9Live erklärt erstmals den „Hot Button“ (2.Update)

9Live hat in einer langen und schwer verständlichen Presseerklärung auf die Vorwürfe geantwortet. Der Sender räumt dabei (soweit mir bekannt) erstmals öffentlich ein, dass der „Hot Button“, der einen Anrufer ins Studio durchstellt, kein reines Zufallssystem ist, sondern wesentlich davon abhängt, wann der verantwortliche Redakteur diesen Mechanismus auslöst. Das genaue Verfahren sei der Aufsichtsbehörde BLM ebenso bekannt wie der Staatsanwaltschaft München, behauptet 9Live.

Damit steht nun Aussage gegen Aussage. Wolfgang Flieger, Sprecher der BLM, sagte der „Berliner Zeitung“: „Wir wissen nicht im Detail, wie diese Technik funktioniert.“

Darüber hinaus stelle ein Zufallsmechanismus sicher, so 9Live, dass gelegentlich auch vor dem vom Redakteur bestimmten Zeitpunkt Anrufer ins Studio durchgestellt werden können. Deshalb habe jeder Anrufer jederzeit eine Gewinnchance. Wenn das stimmt, muss dieser Zufallsmechanismus auf extrem kleine Gewinnchancen eingestellt sein. Anders ließe es sich nicht erklären, warum oft über Stunden kein Anrufer ins Studio gestellt wird.

Dass es der Redakteur ist, der maßgeblichen Einfluss darauf hat, wann der „Hot Button“ „zuschlägt“, scheint auch 9Live endlich nicht mehr wirklich zu bestreiten. Der Sender erklärt, es sei „ganz offensichtlich, dass es allein der Redakteur“ (und nicht der Moderator) „der eigenverantwortlich und nach strengen Maßstäben die Entscheidung über die Aktivierung des Zufallsmechanismus ‚Hot Button‘ trifft“. Und hier zum Vergleich die Aussage von 9Live-Moderator Robin Bade am 18. Mai live auf 9Live:

„Auf den Hot-Button hat niemand Einfluss. Und wer das behauptet, der lügt und hat keine Ahnung, glauben Sie mir.“

Oder in den Worten von 9Live-Sprecherin Sylke Zeidler: „9Live (…) ist (…) auch im Hinblick auf die Verantwortung gegenüber seinen Zuschauern Marktführer im Bereich des Mitmachfernsehens.“

Nachtrag, 25. Mai, 9.40 Uhr. Keine Frage, die 9Live-Erklärung wirft mehr Fragen auf, als sie beantwortet. Mindestens in einem entscheidenden Punkt scheine ich sie missverstanden zu haben. Gelegentlich scheint man beim Anrufen bei 9Live, wenn der „Hot Button“ noch nicht „zugeschlagen“ hat, nicht die übliche Ansage zu bekommen, nicht gewonnen zu haben, sondern etwa folgenden Satz: „Noch hat der Hot Button nicht zugeschlagen. Sie haben die Möglichkeit, sich zu registireren und die Chance, später zurückgerufen zu werden und Ihre Lösung zum laufenden Spiel dennoch zu nennen. Sind sie damit einverstanden wählen Sie die 1.“ Auf diese Weise würde ein Redakteur zwar ganz alleine entscheiden, ob zum Beispiel drei Stunden lang niemand durchgestellt wird. Aber wenn nach drei Stunden jemand durchgestellt wird, könnte es auch jemand sein, der schon zwei Stunden früher angerufen hatte. Insofern wäre die 9Live-Behauptung richtig, dass jeder Anrufer zu jeder Zeit gewinnen könne. Wie groß diese Wahrscheinlichkeit ist, sagt 9Live nicht.

Nachtrag, 25. Mai, 18.05 Uhr. 9Live hat mir gegenüber diesen Ablauf mit dem Rückruf bestätigt. Die Ansage, die einzelne, zufällig ausgewählte Mitspieler hören, die vor dem „Zuschlagen“ des „Hot-Button“ angerufen haben, laute genau:

„Noch hat der Hot Button nicht zugeschlagen. Gleich noch mal versuchen. Außerdem haben Sie nun die Möglichkeit, sich zu registrieren. Mit etwas Glück rufen wir Sie zurück. Sie erhalten dann eine neue Chance, die aktuelle Gewinnspielfrage zu beantworten. Wenn Sie damit einverstanden sind, dann drücken Sie jetzt bitte die 1.“

Wie hoch die Chance ist, diese Ansage zu hören, wollte 9Live nicht sagen.

86 Replies to “9Live erklärt erstmals den „Hot Button“ (2.Update)”

  1. Lassen sich in der Vorgehensweise des Team-Telekom bezüglich des Dopings und bei 9Live hinsichtlich des Hot-Buttons (oder vielleicht sogar hinsichtlich des ganzen „Spielprinzips“ ) nicht gewisse Ähnlichkeiten feststellen? So lange leugnen bis es nicht mehr anders geht, na wunderbar!

  2. Gut, wer hätte das ernsthaft bezweifelt. Aber sofern diese Erkenntnis nicht konkrete juristische Schritte nach sich zieht, kann 9live sagen was es will. Ein begründeter Anfangsverdacht bestand auch schon vor Wochen. 9live ist immer noch sicher, es wird sich jetzt nichts ändern.

  3. nein, ändern wird sich nichts. wer damit gerechnet hat, dass diese vorfälle das ende von 9live bedeuten hält wohl auch britney spears noch für eine jungfrau.
    aber immerhin bewegen sich die regeln nun wenigstens grob in richtung transparenz.

  4. noch was: 9live schreibt, das system, „dass zu
    jeder Zeit in jeder Sendung, in der mittels des ‚Hot Button‘ gespielt wird, für jeden anrufenden Zuschauer eine Gewinnchance besteht“ sei einzigartig. erstens, woher weiß 9live das und zweitens, was hält Stephan Mayerbacher davon?

  5. Ist es nicht völlig unerheblich, ob allein der Redakteur „zuschlagen“ lässt oder es zusätzlich noch eine 0,01%ige Chance gibt, dass der Anrufer unabhängig davon durchkommt? Der Skandal ist doch, dass es _überhaupt_ möglich ist, dass ein Redakteur die Auswahl beeinflusst – und das auch noch mit einer sehr hohen Wahrscheinlichkeit.

    „Es sei damit ganz offensichtlich, dass es allein der Redakteur
    ist, der eigenverantwortlich und nach strengen Maßstäben die Entscheidung über die Aktivierung des Zufallsmechanismus „Hot Button“ trifft:“

    Wie bitte? Wenn allein der Redakteur diese Entscheidung trifft (was Neun Live in der gleichen Pressemitteilung bestreitet!), dann handelt es sich doch offensichtlich eben gerade _nicht_ um einen Zufallsmechanismus. Von einem echten Zufallsmechanismus könnte man erst dann reden, wenn die Anrufer völlig unabhängig von der Entscheidung eines Redakteurs durchgestellt würden.

    „Die vereinzelt in diesem Kontext erhobenen Vorwürfe seien auch deshalb unberechtigt, weil fälschlicherweise und mit Absicht unterstellt werde, der Sender wolle die ausgelobten Gewinnsummen zurückhalten. Richtig ist, dass – in den angesprochenen Beiträgen freilich unerwähnt – die entsprechenden Geldbeträge jeden Tag garantiert gewonnen und innerhalb weniger Tage an die Gewinner ausgezahlt werden.“

    Wie schafft man es, in einer in so schwurbeligem Juristendeutsch verfassten, länglichen Pressemitteilung Vorwürfe zu konstruieren, die es nicht gab, und dabei konsequent einer Stellungnahme zu den eigentlichen Vorwürfen auszuweichen, obwohl die Pressemitteilung behauptet, sich mit diesen Vorwürfen zu beschäftigen? Niemand hat jemals bestritten, dass Neun Live tatsächlich Gewinne auszahlt. Die Kritik der Medien entzündet sich daran, dass die Zeit bis zur Auszahlung eines Gewinns von Neun Live durch diverse Tricks und Täuschungen (unlösbare Rätsel, gezieltes Nichtdurchstellen von Anrufern..) massiv verlängert wird. Auf diesen Vorwurf geht Neun Live mal wieder mit keinem Wort ein.

