Was RTL bei DSDS von 9Live gelernt hat

05 Mai 07
5. Mai 2007

In dem Interview, das DSDS-Aussteiger Max Buskohl „Spiegel Online“ gegeben hat, steckt Sprengstoff. Ich fürchte nur, er wird nicht explodieren.

Buskohl: Ich bin am Donnerstag zu den Leuten von RTL gegangen und habe ihnen gesagt, dass ich bei DSDS nicht mehr mitmachen will. Daraufhin ist dort die totale Panik ausgebrochen. (…) Die drehten völlig am Rad, weil sie Angst hatten, dass mein Ausstieg ihre Show kaputt macht.

SPIEGEL ONLINE: Dann hat RTL Ihnen einen Deal vorgeschlagen?

Buskohl: Ja, die Absprache war: Ich trete am Samstag noch in der Show auf und mache meinen Abgang erst am Sonntag öffentlich.

Eine RTL-Sprecherin widersprach, verausgabte sich aber nicht:

„Seiner Darstellung haben wir bereits vor rund zwei Wochen widersprochen (…).“

Damals hatte Pressechef Christian Körner gesagt, Buskohl habe dem Sender erst am Sonntag „endgültig“ mitgeteilt, dass er gehen wolle.

Ich glaube das nicht. Buskohl hat keinen Grund, die Unwahrheit zu sagen. RTL schon. Nach Buskohls Darstellung hat der Sender die Zuschauer betrogen. Und nicht in irgendeinem übertragenen Sinne, sondern in einem ganz materiellen. RTL hätte die Fans wie üblich immer und immer wieder aufgerufen, Geld auszugeben für eine Entscheidung, die längst gefallen war.

Und es geht hier nicht um Peanuts. RTL gibt grundsätzlich keine Auskünfte, wieviel Geld der Sender mit Telefonanrufen erlöst. Nach der ersten Staffel DSDS 2004 berichtete der „Spiegel“ aber, im Finale hätten 4,5 Millionen Anrufe dem Sender Einnahmen von 1,2 Millionen Euro beschert. Das mal so als Größenordnung.

Wenn Buskohl und sein Vater die Wahrheit sagen, hat RTL seine Zuschauer unter Vorspiegelung falscher Tatsachen wohl um Millionen gebracht.

52 Gedanken
  1. 1
    mspro says:

    kann hier mal jemand Strafanzeige stellen?

  2. 2
    Frederic Schneider says:

    Ganz richtig, Herr Niggemeier! ;) Ich möchte RTL grundsätzlich nicht etwas Böses, aber wie das bei Buskohl gelaufen ist, finde ich sehr schade.

  3. 3
    Christian says:

    Manueller Trackback: http://​amendedestages​.blogspot​.com/​2​0​0​7​/​0​5​/​r​t​l​-​m​a​c​h​t​-​e​i​n​e​n​-​a​u​f​-​9​l​i​v​e​.​h​tml

    […] Ich wusste leider nicht, was ich mit dieser Erkenntnis machen sollte. Aber wenn Herr Niggemeier sie postet, dann möchte ich auch dazu beitragen, dass „der Sprengstoff explodiert“… […]

  4. 4
    medienblogger says:

    Das ist kein uninteressanter Sachverhalt. DSDS, 9Live usw. zeigen aber offenbar auch, wie wichtig diese Hotlines für die Sender sind. Das ist schon krass.

    Ist es eigentlich richtig, dass RTL die Anruferzahlen nach DSDS offenlegt, oder nur das Ranking an sich, oder gar nichts? Die Zuschauerredaktion hat mir mal sowas mitgeteilt.

    Falls die Zahlen veröffentlich werden, kann man ja so ein bisschen abschätzen, was RTL damit verdient. Ich vermute: ne ganze Menge.

