Wer Amok läuft, guckt auch Kinderpornos

Endlich! „Spiegel Online“ findet das missing link zwischen Amoklauf, „Killerspielen“ und Kinderpornographie:

Nach Informationen des SPIEGEL hatte der Amokläufer wenige Stunden vor der Tat den Egoshooter "Far Cry 2" gespielt - das keine Jugendfreigabe hat. Nach Erkenntnissen der Ermittler habe er am Vorabend des Massakers um 19.30 Uhr das Spiel gestartet und um 21.40 Uhr seinen Computer abgeschaltet. In dem Spiel geht es darum, in einem fiktiven Land einen Waffenhändler auszuschalten. Auch die Killerspiele "Counter-Strike" und "Tactical Ops" - auch dies Spiel hat keine Jugendfreigabe - wurden nach Informationen des SPIEGEL auf dem Rechner gefunden, ebenso Pornobilder, Fotos gefesselter, nackter Frauen. Familienministerin Ursula von der Leyen (CDU) plant deshalb, den Zugang zu kinderpornografischen Internet-Seiten durch Sperrvereinbarungen zwischen Internet-Providern und dem Bundeskriminalamt zu erschweren.

[mit Dank an Raventhird!]

Nachtrag, 17.50 Uhr. „Spiegel Online“ hat den letzten zitierten Satz jetzt ein bisschen umformuliert und eine Zwischenüberschrift eingefügt. Vermutlich muss das reichen.

81 Replies to “Wer Amok läuft, guckt auch Kinderpornos”

  1. SPON ist einfach unfaehig. Wenn man gewollt haette, haette man bestimmt auch „Raubkopien“ gefunden.

  2. Unglaublich. Geht es mittlerweile nur noch darum, Agenturmeldungen zu zitieren und lustig miteinander zu verbinden?
    Der kürzlich geschehene Amoklauf stellt erneut auf deutliche Art und Weise die deutsche Presselandschaft bloß. Welch eine unsinnige Berichterstattung quer durch alle Medien und Medientypen lief ist einfach unglaublich.
    Dass Sie das in ihrem Blog/ihren Blogs zumindest dokumentieren und damit auch später noch nachvollziehbar machen, ist beruhigend.

  3. Ist doch bekannt, dass sich speziell pubertierende Möchtegernamokläufer an Kinderpornos aufgeilen. Siebzehnjährige mit spröd-brüchigem Selbstbild stehen eben auf Kinder, und nicht auf reife Frauen oder wenigstens gleichaltrige Teenies. Nur in seltenen Ausnahmen (wenn ausreichend Geschwister im Haus sind) hassen sie Kleinkinder mehr als sich selbst und die abschussreifen Schulkameraden. Und Ursula Siebenkind ist überhaupt die Totaldurchblickerin.

  4. Da arbeiten Bots, wenigstens am Sonntag. Die durchkämmen die Agenturticker nach Buzzwords (in diesem Fall das etwas unpräzise „porno“) und basteln dann aus mehreren Meldungen einen Text. Ein menschliches Gehirn hätte spätestens bei dem Wort „deshalb“ Alarm geschlagen und die mangelnde Kohärenz angemahnt.

    (Bitte sagt mir, dass da Bots arbeiten!)

  5. @1. luna: Raubkopien sind doch sowas von 90er Jahre.
    Killerspiele sind auch langsam abgeschmackt, die x-te Wiederholung der Debatte wird langweilig, Pornos sind dagegen im Kommen, den unwesentliche Unterschied zwischen Kinderpornographie und legalem Bondage-Material kann man dabei locker ignorieren.

  6. oh man … da fällt ein gar nix mehr zu ein
    am besten man verbietet das Internet, dann gibs auch keine Amokläufe mehr und die Welt wird schöner als zuvor

  7. Noch sinnvoller wäre es natürlich, nackte Frauen gleich vollständig zu verbieten, Umgehungsversuche wie Kleidung natürlich eingeschlossen.

    Aber wahrscheinlich wird der Spiegel-Bericht als sich selbst erfüllende Prophezeihung funktionieren: Irgendein Unionspolitiker wird sich schon finden, der den Fall Winnenden als Beleg für die Notwendigkeit der Internetzendur anführen wird.

  8. @Lukas
    Ich fürchte, dass das Wort „deshalb“ die einzige Leistung eines menschlichen Gehirns bei dieser copy&paste Meldung ist.

  9. Irgendein Unionspolitiker wird sich schon finden, der den Fall Winnenden als Beleg für die Notwendigkeit der Internetzendur anführen wird.

    Längst passiert:

    „Einfach nur mit der Freiheit des Internets zu argumentieren, wird uns letztlich auch nicht weiterhelfen“

    sagte die aufstrebende CDU-Politikerin … Moment, muss gerade den Namen nachgucken … ah: Angela Merkel.

  10. Bei NDR Info wurde die Verbindung von Kinderpornos im Internet sperren mit dem „Amoklauf“ im Rahmen eines Interviews mit Merkel gezogen, ohne auch nur einen Gedanken daran zu verschwenden, was das eine mit dem anderen zu tun haben könnte.
    Öffentlich-rechtlicher Qualitätsjournalismus.

