27.):

    Es ist schlimmer. AJAX würde einiges an Usability bringen. Log Dich mal z. B. bei digg.com ein und vote für einen Artikel. Nicht, dass da eine Seite neu geladen werden müsste um den Zähler hoch zu setzen. Das passiert per AJAX. Für die Server ist AJAX weitaus „softer“ als ein kompletter Page-Reload.

    Online-Medien hassen AJAX, weil sich das so schwer mit der IVW-Box in Einklang bringen lässt.

  36. 36
    Bernd says:

    @kurt „Das Cookie enthält eine beliebige, intern vergebene Zahlenfolge zur Erstellung einer Marktforschungsstudie über die Internetnutzung für die Arbeitsgemeinschaft Online Forschung (AGOF e.V.).“ siehe http://www2.infonline.de/de/extra/datenschutz/ . Zur Cookie-Akzeptanz ist es schwer Daten zu bekommen. Aber schau mal hier, ist zumindest ein Hinweis, wenn auch keine belastbare Quelle: http://www.smartmetrics.de/tag/cookies/

  37. 37
    Stefan says:

    @Ideora: AJAX lässt sich ganz leicht mit der IVW-Box in Einklang bringen. Welt Online und RP-Online machen’s vor. Ein Klick, eine winzige, schnelle Änderung auf der Seite — aber ein Page-Impression-Meldung an die IVW.

  38. 38
    kurt says:

    Die IVW erläutert hier, wie PIs und Visits technisch definiert sind:

    http://daten.ivw.eu/download/pdf/Online_RichtlinienV2_1_Anlage1.pdf

    Demnach gehören Seitenabrufe dann zum selben Visit, wenn vor weniger als 30 Minuten ein Seitenabruf innerhalb der gleichen Session (identifiziert durch Cookies) erfolgte.

    Zu „Unique Users“ steht dort allerdings nichts. Weiß vielleicht jemand, wie die IVW überhaupt technisch definiert, was ein „Unique User“ ist? Wäre vermutlich nicht so ganz irrelevant für die Diskussion.

  39. 39
    SvenR says:

    Hm, ich finde, Journalisten sind nicht doofer als Werbetreibende. In der „Reichweitenmessung“ wird doch immer Vodoo betrieben. Die Auflagezahlen der gedruckten Presse haben doch auch nichts mehr mit der Realität zu tun. Oder die tolle werberelevante Zielgruppe (von Herrn Thoma erfunden), der ich endlich in achteinhalb Jahren entwachsen sein werde.

  40. 40
    Stefan says:

    @kurt: Die „Unique Users“ ermittelt nicht die IVW, sondern die AGOF: http://www.agof.de/methode.363.html

  41. 41
    Oktogramm says:

    @24 und 29.

    Ohne mich in die Details von Google-News verheddern zu wollen. Aber nach meiner Kenntnis zählt bei denen unter anderen, wie oft eine Nachrichtenseite aktualisiert wird. Und da die Welt ihre Onlineschwester abends mit sämtlichen Artikeln aus der Zeitung beglückt, glaubt Google-News, hier seien besonders viele kleine Redakteurshände am Werk und das belohnt G-News. Ihr müsst mal bei Google-Analytics gucken, wieviel unfassbar mehr Artikel auf Welt-Online stehen als bei irgendeiner anderen Seite. Und die sollen nicht mal ihr Archiv geöffnet haben.

  42. 42
    alberto says:

    Von wer-kennt-wen.de habe ich noch nie etwas gehört…

  43. 43
    Bernd says:

    @kurt Die IVW erhebt keine Unique User. Die gibts bei der AGOF. Die errechnet die Zahl aus den von InfOnline gemessenen Unique Clients, wobei geschätzt wird wie viele Multi-User Rechner genutzt werden, dann geguckt wird, wie alt die Nutzer der Angebote sind (es zählen in der AGOF nur Nutzer ab 14 Jahren).

    „Der Unique Client ist die Basis zur Herleitung des Unique Users. Clients, die im Untersuchungszeitraum an mindestens zwei Kalendertagen mit einem Abstand von mindestens 12 Stunden und maximal 35 Tagen auftauchen, werden zu Unique Clients.“

    Im Detail: http://www.agof.de/methode.585.html

  44. 44
    ldeora says:

    @Stefan (37.): Vielleicht so: das Konzept AJAX lässt sich nur schwer mit der Denke der Online-Medien-Manager in Einklang bringen. In etwa so schwer, wie das Konzept eines mittig zentrierten Layouts, damit man auf heute üblichen Monitoren keine linksseitigen Nackenschmerzen bekommt.

