Die Quote ist tot, es lebe die Rendite

17 Jul 07
17. Juli 2007

Man kann es nicht deutlich genug sagen: Es geht bei Sat.1 nicht darum, dass da gerade kluge, informative, relevante, irgendwie nachrichtliche Sendungen abgewickelt würden. Wer die Formate „Sat.1 am Mittag“ oder „Sat.1 am Abend“ als „Nachrichten“ oder „wichtige Informationssendungen“ bezeichnet, wie u.a. die „Süddeutsche Zeitung“, Spiegel Online und die Agentur ddp, beweist damit, dass er die Programme nie gesehen hat. Es handelt sich um Sendungen, in denen Strapse, Push-Up-BHs und „sexy Badeanzüge“ getestet, teils Jahre alte Doku-Soaps in Häppchen zerlegt wiederverwertet und idiotische Gewinnspiele veranstaltet wurden.

Das Problem ist nicht, dass den neuen Besitzern von Sat.1 die Produktion von Nachrichtenmagazinen zu teuer geworden ist. Das Problem ist, dass den neuen Besitzern von Sat.1 selbst die Produktion dieser billigsten Magazinattrappen zu teuer geworden ist.

Man könnte das für eine gute Nachricht halten, ein Ende der Heuchelei: Informationssendungen in nennenswertem Umfang haben die Sender der ProSiebenSat.1-Gruppe schon lange nicht mehr im Programm, warum soll man den Schein-Informationssendungen, die sie stattdessen ausgestrahlt haben, nachtrauern?

Darum: Weil sie ein Zeichen dafür waren, dass den Sendern noch nicht alles, was nicht „Rendite“ hieß, ganz egal war. Die Sendungen hatten ja nicht zufällig Namen und Verpackungen, die sie seriöser wirken ließen, als sie waren: Ihre Existenz verdanken sie unter anderem der Annahme, dass es sich für einen großen Sender, auch für einen Privatsender, auszahlt, wenn er ein gutes Image hat. Wenn er als irgendwie relevant wahrgenommen wird und nicht nur als beliebige Abspielstation mit den schönsten Serien der 80er und 90er und dem Besten von heute.

Die Absetzung der Magazine zeigt, dass die Finanzinvestoren, denen ProSiebenSat.1 jetzt gehört, auf solche Strategien, die langfristig zum Erfolg eines Senders beitragen, pfeifen. Wenn es aber ausschließlich darum geht, in möglichst kurzer Zeit mit möglichst wenig Einsatz eine möglichst hohe Rendite zu erwirtschaften, dann geht es um die Existenz von viel mehr als ein paar Boulevardmagazinen. Dann lohnt es sich auch nicht mehr, in die Entwicklung eigener Serien zu investieren oder hochwertige Fernsehfilme zu produzieren. Dann wird es nie wieder gewagte Experimente geben und Prestigeprogramme, keinen langen Atem und keinen Glauben an die eigene Kreativität, kein Durchhalten, weil man von der Qualität oder gar Relevanz eines Programms überzeugt ist. Dann wird es, in einem noch viel stärkeren Maße als bisher, ausschließlich billige Dokusoaps, billige Gerichtsshows, billige Pseudo-Dokumentationen, eingekaufte Serien und tausendfache Wiederholungen, Kopien und Imitate geben.

Natürlich wird ein Sender wie Sat.1 dadurch Zuschauer verlieren. Das wird den neuen Besitzern aber noch egaler sein, als es den alten schon war. Ziel der Privatsender ist es ja nicht, so viele Zuschauer wie möglich zu erreichen. Ihr Ziel ist es, so viel Geld wie möglich zu verdienen. Und beides hängt nicht zwingend zusammen. Das Beispiel „Sat.1 am Mittag“ zeigt es: Es ist unmöglich, die Absetzung der Sendung mit ihrem mangelndem Erfolg zu begründen. Nach einer schwierigen Anfangsphase hat die Sendung in den vergangenen Wochen hervorragende Quoten erzielt. Die letzte Sendung gestern hatte in der Zielgruppe einen Marktanteil von 18 Prozent – Sat.1 kommt in diesem Monat bisher auf im Schnitt 10,9 Prozent. Auch „Sat.1 am Abend“ lag gestern über diesem Wert. Aber natürlich lassen sich Sendungen produzieren, die etwas weniger Zuschauer haben, aber viel weniger kosten – und ein besseres Verhältnis von Aufwand zu Ertrag haben, rein finanziell gerechnet.

Es ist natürlich eine Lüge, wenn sich ProSiebenSat.1-Chef Guillaume de Posch hinstellt und behauptet, die Entlassungen und Absetzungen hätten etwas damit zu tun, dass gerade die Quoten von Sat.1 so schlecht sind. Es ist genauso eine Lüge wie all die Beteuerungen der vergangenen Monate, es werde nicht zu Sparmaßnahmen im Programm und nicht zu größeren Entlassungswellen kommen. Aber auch das ist Teil der neuen, verschärften Privatfernsehlogik: Wer nur auf den kurzfristigen Ertrag setzt, kann es sich auch leisten, in der Öffentlichkeit als Lügner dazustehen. Er kann es sich auch leisten, treue Serienfans ununterbrochen zu verprellen, wie es ProSieben seit einiger Zeit mit großer Konsequenz tut, offenbar immer mit dem Kalkül, dass es wichtiger ist, kurzfristig die Zahlen zu bessern als sich langfristig eine treue Fangemeinde aufzubauen.

Bei Sat.1 zeigt sich gerade in besonders krasser Form, was Günther Jauch mir in einem Interview vor zweieinhalb Jahren gesagt hat:

Es gibt eine Entwicklung, der zumindest ARD, ZDF, RTL, Sat.1 und Pro Sieben nicht folgen sollten. Es funktioniert so: „Wir holen eine alte Krimiserie aus dem Keller oder produzieren zu absoluten Billigpreisen irgendein neues Schrottprogramm nach amerikanischem Vorbild. Selbst wenn wir damit nur eine schwache Quote schaffen, bleibt letztlich mehr in der Kasse, als wenn wir ein Qualitätsprogramm mit Quote produzieren.“ Dann wäre die Quote sogar im kommerziellen Fernsehen nicht mehr so wichtig. An ihre Stelle tritt die Rendite – oder bei den Öffentlich-Rechtlichen die möglichst billige Produktion. Wenn keiner mehr den Ehrgeiz hat, Qualität zu machen, oder Quote – oder Qualität mit Quote zu verbinden, was durchaus geht -, dann krieg‘ ich als Journalist und Moderator, aber auch als Produzent ein Problem. Denn dann wird das Fernsehen richtig freudlos. Bisher war alles ganz einfach: „Mach ’ne schöne Quote“, das war das wichtigste, „und ’ne schöne Sendung haste auch noch gemacht, prima.“ Danach wurde man bewertet. Da droht gerade ein Paradigmenwechsel, der für Leute, die auf Quote und Qualität setzen, zum Problem werden kann.

Man sollte sich nicht davon täuschen lassen, dass diesem Paradigmenwechsel gerade Sendungen wie „Sat.1 am Mittag“ zum Opfer fallen, denen man, wenn man mit ihnen nicht seinen Lebensunterhalt verdient, wirklich keine Träne nachweinen mag. Die Freudlosigkeit des Fernsehens hat gerade erst richtig begonnen.

Lesetipps (teils Eigenwerbung):

— medienpiraten.tv über Sat.1 am Mittag
— Der Popkulturjunkie über die skandalösen Falschmeldungen der Gewerkschaften und die Mär, dass Sat.1 ein Lizenzentzug droht
— „Das Fernsehlexikon“ über Hilferufe aus dem Sat.1-Text und das Programmrecycling bei Sat.1
— DWDL.de über die offizielle Begründung der Absetzungen und Kündigungen

Beste Informationsquelle über die Vorgänge bei ProSiebenSat.1 ist übrigens ohne Zweifel das Online-Medienmagazin DWDL.de. Die entsprechende Eigenlobhudelei von DWDL-Chef Thomas Lückerath im Redaktionsblog liest sich zwar, freundlich formuliert: ein bisschen merkwürdig. Aber im Kern hat er Recht.

114 Gedanken
  1. 1
    Torsten says:

    Hmmm – waren das nicht auch die Sendungen, die auch den Content für hausgemacht.tv rangeschafft haben / ranschaffen sollten?

  2. 2
    Jörg Friedrich says:

    Vielen Dank, ein sehr interessanter Artikel. Der Paradigmenwechsel von der Quote zur Rendite kann allerdings auch wieder für kleine innovative Sender eine Chance werden, die die enttäuschten Zuschauer sozusagen abschöpfen.

    In Absatz 4 Satz 2 fehlt ein „mehr“

  3. 3
    Torsten Dewi says:

    Natürlich ist die aktuelle Situation verfahren, und die Vorgehensweise bei SAT.1 nicht weniger als skandalös. Aber der Untergang des Abendlandes wird noch auf sich warten lassen müssen – auch die Rendite ist letztlich quotenabhängig. Man kann fallende Quoten eine Weile lang durch billigere Produktionen abfangen, aber es wird nicht dazu kommen, dass der Programmchef verkündet: „Testbild kostet nur 1 Euro – da reichen uns zwei Zuschauer. Vielen Dank.“. Auch die Heuschrecken haben kein Interesse daran, die Sender verhungern zu lassen. Und wenn doch, wird es Konkurrenz-Sender geben, die in die Bresche springen. Wer weiß – vielleicht schwingt das Pendel zurück, vielleicht kommt die zweite goldene Ära der Öffentlich-Rechtlichen?