  11. Ohne Zweifel der bislang dämlichste Artikel auf Spon seit gestern. Grotesk, wie der Autor offenbar geistig nicht so auf der Höhe, das Thema Kinderpornographie in seinen ohnehin schon völlig verquarkten Schwachsinn pinselt. Und echt zum Schießen ist auch der bescheuerte Versuch zum Ende, die Geschichte irgendwie doch noch rund zu kriegen. Dafür geben die bei Spon Geld aus? Schlimm, echt schlimm…

  12. Dass ich, wenn ich mir Fotos von Helmut Newton ohne Ekel anschaue, Sexist, Rassist und Faschist bin, weiß ich dank Frau Schwarzer seit etlichen Jahren. Aber jetzt soll ich auch noch ein potenzieller Amokläufer sein?
    Zu meiner Verteidigung kann ich nur vorbringen, dass ich mir die Zeit noch nie mit einem Killerspiel vertrieben habe … Über-Ich an Ille: „Und was ist Pac-Man?“

  13. @15 pac-man führt zu drogenabhängikeit… irgendwann rennt man durch dunkle gänge, sieht gespenster und futtert eine pille nach der anderen

    ich find solche argumentationen wie vom merkel immer wieder genial… man merkt doch sofort was man von all den aktionen die diese spinner im bundestag so anschieben halten muss.
    leider ist der durchschnittsidiot auf der straße nicht genug am denken um derartiges zu bemerken. :-(

  14. Ernstgemeinte Frage aus Interesse:

    Wird in der journalistischen Ausbildung eigentlich irgendeine Form von Grundwissen bezüglich Statistik, Logik, Erkenntnistheorie vermittelt? Ich habe oft den Eindruck, dass in den Medien tätige Personen in diesen Dingen tatsächlich von jeder Kenntnis unbelastet operieren. Und das ist nicht immer ganz so offensichtlich wie in diesem Fall.

    Eher, scheint mir, haben sie – entgegen eigener Bekundung – die politischen Mechanismen internalisiert, bei denen es nicht um Wahrheiten geht, sondern um Mehrheiten. Aber im postmodernen Denken ist das ja auch dasselbe.

  15. … und hab‘ ich noch am Freitag gesagt, die Gründe für Amoklaufen sind Computerspiel [ich: Sudoku], das Internet und Ferkelbilder/-videos. Wurde ich für ausgelacht. Dann fragte jemand nach dem Warum, wie das denn zusammengehe. Sach ich: ‚Ein Zusammen gibt’s da nich‘, nur eine vage Truthiness.‘

    Für Christian Pfeiffer, den „wissenschaftlichen“ Experten für Ego-Shooter, werfe ich nochmal ein wichtiges Wort in den Raum: Korrelation.

    Möglicherweise ist der Rückgang der Geburtenrate in den 1960ern-1980ern in Norddeutschland doch nicht auf den Rückgang der Störche zurückzuführen.

  16. Da hilft nur eines, vor längerer Zeit mal auf german-bash.org gefunden und wenn man zusätzlich noch Politiker und Medien auf Psychologen folgen lässt, ist das auch noch ein wenig runder: ‚ich glaub vorher defragmentier ich meine festplatte, schmeiß alle cds weg und installier löwenzahn, teletubbies, pokemon usw auf meinem rechner. Dann lauf ich Amok. Das wird den Psychologen EINIGES zu denken geben!‘

  17. mir fehlen da eindeutig querverweise zu kampfhunden und zum co² ausstoss. das hängt da eindeutig auch irgendwie mit zusammen.

  18. Der Zugang zu Milch sollte erschwert werden.

    Auf jeden Fall. Gerade kleine Kinder trinken Milch ja häufig aus sogenannten „Brüsten“ und wo gibt es die sonst noch zu sehen?

    <dittsche>Bidde! Biddeeee!</dittsche>

  19. Dieser Mix aus KiPo und Amok ist keine SpOn-Ente, sondern ein Spin!

    Lest mal dazu folgendes Zitat von Angela Merkel:

    „Zweitens: Was den Zugang zu Gewaltvideos anbelangt, so ist es ja immer wieder eine permanente Diskussion. Die Jugendministerin hat ja vieles auch versucht – jetzt gerade in letzter Zeit in Blick auf Kinderpornografie, auf Sperrung von Seiten. Ich gehöre, ehrlich gesagt, zu denen – ich hab das auch mit dem französischen Staatspräsidenten besprochen, die immer wieder überlegen: Kann man nicht doch etwas tun? Einfach nur mit der Freiheit des Internets zu argumentieren, wird uns letztlich auch nicht weiterhelfen.“

    http://www.dradio.de/dlf/sendungen/idw_dlf/934483/

    Entweder hat sich die Merkel von SpOn inspirieren lassen – oder es lief umgekehrt. Letzteres ist wahrscheinlich. So, wie ich das sehe, ist das der Versuch, aus dem Amoklauf Kapital zu schlagen zugunsten des Sperrungsprojektes von Frau von der Leyen.

  20. Bei mir ist spätestens seit gestern SpOn offiziell auf der Blacklist, da ich mich irgendwie vor diesem Schundjournalismus schützen will. Eventuell werd ich für die täglichen News-Updates jetzt mich bei Bild.de informieren. Man stößt ja leider dennoch (wie hier) auf allen möglichen Seiten auf SpOn-Artikel. Schämen sich die Leute, die da arbeiten, eigentlich gar nicht?

