Hajo Schumacher rächt seinen Prometheus

27 Nov 09
27. November 2009

Der Kolumnist, Buchautor und N24-Kommentator Hajo Schumacher ist ein Mann, der dafür plädiert, Verantwortung zu übernehmen. Sich zum Beispiel nicht darüber zu beklagen, wenn Verlage ihre Mitarbeiter mit einem lächerlichen Hungerlohn abspeisen, sondern einfach die Fesseln der Abhängigkeit abwerfen, sich selbständig machen, und — wie ich — mit Haltung, Fleiß und Leidenschaft Arbeitsplätze schaffen.

Nun gut, ich finde die Formulierung mit den „Arbeitsplätzen“, was mich betrifft, ziemlich abwegig, und wenn ich ehrlich bin, erleichtert es mein Leben ganz enorm, dass ich nicht vom Bloggen allein leben muss, sondern auch für eine Zeitung wie die FAZ arbeiten kann, die mich ordentlich bezahlt. Aber irgendwie bin ich zu einem Positivbeispiel in einem Text des Kollegen Hajo Schumacher geworden, und das ist unangenehm genug.

Jedenfalls plädiert dieser Hajo Dampf in allen Gassen dafür, dass Menschen Verantwortung für ihr Leben übernehmen anstatt nur jammern und andere für das eigene Elend verantwortlich machen. Das gilt aber nicht für ihn selbst. Daran, dass der von ihm ins Leben gerufene Preis „Goldener Prometheus“ das Zeitliche segnete, ist jedenfalls nicht Hajo Schumacher Schuld — sondern der freie Journalist und Autor Tom Schimmeck.

Als Schumacher in seinem PDF „V.i.S.d.P.“, einem Überbleibsel des gleichnamigen gleichfalls verblichenen Vorgängermagazins, vor ein paar Wochen das Ableben bekannt gab, blieb er noch vage und schrieb:

Nun wird dem Goldenen Prometheus das Licht ausgeblasen, denn selbst mit der bisher praktizierten Selbstausbeutung ist die Party nicht mehr finanzierbar. Zudem nervt das bisweilen bösartige Gemäkel einer notorisch schlechtlaunigen Branche.

Gegenüber der Seite journalistenpreise​.de aber sprach er jetzt etwas, das man für Klartext halten könnte:

„Ungerecht in die Fresse“

„Heftig touchiert“ habe ihn 2009 außerdem ein Beitrag in der Süddeutschen Zeitung. „Der Artikel hat mir zuerst die Laune versaut und uns dann die Sponsoren vertrieben. Autor Tom Schimmeck, der früher mal für ordentliche Recherche bekannt war, hat es nicht für nötig gehalten, mit uns zu reden. Aber vorher hat er die ganze alte Stereotypen-Soße ausgekippt, weil man es doch tatsächlich gewagt hat, Sponsoren aufzutreiben. Das soll im Preis-Gewerbe allerdings relativ normal sein, weil so ein Abend um die 200 000 Euro kostet. In Frankfurt beim Deutschen Journalisten Preis holen sich die feinsten Kollegen Kohle ab, die von der Derivate-Branche spendiert wird. Ich kann mich nicht erinnern, dass jemand aus ethischen Gründen auf 10 000 Euro verzichtet hätte“, so Dr. Schumacher.

Seit der Veröffentlichung habe er großes Verständnis für Politiker und anderen Personen, die sich heftig zur Wehr setzen gegen recherchefreien Totschläger-Feuilletonismus. „Es gibt kaum Chance zur Gegenwehr. Fakt ist: So ein Artikel, mag er noch so dünn sein, steht auf ewig in den Archiven. Dass potentielle Sponsoren sich solche Kritiken anschauen und dann abwinken, das ist doch normal. Und am nächsten Tag wird in derselben Süddeutschen Zeitung mit viel Timbre im Text von den Machenschaften böswilliger Kollegen berichtet — dieses Empörungsgeheuchel ist widerwärtig.“

Schimmecks Artikel, den er meint, kann man hier nachlesen, und es überrascht mich nicht, dass Hajo Schumacher zwar kein Problem mit PR-treibenden Journalisten hat, aber mit kritischem Journalismus.