  5. 5
    Frederic Schneider says:

    „Ist es eigentlich richtig, dass RTL die Anruferzahlen nach DSDS offenlegt, oder nur das Ranking an sich, oder gar nichts? Die Zuschauerredaktion hat mir mal sowas mitgeteilt.“
    Ja, das war in der Vergangenheit immer so. Es wurde für jede Mottoshow das Ergebnis prozentual angegeben. Wenn es von RTL so gemacht wird, wie immer, dürfte das Ergebnis Mitte der kommenden Woche veröffentlicht werden.

  6. 6
    Christian says:

    Kleiner Nachtrag:

    Was mir ähnlich seltsam vorkam, war: Eigentlich zählten bei den Mottoshows ja nur die Stimmen, die nach dem Ende aller Performances — also zwischen Motto-Show und Entscheidungsshow — abgegeben wurden. Trotzdem wurden die Nummern schon während der Motto-Show dauernd durchgesagt. Mich würde mal interessieren, wie viel Kohle RTL schon während der Shows eingenommen hat — mit Anrufen, die gar nichts ausgerichtet haben.

  7. 7
    Martin says:

    Mich überrascht vor allem die Doofheit von RTL. American Idol (USA) hat vor kurzem eine Show gemacht, in der keiner ‚rausgewählt wurde & das (mehr oder weniger erfolgreich) als großen „Schock“ am Ende der Sendung bekannt gegeben — die Stimmen wurden zur nächsten Runde addiert. So etwas ähnliches hätten sie ja ohne Buskohl auch machen können. Und: Alles in allem — entrüsten kann ich mich nicht ein bisschen. Wurde bei einer Fake-Wahl eines Fake-Superstars halt ein bisschen mehr Fake produziert.

  8. 8
    medienblogger says:

    @Frederic:

    Danke Dir, da bin ich auf jeden Fall ziemlich gespannt drauf.

    „Mich würde mal interessieren, wie viel Kohle RTL schon während der Shows eingenommen hat — mit Anrufen, die gar nichts ausgerichtet haben.“

    Man müsste ausprobieren, ob man dann schon anrufen kann. Vermutlich eher nicht, sonst hätten wir wohl davon gehört.

  9. 9
    wonko says:

    Manueller Trackback: http://​wonko​.twoday​.net/​s​t​o​r​i​e​s​/​3​6​9​4​0​84/

    […] und entdeckt etwas, was mir auch beim Lesen des Interviews auf SpOn aufgefallen ist: Stimmt die Version der Geschichte von Max Buskohl, dann hätte RTL alle anrufenden Zuschauer um Geld betrogen — Und zwar nicht zu knapp, wenn man die Zahlen vom letzten Finale zur Grundlage heranzieht. [..]

  10. 10
    Herm says:

    Gab es da nicht auch in der letzten Staffel einen Fall wo man schon vor der Sendung im Videotext nachlesen konnte, dass Didi Knoblauch rausgeflogen ist?

    Wobei ja beim heutigen Finale auf der RTL Webseite ein Artikel sowohl für Stosch als auch für Medlock vorbereitet war.

  11. 11
    Peer says:

    @Christian: Vorher kann man nicht anrufen. Dann ist besetzt.

  12. 12
    Frederic Schneider says:

    Herm: Ebenfalls korrekt. Das hatte ich damals sogar gebracht — auf TVBlogger​.de (stand später auch in der BILD).

    Siehe: http://​www​.tvblogger​.de/​s​k​a​n​d​a​l​-​d​i​d​i​-​i​m​-​r​t​l​-​t​e​x​t​-​a​u​s​g​e​s​c​h​i​e​d​en/

    Aber Frau Ballerstedt wirkte damals tatsächlich auf mich unwissend. Insofern war das wahrscheinlich tatsächlich ein Irrtum. Darauf würde ich nicht viel geben.

    Artikel bereitet man bei so etwas in der Regel immer vor.

  13. 13
    Stefan says:

    @Frederic: Aber man stellt sie vielleicht nicht beide online.

