Si googlevisses …

25 Mai 09
25. Mai 2009

Uli Hoeneß meint, Jürgen Klinsmann hätte lieber die Klappe halten sollen.

Leider meinte Uli Hoeneß das auf Latein, und deshalb ist nicht ganz klar, was er wirklich gesagt hat.

„Si tacuisses, philosophus manuisses“,

schreibt der Sport-Informationsdienst SID, was von stern.de, jungewelt.de, Welt Online, „Focus Online“ und dem gedruckten „Wiesbadener Kurier“ übernommen wurde.

„Si tacuisses philosophus manisses“,

buchstabiert die Nachrichtenagentur dpa, was FTD.de plausibel fand.

Und welche Variante wäre richtig?

Überraschung! Keine von beiden.

Die zweite Person Singular Plusquamperfekt Konjunktiv von manere (bleiben) ist bekanntlich mansisses, also heißt „Wenn du geschwiegen hättest, wärest du ein Philosoph geblieben“ natürlich:

„Si tacuisses, philosophus mansisses.“

Viele Medien haben das sogar richtig gemacht. Den anderen und den Agenturen aber rufe ich herzlich zu:

UDMQ!*

*) Utimini damnata machina quaesitoria, engl: UTFSE

[via BILDblog-Leser Sebastian D.; philologische Fachberatung: Alberto G.]

85 Gedanken
  1. 1
    onlime says:

    …und zur Strafe schreibst du das jetzt hundert mal an die Tempelwand!

  2. 2
    Rosentod says:

    *lol*

  3. 3
    Philipp says:

    Das Sternchen versteh ich nicht… Google Spuckt exakt diese Seite als Ergebnis aus: http://www.google.de/search?q=Utimini+damnata+machina+quaesitoria&ie=utf-8&oe=utf-8&aq=t&rls=org.mozilla:en-US:unofficial&client=firefox-a

    Errare humanum est?

  4. 4
    Mike says:

    „UDMQ!“ bezog sich auf „si tacuisses“.
    Google nach „si tacuisses“ gefragt
    Dasselbe für yahoo!
    etc. pp.
    Spucken alle die richtige Form aus.
    q.e.d.!

  5. 5
    Mike says:

    Da fällt mir aber dasselbe wir #1 ein:
    Romanes eunt domus? Menschen, genannt Romanes gehen das Haus?

  6. 6
    Thomas says:

    @3: Klicke auf den Link, und Du erhälst die englische Entsprechung. Utimini ist übrigens Imperativ Plural, also eine Aufforderung an alle Angesprochenen.

  7. 7
    Thomas says:

    Mein Lateinwörterbuch sagt übrigens quaesitio = das Suchen, sollte es dann nicht besser „Utimini damnata machina quaestitionis“ heißen, quaesitum ist das Gesuchte, also wäre es im Original die verdammte Maschine des Gesuchten (in Latein Plural)? Ich bin mir nicht sicher, dafür ist mein Latein schon zu lange her, ich möchte deshalb nicht auf auf die domus vitreae verweisen …

  8. 8
    Thomas says:

    „Man geht indes fehl, den Intellektuellen als bildungshuberischen Besitzstandswahrer aufzufassen, der grimmig den Verfall von Lateinkenntnissen beklagt.“

    Adam Soboczynski in einem viel diskutierten Artikel in „Die Zeit“.
    zeit punkt de/2009/22/Der-Intellektuelle?page=2
    (Hinweis: Die offizielle Blogger-Haltung ist es, den Artikel schlecht zu finden, mehr dazu auf meinem Blog)

    Dennoch schön, dass auch dieses für den Niedergang des Qualitätsjournalismus exemplarische Skandalon nicht unerwähnt geblieben ist.

    :)

    Ich kann nur: Roma patria Romanorum est.

