Grimme-Preis 2008

Am Ende war es so spannend, dass man die Entscheidung live im Fernsehen hätte zeigen und von einem Sportreporter kommentieren lassen können. Erst hätte er erzählt, wie erstaunlich dicht das Feld hinter dem einsam Führenden beisammen lag. Dann atemlos beschrieben, wie der Schiedsrichter hinzugezogen werden musste, als sich herausstellte, dass ein Juror versehentlich seine Punkte falsch vergeben hatte. Als nächstes in Zeitlupe die entscheidenden letzten Abstimmungen per Handzeichen gezeigt, die teilweise wiederholt werden mussten, weil es Unklarheiten bei der Zählung gab. Und schließlich hätte er ganz sicher von einem sensationellen „Foto-Finish“ gesprochen, von dem knappstmöglichen Ergebnis, mit dem sich das 70er-Jahre-Ost-Drama „An die Grenze“ beim Rennen um den letzten zu vergebenden Grimme-Preis 2008 der Jury „Fiktion“ an dem 60er-Jahre-West-Drama „Contergan“ vorbeischob.

Aber das Drama in dieser Jury in diesem Jahr war eines der besten Art: Es gab einfach zu viele gute Sendungen. Lächerliche fünf Preise konnten wir vergeben — vermutlich hätten sich für zehn Nominierte Mehrheiten finden lassen. Und einen feinen Kandidaten hatten wir angesichts des Qualitätsüberschusses sogar schon weitergereicht in die Jury „Unterhaltung“: die originelle Krimi-Comedy-Serie „Dr. Psycho“ mit Christian Ulmen. Nicht weil sie nicht auch Fans in unserer Jury Fiktion hatte, sondern weil abzusehen war, dass sie sich gegen die großen Fernsehspiele schwer tun würde und bessere Chancen in der Kategorie „Unterhaltung“ hätte.

(Hat auch geklappt: „Dr. Psycho“ und das grandiose Sat.1-Special „Fröhliche Weihnachten mit Wolfgang und Anneliese“ mit Anke Engelke und Bastian Pastewka sind die beiden Grimme-Preis-Träger der Jury „Unterhaltung“ in diesem Jahr, was mich sehr freut.)

Aber zurück zur Jury „Fiktion“: Es war ein Jahr, in dem viele vermeintlich kleine Filme glänzten, eher die leise und genau erzählten Geschichten als die aufmerksamkeitsheischenden Highlights, Materialschlachten und Vielteiler. Vielleicht ist es dafür sogar ganz symptomatisch, dass am Ende auch noch — wie gesagt: ganz knapp — der Zweiteiler an einem Grimme-Preis vorbeischrammte, der (teils unfreiwillig) besonders viel Aufmerksamkeit bekommen hatte: „Contergan“. Nicht gereicht hat es am Ende leider auch für bezaubernden Film „Rose“ mit Corinna Harfouch, der mit außerordentlicher Liebe zu den Personen und ohne jedes Klischee die Geschichte einer alleinerziehenden Mutter erzählt. Zu meinen persönlichen Favoriten gehörte auch „Kleine Herzen“, ein außergewöhnlicher „Tatort“ aus München, der völlig aus dem Krimi-Genre herausfällt. Es geht um soziale Verwahrlosung, die Überforderung einer jungen Mutter, aber erzählt ohne jede leichte Antwort und billige Erklärung, dramatisch undramatisch inszeniert und mit einem herausragenden Spiel von Janina Stopper. Und schließlich tut es mir leid um „Der Letzte macht das Licht aus“, den Debüt zweiten Film von Clemens Schönborn, der aber zum Glück nicht leer ausgeht: Der Regisseur bekommt das Mercedes-Benz-Förderstipendium (das im Gegensatz zu den Grimme-Preisen auch mit einem Geldsegen verbunden ist).