  14. 14
    Fabian says:

    Interessantes Interview und auch ich glaube ihm, aber das hat hiermit nichts zu tun:

    „Buskohl hat keinen Grund, die Unwahrheit zu sagen.“

    Ist das tatsächlich so? Wäre das nicht eine schöne Gelegenheit RTL noch eins auszuwischen???
    Also: Ich glaube hier hilft nur der Glaube und so eine einfache, schöne, rationale Folgerung lässt sich nicht ziehen…

  15. 15
    Frederic Schneider says:

    @Stefan: Das ist RTL :). Denen passiert so etwas immer. Zumindest gab es so etwas, oder derlei Ähnliches bei allen bisherigen Staffeln.

  16. 16
    kosmar says:

    ach so, ich dachte eigentlich jeder anruf dort basiert auf verarschung. wieder was gelernt.

  17. 17
    Lukas says:

    Komplett lautet das Zitat:

    Ja, die Absprache war: Ich trete am Samstag noch in der Show auf und mache meinen Abgang erst am Sonntag öffentlich. Ich fand das okay.

    „Okay“ kommt hier natürlich etwas unglücklich rüber. Nun kann man von einem 18-Jährigen, der gerade um seinen Traum kämpft und emotional vermutlich eh schon völlig überfordert ist, nicht zwingend erwarten, dass er den klaren Betrug von RTL erkennt und darauf auch noch reagiert (was er vermutlich eh nicht gekonnt hätte). Ich frage mich jetzt, ob da irgendein Staatsanwalt Lust hätte, sich zu profilieren — aber bisher sind mir nicht mal irgendwelche Proteste der Geprellten zu Ohren gekommen.

  18. 18
    medienblogger says:

    „aber bisher sind mir nicht mal irgendwelche Proteste der Geprellten zu Ohren gekommen.“

    Na wenn ich jetzt zur Staatsanwaltschaft gehe und sage, ich habe zweimal für Max Buskohl angerufen und möchte bitte einen Euro bei RTL einlagen, da wird wahrscheinlich auch nicht so viel passieren.

    Aber ich bin kein Jurist. Und die juristische Frage finde ich auch gar nicht so interessant, sondern eher die Tatsache, wie RTL die Zuschauer versucht an der Nase herumzuführen.

    Wobei es auch hier zwei Möglichkeiten gibt:

    1. Es stimmt alles, wie beschrieben: Buskohl steigt aus, RTL kriegt Panik und überedet zum Deal mit noch einer Show, Buskohl packt aber danach aus: RTL angeschissen.

    oder

    2. RTL hat alle Eventualitäten kalkuliert und zieht bewusst Nutzen aus dem „Skandal“. In dem Falle ist RTL der Agierende, nicht der Reagierende und Buskohl nur ne Marionette.

    Und im letzteren Fall wäre ich geneigt zu sagen: Respekt RTL, das habt ihr gut gemacht.

  19. 19
    Thomas says:

    Ich verstehe nicht weshalb die Menschen glauben, RTL arbeite mit anderen Methoden als 9Live, nur weil der Sender wesentlich größer ist und vermeintlich ein besseres Image hat?
    Der RTL-Spendenmarathon ist auch so eine Veranstaltung. Wer prüft denn ob das Geld notleidenden Menschen zugute kommt und nicht zwischen Schäferkordt, Zeiler und den Mohns aufgeteilt wird?

  20. 20
    Jochen Hoff says:

    Ja. RTL hat seine Zuschauer wissentlich betrogen. Aber es ist ihnen völlig egal ob wir das wissen oder nicht.

    RTL ist Mohn/Bertelsmann und der Spiegel auch. Das Kalkül ist folgendes.

    Der Spiegelleser fühlt sich intellektuell gebauchpinselt wenn er eine Blick hinter die Kulissen werfen darf und glaubt dem Spiegel der gegen seine Besitzer vorgeht.