  9. 9
    Stefan L. says:

    Das Hoeneß-Zitat ist in diesem Zusammenhang wohl am Sonntag beim DSF-Stammtisch gefallen. Dort hat Hoeneß aber lediglich die deutsche Entsprechung bzw. Übersetzung und nicht den lateinischen Vers zitiert.
    Beim sid also ein Zitat „causa colorandi“ ;-)

  10. 10
    hugo von krapendorf says:

    Niggemeier – immer noch Caro-Schnösel! ;-)

  11. 11
    Tsetse says:

    Mensch – der Höhner ist ein Wurtsfabrikant und die Praktikanten der Onliner können doch erst recht kein Russisch!

  12. 12
    SvenR says:

    Und wenn die Bildungselite mir Klippschüler (hessisches Abitur 1987, Französisch nach der 11. Klasse abgegeben) jetzt auch noch die Überschrift erklärt…ich rate mal „Hättest Du gegoogelt…“ aber ergoogeln kann ich mir das nicht.

  13. 13
    Martin says:

    @Stefan L.: Genau so ist es: http://www.youtube.com/watch?v=HOyiaYWy_wk

  14. 14
    Stefan Niggemeier says:

    @Stefan L.: Richtig ist, dass Hoeneß im „Doppelpass“ am Sonntag nur die deutsche Übersetzung verwendet. Anscheinend hat er das aber am Samstag schon gesagt.

  15. 15
    polyphem says:

    „Sag, was weißt Du vom Schweigen?“

    „So werden auch die Doofen
    Zu Philosophen.
    Doch wie kann man die Beiden
    Dann unterscheiden?“

  16. 16
    NIFOC says:

    FMLTWIA

  17. 17
    franky s. says:

    und schon wieder tolle unterhaltung in diesem blog. da kann titanic einpacken. mein lieber herr gesangsverein!

  18. 18
    Alberto Green says:

    @ 16: Schreibst du mit deinen schmutzigen Fingerchen auch die Briefe an deine Mutti? Pfui! Ab ins Bad, waschen!

  19. 19
    drumhead says:

    „Die zweite Person Singular Plusquamperfekt Konjunktiv von manere (bleiben) ist bekanntlich mansisses“ – dieser Satz wäre einen feuchten Kehricht wert ohne „bekanntlich“!

  20. 20
    Bender says:

    „Kinder von katholischen Pfarrern sind ja Latein-Muttersprachler.“
    Bodo Wartke

  21. 21
    kampfstrampler says:

    Uuii – UDMQ = Utimini damnata machina quaesita! Wer in der Blogger-Szene hört schon auf schlecht formulierte Befehle?! Könnte man dem dringenden Wunsch nicht noch etwas mehr Urbanität – und zugleich mehr Stil beibiegen. Der obige Satz liest sich, als ob ein Blogwart auf Latein gekotzt hätte. Also bitte: Utinam utamini machina quaerendi damnata! (Rettet dem Konjunktiv, rettet dem Gerundium – auch wenn es nicht das Rheinische G. ist).

  22. 22
    nona says:

    Lest mehr Asterix.

  23. 23
    Alberto Green says:

    @ kampfstrampler, Du übersetzt „Use the fucking search engine!“ mit „Ach, Mensch, wär doch mal ganz nett, wenn du – jedenfalls hoffe ich das – mal die Suchmaschine benutzt, muss nicht sein, schön wärs schon.“ ? ;-)

  24. 24
    Stefan Niggemeier says:

    @kampfstrample: Und der Satz richtet sich nicht an die „Blogger-Szene“, sondern die Agenturen und klassischen Medien. Die verstehen das sonst nicht.