    Ich sehe insgesamt nur eine weitere Amerikanisierung des Programms auch im strukturellen Bereich – eine Schere zwischen billigem Futter (Networks), und anspruchsvoller, aber kostenpflichtiger Edel-Versorgung (Pay TV im Stil von HBO). Da besteht eine erstaunliche Analogie zur amerikanischen Ernährung, die sich im Gegensatz zum deutschen Angebot krass in Frass und Delikatesse unterteilt.

    Seit 20 Jahren wird darüber diskutiert, wie das Privatfernsehen die TV-Landschaft insgesamt verändern wird. Und wie das globale Klima gibt es keinen Status Quo. Panta rhei. Man wird sehen

  4. 4
    Jemand says:

    Toller Beitrag – allerdings ein paar Jahre zu spät. Denn die beschriebenen Entwicklungen sind nicht erst seitdem Sat.1 einen neuen Besitzer hat, sondern schon viiiel länger.

  5. 5
    ruhrpottperle says:

    keine von den sendungen, die dem renditeprojekt sat1 zum opfer fallen, gehören zu meinem persönlichen fernsehprogramm. ich bin also nicht persönlich betroffen.

    zum renditehandlungsstrang, der dahinter steht, kann ich nur sagen, es fällt mir nichts ein, was der zuschauer daran ändern könnte. wenn es noch nicht mal mehr die quote ist, wie sonst sollte man eingreifen? also kann man nur dumm wie brot zuschauen, wie nach und nach das deutsche privatfernsehprogramm wahlweise ein abschreibungsobjekt oder ein renditeprojekt wird. ich würde mir wünschen, dass die öffentlich-rechtlichen nicht mit degeto-produktionen kontern, sondern sich jetzt der chance bewußt sind, sich mit qualität abzusetzen!

    vielleicht sollte man ganz einfach mehr radio hören oder ein buch lesen ;-)

  6. 6
    Stefan says:

    @Torsten: Ja.

    @Jörg Friedrich: Danke!

    @Torsten Dewi: In den USA wäre es aber undenkbar, dass die großen Networks keine ausführlichen Nachrichtensendungen im Programm hätten. Und wen siehst Du in Deutschland in der Rolle von HBO?

    @Jemand: Natürlich ist das keine neue Entwicklung (Jauchs Sätze zum Thema z.B. sind, wie gesagt, von Ende 2004). Aber sie verschärft sich gerade nochmals, wenn Sendungen mit solchen Quoten, wie sie „Sat.1 am Mittag“ hat, eingestellt werden und wenn man glaubt, bei einem Sender wie Sat.1 noch erhebliche Teile der Belegschaft einsparen zu können.

  7. 7
    viewer says:

    Schade nur, dass DWDL.de immernoch ihre üblichen Serverprobleme haben. Da erleben sie mal wieder eine dieser Sternstunden, in denen sie durch Qualität und Schnelligkeit herausragen und viele Klicks generieren könnten und dann das: „Aufgrund eines technischen Problems ist unser Angebot zur Zeit leider nicht zu erreichen“. Wahlweise lädt die Seite auch, braucht dann aber Ewigkeiten.

  8. 8
    Ivor Bigbotty says:

    TV ist schon lange zu kommerziell geworden. So wie ich das sehe kann dieses System nicht auf maximalen Gewinn und Qualität optimiert werden. Das eine geht zur Last des anderen.
    Die Geldgeber interessieren sich nur für Gewinne, darum ist der Weg klar. Der Zuschauer könnte das beeinflussen, er muss nur abschalten. Ich habe das vor einiger Zeit schon getan und mein TV-Gerät abgeschafft, und was soll ich sagen: Man vermisst es kein bisschen; man fragt sich eher wie man das so lange ausgehalten hat.

    „Chief Executive:
    You see the public are idiots … Yes … you might just as well show them the last five miles of the M2 … they’d watch it, eh?“
    Programme Titles Conference
    As featured in the Monty Python’s Flying Circus TV Show – Episode 42

  9. 9
    Torsten Dewi says:

    @ Stefan: Ich hatte überlegt, den Punkt noch anzusprechen, aber ich wollte den Kommentar nicht ausufern lassen. Außerdem ist es etwas off-topic.

    Im News-Bereich ist pay TV derzeit unnötig. Wir werden gut versorgt. Was fehlt, ist pay TV mit Eigenproduktionen jenseits des Sports. Premiere hatte das mal versucht (0137, Kalkofes Mattscheibe, Night Talk), war aber dann von Kirch unter Druck gesetzt worden, ausschließlich auf hauseigene Archiv-Ware zurückzugreifen.

    In den USA ist ein großer Teil der Bevölkerung bereit, für Sender extra zu bezahlen, die höhere Qualität, keine Werbung, weniger Zensurprobleme, und komplexere Stoffe bieten. Das ist in Deutschland nicht der Fall.

    Das Problem? Es gibt Edel-Fernsehen für eine zahlungswillige Zielgruppe bereits – die Öffentlich-Rechtlichen. Diese sind aber derzeit nicht bereit einzusehen, dass die Gebühren der Zuschauer eine Verpflichtung/Möglichkeit darstellen, eben NICHT in Konkurrenz zu den größten gemeinsamen Nennern der Privatsender zu gehen.

    So gesehen ist das öffentlich-rechtliche System ein Hemmschuh der konsequent an den Zuschauerbedürfnissen ausgerichteten Fernsehlandschaft.

    Randbemerkung: Auch umgekehrt wird ein Schuh draus – es fällt deutschen Sendern unendlich schwer zu begreifen, dass die von Redakteuren heiß geliebten Edel-Serien wie „Sopranos“ und „Six Feet Under“ in den USA für ein urbanes und gut situiertes Nischenpublikum produziert werden, welches hierzulande kein Zuhause hat. „Rome“ auf RTL2?! Ich musste lachen, als ich hörte, dass sich TMG gerade Rechte für drei neue Pay-Serien „gesichert“ hat. Die werden sich wundern…

    Der Markt muss sich insgesamt radikal ändern. Meine Vermutung ist ein Wegfall der Werbung bei den ÖR, eine Reduzierung der Gebühren, dafür ein stärkerer Fokus auf die Pflichten der Gesamtversorgung jenseits der Quote. Parallel dazu könnte sich ein „echter“ pay TV-Kanal à la Showtime oder HBO entwickeln. Die freien Privatsender bleiben, was sie schon immer waren – hohle Quotenfänger für die Werbekunden.

  10. 10
    marcel weiss says:

    „Randbemerkung: Auch umgekehrt wird ein Schuh draus – es fällt deutschen Sendern unendlich schwer zu begreifen, dass die von Redakteuren heiß geliebten Edel-Serien wie „Sopranos” und „Six Feet Under” in den USA für ein urbanes und gut situiertes Nischenpublikum produziert werden, welches hierzulande kein Zuhause hat. „Rome” auf RTL2?! Ich musste lachen, als ich hörte, dass sich TMG gerade Rechte für drei neue Pay-Serien „gesichert” hat. Die werden sich wundern…“

    A-men!
    Es ist schwer nachzuvollziehen, was Perlen wie Battlestar Galactica und Rome zwischen Big Brother und Frauentausch zu suchen haben.
    Das. kann. nicht. funktionieren. Es geht doch auch niemand Hummer essen an der Frittenbude um die Ecke.

    Anyway, ich habe ja die Vermutung, dass die deutschen TV-Verantwortlichen in Wirklichkeit eingeschleuste Doppelagenten der DVD-Industrie sind.
    Denn besser als wie es das deutsche TV macht, kann man dem DVD-Markt gar nicht zuspielen.

  11. 11
    Thomas Wiegold says:

    Das ist ja ein Ding. Jetzt weinen wir der Quote nach, weil das mit der Rendite noch schlimmer ist.

    Liegt es nur daran, dass ich so ein alter Sack bin, dass ich mich noch an die Warnungen erinnere, es dürfe nicht alles der Quote geopfert werden?

  12. 12
    Trevor Dart says:

    Tja:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Long_Tail
    hat auch so seine Schattenseiten.

  13. 13
    Torsten Dewi says:

    Addendum – zum Thema „Nachrichtensendungen bei US-Networks“. Das ist nicht vergleichbar – dort haben die lokalen Stationen, die mit den Networks Verträge haben (affiliates) eine Verpflichtung, lokale Nachrichten zu senden. Das tun sie schlecht und marktschreierisch. Darüber hinaus kann man die Network-Nachrichten bis auf zwei oder drei Magazin-Ausnahmen abhaken (und diese Ausnahmen sind schon lange nicht mehr besser als bei uns „Akte“ oder „24 Stunden“).

    Wer ViEL Info braucht, guckt CNN. Wer GUTE Info braucht, schaut ins Netz – und die journalistische Schiene von PBS.

  14. 14
    Axel says:

    Quote hin – Rendite her.
    Es hilft glaub‘ ich nur eins:
    Solche Sender (ebenso wie die Tour de Dope) einfach nicht mehr einschalten.
    Ich habe jetzt sämtliche „Privaten“ nach hinten verbannt. Ab Programm 30 beginnt’s mit Sat1. Vorher alle öffentlich-rechtlichen, Dritten, Sport, Musik (wobei letztere ja inzwischen auch schon fast alle zum Vergessen sind).
    Jedenfalls bleibe ich inzwischen kaum mehr bei einem „Privaten“ hängen (Gelegenheit macht, wie man weiß, ja auch oft Diebe).

