Dieter Bohlen

Ist ja richtig: Die Menschen machen das freiwillig. Sie wissen, worauf sie sich einlassen. Manche kommen Jahr für Jahr wieder. Keiner zwingt sie, sich bei „Deutschland such den Superstar“ zu Deppen zu machen. Aber manchmal wünscht man sich halt doch, RTL nähme seine Verantwortung ernst und besorge ihnen, anstatt sie auf den Schirm zu lassen, lieber professionelle Hilfe. Dem Dieter Bohlen vor allem.

Denn es ist ja nicht so, dass die Vierjährige, die einem die Zunge rausstreckt, die traurige Figur ist. Oder der Zehnjährige, der einem stolz die missratene eigene Sandburg vorführt. Die traurige Figur, das ist schon der Erwachsene, der dem Mädchen zeigt, dass er seine Zunge viel weiter und viel länger rausstrecken kann, bis sie heult, und dem Jungen die Sandburg zertrampelt, nicht ohne den Schaulustigen Fotos von eigenen, viel tolleren Sandburgen zu zeigen. (Sicherheitshalber hat der Erwachsene eine Frau und einen Mann an seiner Seite, die ihm notfalls helfen können, den Zehnjährigen niederzuringen oder ein sich entwickelndes Rededuell mit der Vierjährigen zu gewinnen.)

So ist Dieter Bohlen: Schafft es nach dreißig Jahren im Geschäft mühelos, Menschen, die noch nie vor einem Mikrofon gestanden haben, wie Amateure aussehen zu lassen.

In dieser Woche stand ihm ein Möchtegernsänger gegenüber, der sich weigerte, das Nein der Jury zu akzeptieren, und als er begann, Bohlen zu erzählen, dass er wenigstens besser aussähe und nicht so viel Falten hatte, gab er eine sehr traurige Figur ab. Nicht halb so traurig aber wie die, als Bohlen antwortete. Jeder Mensch mit einem Funken Selbstachtung hätte diesen Kindergartenangriff lächelnd an sich abtropfen lassen. Bohlen aber, der sein Ego in der Vorwoche dadurch aufpumpte, dass er einen Kandidaten als „Vollschwuchtel“ abtat, hielt einen langen Vortrag darüber, dass er, jawohl, Falten habe, aber eben weil er seit dreißig Jahren hart arbeite, und dass es schon sein möge, dass die Frauen auf ihn stünden, weil er so erfolgreich sei und so viel Geld habe, aber das sei ja nun mal sein Geld, das habe er ja niemandem weggenommen, und als fertig war mit seinem Wutausbruch, sah man ihm an, dass er sich gut fühlte, weil er meinte, dass er das Duell gewonnen hätte, vielleicht auch nur, weil er wusste, dass ihn morgen, wenn der Friseur und Möchtegernsänger zurück in seinem traurigen Alltag ist, wieder Dutzende junger Mädchen erwarten würden, nichtmal halb so alt wie er, und dass er diejenigen, die ihn nicht sexuell erregten, wenigstens wieder öffentlich demütigen könnte und ein Großteil von denen ihn dafür noch bewundern würde.

Was für eine traurige Wurst.

(c) Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung

101 Replies to “Dieter Bohlen”

  1. Wieder einmal ist es für mich unverständlich, wie du die zu kritisierenden Szenen wählst.
    Ich fand Bohlen in seiner Antwort ehrlich und auch nicht sonderlich verletzend dem Kandidaten gegenüber. Er hat vielmehr seine Sicht der Dinge dargestellt zu einem Thema, zu dem er vermutlich häufiger angesprochen wird. Und ich fand, er hatte vollkommen recht. Der Kandidat machte danach auch keinen sonderlich angegriffenen Eindruck.

    Wie schon bei dem Artikel über „Schwuchtel-Aussage“ finde ich, dass man hier ganz andere und viel menschenverachtendere Szenen hätte aufgreifen können.
    So wirkt das alles sehr harmlos und der gemeine Leser denkt sich jetzt bestimmt: „och, so schlimm ist das doch nicht. Der Bohlen ist halt manchmal ein bisschen ruppig!“

  2. Aber hier gehts ja ausnahmsweise mal gar nicht unbedingt um die „Ruppigkeit“, sondern um Bohlens Unfähigkeit auf Kritik würdig zu reagieren. Sein Überlegenheitsgefühl ist eben wirklich nur ein Gefühl. Umso wunderbar kontrastreicher das Bild des faltigen ältlichen Manns, der es anscheinend nötig hat, sich wieder und wieder zu profilieren und seine „Erfolge“ zur Schau zu stellen.

  3. Ich kenne die Szene nicht. Höre nur dauernd von seinen Ausfällen. Wenn das so war, wie geschildert (woran ich nicht zweifele), dann kann mich das nicht entrüsten. Denn immerhin zeigt es doch: „Eine traurige Wurst“.

    Eine andere, m. E. viel traurigere Wurst sieht das ganz anders. Warum trauriger? Weil der etwas gutfindet, was er eigentlich – im anderen Kontext – brüsk ablehnen würde. Aber da es alle ablehnen, findet er’s gut. Das ist traurig. Sehr traurig. Dagegen ist Bohlen nur ein Würstchen.

  4. Manchmal kann man wirklich viel in Aussagen hineininterpretieren… Muss „Jemand“ in diesem Falle Recht geben.
    Bohlen ist eine traurige Wurst, ja, aber dieses Beispiel ist schlecht gewählt. Warum sollte er nicht das Recht haben, auf Kritik zu antworten. Zumal der Kandidat selbst vom eigentlichen Thema abgelenkt hat, denn eigentlich sollte es ja dort ums Singen, und nicht ums Aussehen gehen.

  5. Ich fand gerade diese Entgegnung Bohlens angemessen. Bohlen sollte doch diesen hilflosen Angriff auf sein Äußeres nicht einfach übergehen, sonst kommt der nächste und fährt die gleiche Tour.
    Die Leute haben es in ihrer Selbstherrlichkeit und Selbstüberschätzung verdient, eine vor den Latz geknallt zu bekommen. Ob RTL das alles dann senden muss, das ist ein anderes Ding.

  6. Gerade diese Szene fand ich auch in Ordnung. Dass danach gesagt wurde, der Kandidat werde auf ewig »ein erfolgloser Friseur« sein, fand ich schlimmer.

    Das stört mich auch bei der Sache. Dass nicht nur bewusst Freaks vorgeführt werden, sondern dass die ach so professionelle Jury anstelle von »Du kannst nicht singen« gerne auch mal Sachen sagt wie »Hast du einen an der Waffel?« Da wird anstelle von fachlicher Kritik der Kandidat selbst niedergemacht.

    Natürlich kann man fragen, ob man sich für ein Vorsingen nicht besser anzieht, oder ob man sich mal hat selbst tanzen sehen oder singen hören. Man kann sagen, dass kein Ton getroffen wurde, dass man dasteht wie der schiefe Turm von Pisa vorm Umkippen usw. Aber bisweilen lehnen sich die Juroren (vor allem Bohlen und der Glatzkopf) in der Gewissheit ihrer Macht, Expertise und Erfahrung doch sehr weit nach unten und klauben Gossensprüche auf. Da wird die Kritik dann zum Mobbing. Und das muss nicht sein. Sollte nicht sein. Darf nicht sein?