    Da der Spiegelleser aber kein RTL-Anrufkunde ist, macht das nichts. Der Rest telefoniert wie blöd weiter und die Familie Mohn lacht sich kaputt.

  21. 21
    SvenR says:

    Irgendwie sollten sich alle, die überhaupt angerufen haben, betrogen fühlen.

    Auf Marco Schreyls Frage an Mark Medlock, wie dass denn nun so sei als „Superstars“, wie sich das anfühle, antwortete der:

    „Zum Abspritzen geil!“

    RTL hat jetzt einen Superstar, den ich so nie erwartet hätte:
    * bekennend schwul mit „festem Freund“
    * über 19 Jahre alt
    * sicherlich einer der besseren Sänger unter den letzten zehn
    * nicht so weiß, weich und geleckt, wie alle anderen zuvor
    * ein Prolet (im guten Sinne des Wortes) aus Offenbach (Ich darf das sagen, bin selber in Offenbach geboren worden. Habe mich zwar schon zweimal operieren lassen, hat aber nichts geändert.)
    * der scheinbar von Dieter Bohlen auch noch akzeptiert wird (das gab’s wirklich noch nie)

    Zweifelsohne, RTL hat Mark Medlock verdient und Mark Medlock hat sich diese „Karriere“ auch verdient.

    Ob das „Prekariat“ oder der gemeine „Unterschichtenfernsehzuschauer“ das alles so gewollt hat? Mir geht es glücklicherweise häufig so, dass Dinge, die ich eigentlich gar nicht gewollt habe, sich im nachhinein als gar nicht so schlecht herausstellen…

    Noch mehr Off-Topic:

    Weiß eigentlich jemand, warum die Moderatoren, nachdem angeblich „alle Leitungen geschlossen sind“ so viel Zeit schinden, bis sie das Ergebnis verkünden? Da wird nochmal gesagt, dass alle alles verdient haben, zur „Überraschung“ beide ein Auto geschenkt bekommen (das gab’s ja noch nie!), dass – BTW – ich nicht einmal geschenkt haben wollte, Toske Ragast noch mal Ihre eigene, sehr charmante Interpretation von Deutsch anwendet, ein Notar einen Umschlag bringt usw. usf.? Ich würde wetten, dass in diesen momenten die „Quote“ sinkt.

    Spannung erzeugt man anders.

  22. 22
    Basti says:

    […] hinterfragt Stefan Niggemeier in seinem Blog jetzt Buskohls Abgang aus der Show, der RTL durchaus in Bedrängnis bringen kann. […]

  23. 23
    wolfgang says:

    Ach ich bekomme bei solchen Shows nur haß. Es gibt keinen rationalen Grund, warum man nicht direkt sagen kann „And the winner ist…“. Ich stell mir nur mal vor wie so eine Oskarverleihung in diesem Stil aussieht. Kann eigentlich jemand mal recherchieren, wieviele Notärzte da rauskommen müssen, während so einem Finale?

    Zum Glück sind meine Kinder noch zu klein zum Anrufen, aber sie finden diese Show auch toll (ich habe doch nicht soviel einfluß auf die kleinen, wie ich gerne hätte, sorry). Wenn das erste Handy kommt, bzw. der Wunsch da auch mal anzurufen, weiß ich welche Nummern ich sperren lasse… „Was besetzt? Och schatz das tut mir aber leid. Versuchs doch gleich nochmal…“ :)

  24. 24
    Arno Nym says:

    Ich hatte wenige Sekunden reingezappt, Teenager im Publikum gesehen, die demonstrativ ihr Handy zücken, um abzustimmen, darauf den Moderator, der ebenso demonstrativ auf ebenjene Teenager hinweist und leutselig-onkelhaft erklärt: „Aber ihr dürft hier im Publikum doch gar nicht abstimmen“. Ja ne, is klar. Das waren bestimmt auch keine bezahlten Studenten.