  15. 15
    Jens Heinemann says:

    Mit Blick auf die Qualität im deutschen Fernsehen kann ich nur hoffen, dass die RTL-Gruppe nun auch schnellstmöglich nachzieht und die News (ich nenne sie mit Absicht nicht Nachrichten) von Vox, RTL2, etc. streicht.

    Beide Konzerne sollten auch in ihren sogennannten Nachrichtensendern die Nachrichten entfernen und sich in „wir-spielen-alles-was-die-ammies-uns-als-doku-verkaufen-allerdings-nur-us-waffen-kram-ist“ I und II umbenennen.
    Hat bei N24 oder N-TV schon mal jemand ausser zur vollen Stunde Nachrichten finden können?

    mfg,
    Jens

  16. 16
    Kolumnus says:

    Das Erzielen von Rendite ist nun mal das Primärziel eines Privatsenders. Das gilt übrigens auch für einen Sender, der sich teure und hochwertige Programme leistet – sie sind in diesem Fall halt eine Investition. Gute Sendung = gutes Image = langfristig mehr Zuschauer.
    Bei Sat1 folgt man halt einer anderen Strategie, was völlig legitim ist.
    Viel interessanter finde ich es, das Phänomen Niveauverlust aus Sicht der Zuschauer zu interpretieren, denn die schalten eben nicht frustriert aus, sondern gucken trotzdem weiter. Wenn nichts besseres kommt, gucke ich halt in „XXL Abenteuer Großfamilie“ zwei Stunden lang Familie Koslowski dabei zu, wie sie alle mit anpacken, um die Einfahrt neu zu pflastern – Hauptsache, es flimmert und die Zeit geht rum. Handlung, Dramaturgie? Informationswert? Nachrichtenfaktoren? Braucht kein Mensch! Das Fernsehpublikum ist völlig zufrieden, wenn es deutschen Durchschnittsbürgern beim Frühstück zusehen darf.

  17. 17
    WURMWORX says:

    Hallo Herr Niggemeier,

    ich kenne die Formate, die gestrichen sind, ich habe sie gerne mal geschaut, wenn ich Pause hatte und ein wenig Zerstreuung suchte vom Schreiben.
    Sicherlich waren es keine Formate, die „Informationen“ verbreiteten; irgendwo waren sie doch ein Abklatsch eines anderen Senders, der zum Beispiel auch ein Mittagsmagazin sendet. Das ist schon ersichtlich durch die Anfangszeit der SAT1-Sendung – eine halbe Stunde früher als die der Konkurrenz. Beim Fernsehen ein sicheres Zeichen dafür, dass eine Kopie gegen das „Original“ arbeitet und Zuschauer abgreifen soll.

    Die Frage muss erlaubt sein, ob es nicht in Ordnung ist, einen Sender zu haben, der eben keine „Informationen“ verbreitet, sondern nur Soaps, Schows, Spiele und sonstigen Unfug sendet. Bei Kabel 123 setzen die Verantwortlichen seit Jahren auf „Filmklassiker“ und Serien, Nachrichtensender wollten die bestimmt nie sein. Wieso also nicht einen Sender haben, der so zusagen als „televisionäte Vorhölle“ fungiert – wenn ich Sport sehen will, schalte ich dahin, wenn ich komplett verblöden will, schalte ich dort hin.
    Ohnehin halte ich den Informationsgehalt einer Nachrichtensendung á la Sat1 für nicht viel höher als den einer Gerichts-Show.

    Das Problem, das zur Zeit bei Sat1 herscht, hat vor langer Zeit schon ein ganz Großer beschrieben:

    „Die Führung der großen Multimediakonzerne wurde von Personen übernommen, die nicht aus dem Journalismus kamen und ihn eher als Instrument betrachteten, um Profite zu erwirtschaften.“ (Ryszard Kapuscinski)

    Interessante Formate hin oder her: Leid tut es mir für die vielen Kollegen beim diesem Sender.

  18. 18
    Klaus says:

    Sehr guter Artikel,
    vor allem da der Brückenschlag zum allgemeinen Unterhaltungsprogramm in den meisten anderen Berichten überhaupt nicht gemacht wurde. Es ging vorher nicht um Nachrichten und auch jetzt geht es nicht dadrum.
    Die Nachrichtensendungen wurden in meinen Augen aus den gleichen Beweggründen gekippt, dem wir auch nie zu Ende geführte Serien auf Pro7 zu verdanken haben: Netto bleibt mehr über, wenn man was billig eingekauftes sendet.
    Die Öffentlichrechtlichen machen mit den ständigen Tatort-Wiederholungen allerdings auch keine sonderlich bessere Figur.

  19. 19
    Hajo says:

    Hallo Herr Niggemeier,
    ich finde Ihren Artikel sowie die Ergänzungen (#9) recht interessant, jedoch wird über diesen ganzen Schrott m.E. viel zu viel Wirbel gemacht. „Die“ wollen doch den freien Markt, dann aber auch richtig!
    Ihren Hinweis auf die (eigentlich) nicht vorhandene Notwendigkeit (bei den öffentlich-rechtlichen), sich an Quoten zu orientieren, halte ich für stichhaltig, zumal nach meiner Meinung diese Erhebungen mehr von Kaffeesatz-Lesen haben denn von wissenschaftlichen Erkenntnissen.

  20. 20
    Stephan says:

    Da fehlt aber was wichtiges in der Logik: Rendite generiert sich bei Fernsehsendern ja nicht nur über die Produktionskosten sondern eben doch über die Quote – weil die Werbekunden nur für entsprechende Reichweite auch ensprechende Preise zahlen. Für zwei Zuschauer wird Nestlé nicht das große Scheckbuch zücken. Und das wissen auch die Leute bei P7S1. Quote ist und bleibt die Maßeinheit zum Geldverdienen. Sinkende Produktionskosten wirken sich nur dann renditesteigernd aus, wenn die Quoten weniger stark sinken als die Kosten. Und für die Quote ist immer noch der Zuschauer verantwortlich. Und der hat ja immerhin die Wahl.

  21. 21
    Hajo says:

    Richtig: wir sind ja heutzutage so zahlengläubig. Da braucht nur Einer überzeugend aufzutreten und irgendwelche Zahlen zu präsentieren (deren Ursprung im Nirwana o.dgl. liegt), und schon springt man an die Decke, entweder um (Beispiel Aktien: da braucht man ja nur ein Gewinnversprechen (!!!!) abzugeben … ) zu kaufen oder zu verkaufen. Aber nach Sinn und Plausibilität fragt keiner mehr.
    .. und selbst nachdenken ist ja sooo anstrengend!

  22. 22
    marcel weiss says:

    „Sinkende Produktionskosten wirken sich nur dann renditesteigernd aus, wenn die Quoten weniger stark sinken als die Kosten.“

    Das ist doch genau das Kalkül hinter solchen Handlungen.
    Und zumindest kurzfristig scheint das auch zu klappen.

  23. 23
    Kolumnus says:

    @Hajo: Wieviel Geld haben Sie denn verloren mit ihren Aktien? Sie wirken etwas … frustriert. Man muss doch nicht gleich über die GfK herfallen, nur weil Sat1 ein paar Sendungen einstellt.

  24. 24
    Augusten says:

    Jedes mir bekannte Unternehmen das bisher versucht hat, seine Rendite durch ausschließliches Fokus auf Kosten / BOM / etc. zu verbessern, hat nach max. 2 Jahren ein ernsthaftes Problem bekommen und / oder ist bereits Pleite. Da der Fernsehmarkt mMn keinen grundsätzlich anderen Mechanismen unterliegt wie jeder andere auch, wird sich das Problem also von selbst erledigen.

  25. 25
    Limited says:

    Ich habe da ein paar Fragen. Ich kenne mich da wenig aus.

    Sind den Nachrichtensendungen bei SAT1 nicht N24 und andere Zuarbeiter der P7S1 vorgeschaltet?

    Die Nachrichteninhalte bei SAT1 wurden doch zunächst dort erarbeitet, dann bei SAT1 noch einmal etwas berarbeitet und als „Neuigkeiten“ unters Volk gestreut.

    Wenn jetzt große „Neuigkeitsblöcke“ bei SAT1 wegfallen, hat dies doch vermutlich auch zur Folge, dass bei den Vorarbeitern Personal wegfällt?

    Dies würde dann vielleicht auch erklären, warum in Berlin (n24) 100 Stellen wegfallen und in München (SAT1) „nur“ 80?

  26. 26
    Stefan says:

    Ich würde den wenigsten Zahlen glauben, die da jetzt kursieren, aber N24 und Sat.1 sitzten beide in Berlin.

  27. 27
    Limited says:

    N24 und Sat.1 sitzten beide in Berlin

    Oh, danke, hatte ich nicht gewußt.

    Gibt es denn irgendwo (vorzugsweise im Netz) eine gute Übersicht über diesen in sich verschachtelten und verklumpten Medienkonzern P7S1?

  28. 28
    Christian says:

    In meinen Augen ist das Aus dieser „Nachrichtensendungen“ ein Gewinn für die deutsche Fernsehlandschaft: SAT1 versucht gar nicht mehr, einen anderen Eindruck als den eines Zeittotschlag-Senders für’s Prekariat zu machen. Das ist die neue Ehrlichkeit.