    „Gerade dass der Zufall die Auswahl bestimmt bzw. der Zuschlag im „Hot Button“-Modus für niemanden vorhersehbar ist, macht es spannend für den Zuschauer.“

    Wie bitte? Wenn ein Redakteur maßgeblich entscheidet, wer wann durchgestellt wird (ob es dazu noch eine winzige Chance gibt, unabhängig davon durchzukommen, ist doch völlig irrelevant, mal abgesehen davon, dass ich persönlich es für möglich halte, dass Neun Live dieses Feature kurzfristig erfunden hat – vielleicht wird es ja gerade eben implementiert..), dann ist der Zuschlag im „Hot Button“-Modus doch eben gerade absolut vorhersehbar, und der Zufall bestimmt _nicht_ die Auswahl. Und Neun Live räumt doch in derselben Pressemitteilung ein paar Zeilen weiter oben ein, dass ein Redakteur über den „Zuschlag“ entscheidet.

    Wie kann man dann noch behaupten: „Das Auswahlsystem „Hot Button“ stellt damit zweifellos in seiner Gesamtheit einen echten Zufallsmechanismus dar“? Vermutlich meint Neun Live, dass ja für jeden, der die Gedankengänge des Redakteurs (z.B.:“wenn ich mit dem Zuschlagen noch eine Stunde warte, verdiene ich diesen Monat 500 EUR mehr Boni..“) nicht kennt es tatsächlich zufällig erscheinen könnte, wann ein Anrufer durchgestellt wird. Vorausgesetzt, er hat in der Stochastik-Vorlesung gepennt, denn der Zeitpunkt, zu dem der Redakteur dies tut, ist natürlich alles andere als zufällig. Aber klar, ob er 25 oder 35 Sekunden vor Ende der Sendung jemanden durchstellt, das weiß wohl selbst der Chef von Neun Live nicht.

    Es hat schon etwas Kafkaeskes, wie in der Pressemitteilung mit allen Zweideutigkeiten und Wirrungen, die man der deutschen Sprache entlocken kann, sehr bemüht versucht wird, zu erklären, dass der Mechanismus gleichzeitig zufällig und nicht zufällig, da maßgeblich redakteursgesteuert, sei. Muss wohl so eine Art quantenmechanische Superposition sein. Aber ich vermute, „Zufall“ bedeutet für Neun Live und deren Pressesprecher einfach etwas völlig anderes als z.B. für ordinäre Mathematiker.

    Das einzig wirklich Interessante an dieser Bleiwüste ist die Behauptung, die BLM wisse schon seit jeher davon, dass die Durchstellung von einem Redakteur entschieden wird. Denn es bedeutet übersetzt: „Wenn das, was wir tun, Betrug ist, dann hat sich die BLM in vollem Bewusstsein dessen damit einverstanden erklärt.“ Interessant wäre eine Stellungnahme des BLM, ob dem tatsächlich so ist. Wir dürfen gespannt sein.

  6. Mit der Aussage,

    Zitat:“Wir wissen nicht im Detail, wie diese Technik funktioniert.”

    und der Tatsache, das ein Redakteur verantwortlich sei für den Hot Button,

    Zitat von http://dwdl.de/article/news_11032,00.html:
    „…das man dieser Frage ncht nachgegangen sei und dies Anlass einer neuen prüfung sein müsse!“

    hat sich die BLM doch schon selbst als vollkommen Unfähig seiner eigentlichen Aufgabe, für die man gegründed wurde, disqualifiziert!

  7. in der presseerklärung wird nach meinem verständnis lang und breit erklärt, dass zufällig ist *wer* ausgewählt wird, aber durchweg bestätigt, dass der zeitpunkt oder die zeitspanne der zufälligen wahl des anrufers willkürlich, also dem willen eines menschen (darunter fallen doch auch redakteure, nicht?) unterworfen ist. und das *wer* ist ja nur bei den verwirrten anrufern im zweifel, das *wann* ist doch der eigentliche irreführungsvorwurf.

    eine chance, dass zu einem bestimmten zeitpunkt ein mensch eine entscheidung trifft. die besteht natürlich.

  8. Bei Lotto gibt es die Hälfte zurück, allerdings in unterschiedlicher Höhe, also zwischen 0,00 Euro und mehreren Millionen Euro. Von der anderen Hälfte geht ein großer Teil an Sport und Kultur.
    Bei 9Live gibt es etwa ein Fünftel zurück. Vier Fünftel gehen an die Technik, die Redakteure, die Animatoren und die Aktionäre von ProSiebenSat1.
    Erhält ein Anrufer 1.000 Euro müssen 10.000 anrufen, die nichts erhalten.
    Wenn ich meine 50 Cent verdoppeln will, muss ich durchschnittlich 10 mal anrufen. Für 1 Euro muss ich 5 Euro einzahlen.
    Das einzige Mittel dagegen soll angeblich auf quizsenderhilfe.de stehen.
    Ob der Heiße Knopf vom Zufall, von Alida oder Jürgen, von den Redakteuren oder von einem Algorythmus gesteuert wird, ist völlig egal. Ob die Fragen schwer oder leicht sind, ist gleichgültig.
    Schicken Sie mir monatlich 500 Euro, Sie bekommen 100 Euro zurück. Garantiert! An welchem Tag des Monats entscheidet der [auf den] Hot Button [drückt].

  9. „Der Sender räumt dabei (soweit mir bekannt) erstmals öffentlich ein, dass der “Hot Button”, der einen Anrufer ins Studio durchstellt, kein reines Zufallssystem ist, sondern wesentlich davon abhängt, wann der verantwortliche Redakteur diesen Mechanismus auslöst.“

    Den Mitmachregeln von 9Live war und ist ohne weiteres zu entnehmen, dass der technische Auswahlmechnismus nicht sogleich mit Beginn der Hot-Buttom-Phase beginnen muss. Auch Ziffer 3.1 der GewinnSpielReg von Oktober 2005 verlangt dieses nicht.

    Wenn es stimmt, dass nach Aktivierung des technischen Auswahlmechnismus sämtliche Anrufe innerhalb der Hot-Button-Phase ausgewählt werden können, dann ändert die verzögerte Aktivierung des technischen Auswahlmechanismusses auch nichts an der „Zufälligkeit“ der Auswahl.

    Noch näher zu erläutern wäre aber, was genau eine Hot-Button-Phase ist. Oder anders gefragt: Muss zwischen erstmaliger Anzeige des Buttons und der Beendigung dieser Anzeige der Auswahlmechnismus betätigt worden sein? Oder dauert diese Phase noch an, wenn nach etwas Zeit der Button wieder eingeblendet erneut eingeblendet wird? Werden dann nach einer Aktivierung des technischen Auswahlmechanismus auch die Anrufer der ersten „Teilphase“ berücksichtigt?

    Unbeschadet dieser Fragen ist für mich problematisch, dass der potentielle Anrufer seine Gewinnchancen nicht abschätzen kann. Denn auch wenn er bei einer späteren Aktivierung des technischen Auswahlmechanismus getroffen werden kann, hängt doch seine Gewinnchance von der Gesamtheit der Anrufer ab. Letztere nimmt aber mit Dauer der Hot-Button-Phase zu.

    Daher kommt insbesondere den Ziffer 5.1 (regelmäßiger Hinweis auf die Einwahlchance) und Ziffer 3.1 (regelmäßige Hinweise bei offenem Zeitfenster) der GewinnSpielReg von Oktober 2005 – ich hoffe, dass die aktuellen „Gewinnspielrichtlinien“ sind – eine besondere Bedeutung zu.

    Vielleicht kann ja Herr Niggemeier als Journalist der BLM hierzu noch etwas entlocken …

  10. @Sven Wallmann: Soll das ein Witz sein? Auf quizsender.de findet sich der Satz:
    Guter Rat ist nicht teuer:
    Immer, wenn Sie bei 9Live nicht anrufen,
    sparen Sie einen halben Euro.
    @kosmar: Nehmen wir eine große Lostrommel voller Postkarten. Welche Karte gezogen wird, also „wer“ gewinnt, steht nicht fest. Den Zeitpunkt der Ziehung bestimmt der Veranstalter des Preisausschreibens. Auch wenn der Teilnehmer das Porto zahlen musste, gab es manche, die einige oder viele Postkarten abgeschickt haben. Die Telefongebühr von 9Live bewegt sich nicht von ungefähr in Höhe der Portokosten für Postkarten oder Standardbriefe.
    Wurde früher nach dem Staat gerufen, weil manche Portokassen für Preisausschreiben plünderten oder weil die meisten Teilnehmer leer ausgegangen sind?
    Sind die Menschen durch das Fernsehen, das Telefon, PCs und Internet dümmer geworden?

  11. Kleiner Nachtrag:

    Das unter # 10 Geschriebene gilt auch bezüglich der GewinnSpielReg vom 02.04.2007.