  25. 25
    kampfstrampler says:

    Och nö – wörtlich heißt der etwas moderatere Satz: „Wenn Ihr doch bloß diese verfluchte Maschine für das Suchen nutzen würdet“ – und unausgesprochen geht es in diesem Sinne (nämlich nach einem utinam-Satz) weiter: „aber Ihr tut es ja nicht, You f…ing people!!“ Also, lieb ist diese Wendung nicht – nach so was pflegte man dem politischen Gegner in Rom die Volkstribunen auf den Hals zu schicken (s. R. Harris, Imperium) -, aber sie ist eben Latine loqui. „Agenturen und klassische Medien“ – da versteht man nur Imperative? Nach meinen (nicht ganz repräsentativen) Erfahrungen sind solche Leute vom King’s College oder All Souls‘ (Oxford) zwar geflogen, freilich unter strikter Beachtung von Stil und Urbanität. Und wenn ich daran denke, wer diesseits des Kanals schon versprochen hat, daß er/sie noch ihre Magisterarbeit fertigschreiben wollte: „Aber am Latein hat es nicht gelegen!“

  26. 26
    Alberto Green says:

    Aber der Irrealis der Gegenwart geht doch ganz anders. Aber Stefan wollte das doch gar nichts sagen, er wollte ihnen den Befehl geben. Ach und: All Souls hat Studenten? *zieht Augenbraue hoch*

  27. 27
    kampfstrampler says:

    Nein, All Souls hat keine eigenen Studenten – aber es beherbergt Fellows, die alle möglichen Lehrveranstaltungen geben (bis hin zu undergraduate tutorials). Manch einer von ihnen war (vielleicht auch noch: ist) gefürchtet dafür, unwillige oder unfähige Studis an die frische Luft zu befördern. Den „Irrealis“ haben Sie, lieber Alberto, gestrichen – der war ja auch nicht gemeint. Das Problem mit dem f…ing Latein ist, daß es so ungemein pseudo-elitär „putzt“ – Abiturient Ulividius Hoeness wollte ja nur dem Bäckergesellen Jürgen K. ein f…ing Bildungsblech in den Ofen schieben. Das darf man ruhig für schäbig halten.

  28. 28
    kampfstrampler says:

    Gut, dann einigen wir uns darauf, daß ein solcher „Befehl“ UDMQ kein(!) „Latein“ ist, sondern in lustig persiflierender Manier lateinische Vokabeln stilistisch anfechtbar, weil grammatikalisch als „Germanismus/Anglizismus“ aneinanderreiht – noch nicht ganz so wie weiland BP Lübke „Equal goes it loose“ oder der Pennälerwitz „Caesar ora classis Romana“, aber schon in diese Richtung (Triefende Selbstironie).

  29. 29
    Martin says:

    Trotzdem ist nicht rauszufinden wem gegenüber Hoeneß diesen lateinischen Spruch gebracht hat. Gegenüber dem SID direkt? Oder auf der Pressekonferenz nach dem Spiel? Für mich im www (worldwideweb) nicht auffindbar. Aber unter uns: Es ist auch nicht so wichtig.

  30. 30
    JMK says:

    Das ist mir alles zu akademisch.
    Man sieht Troubadix vor lauter Lateinern nicht…

  31. 32
    Stefan W. says:

    ¡ʇoqɹǝʌʇǝuɹǝʇuI uǝʇʇǝɐɥ ɹǝuıǝʇɐ˥ ǝıp ǝʇɥɔɐp ɥɔı pu∩

  32. 33
    Stefan W. says:

    ¡ɥɔıʃʞɹıʍ ’snɐ ıǝɹɟpuɐʍuıǝ ɥɔou sǝ ɥɐs pʃǝɟʇxǝ⊥ ɯI

  33. 34
    Stefan Niggemeier says:

    In der E-Mail-Benachrichtigung auch. Komisch.

  34. 35
    Alberto Green says:

    @ kampfstrampler: Was denn nun? „Kein Latein“ hieße, es ist falsch. „Stilistisch anfechtbar“ heißt, es ist häßlich, aber richtig. Ich würde mit dieser hohen Messlatte niemals, in Worten NIEMALS auf diese Seite http://la.wikipedia.org/wiki/Pagina_prima gehen! Generell finde ich nämlich auch, dass der aktive, alltägliche Gebrauch einer Corpussprache (ok, toten Sprache) etwas für Klugscheißer ist, die zuviel Zeit haben.
    So jetzt genug, die anderen murren schon.