    Und um die „Journalisten“, die dreimal im Jahr junge Frauen zum BH-Test schicken mussten, tut es mir auch nicht leid. Wer nichts kann, verdient auch nicht.

    Es ist so einfach.

  29. 29
    matthias says:

    der prototyp der p7s1-sendung der zukunft läuft schon seit jahren auf prosieben und heißt „talktalktalk“. hier werden die immergleichen ausschnitte der immergleichen talkshows von schlecht bezahlten praktikanten immer wieder neu zusammengeschnitten, mal „best of“, mal „sommer special“ oder auch mal „die night show“ genannt, und selbst die außerordentlich friseusenblonden moderationen zwischen dem unterschichtengezänk werden so unverfroren neu zusammengtückelt, dass frau kraus, die ansagerin, pro sendung gern mal 10 verschiedene outfits und frisuren trägt. und weil das ganze so erfolgreich läuft, kann man es natürlich auch mehrfach wiederholen, vormittags und – ganz aktuell – auch gleich noch mittags als ersatz für „avenzio“ (dessen ende im aktuellen sat.1-kontext noch einmal in einem ganz anderen licht erscheint).

    wäre mal eine recherche wert, aber jede wette: talktalktalk ist das mit abstand renditestärkste format der p7s1-gruppe – und die zukunft des fernsehens.

  30. 30
    Stefan says:

    „Wer nichts kann, verdient auch nicht.“

    Das ist ein ungerechter, dummer Satz. Woher weißt Du, dass die Kollegen nichts können? Vielleicht können sie ganz viel und müssen nur feststellen, dass ihre Fähigkeiten nicht gefragt sind im Privatfernsehen heute.

  31. 31
    Robert says:

    Mal ne Bemerkung zu den Quoten- und „Nicht einschalten!1!“-Beiträgen.
    Ich seh das so, daß es den Sendern schnurzpiepe ist, ob ich sie sehe oder nicht. Denn ich habe keins dieser töften Geräte, die registrieren, was ich mir ansehe. Und ich nehme mal an, es geht den meisten genauso. Entsprechend egal ist es, was die meisten sich ansehen oder ob überhaupt und so.

  32. 32
    WURMWORX says:

    @ Christian

    Ihre Meinung in allen Ehren, doch würde ich mich nicht so weit aus dem Fenster lehnen und behaupten, dass „Journalisten, die drei mal im Jahr junge Frauen zum BH-Test schicken“ nichts können. Oder kennen Sie jeden Einzelnen persönlich?

    Es kommt hin und wieder vor, dass Journalisten das machen, was man ihnen befiehlt, obwohl sie vielleicht andere Sachen produzieren könnten. Dass sie wie Roboter ihre dämlichen Formate produzieren, können Sie gerne verurteilen und vieleicht hätten Sie auch recht, wenn Sie behaupten würden, Journalisten, die sich für so etwas hergeben, verdienen nichts.
    Dabei sollten Sie aber beachten, dass jeder Geld verdienen will. Und wer siegen möchte (unglaublich-toller-mega-Journalist-der-nur-geile-Reportagen-dreht), muss zu aller erst ein mal überleben (zwei halbnackte Studentinnen testen das neueste UMTS-Mobiltelefon).

  33. 33
    Robert says:

    #31
    Verdienen hat mit Können mal gar nix zu tun. Man muß halt liefern, was verlangt wird..

  34. 34
    Kinch says:

    Erinnert sich auch noch jemand an Fast Forward? Ich nehme an, in ein paar Jahren sehen alle Sender so aus, wie die heutigen ehemaligen Musiksender.
    Mich störts persönlich jedoch nicht. Ob die Qualität nun schlecht ist oder mies, ist in meinen Augen kein wirklich großer Unterschied.
    Außerdem kann man es auch positiv sehen: Je schlechter die Qualität der Medien, desto mehr Medienjournalisten können von ihrer Medienkritik leben.

  35. 35
    SvenR says:

    @ Nr. 36:

    Verdienen hat sehr wohl was mit Können zu tun. Nur Bekommen halt nicht. Das aber nur am Rande.

    Auf der einen Seite verstehe ich, dass Du Dich echauffierst, Stefan. Auf der anderen Seite wird ja keiner gezwungen, Sat.1, Pro7 oder sonst einen Privatsender zu sehen. Natürlich bezahlen wir alle über die Konsumgüter, die wir kaufen, die Werbung, die auf den Sendern läuft. Doch da können wir relativ leicht eingreifen. Ich kaufe z. B. keine Ferrero-Kinder-Produkte, weil ich die Werbung dafür ganz furchtbar halte.

    Natürlich ist für einen Privatsender Rendite wichtige als Quote. Schauen wir einmal, wielange es sich die Werbewirtschaft beiten lässt, viel Geld ohne adäquate Quote zu bezahlen.

    Und ob die Öffentlich-Rechtlichen die Chancen nutzen, die in dem Vorgehen von Sat.1 für sie liegt.

  36. 36
    Mathias Richel says:

    Das Fernsehen ist das nächste Print. Und zwar im Onlinezeitalter.
    In den großen Verlagshäusern haben ja auch längst die Controller, die wichtigen Ledersessel übernommen, warum sollte das beim Bewegtbild anders sein. Die Rendite indes wird in Zukunft sicher über die Bildschirme eingefahren, aber nicht mehr mit den bekannten Sendermarken. Joost ist sicher erst der Anfang. Nur wäre es auch da trügerisch zu glauben, das es auch da um etwas anderes als Rendite ginge.
    Nur, Online ist Geld eben nur die eine Währung …

  37. 37
    Stefan says:

    @SvenR: Nein, niemand wird gezwungen, Sat.1 oder irgendwas zu sehen. Aber ich sehe gerne fern. Ich liebe das Fernsehen und seine Möglichkeiten. Und nicht nur irgendwelche elitären arte-Geschichten, sondern auch gutes, massentaugliches, von mir aus: kommerzielles Fernsehen. Und es schadet dem Fernsehen insgesamt, wenn ein Sender wie Sat.1 dazu gezwungen wird, seine letzten Ansprüche einem kurzfristigen Rendite-Denken zu opfern. Und die Pläne, die da jetzt umgesetzt werden, folgen ja nicht der Logik: Wie machen wir in ein paar Jahren noch schöne Gewinne. Sondern: Wie pressen wir da schnell raus, was geht, und dann nach uns die Sintflut.

  38. 38
    Robert Z. says:

    Arte ist aber kein elitärer Wuddiwuwu-Sender. Er ist allerdings der einzige Sender, der gut ist. Das wirkt dann im Gesümpf der ganzen Scheiße nur so. Quasi der einäugige Fernsehsender unter all dem blinden Blödsinn. Nur dass Arte halt zwei Augen hat. Also eher: „Der Zweiäugige ist unter den Blöden König“.

    Und es ist schon bezeichnend, wenn man Formaten wie den hier besprochenen nachweint, nur weil es die letzten ihrer Art sind. Bäh. Du siehst die Welt zu wenig so, wie sie sein sollte. Du siehst zu viel fern.

  39. 39
    SvenR says:

    Stefan, wie Du vielleicht erinnerst bin ich u. a. ein bekennender Zuschauer des perfekten Promi-Dinners, somit m. E. nach unverdächtig „nur irgendwelche elitären arte-Geschichten“ sehen zu wollen.

    Auch ich könnte kotzen, wie RTL derzeit „Prison Break“ verheizt, oder Vox das bei „Six Feet Under“ gemacht hat, wie Pro7 das „Live Earth“-Konzert scheinbar gar nicht senden wollte usw. usf.

    Ich hatte schon an anderer Stelle in diesem Blog geschrieben, dass es scheinbar nur eine begrenzte Menge von Inhalten gibt, die den lieben langen Tag versendet werden können. Egal, ob man drei Programme hat, die von 15:00 Uhr bis Sendeschluss oder 300 Programme, die rund um die Uhr senden. Wobei ich grundsätzlich nicht gegen selbstrefferentielle Fersehsendungen habe. „Canale Grande“ und „Zack“ (hieß das so, das mit Friedrich Küppersbusch) hatte ich ja auch schon mal in anderem Zusammenhang genannt.

    Außer „Genial Daneben“ fällt mir spontan nichts ein, was ich vermissen würde, wenn es Sat.1 nicht mehr gäbe.

    Meine Hoffnung ist, dass es mittelfristig zu einer Konsolidierung kommt, viel überflüssiges Programm einfach nicht mehr gesendet wird und langfristig Quote und Qualität doch wieder der Maßstab werden.

    Und Du weißt, die Hoffnung stirbt zuletzt.