  7. Wurst!
    (Ich sag ja häufiger mal Wurst zu jemandem, zu Bohlen ist mir das noch nie eingefallen, obwohl es ja tatsächlich großartig passt. Aber mehr so Landjäger als Schinken.)

  8. Natürlich hat Bohlen das „Recht“, so zu reagieren. Mir ging es in diesem Text nicht um das „Schlimme“ an Bohlen, sondern das Traurige an seiner Person und seinen Reaktionen.

  9. Patrick Pricken :
    *** Da wird die Kritik dann zum Mobbing. Und das muss nicht sein. Sollte nicht sein. Darf nicht sein?

    Es wird sich so verhalten wie bei Uri Geller : Alle sind eingeweiht bis auf das Publikum und das bringt die Einschaltquoten. Es drücken sogar Leute auf den von der Werbe-Industrie so heiß geliebten Einschaltknopf, die meinen man müsste Bohlen maßregeln oder ihn in seinen Äußerungen mit Rechtsmitteln einschränken, sogar das Jugendamt, das Sozialamt und seriöse Journalisten schalten sich rein. Ein rundum gelungener Coup finde ich.

    Che

  10. So ist das mit dem Image: Kritisiert man einmal Herr Bohlens menschenfeindliche und polemische Äußerungen, meint der gemeine Leser sofort, jeder Beitrag um Herrn Bohlen würde um genau das Gleiche handeln.

  11. Ich kenne die beschriebene Szene nicht.
    Mir hat aber das Bild mit der Vierjährigen und dem Zehnjährigen sehr gut gefallen. Genau, darum geht es bei Bohlen: Aus einer Position der absoluten und eigentlich in ihrer Absolutheit auch offensichtlichen Überlegenheit, wird ein Mensch fertig gemacht. Und der eigentlich (selbst-)erniedrigte ist nicht der Kandidat, sondern Bohlen. Nur durch die mediale Rückendeckung von RTL ist das nicht jedem Zuschauer sofort ersichtlich und die Sendung kann trotzdem funktionieren.

    Nicht zum ersten mal finde ich bei dir in schönen, knappen Worten eine Situation auf den Punkt gebracht, die bisher in meinem Kopf nur ein allgemeines ungutes Gefühl war.

  12. Egal, wie schlimm jene beispielhaft hervorgezogene Szene wirklich gewesen ist: Dieter Bohlen als „Wurst“ zu bezeichnen ist eine Beleidigung nicht nur für jede Wurst, sondern auch für jeden Fleischer.

  13. Ich muss da auch teilweise Jemand Recht geben: „Er hat vielmehr seine Sicht der Dinge dargestellt zu einem Thema, zu dem er vermutlich häufiger angesprochen wird“. Die Kandidaten laufen ja nicht selten nach dem Casting raus und beschweren sich, wie hässlich der Bohlen da saß und das er selber überhaupt nicht singen kann. Bisher hat Bohlen, soweit ich weiß, darauf nur mit einem „Ohhhhh, das hat mich jetzt aber getroffen“ reagiert. Man kennt das wahrscheinlich selber, wenn immer wieder verschiedene Leute zu einem kommen und irgendwas wollen, unterscheidet man irgendwann nicht mehr zwischen Individuen und der Masse, die da kommt. In meinen Augen hat es diesen dreisten Kandidaten, der ohne irgendeine selbst erbrachte Leistung einfach eine weitere Chance eingefordert hat, nur erwischt und Bohlen hat generell seine Meinung zu dem Thema gesagt.

  14. Die „Show“ lebt in der Anfangsphase nur von der Inszenierung einer vorgeblich gestressten Jury, die Tausende von Auftritten beurteilen muss und die angesichts schlechter Auftritt entsprechend genervt zu sein vorgibt. Das ist Methode, hat mit der Person Dieter Bohlen nichts zu tun.

    Und wenn er sich in der beschriebenen Situation angegriffen fühlt – was ist daran so unverständlich? Wenn ein junger Mensch sich einem älteren gegenüber derart im Ton vergreift, darf dieser dann nicht auf seine Lebensleistung verweisen und Respekt einfordern? Warum wird Bohlen allenthalben vorgeworfen, er lasse es an Respekt vor den Kandidaten mangeln, wo doch umgekehrt diese vor ihm Respekt haben müssten? Wer mit Kritik nicht leben kann, der sollte sich über sein Leben ein paar Gedanken machen, auch mit „erst“ 16. Und wer sich den Medien zum Fraß vorwirft, der muss einkalkulieren, vielleicht gefressen zu werden. Und Bohlen frisst nicht, er beißt noch nicht einmal, er schnappt höchstens mal in die Luft.

    Auch der „scheiß-erfolglose Friseur“ war die Reaktion auf eine Unverschämtheit. Jede halbwegs auf konservativen Werten basierende Erziehung sieht härtere (verbale) Sanktionen auf Respektlosigkeit vor, als Bohlens Kandidaten sie zu „erleiden“ haben.

    Etwas mehr Härte und etwas weniger Samthandschuhe täten der Jugend dieses Landes ganz gut.

  15. @ 14
    „Der Jugend dieses Landes“ – ja holla.
    Soweit ich mich erinnere, wurde ich dazu erzogen, mich nicht zwingend auf das Niveau meines Gegenübers herabzulassen (womöglich bin ich aber auch nur ein Mitglied einer kleinen Jugend-Minderheit, die auch zum Selbstrespekt erzogen wurde und daher gar nicht erst auf die Idee kommt, bei Herrn Bohlen vorzusingen).
    Respekt steht ohne Frage jedem, unabhängig vom Alter, sehr gut zu Gesicht. Warum da Unterschiede machen?

  16. @ruhrpottjunge
    Dieter Bohlen vergreift sich auch oft genug ohne Anlass im Ton. Und er kritisiert ja oft genug nicht nur die Performance, sondern die ganze Person dessen, der da vor ihm steht. Das steht ihm einfach nicht zu.

    Vor so jemandem habe ich keinen Respekt, egal wieviel Geld er damit verdient hat, schlechte Musik zu machen. Das mag zwar auch eine Leistung sein, aber keine, vor der ich persönlich besonderen Respekt habe.

    Ist ja nicht so dass er den Physik-Nobelpreis, die Fields-Medaille oder den Turing-Award gewonnen hätte. Vor solchen Leistungen Respekt zu haben, das täte der Jugend unseres Landes mMn nach besser als das Berufsziel „Superstar“ anzustreben und vor jedem auf dem Bauch rumzukriechen, der sein Gesicht nur oft genug in irgendeine Kamera gehalten hat, um dumm rumzusabbeln.

    Insofern finde ich, dass der Friseur da schon eine beachtliche Lernkurve hinter sich hat.

  17. immer diese Waldorf-Schüler… möchte ruhrpottjunge beistimmen.