    Sobald man eine benutzerfreundliche AJAX-Bedienung vorschlägt, wird sofort nachgefragt, ob man auch einen IVW-PI generieren kann auch wenn nur eine kleine Zeichenkette ausgetauscht wird.

    Eine der Grundideen von AJAX ist, dass eben nicht die komplette Seite neu geladen werden muss und das lässt sich mit dem Konzept „PI“ nicht schmerzlos zusammenführen.

    Das wollte ich eigentlich schreiben.

  45. 45
    kurt says:

    @Bernd:

    Danke für die Links.

    Den Smartmetrics-Artikel kann ich nicht so ganz unterschreiben. Insbesondere möchte ich bezweifeln, dass die Verbreitung von Flash-Playern, die Cookies speichern können, unter der Akzeptanzquote regulärer Browser-Cookies liegt, wie der Autor behauptet. Ob man das Kind nun „Cookie“ oder „lokale Speicherung von Serverdaten“ nennt, scheint mir auch ziemlich unerheblich, weil in beiden Fällen der gleiche Mechanismus gemeint ist.

    Klar gibt es nur wenige, die persistente Cookies generell verbieten (Kunststück, eine ganze Reihe von Webseiten funktioniert dann nicht mehr richtig). Interessant wäre eher, wieviele Leute die Speicherung temporär erlauben, aber dann die Privatsphären-Funktion ihres Browsers nutzen, um regelmäßig alles von der Platte zu fegen. Wie man die Zahl dieser Leute „relativ leicht aus den eigenen Daten ermitteln“ können soll, finde ich nicht so offensichtlich.

    Wenn zwischendurch sowohl Cookie-Löschung als auch IP-Wechsel erfolgen, sind zwei Seitenabrufe technisch nicht auf die gleiche Person abbildbar. Ich bezweifle, dass man diesen Effekt einfach als „statistisches Artefakt“ aus seinen Daten herausrechnen kann, jedenfalls nicht, ohne (unbewiesene?) Annahmen darüber zu treffen, welcher Anteil der neu erscheinenden Besucher dieser Gruppe zuzuschlagen ist. Wie gesagt, herausfinden kann man so etwas höchstens über Flash-Cookies – wenn man annimmt, dass die Cookie-Löscher die Flash-Cookies übersehen. Der Autor des Textes schreibt dazu nur: „Aus unseren Erfahrungen heraus liegt diese Quote bei rund 5%“, ohne jedoch zu erläutern, wie er sie ermittelt hat.

    Das mit den „drei Hürden“ klingt auch dramatischer, als es ist. Den Flash-Player hat inzwischen wirklich praktisch jeder installiert, auch wenn manche den Begriff zum ersten Mal hören („Das ist das, was man für Youtube braucht“). Der Anteil der Versionen, die bereits Flash-Cookies speichern können, nähert sich asymptotisch der 100%-Marke. Speicherdauer und -größe ändert so gut wie keiner, weil es nicht trivial ist, herauszufinden, wie das geht.

    Entgegen den einleitenden Sätzen des – man verzeihe diesen Ausdruck – Webmarketingheinis, der den Artikel verfasst hat, werden Cookies meiner Ansicht nach auch vorwiegend nicht deshalb gelöscht, weil man sie für „sowas wie Viren“ hält, sondern weil sie verraten, welche Webseiten man wann besucht hat (Arbeitgeber könnte sehr interessieren, wieviel Zeit ihre Angestellten während der Arbeit auf Spiegel Online verbringen!) und dem Webseitenbetreiber ermöglichen, genau zu ermitteln, welche Art von Artikeln eine bestimmte Person über einen längeren Zeitraum wie lange gelesen und auf welchen Werbebanner sie geklickt hat. Dieses Erstellen von Profilen betrachtet eine große Zahl von Bürgern als unzulässigen Eingriff in ihre Privatsphäre – zu recht, wie ich finde, selbst wenn der Websitebetreiber die ID nicht direkt einer namentlich bekannten realen Person zuordnen kann.

    Letztendlich könnten wohl nur die Statistiken großer, sowohl Flash- als auch Browser-Cookies speichernder Webseiten wie Spiegel Online zur Aufklärung der Sache beitragen. Am Rande: Dass der Smartmetrics-Artikel einige auffällige Rechtschreibfehler und sprachliche Ungenauigkeiten enthält, macht ihn nicht gerade glaubwürdiger.