  40. 40
    Stirnrunzeln says:

    Witzig, diese Diskussion. Als ob das Streben nach Rendite/Gewinn (oder, bei Angestellten: Einkommen, für deren Erhöhung sogar gestreikt wird) anrüchig wäre. Auch der Bäcker backt seine Brötchen, um Geld zu verdienen – und nicht, um etwas gegen der Hunger der Gesellschaft zu tun. Gewinnstreben sollte auch privaten TV-Sendern erlaubt sein. Oder sind Infos & Unterhaltung etwa wichtiger als das tägliche Brot und müssten deshalb aus den bösen Klauen des Kommerzes befreit werden?
    Punkt zwei: Man sollte mal ehrlich sagen, dass es extrem schwer ist, mit Nachrichten im TV Geld zu verdienen. Warum? Weil die öffentlich-rechtlichen Sender den Markt kaputtmachen und die Privaten somit zwingen, sich auf Gaga-Formate zu beschränken bzw. mit N-TV/N24 am Existenzminimum herumzukrebsen. Wenn es eine öffentlich-rechtliche Zeitung gäbe, finanziert mit Milliarden an Zwangsgebühren, dann gäbe es auch keine (privaten) „FAZ“, „Süddeutsche“ und Co. Im Internet wird man das wohl bald sehen können: Wenn ARD/ZDF ihre digitale Expansion wie geplant durchziehen können, kann es sogar für Spiegel Online etc. eng werden.

  41. 41
    hike says:

    ich dachte, die privatsender leisteten sich ihre nachrichten v.a. auch deswegen, um eine lizenz als vollprogramm zu erhalten? wenn’s jetzt gar keine news (was ja nicht der fall ist) auf sat*1 geben wuerde koennte man ja auf die idee kommen ihnen diesen status abzuerkennen.

  42. 42
    SvenR says:

    @ Nr. 44 (Stirnrunzeln):

    Natürlich ist grundsätzlich nicht „das Streben nach Rendite/Gewinn (oder, bei Angestellten: Einkommen, für deren Erhöhung sogar gestreikt wird) anrüchig“, aber Stefan Niggemeier hat genauso Recht, dass der Zweck (Rendite) nicht die Mittel („Wie pressen wir da schnell raus, was geht, und dann nach uns die Sintflut.“) heiligt.

    Ich würde wesentlich mehr Geld verdienen, wenn ich mich als Auftragsmörder verdünge oder mit Drogen handele. Oder einfach nur meinen Arbeitgeber betrüge.

    Ich tue das nicht aus Überzeugung und trotzdem strebe ich nach einem höheren Einkommen. Und das obwohl mein Einkommen bereits heute ziemlich gut ist.

  43. 43
    sc says:

    Danke für diesen guten Artikel! Ich fand es sehr geschickt, die SAT1-Geschichte als Aufhänger zu nehmen um die Entwicklung im Fernsehen insgesamt mal wieder schön zusammenzufassen.
    Ich weiß noch wie ich vor vier Jahren nach Amerika kam und wahnsinnig echauffiert über die dumpfheit des Massenfernsehens dort war. Sowas würde man im guten alten Deutschland niemals tolerieren!! Umso entsetzter und ungläubiger musste ich dann anfangen festzustellen, dass die Qualität in Deutschland immer mehr und immer schneller ins Nirvana abrutschte, wenn ich alle halbe Jahre vorbeischaute. Richtig schlimm wurde es vor etwa zwei Jahren wenn ich mich richtig erinnere. Jetlag-geqäult zappte ich nachts durch die Sender, und alles was ich sah waren irgendwelche Quizsendungen à la 9Live und ein paar Wiederholungen von „Reality-TV“ Sendungen, die das „Reality“ (und es ist ja nicht mal wirklich Reality!) als Entschuldigung für low-budget und v.a. low-quality nehmen. Und die ganze Zeit musste ich mich fragen: Was ist passiert??
    Es gibt viel schlechtes amerikanisches Fernsehen, aber wie oben bereits beschreiben, kann man dem ganzen doch noch irgendwie entfliehen und auch ein paar wirklich nette Sachen finden. Hinzu kommt, dass die Amis ihre Experimentierfreudigkeit wenigstens noch nicht ganz verloren haben, und Kreativität und Risiken eingehen ist eine gute Eigenschaft, nicht etwas Gefährliches. Die deutschen Sender haben eher den Anschein dass sie sich von Monat zu Monat retten indem sie schlechte Kopien kopieren, da man da wenigstens auf einen Prozentsatz des Erfolges hoffen kann, den der Vorgänger erzielt hatte. Neues zu probieren könnte ja in die Hose gehen. Noch schlimmer, man könnte sich blamieren, ja, sein Gesicht verliereren! Ach nee, stimmt auch nicht, das haben sie so ja schon längst hinbekommen. Schade, wenn man sich seinen Respekt selber abspricht, nur um irgendwelche Aktionäre mal schnell zufriedenzustellen.

  44. 44
    Doc Olson says:

    Man darf gespannt sein, welche Sendungen als nächstes der Schere zum Opfer fallen. Und dann gibt es ne Menge Sendezeit zu füllen. Und da scheint es zur Zeit ja nur ein einziges Sendeformat zu geben, welches diese Gier nach Rendite prima erfüllen kann… richtig: Call-in-TV!!!

  45. 45
    Karsten says:

    Medien sind eine der ganz wenigen Branchen, wo ‚echtes‘ Geld in ein Unternehmen strömt, das nicht festgelegt ist, was es eigentlich produziert.
    Drehen wir also den Spieß mal um:
    Stellt sich die Frage, wann die Geld-Lieferanten (=Werbetreibenden) sich die Frage stellen, was sie eigentlich für ihr Geld bekommen. Ein Unternehmen wie Procter hat ja Erfahrung, sich sein eigenes Werbeumfeld zu schaffen (soaps heißen so, weil …)
    Oder, anders formuliert:
    An Stelle von Nestle, C&A & t-mobile würd ich mich mal fragen, warum 30% meiner Werbeausgaben zu ‚irnswelchen‘ internationalen Money-Gamblern in die Tasche fließen…

  46. 46
    Stefan says:

    @Robert Z: Haben Sie meinen Text oben überhaupt gelesen? Ich weine „Sat.1 am Mittag“ keine Träne nach. Ich weine den Zeiten eine Träne nach, in denen wenigstens die Quote noch zählte und nicht nur die Rendite. Ich weine den Fernsehmachern eine Träne nach, die langfristig gutes Geld verdienen wollten, was (bei aller kommerziellen Ausrichtung) oft ganz gut mit Qualität geht, und nicht nur am schnellen Euro interessiert sind.

    @Stirnrunzeln: Ja, mit Nachrichten ist es schwer Geld zu verdienen. Aber wollen Sie sagen, dass auch mit Billig-Busen-Recyclingformaten wie „Sat.1 am Mittag“ schwer Geld zu verdienen ist? Nein — es ist leicht. Sat.1 schafft übrigens eine Rendite („Ebitda-Marge“) von 24 Prozent und ist nach Aussagen von ProSiebenSat.1-Chef Guillaume de Posch einer der profitabelsten Sender Deutschlands. Er soll nur noch profitabler werden. Sie kriegen den Hals nicht voll.

  47. 47
    sonic says:

    wow, klasse geschrieben ! :)

  48. 48
    Marcus says:

    Wieso wird eigentlich wenn es um gutes! Fernsehen geht immer grundsätzlich in die USA geschaut? Sicher, HBO und Showtime machen großartige Sachen, und ja selbst auf den Networks laufen zur Hauptseason nette Serien. Aber wenn man wirklich innovatives und neues Programm sehen möchte schaut man nach Großbritannien. Dann weiß man auch wieder ganz schnell, wo der Rest der Fernsehwelt kopiert.

  49. 49
    Stefan says:

    Ach so, was den Bäcker angeht: Wenn er vorhat, länger in der Gegend zu bleiben, wird er vermutlich versuchen, seine Kunden glücklich zu machen, zum Beispiel mit Qualität. Wenn er sich in einem Jahr eh ins Ausland absetzen will, kann er natürlich auch versuchen, seinen Kunden überteuerten Schrott andrehen, und kurzfristig vermutlich mehr Geld machen als der Qualitäts-Bäcker.

    (Übrigens ist es wenig hilfreich, dem Kunden, der seinen Lieblingsbrötchen oder dem guten Brot nachtrauert, zuzurufen: Der Bäcker ist ein Unternehmen und will nur Gewinn machen, warum sollte der gutes Brot produzieren?)

  50. 50
    roman libbertz says:

    Ich hoffe nur enttäuschte Seher wenden sich ganz vom Fernsehen ab,
    gruss r.l

  51. 51
    Robert Z. says:

    Jaja, den habe ich gelesen, gerne gar.

  52. 52
    FreB says:

    Ich kann diese USA-Vergleiche nicht mehr ertragen, da niemals erwähnt wird, dass der Markt dreimal so groß ist (und auch grundsätzlich anders funktioniert).

  53. 53
    Stirnrunzeln says:

    @46 (SvenR): Wollen Sie das Absetzen einer TV-Sendung oder die Kündigung eines Arbeitsvertrages mit Mord und Betrug gleichsetzen? Würde ich nicht. Verträge sollten gekündigt werden dürfen – sonst würden sie nie (freiwillig) geschlossen werden. ARD/ZDF haben es da einfacher: Sie kassieren ihre Gebühren ohne Vertrag mit dem Zahler. P.S.: Danke für den schönen Konjunktiv „verdünge“. Liest man viel zu selten .. ;-)

    @ 50 (Stefan): Mir ist egal, mit was im TV schwer oder leicht Geld zu verdienen ist. Das sollen die entscheiden, die dem Sender das Kapital zu Verfügung stellen (Investoren) bzw. die Geschäfte für sie führen (Zeiler, de Posch & Co.). Ich muss ja nicht zugucken.