Aber dies hier sind sie, die fünf Gewinner, die wir nach einer knappen Woche in Marl, teilweise 13-, 14-stündigen Sichtungs- und Diskussionsmarathons, Hunderten belegten Brötchen und insgesamt sicher einem Dutzend Abstimmungen zu Grimme-Preisträgern in der Kategorie Fiktion küren durften:

„Eine andere Liga“

Es gibt Filme, die erledigen ganz allein jede Diskussion um Strategien, Statuten und Regularien. „Eine andere Liga“ ist schon ab 2004 produziert worden, war 2005 beim Filmfest Emden zu sehen, lief Anfang 2006 in einigen Kinos. Erst 2007 kam der Film ins Fernsehen, für das er vor allem produziert wurde: im Januar zeigte ihn arte, im August das ZDF. Es spricht also viel dagegen, diesem Film Anfang 2008 noch einen Preis zu geben. Dafür spricht: der Film. Ich glaube, kein anderer Beitrag hat uns kollektiv so mitgerissen wie dieser. Und ob es merkwürdig wirkt, dieser Preis mit dieser Verspätung — mit der Frage haben wir uns kaum eine Minute aufgehalten. Die Geschichte einer jungen deutsch-türkischen Fußballspielerin, der nach einer Krebsdiagnose eine Brust abgenommen werden muss, ist so grandios erzählt, inszeniert und gespielt – und überzeugt gerade deshalb, weil es wahrlich nicht mangelt an Brustkrebsdramen und Filmen über Frauen, die sich in einem Männersport durchsetzen wollen. Ich war mir vorher sehr sicher, keine Multikulti-Brustkrebs-Frauenfußballer-Tragikomödie sehen zu wollen, aber dem Sog und Charme von „Eine andere Liga“ kann man sich nicht entziehen. Der Film ist unerwartbar, frisch, leicht, aber auch aufrichtig, schmerzhaft, bewegend. Es ist ein Vergnügen, den Hauptdarstellern Karoline Herfurth und Ken Duken zuzusehen, und Thierry Van Werveke darf in einer wunderbaren Rolle zeigen, dass er viel mehr kann, als nur den Deppen vom Dienst zu spielen.

„Eine Stadt wird erpresst“

Der siebte Grimme-Preis für Dominik Graf (damit liegt er gleichauf mit Heinrich Breloer). Aber es ist nicht so, wie es wirken könnte, dass Herr Graf einfach nur einen Film machen muss und dafür automatisch dann einen Grimme-Preis bekommt. Gerade die Zahl der vorherigen Auszeichnungen bedeutet, dass die Schwelle höher liegt. Dass in der Diskussion die Frage aufkommt: Ist dieser Film gut genug, den vielen Grimme-Preisen für diesen Regisseur einen weiteren hinzuzufügen? Mein persönlicher Favorit war „Eine Stadt wird erpresst“ nicht, aber die große Mehrheit der Jury war hin und weg von der Art, wie Graf das Genre sprengte und aus einem Polizeithriller ein Sozialdrama machte.

„Guten Morgen, Herr Grothe“

Na bravo: Ein Schuldrama. Die Diskussion um den Zustand unserer Hauptschulen, nach Rütli, in einen Film geronnen? Will man das sehen? Wenn es so daherkommt wie dieser Film: unbedingt. „Guten Morgen, Herr Grothe“ ist ein leiser Film zu einer lauten Debatte, kein verfilmtes Thesenpapier und keine melodramatische Anklage. Er meidet schlichte Botschaften und Klischees, er denunziert seine Protagonisten nicht. Weil der Film keine billigen Antworten liefert, ist es umso schwerer, sich den Fragen, die er aufwirft, zu entziehen. Es ist ein außerordentlich intensiver, genauer Film, der nicht überhöht, sondern einen Ausschnitt aus unserer Welt zeigt, der vermutlich typisch und realisitsch ist. Das Buch von Beate Langmaack romantisiert nicht die Situation an den deutschen Hauptschulen und die Möglichkeiten, durch persönliches Engagement etwas zu verbessern, es weckt keine falschen Hoffnungen, belässt es aber auch nicht bei völliger Hoffnungslosigkeit. Die Regie von Lars Kraume nimmt die Zuschauer mit in den Klassenraum und macht es uns unmöglich, die Probleme dort als die anderer Leute, anderer Milieus abzutun.

