Und jährlich grüßt das Murmeltier

29 Dez 09
29. Dezember 2009

Dann war da noch Wolfgang Röhl, der beim „Stern“ für das lautstarke Einrennen offener Türen zuständig ist. Auf stern.de ärgert er sich wieder einmal darüber, dass ARD und ZDF dauernd nur alte Filme wiederholen. Sein Artikel wiederholt (was ungewollt selbstironisch wirkt) sämtliche schon unendlich oft wiederholten Klischees über die öffentlich-rechtlichen Anstalten, die mit den Milliarden aus dem „Zwangsgebührenpool“ lieber Mitarbeiter und teure Dienstwagen bezahlen als „Inhalte“. Röhl recycelt auch fröhlich Versatzstücke eines eigenen „Stern“-Artikels aus dem Jahr 2001, inklusive des lustigen Wortes „Couch-Kartoffel“, der damals mit den Sätzen begann:

Es lebe die Grundversorgung. Das Erste bombardierte uns im Drei-Nullen-Jahr mit einem Teppich aus vergilbten Tatorten, darunter die schätzungsweise 45. Wiederholung der „Reifeprüfung“. Ansonsten wurde vom ersten Bond bis zum letzten Bronson alles recycelt, was nach der zigsten Abspielung gar nicht erst wieder ins Archiv geschafft worden war.

Aber die Klage über die endlosen Wiederholungen lässt sich natürlich endlos wiederholen, es ist ein Text, den ein recherche- und gedankenscheuer Journalist in nullkommanix produzieren kann und dafür jedesmal wieder Beifall bekommen wird.

Es war nur keine gute Idee, dass Röhl es diesmal nicht bei vagen Mutmaßungen beließ („schätzungsweise 45. Wiederholung“), sondern seinem Text eine lange Liste von konkreten Beispielen für Filmwiederholungen bei ARD und ZDF beifügte:

Die Hitliste des Grauens

Unter den kinematografischen Reservisten, die das öffentlich-rechtliche Bezahlfernsehen immer gern an die Unterhaltungsfront schickt – oft mehrmals im Jahr – besuchen uns besonders diese alten Bekannten alle naselang:

Ich habe mir mal ein paar dieser, höhö, „kinematografischen Reservisten“ rausgepickt, die ARD und ZDF angeblich dauernd zeigen.

  • „Die Vögel“
    läuft seit 2004 jährlich auf Vox, zuletzt an Heiligabend.
  • „Für eine Handvoll Dollar“
    lief 2007, 2005, 2003, 2002, 2001 auf Kabel 1; 1999, 1998 auf Pro Sieben; 1997, 1996 auf Kabel 1; 1995, 1994 auf Pro Sieben; 1993, 1991 auf Sat.1.
  • „Für ein paar Dollar mehr“
    lief 2007, 2005, 2003, 2002, 2001 auf Kabel 1; 1999, 1998 auf Pro Sieben; 1997, 1996 auf Kabel 1; 1995, 1994 auf Pro Sieben; 1993, 1992 auf Sat.1
  • „Hatari“
    lief 2009 auf Das Vierte; 2007, 2006, 2004, 2003, 2002 auf Kabel 1; 2001, 2000 auf Sat.1; 1999 auf Kabel 1; 1997 auf Pro Sieben; 1997, 1996 auf Kabel 1; 1995 auf Pro Sieben; 1994, 1992, 1989 auf Sat.1.
  • „Der Flug des Phoenix“
    lief 2009 zweimal auf Das Vierte; 2008 auf arte; 2006, 2005, 2003 auf Kabel 1; 1998 im ZDF.
  • „Papillon“
    lief tatsächlich in diesem Jahr dreimal (!) auf arte; aber davor: 2008 (zweimal), 2007, 2004, 2003, 2001 auf Kabel 1; 2001 auf Sat.1; 2000 auf Kabel 1, 1999, 1998, 1996, 1995 auf Pro Sieben; 1994, 1992 auf Sat.1.
  • „Die toten Augen von London“
    lief 2008 auf Das Vierte; 2007, 2006, 2002, 2001, 2000, 1998, 1996, 1995, 1994 auf Kabel 1.
  • „Der längste Tag“
    lief 2009 auf Das Vierte; 2009, 2008, 2005, 2004, 2003, 2002, 2001 auf Kabel 1; 1999 im ZDF.
  • „Der Marathon-Mann“
    lief 2008 auf Kabel 1; 2007 auf Sat.1, 2006, 2004, 2002, 2001, 2000, 1999 auf Kabel 1; 1997, 1995 auf Sat.1; 1994 auf Kabel 1; 1993, 1992, 1991 auf Pro Sieben; zuletzt 1989 in der ARD.
  • „Der Klient“
    lief 2009 auf Vox; 2007 mehrmals auf Tele 5; 2006 auf Kabel 1; 2005 auf Pro Sieben; 2004 auf Sat.1; 2004 auf Kabel 1; 2003, 2002, 2001, 2000, 1999, 1998 auf Pro Sieben.

usw. usf.