    Im übrigen: wir sehen immer nur einen kurzen Ausschnitt aus einer Masse von Castings. Wer weiß, was da sonst noch passiert? Ich glaube gerne, dass die Jury nach ein paar Stunden genervt und gereizt ist und nach ner Reihe Knalltüten könnte es vorkommen, dass dann mal eine Über-Reaktion kommt. Und dafür ist ja Bohlen nun mal bekannt (oder jemand hat es erkannt und ihn dann vor die Kamera gesetzt). Bohlen ist nun mal Bohlen. RTL entscheidet dann, was von dem abgelieferten gesendet wird. Bei JBK meinte Bohlen, die Jury hätte keinen Einfluß auf das, was gesendet wird. Und manchmal unterhalte sich die Jury sogar ne halbe Stunde ganz normal mit Kandidaten (? echt? hat er so gesagt) – was natürlich nicht gesendet wird.

    Naja, wie dem auch sei. Man kann ja von Bohlen halten was man will, aber ellenlänge Aufsätze über Unsympathen aufschreiben :) Ich weiß nicht .. (da macht man sich leicht selbst angreifbar..) – und habe eben selbst nen kleinen Aufsatz produziert :D

    ach ja, Waldorfschüler: nix für ungut ;)

  18. Ist Bohlen Aufregung wert?
    Nö.
    Um es a la Stromberg zu sagen ‚Casting ist kein Kindergarten‘ …- Seltsamerweise ist in den letzten 20,30 Jahren die Fähigkeit verloren gegangen, Schlechtes als ’schlecht‘ bezeichnen zu dürfen. Was ich da zT bei DSDS sehe ist grottenschlecht. Und Bohlen kramt Metaphern hervor, die mich an glückselige Rainer Brandt Synchronisationen erinnern – prima! Trägt Bohlen eine Verantwortung für die Trottel, die sich da vor laufender Kamera zum Depp der Nation machen lassen?
    Nö.
    Bohlen fühlt sich auf sein Aussehen angesprochen angegriffen – traurig? .. naja, eher oberflächlich…
    Keine Aufregung wert…- Unterhaltung ist oft oberflächlich. – Wie sehe denn die Moderation durch Bach/Zietlow aus, wenn da solche ‚Titanen‘ trällern.. ;)

  19. Wer sind eigentlich meine Wahlmänner/frauen in Deutschland die Vertretungsweise für mich den Fernseher ein/ausschalten. Vielleicht würde die Fernsehlandschaft anders aussehen, wenn jeder Fernseher zu der Quote gewertet wird. Oder ich fahr zu den Wahlmänner/frauen und „bestech“ die alle, dass die nur noch meine Lieblingserien schauen.

  20. @Karsten
    Es spricht nichts dagegen, schlechtes als schlecht zu bezeichnen. Aber es gibt einen Unterschied zwischen „Du singst scheisse, schmink Dir eine Karriere in dem Business ab“ und „Du singst scheisse, solltest Dir am besten einen Sack über den Kopf ziehen und bist als Mensch überhaupt auch ein (Eimer) Scheisse.“

  21. Also bei den Teilnehmern von DSDV ist jede negative Aussage angebracht. Egal auf welchem Niveau.
    Sie haben ja schon mit dem Zeitpunkt der Bewerbung verloren. Erstmal treten sie alle Rechte ab, damit RTL alles ausschlachten kann und dann treten sie mit ihren nicht vorhandenen „Talenten“ an, nur weil se denken dass sie einne Spritney Bears für Arme oder ein Robbie Williams für Arbeitslose wären.
    Gewonnen hat automatisch RTL und die Plattenfirma, die den gequirlten Bockmist nachher dem Geistespräkariat zum Fraß vorwirft.
    Und außerdem hat Dieter Bohlen hier immer Recht. In anderen Fernsehshows sieht das schon wieder anders aus.
    Sagen wir es so, bei DSDV sind alle auf dem gleichen Niveau. Mindestens 3. UG.

  22. @21, 22, moschus

    Eine Filmempfehlung:

    Sieh dir „Free Rainer – Dein Fernseher lügt“ an, da wird deine Idee fiktiv umgesetzt ;-)

  23. @Augusten: Hat er das so gesagt? (ich gugg zu wenig) .. wurscht: glaube aber, dass 90% der ‚Betroffenen‘ gar nicht verstehen (wer unter 35 versteht noch Metaphern??), wenn er das so gesagt hätte.. Oder, noch deutlicher: Ich lach drüber! .. irgendwann ist der Kanon der ’schlecht, schlechter, grottenschlecht‘ Begriffe erschöpft. Und political correct jemand niederzumachen, der es verdient hat, macht keinen Spaß.

    @25,21,22: Da empfehle ich das deutlich lustigere Original (zB Mobster als Kreuzfahrtveranstalter) von ’84 mit Danny DeVito THE RATING GAME http://www.imdb.com/title/tt0087979/

  24. Ich gehöre durchaus zu einem der größten Bohlen-Kritiker und das schon lange vor DSDS. Erinnert sich noch jemand an die fast täglichen RTL Auftritte z.B. wie sch.. er Ralph Siegel findet? [womit er übrigens meine volle Zustimmung hat]. Aber egal, anderes Thema.

    Zufällig habe ich jüngst auch ein paar Ausschnitte vom Casting gesehen, u.a. auch den hier beschriebenen und ich war eigentlich richtig positiv angetan.

    Inhaltlich könnte man natürlich noch ein paar Anmerkungen machen, aber letztlich hat er doch Recht. Männer in seinem Alter sehen nun mal aus. Früher (zu Modern Talking Zeiten) hat er mit der doofen Frisur und der viel zu hohen Stimme viel schäbiger gewirkt.

    Mit dem Geld hat Bohlen sicher auch Recht. Er hat sich über die Jahre viel Geld verdient und hat es nun auch verdient darüber verfügen zu können. Man kann sich natürlich streiten, ob er es verdient hat, genau mit einer solchen Karriere viel Geld zu verdienen. Aber hey, wenn er für teils abgekupferte und fremd gesungene Titel und entsprechender Show darum so viel Erfolg hat, dann war es eben so. Im Fußball kann man auch schlecht spielen und gewinnen, selbst Schwalben sind möglich, doch so lange kein Wettskandal den Sieg erst möglich gemacht hat, interessiert es doch keinen.

    Dass Geld (egal ob verdient oder unverdient) attraktiver macht, wissen wir auch nicht erst nicht erst seit Hugh Heffner, aber er ist nun auch nicht gerade ein optisches Frack, sondern richtig positiv für sein Alter.

    Der Kandidat hat es jedenfalls verdient, dass dieser argumentative Fehltritt mit der Ablenkung weg von seinem Gesang hin zu Bohlens Aussehen nach hinten los geht. Ich fand Bohlens Reaktion auch nicht überheblich, sondern könnte dafür gesorgt haben, dass die Altersgenossen des Kandidaten (und dieser selbst natürlich auch) überhaupt mal auf die Idee gebracht werden, dass man grundverschiedenes nicht bloß mit einfachsten Aspekten und Vorurteilen vergleichen kann.

