Ups, verfragt

Der Umgang mit Journalisten ist ungefähr so heikel wie der mit Kugelfischen. Ein falsches Wort kann tödlich sein, und sie werden giftig und brechen jede Kommunikation ab. (Die Journalisten, nicht die Kugelfische.)

Lukas hat das gerade erfahren, als er versucht hat, von der Redaktion der Zeitschrift „View“ aus dem Hause „Stern“ zu erfahren, wie es passieren konnte, dass sie nun auch noch auf den blöden, längst aufgelösten April-Scherz hereingefallen ist, wonach ein Sex-Video von Shakira aufgetaucht sei. Er fragte:

Lag der Redaktionsschluss für das Mai-Heft so früh, dass Sie von der Auflösung des Aprilscherzes (am 2. bzw. 4. April) nichts mitbekommen konnten, oder recherchieren Sie in Fällen, die das Privatleben von Stars betreffen, generell nicht weiter nach?

Hans-Peter Junker, der stellvertretende Redaktionsleiter, antwortete ihm, dass er die Frage — man werde das verstehen — nicht beantworten könne, und erklärte das auf Nachfrage so:

Sie haben leider die niedrigen Standards, die ich an einen höflichen und kollegialen Umgang stelle, unterlaufen.

Ja, da muss man verdammt aufpassen, dass man nicht versehentlich beim Standard-Limbo gegen gestandene Journalisten von Qualitätsmedien gewinnt.

Leider fehlt auch mir selbst ganz offenkundig das Talent, den Tonfall zu treffen, der eine Kommunikation mit Redakteuren über ihre Fehler und Schwächen ermöglicht, aber vielleicht kriegen wir das ja gemeinsam hin.

Also: Ich bitte um Vorschläge für Frageformulierungen, die der besonderen Sensibilität von Journalisten Rechnung tragen und die Wahrscheinlichkeit maximieren, dass Hans-Peter Junker oder einer seiner Kollegen von „View“ erklären, wie ihrem Magazin so ein blöder Fehler unterlaufen konnte. Die beste Frage schicke ich dann an „View“, und wir gucken, was passiert. Zu gewinnen gibt es nichts, außer Erkenntnis.

Nachtrag, 8. Mai. Die Auflösung steht hier.

131 Replies to “Ups, verfragt”

  1. Vielleicht mit den unsterblichen Worten von Mr.Wolf (Harvey Keitel) und ebensolchem Nachdruck: »So, pretty please… with sugar on top. Answer the fucking question!«

  2. Die eigentliche Pointe der Geschichte liegt doch eher darin, dass Stern/View-Leute niedrige Standards an den höfligen und kollegialen Umgang stellen. Vielleicht sollte man sich in zukünftigen Mailwechseln mit der Redaktion darauf berufen. Insofern gibt es da gar keine besondere Sensibilität. Nur sollte man das erwartete Niveau weder über- noch unterschreiten.

    Noch etwas: Kugelfische sind unabhängig von der Wortwahl giftig. Und kommunizieren können die auch nur sehr rudimentär. Insbesondere, wenn sie auf dem Teller liegen. Denke ich jedenfalls.

  3. Ohne Journalist zu sein, muss ich ganz ehrlich sagen, dass aus der Frage doch durchaus ein leicht schnippischer Unterton herauszulesen ist. Zumindest kann er herausgelesen werden und ich denke das wird hier so schnell niemand abstreiten.

    Als Verantwortlicher an der empfangenden Leitung, egal ob journalistisch oder nicht, könnte ich da ebenso wie Herr Junker etwas pampiger werden. Seine Formulierung ist zwar eher lustig ausgefallen, aber dennoch verständlich.

  4. Man möchte ja als Gefragter, wenn man einen Fehler gemacht hat und zum Eingeständnis bewegt werden soll, irgendwie sein Gesicht wahren. Insofern ist der erste Frageteil, der „dem Redaktionsschluss“ den schwarzen Peter zuschiebt, vollkommen ok. Dass man mit gewissen Ansprüchen an Wahrheit und ihre direkte Übermittlung dem gegenüber manchmal unverständig ist: Stefan hat es ja selber zugegeben.

    Den zweiten Frageteil hätte ich so formuliert: „Falls es nicht am Zeitpunkt des Redaktionsschlusses lag, wieso wurde in diesem speziellen Fall nicht nachrecherchiert?“

    Erstens macht man so deutlich, dass man nur im Falle einer negativen Antwort auf Frage 1 nachlässige Recherche unterstellt. Zweitens stellt man den Fall als Einzelfall dar und suggeriert so eine ansonsten hohe Qualität der Rechercheleistung.

    Das ist die Kunst der Diplomatie. Leider ist sie im zwischenmenschlichen Umgang zwar nötig, aber bei der Entschlüsselung der „reinen“ faktischen Wahrheit manchmal hinderlich.

  5. Ich finde, Herr Junker hat auf diese zweifellos nicht wirklich an Aufklärung interessierte und besserwisserische Frage eine recht schöne Antwort gegeben. Hätte ihm natürlich dennoch nicht passieren sollen, weil es unprofessionell ist, sich auf die Provokation einzulassen.

  6. Das mit diesem Online-Dings ist für langjährig an Druckerpressen ausgebildete Journalisten ein hartes Brot. Und sie haben ja Recht!

    Viel besser wäre es, endlich das Web-Gedöns aufzugeben und sich anderweitig zu vergnügen: http://www.xcn.de

  7. Aus Kommunikationswissenschaftlicher und vor allem -psychologischer Sicht macht die Art der Fragestellung das Zugeben oder Erklären eines Fehlers nicht unbedingt leichter. Denn dabei entblößt man seine eigenen Unzulänglichkeiten und sieht sein Selbstbild angegriffen. Und das läßt man ungern in einer Umgebung zu, in der man neben der eigenen (manchmal gespielten) Reue auch noch Spott ausgesetzt ist. Und die Frage suggeriert nicht nur eben diesen Spott, sondern auch das der Fehler Methode haben könnte (unentschuldbar) und kein Ausrutscher war (entschuldbar). Selbst wenn dies zuträfe, so etwas lässt sich kaum einer gern unterstellen.
    Allerdings könnte man schon von einem gestandenen stellvertretenden Redaktionsleiter erwarten, dass sein Fell dick genug ist für diese Art Fragen.

    #2 kann ich mit seiner Sichtweise auf die wahre Pointe der Geschichte nur zustimmen

  8. Im Ernst: Die Frage hat meines Erachtens nicht mal eine Antwort verdient. Sie ist – wie ich denke – mit Absicht so gestellt worden, dass sie besserwisserisch und plump provozierend wirkt. Ich finde die Junker-Antwort von daher ziemlich gut auf den Punkt gebracht. Auf Fehler aufmerksam machen – gerne. Aber das in Verbindnung mit verbalem „Sackschnipsen“ ist unangebracht.

  9. „… oder recherchieren Sie in Fällen, die das Privatleben von Stars betreffen, generell nicht weiter nach?“
    Diese Formulierung ist offensichtlich eine Unverschämtheit bzw. Anmache, da der Gefragte, wenn er mit Ja antwortet, das Gesicht verliert.
    Insofern finde ich die Verärgerung des Redakteurs ohne weiteres nachvollziehbar. Der schnarrende Ton seiner Antwort wiederum scheint mir ein Indiz dafür, daß er, wie heutzutage viele „Profis“ von der Bäckereiverkäuferin an, Hinweise auf mögliche eigene Fehler grundsätzlich für unverschämt hält – bzw. für unerträglich zu halten sich durch die Arbeitsverhältnisse gezwungen fühlt.
    Ich würde also empfehlen, höflicher zu fragen – und trotzdem nicht mit ehrlichen Antworten zu rechnen.

  10. Vielleicht habe ich das nicht deutlich genug hingeschrieben: Ich bin wirklich an Vorschlägen interessiert, wie man die Frage formulieren sollte, ohne dass sie „eine Unverschämtheit“, „besserwisserisch“, „plump provozierend“ etc. ist.

    Ich bin gespannt.

  11. @Lars: Ich hatte mir durchaus eine Antwort erhofft, sonst hätte ich ja nicht gefragt.

    @text: Natürlich habe ich nicht damit gerechnet, dass Junker (oder sonst jemand, ich hatte recht allgemein die Redaktion angeschrieben) antwortet: „Ja, wir recherchieren nie nach.“
    Er hätte ganz einfach „Natürlich recherchieren wir, aber …“ antworten können und wir hätten alle was davon gehabt.

    Vermutlich haben aber meine Eltern bei meiner Erziehung schlichtweg versagt, weswegen ich so offenkundig uninteressierte und unverschämte Fragen stelle.

  12. @10 (text):
    Natürlich ist die Fragestellung in der Form provokativ. Aber mal im Ernst, die (falsche) Berichterstattung über das Privatleben eines Menschen (egal ob nun Promi oder nicht), gerade wenn der „Fehler“ durch eine 1-Minuten-Google-Recherche hätte vermieden werden können, erlaubt meines Erachtens auch eine gewisse Portion Hohn.
    Weiß jemand eigentlich ob der Stern seine internen Qualitäts-Richtlinien seit Kujau verändert hat? ;)

  13. Sehr geehrter Hans-Peter Junker,

    bezug nehmend auf Ihren Artikel über das Auftauchen eines Sex-Video von Shakira in Ihrer ***Ausgabe, würde ich gerne in Erfahrung bringen wie es Ihnen bzw. der Ihnen unterstellten Redaktion passieren konnte, dass Sie auf einen Aprilscherz herein gefallen sind. Über eine ehrliche Antwort ihrerseits würde ich mich sehr freuen!

    Mit freundlichen Grüßen….