Der Text auf journalistenpreise​.de lässt nur vermuten, dass die beunruhigende Formulierung vom „recherchefreien Totschläger-Feuilletonismus“ auch von Schumacher stammt, aber auch den Vorwurf, dass Schimmeck mit „uns“ nicht geredet hat, widerlegt der SZ-Artikel selbst: Offenkundig hat der Autor mit Rudolf Hetzel gesprochen, dem Eigentümer des rührigen PR-Verlages Helios und früheren Geldgeber von Schumachers Projekten. Hetzel kommt mit vielen Zitaten zu Wort. Schimmeck sagt, dass er für den Artikel zwei Interviews mit Hetzel geführt habe.

Das muss die „Recherchefreiheit“ sein, die Schumacher meint. Wenigstens ist jetzt klar, warum er neulich, als es um die Verantwortung von Verlegern und Journalisten ging, so besinnungslos auf Schimmeck eingeschlagen hat, sein Denken „zutiefst menschenfeindlich“ nannte und ihn mit dem „Fossil“ Margot Honecker verglich. Weil er glaubt, dass Schimmeck seinem Prometheus das Feuer ausgepustet hat.

(Dass ich der Meinung bin, dass es um diesen komischen Preis nicht schade ist, ist keine Überraschung.)

27 Gedanken
  1. 1
    Dierk says:

    Verstehe ich den Anfang richtig, Schumacher verlangt geradezu, dass Schreiber sich selbstständig machen, zusehen, wie sie vernünftige Honorare aus Verlagen heraus leiern — und dann stellt er einen Preis ein wg. ‚praktizierte[r] Selbstausbeutung‘?

    Kognitive Dissonanz ist immer für einen Lacher gut.

  2. 2
    bella says:

    Gerade eben ist mir aufgegangen, daß Dr. H. Schumacher mit dem Autor der „Achim Achilles“-Kolumne auf SPON identisch ist.

  3. 3
    Hajo schumacher says:

    Geschaetzter Kollege Niggemeier, vielenk Dank fuer einen weiteren Einblick ins Sektenleben. Freund/Feind muessen stets sauber getrennt werden. To make a long story very short: Ich halte es fuer Heuchelei, wenn sich Kollegen wie Tom Schimmeck, voellig zu Recht uebrigens, ueber wachsende PR-Einfluesse empoeren, sich Haeppchen und Honorar aber, wie auf dem Mainzer Mediendisput, zugleich von Skoda, Lotto, AOK, LBS, Bonus-Bank ING Diba und einer Tochter der toxischen Landesbank bawue bezahlen lassen. So verkommen ehedem kritische Journalisten zu Lauterkeits-Kaspern. Besten Gruss, Ihr Schumacher

  4. 4
    Stefan Niggemeier says:

    @Hajo Schumacher: Hm. Darauf, dass Sie Tom Schimmeck recherchefrei „recherchefreien Totschläger-Feuilletonismus“ vorgeworfen haben, sind Sie jetzt gar nicht eingegangen. Finden Sie nicht, dass ein solch rufschädigender Vorwurf durch Tatsachen gedeckt sein sollte?

  5. 5
    Kelvin says:

    Wie heruntergekommen Journalismus in Deutschland inzwischen ist, hat Hajo Schumacher („Achim Achilles”) bereits während der Fußball-WM 2006 in seiner dümmlichen Italiener-Satire („parasitäre Lebensform“) ausreichend dokumentiert.

  6. 6
    Morgenstund says:

    Was versprach Herr Schumacher hier noch am 19.08.09 vollmundig:
    „ich werde an mir und den texten unverdrossen arbeiten.“

    http://​www​.stefan​-niggemeier​.de/​b​l​o​g​/​a​n​-​h​a​j​o​-​s​c​h​u​m​a​c​h​e​r​-​w​a​f​f​e​l​k​o​e​n​i​g​/​#​c​o​m​m​e​nts

    Bleibt zu hoffen, daß er damit endlich mal anfängt.