  21. Es wäre ja eher eine Neuigkeit gewesen, wenn auf dem Computer eines 17-Jährigen kein erotische Bilder gefunden worden wären.

  22. […] ansatzweise moralisch vertretbar ist, gegen das Wohle unserer Kinder mit der Freiheit des Internets zu argumentieren. Diese Menschen geben bar ihrer gesellschaftsfeindlichen Haltung gar offen zu, sich mit dem Thema […]

  23. OFF TOPIC: @ stefan:

    seit freitag warte ich auf einen blogeintrag zu der unfassbaren frechheit von pro7, mit einem gefakten nachrichtenbeitrag, aber einem nachrichtenmoderator für das fiktive programm FRINGE zu werben. ich möchte gerne wissen, wie viele menschen danach geschockt vor dem fernseher gesessen haben. wird dazu noch etwas kommen oder hast du es gar nicht gesehen? wenn nicht, möchte ich hiermit darauf aufmerksam machen.

    http://www.youtube.com/watch?v=4zMcMv39YAY

  24. meine herren, bist du schnell! habs eben grade zufällig in deiner blogliste entdeckt und wollte mich hier schon für meinen beitrag entschuldigen. muss mich noch dran gewöhnen, dass sich die beiträge auf mehrere blogs verteilen ;-) trotzdem danke!!!

  25. Wenn SpOn einen Fehler macht, dann den, Merkels Verlautbarungen unkritisch zu übernehmen. Man sollte man nachrecherchieren, ob es eine entsprechende Agenturmeldung oder Pressemitteilung gab, in der dieser Zusammenhang zwischen Winnenden und Kinderporno hergestellt wurde.

  26. gefesselte! nackte! frauen! schlimmschlimm.

    wäre spon wirklich web 2.0, hätten die das bilderset gleich zum download angeboten (kostenpflichtig, versteht sich).

  27. Die sind halt eingeweiht.
    Die „KiPo-Sperren“ sollen ja schließlich nur deshalb eingeführt werden, um später alles mögliche andere sperren zu können. (Killerspiele, Raubkopien, Filesharing, etc.)

    Das ist offenbar so selbstverständlich, dass sich der Zusammenhang von „KiPo-Internetsperren“ zu ‚Spielen ohne Jugendfeigabe‘ schon fast von selbst ergibt.

  28. @Milo: Nein. Die AP-Agenturmeldung, die bei ftd.de zu lesen ist, enthält nicht den gleichen Unsinn. Dort besteht der Zusammenhang zwischen der Kinderpornographie und Gewaltvideos darin, dass es um die grundsätzliche Frage geht, ob man die Freiheit im Internet einschränken darf. Und in der Agenturmeldung ist es Frau Merkel, die diesen Zusammenhang herstellt, nicht der Journalist.

    „Spiegel Online“ hat sich, anscheinend inspiriert durch Frau Merkel, seinen ganz eigenen Zusammenhang gebaut.

  29. Wow. Also. Ich muss sagen, diesen Zusammenhang, zwischen Fotos von gefesselten, nackten Frauen und Kinderpornographie hätte ich nicht erkannt.

    Da wär ich ja nie drauf gekommen, einglück haben wir hier so qualifizierte und intelligente Journalisten, sonst wär ich ja auf diesen Zusammenhang… mensch da wär ich ja nie drauf gekommen.

  30. Sorry, aber in dieses Spiegel-Bashing steige ich NICHT mit ein: Im gesamten Artikel von SpOn finde ich keine derartige Erkenntnis oder Mutmaßung: „Wer Amok läuft, guckt auch Kinderpornos“ SpOn hat lediglich aufgelistet, was auf dem Rechner von Tim K. gefunden wurde. Das halte ich für interessant und legitim.

    Hat denn irgendein Kommentator einen verwertbaren Standpunkt, warum Amokläufe passieren? Was sind die Ursachen? Wie können Amokläufe verhindert werden?

  31. @Stefan

    D’accord. Im Spiegel-Online-Artikel tut der Journalist so, als würde von der Leyen wegen eben solcher Amokläufe KiPo-Seiten sperren wollen.

    Nicht ganz einverstanden bin ich jedoch mit Ihrer folgenden Aussage:
    „Dort besteht der Zusammenhang zwischen der Kinderpornographie und Gewaltvideos darin, dass es um die grundsätzliche Frage geht, ob man die Freiheit im Internet einschränken darf.“

    Im FTD-Artikel kann man vielleicht noch diesen Eindruck gewinnen, dass das eigentliche Thema die Freiheit des Internets an sich ist. Obwohl man schon sehr gutwillig interpretieren muss. Denn zunächst geht es ja um Gewaltvideos und dann um KiPo-Seiten. Mit „Gewaltvideos“ können vielleicht Internetangebote gemeint sein, aber man kann es als Leser auch auf Videos aus der Videothek beziehen. Letzte Lesart passt auch besser zu dem üblichen Gewaltdiskurs, wo es neben Computerspielen immer um Kinofilme geht. So richtig einleuchtend ist der Zusammenhang zwischen „Gewaltvideos“ und „Internetsperren“ nicht, jedenfalls nicht ohne nähere Erklärung.

    Ein guter Journalist hätte an dieser Stelle mal nachfragen müssen, was hier genau gemeint ist. Der AP-Mann hatte dazu womöglich keine Gelegenheit. Aber der Herr Adler vom Deutschlandfunk, der Merkel zu diesem Thema interviewte, schon. Nur: er fragte nicht.