    So in etwa ;)

    …den letzten Satz finde ich, erhlich gesagt, auch etwas (zu) provokativ, wobei ein „guter“ Journalist damit umgehen können sollte…

    Grüße

  14. Stefan, es tut mir leid, ich kann das nicht diplomatischer und/oder freundlicher formulieren, als Lukas das schon gemacht hat. Ich empfinde den Redaktionsschluss-Halbsatz schon als platine Brücke.

    Die verunglimpfen einen berühmten Menschen aufgrund eines wirklich schlechten Aprilscherzes – wer möchte über sich so etwas lesen – und sind dann pikiert wenn sie freundlich bestimmt befragt werden, wie so etwas passieren kann.

  15. die frage setzt einfach voraus, dass es nur 2 mögliche antworten gibt und alles andere ausserhalb des vorstellbaren liegt. das ist für den befragten schmerzhaft, ist er doch eh schon der angeschmierte. auch ohne die frage.

    wohingegen ich denke, solch zartbesaiteten menschen sind dann auch einfach dort, wo sie agieren, fehl am platz. wer vergisst zur schluckimpfung zu gehen, muss damit leben, dass er gefragt wird, ob er die letzte schluckimpfung verpasst hat.

    ergo, frag ihn, ob er die letzte schluckimpfung verpasst hat.

    (aber sag ihm nicht, dass der fragevorschlag von mir kam. ich bin zu zartbesaitet für die zu erwartende antwort)

  16. …noch eine kurze Ergänzung. Nicht das Ihr mich hier noch nen falschen Eindruck von mir kriegt *g*

    Ich kann Lukas mehr als gut verstehen und hätte die Mail ziemlich ähnlich geschrieben, aber es ging ja um eine Formulierung die der Redaktionsleiter auch beantworten würden ;) …

  17. Stefan, Deine automatische Bindestrich- nach Halbgeviertstrich-Ersetzung geht nicht mehr!!!

    – Bindestrich/dash
    – Halbgeviertstrich/n-dash
    — Geviertstrich/m-dash

  18. Die 2. Frage war von der Formulierung her ähnlich erfolgversprechend wie wenn in diversen „Enthüllungsmagazinen“ notdürftig unkenntlich gemachte Kaffeefahrt-Veranstalter gefragt werden, ob ihr Geschäft nicht höchst verwerflich sei.
    Sprich: um eine Antwort geht es eigentlich garnicht, sondern nur darum, mit dem darauf folgenden Schweigen die eigene Position scheinbar zu untermauern.

    Zur „richtigen“ Formulierung: es hätte gereicht zu fragen, ob einfach in dem konkreten Fall nicht nachrecherchiert wurde. Alles andere unterstellt eine Regelmäßigkeit, die zumindest anhand des einen Falles ja nicht wirklich im Raum steht.

  19. Vorschläge? Hm.

    Es geht ja um nonverbale Kommunikation, die Frage wurde per e-mail gestellt (kuck mal Stefan, diesmal bin ich tatsächlich dem Link gefolgt :p ). E-mails und dergleichen haben immer das potentielle Problem, dass man sehr viel Ton und Intention hineinlesen kann -zwischen den Zeilen und in den Zeilen selbst- die da eventuell garnicht drin sind. Selbst wenn der Ton so gemeint ist, macht es Textkommunikation immer etwas leichter, dass der Adressat sich beleidigt fühlen darf wenn er das denn unbedingt will. Denn er hat alle Zeit der Welt, das bewusst oder unbewusst zu entscheiden. Am Telefon oder in Person wäre das garantiert anders abgelaufen. Brave New Online World.

    Ich selbst mache dauernd den Fehler (ich finde es ist kein Fehler, aber ich nenn‘ das jetzt mal so), dass ich alle Welt gleich Duze. Manche Leute können das absolut nicht ausstehen und sehen darin einen entsetzlich ehrerschütternden Faux Pas und Angriff auf ihre Würde, was mich mitunter sehr amüsiert, denn in nicht wenigen Branchen und Kulturkreisen ist das eher üblich und geradezu förderlich. Aber gut, nicht mein Problem.

  20. Wenn der Fragesteller daran interessiert ist herauszufinden, wie das passieren konnte, dann würde ich genau so fragen: „Wie konnte das passieren?“.

    Wenn der Fragesteller nur sagen wollte: „euch ist ein Fehler unterkaufen, ihr könnt ja nicht mal richtig recherchieren“, dann braucht er das nicht in eine Frage mit vorweggenommenen Antworten packen.

  21. Mir fällt auch nichts ein, was kein „GoodMorning, Vietnam“-Zitat wäre und nicht die Wörter „selten“, „jemanden“, „der“, „nötig“ und „geblasen“ enthielte.

  22. Sehr geehrter Herr Junker,

    ich (14) schreibe ein Tagebuch im Internet und übe so für eine zukünftige Journalistentätigkeit. Auf der Suche nach guten Stories beweist Ihr Magazin „View“ immer wieder den „richtigen Riecher“, so auch in dem Fall des Aprilscherz mit dem „Sexvideo von Shakira“ in der Ausgabe vom XX.
    Muss man Aprilscherze ausserhalb des 1. Aprils nicht extra kennzeichnen? Wenn nicht, würde mir viel mehr für mein Tagebuch einfallen und ich könnte mich so besser auf meinen Traumberuf als Journalist vorbereiten.
    Danke im Voraus für eine Antwort
    mit „kollegialen“ Grüßen

  23. #12 Lukas: Uninteressiert nicht. Unverschämt allemal. Deshalb auch nicht effektiv. Es gilt der alte Spruch: Recht haben und Recht bekommen…

    Bevor gefragt wird warum unverschämt: Das klärt eigentlich mein erster Kommentar.

    Fakt ist: Wenn man eine Antwort will, darf man die Frage(n) einfach nicht so stellen.

  24. Die Frage ist wohl deswegen nicht gut angekommen, weil das „oder” suggeriert, mindestens eine der vorgeschlagenen Alternativen müsse der Wahrheit entsprechen, was natürlich nicht der Fall ist. Der erste Frageteil klingt, als würde der Fragesteller nicht wirklich an die Redaktionsschluss-Variante glauben („so früh”), was bedeutet, dass er implizit die zweite, wenig schmeichelhafte Variante unterstellt. Wenn Lukas die Frage so formuliert hätte, dass tatsächlich eine der Möglichkeiten richtig sein muss, hätte Junker den Fehler vermutlich eingestanden:

    „Lag der Redaktionsschluss für das Mai-Heft so früh, dass Sie von der Auflösung des Aprilscherzes (am 2. bzw. 4. April) nichts mitbekommen konnten, oder haben Sie die Information nicht gründlich genug überprüft.”

  25. Ach, der Herr Junker. Mit dem habe ich auch mal meine Erfahrung gemacht. Hatte eine andere Sichtweise eines Themas angeboten, das kontinuirlich in eine (fatale) Richtung gebürstet wird und einem Menschen dabei sehr Unrecht tut. Er argumentierte so lange, bis ich sagte „Man muss doch auch mal die andere Seite zulassen, um Ausgewogenheit in der Berichterstattung zu haben.“ Seine Antwort: „Ist die Frage, ob man das drucken will.“
    Indirekte Aussage: „Wir wollen den Menschen aber nicht fair, sondern skandalträchtig darstellen.“
    Er war sehr abbügelnd und ich habe danach beschlossen, dem Stern nie wieder ein Thema anzubieten. Der Stern ist soundso nicht mehr der Stern von früher.

  26. @4 „Ohne Journalist zu sein, muss ich ganz ehrlich sagen, dass aus der Frage doch durchaus ein leicht schnippischer Unterton herauszulesen ist. Zumindest kann er herausgelesen werden und ich denke das wird hier so schnell niemand abstreiten.“

    Ich bin auch kein Journalist und ich streite ab.

  27. Vorschlag:

    Sehr geehrter Herr Redaktionsleiter Junker,

    wahrscheinlich stehe ich etwas auf der Leitung, denn mir kommt etwas komisch vor, nämlich …. wenn Sie so freundlich wären, mich aufzuklären, würde ich mich sehr freuen. Und wissen Sie, was ich auch überhaupt nicht verstehe? Wenn ich ein Thema anbiete, wird es abgelehnt und paar Wochen später finde ich dann Teile meiner Exposees im Stern wieder – die rutschen einfach da rein, obwohl ich sie nicht rein getan habe – wie machen Sie das? Beeindruckte Grüße:

  28. Leider tauge ich als Kofi-Annan-Fragesteller nicht und hätte dann eher die (zugegebenermassen wenig originelle) Parallele zur den Hitler-Tagebüchern gebracht. Das Resultat wäre ähnlich gewesen.

    Dennoch: Die Art der Fragestellung war natürlich frech und sollte wohl eher der Profilierung des Fragestellers dienen als der „Aufklärung“ der Sache. Vielleicht wäre ein „Wie ist Ihnen der Aprilscherz zum Shakira-Video durchgerutscht?“ etwas besser gewesen… Naja.

  29. ernst:

    Sehr geehrter Herr Redaktionsleiter Junker,
    mir kommt etwas komisch vor, nämlich …. wenn Sie so freundlich wären, mich aufzuklären, würde ich mich sehr freuen.

  30. Die Fragestellung von Lukas hat den Beigeschmack, nicht wirklich eine offene Antwort zu erwarten. Andererseits: Wer sich thematisch mit einem aufgetauchten „Sex-Video“, egal von wem, befaßt, soll sich mal nicht so pingelig anstellen.