    PS: Ich finde ja die Kandidaten am lustigsten, die vorher so groß vom Dieter schwärmen („Er ist auch nur ein Mensch“, „Er ist mein Vorbild“..), behaupten, dass ihnen Kritik nichts ausmacht und hinterher dann stänkernd („So ein Arsch, wer braucht denn den?“) davon rennen :-)

  25. Ich würde das Bild gerne vervollständigen: Der Erwachsene am Sandkasten ist in der Funktion des Sandburgbaulehrers dort, was alle Beteiligten wissen und akzeptiert haben, und der Zehnjährige hat nicht nur seine missratene Sandburg vorgeführt, sondern jenem Sand ins Gesicht geworfen, nachdem er eine schlechte Note erhielt.

    Wie bringt eine „traurige Wurst“ es eigentlich fertig, so viel Wut und Verachtung zu erregen?

  26. Ich stimme Stephan voll zu!

    Es gehts nicht um die Show an sich, um ihre Sinnlosigkeit, ihre Menschenunwürdigkeit. Es geht um die Person Bohlen und seinen krampfhaften Versuch eben nicht alt und evtl. weise zu wirken. Er wirkt wurstig in jeder Szene, in der er zu sehen ist (so eher Bierwurstig). Er gibt sich nicht erfahren und alt, sondern herablassend und unsachgemäß.

    Er hat gesprochen, dass er sich nichts geklaut hat, dass er es hart verdient hat und das er deshalb Falten hat. Gut, dass das mein Opa nicht mehr hören kann. Er (mein Opa) hat sich jede Falte seines Körpers in seinem Leben verdient, indem er für Leib, Frau und Kinder gesorgt hat. Was hat den eine Wurst wie Bohlen zu zeigen? Meine Lebensziele sehen anders aus. Geld? ist das letzte was ich in meinem Leben erreichen will.

  27. Wer unter dem Vorwand, medienkritisch zu sein, als Trittbrettfahrer auf dem Zug BILD-Boulevard-Bohlen mitfährt, der(!) ist für mich eine traurige Wurst. Scheinheiligkeit ist immer trauriger als einfach nur Charakterschwäche.

  28. Ich habe diesen Eintrag auch als Replik der Reaktion Bohlens verstanden – und wohl auch würde ich meine Betrachtung Bohlens genau auf diesen Schwerpunkte setzen. (zugeben eher unbewusst)
    Herr Bohlens Einfältigkeit wird aus meiner Sicht nämlich in seiner Spontanität manifestiert… und das sehr deutlich. Er fühlt sich in seiner Programmatik sicher oder sicherer und strahlt das mit seinem langweiligen konstanten Habitus aus, in dem nicht viele Substanz steckt oder begründet liegt.
    Ich bezeichne das als „Wirtschaftlichkeit“ seiner Aussagen.
    Das ist ein grundlegender Wesenszug Bohlens, der mehr in Cleverness denn von Schläue begründet scheint.
    Das macht diesen Menschen durchschaubar, deine Betrachtung so nachvollziehbar.
    Ich kann über diesen Menschen nicht mehr sagen.

  29. Toll, was für ein Geisteskämpfer, Stefan Niggemeier packt heisse Eisen an und traut sich Bohlen zu kritisieren ;-))

    Gibt es derzeit nicht wichtigere Themen/Menschen als sich allen Ernstes mit den Vor- und Nachteilen von Bohlen auseinanderzusetzen ??

  30. Ich liebe lange Sätze. Sie fordern zumindest die Aufmerksamkeit, dass man sich an ihrem Ende noch an ihren Anfang erinnern muss.
    Ich hasse lange Sätze -vor allem in der Zeitung- die durch einen flüchtigen grammatischen Fehler den Lesefluss stören, da, zumindest ich, den Satz dann noch einmal lesen muss und wie in einem Lückentext geistig ergänze, was dazu führt, dass es länger dauert einen Text zu lesen, der ob seines geistig verflachten Inhalts ohnehin schon einen leichten Würgereiz hervorruft.

    „Jeder Mensch mit einem Funken Selbstachtung hätte diesen Kindergartenangriff lächelnd an sich abtropfen lassen. Bohlen aber, der sein Ego in der Vorwoche dadurch aufpumpte, dass er einen Kandidaten als „Vollschwuchtel” abtat, hielt einen langen Vortrag darüber, dass er, jawohl, Falten habe, aber eben weil er seit dreißig Jahren hart arbeite, und dass es schon sein möge, dass die Frauen auf ihn stünden, weil er so erfolgreich sei und so viel Geld habe, aber das sei ja nun mal sein Geld, das habe er ja niemandem weggenommen, und als fertig war mit seinem Wutausbruch, sah man ihm an, dass er sich gut fühlte, weil er meinte, dass er das Duell gewonnen hätte, vielleicht auch nur, weil er wusste, dass ihn morgen, wenn der Friseur und Möchtegernsänger zurück in seinem traurigen Alltag ist, wieder Dutzende junger Mädchen erwarten würden, nichtmal halb so alt wie er, und dass er diejenigen, die ihn nicht sexuell erregten, wenigstens wieder öffentlich demütigen könnte und ein Großteil von denen ihn dafür noch bewundern würde.“
    Ich schenke dir ein „er“ :-)
    Nix für ungut, aber die Relevanz der Themen derer du dich annimmst, werden immer weniger wichtig, fast schon „gossenjournalistisch“, dabei hats doch so gut angefangen?

  31. Mitleid für Opfer eines BILD-/RTL-Witwenschüttler? Klar.

    Mitleid für vorwiegend talentfreie Jugendliche, die sich freiwillig in die Höhle des Löwens begeben und wissen, was auf sie zukommen kann – aber infolge gnadenloser Selbstüberschätzung niemals davon ausgehen, dass auch sie dieses Schicksal ereilen könnte, dass sie einer unromantisch, aber publikumswirksam auf den Boden holt? Nein.

    Medienkunde/Medienkompetenz in der Schule? Dafür!

  32. Das der Dieter Bohlen im Grunde ne traurige Wurst ist, ist doch spätestens nach dessen Büchern klar.

    Weil wer (mit so viel Geld) hat es denn nötig Bücher zu schreiben, in dem er sein Leben schildert und praktisch nur erzählt wie toll er selber und wie böld alle andern damals waren. Und es offenbar auch noch toll findet die intimsten Details und Geheimnisse seiner damaligen Freunde und Geliebten haarklein auszuplaudern. Der hat vermutlich wirklich *nur* noch Freunde wegen seinem Geld.

    Ansonsten, – wenn ich mir DSDS ab und an mal angucke – finde ich es von RTL schon wirklich extrem schäbig, junge Leute in der Öffentlichkeit ganz bewusst so bloszustellen. Die sehen, der hat kein Talent und sieht furchtbar aus.
    Was machen die? RTL stellt die dem Puplikum in nem Kurzfilm vor, werfen die Dieter Bohlen zum Fraß vor und lassen dann keinen filmischen Effekt aus, die öffentliche Blamage der Teenies bis ins unermäßliche zu steigern. Im vollen Bewustsein, dass sich der junge Erwachsene nicht über die möglichen Folgen nicht im klaren ist bzw. sein kann.