  7. 7
    polyphem says:

    Achilles, Prometheus, alles tragische Figuren, wenn ich das mal anmerken darf. (Vielleicht hätte der Achilles bessere Schu(h)macher gebraucht. Jemand, der im was mit Versenschutz genäht hätte.)

  8. 8
    hajo schumacher says:

    lieber herr niggemeier,
    „rechercherfrei“ ist, wenn tom schimmeck — wir kennen uns seit jahren — bei diversen anlässen neben mir steht und kein wort mit mir über die geschichte spricht, an der er gerade arbeitet, in diesem fall eben prometheus, mit dem ich ja eine ganze menge zu tun hatte. mögliche erklärungen dafür: keine lust? keine zeit? ganz vergessen? weiss eh nichts? oder: these längst fertig und ja nicht kaputt machen lassen?
    nach dieser methode wird ja immer mal wieder verfahren; Sie kennen das bestimmt aus Ihrem fachgebiet, dem tv, wenn teams losgejagt werden, riesige interviews inszenieren, um am ende nur jene zwei sätze zu nehmen, die die bereits feststehende these irgendwie bestätigen, motto: da brauchen wir noch´n o-ton.
    damit wären wir bei einem grundübel unseres berufsstandes: thesen-journalismus. der kann unterhaltsam bis nervig sein, wenn es offen daher kommt wie bei broder: da weiss jeder, dass die thesen-ritterei (alle araber sind…) ein stilmittel ist, das man mögen kann oder nicht. mit dieser offenen konfrontativen zuspitzung arbeiten manche kolumnisten, manchmal auch achilles (alle italiener sind…, alle walker sind…).
    es ist aber unredlich, wenn der thesen-journalismus, gerade in politischen magazinen, unter dem mantel der objektivität daher kommt, völlig egal ob von links oder rechts. die these steht am anfang und strukturiert fortan die recherche: alles, was nicht passt, wird weggelassen. das ist recherche-freier feuilletonismus-kram, sektenjournalismus, die übliche gut/böse-masche mit applaus-garantie, aber ohne größeren erkentnnisgewinn. Kann man machen, muss man aber nicht. Ergebnisoffenes arbeiten hat manchmal auch seinen reiz. Und ich bin sicher, dass der deutsche journalismus spannender wäre, wenn er sich von den parolen (gutmenschen, neoliberal) entfernte.
    Ich weiß, ich weiß: Sie werden jetzt ganz viele belege von schumacher-beiträgen finden und verlinken, die alle fehlleistungen meines journalistischen lebens dokumentieren. Viel Spaß dabei. das sekten-spiel führt unsere branche nur nicht weiter.
    besten gruss,
    Ihr schumacher

  9. 9
    Klaus says:

    Sollte man erwähnen, dass Kleinschreibung etwas aus den fünfziger Jahren ist? …und dass schlechter Stil überhaupt nicht gut ankommt?

  10. 10
    Gruene Nase says:

    Keine Ahnung, worum es geht. Eins aber weiß ich: Es stehen reichlich talentierte arme Schweine job- und damit geldlos auf der Straße, gleichzeitig vermögen sich diejenigen, die (fett?) Geld verdienen, weder auszudrücken, noch beherrschen sie die einfachste Rechtschreibung. Im Mediengeschäft!

  11. 11
    Internetausdrucker says:

    Das, was Herr Schumacher im Kommentar 9 zum Thesenjournalismus sagt, kann ich erstmal so unterschreiben. Das klingt völlig einsichtig. Da ich Herrn Schumachers Arbeit nicht kenne, halte ich mich mit Beifallsbekundungen zurück. Die Konflikte, die da unter Journalisten schwelen, sind mir als Zaungast zu unübersichtlich. Aber gerecht muss man schon bleiben. Der Versuch, eine These zu beweisen und darum nur die beweiskräftigen Fakten auszuwählen, ist journalistisch ganz sicher unredlich.