    @25

    Man könnte es ganz neutral und weitgehend offen ungefähr so formulieren:
    „Lag der Redaktionsschluss für das Mai-Heft so früh, daß Ihnen die Auflösung des Aprilscherzes (am 2. bzw. 4. April) entgangen ist? Wenn nicht, woran lag es dann? Haben Sie möglicherweise die Information nicht gründlich genug überprüft?”

    Aber für eine „Prizessin auf der Erbse“ wäre dies vermutlich noch immer unterhalb „der niedrigen Standards“, die ein Herr Junker an einen kollegialen Umgang stellt.

  31. Vorschlag:

    Lag der Redaktionsschluss für das Mai-Heft so früh, dass Sie von der Auflösung des Aprilscherzes (am 2. bzw. 4. April) nichts mitbekommen konnten, wurde das Nachrecherchieren in diesem Fall versäumt oder gibt es eine andere Erklärung für diesen Lapsus?

  32. Ich würde es mit Dummstellen versuchen:

    „Liebe View-Redaktion,

    in eurer Mai-Ausgabe habe ich gelesen, dass es angeblich ein Sex-Video von Shakira geben soll. Ich meine aber gehört zu haben, dass das eigentlich nur ein mäßig lustiger Aprilscherz war. Gibt es dieses Video nun doch?“

    Klingt zwar ein bisschen so, als wäre der Schreiber notgeil und wolle unbedingt dieses Video sehen, aber mit ein bisschen Glück können sich die View-Redaktuere darin wiedererkennen und sind nicht beleidigt. :)

  33. Moment – ich will nur mal kurz eines reflektieren:

    View hat eine Falschmeldungen über einen Star herausgebracht, der ein Mensch ist, auch wenn er ein Star ist und der nicht in Verruf geraten möchte, auch wenn er ganz woanders wohnt und über diese spezielle Meldung wahrscheinlich kopfschüttelnd lacht. Aber es geht ums Prinzip. Der Fehler war als solcher zu recherchieren. Und ich lese aus Lukas‘ Frage heraus, dass es ihn ärgert, dass beim Privatleben von Stars offensichtlich der Recherche-Standard unterlaufen wird, den es haben sollte. Denn dies ist nicht das erste Mal, dass so etwas vorkommt. Bei weitem nicht.
    Diesen Vorwurf packt Lukas in den zweiten Teil der Frage.

    Warum eigentlich nicht?
    Man könnte es als „auf gleicher Augenhöhe“ betrachten, auf die er sich mit seiner Formulierung begeben hat. Und warum soll man Leute nicht wissen lassen, dass man allmählich echt die Faxen dicke hat von diesem permanenten Promi-Prügeln, das auf Faulheit, Schlampigkeit und Nonchalance der Redakteure beruht. Was sie da machen, ist alles andere als nobel. Aber wenn man es sie wissen lässt, dass es nicht nobel ist, hat man ihre Höflichkeitsstandards unterlaufen? Oh Verzeihung, Ihre Majestät… es tut mir leid, dass ich Sie darauf hingewiesen habe, dass Sie schmutzioge Hände haben. Selbstverständlich werde ich dafür geköpft – ist klar.

  34. @35

    Sie haben ja recht!

    Aber: Will man eine offene Antwort? Oder will man der Redaktion eine „Ohrfeige“ verabreichen?

    Erstes setzt Diplomatie voraus, zweites sollte den Fragesteller einer Erwartungshaltung entheben.

    Seiner Empörung Ausdruck verliehen hat Lukas eher zu wenig. Doch war das der Zweck der Übung?

  35. @35
    Ein Journalist wird ja nun nicht danach beurteilt, ob er knackige und pointierte Fragen stellen kann, sondern ob er Antworten erhält. Und wenn ein Journalist keine Antworten erhält, macht er offensichtlich etwas falsch. Nun kann der Journalist jammern über die Dünnhäutigkeit anderer, oder eben seine Strategie ändern.
    Um zu erkennen und zu beschreiben, dass manche Medien fahrlässig handeln, bedarf es erstmal nur einer gründlichen Beobachtung, keiner Fragen. Um herauszubekommen, woher diese Fahrlässigkeit kommt, muss man sich halt genau überlegen, welche Fragen man stellt, um befriedigende Antworten zu erhalten. Wie wir sehen, taugen solche Art von Fragen offensichtlich nicht.

  36. @ 36: Ich möchte Ihnen zustimmen. Aus Vernunftsgründen. Weil es eben auch tatsächlich so ist, dass wertneutrale Sachlichkeit am effektivsten ist.

    Aber wenn ich mir unter http://www.coffeeandtv.de/2008/05/02/out-of-view/ den Wortwechsel durchlese, beschleicht mich das Gefühl von ungerechtfertigtem Hochmut, der sich mit Verletzung der Menschenwürde verteidigt, was ich genauso albern finde, wie wenn Diekmann sagen würde, dass er mit jemandem nicht mehr spricht, weil dieser Jemand ihn fotografiert und mit diffamierenden Bemerkungen öffentlich durch den Kakao gezogen hat (sein täglich Brot). Man muss auch einstecken können. Beziehungsweise, man sollte eigentlich Auskunft geben, auch wenn der Schlips betreten wurde.
    Er (Junker) hätte ja auch schreiben können: „Ehrlich gesagt finde ich Ihren Ton unangemessen. Jedem passiert mal ein Fehler. Aber um die Frage zu beantworten…“

    Meine Einstellung basiert aber wahrscheinlich auch darauf, dass ich den schmallippigen, arroganten Umgangston der Stern-Leute kenne. Insofern lese ich ihn natürlich sofort heraus.

    Prinzipiell stimme ich Ihnen also zu, obwohl es mir zutiefst widerstrebt. Und ich es eigentlich nicht angemessen finde, Herrn Junker die Mimosen-Grenze abzunehmen. I don’t buy that.

  37. @ 37:
    Ist das so?
    Ist es nicht seine Aufgabe, zu entlarven? Enttarnen? Entdecken?
    Hat Lucas seine Aufgabe damit nicht erfüllt?

    Denn ich möchte mal bezweifeln, dass Herr Junker überhaupt eine Antwort hat…

  38. Stefan, ich hoffe Du kriegst keinen Ärger durch meine Bemerkungen. Wenn du das befürchtest, lösch sie einfach raus.

  39. Herr Niggemeier, der Rächer der Erbrecher…
    Verständnisfrage: Laut Vita hier auf Ihrem eigenen Blog haben Sie stolz den Diplomstudiengang der Uni München absolviert und sind, hm, Journalist des Jahres. Und doch wollen Sie heute nicht zum ersten Mal von Bloggisten und Nicht-Journalisten und Einfach-Nur-Lesern, vielleicht sogar pickligen Teens wissen, wie man als Journalist Fragen stellt…?
    Vielleicht böte es sich ja doch eher an, anstatt ständig ins eigene Lager zu pissen, sich zum Beispiel mal die Umgangsweisen so mancher PR-Nasen gegenüber Journalisten vorzunehmen bzw. auf welche Art Fragen die von vornherein nicht reagieren (sesshaft unter anderem in Sendern, weil Sie doch nur Medienjournalist sind.)

  40. @Acht Achtel: Nein, Thema war nicht, wie man „als Journalist“ fragt, sondern wie man Journalisten fragt.

    Aber anbieten täte sich natürlich alles mögliche.

  41. @ 42:

    1. Er pisst nicht ins „eigene“ Lager. Sondern in das derjenigen, die ihren Job nicht ernst genug nehmen.

    2. Sie haben seine Motivation nicht verstanden.

    3. Das von Ihnen vorgeschlagene Thema ist nun mal nicht seines und steht Ihnen selbst zur Verfügung.

  42. Ein Journalist, der nicht jede E-Mail von Bloggern (wie viele mögen heutzutage angeschwemmt werden? – Schon wieder ein neues Thema!) in deren Sinne beantwortet, nimmt seinen Job nicht ernst genug? Bitte?

  43. ohne alle kommentare gelesen zu haben: mit „…oder recherchieren Sie in Fällen, die das Privatleben von Stars betreffen, generell nicht weiter nach?“ gehst du halt schon ziemlich hart ran, nicht wahr?! so ganzganz unterschwellig ist da schon eine gewisse vorahnung von vorwurf zu erspüren, wenn man sich ganz arg anstrengt. ;-)

  44. Ein Journalist, der seinen Job (= Journalismus) nicht ernst genug nimmt. Und sich pikiert vor einer Antwort drückt, nachdem der Kontakt schon entstanden war und nicht im gesichtslosen Meer der Masse versunken.

  45. @nixloshier: Und das wäre ja furchtbar, als Journalist einem Medium, das einen peinlichen Fehler gemacht hat, einen Vorwurf zu machen!

  46. „Wie konnte es passieren, dass ein Aprilscherz als ernsthafte Geschichte ins Heft gelangt ist?“

    „Wussten Sie/die Redaktion, dass es sich um einen Aprilscherz handelte?“

    „Welchen Konsequenzen im redaktionellen Kontrollprozess ziehen Sie daraus?“

    Ist doch gar nicht so schwer, ausgewogene Fragen zu formulieren. Die Fragen von Lukas hätte ich ebenfalls nicht beantwortet.

  47. Natürlich ist es megapeinlich, aber Sie erfahren mit Gewissheit keine HOT NEWS, wenn man Ihnen sagt, dass selbst der geschätzten FAS irre peinliche Fehler unterlaufen, und zwar nicht selten. Der letze, der mir sofort abrufbar in Erinnerung ist: In der FAS wurde jüngst aus Tom Tykwer ein Australier. Selten so gelacht. Und kein Aprilscherz.

