Programmhinweise

Am Donnerstag, 10. April, sitze ich ab 20 Uhr auf Einladung von Roger Boyes, dem Deutschland-Korrespondenten der „Times“, im Café Einstein Stammhaus in Berlin. In dem „Salongespräch“ wird es wohl nicht zuletzt um „Bild“ gehen — Boyes hat im vergangenen Jahr ein schönes Porträt über „Bild“-Chefredakteur Kai Diekmann geschrieben. Karten gibt es für 5 Euro direkt beim Café Einstein.

Und verwirrenderweise bin ich am selben Abend noch im Fernsehen zu sehen: Ab 22:35 Uhr bei „Im Palais“ im RBB-Fernsehen zum Thema „Je jünger desto dümmer! Ist Allgemeinbildung unmodern?“. (Das wird übrigens meine Talkshow-Premiere!)

18 Replies to “Programmhinweise”

  1. Glückwunsch! Viel Erfolg.

    Ach ja, hier fehlt was:
    „… wird es wohl nicht zuletzt *** „Bild” gehen …“

  2. Seit Zattoo mir auch RBB streamt (einen stolzen Tag schon!), freu ich mich auf den Donnerstag.

  3. wird es davon vielleicht eine mitschrift oder einen video/audiomitschnitt geben? bin leider erst zwei tage später in berlin, würde mich aber sehr interessieren (ich wohne da auch noch um die ecke, verdammt)
    danke

  4. Lieber Herr Niggemeier,
    darf ich Ihnen 7 steile Thesen eines tief im Bildungsbürgertum stehenden „UHu“s ins Blog-Buch schreiben?!
    1. Allgemeinbildung (AB) ist vom „Sitz im Leben“ (E. Troeltsch) abhängig. Ein Automechaniker kennt nur vom Handy-Klingelton den Triumphmarsch aus Verdis „Aida“, verbindet aber mit „Triumph“ eher eine berühmte englische Automarke. Ein Lateinlehrer weiß (fast) alles über den Triumphzug römischer Feldherrn, sogar die Petitesse, daß Cäsars Lorbeerkranz nach Fenchel duftet (Asterix!) – das legendäre Motorrad oder die sagenumwobene Schreibmaschine sind ihm nicht vertraut.
    2. AB ist eine Sache des Lebensalters. Wer über 60 ist, erinnert sich an die Triumphe Muhammed Alis und anderer Boxheroen, kennt vielleicht deren Mythisierung durch Norman Mailer – beim heutigen Fernsehboxen ist er längst auf dem Sofa eingeschlafen. Sein Enkel weiß aber genau, daß Regina Halmich dem naseweisen Stefan Raab die Nase gebrochen hat – Raging Bull Jake La Motta geht ihm am A… vorbei, zum Kummer seines Cineasten-Vaters, dem er die DVD vor die Füße wirft. O-Ton gelangweilter Teenies: „Was kümmern mich Leute, die schon lange tot sind!“
    3. AB ist geprägt vom gedächtnisleitenden Interesse. Der Hard-Rock-Fan wird auch (die eher mittelmäßige) kanadische Band „Triumph“ nicht vergessen – Mozarts Haremswächter Osmin und sein „O wie will ich triumphieren“ dagegen schon, obwohl (oder gerade weil) in der Schule die „Entführung aus dem Serail“ Standardprogramm war.
    4. AB ist ein imaginäres Produkt von oktroyierter Kulturdominanz. Der Berner Triumph „unserer Jungs“ 1954 wäre sicher im Orkus des Spezialistenwissens verschwunden (wie etwa H.-G. Winklers Goldritt auf „Halla“ oder der Ringer-Kran von Schifferstadt), wenn nicht diese „Wir sind wieder Wer“-Legende zum Memorial-Arsenal der Bundesrepublik gehörte – und medienwirksam zu 2004/06 aufgewärmt werden konnte. Trittbrettfahrer (wie die Gruppe Stiller) surfen clever auf der Memo-Welle mit.
    5. Was ist also wünschenswerte AB? A) alles, woran „man“ sich erinnern kann? B) vermeintliches „Kulturgut“? C) die repräsentativ zurechtgestutzte Schnittmenge verschiener ABs? D) die Summe aller möglichen ABs?
    6. Wer kontrolliert dann AB? A) Bildungsministerien? B) das Feuilleton? C) Wikipedia? D) oder vielleicht doch jeder einzelne für sich allein?
    7. Synthese: es kommt nicht auf AB an, sondern auf eine möglichst breite Individualbildung jedes einzelnen – Parallelwelten werden hierbei billigend in Kauf genommen.
    Alles Gute vor der Kamera wünscht profkiller