  46. 46
    kurt says:

    @Stefan, Bernd:

    Danke für den Hinweis auf die AGOF. Allerdings kann ich unter dem genannten Link keine Erläuterung dazu finden, wie genau eigentlich technisch die Unique Clients unterschieden werden; es wird lediglich erläutert, wie die Clients auf die Users, also die Rechner auf die Menschen davor umgerechnet werden, was in der Tat mit den üblichen statistischen Methoden recht gut funktionieren dürfte.

    Wohl habe ich das hier gefunden: Technische Voraussetzungen für die Systemteilnahme an der internet facts der AGOF, aber dieses Dokument beschreibt nicht, wo bzw. ob Cookies zur Wiedererkennung eines Clients verwendet werden. Ich vermute mal, dass dazu das IVW-Cookie genutzt werden soll, aber wenn zum Beispiel die Nutzung eines Cookies freigestellt wäre, dann könnten die Websitebetreiber die Unique Users genauso manipulieren wie bisher schon die PIs.

  47. 47
    Martina says:

    In meinem vorherigen Leben war ich die Internet-Managerin für den internationalen Webauftritt eines Globalplayers. Dort durfte ich mich mit folgenden Vorkommnissen auseinander setzen.

    Die mich unterstützenden Marketing- & Webagenturen legten ungemeinen Wert auf die PIs, sollten sie doch beweisen, wie positiv und effektiv ihre Arbeit war. In umfangreichen Powerpoint-Präsentationen wurden wir regelmäßig mit Erfolgszahlen und prozentualen Steigerungen der abgelieferten Werke konfrontiert.

    Mir fiel aber auf, dass meine Zählungen immer bei weitem unter dem der Agenturen lagen, meine Ergebnisse daher wohl eher der Realität entsprachen, schloss ich doch die PIs grundsätzlich aus, wenn diese kürzer als 10 Sekunden waren und berücksichtigte eher nur die IPs, die einen Klick über die Startseite hinaus machten.

    Will damit sagen, an den PIs profitieren, wie die in deinem Fall aufgeführt, nicht nur die Medien (und ihre Journalisten), sondern auch die Marketingfuzzis und Webdesigner, die im Hintergrund das CMS steuern und „optimieren“.

    Diejenigen, die mit PIs arbeiten, wissen sehr wohl, mit wem sie es bei ihren (Erfolgs)Präsentationen zu tun haben, nämlich mit Personen, die es gar nicht interessiert, wie es funktioniert. Diese Entscheider wollen lediglich, dass es funzt – nicht mehr und nicht weniger.

    Diese Form nutzen auch diese sog. SEOs für sich. Wer in den Etagen der Entscheider, bitte schön, weiß denn schon den Unterschied zwischen einem Bot, einem Robot und einem Crawler? Dass die PIs auch durch diese kleinen Biester in die Höhe getrieben werden, ist zwar bekannt, aber wird aber nicht beachtet.

    In einem Fall konnte / musste ich erleben, wie eine Agentur sogar die geladenen Bilder einer Seite sowie die diversen Blank-Gifs mit in ihre Zählung aufnahm.

    Der Vorstand war begeistert, ich hingegen hing mit meinem Oberkiefer vor Wut in der Tischkante!

  48. 48
    Daniel says:

    der „FAZ-Netzökonom“ findet PIs anscheinend auch ganz aussagekräftig: http://faz-community.faz.net/blogs/netzkonom/archive/2008/12/08/wer-kennt-wen-252-berholt-studivz.aspx

  49. 49
    ldeora says:

    @Martina (47.):

    Heute Abend erst habe ich die „AWStats“-Auswertung einer Pseudo-Nachrichtenseite einer PR-Agentur gesehen. Die PIs sahen nicht übel aus, aber auf dem zweiten Blick erst konnte man sehen, woher etwa 70 Prozent der Abrufe kamen. Spitzenreiter war ein installiertes Netzwerk-Überwachungstool, das wohl mit recht hoher Frequenz die Website abholt (um Alarm zu schlagen, falls die Site mal runter geht) und an zweiter Stelle kam die IP des Büros dieser PR-Agentur.

    Mit den Säulengrafiken gehen diese Leute dann zu ihren Kunden…

  50. 50
    Martina says:

    Ideora, genau so etwas meinte ich!

    Und das dumme ist, dass die Entscheider auf solche Zahlen hereinfallen, und deshalb gerne die „chassen“, die niedrigere PIs – dafür aber bereinigte – vorlegen. Irgendwann, ziemlich zum Ende meiner Dienstzeit bei dem Unternehmen dann, bekam ich die Logs nicht mehr als zip, sondern nur noch als Auswertungen vorgelegt. Diejenigen, die sich daraus einen eigenen Vorteil versprachen, waren leider mächtiger als ich.

