Hillary Clinton

02 Mrz 08
2. März 2008

Plädoyer für die Zicke. Die Regeln der Medien sind grausam: Warum Obama nur gewinnen und Hillary Clinton nur verlieren kann.

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Ist denn niemand für Hillary? Warten alle nur darauf, dass sie endlich aufgibt? Oder ist es fast schöner, sie noch länger verlieren zu sehen, Vorwahl um Vorwahl, noch ein bisschen zu rechnen, wie aussichtslos ihr Kampf längst ist, noch ein bisschen zu lästern, über den Einsatz ihres Mannes, noch ein bisschen zu zeigen, wie hinter ihr im Publikum immer ältere Leute stehen, während bei Barack Obama die Jugend, die Zukunft ist?

Fast möchte man schon deshalb für Hillary Clinton sein, um gerade nicht Teil dieser erstaunlichen Welle zu sein, von der Obama getragen wird. Und auch, um sich den Mechanismen der Medien zu widersetzen, die einen wesentlichen Anteil daran haben, dass alles gegen Hillary Clinton zu sprechen scheint.

Ganz einig sind sie sich noch nicht, ob der richtige Fachausdruck nun „Obamomentum“ oder „Obamentum“ ist. Aber dass man über den Siegeszug von Barack Obama nicht reden kann, ohne das Phänomen des „Momentums“ zu beschreiben, steht außer Frage. Das Faszinierende an diesem Phänomen ist, dass es schon dadurch entsteht, dass man seine Existenz behauptet.

Einen äußeren Anlass braucht es auch, und bei Barack Obama war einer der wichtigsten der Sieg bei den ersten Vorwahlen in Iowa. Zu gewinnen gab es dort zwar kaum Wahlmänner, aber eben: Momentum, und schon am Wahlabend konnte man zum Beispiel auf CNN sehen, wie der Schwung entsteht, den ein Kandidat angeblich durch eine solche symbolische Wahl bekommt: dadurch, dass Dutzende Kommentatoren, Moderatoren, Experten und Korrespondenten den ganzen Abend behaupten, dass dieser Sieg dem Kandidaten diesen Schwung bescheren werde.

Menschen sind eher bereit, sich zu Siegern zu bekennen. Diese Wirkung wird durch die Medien — insbesondere in einem Biotop wie der amerikanischen Vorwahl, in dem aus sehr begrenztem Material unendliche Mengen content produzieren werden müssen — so massiv verstärkt, dass sich ein Rückkopplungseffekt einstellt, der alles überlagert. Am Ende ist es egal, ob es ursprünglich wirklich ein Momentum gab: Wenn die Medien der Meinung sind, es gebe einen solchen Schwung, und das oft genug beteuern, wird es ihn auch geben.

Es gibt eine Reihe solcher sich selbst verstärkenden Effekte in diesem Vorwahlkampf, und fast alle funktionieren zugunsten von Obama. Da ist etwa die Frage, ob die Superdelegierten, die nicht durch das Votum in den Bundesstaaten gebunden sind, einen wachsenden Druck verspüren, massenhaft zu Obama überzulaufen — weil es den Wählern schwer zu vermitteln wäre, wenn sie anders stimmten als das Fußvolk. Vermutlich gab es tatsächlich, bevor auch nur ein einziges Medium diesen Gedanken formulierte, Superdelegierte, die diesen Druck verspürten. Aber so richtig entstand dieser Druck natürlich erst dadurch, dass die Medien die Frage breit diskutierten, ob es diesen Druck gebe. (Ohnehin wird in solchen Debatten gerne so getan, als gebe es eine faktische überwältigende Stimmenmehrheit und nicht nur eine wachsende, aber immer noch knappe Mehrheit — plus ein gewaltiges Momentum, natürlich.)