  32. Die Süddeutsche ist auch nicht besser: Die haben auf ihrer Startseite gerade ganz oben einen Artikel mit dem Titel: Gewaltorgien am Computer und dazu ein Screenshot aus einem Ego-Shooter. Liest man aber den Artikel, dann stellt sich heraus, dass es um eine Studie über die Spieldauer und Suchtgefahr bei Jugendliche allgemein und überhaupt nicht um „Killerspiele“ oder Winnenden. Das ist einfach Drecks- und nicht Qualitätsjournalismus.

  33. @41

    Und dazu haben sie natürlich den üblichen Counterstrike-Screenshot aus ihrem Archiv gekramt. Genau dieses Bild hält seit Erfurt mindestens als Symbol her für Gewaltspiele.

    Es ist zugleich etwas entlarvend, denn es zeigt, dass die Journalisten die neuesten Spiele nicht kennen. Sie kennen auch nicht den Unterschied zwischen einem echten Ego-Shooter und einem Teamspiel wie Counterstrike. Für meine Begriffe deutet das lediglich darauf hin, dass man hier das heranzieht, wovon man den Namen kennt.

    Im Fall von Columbine war das ganz zeitgemäß „Rammstein“ und „Doom“. Rammstein galt als Inbegriff von unmoralischer Musik. Aber jeder Metalfan kann Dutzende Bands aufzählen, die ganz sicher fieser und unmoralischer sind als Rammstein und die vor allem viel authentischer wirken als die Deutschen.

  34. @milo
    in der Tat. Gefährlich wird es eben dann wenn Personen wie Wolfgang Bosbach, gestützt von Medienwissenschaftler natürlich gleich mit Verboten jeglicher „Killerspiele“ drohen, einerseites aufgrund ihrer angeblichen Gefährlichkeit und dem fehlenden Beitrag zur aktuellen Kultur. Und was dazu gehört definiert natürlich die konservative Mitte.

  35. Äh, sorry „Milo“, aber Counterstrike IST ein Egoshooter. „Killerspiel“ ist ein polemischer und ungenauer Begriff, aber Egoshooter ist wirklich eindeutig. Es ist zwar NICHT NUR ein Egoshooter, aber eben auch: Ich-Perspektive und Ballern als herausragende Merkmale => Egoshooter.

    Dennoch: Filme, Musik, Spiele, Pornos, überall werden die Ursache gesehen, nur nicht bei dem vermurksten Leben des Täters. Eltern, Freunde, Lehrer, Schulsystem, Psychologen, Pädagogen, da muss man ansetzen.

  36. @Milo:

    Bei Columbine denke ich immer an Marilyn Manson. War Rammstein auch unter den „Schuldigen“? Ich halte nicht viel von Michael Moore, aber das Interview mit Manson in „Bowling for Columbine“ ist sehenswert.

  37. @Tim
    „Äh, sorry „Milo”, aber Counterstrike IST ein Egoshooter. “

    Ja, sicher. Aber es ist nicht unbedingt der typische Egoshooter. Gut, auch CS kann man alleine spielen und man wird dann auch eine hohe kill rate haben. Aber im Team funktioniert das Spiel anders als etwa Doom. Man kann dann nicht einfach drauflosballern. Und das ist ein wesentlicher Unterschied. Ein Unterschied, der vielen (nicht allen) Journalisten meist entgeht. Stattdessen zieht man recht kurze Schlüsse von der Ballerei auf asoziales Verhalten. Welche Folgen für das Sozialverhalten das Teamspiel haben könnte, wird schlicht ignoriert.

  38. @Cornelius: Und warum schreibt „Spiegel Online“ dann nach der Beschreibung dessen, was auf seinem Computer gefunden wurde:

    Familienministerin Ursula von der Leyen (CDU) plant deshalb, den Zugang zu kinderpornografischen Internet-Seiten durch Sperrvereinbarungen zwischen Internet-Providern und dem Bundeskriminalamt zu erschweren.

    ?

  39. Der Artikel in spiegel-online ist nicht mehr als ein auf Länge gestricktes Sammelsurium aus ollen Resten: Wir haben verstanden, dass Waffen besser weggesperrt werden sollen, wir kennen das Internetverhalten von T. K. hinlänglich und ahnen, dass Politiker diese Kenntnis zu Ungunsten des freien Internet ausschlachten werden. Wir sind bereits seit Januar über die Internet-Initiative von Frau von der Leyen informiert (Sperrung von Kinderpornoseiten: http://www.bmfsfj.de/bmfsfj/generator/BMFSFJ/kinder-und-jugend,did=119218.html), wir haben von dem Widerstand der Justizministerin Zypries in dieser Angelegenheit gelesen, und wer am heutigen Sonntag um 11 Uhr nichts Besseres zu tun hatte, hat vielleicht sogar das Interview der Bundeskanzlerin im Deutschlandfunk gehört (falls nicht: http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2009/03/15/dlf_20090315_1105_909d01fd.mp3).
    Aus diesem Sammelsurium schusterte der Kollege von Spiegel Online (und andere ebenso) seinen Sonntagsbreitrag (bewusst mit „r“) zusammen. Ob mit oder ohne „deshalb“ war nicht Wurscht, deshalb wurde das „deshalb“ auch nachträglich redigiert.