    Freilich finde ich die Connection zu Hetzel ziemlich fragwürdig. Aber das ist meine sehr persönliche Meinung. In meinen Augen ist Hetzel nämlich ein ziemlicher Opportunist und es wäre kaum gut, wenn das auf die von ihm finanzierten Veranstaltungen abfärbt. Aber wie gesagt: das ist jetzt was sehr persönliches. These eben…

  12. 12
    Thomas says:

    Ach, was wäre es toll, wenn sich Qualität immer durchsetzen würde. Wenn alle, die gut sind, auch als freie oder festangestellte Journalisten von ihrem Beruf leben könnte. Nur leider, lieber Herr Schumacher, sieht die Praxis anders aus. Nicht der beste Journalist überlebt, sondern der angepassteste. Wer sich den Luxus leistet, kritisch zu berichten, läuft ganz schnell Gefahr, auf dem Abstellgleis zu landen.

  13. 13
    Qualitätsjournalist, der says:

    Nö, also Thesenjournalismus hat der Hajo Schumacher ja nie gemacht. War immer alles einwandfrei. [Anm. d. Red. Schumacher war früher beim Spiegel und dann bei Max]

  14. 14
    Stefan Niggemeier says:

    Herr Schumacher, ich versuch’s gegen alle Hoffnung noch mal mit Fakten. Sie sagen:

    „Autor Tom Schimmeck, der früher mal für ordentliche Recherche bekannt war, hat es nicht für nötig gehalten, mit uns zu reden.“

    Tom Schimmeck hat mit dem Verleger des Ausrichters gesprochen. Wer also ist „uns“?

    Sie sprechen davon, dass der Artikel „recherchefrei“ ist. Ist Ihnen bekannt, dass dieses Wort bedeutet, dass jemand nicht recherchiert hat, und nicht, dass jemand nicht genug recherchiert hat, und schon gar nicht, dass jemand bloß mit Ihnen nicht gesprochen hat?

    Und warum fordern Sie von anderen, Verantwortung für Ihr eigenes Schicksal zu übernehmen, schieben Sie bei ihrem Quatschpreis aber auf einen Journalisten ab, der meiner Ansicht nach nichts anderes gemacht hat, als kritisch, aber korrekt über die Hintergründe der Veranstaltung zu berichten, was die Aufgabe von Journalisten ist?

  15. 15
    Simon says:

    Ohne jetzt irgendwie die Hintergründe zu kennen: Ich finde, dass Herr Schumacher bei (9) Recht hat. Thesenjournalismus ist eine Pest, speziell dann, wenn er als solcher nicht zu erkennen ist. Subjektiver Journalismus verkauft sich gut (nicht zuletzt in diesem Blog), aber der Wahrheitsfindung dient er nicht, im Gegenteil. Die Spitze des Eisbergs sind dann Journalisten, die schon bei der Recherche schlampen, weil sie sich eine Geschichte nicht „kaputtrecherchieren“ wollen.

    Man muss allerdings sagen, dass Herr Schumacher mit seinen Ausführungen nicht im Geringsten die Anschuldigungen entkräftet, die hier gegen ihn vorgebracht worden sind.

  16. 16
    derwaechter says:

    Ich möchte 9 (Schumacher) ebenfalls beipflichten. Das ist mal eine gute Beschreibung und Einordnung eines Problems im Journalismus, das mir auch sehr auf den Wecker geht.

    Mein Professor sagte immer, wer mit einem Hammer durch die Welt geht sieht überall Nägel.

    off topic @10 11(und all die anderen): Können die ganzen „Der kann aber gar nicht Rechtschreiben und Kleinschreiben ist eh doof“ Leute nicht einfach mal die Fresse halten? Wir sind hier in der Kommentarspalte eines Blogs. Verdammt noch mal.

  17. 17
    treets says:

    Mein Eindruck ist, um das mal kurz dazwischen zu schieben:

    Die bedeutsamen Dinge im deutschen Medienwesen gehen derzeit an Niggemeiers Blog vorbei oder werden eigentlich nur am Rand behandelt (Lafontaine, Brender) — und dann werden andere Dinge wie das hier mächtig aufgeblasen.