  25. 25
    Lukas says:

    Weiß eigentlich jemand, warum die Moderatoren, nachdem angeblich „alle Leitungen geschlossen sind” so viel Zeit schinden, bis sie das Ergebnis verkünden?

    Ich vermute, dass selbst die modernste digitale Telefonabstimmung ein bisschen Zeit zur Auswertung braucht. Und wenn ich als „der Notar“[tm] ins Fernsehen ginge, würde ich auch sicher gehen, das Ergebnis zumindest rudimentär überprüft zu haben — das könnte sonst das eigene Karriereaus bedeuten.
    Trotzdem bin auch ich immer wieder fasziniert, wie man es schaffen kann, durch geschicktes Verzögern einen Spannungsbogen so völlig zerbröseln zu lassen, wie man das bei „DSDS“ immer (habe jeweils nur die Staffelfinals gesehen) macht.

  26. 26
    Onkel Peppy says:

    Manueller Trackback: http://​affenkoppzentrale​.blogspot​.com/​2​0​0​7​/​0​5​/​w​i​e​-​m​i​n​u​t​e​n​-​z​u​r​-​e​w​i​g​k​e​i​t​-​w​e​r​d​e​n​.​h​tml

    […]Zum Vergleich mal eine beliebige DSDS-Entscheidung. Für diejenigen, die es sich nicht angucken wollen, sei gesagt, es dauert 6:52 Minuten bis die Entscheidung fällt. Jetzt American Idol: Ganze 52 Sekunden. […]

  27. 27
    chris says:

    Ich verstehe die Aufregung nur bedingt, denn was bei dem ganzen Rummel überhaupt nicht hinterfragt wird, ist das Handeln des Max Buskohl selbst.

    1. Niemand hat ihn gezwungen, mitzumachen. Nur wenn man sich dazu entschliesst, an so etwas teilzunehmen, dann muss man sich auch darüber klar sein, welche Konsequenzen das hat. Und es gibt Regeln und Verträge, an die man sich dann hält. Max Buskohl ist 18 und damit volljährig. Und jetzt hier einen auf „ich bin ja so arm dran“ zu machen finde ich persönlich eher lächerlich. Natürlich ist ein Sender wie RTL viel größer und mächtiger, aber nichts desto trotz oder gerade deshalb geht für einen Sender natürlich viel kaputt, wenn einer der letzten fünf plötzlich sagt: Boah, ich hab keinen Bock mehr.

    2. Die Bombe wird aus einem einfachen Grund vermutlich nicht hochgehen können: Max Buskohl hat anscheinend nicht verbindlich gesagt, ich gehe morgen, sondern eher: Na gut, mach ich eben nochmal einen Abend mit. Wäre er rausgewählt worden, wäre sowieso alles egal gewesen. So hat man vermutlich versucht, ihn durch die Sendung nochmal zu überzeugen, dabei zu bleiben. Und das ist kein Straftatbestand. Auch Betrug greift vermutlich nicht, denn es hat Buskohl ja keiner gezwungen, zu singen. Sprich: Es gab vielleicht eine Absicht von Buskohl, zu gehen, aber einen Beweis (also schriftlich oder so) „ich gehe morgen“, den wird es wohl nicht geben. Und so steht Aussage gegen Aussage. Ein fader Beigeschmack bleibt natürlich, ohne Frage.

    3. Die Masche von Raab — auch wenn hier nicht thematisiert — ist von mir überhaupt nicht zu verstehen. Damit produziert er nur Quote für die Sendung DSDS und macht sich selbst lächerlich. Denn RTL hat das Format DSDS von 19 / S. Fuller aus England gekauft — mit allen Konsequenzen. D.h. selbst wenn RTL sich in Köln sagen würde: Soll der Buskohl doch bei Raab auftreten, sie dürften es nicht zulassen, weil sie damit selbst vertragsbrüchig würden. Naja, aber wenigstens (gute) Promotion für beide Sendungen, und das Raab ein besserer Macher als Moderator ist beweist er ja fast täglich in TV Total.

