Super-Symbolfotos (24)

Aus der „B.Z.“ vom 16.08.:

Sicher, der diensthabende Redakteur hätte kurz stutzig werden können, dass sich bei dieser Landmine Höhen und Tiefen regulieren lassen und es eine Anschlussmöglichkeit für den „Mix“ mit, äh, anderen Landminen gibt. Andererseits ist das Ding ja wohl klar und deutlich als „Landmine“ beschriftet. Was soll es sonst schon sein? Etwa ein Gitarreneffektgerät?

74 Replies to “Super-Symbolfotos (24)”

  1. Ja, wer schon Probleme mit einfachen Wörtern hat („reisst“ statt „reißt“), der verwechselt auch schon mal „distortion“ mit „destruction“ …

  2. Wäre ich ein „Erster-Erstor-First“-Poster, würde ich jetzt sagen: FAAAAAAKE!

    Bin ich aber nicht, und deswegen bin ich einfach nur sprachlos.

  3. @27: Joaaah…
    …Minen können ja prinzipiell jede Form und Farbe haben.

    Aber in diesem konkreten Fall bezweifle ich schon, daß es wirklich um eine Mine handelt :-)

    Eine Coladose… OK!
    Ein Fußball… Klar!

    Aber ein Gitarreneffektgerät, noch dazu mit der Aufschrift „Landmine“? Never!

  4. Sueddeutsche hatte in der Printausgabe ein schönes bild zu „Sudan erhhält Waffenlieferung. Hier im Bild wird ein Russisches Transportflugzeug entlanden. In den Containern sind die Waffen- der Fotobeweis“ (nein natürlich nciht in dem stil, aber eben mit der aussage)
    Schade nur dass das Flugzeug auf dem Bild So erstaunlich wenige Flügel hatte. Dafür umso mehr Rotoren. Man hätte fast glauben können es handle sich um einen Hind-Kampfhubschrauber. Oder auch dass es sich ebi den Containern eigentlich, nunja, um Luft handelte, den es waren schlicht keine auszumachen (wie auch bei einem Kampfhubschrauber?)

  5. Andy: Das ist doch gerade der Trick! Jeder Krisengebietstourist, der das Ding am Strand rumliegen sieht, denkt sich nun: „Hee, das ist doch dieses Gitarreneffektgerät, das ich beim Niggemeier im Blog gesehen habe!“ – und BUMM!

    Gut, dass die B.Z. aufmerksame Bildredakteure hat, die auf solche Gefahren hinweisen!

  6. Herr, schenke ihnen genug Hirn, sich das Ergebnis ihrer Bildersuche nochmals kritisch anzuschauen.

    Peinlicher geht es kaum, gerade bei diesem Thema so zu patzen!

  7. Soviel zum Qualitätsjournalismus, den ein Blog ja nie leisten könnte. Gut, zugegeben, der Spruch war von den Welt-Mannen, aber das ist wirklich der Gipfel. Bilder klauen und dann zu prasslich, um zu erkennen, dass man grad ein unsinniges Foto klaut. Das gehört schon allein deswegen vor den Presserat.

  8. Unglaublich… ich bin sprachlos… bei jeder Folge „Super-Symbolfotos“ denke ich, dümmer geht’s nicht mehr – bis das nächste kommt!

    Gibt es irgendwie eine Möglichkeit, die alle zusammen anzugucken?

  9. @32:
    („wetten, ich bekomm sowas an CvD, Schlussredaktion und Cheffe vorbei ins Blatt?”)

    Die Schlussredaktion im Sinne einer effektiven Qualitaetskontrolle wurde in deutschen „Qualitaetszeitungen“ doch schon Ende des letzten Jahrtausends flaechendeckend abgeschafft – mit dem Qualitaetsergebnis, dass wir taeglich am Zeitungskiosk bestaunen duerfen.

  10. Woody Guthrie hatte afaIr auf seiner Gitarre die Inschrift „This instrument kills fascists“. Weiss auch nicht, warum mir das einfällt…

  11. @ Gerrit: Der Aufkleber auf Woody Guthries Gitarre sagte: „This machine kills fascists“.

    Schade das Guthrie jetzt schon fast 40 Jahre tot ist. Er wäre ein klasse Blogger gewesen. In den 30’er Jahren stand in einem seiner Songbücher:

    „This song is Copyrighted in U.S., under Seal of Copyright #154085, for a period of 28 years, and anybody caught singin’ it without our permission, will be mighty good friends of ourn, cause we don’t give a dern.