    @53 (Stefan): Wenn sich der Bäcker bzw. KKR/Permira bald „ins Ausland absetzen“ (schön in diesem Kontext …) wollen, werden sie vorher versuchen, ihren Laden weiterzuverkaufen. Sie werden aber nur dann einen hübschen Preis erzielen, wenn sie die Backstube/den Sender eben nicht heruntergewirschaftet haben. Und wenn doch: selbst Schuld. Die Kunden werden nicht verhungern – denn in einem freien Markt gibt es immer (bessere) Konkurrenz, die da gerne einspringt.
    Und deshalb: Es IST hilfreich, dem Kunden genau das zuzurufen. Weil sich der Kunde nämlich dann umso schneller nach Alternativen umschaut – so funktioniert Markt.

  54. 54
    SD says:

    Oh nein! Das Fernsehen wird schlecht!

  55. 55
    Stefan says:

    (Mit manchen Leuten ist wirklich schwer diskutieren. Erst sagen sie: „Man sollte mal ehrlich sagen, dass es extrem schwer ist, mit Nachrichten im TV Geld zu verdienen.“ Und wenn man auf das Argument eingeht, sagen sie: „Mir ist egal, mit was im TV schwer oder leicht Geld zu verdienen ist.“)

  56. 56
    Cinnamon says:

    Mir ist nach wie vor nicht klar, warum man Sendern wie Sat.1 oder Pro7 überhaupt *irgendeine* Träne nachweinen sollte, selbst, wenn sie ganz vom Markt verschwänden. Der letzte Funken Qualität ist schon seit Jahren erloschen; alles, was jetzt noch bleibt, sind zombiehafte Zuckungen der schon lange liegengebliebenen Leiche.

    Man hätte traurig sein können und vielleicht auch sollen, als das Privatfernsehen den Bach hinunterging und sich jegliche Qualität selbst aus dem eigenen Fleisch exzidiert hat, aber warum kümmert es, was nun mit den traurigen Überresten passiert?

    Wenn der Tote nicht in Würde sterben möchte, kann man sich doch eigentlich nur noch mit einer seltsamen Mischung aus Trauer, Mitleid und Ekel abwenden.

  57. 57
    Stirnrunzeln says:

    @59 (Stefan): Versteh‘ ich jetzt nicht ganz. Um die Diskussion zu ergänzen, sollte man (=die Sender, die Diskutierenden) das … (s.o.) … sagen. Nur mir persönlich, als TV-Zuschauer, ist das egal.
    Aber klar, man kann Widersprüche auch konstruieren, um sich aus der Diskussion zu winden. Das versteh‘ ich nun wieder … ;-)

  58. 58
    Chat Atkins says:

    SAT 1 und seinem Deppenfernsehen weine ich keine Träne nach. Mich nervt’s aber, dass die Skelettierung und Ökonomisierung der Medien läuft, während die dafür Verantwortlichen – ob nun im Print oder auf dem Bildschirm – unentwegt vom ‚modernen Qualitätsjournmalismus‘ sabbeln, den sie angeblich gerade einführen, während sie realiter schon die Messer wetzen …

  59. 59
    matthias says:

    oh, wie unterhaltsam;-) wettangebote, wieviele runden das jetzt weitergeht?

  60. 60
    SD says:

    Tjaja, wo soll das nur alles hinführen? Endlose Fortsetzungen in den Kinos? Immer die gleichen Lieder im Radio?
    Nicht auszudenken…

  61. 61
    leonie says:

    tja, da sind wir wohl Zeugen des langsamen und qualvollen Sterbens des herkömmlichen Fernsehens.

    Aber es ist schon erstaunlich: Sendungen wie den Sat1-„Nachrichten“, die man früher schon nur stöhnend und zwischen den Fingern durchblinzelnd angeschaut hat, muss man jetzt bald nachtrauern.

  62. 62
    Thomas says:

    Jetzt ist das Gejammer wieder groß, dass man Springer die Übernahme nicht erlaubt hat, das es nach der Übernahme von KKR und Permira und besonders der Fusion mit SBS keinen Stellenabbau geben würde konnte doch wirklich nur ein völlig Ahnungsloser glauben.
    Bei all dem was die Verantwortlichen der Sendergrupe ohnehin in den letzten Jahren an leeren Versprechungen gemacht haben, man erinnere sich an Haim Saban, der sich langfristig engagieren wollte.
    Um die genannten Formate ist es nicht schade, aber wie es abgezogen wurde ist eine Sauerei, vielleicht plant man ja aber intern auch ProSieben zum Flaggschiff der Gruppe zu machen und Sat.1 kräftig zu stutzen.
    Ganz so tragisch wie im obigen Bericht sehe ich die Lage aber auch nicht, weil ganz ohne Investitionen ins Programm schmiert ein Sender (siehe Sat.1) in relativ kurzer Zeit quotenmäßig ab, und macht irgendwann auch keinen Gewinn mehr.

  63. 63
    Michael says:

    Dieses Unterschichten-Internet … hier gäbe es eine wirtschaftlich dramatische Entwicklung zu diskutieren, weil Sat.1 als hoch profitabler Sender ohne Not zu Grunde gerichtet wird, in zweiter Linie auch eine publizistische, weil aktuelle Magazine durch uralt-Wiederholungen ersetzt werden, stattdessen bemüht sich aber die Lemming-Masse der Kommentatoren in pseudointellektueller Arroganz zu betonen, wie schlecht dieses „Fernsehen“ doch ist (was sie nie sehen). Ich glaub zusammen mit dem Spiegel-Online-Forum, hab ich jetzt schon das eine Prozent der Nicht-Fernseh-Besitzer persönlich kennen gelernt, ebenso das klägliche Häufchen „nur Arte-Seher“ – und sie tun mir in ihrer Ignoranz ein bißchen leid.

  64. 64
    moschus says:

    @31

    „Und um die „Journalisten”, die dreimal im Jahr junge Frauen zum BH-Test schicken mussten, tut es mir auch nicht leid. Wer nichts kann, verdient auch nicht.“

    Ein Idealist könnte das wirklich so behaupten. Eine ehemalige Lehrerin meinte aber Idealist sein ist schlecht.

    Angenommen der Journalist entscheidet sich gegen die Quote für anspruchsvolles Fernsehen. Was vielleicht das Leben einzelner bereichern würde, versaut die Quoten. Und in letzer Konsequenz wird die Position eines idealistischen Journalisten neu besetzt und bekommt somit ganz und garnicht was er verdient.

    Als Angestellter kann man keine Ideale verwirklichen, oder man muss schon verdammt weit oben mitwirken.

  65. 65
    Simon says:

    Der Todeskampf einer sterbenden Branche.

  66. 66
    steffen says:

    ich sollte mir, wenn das schule macht, wohl mal eine firma mit 30 % Rendite suchen und dort anheuern. vermutlich für ganz wenig geld, von irgendwo muss die kohle, die gewinnerkohle, ja kommen. bevor ich hier für die rendite gefeuert werde.
    wie wahnsinnig sind den diese investoren, denen 22 % Rendite nicht ausreicht? eigenartig, dass ich noch nie bei einer bank ein entsprechendes angebot mit so krass hohen (ich meine 22, nicht 30 %) gewinnaussichten gesehen habe.
    hoffentlich setzt sich das nicht durch.

  67. 67
    whirlpool says:

    @Simon und Leonie: Von einer Rendite von 30 Prozent ist die Internet-Branche noch Lichtjahre entfernt. Das Fernsehen ist noch lange nicht tot und man wird es auch nicht kaputtsparen können. Man setzt jetzt zwei oder drei Sendungen ab – mehr nicht. Sat.1 läuft durch den Sparwahn Gefahr, ein unbedeutender Sender zu werden, der Untergang des Fernsehens steht deswegen nicht bevor.

  68. 68
    whirlpool says:

    Steffen, wenn sich aber Dein Unternehmen mit 3 Milliarden Euro verschuldet hat, um sich zu vergrößern, brauchst du immer mehr Gewinn, um die Kredite relativ schnell wieder zurück zahlen zu können.

  69. 69
    Stefan says:

    @Michael (67): Danke für diesen Kommentar. Es gehört für mich zu den frustrierenden Erfahrungen, wenn ich im Internet über das Fernsehen schreibe, dass sich jedesmal eine erkleckliche Zahl von Kommentatoren versammelt, die, egal worum es konkret geht, die immer gleichen pauschalen Sätze über das Unterschichten- und Deppenfernsehen schreiben, über das man eh keine Zeile mehr verlieren müsse. Das scheint ihnen aber, anders als das Fernsehen, nie langweilig zu werden, diesen schlichten Gedanken immer und immer wieder hinzuschreiben. Erstaunlich.

  70. 70
    Etienne Rheindahlen says:

    Es gab eine Zeit, in der Programm-Verantwortliche (auf allen Hierarchie-Ebenen) sich nach einer relativ simplen Logik orientieren konnten: Mit Nachrichten, regionalen Informations-Magazinen und (einigermaßen) intelligent gestalteten Boulevard-Formaten zieht ein Sender vor den Peak-Zeiten (der „TV-Rush-Hour) so viele Zuschauer an (Berater-Sprech: „kumuliert Quote“), daß ein möglichst hoher Zuschauer-Anteil bei den nachfolgenden Unterhaltungs-Formaten (Shows, Serien & Filme) auf dem Sender bleibt. Und folglich Werbeerlöse sprudelten.