Die Erzählstruktur, die Dramaturgie und Rollenverteilung haben sich inzwischen so verfestigt, dass selbst Hillary Clintons Erfolge entsprechend umgedeutet werden. Sie bekam vorige Woche viel Applaus für eine Bemerkung am Ende einer Fernsehdebatte: Was immer geschehe, ihnen beiden, ihr und Barack Obama, werde es gutgehen — die Frage, um die es wirklich gehe, sei, ob es Amerika gutgehen werde. Das allgemeine Lob für diesen Moment wurde schnell vergiftet, als die ersten Kommentatoren fragten, ob das nicht ein guter Satz wäre, sich mit Würde aus dem Rennen zu verabschieden.

Der Aufstieg Obamas vom Außenseiter zum Favoriten beruht natürlich nicht ausschließlich darauf, dass ihn die Regeln begünstigen, nach denen Medien aus Entwicklungen Theaterstücke machen und aus Ereignissen Szenen darin. Obama reflektiert das echte Bedürfnis vieler Amerikaner nach einer anderen Art von Präsidenten. Und so wie sein sicheres Auftreten viele Beobachter überrascht hat, so katastrophal waren viele Fehler, die Clintons Kampagne machte. Dass die Dramaturgie in diesem Maße gegen sie spricht, ist auch ihre eigene Schuld. Sie hat versucht, die Rolle der unvermeidlichen Kandidatin zu spielen. Das hätte funktionieren und alle anderen Mitbewerber marginalisieren können. Aber schon ein einziges Ergebnis wie das in Iowa reichte aus, dieses Rollenbild als unrealistisch zu entlarven — und ihre Wunschdramaturgie zu vernichten. Fortan war Obama immer in der leichteren, attraktiveren Position: der des Herausforderers, des Underdogs, desjenigen, der aufholt. Obama konnte nur gewinnen, Clinton nur verlieren. Jeder Sieg für ihn war ein vernichtender Schlag gegen sie. Jeder Sieg für sie war das eigentlich normale Ergebnis, über das er sich nicht grämen musste.

Erstaunlicherweise hat sich diese Lesart bis heute erhalten — obwohl Obama jetzt in jeder Hinsicht führt. Clinton muss unbedingt Punkte machen, und er gewinnt schon, wenn sie ihn nicht vernichtend schlägt. Sie muss ackern, er nichts tun, außer gelegentlich ihre Angriffe abzuwehren — oder abtropfen zu lassen.

Ihre Behauptung, dass sie, im Gegensatz zu ihm, genug Erfahrung mitbringe, um vom ersten Tag der Amtszeit an das Land führen zu können, macht sie angreifbar. Schon der kleinste Fehler, wie das Stolpern über den Namen des nächsten russischen Präsidenten, genügt scheinbar als Beweis dafür, dass es mit dieser Behauptung nicht so weit her sein kann. Sie muss ihre behaupteten Qualitäten jederzeit beweisen. Ihm reicht es, wenn er gelegentlich kompetenter ist, als sie ihm unterstellt. (Und, keine Frage: Das gelingt ihm regelmäßig.)

Selbst wenn man all diese Regeln kennt, nach denen Medien funktionieren, und die Rollen identifiziert hat, die die Kandidaten spielen oder zugeschrieben bekommen haben (und wer wie Obama gleichermaßen mit John F. Kennedy und Ronald Reagan verglichen wird, hat fast schon gewonnen), selbst dann ist es erstaunlich, mit wie viel Häme die Kommentatoren jeden Fehler, jede Niederlage Clintons kommentieren.

Wie tragisch ist das für sie: In jedem anderen Wahlkampf hätte sie, schon weil sie eine Frau ist, als Symbol für den Wandel, für einen radikalen Wandel Amerikas gegolten. Außer natürlich im Wettbewerb mit einem Schwarzen. Wenn Clinton öffentlich davon spricht, wie sehr ihre Wahl auch bedeuten würde, dass eine Frau die „gläserne Decke“ durchbräche, erntet sie angesichts ihres Gegners und der ungleich größeren Revolution, die seine Wahl darstellen würde, vor allem Spott — was ebenso nachvollziehbar wie ungerecht ist.