  33. @38/36:
    Naja, und „Dass“ am Anfang nat. mit zwei s, und ein „nicht“ im letzen Satz weg, und und und … Arrrgh …
    Wenn man halt bei der Arbeit nebenher zur Ablekung runterschreibt, was einem so auf Anhieb in den Sinn kommt und zum Thema auf der Seele liegt …
    Aber sch**s drauf. Man kanns ja noch so gerade lesen. :)

  34. HÖRT IHR JETZT MAL AUF, AUS LANGEWEILE UND MANGELS NEUER EINTRÄGE AUF MARKUS RUMZUHACKEN?

    (Dir ist übrigens ein „r“ im Namen verloren gegangen.)

  35. Würde mich nicht wundern, wenn der Markus ohne „r“ ein anderer Markus als obiger ist. Der Name ist immerhin gleich in zwei Einträgen falsch, das kann kaum Zufall sein. Vermutlich ein Troll, der die unsägliche Tippfehlerdiskussion durch neue Fehler „anheitzen“ will. *duckundweg*

  36. @ Makus71 #41: Ich kann gar nicht lesen, ich krieg‘ das alles vorgelesen. Und dann wird’s echt schwierig….

    @ Stefan #44: NEIN. WARUM SCHREIST DU EIGENTLICH?

  37. Läuft denn nichts schlechtes im Fernsehen, dass es mal wieder einen neuen Artikel gibt? Anheizen schreibt man übrigens ohne t. Aber da es in Anführungszeichen steht, tappe ich wohl grade in eine Ironiefalle.

  38. @44 Stefan: Danke.

    @46 Matt:
    Nein. Ich habe den Browser gewechselt (zwecks FF3-Test) und musste den Nick deshalb neu eingeben. Außerdem bin ich echt froh, dass Wochenende und Feierabend ist.

  39. Außerdem bin ich nicht so gebildet wie ihr alle. Ich schreibe hier in der Regel immer nur so Wörter wie „Bewirtschaftungskosten-Abrechnung“, „Hausgeldvorauszahlung“ oder auch „Wohnungseigentümerversammlung“. :)

  40. ich finde es erstaunlich wie wenig Medienkompetenz (bescheuertes Wort) immer wieder in abwiegelnden Kommentaren durchscheint: In solchen Kommentaren kann man sich vorstellen, dass die Jury genervt ist nach dem langen Tag und dann rutscht halt mal was raus (siehe Kommentar 17). Das Konzept solcher Shows wird übersehen und man stellt sich die Ausschnitte der Gespräche so vor, als wär zufällig mal einer mit der Kamera dabeigewesen, als Bohlen und co. ihrer Arbeit als Musikproduzenten nachgingen.

    Dabei wählt die Redaktion extra Leute aus, die man ausnutzen und lächerlich machen kann. lässt sie vor der Jury sprechen, obwohl man sie selbstverständlich aussortiert hätte, wenn es nur darum ginge, Siegerpotenzial auszusuchen. Spornt die Jury natürlich an, „juicy“ Kommentare zu machen, inszeniert die Kandidaten genau in die lächerliche/hochnäsige/sympathische Richtung in der sie sie darstellen wollen.

    Und deshalb trägt nicht nur Bohlen eine Verantwortung für die „Trottel, die sich zum Depp machen“ (Zitat aus Kommentar 18), sondern die ganze Produktion und alle ihre Angestellten. Denn die Sache auf Bohlen zu verkürzen wäre falsch. Er ist nur ein besonders großes und gut geöltes Rad in der Maschine. Es geht auch um den Cutter, der „den zu belachenden Trottel“ erst erzeugt, indem er seine witzig-sympathische Bemerkung nicht mit reinnimmt, den Produktionsassistenten, der ein extra emotionalisierendes Vorgespräch führt und ermuntert, das und das ruhig zu erwähnen, weil er weiß das dies schön panne rüberkommen wird, die Kamerafrau, die auf den Pickel draufhält, die Maskenbildnerin, die zwar vielleicht den Pickel abdeckt aber nicht den Tipp gibt, das Shirt über den Bauch zu ziehen, obwohl sie sieht das der Mensch sich unwissentlich der Lächerlichkeit preisgibt. Und schließlich auch diejenigen Jurymitglieder, die eine beschwichtigende „good cop“ Rolle einnehmen, denn ohne sie funktionierte der „bad cop“ ja nicht. Und ganz am Ende natürlich auch das Publikum und die Konsumenten.

    Wie die Rädchen im Einzelnen funktionieren muss im konkreten Fall entschieden werden und vll. gibt es Jobs in solchen Produktionen, die man mit gutem Gewissen machen kann. Ich würde mir nicht anmaßen, dies global zu beurteilen, aber genug Freunde von mir haben im Studium bei Produktionsfirmen in der Boulevardunterhaltung und –journalismus gearbeitet, damit ich klar sagen kann, dass es eine moralisch verrottete Branche ist, die allen Argwohn verdient. Und zumindest die Menschen, die in entscheidenden Positionen an solchen Produktionen mitwirken, haben ebenfalls Argwohn und in vielen Fällen moralischen Druck von uns verdient. Denn sie sind persönlich verantwortlich.

    Und man komme mir jetzt nicht mit „Eigenverantwortung“. Diese ist eine Tugend. Liegt sie bei einem Menschen aber nicht vor, oder führt eine misslungene Einschätzung der Sachlage zu schlechten Entscheidungen dieser Menschen, kann man nicht so tun, als hätte man keine moralischen Pflichten ggü. diesen Menschen. Wir würden dies im „normalen Leben“ auch nie in Anspruch nehmen um vergleichbare Bloßstellungen von unbedarften Menschen zu rechtfertigen.

    Und noch ein Letztes: „Trottel machen sich zum Depp“ (siehe Kommentar 18). In solchen Kommentaren wird immer vorausgesetzt, dass die Menschen, die sich in solchen Produktionen lächerlich machen, in allen Lebensbereichen unfähig sind, keine Gabe zur Einschätzung ihrer Fähigkeiten haben usw. Und in der Tat habe ich den Eindruck, dass viele der Lächerlichkeit preisgegebenen Kandidaten durchaus Bedarf für besondere Hilfestellungen für ihr Leben haben könnten, sei es sozialer oder psychologischer Art. Warum sie dies dafür disqualifiziert, dass „wir“ mit ihnen Mitleid haben oder sie schützen sollten weiß ich zwar nicht und hätte das gerne mal erklärt. Aber schon diese Voraussetzung dass es nur generelle Lebenschecker und Lebensverchecker gibt, finde ich höchst zweifelhaft. Viele Menschen haben Bereiche, in denen sie ihr Leben nicht im Griff haben, oft auch nur über einen gewissen Zeitraum. Viele der Leute, die bei den Castingshows lächerlich gemacht werden haben eine verzerrte Selbstwahrnehmung und ein verzweifeltes Verlangen nach Selbstbestätigung. Ich weiß ja nicht wie Sie das einschätzen, aber ich habe nicht den Eindruck, dass es den Menschen hilft, in zurschaustellender Atmosphäre in der Öffentlichkeit auf diese Unzulänglichkeit hingewiesen zu werden.

