Google News ohne Politically Incorrect

15 Okt 07
15. Oktober 2007

Das anti-islamische Blog „Politically Incorrect“ (PI) ist keine Nachrichtenquelle mehr bei Google News. Ein Sprecher des Unternehmens bestätigte mir, dass Google in seiner Nachrichtensuche seit einigen Wochen keine Beiträge von „Politically Incorrect“ mehr aufführe. (Wohlgemerkt: Es geht ausschließlich um die Nachrichtensuche von Google, nicht die Websuche.)

Bislang hatte Google auf Nachfragen nach der Tauglichkeit von „PI“ als Nachrichtenquelle entweder gar nicht reagiert oder abwiegelnd geantwortet: Die Quellen würden „ohne Berücksichtigung einer bestimmten politischen Gesinnung oder Ideologie ausgewählt“.

Google gibt nicht bekannt, wer entscheidet, welche Quellen für Google News akzeptabel sind und welche nicht, und nach welchen Kriterien diese Entscheidung erfolgt. In der „Google News Hilfe“ findet sich allerdings die Aufforderung, dem Unternehmen „Anmerkungen zu hetzerischen Inhalten im News Index“ mitzuteilen.

Was konkret nun zu einem Meinungsumschwung geführt hat, weiß ich nicht. Google teilte mir nur mit, dass man in der Regel keine Blogs als Quellen in seiner Nachrichtensuche aufführen wolle, weil dafür die Google-Blogsuche gedacht sei. (Eine Ausnahme von dieser Regel stellt offenbar BILDblog dar.)

Ich finde die Weigerung, die Kriterien für eine Aufnahme in den Google-News-Index publik zu machen, enttäuschend. Inwieweit diese Kriterien bei jeder Quelle erfüllt wären oder nicht, würde dann natürlich Gegenstand einer öffentlichen Debatte. Google würde sich aber nicht dem Vorwurf reiner Willkür aussetzen. Natürlich darf das Unternehmen frei (und auch willkürlich) entscheiden, welche Quellen es in seiner eigenen Nachrichtensuche zulässt. Angesichts der Dominanz des Unternehmens wäre Transparenz aber wichtig und wünschenswert.

„Politically Incorrect“ ist in den vergangenen Monaten zu einer Art Zentralorgan für moderne Rassisten geworden. Es hat nach eigenen Angaben regelmäßig eine fünfstellige Zahl von Besuchern täglich. Es zieht mit seinen Artikeln Scharen hasserfüllter Kommentatoren mit Gewaltphantasien an, die sich vom dumpfen Neonazi im Wesentlichen in zwei Punkten unterscheiden: Sie haben die (vermeintliche oder tatsächliche) Bedrohung des westlichen Lebensstils und der Demokratie durch den Islam als Legitimation und Rationalisierung ihres Ausländerhasses entdeckt. Und sie sprechen nicht mehr von „Kanaken“, sondern von „Musels“. (Außer, wenn sie doch von „Kanaken“ sprechen, was im Kommentarbereich von „PI“ ebensowenig sanktioniert wird wie zum Beispiel der Aufruf, „jeden Moslem der sich anmasst ehemals christlichen Boden mit seiner Existenz zu beflecken nieder zu machen“ und „in einem ersten Schritt Mekka und Medina mit je einer schweren H-Bombe in eine strahlende Glasscherbe“ zu verwandeln.)

Meiner Meinung nach denken aber nicht nur viele Stammkommentatoren in rassistischen Kategorien, sondern auch die Verfasser der „Politically Incorrect“-Beiträge. „PI“-Gründer Stefan Herre weist diesen Vorwurf mit dem Hinweis zurück, das sei unmöglich: „Moslems bilden keine Rasse, nicht einmal eine Ethnie“. Tatsächlich spielt diese Unterscheidung im von Hass und Beleidigungen geprägten Blog-Alltag auf „PI“ aber keine Rolle.

Die Autoren wenden sich nicht nur gegen den Islam, sondern auch gegen den einzelnen Moslem. Und sie schaffen es über den Umweg einer Schein-Auseinandersetzung mit der Religion, Menschen bestimmter Herkunft vollständig abzulehnen. Ihre Fremdenfeindlichkeit tarnt sich als Kritik einer Religion, Ideologie und Kultur, ist aber umfassend.