Betrachtet man die Kandidatenkür der Demokraten als Wettstreit zwischen zwei Vertretern unterrepräsentierter sozialer Gruppen, ist Hillary Clinton ebenfalls im Nachteil: Jedes auch nur annähernd rassistische Argumentationsmuster ist ein starkes Tabu; sexistische Äußerungen dagegen gelten nur als nicht besonders fair — die Unzulässigkeit von solchen Sprüchen wie dem des rechten Radio-Mannes Rush Limbaugh, Amerika sei noch nicht bereit, zuzusehen, wie sein Präsident vor ihren Augen „sich in eine alte Frau verwandelt“, lässt sich verlachen.

Es muss eine besondere Genugtuung gewesen sein für Hillary Clinton, nach all den (teils selbst verschuldeten) Zumutungen durch die Medien, dass sich am vergangenen Wochenende wenigstens die traditionsreiche Comedysendung „Saturday Night Live“ auf ihre Seite schlug -– und über den merkwürdig unterschiedlichen Umgang mit den beiden Kandidaten mokierte. In einem ebenso lustigen wie offensichtlich ernst gemeinten Monolog brach Moderatorin Tina Fey eine Lanze für Clinton. Sie mokierte sich über die scheinbare Angst der Amerikaner, mit Hillary gleichzeitig einen Co-Präsidenten Bill Clinton zu wählen, und kommentierte ironisch: „Ja, das wäre furchtbar: Zwei intelligente, qualifizierte Menschen zu haben, die gemeinsam daran arbeiten, Probleme zu lösen. Warum sollte Starsky mit Hutch reden? Ich will die Show ‚Starsky‘ sehen!“ Dann schwärmte sie noch davon, dass Clinton selbstverständlich eine bitch sei, eine fiese Zicke, denn Zicken erreichten etwas im Leben, und rief: „Bitch is the new black!“

Es war ein wohltuender und notwendiger Kontrast zur „Obamania“, vermutlich aber ein folgenloser. Wenn Hillary Clinton und ihre Leute nun anfangen, sich über echte und vermeintliche Benachteiligungen in der Berichterstattung zu beschweren, macht das die Sache nur noch schlimmer. Selbst berechtigte Kritik stößt auf Häme und Empörung und wird als Rundumschlag einer schlechten Verliererin gewertet. Egal, was sie tut: Es scheint unmöglich, aus ihrer Rolle herauszukommen.

James Poniewozik, der Medienkritiker von „Time“, sieht immerhin eine kleine Chance, dass es Clinton gelingen könnte, einige Wähler in den entscheidenden Vorwahlen in der kommenden Woche davon zu überzeugen, dass eine Stimme für sie eine Stimme gegen die Medien wäre und gegen die ungerechte Behandlung, die ihr zuteilwird — in schmerzhafter Erinnerung an die ungerechte Behandlung, die den Demokraten so oft zuteilwurde.

Wenn Barack Obama tatsächlich die Vorwahlen gewinnt, wird er den Gegenwind der konservativen Meinungsmacher, die es immer noch schaffen, die Tagesordnung zu bestimmen, mit voller Wucht zu spüren bekommen. Dann werden die Rollen in dem Drama neu verteilt. Obama wird nicht mehr der Underdog sein, sondern der Favorit, und anders als im innerdemokratischen Rennen werden all die Ressentiments, die sich gegen ihn und seine Herkunft wecken lassen, ins Spiel gebracht. Die ersten konservativen Radiomoderatoren laufen sich schon warm und nennen konsequent und bedeutungsschwanger Obamas zweiten Vornamen: „Hussein“!

(c) Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung

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Quellen und weiterführende Links:

„Huffington Post“: „Go Hard Or Go Home? The Media Drumbeat For A Hillary Exit“

„Tuned-in“-Blog von „Time“: „Live from New York Ohio: Hillary’s SNL Defense.…“

Howard Kurtz, „Washington Post“: „‚Soft‘ Press Sharpens Its Focus on Obama“

„Boston Globe“: „The Double Standard“

Tina Fey über Hillary Clinton in „Saturday Night Live“:

Hillary Clinton zu Gast in der „Daily Show“:

27 Gedanken
  1. 1
    Galomtala says:

    Beim Lesen des Textes musste ich ständig an die Anti-Hillary Conspirancy denken.