  12. Portokasse plündern, trifft es nicht ganz, denn die Briefmarke muss immer noch Bar bezahlt werden, nix in Portokasse, nix Briefmarke.
    Telefonkosten sind da eher ein Kredit beimTeufel.

  13. @ Yasemin Mumay

    Das Potential am Bildschirm an einer „Wahlwiederholungssucht“ zu erkranken, dürfte ungemein höher sein, als zum zwanghaften Postenkartenschreiber zu werden.

  14. Naja, Zufall ist so eine Sache. Wenn über die gesamte Sendezeit ein Anrufer eine 0.001%ige Wahrscheinlichkeit hat pro Anruf durchzukommen und diese durch den Redakteur dann auf 1% erhöht wird (so dass ziemlich bald einer durch kommt) ist es ja immer noch Zufall. Der Zuschauer wird nur über die Wahrscheinlichkeit im unklaren gelassen.
    Diese Gewinnwahrscheinlichkeit weiß aber auch zB. kein Teilnehmer eines Telefonvotings, da diese ja von der Anzahl der Mitmachenden abhängen sollte. Daher bleibt wohl nur ein generelles Verbot solcher Glückspiele um die „Doofen“ (ich nenne sie mal so) vor sich selbst zu schützen.

  15. @abakus
    In vielen Portokassen lagen früher auch Briefmarken.

    @Nils Mumay
    Natürlich kann man mit der Wahlwiederholung schneller Geld zum Fenster rauswerfen, aber spätestens mit der Telefonrechnung erkennt auch der Dümmste das Preis-Leistungs-Verhältnis bei Deutschlands 1. Quizsender.

  16. @10

    „Wenn es stimmt, dass nach Aktivierung des technischen Auswahlmechnismus sämtliche Anrufe innerhalb der Hot-Button-Phase ausgewählt werden können, dann ändert die verzögerte Aktivierung des technischen Auswahlmechanismusses auch nichts an der “Zufälligkeit” der Auswahl.“

    Wie soll das funktionieren? Jemand ruft in einer Hot-Button-Phase an, bekommt eine Bandansage, dass er nicht durchkommt (weil der Redakteur noch nicht durchstellt), und legt auf. Zehn Minuten (oder auch mal zwei Stunden) später entscheidet der Redakteur, dass ab sofort durchgestellt wird. Wie kann jetzt der Anruf, der eine ganze Zeit vorher stattfand, noch „ausgewählt“ werden? Ruft Neun Live einen der gescheiterten Anrufer zurück? Oder darf man beim Anruf in jedem Fall seine Lösung durchsagen, die wird aufgezeichnet und wird dann nach Entscheidung des Redakteurs mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit eingespielt? Das wäre mir neu, außerdem könnte dann der Anima..äh, „Redakteur“ doch nicht mehr live mit dem Anrufer reden.

    Nach dem jetzigen System _kann_ es nur so sein, dass _ausschließlich_ jene, die zu dem Zeitpunkt anrufen, zu dem der Redakteur jemanden durchstellt, überhaupt eine Chance haben, durchzukommen. Die vorherigen Anrufer haben doch schon längst aufgelegt. Wie also soll die Berücksichtigung vergangener Anrufe außerhalb der vom Redakteur bestimmten Durchstellzeit funktionieren? Neun Live hat eine so lange Pressemitteilung veröffentlicht, aber diese nicht ganz unbedeutende Frage wird dort nirgendwo beantwortet. Aber das ist sicherlich – was sollte es sonst sein – Zufall.

  17. „Wie soll das funktionieren?“ – Gute Frage. Auch hierzu könnte man die BLM um eine nähere Erläuterung bitten.

    Da es in Bayern wohl kein Informationsfreiheitsgesetz gibt, dürfte es für einen Normalbürger schwer sein, Einsicht in die Akten der BLM zu bekommen. Aber ich gehe mal davon aus, dass auch nach dem Presserecht von Bayern Journalisten von öffentlichen Stellen – dazu müsste eigentlich auch die BLM zählen – gewisse Informationen (wenn auch nicht vollständige Akteneinsicht) erhalten müssen.

    Ein anderer Weg wäre, über einen Landtagsabgeordneten zunächst eine Kleine Anfrage stellen zu lassen, um dann ggf. später einen Untersuchungsausschuss einzurichten.

  18. @Kurt
    Ich habe vor einigen Wochen mal ein, zwei Dutzend mal in einer dieser Sendungen gegen Mitternacht angerufen, im vollen Bewusstsein meiner geistigen Kräfte. Da wurde nichts aufgezeichnet. Sie hätten also nicht zurückrufen können, wenn ich die Rufnummer unterdrücke.

  19. kurt, du unterliegst einem kleinen, aber entscheidenden missverständnis.

    stefan hat es in seinem dritten absatz erläutert: NEBEN der manuellen aktivierung ist es vorgesehen, „auch immer wieder“ (sylke zeidler, 9live) davor anrufer durchzustellen. direkt. als ob der hot-button zugeschlagen hätte (so wie es sein sollte). ohne aufzeichnung. die wahrscheinlichkeit dafür liegt aber erfahrungsgemäß bei ungefähr null.

  20. „Ich habe vor einigen Wochen mal ein, zwei Dutzend mal in einer dieser Sendungen gegen Mitternacht angerufen“

    Mit welchem Ziel denn? Kanntest Du sechs Tiere die ein Q aber kein E unterhalten und in Australien leben? („Also bitte Leute, gehts noch einfacher, leicht verdientes Geld hier, jetzt anrufen!“)

  21. Lieber Herr Niggemeier. Obwohl ich ihre Artikel und den Blog sehr schätze, habe ich das Gefühl, dass auch sie sich von Geschwafel von NeunLive haben verwirren lassen. Erst einmal wird in der Presseerklärung in einer ziemlich unständlichen Weise erklärt, dass der Hot Button als Zufallsmechanismus vom Redakteur gestartet wird. Man kann dies auch jeden Tag sehen, dass der Hot Button für fast jede Spielrunde neu gestartet wird. Wenn also dies der ganze Einfluss des Redakteurs auf den Zufallsmechanismus (Hot Button) wäre, wäre es nicht weiter erwähnenswert.

    Interessant wird es erst zum Schluss.

    „Soweit aufgrund der Bemerkung unserer Moderatorin Alida Lauenstein der Eindruck entstanden ist, der Zuschlag des ‚Hot-Button‘ sei – in unfairer Weise („Peaks“) – beeinflusst worden, entspricht dies nicht den tatsächlichen Gegebenheiten. Das wird schon dadurch deutlich, dass unmittelbar nach der kritisierten Äußerung der
    Moderatorin – den ‚Hot Button‘ nicht zuschlagen zu lassen – eine Anruferin namens „Daniela“ in die Sendung gestellt wurde, welche die ausgelobte Summe von EUR 800,- EUR gewonnen hat.“

    Hallo Leute. Es geht nicht darum, wann der Hot Button aktiviert wird, sondern ob der Zuschlag zu einem zufälligen Zeitpunkt, wie in den MMR von NeunLive festgelegt, erfolgt. Dass die Anruferin durchgestellt wurde, sagt überhaupt nichts darüber aus, ob dies durch einen Zufallsmechanismus erfolgte oder ob der Redakteur, vielleicht um vom Fauxpas mit der Tontechnik abzulenken, zugeschlagen hat. Vor allem wird in keiner Weise die Frage geklärt, warum eine Moderatorin, die bereit jahrelange Erfahrung in diesem Geschäft hat, eine solche Aussage tätigt. Alida sollte doch eigentlich wissen, dass der Hot Button zu einem zufälligen Zeitpunkt zuschlägt (oder auch nicht).

    Und dann dies:

    „Und richtigerweise habe der Redakteur auch im vorliegenden Fall entsprechend gehandelt. Darüber hinaus sei selbstverständlich auch im Rahmen der verfahrensgegenständlichen Sendung garantiert gewesen, dass unabhängig vom Zuschlag des Redakteurs auch für vorhergehende Anrufer die – oben näher erläuterte – Möglichkeit bestand, ausgewählt und ins Studio gestellt zu werden.“

    Da steht nicht mehr von der Aktivierung eines Zufallsmechanismus oder des Hot Buttons, da steht eindeutig:

    „ …vom Zuschlag des Redakteurs…“

    Dies ist die entscheidende Passage. Ob nun aus Dummheit oder durch eine Freudsche Fehlleistung. NeunLive gibt zu, dass der Redakteur zuschlägt und nicht ein Zufallsmechanismus.

    Gruß K. Ramseier

  22. @19

    Wir brauchen die BLM doch nicht, um feststellen zu können, dass es zumindest in der von Ihnen vermuteten Weise gar nicht funktionieren _kann_.