    Okay, das ist Stefans Blog, er setzt hier die Themen. Aber als Leser habe ich in den vergangenen Tagen nicht das Gefühl, dass dieser Blog bedeutsam sein möchte.

  18. 18
    Internetausdrucker says:

    Im Anschluss an Stefan, Kommentar 15

    Zitat Schumacher
    „Der Artikel hat mir zuerst die Laune versaut und uns dann die Sponsoren vertrieben.“

    Nachzuschieben wäre hier, dass der Autor diese Behauptung belegen müsste: Sind die Sponsoren wirklich aufgrund des Artikels von Schimmeck weg geblieben? Gibt es dafür verlässliche Belege? Auch hier wäre sicher Recherche angebracht. Sonst bleibt es eine These…

  19. 19
    treets says:

    @19: „Auch hier wäre sicher Recherche angebracht.“

    Klar. Sicher doch. Wäre-könnte-sollte. Aber mal ehrlich: wen interessiert´s?

  20. 20
    Markus says:

    Stimmt, der Goldene Prometheus ist ein Quatschpreis. Genauso ein Quatschpreis wie der Markgräfler Gutedelpreis und die Auszeichnung „Journalist des Jahres“, verliehen vom Medium Magazin (getreu dem Motto: Wer hat noch nicht, wer darf überhaupt). Und, ja, gut erkannt (und ziemlich besserwisserisch): recherchefrei heißt ohne Recherche. Da haben Sie den Kollegen Schumacher aber ordentlich vorgeführt. Mal ehrlich, Herr Niggemeier, ist Ihnen diese Korinthenkackerei nicht selbst langsam peinlich?

  21. 21
    Internetausdrucker says:

    @ 20

    Den Betreiber dieses Blogs, mich. Das sind schon zwei. Ich schätze, die Blogstatistik für diesen Artikel wirft noch ein paar tausend mehr ab. Im übrigen finde ich das Thema Brender ganz prominent hier vertreten (siehe entsprechenden Artikel).

  22. 22
    Olly says:

    @ treets, #20

    Klar. Sicher doch. Wäre-könnte-sollte. Aber mal ehrlich: wen interessiert´s?

    Okay, das ist Ihr Kommentar, Sie setzen die argumentatorischen Schwerpunkte. Aber als Leser habe ich nicht das Gefühl, dass Ihre Kommentare bedeutsam sein möchten.

  23. 23
    Alberto Green says:

    Folgendes fand ich lustig:

    (i) Simon #16

    „Ohne jetzt irgendwie die Hintergründe zu kennen: Ich finde, dass Herr Schumacher bei (9) Recht hat. Thesenjournalismus ist eine Pest …“

    Sie werfen – ohne die Hintergründe zu kennen – Journalisten vor, die Hintergründe nicht zu kennen? gnihihi.

    (ii) der waechter #17:

    „Ich möchte 9 (Schumacher) ebenfalls beipflichten … Mein Professor sagte immer, wer mit einem Hammer durch die Welt geht sieht überall Nägel.“

    Schönes Zitat, aber ist es nicht der Schumacher (so ein schöner Nachname), der auf jeden berechtigten Kritikpunkt irgendwas mit Sekte antwortet? – „Sekte“ ist entweder ein Todschlagargument (weil man „Hitler“ gestern hatte und „Bildmethoden“ langsam lächerlich werden) oder das Symptom einer ausgewachsenen Paranoia.

  24. 24
    Dennis says:

    Ich finde es als Zaungast gut, dass Herr Schumacher sich hier öffentlich äußert. Seinen Schreibstil im ersten Kommentar würde aus meiner Sicht unterschreiben, dass Herr Niggemeier und Herr Schimmeck irgendwie recht haben auf dem Prometheus herumzuhacken — der Kommentar 9 ist geschickt und zeigt mir, dass der Herr Schumacher auch anders könnte, wenn er wollte.