    Zu guter Letzt @ Thomas (19): Mit solchen Aussagen wäre ich generell etwas vorsichtig. Nicht nur dem Sender, sondern den dahinter handelnden Personen namentlich Spendenbetrug zu unterstellen…peinlich.

    Und generell: Ich finde es am witzigsten, dass Stefan N. hier ein interessantes Thema aufstösst, aber sich jeder nur am Format an sich stört… scheint ja dennoch so zu polarisieren, dass es jeder sieht oder zumindest mal angeschaut hat.

    4.

  28. 28
    Christian says:

    Übrigens scheint der „Sprengstoff“ sich zumindest ein bisschen auszubreiten. Wie DWDL berichtet, berichtet auch stern​.de (http://​www​.dwdl​.de/​a​r​t​i​c​l​e​/​n​e​w​s​_​1​0​7​7​7​,​0​0​.​h​tml). Schade nur, dass man aufgrund der „Partnerschaft“ von Bohlen und BILD nicht damit rechnen kann, dass in der Bild auch nur ein Ton dazu steht.

  29. 29
    Stefan says:

    chris: Max Buskohl macht gar keinen auf „ich bin ja so arm dran”. Lies die Interviews nach. Bei Stern​.de sagt er: „Ich bin nicht mit dem Kopf durch die Wand — ich bin durch eine Riesentür gegangen. Und dahinter ist es hell und munter.“

    Und auch der Gedanke, dass Simon Fuller es nicht zulässt, dass RTL Max Buskohl zu Pro Sieben lässt, ist absurd. Max muss sich das laut Vertrag anscheinend von RTL genehmigen lassen. RTL kann es tun oder nicht tun. Fertig.

  30. 30
    Thomas says:

    @ 27 Ich habe keinesfalls einem der Beteiligten Spendenbetrug unterstellt, da der zu erwartende Schaden in allen Belangen größer wäre als die Spendensumme, sondern habe lediglich auf die für den Normalbürger nicht ersichtliche Transparenz hingewiesen.
    In dieser Hinsicht muss man dann wohl RTL vertrauen. Was ich in diesem Fall auch tue. Der Fall Buskohl ist wieder etwas anderes.
    Aber wenn Teenies für DSDS ihr Taschengeld ausgeben ist das deren Problem.

  31. 31
    Rene Kriest@ProBloggerWorld.de says:

    Wenn Buskohl und sein Vater die Wahrheit sagen, hat RTL seine Zuschauer unter Vorspiegelung falscher Tatsachen wohl um Millionen gebracht.
    Stefan, Du übersiehst da etwas im Gut-Böse-Schema:

    Max war Mittäter. Mitgehangen, mitgefangen. Richtigerweise haben RTL + Max die Zuschauer um viel Cash gebracht.

  32. 32
    a. says:

    @ 29: Aber RTL kann natürlich Fuller gegenüber vertragsbrüchig werden. Das ergibt sich ja nicht aus dem Vertrag mit Buskohl, welche Pflichten RTL gegenüber Fuller hat.

  33. 33
    Alexander says:

    In Großbritannien gab es 2006 eine Auseinandersetzung über das Televoting bei Big Brother. Dort hatten Leute Geld für die Abstimmung darüber bezahlt, wer das Haus verlassen muss; später wurde aber einer von denen wieder ins Haus zurückgeschickt. 2.635 Beschwerden, 48.800 Pfund Geldstrafe vom Regulierer Icstis. Hätte sich der Schritt auch auf das Endergebnis ausgewirkt (was es in diesem Fall nicht tat), dann hätte der Regulierer sogar über eine komplette Rückerstattung der Einnahmen nachgedacht — bis zu drei Millionen Pfund teuer. (Das alles laut Guardian.)