    Ich verstehe die Pressemitteilung so, dass auch außerhalb des vom Redakteur festgelegten Durchstellzeitpunkts eine sehr geringe Chance besteht, sofort durchzukommen und dann auch gleich mit dem „Moderator“ reden zu können. Ob das tatsächlich so ist, darf bezweifelt werden, weil es meines Wissens noch nie (!) vorgekommen ist, dass direkt nach Beginn eines einfachen Rätsels mit hohen ausgelobten Gewinnsummen jemand durchgekommen wäre. Vielmehr ist es so, dass praktisch immer (!) erst dann durchgestellt wird, wenn sich die Raterunde für den Sender offensichtlich bereits finanziell gelohnt hat.

    Das wiederum kann nur bedeuten, dass die Wahrscheinlichkeit, „außerplanmäßig“, also ohne Zutun eines Redakteurs, mithin also tatsächlich zufällig, durchgestellt zu werden, um Größenordnungen niedriger liegt als die (im übrigen ebenfalls lachhaft niedrige) Wahrscheinlichkeit, durchzukommen, wenn man genau in dem Zeitpunkt anruft, zu dem der Redakteur durchstellt. Wenn dies aber so ist, dann existiert diese „außerplanmäßige“ Zusatzchance nur als Alibi, damit behauptet werden kann, der Zeitpunkt der Durchstellung sei zufällig und die Chance für Anrufer, die außerhalb des redaktionellen Durchstellzeitpunkts anrufen, sei nicht exakt gleich Null (was sie ansonsten auf jeden Fall wäre).

    Mit der gleichen Logik könnte man behaupten, die Abflugzeiten von Flugzeugen seien zufällig, weil die Abflugpläne niemals auf die Sekunde genau eingehalten werden, oder weil den Abflügen, deren Abflugzeiten (mit einer bestimmten Genauigkeit) eingehalten werden, selten auch welche gegenüberstehen, die an völlig anderen Tagen stattfinden als geplant.

    Eine kleine „Zufallsverwischung“ eines seinem (mathematischen) Charakter nach systematischen Ereignisses macht dieses aber nicht automatisch zufällig. Genaugenommen sind sogar physikalische Gesetze nur innerhalb einer bestimmten „Zufallsverwischung“ genau bzw. prognosefähig. Wenn mindestens 9 von 10 Anrufern nach einem wohldefinierten System zu einem wohldefinierten Zeitpunkt durchgestellt werden, dann handelt es sich natürlich (und im übrigen absolut offensichtlich) _nicht_ um einen „echten Zufallsmechanismus“, Störfaktor hin oder her.

    Vielleicht lässt sich die BLM ja tatsächlich von solchen Störmanövern und Verdrehungen verwirren, aber in einem soliden Gerichtsprozess mit Sachverständigengutachten dürften die genannten Fakten auf den Tisch kommen. Schauen wir mal nach Großbritannien, da ist man schon etwas weiter als hierzulande.

  23. Wenn ich die Antwort kenne, habe ich bei einem ausgelobten Gewinn von 1.000 Euro eine Chance von 0,1 Promille. Kenne ich die Antwort nicht, sinkt meine Chance um weitere 0,1 Promille.
    In beiden Fällen lohnt sich das Telefonieren nicht.

  24. @medienblogger
    Ich habe angerufen, um einmal mehrfach hintereinander anzurufen. Um zu hören, was angesagt wird. Ob ich eine Antwort gewusst hätte oder nicht, weiß ich nicht mehr, denn es ist egal. Ein Anruf bei 9Live ist immer Geldverschwendung.

  25. Jetzt habe ich den überblick verloren. Ich habe im anderen Stream http://www.stefan-niggemeier.de/blog/blm-kapituliert-vor-9live/#comment-14150 aufgeschrieben, wie ich es verstehe.

    Beim Roulette weiß ich, dass die Wahrscheinlichkeit, dass eine Zahl fällt, die ich gesetzt habe bei 1:37 liegt, egal wie viele andere Mitspieler setzen und wie viel diese Mitspieler setzen. Außerdem weiß ich hinreichend genau wann das Spiel zu ende sein wird. Des Weiteren weiß ich genau wie viel ich gewinnen kann, nämlich immer das 36fache des gesetzten Betrags. Das halte ich für transparent, verständlich und fair. Und die Kasinos verdienen mit diesem Modell anscheinend nicht allzu schlecht.

  26. @Yasemin Mumay
    Zitat:
    „In vielen Portokassen lagen früher auch Briefmarken.“

    Denk mal besser immer nur an die eigene Portokasse, ansonsten wär es Diebstahl.
    Telefonkosten bleiben ein Kredit beim Teufel.

    Aber ist schon nicht mehr lustig, was man für ein Fazit aus den Pannen ziehen muss:
    Es gehört so zum Alltag bei 9Live.
    Alle ziehen am selben Strick, ob Mod oder Redakteur.
    Statistisch ist Routine eine der vielen Ursachen bei Unfällen, so auch hier.
    Ich wünsch 9Live und den anderen jedenfalls noch viele solcher Pannen. Und noch mehr Berichte davon in Presse und Fernsehen.

  27. Ich habe mir mal die Mühe gemacht, die, wie Herr Niggemeier schreibt, „lange und schwer verständliche Pressemitteilung seitens 9LIVE“ zu analysieren. Dabei sind mir ein paar nicht unerhebliche Fragen und Widersprüche aufgefallen, der sich die BLM bei der erneuten Prüfung mal annehmen und durch 9LIVE beantworten lassen sollte:

    http://call-in-tv.de/viewtopic.php?p=75587#75587

    Aus dieser Sicht stellt sich die Pressemitteilung doch in einem, wie ich finde, ganz anderem Licht dar !

  28. @Marc: Wie es aussieht hat 9Live es geschafft wirklich viele Leute zu verwirrende, so viele Thesen und Interpretationen wie zu dem Thema im Raum herumschwirren ;) Sieht man auch sehr deutlich an den Kommentaren hier. Ich bin auch noch nicht 100 Prozent sicher, wie es funktioniert.

  29. Zitat: „Weitere Komponente des Auswahlmechanismus ist eine in
    Zusammenarbeit mit dem technischen Dienstleister next ID speziell für 9Live entwickelte und bereitgestellte Applikation. Diese stellt
    sicher, dass unabhängig vom Zuschlag des „Hot Button“ einzelne bereits vor dem Zuschlag eingehende Anrufe und SMS bei der Auswahl
    berücksichtigt werden: Das System speichert die entsprechenden Anrufe und SMS und nimmt zum Zeitpunkt der Aktivierung des Hot Button eine
    zufallsbasierte Auswahl vor.“

    Dies ist aus eigener Erfahrung zutreffend: Wenn man bei 9Live anruft, ertönt ab und zu anstelle von „Leider…“ der folgende Text: „Noch hat der Hot Button nicht zugeschlagen. Sie haben die Möglichkeit, sich zu registireren und die Chance, später zurückgerufen zu werden und Ihre Lösung zum laufenden Spiel dennoch zu nennen. Sind sie damit einverstanden wählen Sie die 1“. Ich habe auf diese Weise einmal 300 Euro gewonnen.

  30. Um nochmal etwas Ordnung in das Chaos zu bringen:

    Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass die Erläuterungen von K. Ramseier zutreffen. Demnach meint Neun Live in der Pressemitteilung mit „Aktivierung des Hot Buttons“ nicht das „Zuschlagen“, sondern lediglich das Starten eines (angeblichen) Zufallsmechanismus. Es werden folgende Behauptungen aufgestellt:

    1. Ein Redakteur startet den „Hot Button“-Modus. Dies ist der BLM seit langem bekannt und keine unlautere Geschäftsmethode. (Stimmt.) Dass diese Tatsache in den Medien diskutiert würde, stimmt jedoch nicht – diskutiert wurde das „Zuschlagen“, nicht das Aktivieren des Hot-Button-Modus!

    2. Im „Hot Button“-Modus wird _irgendwann_ (!) ein Anrufer herausgefiltert, der direkt ins Studio durchgestellt wird. Dies geschieht über einen „von next ID bereitgestellten Mechanismus“. Könnte es sich bei diesem Mechanismus um einen Redakteur handeln, der für „next ID“ arbeitet? Achtet darauf: Neun Live sagt nicht, dass das „Herausfiltern des Anrufers“, also das eigentliche „Zuschlagen“, zufällig erfolgt!