  2. 2
    DenKa says:

    Kleine Korrektur am Rande:

    Tina Fey war Host der Sendung „Saturday Night Live“, als sie über Hillary Clinton sprach, aber nicht mehr Chefautorin. Den Posten hatte sie nach der Season 2005 abgegeben, um ihre eigene Serie 30 Rock erfolgreich aufzusetzen.

  3. 3
    moschus says:

    Mein Orakel: Erst setzt sich Obama gegen Hillary durch. Um im Schlußspurt gegen McCain aus irgendwelchen unergründlichen Gründen zu verlieren: http://​youtube​.com/​w​a​t​c​h​?​v​=​y​2​k​y​X​N​4​Z​VQg

  4. 4
  5. 5
    Stefan says:

    @Galomtala: Eigentlich wollte ich mit dem Text ja erklären, warum es gar keiner Verschwörung bedarf, sondern die Mechanismen der Medien schon ohne böse Absicht für die Schieflage sorgen. Andererseits hat Samantha Bee immer recht! :-)

    @DenKa, Marcel Weiß: Danke, wird gleich korrigiert.

  6. 6
    Gregor Keuschnig says:

    Interessante Analyse, der ich — aus meiner bescheidenen Sicht — nicht immer zuzustimmen vermag. Denn so sehr die „Obamania“ eine von den Medien beförderte sein mag — es führt kein Weg daran vorbei, dass Clinton bereits im Vorfeld Fehler gemacht hat, wobei der, Obama zu unterschätzen vermutlich der geringste war.

    Ihren Rekurs auf ihre „Erfahrung“ beispielsweise – wie unheilvoll doch für viele Amerikaner die hochtrabenden Versprechungen am Anfang der Bill-Administration und das Abgleiten in den profanen Ehekrach vor aller Augen. Welche „Erfahrung“ meint sie eigentlich – ausser die, das Establishment nebst allen Unannehmlichkeiten aus erster Hand zu kennen und auch ertragen zu haben. Immer schön mit Bill gereist zu sein? Wo sind denn die vorzeigbaren Projekte, die sie zu verantworten hat? Und ist der Gedanke, dass nach Bush, Clinton und Bush wieder Clinton folgt wirklich so prickelnd? Dynastien sind nicht jedermanns Sache. Hillary wollte Wahlkampf machen mit der Melancholie der Bill-Zeit, als alles noch „in Ordnung“ war. Das hat schlichtweg nicht geklappt. Vielleicht war das zu europäisch gedacht.

    Kann es nicht sein, dass Clinton durch Obamas Auftreten plötzlich nur noch die zweitbeste Alternative gegen den darbenden Neokonservatismus scheint? Dabei war Hillarys Maschine vermutlich gut geölt. Und da kommt dann dieser „Nobody“ aus der eigenen Partei. Später dann schlagen sich die Kennedys – nicht sofort, aber als es eine Aussicht auf Erfolg verspricht – noch schnell auf die Seite Obamas. Nicht zu vergessen: Hollywood (obwohl: wen interessiert das?).

    Die Schmutzkampagnen der konservativen Medien müsste Hillary genauso ertragen wie Obama. Nur eben andere. Nicht auszuschliessen, dass Monica dann wieder hervorgeholt würde. Oder Whitewater. Da wird man doch noch was finden, wenn man nur lange genug sucht (und diejenigen, die da suchen, lachen sich ob der paar Kröten, um die es da geht, heimlich ins Fäustchen).

    Ich bin nicht sicher, ob Obama als Kandidat vom Underdog zum Favoriten würde. Selbst wenn: Er bliebe die Verkörperung des Neuanfangs, der ihn auch für einige fortschrittliche Republikaner wählbar machen könnte; auch gegen Kreationisten, Evangelikale und FOX. McCain, der Gegner, wäre auch nur Establishment; ein aussenpolitischer Bellizist. Wer will das noch?