„An die Grenze“

Auch so ein Film, der leise daher kommt. Nicht der ultimative Event-Zweiteiler zum Mauerbau oder das überall beworbene Geschichtsdrama zum Mauerfall, mit all den Kompromissen, die diese Spektakel machen müssen, den Vereinfachungen und Übertreibungen. „An die Grenze“ erzählt die Geschichte eines jungen Grenzsoldaten, der vermutlich typisch ist für viele, ohne deshalb für sie alle stehen zu müssen. Er ist kein angepasster Karrierist, aber auch kein Revolutionär und wird, wie sie alle, mit der unmöglichen Pflicht konfrontiert, im Zweifel auf die eigenen Landsleute schießen zu müssen. „Prismatisch“ veranschauliche der Film das Leben zwischen Langeweile und Gewalt und die „moralischen Zumutungen einer Diktatur“, schrieb der Sender. Das stimmt, und er tut das mit einer solchen Genauigkeit, ohne Überheblichkeit oder schrillen Töne.

„KDD – Kriminaldauerdienst“

Ein Teil des Preises müsste an das ZDF gehen, allein für den Mut, eine Krimiserie wie diese produzieren zu lassen, und dann noch für den Freitagabend, wo sonst „Der Alte“ versucht, sich so lange nicht zu bewegen, bis der Fall gelöst ist. Ein „Courage“-Grimme? Nein, denn „KDD“ ist nicht nur mutig, sondern auch gelungen: Die Serie ist extrem schnell und hart, verstörend, modern, mischt Handlungsstränge, die sich über viele Folgen erstrecken, mit Episodenfällen, die manchmal nicht mehr als vier, fünf Minuten dauern. Erzählt einerseits realistische und bedrückende Geschichten von Verwahrlosung und Niedergang im deutschen Alltag und scheut sich andererseits nicht vor abwegigen Wendungen, die der Spannung und der Unterhaltung dienen, fast wie eine Soap. Der Grimme-Preis für „KDD“ ist, so blöd das klingt, ein besonders wichtiger. Er soll nicht zuletzt ein Ansporn sein, weiter solche Versuche zu wagen, kreativ zu sein und neue Wege zu gehen, auch wenn sie nicht sofort mit den Quoten belohnt werden, die sie verdient hätten.

Alle Grimme-Preisträger, auch aus der Kategorie „Information“, stehen hier — zusammen mit den ausführlichen Begründungen der Jurys.

(Mein kleines Jury-Tagebuch „Marlzeit“ in fünf Teilen: 1, 2, 3, 4, 5.)

44 Replies to “Grimme-Preis 2008”

  1. Da hat sich in die Begründung der Jury zum Kriminaldauerdienst doch tatsächlich das Wort „Gutmensch“ geschlichen…

  2. Für Dr. Psycho freue ich mich total, absolut verdient. Aber statt der Weihnachtsgala hätte ich Raab den zweiten Preis gegeben. Seine Show hat die Samstag-Abendshow wieder relevant gemacht.

  3. KDD fand ich stark – auch die filmische Umsetzung mit den Tempowechseln und den wechselnden Episodensträngen. Über den Begriff „Soap“ in diesem Zusammenhang kann man sicherlich streiten. Diese Serie hob sich beispielsweise wohltuend ab von inzwischen fast nur noch langweiligen und drögen „Tatort“-Filmen, deren Protagonisten oft genug nur noch auf einer Metaebene agieren.

  4. Hab‘ ich eine Folge KDD verpasst? Manfred Zapatka? Und wer spielt Götz Schubert, Saskia Vester, Barnaby Metschurat (den Namen habe ich wenigstens auch schon mal gelesen), Melika Foroutan, Billey Demirtas, Jördis Triebel (kenn‘ ich auch)?

    Was ist mit Ken Duken (ok, der wurde erschossen, beim letzten Mal, soweit ich mich erinnere), Minh-Khai Phan-Thi (ne, die ist ja jetzt Leichenaufschnippler auf RTL – hab‘ ich gehört), Katharina Böhm (ach, die war ja schon länger nicht mehr dabei) aber Armin Rohde ist doch noch dabei? Ja?

    Egal, die KDD-Folgen, die ich gesehen habe, fand ich grandios.