    3. „next ID“ sorgt dafür, dass „mittels eines Zufallsmechanismus auch Anrufer berücksichtigt werden, die vor dem >Zuschlag

  31. 3. „next ID“ sorgt dafür, dass „mittels eines Zufallsmechanismus auch Anrufer berücksichtigt werden, die vor dem Zuschlag angerufen haben“. Mit „Zuschlag“ kann nur der Zuschlag des Redakteurs (von „next ID“) gemeint sein. Also bedeutet der Satz übersetzt: Im Hot-Button-Modus entscheidet „next ID“ (indirekt also Neun Live), wann jemand durchgestellt wird. Diese Entscheidung wird manchmal (!!) durch eine Software getroffen (also sonst immer durch einen Redakteur!). Neun Live verrät nicht, wie oft bei „next ID“ ein Redakteur „zuschlägt“ und wie oft dies die Software tut (die Rede ist von „immer wieder“). Der Sendungsverlauf legt aber nahe, dass so gut wie immer ein Redakteur entscheidet. Alternativ könnte es allerdings auch eine Software sein, die so programmiert ist, dass sie sich verhält, wie es sonst ein Redakteur tun würde (Zuschlagen, wenn das Interesse der Anrufer nachlässt) – also eben wieder nicht zufällig.

    Man beachte: Nur diese Interpretation kann Sinn ergeben, denn offensichtlich werden niemals Anrufer berücksichtigt, die „vor dem Zuschlag“ angerufen haben, sofern man unter „Zuschlag“ das Ereignis versteht, dass ein Anrufer durchkommt und mit dem „Moderator“ sprechen kann. Man beachte weiterhin, dass die Tatsache, dass die „zuschlagenden“ Redakteure für eine auf dem Papier von Neun Live getrennte Firma arbeiten, es Neun Live ermöglicht, rechtmäßig zu behaupten, dass kein Redakteur von Neun Live selbst über den „Zuschlag“ entscheidet.

    4. Neun Live garantiert, dass zu jedem Zeitpunkt innerhalb des „Hot Button“-Modus, zu dem jemand anruft, eine Gewinnchance besteht. HIer gibt es nur zwei Möglichkeiten:

    a) Die Software von „next ID“ ist so programmiert, dass sie mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit auch ohne Zutun eines Redakteurs jederzeit zufällig zuschlagen kann. Glaube ich zwar nicht, aber wäre theoretisch denkbar. Wenn das zutrifft, dann ist diese Wahrscheinlichkeit extrem gering, denn wäre sie es nicht, ergäbe sich ein völlig anderes statistisches Verhalten im Sendebetrieb.

    b) Die Software entscheidet grundsätzlich selbstständig, allerdings anhand eines Algorithmus, der das Anrufverhalten analysiert. Außenstehende Menschen können dann tatsächlich nicht genau sagen, wann „zugeschlagen“ wird. Allerdings wäre die Wahrscheinlichkeit eines „Zuschlags“ dann (wenn die Software entsprechend clever programmiert ist) in dem Zeitraum, in dem sonst auch ein Redakteur zugeschlagen hätte, damit der Sender daraus einen finanziellen Vorteil zieht, um Größenordnungen höher als sonst. Trotzdem bestünde rein theoretisch zu jedem Zeitpunkt der Sendung im „Hot Button“-Modus eine Gewinnchance.

    Man beachte: Bei beiden Möglichkeiten, a) und b), wird der Zuschauer über seine Chancen getäuscht, die Kritik der Medien ist also in jedem Fall gerechtfertigt. Aber beide Möglichkeiten versetzen Neun Live in die Lage, zu behaupten, dass „zu jedem Zeitpunkt eine Chance“ bestehe.

    5. Neun Live behauptet: Unabhängig vom Zuschlag des „Hot Button“ werden einzelne bereits vor dem Zuschlag eingehende Anrufe und SMS bei der Auswahl berücksichtigt: Das System speichert die entsprechenden Anrufe und SMS und nimmt zum Zeitpunkt der Aktivierung des Hot Button eine zufallsbasierte Auswahl vor.

    Diese Aussage ist offensichtlich falsch. Wer vor dem Zuschlag anruft, erhält eine Bandansage und sonst nichts. Das „System“ kann gar nicht aus vergangenen Anrufen auswählen und diese beim Zuschlag berücksichtigen, wenn die Anrufer zu diesem Zeitpunkt bereits aufgelegt haben – und die Bandansage fordert auch nicht dazu auf, in der Leitung zu bleiben. (Natürlich nicht, die Leute sollen auflegen und gleich wieder für ein Heidengeld anrufen!) Von Rückrufen seitens Neun Live ist mir nichts bekannt.

    Es gibt tatsächlich nur einen einzigen Satz in der Pressemitteilung, der Neun Live noch schwer zu schaffen machen könnte. Es ist dieser:

    „Darüber hinaus sei selbstverständlich auch im Rahmen der verfahrensgegenständlichen Sendung garantiert gewesen, dass UNABHÄNGIG VOM ZUSCHLAG DES REDAKTEURS auch für vorhergehende Anrufer die – oben näher erläuterte – Möglichkeit bestand, ausgewählt und ins Studio gestellt zu werden.“

    Da steht: Zuschlag des Redakteurs! Der Redakteur ist also derjenige, der zuschlägt! Er ist zwar nicht exklusiv derjenige, der zuschlägt (weil ja mit einer winzigen Wahrscheinlichkeit auch mal die Software entscheiden darf), aber auf jeden Fall ist er _auch_ und offensichtlich _meistens_ derjenige, der die Entscheidung trifft, ob Anrufer durchgestellt werden.

    Tja, soviel Text in dieser Pressemitteilung, und soviele überflüssige Zeilen über die „Aktivierung“ des „Hot Button“-Modus, die doch überhaupt niemanden interessieren. Aber dann endlich, in einem Nebensatz, legt Neun Live die Karten auf den Tisch. Vermutlich unabsichtlich – warum sonst wird im gesamten restlichen Text nur auf der Aktivierung herumgeritten und über den Zuschlagmechanismus kaum ein Wort verloren?
    ===================================
    Deshalb hier nochmal in aller Deutlichkeit für die BLM:

    Wir wollen wissen, ob, wie von dem Alida-Ausschnitt nahegelegt, ein Redakteur über den „Zuschlag“ entscheidet, also darüber, wann (INNERHALB des „Hot Button“-Modus!) ein Anrufer durchgestellt wird.

    Wir wollen nicht wissen, wer wann den „Hot Button“-Modus aktiviert und ob diese Aktivierung nun zufällig oder durch einen Redakteur oder durch irgendwen sonst erfolgt. Das ist überhaupt nicht Gegenstand der Kritik und interessiert nicht im geringsten.

    Ist das wirklich so schwierig, dass man sich dabei von einem Taschenspielertrick seitens Neun Live verwirren lassen kann, die einfach ganz dreist behaupten, in der Kritik gehe es um die Aktivierung und nicht um das Durchstellen („Zuschlagen“)?

    Neun Live verrät über den „Zuschlag“-Mechanismus (hallo BLM? NICHT „Aktivierung“!) gar nichts, außer, dass er von einem Dienstleister namens „next ID“ durchgeführt wird (der im Auftrag von Neun Live handelt), und dass die Entscheidung über den Zuschlag „immer wieder“ (was man getrost mit „so gut wie gar nicht“ übersetzen kann) von einer Software auf Zufallsbasis getroffen wird. Lies: In allen anderen Fällen, wo die Software nicht entscheidet (die ganz überwiegende Mehrzahl), entscheidet ein Redakteur von „next ID“. Nach welchen Kriterien, dürfte hinlänglich bekannt sein, und daran, genau daran, entzündet sich die Kritik.

    Die Tatsache, dass Alida direkt mit den „zuschlagenden“ Redakteuren sprechen konnte, zeigt im übrigen, dass „next ID“ offenbar nur auf dem Papier eine andere Firma als Neun Live selbst ist.

    Ich wiederhole also meine Kritik von vorhin: Es ist ziemlich irrelevant, ob die Entscheidung, wer wann innerhalb des „Hot Button“-Modus durchgestellt wird, nun in 100 oder in 99 von 100 Fällen von einem Redakteur getroffen wird. In jedem Fall wird dem Zuschauer im Unklaren darüber gelassen, dass seine Gewinnchancen zu Zeiten, zu denen der Redakteur es für unklug hält, „zuschlagen“ zu lassen (also ca. 99,9% der Sendezeit), um Größenordnungen niedriger sind als sonst. Darin, genau darin liegt die Täuschung, die völlig zu recht überall in den Medien kritisert wird.

  32. Meine oben unter 32 erwähnte Ausführung ist übrigens als Anmerkung zum Post Nummer 17 von Kurt gemeint. Dieses System ist in der Tat im deutschsprachigen Raum einzigartig (Callactive oder Massresponse haben dies beispielsweise nicht).