  48. Welchem Zweck dient eigentlich diese Suggestivfragen-Trickserei? Die einfachste Anfrage an die Redaktion wäre doch gewesen: „Die Meldung über das Shakira-Video war ein Aprilscherz. Warum haben Sie darüber trotzdem in Ihrer Mai-Ausgabe berichtet?“

  49. „Liebe Redaktion der View,
    als ich vor kurzem die Ausgabe Xy der View durchblätterte fiel mir auf dass dort ein „Shakira Sex Video“ erwähnt wird. Nach meinem Erkentnissstand handelte es sich jedoch bei dieser Meldung lediglich um einen Aprilscherz aus dem Internet, der bereits kurze Zeit später aufgelöst wurde..
    Da die Ausgabe im Mai erschienen ist gehe ich davon aus dass sie genug Zeit hatten diese Meldung zu korrigieren oder besser gar nicht erst zu veröffentlichen.
    Ich finde also in ihrer Zeitschrift falsche Informationen, die durch einfache Rechereche hätten enttarnt werden können.

    Was mir persönlcih schwere Sorgen bereitet.
    Denn betrachten sie die Lage aus meiner Sicht, wenn schon ein solch offensichtlicher Fehler bei der Recherche und Prüfung eines Artikels passiert, ist es dann nicht wahrscheinlich das etwas derartiges öfter, wenn auch nicht unbedingt in diesem Maße, vorkommt? Kann ich ihrer Zeitschrift dann noch das nötige Vertrauen entgegen bringen?

    Verstehen sie mich nicht falsch, ich will sie damit nicht unnötig kritisieren. Nein, ich bitte mehr um Aufklärung wie es zu einem solchen Missgeschick kommen konnte, um Verständniss für die Problematik zu erhalten und wieder etwas vorbehaltsfreier ihr Magazin lesen zu können.

    Mit kollegialen ….“

    -Fakten
    -Problematik
    -Lösungsversuch…

    Man schleimt sich nicht mehr als nötig ein, bleibt kritisch und stellt das Problem auf die persönliche, wenn auch einen Tick überzogene Weise dar. Es geht ja nicht darum sich unnötig naiv darzustellen oder zu kriechen. Und da die Darstellung des Problems sachlich bleibt und nicht darüber hinaus gemutmaßt wird, sollte man zumindest eine Antwort erwarten.

  50. Darf man einen Briefwechsel (per E-Mail) ohne Genehmigung des anderen Teilnehmers in einem Blog veröffentlichen?
    Ups, nur eine kleine Frage eines Laien, der nicht einmal ein eigenes Blog hat.

  51. „Darf man einen Briefwechsel (per E-Mail) ohne Genehmigung des anderen Teilnehmers in einem Blog veröffentlichen?“

    Wenn ein Journalist fragen stellt, ist doch klar, dass die Antworten für die Öffentlichkeit bestimmt sind. Auch das Nichtantworten bzw. die Reaktion muss im Sinne der Transparenz ja öffentlich werden ;)

  52. Journalisten und PR-Menschen sollten in der Lage sein, auch leicht provozierende Fragen zu beantworten. Beleidigt sein gilt nur, wenn die Antwort dann hinterher in einem ganz anderen Zusammenhang wieder auftaucht und das Zitat entstellt wird. Und das kann auch bei devot gestellten Fragen passieren, befürchte ich.

  53. Mich würde mal umgekehrt interessieren, wie der Herr Junker eine solche Anfrage formuliert hätte wenn es in der Falschmeldung nicht um Shakira, sondern um Herrn Junker gegangen wäre.

    Ich glaube kaum daß er eine niveauvolle Selbstbeherrschung in seiner gesamten Anfrage konsequent durchgezogen hätte – wer könnte das schon wenn er selbst betroffen ist?

    Mal im Ernst: die Fragestellung dieses Blogeintrages erscheint mir ja auch ein wenig süffisant-ironisch, aber wieviele Kommentatoren hier errnsthaft meinen den Herrn Junker verteidigen zu müssen, das erschreckt mich doch einigermaßen. Wer im Zuge eines mangelhaft recherchierten Artikels, der schlußendlich eine üble Nachrede über eine Privatperson darstellt (denn das Sexualleben einer Person ist ameistens höchst privat), der kann sich eigentlich glücklich schätzen wenn er lediglich solche Anfragen wie die hier besprochenen bekommt.

    Wäre das Objekt der Berichterstattung nicht Shakira, sondern Caroline von Monaco gewesen, dann hätte Herr Junker sehr wahrscheinlich noch eine deutlich unangenehmere Anfrage von einer Anwaltskanzlei bekommen. Von daher denke ich daß er besser den Ball ganz flach halten sollte.

    Und nein, ich finde den uzrsprünglichen Aprilscherz nicht lustig. Auch wenn ich kein Shakira-Fan bin.

  54. solange es nicht die „shakira tagebücher“ veröffentlich werden … haha … ok entschuldigung

  55. Hier ist eine spannende Diskussion entstanden. Mich persönlich befremdet der Frageton auch, der an den Tag gelegt wurde. Der gleiche Stil findet sich auch in einigen Fragen von Stefan Niggemeier, z.B. an die Landesmedienanstalten, wieder. Insofern hat sich Lukas vielleicht einfach ein kein gutes Vorbild ausgesucht. Und ich finde gut, dass darüber auch einmal diskutiert wird. Mag Lukas und jeder andere die Schlüsse daraus ziehen, die er will.

    Aber:

    Wozu sollen denn bitteschön Formulierungsvorschläge eingereicht werden? Ein totes Pferd kann man nicht mehr reiten, auch nicht mit einem neuen Sattel. Oder hier eher einer neuen Peitsche. Ich erachtete es als höhnisch^2, wenn jetzt hier nochmals nachgebohrt wird. Im Sinne von: Achtung Stern, jetzt nimmt sich der Niggemeier des Themas an! Bitte Haltung annehmen und spuren. Wenn der Fragestil fragwürdig war, dann ist es dieses Vorgehen hier erst recht.

    Wenn der Stern aus dem Fehler lernen und Konsequenzen ziehen will, dann hat er es bereits getan. Wenn nicht, dann wird sich auch nach einer neuen Frage nichts daran ändern. Nachtreten ist feige.

  56. Antworten Sie denn auf jede kritische E-Mail, sehr geehrter Herr Niggemeier? Und nie von oben herab? Lassen Sie jeden Ihrer Kritiker hier in Ihrem Blog zu Wort kommen?
    Reiten Sie nicht ein sehr hohes Ross, obwohl Sie doch Experte für Schafe (siehe „Walescontent“) sind?

  57. Nr. 31, 49 und 52 haben Anfragen formuliert, wie ich sie ebenfalls für richtig halte. Ich glaube, dass man in 99% solcher Fälle keine vernünftige Antwort bekommt, egal wie man sich ausdrückt. Aber man muss die Frage korrekt stellen, damit sich der Befragte nicht darauf berufen kann, unhöflich oder niveaulos angeschrieben worden zu sein.

    Fragen können unverschämt sein, selbst wenn mit ihnen vordergründig noch keine Aussage getroffen wird. Die Überschrift „Peter Meier – harmloser Bürger oder gefährlicher Terrorist?“ sagt zwar streng genommen noch nichts über den fiktiven Peter Meier aus. Aber sie suggeriert, dass auch die zweite Antwortmöglichkeit durchaus im Bereich des Wahrscheinlichen liegt.

    Als Leser gehe ich davon aus, dass der Zeitung Quellen (geheime Papiere, anonyme Zeugen) vorliegen, die ich nicht habe. Die denken sich so etwas ja nicht aus. Wird also etwas dran sein, wenn die das schon schreiben… und genau da beginnt der Rufmord, das hat man doch schon etliche Male erlebt. Deswegen gehören solche Fragen in den Giftschrank, egal in welchem Kontext sie gestellt werden.

    Natürlich kann sich ein Redakteur bei einer neutral formulierten Frage um die Antwort herumdrücken. Dann schreibt man eben „Auf die Frage antwortet er lapidar mit …“. Das kennt man doch aus dem Fernsehen.

    Man kann auch nach der ersten E-Mail detaillierte Rückfragen stellen und, falls diese nicht innerhalb von 2-3 Tagen (m.E. eine faire Zeitspanne) beantwortet werden, im Blog erwähnen, dass die erneute Anfrage unbeantwortet blieb. Sollte dann doch noch eine Antwort kommen, muss die so schnell wie möglich veröffentlicht werden. So naiv stelle ich mir Journalismus vor.

    Der Medienkritiker muss es besser machen als die Medien, die er kritisiert. Allerdings gestehe ich umgekehrt Leuten zu, es nicht so schnell zu merken, wann sie zu grob werden. Das passiert gerade im Internet sehr leicht. Deswegen muss eine offen formulierte Frage der Form „Wie hätte man es denn besser machen können?“ auch ironiefrei beantwortet werden.

    Eine Anschlussfrage, die es sich zu stellen lohnt: Hat „View“ in den letzten 12 Monaten in Interviews oder Überschriften mit Fragen gearbeitet, die böse unbelegte Dinge über die betroffene Person nahelegten? Falls ja, könnte man in Verbindung mit diesem Fall ja mal bei Herrn Junker nachfragen. Neutral formuliert natürlich.

  58. @Stefan: #48 entnehme ich, dass sie immer noch nicht ganz verstehen, was an der Frageform von Lukas ( und ihnen, s. Landesmedienanstalt ) verkehrt ist?
    Sie wollen wissen, wie man Journalisten fragt: Wie andere Menschen auch. Ich hätte auf eine solche Art zu fragen aus Prinzip nicht geantwortet. Wahrheit hin oder her: Der Stil zeugt einfach von schlechten Manieren. Und das es auch anders geht finde ich in #52 sehr schön dargelegt. Meiner Meinung nach tatsächlich der beste Vorschlag.