    Nur mal so: Eine Recherche und mag sie auch noch so gut sein, wird nicht alle Informationen erfassen. Das kann man in BWL erstes Semester lernen, dass die vollständige Information über einen Sachverhalt unendlich viel kostet — und daher bei der Informationensuche versucht wird die Eckpunkte zu klären. Ein guter Journalist wählt also die wesentlichen Eckpunkte und erzählt eine Story die der Wahrheit so nahe wie möglich kommt und das Kernthema richtig erfasst und für den Zaungast genügend Infos bereithält, dass er sich eine eigene Meinung bilden kann. (Argh. Bild Slogan).

    Was Herr Hajo Schumacher in der Vergangenheit und auch noch heute tun darf: Eine Replik auf den Artikel des Herrn Schimmeck zu verfassen. Fundiert, sachlich und eher auf Kommentar 9 Niveau in sprachlicher Hinsicht, als auf dem Niveau des Kommentars 4.

    Ansonsten, wie gesagt, finde ich es gut, dass Herr Schumacher sich hier öffentlich äußert.

    @15 Stefan Niggemeier (eine Frage, kommt am Ende):
    Wenn Herr Schumacher eine zentrale Figur im Fall Prometheus ist und Herr Schimmeck nicht mit ihm gesprochen hat…dann ist das irgendwie nicht so toll.

    Die Frage „Wer also ist „uns”?“ ist damit für mich klar — Herr Schumacher meint sich. Er hätte gerne mal ein Piep dazu gesagt. Herr Schimmeck hätte dann das Dementi, dass Prometheus kein Quark ist im O-Ton abdrucken können — bei einer einwegfreien Beweisführung das Prometheus Quark ist, wäre auch ein Dementi nicht schädlich gewesen.

    Sie als Insider: Ist Herr Schumacher eine Hauptperson im Fall Prometheus? Spricht man normalerweise mit der Hauptperson eines Themas, wenn man darüber schreibt?

    Merci,
    Dennis

  25. 25
    sportinsider says:

    Gemach, gemach. Ein wenig Gelassenheit könnte Euch Medienjournalisten nicht schaden.

  26. 26
    gelegentlich says:

    Ein wenig zu spät, aber da juckten die Finger über der Tastatur. Selber bin ich kein Journalist, sondern Kunde. „Thesenjournalismus“ an den Pranger zu stellen halte ich für ein Ablenkungsmanöver. Über den Margot-Honecker-Vergleich bin ich wütend: zur beschworenen Freiheit Schumachers gehört auch, dass die lukrativsten Kunden den Standplatz der Nutte vermeiden weil die Lokalzeitung darüber geschrieben hat.
    Schimmeck hat offenbar gut recherchiert. Warum er vorher nicht diesen offenkundig alten Bekannten Schumacher gefragt hat (von altem Kumpel wird man wohl nicht reden können) erschließt sich mir nicht. Hätte er auch recherchieren müssen „wer da noch mit drin hängt“?
    Eines der Highlights aus deutschen Federn ist immer noch Schimmecks Artikel Arschlochalarm — brillanter Thesenjournalismus vom Feinsten. Man kann als Leser unschwer erkennen was subjektive Assoziationen des Autors sind, wird auf die richtigen Stellen/Personen/Firmen neugierig, fängt an sich selbst zu informieren und muss nach 4 Jahren feststellen: Klasse, der Mann hat ins Schwarze getroffen. Die implizierten Vorhersagen (über Berlinpolis, Steingart u.a.) sind eingetroffen, der neoliberale Kampagnenjournalismus ist noch viel stärker und auffälliger geworden, neue Mitspieler (Weimer) sind in die Öffentlichkeit gerückt und sein letzter Erguss über Guttenberg entspricht auch nach 4 Jahren noch den Zuschreibungen von Schimmeck. Was will man eigentlich mehr?

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  1. […] sich mit einem Schmuddelkind wie mir nicht abzugeben. Ja, der Niggmeier… erst heute habe ich diesen Artikel von Niggemeier gelesen. Da betont er unter anderem, dass es ihm „peinlich genug“ sei, […]

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