Ich habe mir nicht jeden Punkt angesehen, aber es ist eine wilde Liste mit einigen richtigen und vielen falschen Beispielen — teilweise erinnert sich Röhl nicht einmal richtig an die Titel der angeblich dauernd laufenden Filme. Sogar, dass das HR-Fernsehen gerade eine Serienrarität wie „Privatdetektiv Frank Kross“ von 1971 ausgegraben und nach Jahrzehnten erstmals wieder ausgestrahlt hat, rührt er in seine besinnungslose Klage über die öffentlich-rechtliche Dauerwiederholerei.

Er irrt auch, wenn er behauptet, dass „kaum ein Streifen – abgesehen vom ‚Tatort‘-Klassiker ‚Reifezeugnis‘ mit Nastassja Kinski – im deutschen Fernsehen so oft abgenudelt“ wurde wie „Telefon“ mit Charles Bronson: Die Ausstrahlung von „Telefon“ im Oktober im ZDF wurde von Fans sehnsüchtig erwartet, weil der Film [Nachtrag: abgesehen von einem Wiederholungsrausch auf Tele 5 zwischen 2006 und 2008] vergleichsweise selten läuft (und schon länger nicht im öffentlich-rechtlichen Fernsehen). Und der Ausstrahlung von „Reifezeugnis“ ging eine immerhin vierjährige Sendepause voraus, was einem jetzt auch nicht lang vorkommen muss, aber doch länger als die vollmundige Behauptung, diese Schinken liefen „oft mehrmals im Jahr“.

Röhls Wiederholungstext ist das beste Beispiel für gefühlte Recherche: Er meint zu wissen, was alles dauernd bei ARD und ZDF läuft. Warum sollte er sein Gefühl irgendwo mal überprüfen? Warum sollten seine Beispiele stimmen müssen, wenn er doch weiß, dass seine These stimmt?

Röhl ist übrigens ständiger Gastautor der „Achse des Guten“. Da passt er hin.

155 Gedanken
  1. 1
    Dr. No says:

    Tja, mir persönlich ist die 235. Wiederholung von „Für ein paar Dollar mehr“ allemal lieber als die üblichen Weltpremieren mit Iris Berben und co.
    Und die zwei Stunden Lebenszeit sind besser investiert als für die, sagen wir mal, Lektüre des Sterns. ;-)

  2. 2
    MrB says:

    Manchmal schießt Kollege Niggemeier mit seiner Häme über das Ziel hinaus. Aber zu wissen, da ist einer und weist mich vielleicht in aller Öffentlichkeit auf meine groben Recherchefehler hin, ist bedrückend. Bei mir hat es dazu geführt, dass ich noch ein bisschen mehr als bislang versuche, sauber zu recherchieren und nicht einfach Statements abschreibe und Klischees hinterfrage – möchte schließlich nicht so vorgeführt werden wie Kollege Röhl.

  3. 3
    Sigmund says:

    Danke! Besonders für den letzten Absatz!!
    es ist ärgerlich, das die, welche sich für besonders schlau halten, besonders ahnungslos sind. Da scheint eine umgekehrte Proportionalität vorzuliegen.
    Und, MrB, ich fand das noch harmlos, besonders im Vergleich zu den Achgut-Leuten.

  4. 4
    Jörg Kremer says:

    @MrB
    Gäbe es Herrn Niggemeier nicht, würden Sie Ihre klitzekleinen Recherchefehler demnach weiterhin lustvoll unter das Volk bringen?

    Wenn Sie nicht Ihr eigener Chef sind, lassen Sie das nicht Ihren Chef hören. Ich würde Sie an den Schreibtisch zitieren und Ihnen ein paar Fragen zur Ernsthaftigkeit Ihrer Arbeit und zur Haltung Ihren „Kunden“ gegenüber stellen.

    Wenn Sie mir jetzt noch verraten, für welches Medium Sie tätig sind, kann ich rechtzeitig den Bezug einstellen, falls Herr Niggemeier es mal Leid werden sollte, für den Rest der Journalisten und Redakteure der böse Onkel zu sein.

    Mich würde mal interessieren, wie die Diskussionen hier verlaufen würden, wenn man nur mit seinem vollen Namen veröffentlichen dürfte?

    Hier scheinen sich aber hauptsächlich Verbalsniper aufzuhalten.

  5. 5
    Jörg Marwitz says:

    In diesem Zusammenhang ein Programmtip: So, 3.1.2010, 20.15 Die toten Augen von London (nicht ARD, nicht ZDF, sondern Kabel1) ;-)

  6. 6
    Nurse Jackie says:

    Ich liebe diese Wiederholungen. Hat der Mann vom stern denn auch über „Dinner for One“ und „Ein Herz und eine Seele“ geschimpft?