    Mir war das eine ungemeine lehrreiche Lektion, die ich damals bezog, mit dem Fazit, mehr als den je skeptischer mit Datenauswertungen umzugehen.

    Und ich begriff, dass es einmal die Blender gibt und diejenigen, die geblendet werden wollen. Kaum einer von den Entscheidern wollte sich mit der Tatsache auseinander setzen, dass eher eine Optimierung der Websites von Vorteil ist als irgendwelche zusätzlichen Gutschis einzubinden, die die IPs noch weiter in die Höhe treiben.

    Diese „Wahrheit“, die sie hätten erkennen müssen, hätte massivst ihrer Eigen-PR-Welt widersprochen. Keine ihrer persönlichen Interessen hätte sich gerechtfertigt.

    Komisch, was ich damals im Kleinen erleben durfte, spiegelt sich heute leider in der so lautstarkt herbei gejubelten Wirtschaftskrise wieder.

    Wir alle wollten miterleben, wie unsere Wirtschaft ins Unermessliche steigt, waren aber blind für reale Fakten.

  51. 51
    ldeora says:

    @Martina (50.): Dein letzter Kommentar sollte als einziger hier stehen. Besser hätte man das Problem nicht zusammenfassen können.

  52. 52
    2hochn says:

    @23: Wenn flashcookies verbreitet eingesetzt werden, wird halt das installieren vom passenden Firefox addon allen empfohlen, das auch jetzt schon existiert.
    Sprich: neue cookies ->neue addons->nix verändert.

  53. 53
    Holger Schmidt says:

    @ Daniel: Bitte auch den zweiten Satz lesen. Dort steht: PIs sagen wenig bis gar nichts ueber den wirtschaftlichen Erfolg aus. Zudem ein UU-Vergleich. Gruss vom Netzoekonom

  54. 54
    Lutz says:

    Die Angabe von PageImpressions sagt prinzipiell erst mal nichts über die Internetseite aus. Manche Portale schaffen hohe PIs, indem sie ihre Nutzer mehrere Mal klicken lassen, bis diese am Ende den angebotenen Dienst nutzen können. Bei 10 Klicks machen dann 100.000 Nutzer schon mal 1.000.000 PIs.

    Dennoch darf man jetzt die PageImpressions nicht gänzlich unterbewerten. Es kommt darauf an, wie viele PIs auf einer bestimmten HTML-Seite erreicht werden.

    Nehmen wir das Beispiel einer HTML-Homepage: Wenn auf dieser 20 Mio. PIs generiert wurden, dann wurde diese Seite auch 20 Mio. Mal geladen. Das heißt im Klartext, dass eine Werbung, z.B. in Form eines Banners, auf dieser einen HTML-Internetseite – nämlich der Homepage, 20 Mio. Mal angezeigt wurde.

    Wenn auf dieser einen HTML-Internetseite nun nichts weiter angeboten wird, als hier bei Stefan Niggemeier ein Artikel mit ein paar Kommentaren, dann kann man schon sagen, dass 20 Mio. PageImpressions in etwa die Anzahl der Leser-Besuche darstellt.

    Man weiß jetzt natürlich noch nicht, wie viele Leser insgesamt die Seite besucht haben. Aber man weiß, wie oft die Seite von den Lesern besucht wurde. Die großen Media-Agenturen ziehen hier einen geschätzten Wert hinzu und gehen davon aus, dass 10% der PIs die Anzahl der Leser ist.
    Doch, ist diese Schätzung fair gegenüber der Seite von Stefan Niggemeier? Wohl eher nicht.

    Deshalb muss Stefan Niggemeier den Agenturen erklären, dass seine Seite eher von weitaus mehr Lesern besucht wird. Wenn er die tatsächlichen Besucherzahlen vorlegt, kann man den Schätzwert für die PIs noch im Nachhinein erhöhen.

    Dennoch ist die Angabe der PIs wichtig, um nachweisen zu können, wie oft die Werbung überhaupt angezeigt wurde. Denn auch wenn nur 10 Prozent der Leser die Werbung 10 Mal gesehen hätten, wäre die Werbung ein Erfolg, weil die Leser mit ihr öfter konfrontiert werden und damit die Werbung wahrscheinlich stärker wahrnehmen, als bei nur einem einzigen Blick auf diese Werbung.

    Problematisch wird das Ganze, wenn auf einer Homepage noch Zusatzangebote bereit stehen. Das wäre z.B. ein kleines Flash-Spiel. Immer wenn der Nutzer ein neues Spiel startet, wäre dies eine neue PageImpression. Solche Seiten sind dann wirklich Mogelpackungen, wenn sie auf Grund dieser Angebote nur die PIs in die Höhe treiben wollen.