    Übrigens, @milo: Herr Adler beim Deutschfunk ist Sabine Adler und was und wie sie Frau Merkel fragte, war nicht sooo spannend. Was Frau Merkel antwortete, erschien mir teilweise kryptisch. Zumindest hab’ ich’s nicht immer kapiert, z.B. diesen Satz:
    „Aber ein Stück weit ist es so, dass es einfach nur ohne Worte Trost und Hilfe hervorruft für Menschen, die von einer Sekunde auf die andere mit ihren Lebensträumen irgendwo in eine ganz schwierige Lage gekommen sind.“ (Zitat Ende)
    Vielleicht hat der Kollege vom Spiegel ja auch einiges nicht verstanden. Ach, vertreiben wir uns den Sonntagnachmittag doch lieber beim Mensch-ärgere-dich-nicht mit den Kindern.

  40. Ein Jugendlicher Läuft Amok tötet 16 Menschen und er hatte Bilder von Nackten Frauen , Pornos und S&M auf dem PC dass nutzte ich doch um zusammenhanglos meine früheren Forderungen ins Spiel zu bringen die damit jetzt eigentlich nichst zu tun haben. :doh:

  41. @ #54 und damit auch #39
    Der Homo Sapiens ist ursprünglich ja ein soziales Wesen, das seine Fähigkeiten und Kompetenzen u.a. durch Nachahmung erwirbt. Natürlich spielen Frust, Entwurzelung, Minderwertigkeitsgefühle, Mobbing, Perspektivlosigkeit, Werteverlust u.v.m. eine Rolle, aber Amokläufe geschehen auch, weil man es vorgemacht bekommt. Wer hat denn z.B. in den USA der 50er-Jahre seine Schulkameraden niedergemetzelt? Das gab’s doch nicht, obwohl Schusswaffen damals auch reichlich vorhanden und die Gesetze eher laxer waren.

    Dass Gewaltvideos und PC-Egoshooter eine enthemmende Rolle spielen, ist doch wohl mehr als wahrscheinlich, weil sich in der virtuellen Realität Dinge theoretisch durchspielen lassen, die manche Typen dann eben auch praktisch ausprobieren müssen. Manch einer wäre früher von der Hochbrücke gesprungen und hätte damit seinen Hass gegen sich selbst gerichtet, heute knallt man erst mal ein paar Lehrer und Schulkollegen ab, bevor man sich die Knarre in den Mund steckt und abdrückt. Schulamokläufe sind eine amerikanische Mode und ich bin gespannt, was als Nächstes kommt.

  42. @ Stefan, 51

    Den gesamten Artikel verstehe ich als bunte Ansammlung geplanter Maßnahmen, um Kinder und Jugendliche besser schützen zu können und Amokläufe zu verhindern bzw. zu erschweren. SpOn beginnt mit „unangekündigte Kontrollen bei Waffenbesitzern“ und mündet in der „Diskussion über ein Verbot von Gewaltvideos und kinderpornografischen Angeboten im Internet“. Na ja, zugegeben, ein etwas zusammengewürfeltes Stückwerk, das man als Medienjournalist durchaus kritisieren kann. Deine boulevardeske Überschrift, lieber Stefan, wäre mir nach Konsum des SpOn-Artikels allerdings nicht in die Feder gekommen ;-)

    Ich sah da keinen direkten Zusammenhang von Amokläufern und Kinderpornos. Ist mein persönliches Empfinden …

  43. @ 54 und 56

    Es sind brauchbare Ansätze darunter, aber „perfekt“ erklärt ist was anderes. Jetzt freue ich mich erstmal auf den Tatort und ein schönes Glas Radeberger Pilsener. Mal sehen, wie ich es danach zusammen bekomme. Vielleicht auch erst am Montag …

  44. @Cornelius:

    „Familienministerin Ursula von der Leyen (CDU) plant deshalb, den Zugang zu kinderpornografischen Internet-Seiten durch Sperrvereinbarungen zwischen Internet-Providern und dem Bundeskriminalamt zu erschweren.“

    Das „deshalb“ ist halt ziemlich unpassend. Der Artikel macht den Eindruck, dass wegen dem Amoklauf das Internet zensiert werden soll. Außerdem wird der Amoklauf mit Kinderpornografie in Verbindung gebracht. Das sind doch zwei Themen, die garnicht mit einander zu tun haben.

    Es ist so als würde ich schreiben:

    Meinungsfreiheit ist in vielen Ländern ein problem und in vielen Ländern wird gegen Kritiker vorgegangen wird. BESONDERS Cornelius ist mit kritischen Ansichten von Stefan Niggemeier nicht einverstanden.

    Das wäre auch vollkommen aus dem Zusammenhang gerissen.

  45. @accolon:
    Im Fall Columbine wurde ein wilder Mix aus Sündenbock-Bands genannt, die von den Tätern teilweise bekanntlich gehört und teilweise vermutlich kaum oder garnicht gehört wurden. In erster Linie waren das Marilyn Manson, Slipknot und Rammstein, und andere Metal/Industrial-nahe wie KMFDM. Die Verbindung zu Doom wurde gezogen, weil beide -hauptsächlich wohl Harris- recht aktive Quake- und Doom-Spieler waren und auch einige Custom Maps gebastelt hatten (Stichwort „Harris Levels“), und Harris auch schonmal auf Doom basierende Gewalt- und Tötungsphantasien schriftlich niederlegte, u.A. in einem Schulaufsatz. Dazu kam eine Vorliebe für gewalttätige Filme, als viel genanntes Beispiel sei da „Natural Born Killers“ angeführt.