„Politically Incorrect“ bekämpft nicht nur fundamentalistische Moslems oder Islamisten (die Unterscheidung zwischen „Islam“ und „Islamismus“ lehnt „PI“ als bedeutungslos ab). „Politically Incorrect“ bekämpft auch explizit moderate, den Dialog suchende Vertreter des Islam. Das geschieht vor allem über das Konzept der „Taqiyya“, nach dem es der Islam seinen Gläubigen erlaubt, in Zwangslagen religiöse Pflichten zu verletzen und den eigenen Glauben zu verheimlichen. „PI“ übersetzt „Taqiyya“ schlicht als „erlaubte Täuschung der Nichtmuslime zur Ausbreitung des Islams“ und kann mit diesem Konzept jede noch so versöhnliche Äußerung eines Moslems ins Gegenteil verkehren: Ihm wird einfach unterstellt, sich bewusst zu verstellen, um seine wahren, kämpferischen, extremen Vorstellungen verwirklichen zu können.

Selbst Nichtmoslems wie der Christ Barak Obama gelten „PI“ als besonders verdächtig. Die Logik lautet: „Einmal ein Moslem immer ein Moslem“, oder genauer: Obamas Vater (den Obama selbst einen „konfirmierten Atheisten“ nennt) war einmal ein Moslem, und aus islamische Sicht sei man Moslem, wenn der Vater ein Moslem gewesen ist.

Im Alltag verzichtet „PI“ aber gerne auch vollständig darauf, die Religion zum Beispiel von Türken in Deutschland oder türkischstämmigen Deutschen überhaupt zu kennen, um sie abzulehnen. Ein entsprechend ausländischer Vorname reicht. „PI“ nennt die Zuwanderer ironisch „Kulturbereicherer“. Das Wort klingt besser als „Kanake“. Das ist aber ungefähr der einzige Unterschied.

Mehr zum Thema „PI“ z.B. von Arne Hoffmann, „Limited“, Telepolis.

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  3. […] Incorrect” (kurz: PI) berichte. So meldete er bereits am 15.10, dass PI nicht mehr als Quelle bei den Google-News gelistet sei. (Eine Google-Entscheidung, die ich persönlich übrigens für durchaus […]

  4. […] Google News ohne Politically Incorrect (15. Oktober 2007)…….weiter […]

  5. […] das Weblog “Political Incorrect” (PI), das kürzlich erst aus “Google News” entfernt wurde. Laut Niggemeier sei es nicht mehr als der “unautorisierte, über die Stränge […]

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  13. […] Ja, mir war es unerträglich, dass der von mir als “Hetzblog” wahrgenommene Blog “PI” in den Google News als Nachrichtenquelle tolieriert wurde. Anscheinend hat Google nun ein einsehen, wie Stefan Niggemeier berichtet. […]

  14. […] Einem Beitrag von Stefan Niggemeier auf dessem Blog zufolge, wird das Weblog Politically Incorrect (PI) nicht mehr als Quele in der Google Nachrichtensuche aufgefhrt. Das Weblog bezeichnet sich slebst als islamkritisch und gilt allgemein als Hort von, man könnte vorsichtig sagen: Menschen mit einer etwas zu nationalen Gesinnung. […]

  15. Google News ohne Politically Incorrect, aber ……

    Wie Anti-„BILD“-Blogger Stefan Niggemeier in seinem Privatblog freudig verkündet , wurde der islamkritische Blog „Politically Incorrect“ (PI), der als meistbesuchter nonkonformer Blog gilt, von „Google“ aus dessen Nachrichtensuchdienst „…

  16. […] Google News ohne Politically Incorrect Wie Stefan Niggemeier berichtet ist das “Szeneblog der Rechten” nun keine Quelle mehr für Google News. Da Blogs allerdings in der Regel gar keine Quelle für die Nachrichtensuche darstellen sollen, darf man sich die Frage stellen, wie es überhaupt dazu werden konnte. Im Übrigen pflichte ich Stefan Niggemeier natürlich bei, wenn er fordert die Selektionskriterien von Google über deren Nachrichtenlieferanten öffentlich zu machen. Würde dem oft gescholtenen Datenriesen sicherlich einen Vertrauensbonus bringen. […]

  17. […] mit dem Rassisstenblog an sich beschäftigt sich heute mal wieder Stefan Niggemeier. Auffallend an seinem Beitrag, dass die Kommentarfunktion deaktiviert ist – möchte nicht wissen, was die Anhänger von PI bis […]

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