Lügen und lügen lassen

Der Preis für den erbärmlichsten Aprilscherz 2008 geht an den Pasewalker Buchhändler Helmut Maaß und den Eulenspiegel-Verlag. Der Buchhändler hatte für den 1. April eine „Nackt-Lesung“ angekündigt. Und dpa schrieb am 26. März:

Das sei kein Aprilscherz, versichert der 53-Jährige ebenso wie der Eulenspiegel-Verlag. „Das ist doch eine schöne Werbung für unser Buch“, sagte eine Sprecherin am Dienstag freudig.

Heute nun, am 1. April, konnte/musste/durfte dpa berichten:

Erste FKK-Nackt-Lesung war Aprilscherz

Pasewalk/Berlin (dpa) – Die als „erste Nackt-Lesung“ groß angekündigte Vorstellung eines Buches über FKK in der DDR hat sich als Aprilscherz herausgestellt. Die angeblich für Dienstag terminierte hüllenlose Lesung fand nicht statt.

Ins Regal stellen darf sich den Preis aber dennoch ganz allein Buchhändler Maaß. Denn, wie sueddeutsche.de hinzuzufügen weiß:

Er [Buchhändler Maaß] habe auch den Verlag angelogen, damit der Scherz nicht vorab auffliegt, so Maaß weiter.

44 Replies to “Lügen und lügen lassen”

  1. Also ich war schon des öfteren nackt in Pasewalk. Es unterscheidet sich nicht grundlegend vom nacktsein andernorts. Wenn ich allerdings nicht alleine nackt in Pasewalk war, dann ist nacktsein in Pasewalk durchaus erwähnenswert, sogar sehr erwähnenswert. Ich glaube ich komme ins schwärmen.

    Nackt in Pasewalk. Mhhhhmmmmmmmmmm.

  2. Einen „April“-Scherz mit dem Kommentar zu bekräftigen, dass es sich um keinen handele, ist äußerst schwach – und irgendwie unsinnig.

  3. Hmm, auch meine Regionalzeitung fand heute nackig lustig: angeblich soll der Kurpark von Bad Dingsbums tw. zur FKK-Zone umgewidmet werden…

  4. was wirklich lustig gewesen wäre:
    das bildblog hätte heute seine arbeit für einen tag aussetzen sollen mit der begründung, dass es sich bei den fehlerhaften stories auch um aprilscherze handeln könnte…

  5. Es gibt sicher viele geschickte und gewitzte Wege, jemanden hinters Licht zu führen. Aber dem Jemand zu versichern: „Ich führe dich nicht hinters Licht! Ganz ehrlich! Echt jetz!“, und ihn dann genau so hinters Licht zu führen, wie er und die ganze Welt es vorhergesehen hat, wobei das Funktionieren dieses Plans allein darauf beruht, dass der Jemand und die ganze Welt gutwillig annehmen, man sei zu solcher Erbärmlichkeit nicht fähig – die Erbärmlichkeit darin nicht zu erkennen, finde ich erbärmlich.

  6. @17/Sebastian
    Ich finde es erbärmlich, jemandem Erbärmlichkeit zu unterstellen, weil er die Erbärmlichkeit eines nicht so erbärmlichen Scherzes nicht verstehen mag.

    Ich halte eher die Geschichte an sich für … läppisch. Aber wenn einem schon anderenorts die Diskutanten abhanden gekommen sind und die Themen nicht so sprudeln, dann stochert man wohl gerne mit der Stange im trüben Mediennebel.

  7. @Stefan:
    Mensch, hatte ich dir das nicht erzählt, dass mir andernorts die Diskutanten abhanden gekommen sind und ich dann gerne mit der Stange im trüben Mediennebel stocher? Ich dachte, das wusstest du.

  8. Hm… können wir nicht von Kommentatoren sprechen? Diskutanten klingt ja wie Mutanten…
    (oder wie Disco-Tanten…)

  9. Die Art und Weise dieses „PR-Gags“ ist erbärmlich, seinen Zweck hat er allerdings erfüllt. Das ist erfreulich für den Autor/den Verlag, ärgerlich für den Rest der Republik.

  10. @24, karina: LOL – aber war das wirklich als Aprilscherz gedacht oder einfach nur ne (sehr gelungene) witzige Werbung?

  11. pingelschietrig – mehr ist der artikel nicht. herr niggemeier, das ist einfach kleinlich. ist ihnen denn nichts anderes aufgefallen an diesem tag? schade – ich finde, sie haben sich verzettelt. mit der meldung sind sie herrn maaß doch genauso auf den leim gegangen wie alle anderen auch.

  12. @34, Matthias
    na – besser als eine nicht-stattfindende Nacktlesung,
    wie ich finde. aber obwohl… ich überlegte kurz, ob ich dieses nun für meine Werbezwecke nutzen könnte…?! dann aber ich echt!

  13. @olly:

    Um die oben genannte Zeit war ich bereits im Dienst und nicht übermüdet. Ich möchte noch hinzufügen: Ich bin deswegen so enttäuscht, weil ich von Stefan Niggemeier schlicht besseres gewohnt bin und er in diesem Posting nicht darauf eingeht, dass Herr Maaß auch von 30 Radio und TV Stationen berichtet, die bei ihm angefragt hätten – wegen der Nacktlesung.(Leider weiß ich nicht mehr wo ich das gelesen habe.) Das ist der für mich viel spannendere Aspekt als das Bashing des Leiters einer – zugegebenermaßen sehr gut geführten und sehr gut sortierten – Buchhandlung mitten in Vorpommern, der sich einen Nacktscherz erlaubt.

  14. und ich stimme ihm zu (wie auch Sebastian#17, der das noch mal schön aufgedröselt hat): das ist erbärmlichst…

  15. It’s a pity you don’t have a donate button! I’d certainly donate to this fantastic blog! I guess for now i’ll settle for bookmarking and adding your RSS feed to my Google account. I look forward to fresh updates and will talk about this site with my Facebook group. Chat soon!

Comments are closed.