  46. Heißt ja jetzt wie Stefan schon hinzugefügt hatt anders:

    >Um den Zugang zu kinderpornografischen Internet-Seiten zu erschweren, plant Familienministerin Ursula von der Leyen (CDU) Sperrvereinbarungen >wischen Internet-Providern und dem Bundeskriminalamt.>

    Das ist doch mal ein klarer Trennstich!

    Mal im enrst ich glaub der Sonntagsdienst bei Spon weiß nicht was Kinderporno heißt. Glaubt wahrscheinlich, damit beschreibt man 17 Jährige die sich Bilder von nackten Frauen anschauen.

    Unglaublich!

  47. Ich wunder‘ mich, dass sich hier alle über Journalisten wundern und (zu Recht) aufregen. Seitdem ich Karl Kraus in den Siebzigern gelesen habe, wundert mich nix mehr in der Presse; höchstens mal ’ne korrekte Meldung von A bis Z; selten genug.
    Kurz: Sogar das was sie nicht drucken ist gelogen.

  48. @ 54 und @56

    Ich finde auch, dass diese Erklärungsversuche in die richtige Richtung gehen und wundere mich, warum diese persönlichen Motive – zu wenig Liebe, Anerkennung und sicher auch zu wenig Begehren (unter den Opfern waren auffällig viele Mädchen) – in der Diskussion so gut wie keine Rolle spielen.

    Vermutlich will man das der Familie nicht zumuten, dennoch ist es falsch, weil diese Punkte im anschließenden Diskurs fehlen. Dort geht es dann um die berechtigte Frage nach der Verfügbarkeit von Waffen und um die seltsam diskutierte Rolle von Medieninhalten.

    Was letztere angeht, so ist der Konflikt nicht lösbar. Medieninhalte beeinflussen ihre Betrachter und führen manchmal auch zu Nachahmungen. Schon die Romantisierung des Selbstmords in Goethes „Werther“ und die Glorifizierung der Vergewaltigung in „Clockwork Orange“ zogen reale Taten nach sich. Und wer mal das Machtgefühl erfahren hat, wenn man sich erfolgreich durch Halflife schlachtet, kann sich vorstellen, was ein Jugendlicher denkt, der unter seinen Ohnmachtsgefühlen zusammenbricht.

    Ich bin Verfechter der Kunstfreiheit, aber nicht jeder kommt mit dieser Freiheit klar. Zudem denke ich, dass Medieninhalte vor allem die Art bestimmen, wie anderweitig verursachte Gefühle sich in Gewalt umsetzten. Jack the Ripper hatte keine Schmuddel-Bilder auf seinem Rechner und Hitler kannte keine Killerspiele. Allerdings hatte Hitler Gewaltfilme (Riefenstahl, Harlan), Gewaltbücher (Nietzsche) und Gewaltmusik (Wagner).

    Und jetzt erleben wir, wie die von der Leyens dieser Welt versuchen, gegen ihre eigenen Ohnmachtsgefühle anzukämpfen. Da müssen DVD-Artworks mit grotesk großen FSK-Hinweisen verschandelt werden. Auch auf wertvollem Kulturgut prangt ein Warnhinweis wie auf einer Zigarettenschachtel. Als nächstes wird die Internet-Zensur kommen und man kann nur hoffen, dass Firmen wie Google sich niemals bereit erklären werden, für Regierungen Inhalte zu filtern. Denn dann könnte die anstehende konservative Zurückdrängung der Freiheit wirklich gefährlich werden.

  49. Mal eine andere Idee: Vielleicht stand da ja zwischen den beiden Absätzen des Spiegel-Online-Textes zunächst ein weiterer Absatz, der einen Übergang herstellen sollte, aber in der gebotenen Hektik und Eile vor der Veröffentlichung wieder rausgestrichen wurde? Nur so kann ich mir den seltsamen Gebrauch des Wortes „deshalb“ logisch erklären.

  50. @Arne (Kommentar #2): Einerseits ist es richtig, dass viele etwas schreiben oder berichten was nicht ganz wasserdicht ist. Andererseits müssen wir auch darüber nachdenken, wo das in Zukunft hinführen soll. Die lückenhafte Berichterstattung zeigt, dass die Komplexität unserer modernen Welt eigentlich verlangte, dass jeder in allen oder sagen wir zumindest vielen Gebieten ein Experte sein müsste, um sich nicht irgendwann mal irgendwo zu vergaloppieren. Da kann sich kaum ein Journalist von freisprechen, aber eben auch sonst niemand, fürchte ich.

    Auf der Hochschule wird man notwendigerweise zum „Fachidioten“ gemacht, einfach weil man sonst keine Kompetenzen auf dem Gebiet erwerben kann, was man studiert. Nur… das führt im Extremfall dazu, dass selbst ein Informatikprofessor ein VHS-Abspielgerät nicht vernünftig programmieren kann, einfach weil solche Dinge nicht relevant sind für das, was er tut. Und wir haben heute so viele Informationen, die wir kaum vernünftig bearbeiten können. Das ist keine Ausrede, schreit aber nach einer Diskussion über eine Lösung für die Zukunft. Denn noch mag es lustig sein, wenn wir Medien an den Pranger stellen, wie sie in Fettnäpfchen treten. Doch die Folgen die z. B. daraus resultieren, dass eine Falschmeldung für wahrgehalten wird, z. B. dass man annahm, Tim K. habe seine Tat vorher im Internet angekündigt – wenn so etwas über einen längeren Zeitraum unentdeckt bleibt, kommt es zu Schuldzuweisungen, vielleicht sogar Delikten, die man hinterher nicht rückgängig machen kann.