  59. @Chris: Ich glaube, der Unterschied in unserer Wahrnehmung ist folgender: Medien haben die Pflicht, korrekt zu informieren. Das ist nicht irgendein Bonus, eine schöne Zusatzmöglichkeit, das darf ich als Leser verdammtnochmal erwarten. Was Lukas geschrieben hat, verstehe ich insofern nicht nur als neutrale Nachfrage, sondern auch als Reklamation. Wenn mir eine Waschanlage mein Auto kaputtschrammt, ist die Wahrscheinlichkeit auch groß, dass ich nicht hingehe und sage: Das ist ja interessant, was da passiert ist. Sondern: HörnSemal, passiert das bei Ihnen häufiger, was gedenken Sie dagegen zu tun? Richtig ist, dass ein Fehler niemandem das Recht gibt, blöd herumzupöbeln, und niemandem die Pflicht gibt, sich blöde bepöbeln zu lassen. Davon ist aber die Anfrage von Lukas auch weit entfernt. Und ich finde, wenn mir so ein blöder Fehler passiert ist, stehe zunächst einmal ich in der Schuld der anderen. Über die Manieren können wir dann gerne anschließend diskutieren.

    Denn soviel ist klar: Diese Reklamation ist berechtigt.

  60. @Stefan: Natürlich ist die Reklamation berechtigt und Lukas ist von Pöbelei auch weit entfernt. Den Unterschied unserer Wahrnehmung haben sie allerdings offensichtlich falsch lokalisiert.

    ICH würde nicht fragen „[…]passiert ihnen das häufiger[…]“. Dieser Frageteil käme mir nicht über die Lippen, weil ich ergebnisorientiert bin und ohne Stress meinen Schaden ersetzt haben möchte. Das heißt übrigens nicht, dass ich nicht eigentlich genau das dächte – ich verkneif’s mir einfach.

    Und wenn ich genauso ergebnisorientiert Recherche mit persönlicher Anfrage verbinden möchte, verkneife ich mir, meinen ( berechtigten ) Ärger in scharfe Formulierungen zu gießen, sondern versuche maximal effizient zu arbeiten. Und DAS tut man mit der Art zu fragen einfach nicht. Punkt!

  61. Das ihnen eine neutrale Fragestellung nicht einfallen möchte kann ich kaum glauben.
    Wer er nicht lassen kann, seinem Gegenüber mit der gestellten Frage auch noch einen kleinen Stichzu verpassen, sollte sich nicht wundern wenn er keine verwertbaren Antworten erhält.

    Bei den Interviews von Stefan Niggemeier haben mir die Fragtestellungen meistens gefallen(da es bei stichigen Formulierungen ja oft die „bösen“ trifft), auch wenn es mich gewundert hat, dass darauf geantwortet wird. Dies könnte natürlich an S. Niggemeiers Bekanntheitsgrad liegen.
    Wenn nun Lucas von C.a.TV. ebenso seine Frage formuliert, ist es finde ich nicht überraschend, dass er eben keine Antwort bekommt.

    Und zu Stefan @48: Den Vorwurf hätte man ja auch klarer und nicht so schnippisch formulieren können.

    „Sie haben einen Fehler begangen, warum?“. Sicher, ist langweilig für den Journalisten aber man bekommt unter Umständen eine Antwort.

    Gruß Kuang

  62. @Chris: Die Versalien und das „Punkt!“ am Ende fand ich jetzt schon ganz schön vorwurfsvoll. Als wären Sie gar nicht mehr an einer Antwort von mir interessiert. ;-)

  63. @Kuang: Ich finde die sehr „verwertbar“, die Antworten von „View“. Wieder was gelernt über das Selbstverständnis der Kollegen.

  64. @Stefan: Es WAR vorwurfsvoll, wenn auch nicht auf eine bösartige Art ;). Immerhin scheinen sie Standards, die ich persönlich im Leben für wichtig halte, nicht ganz zu teilen – und daran scheitert manchmal Kommunikation.

    Eine Frage: Erkennen sie den Unterschied von z.B. meiner Formulierung „Punkt!“ und der Art von Vorwurf, wie er in Lukas Frage verpackt ist? Das ist nämlich der Knackpunkt. Wenn nicht, dann werden sie weiterhin die richtigen Fragen auf die verkehrte Art stellen und sich selbst oft um die Antwort bringen. Was mich persönlich ärgern würde, denn ich finde ihren Blog gut und die Antwort mancher Kritisierter auf Fragen interessieren mich.

  65. @ 67:
    Wer entscheidet, ob eine Reklamation berechtigt ist?
    Ich hätte nämlich auch eine:
    Warum beantworten Sie Kommentar 63 nicht?

  66. Ja, ich erkenne den Unterschied. Ich lese auch die feine Überheblichkeit in Ihrer Formulierung „die richtigen Fragen auf die verkehrte Art stellen“.

    Trotzdem werde ich, wenn ich einen blöden Fehler gemacht habe, versuchen, meinen Ärger über mich selbst nicht dadurch zu kompensieren, dass ich ihn in denjenigen projiziere, der mir daraus einen Vorwurf macht. Keine Frage: Das wird mir nicht immer gelingen.

    Was ich aber an dieser Diskussion so abwegig finde, erkennen Sie, wenn Sie versuchen, folgenden Satz zu vollenden:

    Ein Hauptproblem des Journalismus heute ist, dass Journalisten…
    [a] zu unhöflich fragen.
    [b] jeden Unsinn unbesehen glauben, wenn er nur eine Prominente und ein Sex-Video enthält, und denken, niemandem Rechenschaft schuldig zu sein.

  67. @Stefan (Nr. 67): Leider ist es aber so (und das scheinen hier viele nicht klar zu trennen), dass hier in erster Linie die Interessen von Shakira verletzt wurden. Diese und ihre Rechtsabteilung sind berechtigt, am lautesten zu schreien und alle anderen machen das mal besser stark abgeschwächt, denn sie geht es nur am Rande was an. Wer glaubt, das Magazin hätte hier sein Vertrauen verspielt, soll es halt einfach nicht mehr kaufen.

    Abgesehen davon, verstehe ich nicht, warum es ein Recht auf pikierte Beschwerde geben soll, wenn ein redaktioneller Fehler vorgefallen ist. Niemand vom Blatt hat sich die Geschichte ausgedacht – man hat bei der Vorgehensweise geschlampert. Vielleicht wurde ebenso übersehen, das ganze dann in der nachfolgenden Ausgabe zu korrigieren. Ganz klar: Da ist etwas schiefgelaufen.

    Darauf kann man hinweisen, das ist sogar für alle Beteiligten wünschenswert. Wenn das dann aber in einem ungeschickten / unfreundlichen Ton erfolgt und dieser fauxpas dann auch noch mit der Aussage gerechtfertig wird, man wolle und könne nur auf diesem Weg die Pflicht der Medien, korrekt zu informieren, aufrechterhalten – dann ist das Heuchelei. Wer wirklich etwas bessern will, tut das mit erfolgversprechenden Mitteln und nicht mit dem Hintergedanken, sich selbst in Szene zu setzen.

  68. [c] jeden Unsinn über Prominente in Sexvideos verbreiten, weil das Deppentum der Konsumenten dann am meisten kauft und die Aktien der Verlagshäuser nach oben gehen…
    Die Mehrheit der Leser ( das Deppentum ) verlangt ja auch keine Rechenschaft.

    „feine Überheblichkeit“: War nicht meine Absicht, entschuldigung. Aber sie sehen, was sich zwischen den Zeilen alles ergibt. Und in welchem Licht man eine Frage erscheinen lassen kann, wenn man denn möchte. Man muss Junker doch keine Fluchtmöglichkeit geben, finde ich.

  69. @74
    oder ergänzt:
    Ein Hauptproblem des Journalismus heute ist, dass Journalisten…
    [a] auf Fragen beleidigt antworten.
    [b] jeden Unsinn unbesehen glauben, wenn er nur eine Prominente und ein Sex-Video enthält, und denken, niemandem Rechenschaft schuldig zu sein.

    „Was ich aber an dieser Diskussion so abwegig finde…“
    Hm, war der Blogeintrag gar nicht ernst gemeint?

  70. Doch kein finales Dutti:

    „@Stefan (Nr. 67): Leider ist es aber so (und das scheinen hier viele nicht klar zu trennen), dass hier in erster Linie die Interessen von Shakira verletzt wurden. Diese und ihre Rechtsabteilung sind berechtigt, am lautesten zu schreien und alle anderen machen das mal besser stark abgeschwächt, denn sie geht es nur am Rande was an.“

    Oh nein. Oh nein! Auch ich als Leser fühle mich behummst. Und damit geschädigt.

    „Wer glaubt, das Magazin hätte hier sein Vertrauen verspielt, soll es halt einfach nicht mehr kaufen.“

    Geschieht bei mir. Kaufe kaum noch etwas. Aber: Was ist mit all den anderen, die nicht wissen, wie das Gros (gewagte Behauptung) der Medien arbeitet? Haben sie kein Recht auf Aufklärung? Woher sollen sie wissen, dass sich der VP nicht lohnt oder sie am besten gleich zum Roman im Bücherregal greifen, wenn es ihnen niemand sagt?

    „Abgesehen davon, verstehe ich nicht, warum es ein Recht auf pikierte Beschwerde geben soll, wenn ein redaktioneller Fehler vorgefallen ist.“

    Weil es ein Recht auf Empörung über Fehler gibt, die sich in Form von scharfen Nachfragen spiegelt.

    „Niemand vom Blatt hat sich die Geschichte ausgedacht – man hat bei der Vorgehensweise geschlampert.“

    Das macht nichts besser. Gar nichts. Aufgabe der Redakteure ist nicht nur, Geschichten selbst zu erfin-äh-schreiben, sondern auch, über den Wahrheitsgehalt von Behauptungen anderer zu wachen.