  55. 55
    nusssss says:

    ok…giga.de ist nich so grisss…aber früher ham die (pi-mässig) echt gerockt
    deswegen nochmal
    http://img409.imageshack.us/img409/7066/klicksyy6.png

    http://static4.gigagfx.de/2008/doc/info/sales/Preisliste_TV.pdf

    und weil es echt interessant ist! ;)

  56. 56
    Alex says:

    Manche sehen hier eine sache etwas einseitig:

    Die Werbetreibenden wollen leute die ihr Werbeangebot Wahrnehmen, solche also die Platt gesagt bereit sind ein Banner anzuklicken. Psychologisch simpel ausgedrückt, sind das vor allem „suchende“ und damit gerade die, die über SEO und SEM maßnahmen einspringen, diese sind am ehesten bereit etwas zu klicken, wenn es verspricht das zu sein was sie suchen, daher sind _gerade_ gewonnene visits per SEO/SEM jene die am erfolgversprechenden sind einen klick und damit einkommen zu generieren.

    Ich will damit nichts werten, nur erklären. Es erklärt auch warum sich SUDOKus allemal für Image-Werbung eignen, keiner der Sudoko spielt würde auf ein Banner klicken und damit riskieren sein sudoko nicht zuende zu bringen.

  57. 57
    Merseburger says:

    Blogga, die schreiben, dass Journalisten doof sind, wollten wohl ursprünglich mal etwas qualifiziertes machen, habens aber nicht geschafft.

  58. 58
    David Hein says:

    Die Fixierung auf PIs wird in der Meldung von HORIZONT am Beispiel von StudiVZ übrigens thematisiert, die durch ein neues Tool derzeit massiv PIs verlieren. Hätte man fairerweise auch erwähnen können… Als Fachdienst kann man sich geltenden Währungskonventionen in der Berichterstattung nicht entziehen, sollte sie allerdings thematisieren, falls notwendig. Was bei Horizont mehrfach geschehen ist.
    http://www.horizont.net/aktuell/digital/pages/protected/StudiVZ-laesst-Page-Impressions-gezielt-einbrechen–Wer-kennt-wen-ueberholt_80838.html

  59. 59
    Alexander says:

    @Lutz/54

    Nehmen wir das Beispiel einer HTML-Homepage: Wenn auf dieser 20 Mio. PIs generiert wurden, dann wurde diese Seite auch 20 Mio. Mal geladen. Das heißt im Klartext, dass eine Werbung, z.B. in Form eines Banners, auf dieser einen HTML-Internetseite – nämlich der Homepage, 20 Mio. Mal angezeigt wurde.

    Und genau DAS stimmt eben nicht. Wenn auf dieser Seite eine Bildergalerie mit 100 Bildern zum Klicken einlädt, können die 20 Mio. PIs auch bedeuten, dass es nur 200.000 User waren, die aber alle die komplette Bildergalerie durchgeklickt haben. Und dann wurde die Werbung, z.B. in Form eines Banners, auf dieser einen HTML-Internetseite – nämlich der Homepage – eben nur 200.000 mal und nicht 20 Mio mal angezeigt.

    Abgerechnet werden aber 20 Mio PIs. Hier wurde der Inserent, der sich nach PIs richtet um bescheidene 19,8 Mio PIs betrogen.

  60. 60
    Lutz says:

    @Alexander/59

    Genau richtig, Alexander.

    Deshalb habe ich nach diesem Absatz noch eingefügt: „Wenn auf dieser einen HTML-Internetseite nun nichts weiter angeboten wird, als hier bei Stefan Niggemeier ein Artikel mit ein paar Kommentaren, dann kann man schon sagen, dass 20 Mio. PageImpressions in etwa die Anzahl der Leser-Besuche darstellt.“.

    Damit wollte ich genau das ausdrücken, dass man nur eine faire Bewertung bekommt, wenn eben keine weiteren Spielchen wie Fotostrecken, Games, etc. angeboten werden.

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  2. […] Das L-Wort: Wieso ich diesen Artikel verlinke? Als Negativ-Beispiel. Stefan Niggemeier: Im Zusammenhang mit dem absurden Wettrennen der Online-Medien um die höchsten Klickzahlen, […]

  3. […] die Klick-Zahlen in die Höhe zu schrauben. Das ist peinlich. An dieser Stelle erneut Stefan Niggemeier: Im Zusammenhang mit dem absurden Wettrennen der Online-Medien um die höchsten Klickzahlen, […]

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