  51. tz, CS ist auf nahezu jedem PC installiert der einem Männlichen Jugendlichen oder jungen Erwachsenen gehört …

  52. Da @Cornelius
    fragte wie man Amokläufe verhindern kann oder wie man Amokläufer vorher erkennen kann.
    Auf
    http://www.dradio.de/dlf/sendungen/studiozeit-ks/932242
    ist dazu eine Abschrift einer Sendung des Deutschlandfunks zu diesem Thema zu lesen.
    Hat allerding nichts mit Winnenden zu tun.

    Ausserdem gibt es eine Studie der Uni Darmstadt zu dem Thema. In der davon ausgegangen wird, dass man anhand von „sicheren“ 32 Merkmalen erkennen kann, wer zum Amokläufer werden könnte.
    Ein Teil der Studienergebnisse ist auf
    http://www.darmstadtnews.de
    vom 12.03.2009 nachzulesen.
    Oder bei Google
    Studie Darmstadt Amoklauf schwer schulische Gewalttaten
    eingeben.
    Diese Studie berücksichtigt noch nicht den Fall von Winnenden, und versucht die Gemeinsamkeiten der letzte 7 Amoktäter aufzuzeigen, sowie Schlüsse daraus zu ziehen.
    Ich weiss allerdings nicht, inwieweit man bei 7 Fällen schon von einer „gesicherten“ Studie über Gemeinsamkeiten sprechen kann.
    liebe Grüsse
    sternenschein

  53. Wann hört dieser hirnverbrannte Schwachsinn endlich auf, dass Pseudo-Auskenner über Computerspiele schreiben, auch wenn sie KEINEN BLASSEN SCHIMMER haben? Wenn sie den Unterschied zwischen Jugendfreigabe und Indizierung nicht kennen, nicht wissen was ein Blood-Patch oder der Hot-Coffee-Mod sind, was erlaubt und was verboten ist – wenn sie noch nie selbst gespielt haben – und und und?!

    Ist denen eigentlich klar, dass es ganz offensichtlich an der Kontrolle hapert, wenn ein Spiel nicht frei verkäuflich sein darf und Jugendliche trotzdem rankommen? Dass Millionen Menschen weltweit „Far Cry 2“ spielen und keine irren Amokläufer werden?!

    Hauptsache, mal das Wort „Killerspiel“ in den Artikel geworfen und VÖLLIG undifferenziert, uninformiert und diffamierend dahintippen. Eine Frechheit, die zahllose deutsche Journalisten jeden Tag weitertragen. Auch und besonders die vorgeblichen Moralwächter und Auskenner der „Qualitätsmedien“… Ich lese den Spiegel sonst recht gerne, aber was Games angeht, sollte sich der gesamte Mitarbeiterstab über die Berichterstattung schämen!

  54. „Der Zugang zu Milch sollte erschwert werden.“

    @Lukas Also ich hatte da eher an Brot gedacht – immerhin haben alle Amokläufer unmittelbar vor der Tat welches gegessen. ;)

    Aber mal im Ernst. Welcher Kerl zwischen 14 und 21 hat keine PC-Games oder erotische Bilder auf dem Rechner? Außerdem ist Counterstrike mehr als ein Egoshooter, bei dem man „nur“ schießt, sondern auch ein Strategiespiel, das man im Team spielt. Den Zusammenhang bzw. Nichtzusammenhang zwischen den so genannten Killerspielen und Amokläufen kann man hier gut nachlesen, ist aber schon n bissi älter.

    http://thewebsociety.de/2007/05/03/schulmassaker-und-die-killerspiele/

    Hier steht z.B. drin, dass Untersuchungen ergeben haben, dass PC-Spiele NICHT aggressiv machen. Außerdem auch, dass entgegen der Berichterstattung einige Amokläufer NICHT Counterstrike spielten, sondern die Medien das einfach behauptet haben. Dagegen hatten ALLE Amokläufer Zugang zu Waffen durch ihr Elternhaus!!!

    Im Endeffekt sind es meineserachtens die unqulifizierten Äußerungen von Journalisten und Politikern, die die Tatsachen ins flasche Licht rücken. Letztendlich stehen ja auch die Wahlen vor der Tür. Da greift eine von der Leyen, die sowieso null Ahnung vom Internet hat, das Thema eben schnell auf und verzerrt die Fakten. Ist ungefähr das Gleiche, wie wenn ich sagen würde „schafft die Börse ab, dann gibts auch keine Finanzkrisen mehr“. ;)

  55. „KiPo-Internetsperren“ und „Internetsperren gegen Killerspiele, Pornos und Urheberrechtsverletzungen“
    sind doch eh das Gleiche.