    „Man muss Junker doch keine Fluchtmöglichkeit geben, finde ich.“

    Muss man nicht. Ist auch eleganter wenn man es nicht tut. Und sicher zu präferieren. Aber wenn es passiert ist, legitimiert es sein Rauswinden nicht. Da ist doch noch jeder für sich selbst verantwortlich.

  71. @Sonya: Leider schreibst Du völlig am Kern meines Postings vorbei. Wir können aber auch über den gerne reden, also wenn Du willst.

    Zum Rest:
    Ein Recht auf Empörung ist außerhalb von Leserbriefen nicht einzusehen – Professionalität hat objektiv abzulaufen (und wo sich jeder zweite Blogger für medienrelevant hält, gilt das dann wohl auch für die)

    Es gibt auch einen Unterschied zwischen Vorsatz (absichtliches Erfinden) und Fahrlässigkeit (Schlampereien). Und über Aussagen andere zu wachen ist man ja wohl nur insoweit verpflichtet, als man sie selber verbreitet (was hier zwar geschehen ist, dennoch war das doch eben etwas pathetisch von Dir)

    Über die ahnungslosen Massen (eine schöne Vorstellung übrigens, dass wir die Sehenden sind, während der Rest der Menschheit vor lauter Stolpern schon am ganzen Körper blau sein müsste) Wachen ist übrigens nicht gleichzusetzen mit unglückliche Fragen Stellen – da sollte man ergebnisorientiert vorgehen. Aber das hab ich ja eben schon geschrieben.

  72. Lieber Herr Junkers,
    mit bedauern habe ich festgestellt, dass Sie als journalistischem Medium anscheinend einem Abpril Scherz (siehe Quellen) aufgesessen sind. Wie erklären Sie das Ihren Lesern?
    Herzliche Grüße
    XXX

  73. @ Ben:
    Nicht ganz (vorbeigeschrieben). Den letzten Absatz habe ich innerlich (weitgehend) abgenickt und daher außen vor gelassen.

    Schlampereien können auch vorsätzlich sein, indem man der inneren Auffassung folgt, das Leben eines Promis verdiene keine Genauigkeit.
    Die ahnungslosen Massen spreche ich täglich. Fast jedes Mal, wenn ich erzähle, wie viele Medien arbeiten, offenbaren sie ihre Ahnungslosigkeit – und Ungläubigkeit. Journalisten wie Stefan oder „Bildblog“ arbeiten gegen ein Image an, das sie nur aufgrund der Kenntnislosigkeit der Masse haben und das von den kritsierten Medien gezielt geschürt wird. Da werden Motivationen unterstellt, die sie m.E. nicht haben. Da schwingt dieser Vorwurf des Nestbeschmutzertums mit.
    Jemand wie Martin Walser und Günther Gras darf kritisieren und die Kritik wird ernst genommen. Wenn jemand aber aus den vermeintlich eigenen Reihen kommt, ist er ein Outlaw. Warum eigentlich? Richtet sich die Kategorisierung nach Berufsbezeichnung oder nach Ethik?

    Ich bin übrigens für meinen eigenen, ernst gemeinten Vorschlag oder für die, die differenziert haben. Denn m.E. teilt sich die Sache in zwei Punkte auf:
    – worüber sprechen wir?
    – wie sprechen wir?

    Man kann sich begründet über die Art aufregen. Aber sie sollte nicht über das „Worüber“ entscheiden – es sei denn, jemand hat sich wirklich richtig im Ton vergriffen. Das hat Lukas meiner Meinung nach nicht getan.

    Auch Herr Junker hat Wahlmöglichkeiten:
    – Ich mag Ihre Art nicht, aber ich antworte Ihnen trotzdem.
    – Finden Sie Ihren Angriff nicht etwas überspitzt? Ich antworte Ihnen trotzdem.
    – Wie kommen Sie auf Ihre Unterstellungen? Ich antworte Ihnen trotzdem.
    – Der Grund ist: xyz. Gruß, Junker.

    Erst das Blog loben (…), dann das „Worüber“ auszuradieren mit dem „Wie“ passt für mich nicht zusammen. Warum nicht? Erfahrungen. Eigene. Mögen falsch sein. Aber:

    Sehr geehrter Herr Junker,
    ich mag Ihre Art nicht. Aber ich antworte Ihnen trotzdem: Sie kommen für mich alles andere als vertrauens- und glaubwürdig rüber. Denn, ich zitiere meinen Vorgänger: „Professionalität hat objektiv abzulaufen“.

  74. @79: Sich naiv anstellen, um die in den Kommentaren entstandene (!!), eben eher abwegige Diskussion, am Ende auch noch ad absurdum führen zu wollen, finde ich persönlich aber auch nicht gerade sinnvoll oder hilfreich.
    Außerdem könnte ich mir vorstellen, dass es nervt ;)
    Irgendwo ist auch mal gut jetzt…

    @Stefan: Was verbirgt sich eigentlich hinter der Option „Kommentare abonnieren“?

  75. @Stafan 71:

    So gesehen haben sie Recht, verwertbar ist das in diesem Fall schon gewesen. Aber ich glaube nicht, dass es die Intention von Lucas war eine solche Antwort zu provozieren um sie in seinem Blog zu verwenden. Die „Verwertbarkeit“ war also,wenn man Haare spalten möchte, Zufall.

    Ich kann mich natürlich auch irren.

    @Ben:

    Na ob Shakira da so unglücklich darüber ist.
    So ein Sexvideo-Skandal bringt ihr doch einiges an Publicity.
    Zu diesem dann noch der Sexvideo-Skandal-Skandal, da es das Video nicht gibt .
    Es muss ihr noch nicht einmal peinlich sein, da sie ja in keinem Bild vor der ganzen Welt beim Liebemachen blosgestellt wurde.
    Das hätte doch keine PR-Agentur besser hinbekommen.
    Hauptsache sie schreiben ihren Nahmen richtig.

    Cheers

  76. Ich verfolge die Diskussion hier mit durchaus großem Interesse, weil ich ja eben keine unverschämt wirkenden Fragen stellen will, die letztlich zu keinem Ergebnis führen. Ich wollte ja für mich und – so überzogen das vielleicht auch klingen mag – meine Leser erfahren, wie ein Fehler unterlaufen konnte, der mit einer Minute Google-Recherche umschiffbar gewesen wäre und den ich in meinem Blog schon ein paar mal behandelt habe.

    Was mich jetzt im Nachhinein wundert ist, dass ich überhaupt eine Antwort erhalten habe. Ich rechne als kleiner Blogger ja gar nicht unbedingt damit, dass mir jede Redaktion ausgiebig Antwort erteilt. Von daher finde ich es jetzt um so merkwürdiger, dass mir Herr Junker geantwortet hat, um mir mitzuteilen, dass er meine Frage nicht beantworten wird.

  77. @Lukas:

    Ich vermute, dass Herr Junker von deinem Tonfall so verärgert war, dass er Dir das persönlich sagen wollte.

    „Ich rede nicht mehr mit Dir“, sagst Du ja auch nur zu jemandem, der Dich wirklich aufgebracht hat, und nicht zu jemandem, der Dir gepflegt am A…. vorbei geht(Da kommt dann eher: Du gehst mir gepflegt am A…. vorbei).

    Cheers

  78. Auf jede Fall gratuliere ich den Journalisten ganz herzlich dafür, dass sie ihr Schreibtalent dazu nutzen, um sich gegenseitig anzugiften.

  79. Redakteure sollten sich eventuell angewöhnen, Sätze wie die von Herrn Junker oder solche mit ähnlicher Intonation oder Aussage automatisiert an Blogger zu senden. Dann wird diese automatische Replik ein wenig von unbedeutendem Blog zu unbedeutenden Blog gepeitscht, schleift sich ab, wird langweilig und irgendwann ist einfach Ruh im Quietschgebälk.

    Denn, @83, Frau T., würde wirklich jeder Redakteur auf jede Blogger-E-Mail reagieren, käme er wohl GAR nicht mehr zu irgendeiner Recherche – dann wäre die Aufregung richtig groß. Obwohl zum Schreiben käme er ja auch nicht mehr. Nicht umsonst gibt es für Leserbriefe separates Personal. Und, ja, es ist Nestbeschmutzung, keine Anmutung davon, denn hier werden ja regelmäßig keine Skandale der Journalisten aufgedeckt, sondern es Pännchen und Peinlichkeiten, und dann wird noch versucht, Journalisten aufgrund ihrer dem Blogger nicht schmeckenden Antworten einer Öffentlichkeit vorzuführen. „Früher“, so habe ich mir sagen lassen, gab es tatsächlich einen Ehrenkodex, der einem so etwas von selbst verbot. Mal abgesehen, dass es reinste Heuchelei ist, wenn man den Auftraggeber FAS völlig ausspart.

    Ansonsten kam man sich hier aufgrund der mit Inbrust vorgetragenen Alternativ-Vorschläge ja fast vor wie in einer Baumschule für den redacteurus elasticus.

  80. Nestbeschmutzung?

    Ich habe da andere Wörter in meinem Kästchen:
    Aufklärung.
    Transparenz.
    Ordnung machen.
    Aufgabe eines Journalisten.
    Moral.
    Und Grenzen.

  81. @84 Frank K
    Stimmt. war wenig hilfreich.

    „kommentare abonnieren“: Tu das bloß nicht. dann bekommst du jeden einzelnen Kommentar per email zugesandt.

  82. @Stefan
    Also wenn es dir darum geht, dass das ganze als Reklamation zu verstehen war, dann bestand von Seiten Lukas demnach kein Interesse an einer Antwort (bestenfalls als kleines Bonus)?