  35. 36
    kampfstrampler says:

    Danke, lieber Klugscheißer Alberto, Entschuldigung angenommen. Nur zur Genese dieses Streitgesprächs: Angefangen haben Hoeness, Nachrichtenagenturen, Niggemeier … (unter aktiver philologischer Beratung eines gewissen A.G.). „Kein Latein“ heißt nicht(!), daß es falsch ist – „häßlich“ kann nicht „richtig“ sein. Hier stimmen die Kategorien des A.G. einfach nicht. Sollen wir jetzt noch kurz die Diskussion über „macht Sinn“ wieder aufrollen?! Und schon höre ich aus den Kulissen den anschwellenden Bocksgesang aller Dogmatiker (übrigens von beiden Seiten!). Macht nichts – ein bißchen Dogma am frühen Morgen darf ruhig sein. Und nicht vergessen: Widerspruch ist geistige Entwicklungshilfe.

  36. 37
    kampfstrampler says:

    Danke, lieber Klugscheißer Alberto, Entschuldigung angenommen. Nur zur Genese dieses Streitgesprächs: Angefangen haben Hoeness, Nachrichtenagenturen, Niggemeier … (unter aktiver philologischer Beratung eines gewissen A.G.). „Kein Latein“ heißt nicht(!), daß es falsch ist – „häßlich“ kann nicht „richtig“ sein. Hier stimmen die Kategorien des A.G. einfach nicht. Sollen wir jetzt noch kurz die Diskussion über „macht Sinn“ wieder aufrollen?! Und schon höre ich aus den Kulissen den anschwellenden Bocksgesang aller Dogmatiker (übrigens von beiden Seiten!). Macht nichts – ein bißchen Dogma am frühen Morgen darf ruhig sein. Und nicht vergessen: Widerspruch ist geistige Entwicklungshilfe. – Ach, und Vicipaedia latina ist was zum Schlapplachen, gebongt!

  37. 38
    Augusten says:

    @kampfstrampler: „häßlich” kann nicht „richtig” sein
    Ich finde schon, dass es einen Unterschied zwischen „falsch“ und „unidiomatisch“ gibt, aber ich bin ja nur ne doofe Informatikerin …

  38. 39
    Bateman says:

    … Mein Gott, haben wir Probleme in diesem Land …

  39. 40
    andreas says:

    das passiert, wenn man den nerds das internet überlässt! gebt es wieder her!!!
    bürgerininitiative zur rückführung des internets zu seiner ursprünglichen bestimmung: Poker, Porno, Powerpointwitzeverschicken

  40. 41
    Klaus Jarchow says:

    Ein Sportreporter muss wissen, dass der Ball rund ist – sonst gar nichts!

  41. 42
    Jonas Schaible says:

    Und wenns um Football geht?

  42. 43
    Marc-Oliver says:

    Tacere licet.

  43. 44
    Klaus Jarchow says:

    @ Jonas Schaible: Dann ändert er solange das Bildformat, bis die Pille wieder normal aussieht …

  44. 45
    Sweetshark says:

    @40: Teh Internetz belonged to the nerds – and they will again, when the Eternal September ends …

    > http://en.wikipedia.org/wiki/Eternal_September

  45. 46
    Ille says:

    Auch wenn man in der Schule kein Latein genossen hat: Manche Zitate aus Cäsars und Ciceros Zeiten dürften auch dem Nicht-Altphilologen geläufig sein. Dass sich in den Online-Redaktionen großer deutscher Periodika niemand findet, dem ein solcher Fehler gleich ins Auge springt, ist wirklich ein Armutszeugnis. Aber vermutlich sprechen die Damen und Herren dafür ein makelloses Wirtschaftschinesisch.
    Nun ja: Tempi mutant … haha, nicht aufregen, liebe Lateiner, war doch nur Spaß: Tempora mutantur, natürlich.