    Und für „Schlag den Raab“ habe ich ja schon das ein oder andere Mal die Lanze gebrochen.

  5. @SvenR: Vielleicht hab ich jetzt die Ironie nicht verstanden, aber Manfred Zapatka kann man gar nicht übersehen haben, egal welche Folge von KDD man geguckt hat. (Und meinst du mit „wer spielt“ „wen spielt“? Oder sind die Fragen alle rhetorisch?)

  6. Also in der letzten Folge KDD die ich neulich erst gesehen habe (Februar 2008?) war Manfred Zapatka meines Wissens nach nicht mit dabei. Der Boss war zwar auch ein grummeliges Knautschgesicht, der Erichsen (= Armin Rohde) mal wieder daran erinnerte, sein Privatleben in Ordnung zu bringen. Aber Zapatka war das nicht.

    Meinen kleinen Spaß mit dem „wer“ anstelle des „wen“ hast gut erkannt. Mir sind die genannten Schauspieler, von denen mir auch zwei nur dem Namen nach bekannt vorkommen, bei KDD nie aufgefallen, nur die von mir genannten.

    Ich komme mir so ein bisschen wie im falschen Film vor. Ob ich doch noch meine Virusinfektion der oberen Atemwege länger zu Hause (im Bett) auskurieren hätte sollen?

    Und Danke für’s Korrigieren meiner mangelhaften Durschstreichungsenden.

  7. Öhm, ja, KDD ist bestimmt auch ganz toll, ich hab’s jetzt nur mal kurz mit Nachtschicht verwechselt.

    Ist mir ein bisschen peinlich. Ich hätte meinen linken Arm darauf verwettet, dass ich mit KDD auch KDD meine, und nicht Nachtschicht.

    Sollte es tatsächlich eine Krimiserie im ZDF geben, von der ich – außer dem Titel – nichts mitbekommen habe? Wo ich doch sogar schon zwei Folgen des neuen Alten gesehen habe?

  8. @SvenR: Jetzt hab ich rausgefunden, woran es liegt. Entweder verwechselst du „KDD“ mit „Nachtschicht“. Oder umgekehrt. Vielleicht auch beides.

    Sebastian: Klar, gern!

  9. Als ich letztes Jahr begeistert KDD schaute, und ein bisschen recherchierte, weil ich kaum glauben konnte, daß das ZDf SO innovativ sein kann, stieß ich auf den Hinweis (weiß nicht mehr wo), daß die Serie auf einem schwedischen Original beruht. Jetzt würde ich die gerne mal sehen und ich hoffe, sie haben nicht bloß adaptiert/abgekupfert. Das wäre eine Enttäuschung.
    Nichtsdestotrotz, falls sie den coolsten Schnauzer seit Magnum, Stieglitz, tatsächlich nach dem Scharfschützenattentat am Ende der Ersten Staffel sterben lassen sollten, bin ich MÄCHTIG sauer. Auflösung 2. Mai.

  10. @ Stefan: Das ist mir echt oberpeinlich, mich so zum Vollhorst zu machen. Aber das, was Du über KDD geschrieben hast,

    „Die Serie ist extrem schnell und hart, verstörend, modern, mischt Handlungsstränge, die sich über viele Folgen erstrecken, mit Episodenfällen, die manchmal nicht mehr als vier, fünf Minuten dauern.“

    passt so gut zu meiner Meinung über Nachtschicht, dass ich es nicht auseinandersortiert bekommen habe.

    Ich hab‘ jetzt noch mal ein wenig gegooglet und geimdbt, von KDD habe ich außer dem Titel gar nichts mitbekommen…

  11. Ich finde es immer wieder erstaunlich zu erleben, wie unterschiedlich Menschen Film und Fernsehen wahrnehmen können!

    Zu „Eine Stadt wird erpresst” fällt mir spontan ungelenk, gewollt, plump und langweilig ein. (Jaja, gute Schauspieler natürlich auch.)

    Dass dort ein Genre gesprengt wurde, habe ich auch nicht mitbekommen, bloß dass jenseits des Baggerlochs ein anderer Tatort spielte als der Tatort diesseits des Baggerlochs.