    Die Produktionen schöpfen diese Leute ab, und zwar aus niederen Motiven (Profit bei den Machern und das Bedürfnis, sich über andere zu erheben bei den Zuschauern).
    Mehr noch: sie befördern mit ihrer Aufbauschung des „Stars“ und ihrer Laberei von erfolglosen Friseuren etc. solche zum Unglück führenden Bedürfnisse. Auch dafür tragen sie Verantwortung.

    Liebe Abwiegler: seid doch nicht so unnötig herzlos. Es geht doch nur um Zerstreuung für Viele und Kohle für Wenige, da lohnt es sich doch nicht unmoralisch zu werden oder unmoralisches Handeln Anderer auch noch gutzuheißen.

    p.s.: das war sehr lang und im Prinzip auch noch off-topic, aber ich kann diese Rechtfertigungen einfach nicht mehr sehen, deren Überlegungen nicht weiter als „selbst schuld“ reichen. Einen schönen Sonntag.

  41. @51/mathis
    Und Sie glauben, die Leute, die sich dort „vorstellen“, haben von diesem System keine Ahnung? Anders gefragt: Kann man so naiv sein, DSDS als reelle Castingshow zu betrachten und all das, was Sie schreiben (und was sicherlich die Realität spiegelt) niemals durchschaut zu haben?

    Ich habe sehr wenig von diesen Sendungen gesehen – aber diejenigen, die sich dort vorstellten, waren zwar manchmal sehr jung, aber doch ziemlich selbstbewusst und auch – gelegentlich – altklug. Sie vermittelten durchaus den Eindruck, das Trash-Konzept dieser Sendung (welches mindestens in Teilen existiert) zu durchschauen. Warum machen sie’s also mit? Oder handelt es sich auch um Inszenierungen, gar Fakes?

  42. Lieber Herr Keuschnig,

    nein, das glaube ich nicht. Die meisten der Mitmachenden dürften sich durchaus im Klaren über Prinzip und Risiken der Sendung sein. Auch diese Kandidaten mögen zwar über die Inszenierungsmöglichkeiten überrascht sein, die durch Schnitt, Gespräch mit Jury, Off-Kommentar und Bild- und Toneffekte erreichen kann.

    Trotzdem machen die meisten Menschen eine strategische Entscheidung mitzumachen. Und über diesen Teil der Sendung mit den durchschnittlichen und überdurchschnittlichen Kandidaten möchte ich mich gar nicht auslassen, ich kenne das Geschäftsgebahren der beteiligten Firmen nicht. Das mag ganz ausgezeichnet sein, auch wenn ich persönlich diese ganzen home stories etc. peinlich finde. Das können Alexander Klaws usw. aber schön für sich selbst entscheiden.

    Das gleiche trifft aber nicht auf eine Gruppe von Kandidaten zu, die in der ersten Hälfte der Show ausgeschlachtet werden.

    ein besonders widerliches Beispiel ist das casting von Raimund Ringele, das ja einiges Aufsehen erregt hat.
    http://www.myvideo.de/watch/3246303

    Nun diese Lächerlichkeit und auch die hässlichen Konsequenzen ( http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,532138,00.html ) hätte RTL dem Jungen, der offensichtlich nicht in der Lage war, die Situatuon einzuschätzen, ersparen können, haben sie aber nicht.

    stattdessen unterstellen Bohlen und Konsorten erstens diesem Jungen Schauspielerei, zweitens werfen sie dem Vater vor, dass er nicht verhindert hat, zum Casting zu gehen (er überblickts offensichtlich auch nicht).

    Natürlich KANN man sich vertraglich das Recht sichern, einen Nervenzusammenbruch eines – ich glaub 17 jährigen – zu zeigen, muss man aber nicht. man kann sich auch darauf zurückziehen, dass alle anderen Verantwortung haben, dass der arme Junge in so eine Situation geraten ist, außer die, die das ganze national ausstrahlen und unter anderem bei „die 10 schlimmsten…“ zweitverwerten.
    Aber wenn man damit seine Brötchen verdient, sollte man mit verachtenden Blicken bestraft werden. oder um es mit Max Goldt zu sagen: Man sollte sie so unfreundlich behandeln, wie es das Gesetz gerade noch erlaubt.

    Stattdessen lese ich überall in Internetdiskussionen diese bescheuerten „selbst schuld“ Aussagen und die Journalisten, die Herrn Bohlen interviewen, bringen diese Probleme so naiv aufs Tapet als wüssten sie über überhaupt nichts Bescheid und lassen ihn so auch noch gut aussehen, wenn er in seiner schnoddrigen Art billigste Nebelkerzen wirft.

    Da krieg ich die Kotze. Gute Nacht.

  43. @53:

    auch ich war der Ansicht, dass die Argumentation der Jurioren sehr umstritten, wenn nicht gar völlig falsch war… Ich habe allerdings den Auftritt nicht gesehen und werde ihn auch nicht sehen.

    Der Junge ist recht jung, hat eine eigene Willenserklärung zu einer Lebensgestaltung. Eigenverantwortung ist natürlich ein großes Wort.
    Wollte die Jury mit ihren Einlassungen eine Bewertung der Familie bzw. von deren Erziehung abgeben? Das wäre zu einfach und überdies nicht vernünftig. Viele Eltern sind heute vornehmlich motiviert, ihr Kind in ihrer Lebensgestaltung zu unterstützen. Ich sehe da kein Grund zum Vorwurf – die Jury indes tut dieses.

    Der Sender hat natürlich auch Mitverantwortung. Die Verantwortung der bedeutenden Publizistik. Sie sprachen es an. Es hat nicht verantwortlich gehandelt, es wäre wieder verantwortungsvoll, wenn sie dieses zugeben würden /zugegeben hätten. Nicht zu unrecht könnte da man hier schlimme Motive konstantieren.

    In unserem Gesellschaftsbild werden diese Unterschiede zu selten gemacht.
    Vorwürfe treten gegenüber klaren Botschaften hervor.

  44. Nun, mit einer Diskussion über ein so banales Thema wird Dieter Bohlen zu dem gemacht, was er ist: Ein Superstar! Wie wäre es denn stattdessen, sich einfach, oder auch nicht, vor den Fehrnseher zu setzen, sich „Den Dieter“ reinzuziehen, kurz über die Naivität und Dummheit der Bewerber (bei Minderjährigen über die Dummheit der Eltern) zu lachen und danach wieder was sinnvolles zu tun? Die allgemeine Diskussion über den Sinn und Zweck der Sendung sowie über Dieters psychologische Fähigkeiten hat doch keinen Sinn und hilft eh nur RTL und „Dem Dieter“ auf den Weg nach oben. Ich habe mich in den letzten 5 wochen köstlich amüsiert.

  45. Wenn sogar dem Spiegel nur das „Cheri, Cheri, Lady“ einfällt, das mit studioverzerrtem Kastraten-Stimmchen, live dann im Playback rauf und runter gejodelt wurde, da kann der Bohlen von Glück sagen, nie selbst ner Casting-Jury gegenübergestanden zu haben. Mit „Blue System“ kamm ja dann auch wieder so eine studioverzerrte, dieses mal etwas tieferen Stimme.