  46. 47
    kampfstrampler says:

    @46: … et nos in illis. Darauf – schnüff – einen Berg gebrauchter Taschentücher, also: Tempi passati. Wollen wir doch mal nicht vergessen, daß für die meisten Lateiner in der Schule diese „Corpussprache“ den Wert eines dauerhaften Furunkels am Hintern hatte. Wenn etwas aber nicht weggeht, dann sollte man es tunlichst mögen … Alle anderen können da gar nicht mitreden – komisch, daß sie sich trotzdem aufregen.

  47. 48
    Ille says:

    @ kampfstrampler, 47:

    Zu Ihren tempi passati kann ich nur sagen:
    O mihi praeteritos referat si Iuppiter annos.
    Ein bisschen passéisme sei mir hier erlaubt, zumal ich Latein immer geliebt habe (auch und gerade in der Schule).

  48. 49
    Modran says:

    Die lateinische Wikipedia ist wirklich lustig: gibt man Rom ein, erfährt man nur, daß es sich um die Abkürzung von Read Only Memory handelt. *g*

  49. 50
    oldman says:

    Es ist mir jetzt auch wurschd.
    Das halbe Jahr (Probe-) Latein 1958 hat bei mir den Satz
    inter pedes virginum est voluptas puerum
    ins Gehirn gebrannt.
    Wahrscheinlich schreib ich’s falsch. Aber ich lebte danach.

  50. 51
    Dag says:

    Jaja, Carolinum, was.

    Übrigens ein unsäglich bekloppter Disput da oben. Schade, dass der eine auch noch „grammatikalisch“ statt „grammatisch“ gesagt hat; da konnte ich den wirklich nicht mehr ernst nehmen.

  51. 52
    kampfstrampler says:

    @51: Hast zwar einen schwedischen Vornamen, benimmst Dich aber trotzdem wie ein lykischer Bauer: Quamvis sint sub aqua, sub aqua maledicere temptant. (kann man nachschlagen – für alle, die es nicht tun wollen: gemeint sind gehässige Frösche).

  52. 53
    polyphem says:

    Apropos „Nachschlagen“. Geht nicht nur auf dem Fußballplatz oder in Disputen. Man kann es auch im Duden. z.B.: unter „grammatikalisch“

  53. 54
    Claudia says:

    Dieser Lapsus wäre nicht passiert, hätte der Autor entweder vorher mal nachgeschlagen – oder den Satz auf Deutsch gesagt, das geht auch. Mit letzterer Möglichkeit hätte er nicht vorgegeben, Latein zu können, sondern ehrlich gesagt, daß er auf Übertragungen angewiesen ist und diese auch nutzt. Davor hätte ich Respekt, allein – Uli Hoeneß pfeift auf meinen Respekt.

  54. 55
    gnaddrig says:

    @kampfstrampler (#47): Meine Lateinlehrer (ich habe nämlich das Große Latinum, jaha, nicht dass ich Latein je auch nur ansatzweise gekonnt hätte, mein Abitur verdanke ich nur dem geschickten Auswerten der im Stowasser enthaltenen grammatischen Informationen, aber das nur nebenbei) haben beide geäußert, sie hätten sich eigentlich vor allem für das Altgriechische interessiert. Das sei eine so unfassbar schöne und elegante Sprache und so. Das Lateinstudium habe man notgedrungen in Kauf genommen, weil Griechisch Lehramt ohne Latein nicht ging. Im Detail weiß ich das nicht mehr.

    Wenn schon die Lateinlehrer eigentlich kein Latein mögen, was soll man dann von den Schülern erwarten? Die machen das Latinum nur, um hinterher Medizin studieren zu können oder mit gelehrten Phrasen angeben zu können. Furunkel am Hintern stimmt schon.

  55. 56
    Dag says:

    Schnarch. Na sicher führt auch der Duden neben „grammatisch“ „grammatikalisch“. Nur die Linguisten, ja: die benutzen die Form nie. Sondern reden und schreiben bloß von „grammatischen“ und „ungrammatischen“ Sätzen.