  33. Zitat von Kurt (#34): „Man beachte: Nur diese Interpretation kann Sinn ergeben, denn offensichtlich werden niemals Anrufer berücksichtigt, die “vor dem Zuschlag” angerufen haben, sofern man unter “Zuschlag” das Ereignis versteht, dass ein Anrufer durchkommt und mit dem “Moderator” sprechen kann.“

    Ich stimme deinen Ausführungen in den anderen Posts zu, hier allerdings irrst du dich, es ist wirklich so, wie ich erklärt habe („Noch hat der Hot Button nicht…“). Wie das Chancenverhältnis „Redakteur – Noch hat der Hot Button nicht…“ ist, ist ein Thema für sich, das sehe ich auch so. Aber es ist wirklich so, dass man auf diese ausgewählt werden kann, noch bevor der Hot Button zugeschlagen hat.

  34. „Wir machen Millionäre“, sagt Lotto. Also spiele ich Lotto. Und wenn ich nicht gewinne, verklage ich die Lottogesellschaft. Wie viele Verfahren gab es bisher?

  35. “Wir machen Millionäre”, sagt Lotto. Also spiele ich Lotto. Und wenn ich nicht gewinne, verklage ich die Lottogesellschaft. Wie viele Verfahren gab es bisher?

    ———————————————————–

    Wie sinnfrei ist diese Aussage denn, Sven? o.0

    Die Lottogesellschaft macht Millionäre. Das ist Fakt. Punkt. Würde der Slogan heissen „Wir machen auch aus dir einen Millionär“ hättest du recht. Der Slogan heisst nun aber mal nicht so, daher ist deine Aussage einfach sinnfrei.

  36. „Darüber hinaus stelle ein Zufallsmechanismus sicher, so 9Live, dass gelegentlich auch vor dem vom Redakteur bestimmten Zeitpunkt Anrufer ins Studio durchgestellt werden können.“

    Den Hinweis auf eine sofortige Durchstellung finde ich so nicht in der Pressemitteilung.

    Die Passage

    „Weitere Komponente des Auswahlmechanismus ist eine in Zusammenarbeit mit dem technischen Dienstleister next ID speziell für 9Live entwickelte und bereitgestellte Applikation. Diese stellt sicher, dass unabhängig vom Zuschlag des „Hot Button“ einzelne bereits vor dem Zuschlag eingehende Anrufe und SMS bei der Auswahl berücksichtigt werden: Das System speichert die entsprechenden Anrufe und SMS und nimmt zum Zeitpunkt der Aktivierung des Hot Button eine zufallsbasierte Auswahl vor.“

    liest sich so, als würde dann zum Zeitpunkt des Auslösens zurückgerufen werden. Wie sollte man sonst auch mit einer SMS gewinnen können.
    Man beachte auch die Formulierungen „einzelne(…)Anrufe und SMS“ und „entsprechende Anrufe und SMS“. Vermutlich die mit aktivierter Rufnummernübermittlung.

    Etwas rätselhaft ist für mich noch folgende Passge, wenn auch Anrufer ohne Rufnummernübermittlung eine Gewinnchance haben sollen:

    „9Live garantiert auf diese Weise, technisch unterlegt, dass zu jeder Zeit in jeder Sendung, in der mittels des „Hot Button“ gespielt wird, für jeden anrufenden Zuschauer eine Gewinnchance besteht.“

    Entweder next ID hat die Möglichkeit auch Anrufer ohne Rufnummernübermittlung zu identifizieren oder es werden nebenbei nebenbei noch Trostpreise ausgeschüttet, die sofort bei Anruf ausgeschüttet werden. „Gewinnchance“ muss ja nicht „Chance auf den Hauptgewinn“ bedeuten.

  37. Entweder next ID hat die Möglichkeit auch Anrufer ohne Rufnummernübermittlung zu identifizieren oder es werden nebenbei nebenbei noch Trostpreise ausgeschüttet, die sofort bei Anruf ausgeschüttet werden. “Gewinnchance” muss ja nicht “Chance auf den Hauptgewinn” bedeuten.
    —————————————————-

    Fast richtig: Nicht „next ID“ macht dies möglich, sondern die Telecom: Es ist nicht möglich, seine Rufnummern zu unterdrücken, wenn man auf Servicenummern wie 0137… anruft (dasselbe gilt für Notruf, Polizei, Feuerwehr, etc.). Selbst wenn du deine Rufnummer unterdrückst, wird sie angezeigt, wann immer du eine 0137-Nummer wählst (dasselbe gilt für Österreich und die Schweiz mit 0900er-Nummern).

    Wenn du z.B. nach Sendungsende eine 0137-Nummer von Callactive wählst, heisst es: „Vielen Dank für deinen Anruf, deine Rufnummer wurde registriert“. Rufst du erneut an, diesmal mit Rufnummer unterdrückt, heisst es: „Vielen Dank für deinen Anruf, bitte gib jetzt auf deiner Tastatur deine Rufnummer ein *pips*“ – auch wenn du keine Rufnummer eingibst wird deine unterdrückte Rufnummer an Callactive übermittelt.

  38. @sven, comment #37

    du vergleichst äpfel mit birnen…lotto, ein glücksspiel, mit call-in wie bei 9live, einem gewinnspiel, zu vergleichen, ist so ziemlich das dümmste, was es gibt und zeigt, dass du absolut keine ahnung von der thematik hast….

    gruß
    der friese

  39. Ich fand die Länge der PM beachtlich. Man versucht mit ganz vielen ineinander verschlungenen Sätzen irgendwas zu erklären.

    Letztlich hat Stefan es hier sehr schön zusammengefasst: Der Hot Button ist zwar ein Zufallssystem, das aber von einem Menschen gestartet werden muss. Es bleibt also 9Live überlassen, wann sie den Zufallsmechanismus starten. Dass ab dem Zeitpunkt des Starts keiner mehr Einfluss darauf hat, wann er zuschlägt, glaube ich sogar.

    Nur beginnt diese Kette eben viel weiter vorn. Somit bleibt Alidas Peak-Aussage on Air nach wie vor plausibel und hängt eindeutig damit zusammen. Finde diese Rechtfertigungsversuche ebenso erschütternd wie die lähmende Haltung der BLM. Da wird ganz offensichtlich betrogen und die Aufsichtsbehörde, die ganz nebenbei vom Gebührenzahler finanziert wird, lässt sich durch solche Rechtfertigungen abspeisen. Am Ende bleibt alles wie es ist. Kein Wunder, dass diese Spielmechanik mittlerweile auch nachts im Radio zu hören ist.

  40. Im Grunde sagt 9live damit ja nur, dass nachdem der Redakteur TATSÄCHLICH den „Hot Button“ gedrückt hat ein mechanismus in einem dann beginnenden unbestimmten Zeitraum ZUFÄLLIG einen Anrufer auswählt. Das der Zeitpunkt der Aktivierung dieses Mechanismuses durch den Redakteur sich zeitlich mit dem Beginn eines „Hot Button“ Spiels decken muss, wird mit keiner silbe erwähnt.

    Dann hat der Kollege Bade wohl recht: Auf den Hot Button hat niemand Einfluss… Es müßte ihn bloß mal jemand drücken…

  41. Unglaublich, 9Live zockt seit 5 Jahren mit dieser Masche ab und erst jetzt scheint etwas ins Rollen zu kommen. Ich hoffe nur, dass die Witz-Stellungnahme seitens der BLM der letzte vermeintlich erfolgreiche Versuch war, diese öffentlich geduldete Abzocke durchgehen zu lassen.

    JEDEM logisch denkenden Menschen ist doch klar, dass bei einem „Gewinn“spiel ab einem gewissen Betrag es zu einer Durchstellpause kommt und man eben KEINE (meinetwegen Wahrscheinlichkeit kleiner 0,0000001 aber größer 0) Chance hat durchgestellt zu werden, obwohl die Animateure es einem vorgaukeln.
    Und darum geht es doch eigentlich:
    „Zu jeder Zeit hat man die Chance durchgestellt zu werden und niemand beeinflusst diesen Zufall.“

    Da kann 9Live schreiben was es will, da gibt es keine Erklärung für, weder in 5 Seiten noch in 500 Seiten.

  42. Sehe das auch wie Stephan (#44). Eigentlich ist es doch ganz einfach. Der HotButton wählt zufällig einen Anrufer aus. Wann dieser Zufallsmechanismus aber vom Redakteur gestartet wird ist die wirklich interessante Frage.
    Wenn man den Plusminus-Bericht und Alida ernst nimmt, dann wird eben dieser erst in Abhängigkeit von den Peaks gestartet.