    (Kann gut sein, dass hier der Wunsch der Vater des Gedankens ist. Ich habe neulich mit einem Amerikaner gesprochen; Demokrat. Er war am Anfang für Obama, aber auch deswegen, weil er letztlich an Hillarys Sieg nicht zweifelte. Jetzt kommen die ersten Vorbehalte: Obama habe doch wenig Erfahrung. Und die Wirtschaft. Angst vor der eigenen Courage.)

  7. 7
    SvenR says:

    Hach, ich bin hin und her gerissen. In meinen kühnsten Träumen würde ich mir wünschen, dass Hillary Clinton Präsidentin und Barack Obama ihr Vize würde. Wahrscheinlich beschädigen die sich vor der Wahl noch so sehr, dass am Ende John McCain doch noch gewinnt.

    Zum einen bin ich ja fasziniert, von diesem Vorwahlkampfgetümmel, und diesem basisdemokratischen Anschein. Als interessierter Laie — aber kein intimer Kenner des US-Wahlrechts — durchschaue ich das alles aber nicht wirklich. Bislang dachte ich immer, dass das an mir liegen würde.

    Scheinbar haben aber auch selbst interessierte US-Amerikaner Probleme, dem zu folgen. Rick Klau, ein ehemaliger Kollege, hat ein Wiki mit einem Google-Earth-Layer gebastelt, der jedem die Möglichkeit gibt, das Geheimnis der Superdelegates zu lüften: http://​www​.superdelegates​.org

    Aber: Es ist ja viel einfache, Fox-News entscheiden zu lassen, wen ich, äh nein, der US-Amerikaner an sich, ne, auch nicht die Delegierten wählen sollen.

  8. 8
    Paula Schramm says:

    @#6 Wieviel Veränderung soll ein Mann bringen der sagt, das Ronald Reagan gar nicht so schlecht wäre und der zwei Republikaner zu seinen engsten Mitarbeitern im Schattenkabinett machen will. Obama ist deshalb auch für fortschritliche Republikaner wählbar, weil er selber fast einer ist.

    Wieviel Veränderung soll ein Mann bringen der ständig um die Herzen der weißen Mitte buhlt und einfach darauf baut, dass die Wähler Afro-Amerikanische Herkunft ihn wählen weil er die gleiche Hautfarbe hat?

    Hillary hat Fehler gemacht, nicht zuletzt Bill rassistischen Dreck von sich geben lassen. Jedoch hat sie sich auch dagegen gewehrt, dass die Presse mit Rassismus auf Barack reagiert. Der jedoch hat selber alle frauenfeindlichen Momente genutzt die ihm die Presse gegeben hat und selber manch sexistischen Spruch von sich gegeben, ohne einmal einzugestehen, dass das nicht in Ordnung ist.

    Barack mag zwar den Wandel räpresentieren, ob er ihn aber durchführen kann, bleibt offen.

  9. 9
    Gregor Keuschnig says:

    @8/Paula Schramm
    Die Parteienunterschiede zwischen REPs und DEMs sind nicht derart polarisierend wie beispielsweise gelegentlich zwischen den Parteien in Europa. Es kann in den USA auch durchaus schon einmal vorkommen, dass jemand als Berater eingebunden wird, der der „anderen“ Partei angehört — man geht dort ab und zu noch mehr nach Kompetenz als nach Parteizugehörigkeit.

    Den gleichen Vorwurf könnte man übrigens Hillary Clinton machen. Clintons und Obamas Prigramme unterscheiden sich nur geringfügig. Ihre Aussage vergegenwärtigend hiesse dies, dass es sowieso egal ist, wer gewinnt. Daran kann man am besten den Unterschied zwischen den USA und Deutschland illustrieren. Hier wissen soviele immer schon, wie es ausgehen wird, bevor es überhaupt angefangen hat.