    Insistiert wird auf „grammatikalisch“ nur von Charakteren, die zwar von Linguistik keine Ahnung haben, es allerdings nötig haben, sich mit sprachlicher Bildungshuberei nach unten abzugrenzen. Und davon bekomme ich Hautausschlag.

  56. 57
    Olly says:

    Häh? Das Wort “grammatisch“ hab´ ich noch nie gehört. Schön, dass ich mir jetzt sogar schon wegen meiner fehlenden Bildung vorwerfen lassen muss, „Bildungshuberei“ zu betreiben (ein Wort, das ich auch noch nie gehört habe). Aber „insistiert“, das kenne ich. Von welchen Charakteren ich denke, dass sie es benutzen, behalte ich mal für mich…

  57. 58
    Modran says:

    Wer von Medizin Ahnung hat, sagt Exanthem – und nicht Hautausschlag. Immer diese insistierenden Laien …

  58. 59
    Dag says:

    @58: Sollte das jetzt ein Witz sein, oder wolltest du jetzt einfach mal mitteilen, das du Mediziner bist? Nicht zu fassen.

  59. 60
    donquichotte says:

    @56: Dann wären die Fronten ja klar – die Linguisten sind’s, diese komplexgeplagten Fachchinesen, die sich aufführen wie die Mandarine eines neuen sprachlichen Herrschaftsdiskurses. Allerdings sollte man schon aus Fundamentalopposition heraus bei den älteren Formen bleiben. Dann sind diese Herrschaften gezwungen, sich mal mit Älterer Sprachgeschichte auseinanderzusetzen (und die sieht z.B. vor. einen „dass“-Satz auch wirklich mit „dass“ zu schreiben (s. @59).

  60. 61
    V says:

    @49 Einfach mal nach „Roma“ suchen.

  61. 62
    Dag says:

    Schon aufschlussreich, was hier für Kommentare aufschlagen, sobald mal einer nebenbei Kritik an einem Kommentator übt, der einen langen Thread mit altphilologischen Belehrungen füllt, dem es dabei nicht zu peinlich ist, mit „Erfahrungen“ am KCL und am „All Souls‘ College“ (sic) anzugeben, und der im übrigen auch „grammatikalisch“ sagt. Aber der Tiefpunkt, klare Sache, den haben wir erst mit dem Korrekturversuch des Realsatirikers und wandelnden Rohrstocks „donquichotte“ erreicht.

  62. 63
    Dag says:

    (Psst, donquichotte, der nächste Einsatz ruft, und diesmal ist die Sache bombensicher! Ich habe gerade ein falsches Flexionsmorphem in meinem Kommentar entdeckt – lassen Sie sich das bloß nicht entgehen!)

  63. 64
    Ille says:

    @ grammatisch / grammatikalisch:

    Für mich, der ich in grauer Vorzeit ein linguistisches Fach studiert habe, gab und gibt es zwischen den beiden Adjektiven den folgenden Bedeutungsunterschied:

    grammatisch = grammatikalisch korrekt, den Regeln der Grammatik entsprechend (mit dem Antonym ungrammatisch)
    grammatikalisch = die Grammatik betreffend, im Hinblick auf die Grammatik

    Also z.B.: ein grammatischer Satz (= ein als richtig empfundener/geltender Satz)
    ein grammatikalisches Phänomen (= ein die Grammatik [und nicht das Lexikon etc.] betreffendes Phänomen)

  64. 65
    Sebastian says:

    Gibt es eigentlich ein lateinisches Sprichwort, das so etwas besagt wie „Irgendwann is‘ auch mal gut“? Müsste doch eigentlich, so weise wie die immer waren.

  65. 66
    Martin says:

    Nu issi malo gute!

  66. 67
    Heinz says:

    Uli Hoeness ist sicherlich einer der Grössten „im Fußball“, seit Callies Abgang fehlt da etwas.
    Fußball ist da, wo geholzt wird.