    Voraussetzung war, daß sich sowohl Nachrichten als auch journalistisch gestaltete Magazine von den vergleichbaren (und meist parallel gesendeten) Nachrichten und Magazinen der Konkurrenz deutlich unterschieden. Sei es durch alternative Themen-Prioritäten, originäre und intelligente Umsetzungs-Ansätze, exklusive Recherchen (journalistisch relevante Berichterstattung). Durch kompetente On-Air-Reporter und Moderatoren, durch Redakteure, die ihren Beruf als Berufung und nicht als Imagefaktor verstanden.

    In den 90ern wurden (bei Sat.1) Nachrichten- und Informationssendungen sowohl als Identifikations-faktor (im Gegensatz zu Serien-Lieblingen wechseln i.d.R. Magazin-Anchor und On-Air-Korrespondenten nicht im Quartalsrythmus) wie auch als „Quoten-Rampen“ für das umsatzstärkste Werbeumfeld des nachfolgenden Unterhaltungsprogramms bewertet.
    Und Chef-Redakteure wie Mertes und Howe waren erfahrene Journalisten, die ihr Handwerk gelernt und verstanden hatten – und die „damals“auf Qualität bei Nachrichtensendungen und Info-Formaten achteten.
    Der Anspruch, Informationen aller klassischen Ressorts (Politik, Zeitgeschehen, Gesellschaft und auch Kultur) auch einem breiten, nicht akademisch gebildeten Publikum zu vermitteln, ist ein Teil journalistischer Verpflichtung. Im Print-Bereich zeigt die „AZ München“, im TV-Bereich z.B. „Extra-3“ (NDR) oder „Quer“ (BR) wie das funktionieren kann. Wenngleich es immer einem Eiertanz ähnelt, aus nachrichtlichem Trocken-Brot ein attraktives Fünf-Gänge-Menu zu zaubern. Doch das ist nun einmal nicht von mäßig engagierten Anlern-Kräften, des-interessierten Karriere-Hechlern oder ausgelagerten Akkord-Produktionen zu bewerkstelligen – professionell agierende Journalisten verdienen nun einmal anständige Honorare (auch wenn die wenigsten erhalten, was sie verdienen). Niemand hat je behauptet, Fernsehen sei für wenig Investment erfolgreich mit Maximalgewinnen zu vermarkten – aber niemand hat je einen Investor gezwungen, sich an Fernseh- oder Medienunternehmen zu beteiligen.

    Dennoch können Nachrichten und journalistische Formate einen vernünftigen Return-on-Invest „einspielen“ – aber das erforderte Einsicht und Interesse am Wesen der Medien nicht nur als „Brot-und-Spiele“-Instrument oder Gelddruck-Maschine – sondern als Gewerbe mit gesellschaftlicher Funktion. Nachrichten, Reportagen und Dokumentationen sind eben kein Wirtschaftsgut wie Hair-Conditioner, Autoreifen oder Schoko-Riegel. Doch wer soll diesem Prinzip Geltung verschaffen, wenn weder Vorstände noch „externe Berater“ an Inhalten, am Publikum oder dem Wesen von Medien interessiert sind – sondern sich lieber an mehr und mehr virtuellen Zahlen- und Finanzkonstrukten berauschen. Und die wenigen Profis in den Medienunternehmen verängstigt um ihre Jobs bangen und schweigend mitnicken.

  71. 71
    Etienne Rheindahlen says:

    @74 ooops – ist in der Länge wohl etwas ausgeufert. Sorry.

  72. 72
    John Gimignano says:

    @Michael
    Danke für diese Zeilen, dann muss ich sie nicht schreiben.

    @Stefan
    Es ist wie mit Schröder, den hatte auch niemand gewählt. Sei doch froh, hier hast du mit einem Artikel das ganze Spektrum an Kommentatorenqualität herausgekitzelt, und das ist ja bekanntlich auch eine – von den alten Medien viel zitierte Kenngröße zum EKG der Bloggerszene.

    Sicherlich gehört es zu den herausragenderen Leistungen einer Führungsriege, so mit den Mitarbeitern umzuspringen – ganz abgesehen davon, dass es nicht nötig gewesen wäre, gerade das zu kippen, was noch einen Hauch von Menschlichkeit hatte – über Themen lässt sich streiten…
    Die Richterin und ihre dunklen Reiter warten schon darauf, das Feld der Verwüstung im Sturm nieder zu reiten.

  73. 73
    Hajo says:

    @67: (gefühlter) Ignoranz mit Arroganz („Unterschichten-Internet“) zu begegnen ist aber auch nicht der effektivste Weg, oder?

    Ansonsten: Die ganze Welt ist in Bewegung (ist natürlich eine Binsenweisheit), warum sollen ausgerechnet die Medien da eine Ausnahme machen?
    Schlimm sind doch nur diejenigen, die durch Abzocke ihren Wanst füllen und das auf Kosten (gutgläubiger, aber zumindest gutwilliger) Mitarbeiter.

  74. 74
    Michael says:

    @ 73 (Stefan) & 78 (John): Danke!
    @ Hajo: Sie haben die Anspielung auf ein unerträglich oft verwendetes und falsch verstandenes Zitat von Harald Schmidt nicht wirklich verstanden, es ist aber nett, dass sie in diesem Zusammenhang die Arroganz erkennen. Schalten sie mal wieder den Fernseher ein, vielleicht können sie ja dort ihren Horizont um die rhetorische Figur des Sarkasmus erweitern …

  75. 75
    Herschel says:

    der weg auf den gipfel führt durch das tal. nur will diesen weg scheinbar niemand mehr gehen. stattdessen steckt man sich die ziele neu, und geht jeden sich bietenden um- und irrweg, um wenigstens ein paar höhenmeter zu machen.

  76. 76
    SvenR says:

    @ Nr. 57 (Stirnrunzeln):

    Wollen Sie das Absetzen einer TV-Sendung oder die Kündigung eines Arbeitsvertrages mit Mord und Betrug gleichsetzen?

    Haben Sie schon mal was von Stilmittel der Übertreibung gehört? Nein, natürlich nicht. Ich sage nur, dass man ethisch handeln kann und trotzdem mehr Geld verdienen möchten darf.

    Wenn sich der Bäcker bzw. KKR/Permira bald „ins Ausland absetzen” […] wollen, werden sie vorher versuchen, ihren Laden weiterzuverkaufen. Sie werden aber nur dann einen hübschen Preis erzielen, wenn sie die Backstube/den Sender eben nicht heruntergewirschaftet haben.

    Da unterschätzen Sie die Private Equity-Branche aber sehr. Die verkaufen eben Bäckereien nicht über die Kundenzufriedenheit an Bäcker, sondern über nackte Zahlen an „Investoren“.

  77. 77
    Christian says:

    Der Fernsehmarkt ist in meinen Augen von Grund auf krank: Wenn einige Sender durch Gebühren in Schwindel erregender Höhe subventioniert werden, dann müssen die anderen Sender diese Subventionen durch Einsparungen ausgleichen. Was herauskommt ist das zwar nicht in jedem einzelnen Fall so schlecht gemacht, aber eben tendenziell doch eher minderwertige Programm à la SAT1.

    Richtig schlimm wird es aber, wenn die subventionierten Sender – anstatt wie beautragt Qualitätsfernsehen zu machen – lieber mit den nicht subventionierten in einen ungleichen Wettstreit um Marktanteile geht. Spätestens dann geht ein Markt zu Grunde. Mich wundert eigentlich, dass dieses Rendite-statt-Quote-Prinzip erst jetzt so offenkundig wird.

  78. 78
    Christian says:

    @88

    Die Schlussfolgerung ist falsch. Wenn es keine himmelhohen Subventionen für nicht immer, aber zumindest ab und zu niveauvolles Fernsehen gäbe, dann könnte es sich für private Sender lohnen, diesen Markt zu bearbeiten. Da aber kaum eine Chance besteht, sich gegen die mit 80 Metern Vorsprung in den 100m-Lauf gestartete öffentlich-rechtliche Konkurrenz durchzusetzen, versucht man es aben auf dem anderen Markt: billig produziertes, wenig innovatives Fernsehen für Menschen, die nicht immer Niveau brauchen oder aber nie Niveau möchten.