  12. „wo sonst „Der Alte” versucht, sich so lange nicht zu bewegen, bis der Fall gelöst ist. “

    so schön fand ich das selten auf den punkt gebracht.

    kkd ist ein mutiges neues format und tut dem zdf sicher gut, mir persönlich war das zu viel inszeniertes großes gefühl, ausgestellte emotion, schauspiel für die grimme-gallerie. ich hab nur zwei,drei folgen gesehen und es ist nicht meins, aber das ist götz george auch nicht.

  13. „das grandiose Sat.1-Special „Fröhliche Weihnachten mit Wolfgang und Anneliese” “
    Was genau war daran grandios? Bei Engelke und Pastewka kann ich seit Jahren nicht mehr lachen, deren Witze sind uralt und vorhersehbar.

    „Eine Stadt wird erpresst”:
    „wie Graf das Genre sprengte und aus einem Polizeithriller ein Sozialdrama machte.“ Selten so gelacht, merke ein gutes Sozialdrama ist möglichst weit von der Wirklichkeit entfernt und bedient die Vorurteile westdeutscher Zuschauer.

    „An die Grenze”
    Der einzige Lichtblick, nur die Geschichte mir der Fluchthilfe war einfach unglaubwürdig.

  14. @17: Die Formulierung gefällt mir auch. Stefan gefällt sie offenbar auch so gut, daß er sie jetzt schon zum drittenmal recyclet hat: Fernsehlexikon 2x, FAS und nun hier. Wäre doch gelacht, wenn man die nicht noch in den nächsten Tagen beim BILDblog unterkriegen. ;-)

  15. @18: Grandios war die Parodie auf Zwegat – die war wirklich so gut, daß sie den ansonsten etwas zu langen Sketch gerettet hat. Ob man dann für einen gelungenen Gag einer 2-Stunden-Show einen Preis geben muss, weiß ich nicht. Grundsätzlich aber ist es nie verkehrt, wenn man Pastewka einen Preis zuschustert.

  16. @rw: Mady Riehl ruft mir gerade rüber, dass wir eine Fernsehlexikon-Erwähnung abziehen müssen, weil sie von Michael Reufsteck war. :-)

  17. @SvenR: Das Gemeine ist ja, dass es sich auch bei der Nachtschicht-Truppe um einen KDD handelt. Ironie: Ich habe die erste Folge nur deshalb geguckt, weil ich dachte, es handele sich um einen weiteren Nachtschicht-Film. xD

    Wirklich prickelnd fand ich KDD allerdings nicht. Allein schon der Titel „KDD“ hat mich abgeschreckt.

    *Beliebigen ZDF-Intendanten einsetzen*: „Gibt es in Deutschland bei der Polizei keine Akronyme? CSI und NCIS sind Knaller. Das ist hipp, das ist jung. Sowas brauchen wir auch – am besten im Anschluss an den Alten.“ – „KHK vielleicht?“ – „Nee, moderiert die nicht das aktuelle Sportstudio?!?“ – „Hm, KDD?“ – „Au ja, das ist es, das machen wir. Klingt wichtig, fast wie KGB. Äh, was machen eigentlich die Autoren von ‚Bianca‘ und ‚Tessa‘ im Moment..?“

    […] fast wie eine Soap. beschreibt mein Problem mit KDD sehr gut. Wenn man es ständig verfolgt ist es durchaus okay, wenn man es dann aber doch mal verpasst, wundert man sich zunächst, warum man es nicht vermisst, nur um sich danach zu fragen, warum man es überhaupt jemals geguckt hat.

  18. @ Montana #22:

    Jetzt weiß ich wenigstens, warum ich so verwirrt war. Oder immer noch bin. Ja, natürlich, die gehören zum Kriminaldauerdienst, die Nachtschichtler.

    Trotzdem kann ich noch immer nicht verwinden, dass ich von dem anderen – bestimmt auch ganz tollen – KDD überhaupt nix mitbekommen habe…

  19. Glückwunsch zu einer wirklich großartigen Wahl. Auch in meinen Augen voll ins Schwarze getroffen. Ok, den „Grothe“ fand ich wirklich gut, aber nicht herausragend, aber sonst bin ich wirklich sehr zufrieden.