    Der Hintergedanke und die Folgen sind früher oder später die selben. Das eine mündet in das andere.
    Deshalb kann man das auch synonym verwenden.
    Der Spiegel ist halt seiner Zeit etwas voraus. :)

    Das ist das Gleiche, wie wenn die Leute „Spaß“ sagen und „Sex“ meinen …

    Jeder sagt „KiPo-Internetsperren“ und weiß was in Wirklichkeit gemeint ist. Nämlich Sperren gegen alles was nicht deutschem Recht entspricht. Und so ergibt der Artikel ja auch Sinn.

  56. Der stellvertretende brandenburgische CDU-Vorsitzende und Innenexperte Sven Petke ist einen Schritt weiter und überspringt die Kinderpornos einfach – er will Websperren gegen World Of Warcraft.

    Petke verlangte auch ein Verbot für Videospiele, die Gewalt verherrlichen. Allem Anschein nach seien die jugendlichen und heranwachsenden Amokläufer gleichzeitig Konsumenten dieser von Gewalt beherrschten Spiele. „Diese Machwerke gehören verboten.“ Das Verbot müsse auch im Internet durchgesetzt werden, wobei die betreffenden Dienstleister in der Pflicht stünden. „Die Zeit der Ausflüchte ist vorbei. Wir brauchen entsprechende Web-Filter, die von den Internet- Providern betrieben werden.“

    Quelle: http://www.heise.de/newsticker/Suchtgefaehrdende-Computerspiele-Verbote-fuer-Jugendliche-gefordert–/meldung/134594

  57. Nackte Frauen – keine KiPos
    Es ist schon verwunderlich, wie vorschnell falsch interpretiert und kommentiert wird. Es wurden zwar Pornobilder auf dem Rechner von Tim K. gefunden, doch wird ausdrücklich nur von der Darstellung erwachsenen nackter Frauen gesprochen, nicht von Kinderpornos. Falsch zitiert kann auch sträflich sein!

  58. Tolle Überschrift bei focus:
    Die Überschrift lautet: „Heldenhafte Lehrer bei Amoklauf – Täter hatte Killerspiele auf PC“ und im Text werden weder die Lehrer, noch Killerspiele auch nur ansatzweise erwähnt.
    Da wird „wer Killerspiele spielt ist ein Amokläufer“ durch eine überraschendes Lob an die Lehrer geadelt.
    Ist mal was neues…

  59. Na endlich ist der Zusammenhang mal journalistisch genau bearbeitet worden… Ein Hoch auf den Spiegel und den Qualitätsjournalismus. Grahhhh!

  60. schaut mal einer nach, der Täter hatte bestimmt auch Solitär und das Office Paket auf dem Rechner – diese Attentäter sind zu allem fähig…

  61. Als ich jung war, galt Franz Josef Strauß bei vielen Mitmenschen als mindestens so böse wie heute Kipo, Killerspiele und Internet zusammen. Aber FJS hat den „Spiegel“ treffend als „Gehirnprothese“ beschrieben – dabei kannte er nur die gedruckte Ausgabe!

  62. Das Problem ist, dass der Öffentlichkeit (und zahlreichen politischen Hinterbänklern, die auch mal zitiert werden wollen) längst gleichgültig ist, ob und was der Täter gespielt und worauf er sich einen ‚runtergeholt hat – und inwiefern er sich diesbezüglich nicht im geringsten von anderen 17-Jährigen unterscheidet.

    Computerspiele und Pornografie sind wohlfeile Schuldige, für Hinz und Kunz auf der Straße, für leider viel zu viele Politiker. Dass diese Politiker über die weit offen stehende Hintertür „Amokprävention“ jetzt all diejenigen Einschränkungen der Freiheitsrechte durchdrücken, die durch die Tür „Terrorprävention“ nicht mehr durchgepasst haben, das merken Hinz und Kunz meist nicht.

  63. ok, props kriegt nur der post 78 (habe auch nicht alle gelesen um ehrlich zu sein)

    es ist einfach nicht zu glauben wie die meinen billig davonzukommen!! denn wenn man sich die sätze vor und nach der zwischenüberschrift anschaut, dann schaut das untere irgendwie reingepastet aus… im ganzen artikel war nicht die rede gewesen von kinderpornos, und dann der schwenk von fesseln zu kinderpornos! abenteurlich

    na ja hauptsache verbieten und schön auf pseudo-effekte setzen…

    btw: ich finde es unehrlich artikel zu ändern und das nicht zu markieren, ein [update] im titel oder an der stelle im text wäre nur fair und dem deutschen obermagazin nur würdig

    apropos: was ist eigentlich mit der „weltweiten finanz- und wirtschaftskrise“

    da scheint wohl grad kein platz in den nachrichten frei zu sein, nach pfusch am bau, komaläufer und wilhelm zu gutenburg in opel-mission

  64. http://www.lawblog.de/index.php/archives/2009/04/01/drogen-kinderporno-killerspiele/

    Der bayrische Innenminister meint:
    „Killerspiele widersprechen dem Wertekonsens unserer auf einem friedlichen Miteinander beruhenden Gesellschaft und gehören geächtet. In ihren schädlichen Auswirkungen stehen sie auf einer Stufe mit Drogen und Kinderpornografie, deren Verbot zurecht niemand infrage stellt.“

    Ich finde, das belegt meine Vermutung, dass die Kombination von KiPo und „Killerspiel“ eher ein spin ist als ein reiner Journalistenfehler bei SpOn.

Comments are closed.