    Der Fall ist meinem Verständnis nach anders gelagert als hier: http://www.stefan-niggemeier.de/blog/fehler-im-system-korrektur/

    Insofern finde ich die Art des Fragens – mit Vorwürfen in Klammern – nach wie vor nicht zielführend.

    Ganz ernst gemeint: Gibt es Gründe, warum man so fragt? Oder kommt das automatisch, weil man ja schon eine Vorstellung hat, wie der Artikel oder was auch immer mal aussehen wird (z.B: „Institution X hat Mist gebaut“) und man das eigentlich nur noch bestätigt sehen möchte (entweder durch Schuldeingesändnis oder patzige Antwortverweigerung?

  83. Sehen Sie, Herr Achtel, (ich nehme an, Sie sind männlich)

    das unterscheidet uns: Für mich sind es keine großen Worte, sondern Selbstverständlichkeiten.

    Die „großen Worte“ sollen klein machen, nicht wahr? Sie könnten auch noch höhnisch das Wort „Gutmensch“ bemühen und (wie hier neulich so treffend eingereicht wurde) das Wort „selbsternannt“ davor setzen. Die „Baumschule“ könnten Sie auch zum „Kindergarten“ machen.

    Wie viel Zeit z.B. ich habe? Genau so viel wie Sie. Ein bisschen was davon. Wir zerren an unterschiedlichen Enden eines Stranges und wollen beide so gar nicht aufhören damit. Sie wollen an dem einen Ende etwas entschuldigen und etwas anderes kritisieren. Ich an dem anderen Ende genau das jeweils andere. Uns unterscheidet die Auffassung von Moral.

    Im Übrigen glaube ich, dass Stefan der Letzte ist, der Fehler der FAS verstecken wollen würde. Aber was hat das eigentlich mit dem Thema hier zu tun? „Ätschi – die andern machen das doch auch“? Ähm – ja – und? Kann man auch drüber schreiben. Niemand hält einen auf. Aber ist hier der richtige Platz, wo es doch gerade um Lukas und so geht?

    Lieber Lukas,
    wenn es wirklich nicht Deine bzw. Ihre Absicht war einen Vorwurf zu versenken, dann könnte man ja auch in Erwägung ziehen, sich bei Herrn Junker für das eine zu entschuldigen. Und hinzufügen, dass man das andere nach wie vor gern wissen täte.

  84. Am besten gefällt mir bislang die Frage von zeitlos (#52):

    „Die Meldung über das Shakira-Video war ein Aprilscherz. Warum haben Sie darüber trotzdem in Ihrer Mai-Ausgabe berichtet?”

  85. Was sollte denn an #94 zu zensieren gewesen sein?
    Vielleicht sollten sich die hier Anwesenden erst mal mit Artikel 5 GG auseinandersetzen. (Ja, ja , Hausrecht, blabla. Das anarchische Spießertum im Web eben und die virtuell lebendige Heuchelei par excellence).

  86. 8/8: Hab nachgeguckt. „Eine Zensur findet nicht statt“. Hier auch nicht. Aber vielleicht solltest du dir auch Abschnitt 2 angucken und nicht immer nur das zitieren, was dir in den Kram paßt.

  87. Lieber Acht Achtel,
    wäre es nicht sinnvoller den Beitrag vor dem Abschicken zu prüfen? Diese ständigen kommentarlosen Berichtigungen nerven doch schon ganz schön.

    Zur Sache:
    Wenn mich die Geschichte der View genauso aufregt wie den Lukas wäre meine Mail noch böser ausgefallen. Lukas hat mehrfach in seinem Blog auf den Aprilscherz hingewiesen und ist dann über solchen Idio.. gestolpert die wieder mal nichts gerafft haben. Da wär mir die Galle aber richtig hochgekommen. Gut, ich hätte wahrscheinlich nicht einmal eine Antwort bekommen da mein Blog genau die Reichweite 1 hat :-)

  88. Es war mir klar, dass Acht Achtel Sie früher oder später zum „Editieren“ und schließlich zum „Rauswurf“ reizt.
    Ich finde das schade, denn damit sind Sie nach meiner Ansicht genauso wenig professionell wie der von Ihnen kritisierte Herr Junker.
    Um so mehr freue ich mich schon auf Ihren nächsten „Teletext“ in der FAS. Den lese ich jeden Sonntag, denn das ist der „Niggemeier“, den ich bewundere.
    Hier scheinen Sie immer launischer und unberechenbarer zu werden, als ob Ihnen die Kommentarfunktion in Ihrem Blog auf den Geist ginge.

  89. Sehr geehrter Herr Junker,

    Sie sind in Ihrer Ausgabe xy auf den dummen Aprilscherz abc hereingefallen, obwohl dieser vor Redaktionsschluss schon wochenlang dementiert war. So ein Fehler ist sehr peinlich für eine Zeitschrift, die für sich den Anspruch erhebt, seriös zu informieren. Wo lag in diesem Fall das Problem, das dazu führte, dass Sie so einen Unsinn drucken? Lag es an besonderen Umständen, von denen ein Leser nichts wissen kann, oder ist die Motivation oder Fähigkeit Ihrer Redakteure dafür verantwortlich?
    mfg und so weiter

    Soviel muss ein Redakteur jawohl abkönnen. Die Email von Lukas im Übrigen auch. Leute zu verunglimpfen durch unnötige und in diesem Fall auch noch frei erfundene Geschichten, das unterläuft meine Standards. Diesen Standards ist natürlich niemand verpflichtet. Aber sich beleidigt der Diskussion zu entziehen, sobald dann ein Leser nachhakt, auch mal mit sarkastischem Ton, das ist schon arm. Man sollte doch glauben, ein Redakteur wäre in so einem gravierenden Fall auch an Aufklärung interessiert.

    Auch wenn ich mich wiederhole: Das sind doch alles professionelle Journalisten. Die können mir nicht glaubhaft machen, dass sie in Interviews nicht schon einmal provokantere Fragen – sowohl inhaltlich als auch im Ton – gestellt haben und trotzdem Antworten bekamen.

  90. Die kritisierte Zeitschrift sitzt an dieser Stelle ganz einfach im Glashaus und sollte tunlichst nicht mit Steinen werfen. Das wäre bei einem Autohersteller, der Bremsen falsch eingebaut hat, genau das Gleiche.

    Ich glaube nicht, dass eine halbwegs professionelle Pressestelle eines großen Industrieunternehmens in einer solchen Situation eine Journalistenanfrage auf diese Art und Weite beantworten würde. Auch dann nicht, wenn sie in patzigem/arrogantem/unhöflichem Ton gestellt wurde.

    Mag sogar sein, dass die Fragenden genau diese Reaktion provozieren wollten, was ich wiederum für etwas unfair halten würde. Aber das würde bedeuten, dass das Magazin eben geradewegs in diese Falle getappt wäre, was für ein Kommunikationsunternehmen mindestens unprofessionell ist.

    Wem es wirklich und ernsthaft auf den Inhalt der Antwort ankommt, der sollte in seiner Anfrage am besten darauf hinweisen, dass man so oder so über die bekannten und auf dem Tisch liegenden Fakten berichten werde – und dass man dem kritisierten Unternehmen dazu nun die Gelegenheit zur Stellungnahme einräumen wolle. Das wirkt, höflich formuliert, viel stärker als jeder provozierende Ton.

  91. Gerade habe ich folgende Mail erhalten:

    Lieber Herr Junker,
    ich habe eine Frage zu einem Bericht in der aktuellen Ausgabe von „View“: Die Meldung über das Shakira-Video war ein Aprilscherz. Warum haben Sie darüber trotzdem in Ihrer Mai-Ausgabe berichtet?

    Über eine Antwort würde ich mich freuen,
    mit besten Grüßen
    Stefan Niggemeier

    Und darauf antworte ich gerne:

    Lieber Stefan Niggemeier,

    der Fehler mit der Shakira-Falschmeldung ist ärgerlich. Wie er passieren konnte?

    Wir haben es schlicht und einfach nicht gemerkt. Nicht die Autorin, nicht die Dokumentation oder sonst jemand in der Redaktion – mich eingeschlossen.

    Darüber sind wir unglücklich.

    Ich weiß, das ist eine für Sie (aber auch für uns) unbefriedigende Antwort.

    Was ich aber noch unbefriedigender finde: Ich kann Ihnen nicht einmal versprechen, dass so etwas nicht wieder einmal passieren wird. Trotz aller Bemühungen und Sicherungssysteme: Fehler gehören zu unserem Alltag – im Beruf wie privat.

    Aber eines weiß ich auch: Wir werden uns noch mehr anstrengen, solche Fehler zu vermeiden.

    Mit besten Grüßen
    Ihr
    Hans-Peter Junker

  92. Das Internet ist schon toll: Da schreibt jemand ein private Anfrage an einen anderen. Dieser erkennt die Fragen als rein rhetorisch, will sie daher nicht beantworten und antwortet ebenso unverschämt, wie der Frager seine Fragen formuliert hatte. Das war es, das Ende einer privaten Kommunikation. Dank Internet beschäftigen sich jetzt aber Heerscharen mit diesem privaten Briefwechsel, und der Adressat des ursprünglichen Schreibens sieht sich kommunikationtheoretischen, küchenpsyocholigischen und anderen Analysen ausgesetzt. Hat den Herrn von der Zeitschrift eigentlich jemand gefragt, ob er Teile seiner Antwort namentlich gekennzeichnet im Internet publiziert und kommentiert sehen möchte.
    Web 2.0 ist eben doch das Ende jeder Privatheit. Klagen über den Schnüffelstaat und maßlos Kundendaten sammelnde Unternehmen erübrigen sich, wenn sich offensichtlich kein Bürger mehr um solche Petitessen wie Datenschutz und Briefgeheimnis schert. Die ganze Diskussion ist blamabel.