    Wer hat den Bohlen eigentlich mal wirklich mit seiner eigenen Stimme live singen gehört? Deswegen waren ja seine ersten musikalischen Gehversuche alles nur Flops

  46. Aus der Provinz:

    Als der Dieter Bohlen in etwa so alt war, wie heute die jungen Leute sind, die er scheinbar völlig unkontrolliert in seinen ominösen DSDS Sendungen niedermacht, hatte er nach Erzählungen eines Mitgliedes einer damaligen Jugendband eine besondere Art zu nerven. Seinerzeit sei er nicht nur durch extreme großmäulige Sprüche, fußend auf DKP-, SDAJ-Gläubigkeit aufgefallen, auch ist er angeblich zweimal mit der Kasse, samt Eintrittsgeld für den gerade gelaufenen Bandauftritt, abgehauen. Dafür wurde er nach Erinnerung des Bandmitgliedes in keiner Weise zur Verantwortung gezogen. (Papa hat wohl den Schaden mehr oder weniger ersetzt…)

    Heute versucht er scheinbar allen ernstes die Welt zu definieren bzw. die Punktevergabestelle für irgendwelche Leistungen oder Werte zu sein.

    Also hier bei uns auf dem Lande weiß man jedenfalls (oder andere wissen es vielleicht auch nicht): Der Dieter schwankt in seiner Persönlichkeit wohl zeitlebens zwischen extrem unsicher bis radikal grenzwertig. Und jetzt zeigt sich das sichtbar hilflose, aufgesetzt selbstsichere Getue, eben ziemlich flach und manchmal auch grenzenlos abwertend in der “Fernseh-Öffentlichkeit“.

  47. > Nun, mit einer Diskussion über ein so banales Thema
    > wird Dieter Bohlen zu dem gemacht, was er ist:
    > Ein Superstar!

    Aha! Da will ich aber ab sofort, dass wir nur noch über mich reden. Wollt auch schon immer Superstar sein.

    Schön das wir auch ständig diese nervtötenden doppel D „Promis“ aus dem Urwald holen. wobei die Schaffrath fand ich bisher immer ganz ansehnlich. was ein glück, dass ich das verpasst habe.

  48. Ich finde immer noch, dass das Totschlagargument „Die wissen doch, was dort auf sie zukommt“, stimmt.

    Denn wenn ich nicht so fertig gemacht werden will, dann geh ich zu Popstars oder zum Raab. Wenn Menschen, die strafmündig sind (ergo: 14+), sich entscheiden, dass sie vor Herrn Bohlen singen und sich beurteilen lassen, hab ich kein Mitleid mit den Menschen. Die wollen von anderen bewundert/gekauft werden, also müssen sie sich auch messen lassen.

    Und Bohlen sagt das doch selbst: „Da kommen Leute, die haben nur vor der Mutter gesunden, die natürlich sagt, dass sie toll singen, klar!“

    Also was soll dieser Moralapostelkram hier, mündige Bürger wissen, was sie tun.

  49. @53: Sie sagen es doch selbst, bzw Raimund Ringele: „An Dieter Bohlen finde ich cool […] und seine Sprüche.“

    Der Kerl WEISS, dass da Sprüche geklopft werden, und das findet er auch cool. Und der Junge kann objektiv nicht singen, wenn er damit nicht umgehen kann, dann soll er daheim bleiben. Ich kann auch nicht singen, aber ich würd das nicht von drei Musikhanseln mir bestätigen lassen.

  50. Es ist sows von egal, wer hier was gewonnen, nicht gewonnen hat, vielleicht gewinnen könnte.
    Die beste Meldung des Tages steht ganz woanders im Web, ist von Henryk M. Broder verfasst und beschreibt die hier versammelte Heulsusen als das, was sie de facto sind: Wichser! Köstlich!
    Was euch an Bohlen stört ist nur: Er hat die Frauen, die ihr euch beim wichsen immer vorstellt, gell, Herr Niggemeierlein?!

  51. Bohlen hat ja auch die richtige Reihenfolge gewählt: Erst selbst Erfolg haben, danach andere kritisieren. Das ist mir um einiges sympathischer als „Medien“-„Journalisten“, die nur darin Erfolg (?) haben, andere zu kritisieren. Und nebenbei merh oder minder indirekt von den Kritisieren ganz gut leben.

    Aber so lange solchen immer noch irgendwelche Medien-Preise hinten rein geschoben werden, fühlen die sich wahrscheinlich auch noch als „wichtige Instanz“. Ich glaube diese Leerfloskel wurde mal in einer Laudatio für Herrn Niggemeiers parasitäres GEschreibsel verwendet.

  52. @67 Smou:

    Klar können die wissen was, auf sie zukommen kann.

    Aber das sind junge Menschen. Die haben Träume und Hoffnungen. Haben vielleicht auch ne kleine Macke. Die wischen die Möglichkeit in ihrem jugendlichen Leichtsinn halt einfach beiseite.

    Es wird ja nur eine kleine Minderheit so fertig gemacht und vorgeführt. Die rechnen natürlich nicht damit, dass sie dazu gehören. Und wenn, dann müsste spätestens RTL das denen doch vorher sagen.

    Aber wenn die erstmal vor ner No-Name-Jury singen und dort sagt man sie seien „interessant“ und dürfen vor der Promi-Jury singen. Und wenn dann auch noch ein Filmteam kommt und will nen Kurzfilm über die drehen, dann sind die vermutlich schon am Träumen. Und wer will denen dann diesen Leichtsinn noch verübeln?

    Aber RTL nutzt das gnadenlos aus, um mit den Hohn und Spott der Zuschauer Einschaltquote zu machen. Im vollen Bewusstsein, dass die Filme nicht nur ein mal im TV laufen, sondern noch jahrelang bei Youtube im Internet kursieren.

  53. @Augusten
    Ich bin gerne auf dem Niveau von Broder & Bohlen. Weil auf dem Niveau von Niggemeierchen und seinen Mit-Masturbanten fühlen sich eben nur kleinwüchsigen, kahlköpfige Brillenträger wohl – und den laufen die Frauen nicht hinterher. Und deshalb: Siehe oben – und Broder hat Recht!

  54. @Roger
    Ich als Frau laufe Niggemeier schon seit Jahr und Tag hinterher, aber der will mich einfach nicht.

    (gnihi)

  55. @Roger
    Sind meine Buchstaben so hässlich dass Sie aus ihnen auf mein Aussehen schliessen können?
    Diese qualifizierte Kritik macht mich jetzt jedenfalls tief betroffen.

  56. Ich verzichte hier auf qualifizierte Kirtik. Ich finde Broders Kritik brilliant und wenn ich mir hier diese erbämrlichen Gutmenschen mit ihrer noch erbärmlicheren Bohlen-Hetze ansehe, weiß ich, dass Broder noch untertrieben hat.
    P.S.: Hässliche Männer bekommen in 99 Prozent aller Fälle nur hässliche Frauen ab, das frustriert auf Dauer enorm, kann aber kompensiert werden, wenn man alle gut ausehenden Millionäre abgrundtief verachtet!