  34. 34
    Chat Atkins says:

    Das Privat-TV ist generell eine ‚Vorspiegelung falscher Tatsachen‘. Der abschließende Wenn-Satz ist insofern überflüssig …

  35. 35
    SvenR says:

    Ich vermute, dass selbst die modernste digitale Telefonabstimmung ein bisschen Zeit zur Auswertung braucht.

    Nein, sicher nicht. Die wissen zu jederzeit genau, wieviel Anrufe auf welche „Endziffer“ aufgelaufen sind.

    Und wenn ich als „der Notar”[tm] ins Fernsehen ginge, würde ich auch sicher gehen, das Ergebnis zumindest rudimentär überprüft zu haben — das könnte sonst das eigene Karriereaus bedeuten.

    Was glauben Sie denn, was der Notar da tatsächlich „beglaubigt“? Das Ergebnis? Wie sollte er dass den tun? Allenfalls beurkundet er, dass der Siegername, der da im Umschlag steht, derjenige ist, der ihm vom „Auszählungsleiter“ genannt wurde. Dafür könnte man genausogut Nacktnasenwombats nehmen. Würde halt nicht so seriös wirken.

  36. 36
    Roman says:

    „Weiß eigentlich jemand, warum die Moderatoren, nachdem angeblich „alle Leitungen geschlossen sind” so viel Zeit schinden, bis sie das Ergebnis verkünden?“

    Wahrscheinlich hat das was mit der Werbung zu tun. Denn in §44 Abs. 3 und 4 RStV heißt es:

    (3) In Fernsehsendungen, die aus eigenständigen Teilen bestehen, oder in Sportsendungen und Übertragungen ähnlich gegliederter Ereignisse und Darbietungen, die Pausen enthalten, darf Werbung nur zwischen den eigenständigen Teilen oder in den Pausen eingefügt werden. Bei anderen Sendungen muß der Abstand zwischen zwei aufeinanderfolgenden Unterbrechungen innerhalb der Sendung mindestens 20 Minuten betragen. Die Absätze 4 und 5 bleiben unberührt.

    (4) Abweichend von Absatz 3 Satz 2 dürfen Werke wie Kinospielfilme und Fernsehfilme mit Ausnahme von Serien, Reihen, leichten Unterhaltungssendungen und Dokumentarsendungen, sofern sie länger als 45 Minuten dauern, nur einmal je vollständigem 45-Minutenzeitraum unterbrochen werden. Eine weitere Unterbrechung ist zulässig, wenn diese Sendungen mindestens 20 Minuten länger dauern als zwei oder mehr vollständige 45-Minutenzeiträume.

    Stellt sich nun nur noch die Fage, welches das geringere Zeitschindübel ist…zwei stammelnde Moderatoren oder eine dralle Blondine mit schönen Haaren?

  37. 37
    SvenR says:

    Wo gibt’s die dralle Blondine?

  38. 38
    grobekelle says:

    Krass oder nicht, RTL wird sich wegen 1 Mio. mehr oder weniger nicht ins Hemd machen. Die gesamte DSDS Aktion inklusive Vermarktung des Gewinners etc. wird ein vielfaches einbringen.

  39. 39
    Elton John says:

    Jochen Hoff, es stimmt nicht, dass der Spiegel zu Bertelsmann gehört. Die Bertelsmann-Tochter Gruner und Jahr hat nur eine Minderheitsbeteiligung am Spiegel-Verlag, und der wiederum gehört mehrheitlich den Mitarbeitern, die sehr allergisch auf alle Versuche von G+J reagieren, ihnen reinzureden.