  5. @profkiller: Sportfreunde Stiller, soviel AB muss sein, die haben mal richtig tolle Musik gemacht.

    Ansonsten finde ich den Begriff Allgemeinbildung auch sehr unglücklich. Die meiner Meinung nach gar nicht so steilen Thesen, die Sie da aufstellen, beschreiben das (mit Einschränkungen) schon ganz gut.

    Ich hoffe, dass sich Stefan als Blogger und Journalist in der Show vor allem mit der Synthese beschäftigen wird, bzw. mit der Frage, wieviel allgemeine Informations- und Kommunikationsgrundlage in einer Bevölkerung bei der zunehmenden Individualisierung von Medien übrig bleibt. Und was das für Chancen und Gefahren mit sich bringt, wenn nicht mehr einige wenige bestimmen, was Gesprächsthema zu sein hat.

  6. @ommelbommel: klar doch, „Sportfreunde“ St. (dem Medium Blog geschuldeter Lapsus). Aber – die „richtig tolle“ Musik ist eben nicht diejenige, die die Sportfreunde zur WM gemacht haben. Als AB wird nur dieser gräßliche Theken-Song in Erinnerung bleiben.
    Ansonsten ist der Begriff AB ein kultureller Totschläger, der immer dann dem Gegenüber drohend unter die Nase gehalten wird, wenn dieser auf Vordermann gebracht werden soll. Die umständliche Umschreibung „allgemeine Informations- und Kommunikationsgrundlage“ macht es auch nicht besser. Solange ein „Gesprächsthema“ offen gehalten wird, mag noch alles in Ordnung sein – gefährlich wird es erst mit Normen und Richtlinien (ob wohl ein Kultus-Ministerialbürokrat mitliest und jetzt abgewatscht zusammenzuckt??).

  7. Wow, der Herr Niggemeier! „Im Palais“ wird vom onlinetvrecorder gepoolt. Wurde das die Sendung jemals?
    Wer also den rbb nicht bekommt und kein zattoo auf dem Rechner hat, kann sich die Talkshow dort aufzeichnen lassen und immer und immer wieder anschauen….

  8. Irre ich mich, oder reden die anderen viel viel mehr als Du? (muss ja nicht schlecht sein…)

    na, ja, hab´ ich mal wieder den RBB gesehen…

  9. Schöne Diskussion, wurde doch fast alles angesprochen. Warum heutzutage im Gegensatz zu früher der potentielle Lehrling nicht 5 x 17 Cent im Kopf zu rechnen vermag, kann ich aber immer noch nicht nachvollziehen (ich glaube dem Herrn, der das sagte, einfach mal). Das hat ja nun nichts mit verschobenen Wissensschwerpunkten oder Migrationshintergrund zu tun. Das ist Mathe für Grundschüler!

    @Stefan: Irgendwelche Nähkästchen, aus denen Du plaudern magst?! Wie ist’n das so beim RBB?

  10. furchtbar langweilige Diskussion! Es gab absolut nichts Neues zu erfahren und die Gespräche haben sich größtenteils im Kreis gedreht. Die Moderatorin ist zwar ganz putzig – wirkte aber irgendwie ein bisschen fehl am Platz. Die paar wenigen Kommentare von Stefan fand ich ganz gut und die Anwältin wirkte sehr kompetent und sympathisch. Ansonsten: Gähn!

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