  43. Die Aussage von 9live ändert ÜBERHAUPT NICHTS an der Tatsache, dass die Zuschauer von den Moderatoren dahingehend betrogen werden, dass sie nach wie vor auf jedem der einschlägigen Sender brüllen „JETZT!!! OH MEIN GOTT!!! JETZT!!!! JETZT KANN DER HOTBUTTON JEEEEEDEN MOMENT ZUSCHLAGEN!!!!!!!!!!!!!!!!!“ obwohl sie genaustens wissen, dass der Redakteur aufgrund eines Peaks nicht im Traum daran denkt, den Zufallsmechanismus in der nächsten Viertelstunde auszulösen.

    Und das tun die Moderatoren nach wie vor. Ich habs gesehen. Das sollte Stefan vllt nochmal genauer auf den Punkt in seinen Artikeln herausstellen. Denn es geht ja letztlich darum, dass der eine oder andere der Dort-Anrufer begreift, was da abgeht, aber diese Leute sollte man intellektuell nicht durch zuviel Drumrumtext überfordern.

  44. Jeder, der hier schreibt, weiß, dass es sich finanziell nicht lohnt, bei 9Live anzurufen. Der eine oder andere wird es mal zum Spaß oder aus Neugier gemacht haben.
    Ich wiederhole mich gerne: Ein Gewinn von 1.000 Euro erfordert 10.000 Anrufe, ein Gewinn von 100 Euro 1.000 Anrufe, damit die Kalkulation von 9Live aufgeht.
    Das sagen die Moderatoren von 9Live natürlich nicht, denn sonst wären sie ihren Job los. Alle! Denn dann wäre 9Live pleite.
    Und noch etwas: Ich spiele kein Lotto.

  45. Ich frage mich die ganze Zeit, warum es überhaupt einen Redakteur gibt, der den „Hot-Button“ starten muss…der kostet doch Geld. Ein billiges Computerprogramm wählt zuverlässig, unparteiisch, zufällig aus. Warum stelle ich überhaupt jemanden an, der dort eingreift?
    Aus reiner Nächstenliebe, um die Zahl der Arbeitlosen in Deutschland zu drücken?

    Die Tatsache, dass es überhaupt einen Redakteur gibt, macht betriebswirtschaftlich doch nur einen Sinn, wenn ich als Veranstalter davon einen wirtschaftlichen Vorteil habe. Wenn das so ist, verzerrt aber die Anwesenheit eines Redakteurs (Hot-Button-Starter) die Chance. zu Ungunsten der zuschauer.

    Ich würde gerne mal einen triftigen Grund hören, warum es einen Redaktuer geben muss, der den Hot-Button startet.

  46. @49
    Sven Wallmann ist nicht der Einzige unter den Bloggern im Allgemeinen und hier bei Stefan Niggemeier im Besonderen, der unter Wiederholungszwang leidet.

    Nach meiner Ansicht ist das Thema 9Live einfach lächerlich. Ich dachte Herr Niggemeier ist Medienjournalist? Oder befasst er sich auch mit Losbudenverkäufern, Spielkasinos oder illegalen Pokerrunden?

  47. Na, unutmak, wir sind uns aber einige, dass Fernsehen ein Medium ist und dass 9Live dort eine Losbude betreibt?

    Aber warum überlassen Sie es nicht Herrn Niggemeier selbst sich lächerlich zu machen.

    Jeder blamiert sich so gut er kann, nicht wahr?

  48. @50

    Ist doch ganz einfach. Man will sicherstellen, dass der HotButton erst bei hohen Peaks zuschlägt und bei niedrigen wartet. Dies alleine könnte man sicherlich auch technisch realisieren, aber damit das Ganze nicht zu offensichtlich wird, wird eben auch (wahrscheinlich) manchmal bei niedrigen Peaks zugeschlagen. Bestes Beispiel ist doch auch der Faux Pas von Alida. Der Redakteur war geistesgegenwärtig und hat schnell jemanden durchgestellt und so eine Ausrede geschaffen. So flexibel ist ein Computerprogramm leider noch nicht.

  49. @50:

    1. Eine Sendung muss vorbereitet werden (Spiele, Grafiken, Preise)
    2. Eine Sendung muss durchgeführt werden
    3. Eine Sendung muss nachbereitet werden
    4. Es muss jemanden geben, der medienrechtlich verantwortlich ist, oder diesen vertritt.

  50. Da mir Antwort 53 auch als einzige einfällt, begründet das wohl schon so etwas wie einen Betrugsverdacht.

    @54:
    Richtig. Aber das erklärt nicht, warum dieser Redakteur Einfluss auf den Hot-Button haben muss.

    Wenn es für mich als Veranstalter technisch einfach möglich ist für Transparenz und eine faire Veranstaltung zu sorgen (durch computergesteuerte Zufallsauswahl), ich mich aber trotzdem dafür entscheide, diesen Weg nicht zu gehen, stattdessen einen Redaktuer anzustellen, mit der Medienaufsicht zu diskutieren, Gegenwind in Blogs und Medien zu bekommen…dann, ja dann spricht das doch sehr dafür, dass ich diesen Redaktuer brauche, um die faire zufallsauswahl zu meinen Gunsten zu beeinflussen.

  51. das übliche transparenzproblem. solange 9live keinen tag der offenen tür veranstaltet, wird man nicht umhin kommen entsprechende beweise erbringen zu müssen, damit man dem laden die tür einrennen kann.

    schlecht für die „kunden“ – gut für die unternehmen, die davon profitieren.
    und davon gibt es noch einige mehr…

  52. Soll ich mich wiederholen?
    NEIN Live zu NEUN Live!
    Und jetzt gehe ich in meinen Garten und genieße die Sonne. Mein UMTS-Handy lasse ich zuhause, damit ich mir nicht den Internet-Stream von 9Live reinziehe.

  53. Herr Niggemeier tut so, als ob er Medienjournalist ist, letztlich ist ihm ausser ein Verfolgungswahn gegenüber Call TV nicht viel geblieben. Kollegen und andere Quellen vertrauen ihm lange nicht mehr und offensichtlich bezieht er seine Informationen mittlerweile maßgeblich von Forenbetreibern wie Marc Döhler von Call IN TV. Und seriös ist er eh nicht, jemand der Mehrquellen Prinzipien treu ist postet nicht derart, und in der Tat, es handelt sich hier um viele Widerholungen und Verlinkungen, diese haben einzig und allein den Grund, sich im Gerede zu halten. Schön sind dann auch Äußerungen wie, das seriöse Medienmagazin DWDL.de, ist man(n) denn hier etwa nicht seriös ?

  54. Das gefällt mir: „Verfolgungswahn“ bedeutet, nicht mehr aufhören können, jemanden zu verfolgen. (Stalker vor Gericht: „Herr Richter, ich bin da in so einen Verfolgungswahn verfallen…!“)

  55. pfingsten will 9live einen superprogramm bieten, ich hoffe doch sehr das sie viele fehler machen wie jeden tag….und wie ich hr. niggemeier kenne lässt er nicht unversucht um da dabei zu sein dann mal großer krieger

  56. Ich fordere einen „Heißen Knopf“ für Kommentare.
    Er soll zwischen 10 und 100 zuschlagen. Zufällig oder vom Blogbetreiber gesteuert. Ich hätte nach Kommentar #48 abgebrochen.

  57. Also Herr Niggemeier, nehmen Sie sich doch mal ein Beispiel an echten Journalisten wie #58. Der kann mit Sprache umgehen. Warum halten Sie „Mehrquellen Prinzipien treu“, das ist doch schon lange verboten. Jemand wie Sie, der sowieso nur versucht „sich im Gerede zu halten“ und auch nur so tut „als ob er Medienjournalist ist“ hat natürlich auch keine Ahnung, was der Unterschied zwischen „ein Verfolgungswahn“ und einem Verfolgungswahn sein könnte.

    *g*

    Außedem fordere ich einen „Schlauen Kopf“ für Kommentatoren. ES IST NICHT IHR BLOG (wieso schreie ich denn so laut, Yasemin Mumay versteht doch sowieso nix).

  58. Zum Update 2:
    Ich hörte diese Ansage mit der zweiten Chance zwei bis drei Mal bei insgesamt 20 bis 30 Anrufen im Frühjahr.

  59. Der Möchtemal-mal-Dringend Moderator Thomas Schürmann von 9live ist der EXCALIBUR von dienst. [EDIT: Beleidigungen entfernt.] Jürgen Milski soll ja mal vor laufender Kamera bei 9live ein Tisch zerstört haben vor Frust und lange Weile. Wenn das einer bestätigen kann, dann schreibt doch mal was dazu.