  79. 79
    Christian H. says:

    Ich wollte eigentlich nur mein Feedback hinterlassen und den guten, durchdachten und (leider) realistischen Eintrag loben. Er spricht mir fast aus der Seele, denn selber bin ich einer der Generation die mit dem Privatfernsehen aufgewachsen ist. Ich habe den Weg des Studiums in die Medienwissenschaft gewählt und habe in den letzten Jahren große Ernüchterung erfahren. Egal in welchen Bereich man schaut, Journalismus, Hörfunk oder Fernsehen, es dauert nicht lange und es kommt einem die Galle hoch. Ich habe als Student Praktika in Zeitungsredaktionen absolviert und war erschrocken davon wie sehr der Faktor Geld auf die Berichterstattung Einfluss hat (Stichwort PR). Und ich habe eine Zeit lang für einen deutschlandweit ausstrahlenden Fernsehsender gearbeitet und war erschrocken davon wie sehr die Profitgier Einzug hält in die täglichen Arbeitsweisen. Ob es nun um die Programmierung von Inhalten geht, des Geschachere mit Werbekunden oder die zunehmende Anzahl von sog. „Mehrwertdiensten“ im TV. Wie oft ich Zeuge des hier erwähnten Phänomens „Rendite vor Quote“ geworden bin weiß ich gar nicht mehr. Da konnte die Programmleitung wunderbar damit leben, dass die Einschaltquoten sich der Nulllinie näherten – man bekam ja genug Schmerzensgeld des Kunden der die jeweilige Sendung bzw. den Sendeplatz gekauft hatte.
    Dass ca. 30 Prozent der Belegschaft Praktikanten sind die großteils eigenverantwortlich, in Vollzeit, mit Überstunden und zu Hungerlöhnen, die nicht einmal die Miete decken, arbeiten ist schon wieder eine andere Geschichte. Wobei das die Aussage „Kündigungen werden nicht stattfinden“ in einem anderen Licht erscheinen lässt: Sie sind nicht nötig, denn genug („richtig“ bezahlte) Mitarbeiter sind freie Angestelle, denen braucht man nicht kündigen…

  80. 80
    Gandalf says:

    Diese Geschichte ist ein hervorragendes Beispiel dafür,
    was uns tagtäglich als alternativlos verkauft wird.
    Privatisierung, freier Markt, Wettbewerbsfähigkeit,
    Effizienz etc. als Garant für Fortschritt, Qualität und
    Wohlstand.
    Endlich mal ein Experiment, bei welchem man die Aus-
    wirkungen dieser Rezepte schmerzfrei beobachten kann.
    Den anderen Versuchen dieser Art sehe ich allerdings
    etwas skeptischer entgegen, wenn beispielsweise bei der
    ins Haus stehenden Privatisierung der Bahn oder anderer
    ach so tollen ÖPP Kompetenz konsequent durch Geld
    ersetzt wird.

  81. 81
    Chris says:

    Das passt nun wirklich großartig:

    Die große Pro7-Märchenstunde „7 Zipfel und ein Horst“ statt Jericho, von Prison Break gibt’s auch nur noch eine Folge. In your face, deutsche Zuschauer.

    http://quotenmeter.de/index.php?newsid=21159

  82. 82
    Rudi says:

    Ich finds gut.

    Wahrscheinlich wacht die Journalistenkaste erst auf, wenn es ihr selbst an den Kragen geht. Eben noch gemeinsam mit der Politik den Aufschwung des Kapitals bejubelt (Verteilung des 2006er Wachstums von 2,5% – Unternehmens- und Vermögenseinkommen plus 6,4%; Bruttolöhne und Gehälter minus 1,1%) … im nächsten Moment selbst davon betroffen.

  83. 83
    kohli2703 says:

    tour bei sat1: das habe ich auch gerade auf spon gelesen… unfassbar und es zeigt so deutlich, dass es bei den privaten ausschließlich um die kohle geht. ethische und moralische vorstellungen werden im zuge der rationalisierung einfach mit verkauft.

  84. 84
    lea says:

    wieleicht sollte sat1, kabel1, pro7, n24 sich wieder von 9live trennen. ich bin der meinung da hat der ärger erst richtig begonnen. denn wie es bekannt ist, ist der sender in der letzten unter druck geraten also sind vier sender mit verantwortlich

  85. 85
    whirlpool says:

    Spiegel und Kurier live von der Betriebsversammlung von Sat.1 inkl. Foto:

    http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,495667,00.html
    http://www.berlinonline.de/berliner-kurier/print/berlin/180001.html

    Zitat: Das ist in Köln bei RTL so und überall sonst auch: Privatfernsehen muss renditeträchtiger werden!

  86. 86
    monsieur fischer says:

    schawinski ist weg, sat1 gehts schlechter…. oder wäre dieser schluss zu simpel?

  87. 87
    Thomas says:

    Schawinski hat den Laden ja schon in ziemlich heruntergewirtschaftetem Zustand an Alberti übergeben.
    Das der Vorstand aus dem Desaster nichts gelernt hat zeigt dessen Verhalten bei der Betriebsversammlung. Anstelle von de Posch hätte auch ein anderes Vorstandsmitglied kommen können. Die Mitarbeiter von Sender und Gruppe haben jedenfalls eine derartige Behandlung nicht verdient. Das spottet jeder Beschreibung. Da de Posch aber selbst von McKinsey kommt ist das nicht überraschend.
    Stattdessen schickt man wieder Alberti an die Front. Der Mann, der lediglich eine Marionette des Vorstandes ist, und weder in Überlegungen noch in Entscheidungsprozesse seiner Chefs eingeweiht ist und den zurecht zornigen Leuten nichts sagen kann, weil sich der Vorstand nicht in die Karten gucken lassen will, obwohl die Zahl (- 180 Arbeitsplätze) im Raume steht wollte der Vorstand die Betriebsversammlung mit der Begründung man wisse selbst noch nicht wer gehen müssen absagen.
    Eine Witzfigur ist für mich Matthias Alberti. Der ist erkennbar bloßer Erfüllungsgehilfe von de Posch ohne einen Plan, soll aber die Entscheidungen aus München gegenüber Mitarbeitern und Öffentlichkeit verteidigen. Ich würde so einen Chef nicht mehr ernstnehmen. Vermutlich sitzt er ängstlich am Schreibtisch, wartet bis das Telefon klingelt und de Posch ihm sage was er machen soll, vielleicht traut er sich ohne Erlaubnis von oben nicht mal mehr zur Toilette…

  88. 88
    mikel says:

    so what?

    Es gingen schon ganze Industrien dahin mit 100000enden von Mitarbeitern und noch nicht einmal das Bildblog bekam es mit.

    180 Arbeitsplätze, mir kommen die Tränen…

    und wer zum Kuckuck hat diesen Nachrichtenkäse je betrachtet?

    Nehmt Euch nicht wichtiger als die Leute, über die niemand berichtet

    so what?=

  89. 89
    Tee says:

    Du schreibst etwas von „hochwertigen TV-Produktionen“ – wann hat es die denn je gegeben?!

  90. 90
    terrordrone says:

    @108: Früher schon. Aber die werden von den Sendern ängstlich unter Verschluß gehalten und nie mehr gezeigt. Klick´ Dich mal auf tv-kult.de und Dir leuchtet ein, was ich mein´. Daß wirkliche TV-Perlen, zeitlos schön, in dunklen Archiven vor sich hin gammeln, hat mehrere Gründe.

    Erstens, sie sind schon älter. Und für die „Entscheider“ von heute, die in den 90er Jahren aus dem Wort „alt“ nach und nach ein Schimpfwort machten, damit nicht diskutabel.

    Zweitens, trotz ihrer Zeitlosigkeit fürchtet man Passagen, die nun als politisch inkorrekt kritisiert werden könnten. Wen, sag´ mir, soll man für so etwas noch verantwortlich machen, wenn Produzent oder Regisseur schon verblichen sind?

    Drittens, die TV-Macher fürchten die Peinlichkeit des Vergleichs. Denn die würde einsetzen, wenn sie sich trauten, gelegentlich ältere, hochwertige Produktionen neben das leider üblich gewordene Schrottfutter zu streuen.

    Und viertens, durch diese Angst vor der offenen Blamage ist es auch jungen, noch idealistischen Nachwuchskräften so gut wie unmöglich, sich an der Qualität von früher ein Beispiel zu nehmen. Denn letztere wird von den heute etablierten Fernsehleuten, die ja anfangs die Vorgesetzten dieser Newcomer sind, so gut es geht totgeschwiegen.

    Alles klar, Tee?

  91. 91
    Marc says:

    Jetzt (2014!) haben es auch andere gemerkt:

    „Das zeigt sich vor allem zur Mittagszeit, wo momentan Scripted-Reality-Sendungen der Renner sind. Sie seien unter anderem deshalb ein so großer Erfolg, weil sie aufgrund der niedrigen Produktionskosten trotz Quoten unterhalb der Millionengrenze Gewinn einspielen,…“

    http://www.welt.de/wirtschaft/article125445057/Der-Grund-warum-Fernsehen-immer-schlechter-wird.html

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  13. […] “Die Quote ist tot, es lebe die Rendite” Falls noch jemand an der Sinnhaftigkeit von Öffentlich-Rechtlichem Fernsehen oder der GEZ zweifelt – dem sei dieser Artikel zur Lektüre empfohlen (tags: Medien) […]

  14. RANDPOP sagt:

    Linkgewusel 18.07. – Sat1 Rendite – Grundgesetz Für Schäuble – JuSos Hessen-Nord – Lucida Font – Blog-Einsteiger-Tipps – Tagesschau-Blog – Second Life Hype…

    Sat1: Wie machen wir mehr Rendite?
    Gestern war dies so ziemlich DAS Thema in den Medien und in der Bruder‑ und Schwesternschaft der Blogger. Sat1 streicht etliche Nahezu-Irgendwie-Nachrichten-Formate aus dem Programm. Nicht nächste Woche, ni…

  15. […] Die Quote ist tot, es lebe die Rendite « Stefan Niggemeier Niggemeier zu SAT1 und der verlogenen Berichterstattung (tags: Medien Medienpolitik) […]

  16. […] finde die Logik der Sat.1-Sparmaßnahmen und die Art ihrer Ausführung ja auch höchst beunruhigend. Aber: „Sat.1 am Mittag” ist überhaupt erst vor eineinhalb Jahren eingeführt […]

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  18. […] Überrascht mich deswegen gar nicht, die Diskussion bei, über und um Sat.1 und seine Nachrichtenformate. […]

  19. […] Niggemeier analysiert, dass es sich bei dem, was bei Sat.1 vorgeht, weniger um den Verfall von journalistischer Qualität […]

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