    @SvenR: KDD gibts für knappe 20 Euro bei Amazon auf DVD zu bestellen :-) Und es lohnt sich wirklich!

    Zu KDD muss man wissen, dass die Produzenten dieses Konzept komplett auf eigene Kosten entwickelt haben und damit ein ziemliches Risiko eingegangen sind. Denn normaler Weise entwickelt man kluger Weise auf einen Sendeplatz hin und versucht, die bekannten Vorgaben für diesen Sendeplatz möglichst genau zu erfüllen. Hier wurde ein komplett neues Format entwickelt und erst am Ende dem ZDF-Redakteur auf den Tisch gelegt. Also ja, Hut ab vor dem ZDF für ihren Mut aber hundert Hüte ab vor den visionären Produzenten! :-)

  20. Ich fand „Eine Stadt wird erpresst”, zumal es meine Stadt war, ziemlich… nennen wir es mal: schlecht. Die guten deutschen Geschichtenerzähler sind wohl einfach ausgestorben.

  21. freut mich sehr dass das genial „Fröhliche Weihnachten mit Wolfgang und Anneliese“ gewonnen hat und „eine stadt wird erpresst“

  22. Vorschlag: nach diese, ähem, „Aneigung“, schlage ich vor den Grimme-Preis in Stefan-Niggemeier-Preis umzubenennen.

  23. Es ist doch schon interessant, wenn es mittlerweile als „mutig“ gilt, eine Serie wie „KDD“ zu zeigen – für mich ist das normal, nicht mutig.
    Denn unnormal ist doch eher, dass das Gros der deutschen Serien entweder trieft vor Schleim oder ein Erzähltempo hat, dass einem die Füße einschlafen.
    Das ZDF hat sich hier ein Beispiel am amerikanischen Fernsehen genommen, wo sich seit einigen Jahren die Sender gegenseitig mit kreativen Serien übertrumpfen – ich hoffe sehr, dass wir diesen Zustand in Deutschland auch irgendwann bekommen.
    Insofern: Klasse Entscheidung, „KDD“ einen Grimme-Preis zu verleihen!

  24. Für „Dr. Psycho” freut es mich besonders, auch wenn ich in unserer Familie scheinbar der einzige war, dem die Serie gefallen hat. Endlich wurden diese elendigen Klischees der knallharten Bullen einmal auf die Schippe genommen. Dieser Haufen voller Neurotiker – einfach köstlich.

  25. Jetzt bin ich ja ganz begierig darauf KDD zu sehen. Hört sich an wie eine deutsche Umsetzung von the Shield.
    DR. Psycho hats auf jedenfall verdient, selten eine so gute dt. Serie gesehen.

  26. ich hab dr.psycho vor ein paar tagen zum ertsne mal geshen(mypsass.de) und ich kuss ehrlich sagen…ich bin postitv überrascht!!! gute entscheidung der jury!! :) wenns noch eine staffel geben sollte, bin ich dabei! ;)

    @stefan: würde mich freuen, wenns auch nen artikel zu den online awards geben würde ;)

    mfg ;)

  27. Sollte sich tatsächlich jemand zufällig in die Tiefen dieses Blogs verirren, und sich dafür interessieren: (ja, ich weiß, das sind gleich zwei Wünsche auf einmal ;-))

    Der ZDFdokukanal zeigt ab morgen, Montag, 21. April, alle Folgen der ersten Staffel KDD täglich um 21.15 Uhr.

  28. Ach, und nochwas:

    In der ZDFmediathek sind sie dann für 14 Tage ebenfalls abrufbar.

    Und nun zurück in die Gegenwart. :-)

  29. @ Montna #40:

    Danke für den Hinweis. Ich bin wieder die ganze Woche in diesem lustigen Hotel in London, wo „deutsches Fernsehen“ aus Sat.1 in 16:9 links und rechts abgeschnitten auf 4:3 gezoomt besteht…

    Dann kann ich endlich eine Bildungslücke (siehe #5, 8, 10 und 14) schließen.

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