  67. 68
    Modran says:

    Dag, der Witz ist, daß Du die unbewiesene Behauptung aufstellst, Linguisten würden die Form „grammatikalisch” nie benutzen.
    Sie läßt sich durch ein einziges Gegenbeispiel widerlegen. Bitteschön: http://209.85.129.132/search?q=cache:uqvI3IyBQ4kJ:www.iaas.uni-bremen.de/sprachblog/2008/01/15/sprachpuzzle/+grammatikalisch&cd=1&hl=de&ct=clnk&gl=de

  68. 69
    GEZ Preller says:

    Stefan Niggemeier und NDR Zapp; man kennt sich, man hilft sich.

  69. 70
    polyphem says:

    kunn i lingusist san un trotzdem grammatikalisch?

  70. 71
    Striedel says:

    Klasse Artikel, Stefan, ich habe mich köstlich amüsiert.

    Dag, Deine liebevollen Kommentare habe ich erst kürzlich unter dem Blogeintrag mit dem „meterlangen“ Screenshot vermisst. Und nun hier, bei diesem harmlosen Thema, kommst Du und bringst die Diskussion mit Deinem Philologenhass (ob genitivus objectivus oder subjectivus lasse ich jetzt mal offen…) erst so richtig in Schwung…

    Ich habe übrigens Latein studiert – und fands geil. Mehr möchte ich dazu aber auch nicht sagen. :-)

  71. 72
    Alberto Green says:

    „You might be a cunning linguist, but I am a master debater.“
    (Gedächtnisprotokoll aus Austin Powers _römische Zahl_)

  72. 73
    kampfstrampler says:

    @62 Dag: „nebenbei Kritik am Kommentator“ – Kritik?! Nee – „unsäglich bekloppter Disput“ (51) – das ist keine Kritik, sondern ein verbaler Rülpser. Zur Sache: „grammatikalisch“ ist in dem Satz „lateinische Vokabeln … grammatikalisch … aneinanderreihen“ auf die reine Grammatik bezogen gewesen: also Uti mit Ablativ, Partizip Perfekt Passiv, korrekt gebildeter Imperativ Plural. All das macht noch kein stilistisch akzeptables Latein. So what?! Könnte jeder Lateiner unterschreiben. Und die Deutsch-Grammatik-Lehrer?! Schicken weinend ihre Schüler in den Lateinunterricht (auch am Carolinum) – weswegen wohl? Wer allerdings ein rein fachsprachliches Wort wie „Flexionsmorphem“ (63), das nur in den Morphologie-Grundkurs an der Uni gehört, in die Debatte von Nicht-Linguisten wirft, verdient wg. linguistischen Omnipotenzwahns die umgangssprachliche Bastonade von 30 auf die nackten … nein, nicht Fußsohlen, sondern Schreibgriffel (Achtung, Ironie! Versteht sich auch als Selbstironie).

  73. 74
    Ruggy says:

    @ sehr viele Nummern – Krampfstrampler: Das Lesen ihrer Kommentare macht mir sehr viel Spaß. Mehr bitte.

  74. 75
    polyphem says:

    Was mit an den Menschen in der Region lower-sexonia besonders gefällt, ist die Tief-Sinnigkeit, der Humor und der Hang zu Ironie und Satire.

    Gruß von polyphem.OS

  75. 76
  76. 77
    Tsetse says:

    Wo is Nigge?

  77. 78
    pos says:

    sieht aus wie ne primaner site

  78. 79
    zoon polticon says:

    sieht aus wie ne primanersite…

  79. 80
    zoon politicon says:

    grammatik. darauf kommts an

    man lernt

  80. 81
    zoon politicon says:

    indes: 1,5 Milliarden für ein dreiseitiges papier
    man mag es chuzpe nennen, andere nennen das ein Geschäft

  81. 82
    pos says:

    wer hats erfunden?

  82. 83
    pos says:

    man bedenke zeilenhonorare hierzulande…

  83. 84
    pos says:

    aber im märz auf dieser site gesperrt sich sehen zu müssen in dieser causa – das giebt dann doch zu denken

  84. 85
    pos says:

    offengestanden hätte ich lieber unrecht gehabt

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