  60. Zur Unterscheidung des Software-Zuschlagmechnanismus und der des Redakteuers, wie hier oben schon richtig thematisiert, möchte ich nochmals Alida zitieren:
    „[…] Laßt das doch Max übernehmen […]“

    Meine Ansicht nach bestätigt sich damit die grundsätzliche Trennung von Software-Zuschlag durch next ID sowie Redakteur „Max“ von next ID, der Alida bekannt war/ist also so fern der Studios nicht arbeiten dürfte.

  61. […] so bleibt das wohl weiter ein Kampf gegen Windmühlen. Denn obwohl mittlerweile klar ist, dass keineswegs ein Zufallsgenerator bestimmt, wann Anrufer ins Studio durchgestellt werden, sieht die Bayerische Landesmedienanstalt darin keine Verarschung der […]

  62. Wahnsinn, wieviel Aufmerksamkeit diese Quiz-Deppen mittlerweile bekommen! Also, ich gestehe, in den Anfanszeiten der Quiz-Nacht auf SAT1 einmal da hängen geblieben zu sein, nachts weil nicht schlafen könnend und gelangweilt. Gefragt war nach der Anzahl der Winkel in einer geometrischen Figur (ein Rechteck mit zwei Diagonalen darin). Sah einfach aus, es rief ewig keiner an, also dachte ich, mein Gott, die 200 (??) Euro nimmste mal mit. Bin dann natürlich nicht durchgekommen.

    Allerdings hat mich dann interessiert, wie das ganze ausgeht und ich hab’s mir weiter angesehen, meine Antwort (16) wurde glaub ich drei mal von Anrufern gegeben und als falsch abgetan. Hinterher kam irgendeine abstruse Zahl wie 64 raus. Etwa eine Woche später hab ich das gleiche Rätsel beim durchzappen wieder gesehen, diesmal war das Rechteck allerdings waage- statt senkrecht dargestellt. Hab’s mir wieder bis zum Ende angesehen, die richtige Antwort war diesmal 72!!!

    Für ’ne Sekunde war ich entsetzt, dass solch eine Verarschung im deutschen Fernsehen betrieben werden darf, und dann war das Thema Call-TV aber auch erledigt.

    Was ich mit der ewig langen Einleitung sagen will: Es tut mir leid, aber ich kann beim besten Willen nicht nachvollziehen, wie man tatsächlich Hunderte oder gar Tausende von Euros an die Deppen verlieren kann, ohne zu bemerken, dass man da verar…t wird. Und selbst dem Gelangweiltesten Nachtaktiven muss doch irgendwann das Abendessen hochkommen, wenn er/sie sich nachts stundenlang diese Schwachmaten ansieht.

    Sorry, kein Verständnis von meiner Seite

  63. Um die Aussage von oben nicht missverständlich werden zu lassen: Ich finde die Vorgehensweise der Call-TV-Betreiber genauso verabscheuungswürdig wie jeder andere hier auch. Selbstverständlich ist es tragisch, dass es anscheinend tatsächlich Menschen gibt, die sich aufgrund dieses Schwachsinns in finanzielle Notlagen stürzen oder ihre Notlagen noch verschlimmern. Sollte das tatsächlich jemand als justiziablen Betrug entlarven und dem ganzen ein Ende gesetzt werden, bin ich auch der erste, der applaudiert.

    Nur fehlt mir ehrlich gesagt der Antrieb wie einigen hier, mich mit diesem Quatsch eingehend zu beschäftigen und das Treiben der Macher zu dokumentieren. Die Offensichtlichkeit, mit der 9live & Co. die Leute abziehen, lässt mich wie gesagt stauen, dass es überhaupt Leute gibt, die drauf reinfallen. Wenn den ganzen Tag ein aufgeputschter Pitbull mit gefletschten Zähnen den Gartenzaun rauf- und runterspringt, muss dann wirklich noch ein „Vorsicht, bissiger Hund“-Schild anbringen? Ich meine, wer sich von Container-Jürgen und dem Rest der Bande das Geld aus der Tasche ziehen lässt, hat ein tiefersitzendes Problem, als ein (wohl kaum) korrekt funktionierender Hot Button.

    Erwähnt werden sollte in dem ganzen Zusammenhang m.M.n. noch, dass Frau von Salm sich zu Beginn dieser ganzen Müll-Attacke quer durch die gesamte Medienlandschaft als Superpower-Schnatze abfeiern lassen durfte, die einen maroden Sender mit pfiffigen Ideen wieder auf Kurs gebracht hat. Das ist in etwa so, als würde man den Vorstand einer kränkelnden Handelskette zum Manager des Jahres wählen, weil er als Heilmittel Drückerkolonnen losschickt, die den Leuten verfaultes Obst an der Haustür aufzwingen.

  64. Kann mir jemand angesichts der gerade reingeschneiten Pressemitteilung von CallActive folgendes erklären:
    (http://www.presseportal.de/pm/66704/993242/callactive_gmbh)

    Der Hot-Button Mechanismus wählt zu einem beliebigen Zeitpunkt während der aktuellen Runde und bei einem beliebigen Anrufer ohne Beeinflussung durch den Redakteur oder einer anderen Person einen Anrufer aus

    Im Grunde genommen müsste es doch so sein, dass man sich in einem Diagramm die durchgestellten Anrufer und Gewinner einzeichnen könnte und diese müssten sich relativ gleichmäßig über die Sendestunde verteilen (nur die wenigsten Rätsel dürften so schwer sein, dass mehrere tausend Anrufer über eine Stunde zur Lösung brauchen).

    Merwürdig. Immer wenn ich reinzappe oder hier die Berichte durchlese, geschieht die Lösung nie zu Beginn einer Sendung. Wieviel Zufall steckt in dem „Zufall“? Kann das überhaupt mathematisch bzw. statistisch sein, was 9Live und CallActive da behaupten?

  65. @dogfood: möglicherweise fehlt in der Pressemitteilung so ein Ausdruck wie „neuerdings“ oder „ab sofort“. ich mach mich mal schlau.

  66. In ihren eigenen Mitmachregeln steht, dass im Hot Button Spielmodus ein Anrufer durch einen technischen Mechanismus ausgewählt und direkt in’s Studio durchgestellt wird.

    Eine gleichlautende Erklärung hat 9Live vor dem Landgericht München abgegeben.
    Da ist nicht ansatzweise die Rede davon, dass man eventuell eine andere Ansage hört und später noch einmal durchgestellt wird.

    Das wäre nämlich dann der Anrufbeantwortermodus.
    Ich halte diese ganzen Erklärungen für eine momentane Anpassung an jetzt endlich aufgekommene Tatsachen. Dafür spricht ferner, dass bisher in keiner Call-in-Sendung mit HB-Modus eine solche Erklärung abgegeben wurde. Es hieß da im Gegenteil immer: „Der HB schlägt jeden Moment zu, dann werden Sie durchgestellt.“

    Das, was ihren Spielen an Fantasie abgeht stecken sie in die Umgehung der Mitmachregeln und in diese dubiosen Presseerklärungen.

  67. Der Hot-Button in der Naturreligion

    Die Anhänger von Naturreligion glauben sich von höheren, übermenschlichen Mächten abhängig und ordnen sich ihnen unter.
    Denn anders lässt sich der Hype um den Hot-Button nicht erklären.

    Wenn ich als (laut Moderator vermeintlich einziger) Anrufer eine Lösung habe erwarte ich auch in die jeweilige Sendung durchgestellt zu werden, um meine Antwort kund zu tun.

    Stattdessen werden stundenlange Durchstellpausen zelebriert, ohne das ein Anrufer die Chance hat durchgestellt zu werden.

    Wer ist es Schuld der Hot-Button, ein imaginäres etwas, das noch nie ein Mensch zu Gesicht bekommen hat.

    Der Hot-Button um den viele düstere Legenden kursieren, ist wie der Leibhaftige, jeder fürchtet ihn.

    Wenn man aber aber Aufklärung betreibt, würde der Hot-Button an Schrecken verlieren.

    Denn der Hot-button steht für das Böse und die Habgier der Call-In-Macher, die Zuschauer und Anrufer hinters Licht führen, um ihren unredlich erworbenen Mammon zu vergrößern.

    Wer oder was dieser Hot-Button nun ist, und wem er nun gehorcht dem Redakteur oder einem
    Zufallsalgorithmus, eins ist sicher er bringt seinem Herrn und Meister Reichtum.

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