  10. 10
    Theo says:

    „Wie tragisch ist das für sie: In jedem anderen Wahlkampf hätte sie, schon weil sie eine Frau ist, als Symbol für den Wandel, für einen radikalen Wandel Amerikas gegolten.“

    Och das tut mir jetzt aber wirklich ausserordentlich leid. Wirklich, wie schade, dass es nicht funktioniert positiv diskirminiert zu werden.

  11. 11
    diO says:

    liest Stefan Niggemeier tatsächlich meinen ollen Blog?

  12. 12
    Peter says:

    Tina Fey zumindest scheint ihre Meinung geändert zu haben:

    In another episode [of „30 Rock“], in which Liz reflects on things about herself that others wouldn’t know, she says, “There is an 80 percent chance” that she will “tell all my friends I’m voting for Barack Obama, but I will secretly vote for John McCain.”

    Ms. Fey, who wrote that line, said it was semi-autobiographical, a way of “admitting I have a lot of liberal feelings, but I also live in New York, and I want to feel safe, and I secretly kind of want Giuliani.”

    (von http://​www​.nytimes​.com/​2​0​0​7​/​0​9​/​2​3​/​a​r​t​s​/​t​e​l​e​v​i​s​i​o​n​/​2​3​s​t​e​i​.​h​tml )

  13. 13
    Stefan says:

    @diO: bislang nicht.

  14. 14
    Jennifer says:

    Ich stimme SvenR zu… aber zum Gespann Clinton/Obama wird es wohl leider nie kommen. Nun ja. Wenigstens ist dies einmal ein Wahlkampf, bei dem es mir recht egal ist, wer am Ende antritt — denn beide sind gut!

  15. 16
    Sebastian says:

    Ich find’s schön, dass dieses Mal Kandidaten gewinnen können, die in vollständigen Sätzen sprechen und „Krieg und Frieden“ gelesen haben.

    Wenn man ganz ehrlich ist sollte man sich eingestehen, dass Obama die beste Wahl wäre, einfach um Dynastien zu durchbrechen, wobei mich sorgt, dass sein Hintergrund noch nicht weit genug beleuchtet ist. Er ist der Kandidat, über den ich durch die Daily Show bisher am wenigsten erfahren habe. McCains Überzeugungen sind bisweilen „seltsam“ in dem Sinne dass er z.B. Ansichten wie „der Irak ist sicher“ vertreten hat — grundsätzlich aber kann man verstehen, wie er zu diesem Standpunkt gekommen ist, und im Gegensatz zu Dubjah kann man ihn mit John Stewart an einen Tisch setzen und ganz einfach durch seine Argumentation (!) überzeugt werden. Auch wenn er so verdammt alt ist kann man zur Überzeugung kommen, dass der Mann so viel Energie mit in den Job bringen wird, dass er Dinge bewerkstelligen kann.

    Von daher haben alle drei ihre Vor- und Nachteile.

    Was am Ende wirklich interessiert ist doch lediglich, ob die Arbeitsplätze weiter aus den USA exportiert werden und ob endlich ein funktionierendes Gesundheitssystem eingeführt wird. Sonst nichts.

    Ganz zu schweigen von der Anzahl an Morden jedes Jahr im „besten“ Land der ganzen Welt.

  16. 17
    diO says:

    KENOSHA, Wisconsin (Reuters) — Democratic presidential candidate Hillary Clinton revealed something about herself on Saturday that she acknowledged might surprise many people: she knows how to hunt.
    Campaigning ahead of Tuesday’s Democratic nominating vote in Wisconsin, a state with a strong tradition of hunting and where many voters strongly support gun ownership rights, Clinton said she firmly backed the right to bear arms.
    „You know, you may not believe it but I’ve actually gone hunting,“ Clinton, 60, said at a question-and-answer session with voters at a crammed bratwurst restaurant in Kenosha.
    „My father taught me to shoot 100 years ago,“ she said jokingly.
    The topic came up when one voter asked Clinton what she would do to prevent incidents such as the shooting spree at Northern Illinois University on Thursday in which a man entered a lecture hall and killed five students and himself.
    Officials later said the man had shown erratic behavior after he stopped taking medication.
    Clinton, a New York senator and former first lady, said steps should be taken to make sure those with criminal backgrounds or a history of mental illness did not get access to guns, though she did not offer specifics. But Clinton, who is hoping to put a stop to a streak of wins by rival Barack Obama, she said she would not take any steps that would infringe on the rights of „lawful gun owners.“
    „I think we’ve got to do two things simultaneously. We should be smart enough to figure this out — protect the rights of lawful gun owners, whether it’s hunting, collecting, target shooting, whatever the purpose is, it’s a lawful right period,“ Clinton said. „But we’ve got to keep it out of the hands of criminals and terrorists and people who are mentally ill.“
    Later, a reporter who had followed her career for 2 1/2 years and was not aware of her hunting experience pressed Clinton on whether she had ever shot anything.
    „Yes, Mike, I have,“ she told the reporter, Mike McAuliff of the New York Daily News. Clinton said she had shot a duck as well as „a lot of tin cans and a lot of targets and some skeet.“
    http://​www​.reuters​.com/​a​r​t​i​c​l​e​/​v​c​C​a​n​d​i​d​a​t​e​F​e​e​d​1​/​i​d​U​S​N​1​6​6​3​1​2​2​0​2​0​0​8​0​217

  17. 18
    lülü says:

    Danke für den Artikel.

  18. 19
    schläfer says:

    Im Design gibt es die Regel „form follows function“, bei den Designierten der Demokraten ist es zur Zeit genau umgekehrt: Clinton hinter Obama. Sie kommt mit Inhalten, er mit „Change“ & „Yes, we can“.

  19. 21
    Jörg Friedrich says:

    Was wird nun aus der ganzen Momentum-Theorie? Der ganze schöne Artikel ist nun nichts weiter als ein beweis, dass noch so plausible Theorien nicht stimmen müssen, vor allem, wenn sie das Verhalten von Menschen mit einrechnen.

  20. 23
    arahf says:

    super artikel

  21. 24
    fogh says:

    Wirklich interessante Darstellung — aber irgendwie keimt da eine Spur von Mitleid in mir auf.
    Hillary ist — wie hier auch betont wird — an ihrer Situation selbst schuld und begeht immer weitere Fehler. So hat auch der Ex-Präsidentschaftsbewerber John Kerry kürzlich darauf hingewiesen, dass Clinton zwar öffentlich Zweifel an Obamas Qualitäten und Kompetenz äußert, andererseits jedoch selbst Obama als Vizepräsidenten vorschlägt… Muss denn ein Vize nicht auch alle Erwartungen an einen Präsidenten erfüllen können? Etwas inkonsistent.

    Tatsächlich könnte es auch einen lachenden Dritten geben. Je länger das Demokraten-Duell andauert und je harscher und niveauloser diese (noch nicht) Schlammschlacht dauert, desto mehr wachsen die McCains Chancen… Und will das jemand? Bestimmt, nur wer?

    MfG

    P.S. Einfach mal ein großes Lob an den Autor für diesen Blog allgemein. Bin erst vor kurzem darauf aufmerksam geworden, aber eigentlich schon süchtig.

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  1. […] über die mögliche Wirkung von narratives in einem Artikel von mir über die Wirkung der Medien im Vorwahlkampf von Hillary Clinton gegen Barack Ob… und einem Interview mit dem Kommunikationsberater Klaus Kocks vor der Bundestagswahl […]

  2. Pottblog sagt:

    Hillary Clinton: Plädoyer für die Zicke…

    Lukas hatte mir bei der letzten pl0gbar den Hinweis gegeben, dass es bei Stefan Niggemeier einen Artikel zum Vorwahlkampf der US-Demokraten geben würde, der lesenswert sei, wobei er jedoch anmerkte, dass er die Argumentation zwar verstehen aber si…

  3. […] Hillary Clinton gute Analyse der Entwicklung im Rennen um die demokratische Präsidentschafstkandidatur (tags: usa election 2008 media media-journalism) […]

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