  40. 40
    Eilmeldung Call-in-TV says:

    Mit den Gewinnspielen Abzockspielen auf 9Live wird sich am 8. Mai 2007 die ARD-Sendung „plusminus“ befassen. Man darf gespannt sein…

    redled

  41. 41
    spacy says:

    hat jemand beim finale mitgezählt, wie häufig moderatoren und juroren die zuschauer unaufhörlich quasi dazu erpresst haben anzurufen? „wenn sie nicht antufen, kann ihr favorit nicht gewinnen“, „nur wenn sie antufen, hat ihr superstar eine chance“ etc… gefühlte 380 mal. mindestens. die reinste gehirnwäsche. richtig, richtig, richtig schlimm.

  42. 42
    evanXP says:

    @39 (svenr):
    Also son kleiner wombat, bzw. Kim-Possible-Nacktmull haette schon mal etwas Abwechslung in die Sache gebracht. Da haette ich mir die Entscheidung sogar angeschaut ^^

    Ansonsten:
    HASS waehrend jeder Sekunde, in der ich DSDS schauen muss -.-*

  43. 43
    SvenR says:

    Wie, Sie müssen <span style=„text-transform:uppercase;“>DSDS</span> anschauen? Was haben Sie denn verbrochen, um solch eine drakonische Strafe zu erhalten? Wohl jahrelang keine GEZ gezahlt, was?

  44. 44
    horst says:

    bitte? 4,5 millionen anrufe?????
    und das stand im spiegel????

    also bei aller liebe aber so viel grenzenlose doofheit kann ich nicht glauben!!
    ich kann mir ja durchaus vorstellen das sich 50t besonders doofe unter den 5 mio zuschauern befanden die jetzt nach 10 jahren anrufer dauer abzocke noch immer nicht gemerkt haben das sie damit über den tisch gezogen werden..
    und wegen mir nochmal 50t anrufe von den ganzen familien und freunden der teilnehmer.. die halt wie blöd versuchen ihren „jungen“ zum „superstar“ zu machen (was ja bislang trotz der unzähligen casting shows noch nicht einmal von nachhaltigem erfolg gekröhnt war).

    aber 4,5 mio anrufe??????
    das kann doch einfach nicht wahr sein.
    so viel dummheit kanns doch nicht geben.
    wäre dem so würde das geld wirklich auf der straße liegen weil halb deutschland nicht geschäftsfähig wäre.

    also ich kanns einfach beim besten willen nicht glauben.

Trackbacks & Pingbacks

  1. […] entdeckt etwas, was mir auch beim Lesen des Interviews auf SpOn aufgefallen ist: Stimmt die Version der Geschichte von Max Buskohl, dann hätte RTL alle anrufenden Zuschauer um … – Und zwar nicht zu knapp, wenn man die Zahlen vom letzten Finale zur Grundlage […]

  2. […] dass er aus der show aussteigen wird. was das eigentlich für rtl bedeuten sollte, hat natürlich stefan niggemeier wieder als erster zusammengefasst. (bei der gelegenheit sollte man sich seinen heidi-klum-text zu […]

  3. […] Was RTL bei DSDS von 9Live gelernt hat « Stefan Niggemeier […]

  4. […] Niggemeier schreibt — Was RTL bei DSDS bei 9Live gelernt hat. http://​www​.stefan​-niggemeier​.de Zitat: Buskohl hat keinen Grund, die Unwahrheit zu sagen. RTL schon. Nach Buskohls Darstellung hat […]

  5. […] Inzwischen hat auch der Herr Niggemeier was dazu geschrieben. Kurz und bündig, lohnt sich zu lesen Tags:DSDS Fernsehen Germanys Next Topmodel Verarsche […]

  6. […] dem schönen Interview mit Max Buskohl bei Spiegel Online, dessen Brisanz Stefan an dieser Stelle auf den Punkt bringt, ist auch das Interview zu empfehlen, dass die Stern.de-Kollegen mit Buskohl […]

  7. […] und seine Einnahmen reduziert ist, wie etwa auch Stefan Niggemeier in der letzten Nacht in seinem Blogeintrag […]

Comments are closed.