    Publish it. Write it. Sing it. Swing to it. Yodel it. We wrote it, that’s all we wanted to do.“!

    Soweit, so OT. Zurück zu den Landminen.

  12. Und jetzt?
    Mir ist ein völliges Rätsel, wie Bild-Blog einen Grimmepreis (!!) für diese Art von Ätschi-Bätsch „bloggen“ bekommen konnte. In KEINEM der Einträge in Bild-Blog oder diesem Blog kann ich eine andere Motivation als „wadenbeißen“ erkennen. Soll das aufklärerisch sein? Soll damit etwas gesellschaftlich koordiniert werden, „aufgerüttelt“ werden?! Oder spricht aus jedem dieser Beiträge eine unerträglich überhebliche Besserwisserei von Menschen die nichts (selbst) machen-und somit auch nichts falsch machen! Sagt der Erfolg von Niggemeier nicht viel mehr über unsere Gesellschaft aus, als seine Blogs?

  13. @stroebele
    Meines Wissens hat das Bildblog keinen Grimmepreis bekommen. Der Vorwurf, dass jemand etwas nicht besser selber machen kann, ist vollkommener Blödsinn. Ich muss nicht Koch sein, um festzustellen, dass eine Suppe versalzen ist. Wer da „wadenbeißen“ erkennt, liegt vielleicht manchmal richtig (Antipoden nähern sich irgendwann fast zwangsläufig ein bisschen an), hat aber das Wesen von Kritik nicht verstanden.

  14. Die Vermutung, dass der Herr Niggemeier „nichts (selbst) machen“ würde, lässt sich durch einen beherzten Klick auf „Artikel“ oder auch „Lebenslauf“ leicht aus der Welt räumen.

  15. Mich würde interessieren, was stroebele (selbst) macht.
    Um mich seiner Worte zu bedienen: in KEINEM seiner Kommentare kann ich eine andere Motivation als „wadenbeißen” erkennen.

    Ach nein, ich will es gar nicht wissen …

  16. Reines Wadenbeissen sehe ich eh nicht, ich finde Meldungen wie die, dass die Staatsanwaltschaft wegen dem Tatortfoto ermittelt, sehr informativ, oder auch ganz besonders das Aufdröseln der Verhältnisse beim Thema Rentenbetrug und Volksversicherungen.

  17. @ stroebele

    Mir zum Beispiel ist durch BildBlog oder eben solche Blogbeiträge wie den hier von Stefan Niggemeier der Glaube abhanden gekommen, bei den Machern der Springer-Erzeugnisse handele es sich zumindest um journalistische Profis, die halt aus kaufmännischen oder politischen Zielen ständig so einen Mist verzapfen.

    Beispiele wie dies hier mit der „Landmine“ zeigen dann aber immer sehr eindrucksvoll, dass es bei Springer an allen Ecken und Enden im Argen liegt. Ich für meinen Teil find das irgendwie beruhigend, zumindest aber sehr unterhaltsam. Bei Wadenbeißen dagegegen muss ich doch immer an das denken, was BILD, B.Z. und Co. so täglich mit ihrem „wir hier unten, die da oben“-Menschenverblödungs-Journalismus veranstalten.

  18. Unsere Lokalredaktionen schrieben seinerzeits über unsere Auftritte grundsätzlich „bombige Riffs“, „Trommelfeuer aus Bass und Schlagzeug“, „Gitarrenriffs wie Machinengewehrsalven“ usw.

    Aber uns selbst auf der Bühne via Landmine in die Luft zu sprengen, da sind wir leider nicht drauf gekommen. Strophe-Refrain-Break-Solo-Sprengung:

    endlich mal ein Bombenauftritt!!!

    Könnte man nicht die Tokiohotelpagen für soetwas begeistern?

  19. Zum einen ein wunderbares Beispiel dafür, wie sorgsam teilweise bei der Recherche vorgegangen und auf welche Medien dabei zurückgegriffen wird. Bei aller Tragik des Themas fällt selbst einem unbedarften Laien auf, dass es sich um alles mögliche handelt, nur nicht um eine Landmine. Aber auch Jounalisten können zur Gattung derer gehören, die an jeden Inhalt glauben, wenn er nur auf dem Produkt geschrieben steht.

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