  57. Sagen Sie mal roger, woher wissen Sie denn, dass Broder so unglaubliche Frauen hat oder überhaupt welche haben will? Weil er’s geschrieben hat?

    Und ich merke, an dem, was Sie schreiben, dass Sie weder Frau Augusten, noch Frau Niggemeier kennen.

  58. @roger
    Ich verzichte hier auf qualifizierte Kirtik.
    Nicht nur darauf offensichtlich.

    Hässliche Männer bekommen in 99 Prozent aller Fälle nur hässliche Frauen ab,
    Haben Sie einen Blog, wo Sie uns Ihre diesbezüglichen Erfahrungen mitteilen können?

    Und: Sind Sie ein Bösmensch? Ich meine, weil hier so viele Gutmenschen sind?

  59. @ roger:
    „Ein Dummkopf findet immer einen, der noch dümmer ist, der ihn bewundert.“

    Nicolas Boileau – Despréaux,
    frz. Dichter (1636 – 1711)

  60. @svenR
    Und woher wissen Sie, dass Augusten eine Frau ist? Und wie Frau Niggemeier aussieht? Aber das ist auch nicht das Thema, denn das heißt simpel: Geht weiter wichsen, ihr
    Loser!

  61. @roger
    Was haben Sie denn überhaupt gegen Masturbation einzuwenden? Sie sollten es vielleicht auch mal probieren, möglicherweise spritzt der Geifer dann nicht mehr so peinlich ins Internet.

  62. @Augusten
    Nichts ist gegen Masturbation zu sagen. Nur, diese trostlose Mischpoke der Moralisten hier hält das für die Königsdiszipilin beim Sex!
    P.S.: Beim Masturbieren verspritzt man keinen Geifer, naja, Sie vielleicht doch…lol

  63. Ist ja echt nen Kindergartenkrieg hier … :)

    Kann man roger nicht einfach ignorieren?
    Das geht sonst noch 300 Einträge so weiter.

    Obwohl, die Überschrift heisst ja passenderweise „Dieter Bohlen“. Man könnte also gewarnt sein.

  64. @roger
    Was Sie alles wissen! Sogar dass man beim Masturbieren keinen Geifer verspritzt … was ja auch keiner behauptet hat, gell :-)

  65. @die meisten…
    …nun, ich will diesen erlauchten Kreis der Piefigen, in dem die eine Niete der anderen Niete versichert, dass es im Leben unwichtig ist, ob man eine Niete ist oder nicht, keinesfalls mehr Stören in seinen täglichen, rituellen Anti-Bild-Waschungen.
    P.S.: Das allerbeste beim Masturbieren ist: man braucht keine hässlichen Frauen dafür. Das dürfte für die meisten hier ein Trost sein!

  66. Und was genau haben sie eigentlich gegen hässliche Menschen? Sind die weniger wert als schöne, man möchte gar fragen, sind es vielleicht… Untermenschen?

  67. Als ich die Meldung hörte vom Rentner, der in der U-Bahn zwei Spacken aufs Rauchverbot ansprach, weshalb sie ihn übel zurichteten, dacht ich auch kurz
    „Selber schuld“. Trotzdem weiss ich „das macht man nicht“.

    Genauso les ich immer „selbst schuld, wer bei DSDS mitmacht“. Trotzdem weiss ich, das ist nicht richtig, dass diese unbedarften Amateure nachher von Wildfremden verarscht werden, dass sie von Stalkern bedroht werden.

    Richtig freuen würde ich mich, wenn irgendwann diese Call-In-shows als illegal verurteilt werden. Wer dort als Kabelhilfe oder im Callcenter gearbeitet hat, und anschliessend auf der Strasse stehend jammert, dem halt ich dann auch so ein Schild hin „Selbst schuld, wer DA mitmacht.“

    Interessant wäre, welches Wertesystem DB hat. Die Rolle des Arschlochs spielt er überzeugend.
    Kurios,

  68. Die eigene Familie sagt diesen Personen, die ganz eindeutig keine Gesangstalent haben, wie toll sie doch singen könnten. Dieter Bohlen holt sie mit harten Sprüchen auf den Boden der Realität zurück. Dabei beleidigt er aber keine Personen, sondern schlimmstenfalls die miserable Leistung oder die schreckliche Stimme… okay und gelegentlich sagt er auch etwas gegen das Outfit.

    Wenn man sich eine halbe Stunde lang mit besagtem Kandidaten unterhält, dann ist es natürlich völlig in Ordnung, wenn Dieter Bohlen genau das sagt, was er da von sich gegeben hat.

    Selten musste ich einem Artikel innerlich so vollumfänglich widersprechen, wie diesem hier.

  69. „weil er seit dreißig Jahren hart arbeite, und dass es schon sein möge, dass die Frauen auf ihn stünden, weil er so erfolgreich sei und so viel Geld habe, aber das sei ja nun mal sein Geld, das habe er ja niemandem weggenommen“

    eigentlich hat er ja recht und er gibt ja auch zu dass es an der kohle liegen könnte. Ob das jetzt was mit Ego aufplustern oder einfach mal den Jungen zurechtstutzen zu tun hat sei dahin gestellt…

  70. @torsten:

    Stefan hat in einem älteren Artikel bereits hervorragend verdeutlicht, weshalb Bohlen keineswegs derjenige ist, der die Kandidaten aus humanistischen Gründen auf den „Boden der Tatsachen“ zurückholt:

    „Wer sie [die Wahrheit] offen und ehrlich sagt, wie Bohlen, wird dafür von der Jugend verehrt. Und was würde mit einem Nichtschwimmer passieren, fragt Diekmann, wenn wir ihn mit dem Worten ins Wasser schickten, er hätte das Zeug zum Olympiasieger? Na also.
    Was Diekmann vielleicht entgangen ist: Das Konzept der Show besteht darin, Nichtschwimmern zu erzählen, sie könnten Olympia gewinnen, und ein wesentlicher Reiz für den Zuschauer, ihnen begleitet von hämischen Sprüchen Dieter Bohlens beim Ertrinken zuzusehen.“

    Damit wäre alles gesagt.

  71. Bohlen hat viel geld, benimmt sich wie er will, ist arrogant und sagt was er will. Warum? Weil mehrere idioten in dieses land und auch in andere laender fuer similaere Bohlen, ihre zeit vergeben ihm zu sehen ihm zu hoeren und ihm indirekt zu finazieren.

    Wenn wir diese idioten (Bohlen & Co ) ignorieren wird ihr arrogantes laecheln und ihre huebsche frauen weggehen.

  72. Eine Fundsache.
    Als Kurzkritik von amazon.de benutzt, zu Bohlens neuem Buch, im Oktober 2008:
    „Pressestimmen: Dieter Bohlen ist nur halb so alt wie Johannes Heesters, dafür aber doppelt so unterhaltsam. Und seit Harald Juhnke und Rudi Carrell tot sind, ist die Generationenlücke zwischen dem Elder Statesman der Operette und dem Titan der Popmusik noch größer geworden. Davor ist nichts, dazwischen ist wenig und danach kommt kaum noch etwas. Hendryk M. Broder, Der Spiegel“

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