  93. @109
    Es geht mir hier eher darum, dass niemand den Adressaten um Erlaubnis gebeten hat, seine Äußerungen zu veröffentlichen.

  94. ‚Ich denke, wenn Sie mein Statement im Wortlaut so abdrucken, werden das auch Ihre Leser verstehen.‘
    Eine viel deutlichere Erlaubnis kann ich mir nicht vorstellen.

  95. @108/110

    „Ich denke, wenn Sie mein Statement im Wortlaut so abdrucken, werden das auch Ihre Leser verstehen.“

    Vollständig nachzulesen bei Lukas: http://www.coffeeandtv.de/

    107 schrieb Herr Junker selbst.

    Es stellt sich mir die Frage: Was erregt sie jetzt so?

  96. @113

    „Alles in Butter“ ist Ansichtssache. Die Sorgen um die Privatheit scheinen in diesem Falle tatsächlich unangebracht zu sein, möglicherweise sogar den eigentlichen Grund für die doch spürbare Erregung in 108/110 verdeckend. Den aber wüßte sicher so mancher gern (ich zumindest).

    Ich finde, Herr Junker hat sich im zweiten Anlauf wacker geschlagen. Und das will ich hier jetzt nicht unerwähnt, einfach untergehen lassen.

  97. Was macht einen Aprilscherz oder jede Art von Hereinlegen gut und für das „Opfer“ glaubhaft? Wenn das gestellte Szenario wirklich so sein könnte!

    Private bis intime Photos und Videos von Stars tauchen immer wieder auf, aus Dummheit oder aus PR Gründen. Shakira erscheint etwas cleverer als einige ihrer Kolleginnen und hat eigentlich genügend Aufmerksamkeit, aber wäre es nicht möglich dass auch von ihr ein solches Video existiert? Wer sich einige ihrer durchaus lasziven Musikvideos anschaut könnte es sich gut vorstellen, deswegen „funktioniert“ dieses Gerücht sofort. Und da View eine entsprechende Geschichte schreiben wollte ist die Zeitschrift auf dieses anscheinend so trefflich passende Beispiel reingefallen und hat die Auflösung verpennt. Ich unterstelle mal keine Absicht, und Fehler passieren gerade unter Zeit- und Erfolgsdruck ständig und immer wieder, wie Herr Junker ja selbst zugegeben hat.

  98. @Hubertus:

    Da schreibt jemand ein private Anfrage an einen anderen. […] Das war es, das Ende einer privaten Kommunikation.

    Meine E-Mail an die Redaktion von „View“ begann mit:

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    ich betreibe das Medienblog coffeeandtv.de.

    und endete mit

    Über eine Antwort würden meine Leser und ich uns sehr freuen.

    Mit freundlichen Grüßen,
    Lukas Heinser

    Herr Junkers Antwort enthielt den hier schon mehrfach zitierten Satz

    Ich denke, wenn Sie mein Statement im Wortlaut so abdrucken, werden das auch Ihre Leser verstehen.

    Ich denke, man kann behaupten, dass wir uns bei allen inhaltlichen und sprachlichen Differenzen einig darüber waren, dass dies Kommunikation vor allem eines nicht war: „privat“.

  99. 107/115: Klingt zwar gut, geht aber am Thema vorbei: Die Frage war nicht, warum View den Mist druckt, sondern ob Herrn Junkers hörbares Einschnappen auf eine Nachfrage gerechtfertigt sei.

  100. mal ehrlich: wären wir nicht alle froh, wenn es so ein schnacksel-video von shakria gäbe???

    ;-)

  101. Zu der Formulierung der (Anfangs-)Frage und der Antwort fällt mir nur das alte Sprichwort ein: Wie man in den Wald ruft, so schallt es heraus. War von beiden Seiten sagen wir mal suboptimal, und eine höflichere Anfrage hat auch rasch eine bessere Antwort ergeben.

  102. Wobei mir hier immer noch niemand schlüssig erklären konnte, warum untertänig höfliches Fragen als Grundvoraussetzung betrachtet wird, wenn der Gefragte Mist gebaut hat.

    Aber egal.

  103. @122 Untertänig und höflich verbunden… wem begibt man sich denn untertan, wenn man seinen aufwallenden Ärger nicht verbalisiert, sondern seine Fähigkeiten als Homo Sapiens auch mal nutzt, den Verstand über die Gefühlswelt zu stellen? Warum Höflichkeit eine Tugend ist, die einem in gewissen Situationen weiterhilft, habe ich in #5 ( und andere in anderen Kommentaren ) dargelegt.

  104. Ich habe nie bestritten, dass Höflichkeit eine Tugend sei. Oder hat das irgend jemand aus meinen Kommentaren herausgelesen?

    Aber der Punkt ist, dass wir in einer Demokratie mit dem Recht auf freie Meinungsäußerung leben. Es ist erlaubt, gerechtfertigte Kritik zu üben – und es ist auch nicht verboten, dabei unhöflich, ungewaschen, gepierct, langhaarig oder was auch immer zu sein.

    Aber genau das lese ich aus einigen Kommentaren hier heraus: Eine Zeitschrift darf, weil „höhere Instanz“, nur kritisieren, wer irgend einen bestimmten Verhaltenskodex befolgt, ansonsten hat er zu dieser Kritik kein Recht. Und genau dem würde ich widersprechen.

    Und bevor wir uns hier erneut im Kreise drehen, wiederhole ich nochmal meinen Satz von oben: Ich habe nie bestritten, dass Höflichkeit eine Tugend sei. Genausowenig würde ich bestreiten, dass man sich waschen sollte. Aber Umgangsformen und die Freiheit der Meinungsäußerung sind zwei unterschiedliche Themenkomplexe.

  105. Klingt gut = klingt gut und nicht automatisch = ist gut.
    Ob die Aussage ehrlich motiviert ist, kann ich nicht beurteilen. Man kann alles Mögliche unterstellen. Man kann auch einfach mal glauben. Ich weiß es nicht. Aber es klingt gut :-)

  106. @124: Man kann sagen was man möchte. Aber man sollte dann nicht immer eine Antwort erwarten.
    Angestoßen wurde die Diskuission ja, weil scheinbar Unverständnis darüber herrschte, wieso Hr. Junker auf Lukas Fragen nicht antworten wollte und seine ohnehin niedrigen Standards unterlaufen sah. Nun, er darf es auch so sehen. Nur würde er sowas nie behaupten, wenn man ihm nicht das Werkzeug dazu noch selbst in die Hand gegeben hätte. Auf unverschämte Berichterstattung mit unverschämten Fragen zu reagieren: Das Recht ist jedem gegeben. Aber wundern muss man sich über Junkers Reaktion dann doch nicht. Das war der Punkt. Ansonsten darf jeder sagen was und wie er es möchte. Und dabei nach herzenslust Standards unterlaufen. Nur die Rechtfertigung: „Der andere hat aber angefangen“, die bringt einen nicht vorwärts.

  107. Ich setze mich mal wieder. Fragestellung verfeinert (auf einem Niveau, aber hallo… grins) und der Befragte gibt mit #107 eine Antwort. Ich finde die Antwort in Ordnung. Die Art und Platzierung der Antwort erst recht – wirkt entspannt und ernst. Hat Witz.

    Natürlich hätte Herr Junker genauso gut auch dem seiner Meinung unterniedrigstandard fragenden Lukas so antworten können. Hätte ihm nicht weh getan. Das hat er verpasst. Schade, dass er ihm stattdessen so einen blöden Text mitgeben musste. Dummer Fehler, machen wir alle.

  108. Einfach so stellen das sich der Journalist so oder so bloßstellt :D
    „Warum werden sie eigentlich immer gleich so giftig wenn sie damit konfrontiert werden das sie einen doofen Fehler gemacht haben? Werden sie damit häufig belästigt? “ ^^

  109. @Stefan: Könntest den Kommentar 107 mal oben als Nachtrag kennzeichnen… Wär mir fast durchgegangen, ist aber, wie ich finde gar nicht so unerheblich für die hier laufende Diskussion!

  110. @108 (hubertus):

    das internet ist _noch_ toller: es sind nicht nur armeen von korrektoren willfährig zur stelle, sondern auch deren arbeit wird wichtig kommentiert. und dann kommt noch jemand wie ich, und kommentiert so einen hubertus, was den, mich und die sache noch viel wichtiger macht.

    hurra!

    speakers corner war gestern. hatte dir die auch schon nicht gepasst?

    .~.

  111. @122
    Man muss weder höflich, noch untertänigst fragen. Grundlegend muss man keine Etikette wahren. Man darf dann nur nicht erwarten auch eine (vernünftige) Antwort zu bekommen.
    Wenn ich mir die Verrohung der Menschen im Umgang miteinander (insbesondere, aber nicht ausschliesslich im Internet) so anschaue wird mir regelmässig schlecht. Wenn ich jemandem eine Frage stelle bitte ich ihn in diesem Moment doch darum das er auf mich eingeht und mir die Frage beantwortet. Wo bricht man sich da einen Zacken aus der Krone dies in einer „vernünftigen“ Art und weise mit einer gewissen Höflichkeit zu tun.
    Jemand der mich mit den Worten „Ey, wie Spät?“ anspricht, wird von mir den Wunsch mit dem er an mich herantritt die Uhrzeit zu erfahren, sicherlich weniger wahrscheinlich erfüllt bekommen als die Person die z.B. „tschuldigung, wie spät ists?“ fragt. Wobei ich beide formen jetzt nicht grad als besonders untertänigst einstufen würde.

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