  7. 7
    Stefan Niggemeier says:

    @Nurse Jackie: Ein Herz und eine Seele, ja.

    (Das Grüne in diesem Text sind Links. Man kann darauf klicken und sich selbst ein Bild machen.)

  8. 8
    Torsten ohne H says:

    Immerhin hat er die Filme schön übersichtlich auf einer Seite untereinander aufgelistet, dabei wäre das doch eigentlich die perfekte Vorlage für eine Klickstrecke gewesen…

  9. 9
    treets says:

    Danke, SN, ich hatte beim Lesen des Röhl-Pamphletes ein ähnliches Gefühl, das mich offenbar nicht getäuscht hat. Röhl und Broder sind sich nicht nur ähnlich, was die Gesinnung betrifft. Beide haben schon seit Jahren keine Lust mehr, für ihr geringes Zeilenhonorar auch noch zu recherchieren. Stattdessen ein paar flott hingeworfene polemische Absätze, das muss dann genügen. Und für die Online-Ableger von Spiegel und Stern reicht es ja auch: dort geht es offenbar mehr um Traffic, nicht um Inhalte.

  10. 10
    Thomas says:

    Pfarrer Braun wird sogar 2 mal aufgeführt.

    Früher bei Dalli Dalli hieß es dann. Das ist doppelt, dass müssen wir einmal abziehen.

  11. 11
    Sebastian says:

    „I go with my gut“

    Frage ist, was die „subliminible message“ von Herrn Röhl ist…

  12. 12
    Stefan says:

    Ich finde es prima, dass man fast täglich in irgendeinem ARD-Sender einen Tatort sehen kann. Der Tatort ist wirklich das Beste am deutschsprachigen Fernsehen! (Am besten ist der alte Bienzle)

    Geärgert habe ich mich, dass „Weihnachten bei den Hoppenstedts“ und die Weihnachtsepisode der Familie Heinz Becker erst so spät ausgestrahlt wurde! in meiner Familie ist es eigentlich Tradition, sich mit diesen beiden Sendungen auf die Bescherung vorzubereiten. Gottseidank gibt es DVDs, die ARD wiederholt einfach zu wenig und unzuverlässig!!!

  13. 13
    Konstantin Neven DuMont says:

    @MrB, #2: Kollege Niggemeier hat mir zwar noch keine Recherchefehler vorgeworfen, dafür war er aufgrund meiner Präsenz in seinem Blog schon einmal „erschüttert“. Ich kann diese Erschütterung zwar bis heute nicht nachvollziehen, bin ihm aber dennoch dankbar für seine bisherigen Taten. Die Auseinandersetzung mit der Andersartigkeit intelligenter Zeitgenossen sollte vermehrt als Chance begriffen werden. Deshalb machen derartige Blogs in Urlaubszeiten durchaus Sinn.

    Mir liegt das Thema Medien sehr am Herzen. Dabei stelle ich zukünftige Prozesse der Meinungsbildung in den Vordergrund. Die Medien sind für mich kein Selbstzweck, sondern eine unabdingbare Voraussetzung einer funktionierenden Demokratie. Die Diskussion über die zukünftige Ausgestaltung unserer Medien flacht meines Erachtens allerdings zunehmend ab. Liegt es vielleicht an der Weihnachtszeit?

    Je öfter der öffentlich-rechliche Rundfunk und die privaten Anbieter über irgendwelche „Apps“ streiten, desto mehr geraten die wirklich wichtigen Fragen aus dem Blickwinkel. Nehmen die sogenannten Partikularinteressen womöglich zu? Hier ist ein Link-Tipp von heute Mittag:

    http://www.dradio.de/dlf/sendungen/interview_dlf/1095706/

  14. 14
    Dierk says:

    Und der angebliche Konstantin Neven DuMont wiederholt sich auch überall, wo mal Kritisches über Verleger gesagt wurde … Ob’s zum Thema passt oder nicht.

    Was Herrn Röhl angeht, schätze ich, dass er kein Leben hat – oder weshalb sieht er sich all diese Programmpunkte an bzw. warum möchte er gerne viel mehr oder weniger Ansehbares ausgerechnet an Weihnachten haben? Wen Filme und Serien, die er einmal gesehen hat, nicht weiter interessieren, der DARF in D den Ausknopf betätigen. Doch, doch, das Ansehen selbst des ÖR ist keine Pflicht in diesem Lande.

    Ansonsten kann ich nur feststellen, dass auf der Auswahlliste nur ein Film steht, den ich nicht für immer wieder schaubar halte – alle anderen sind ohne Frage sogar beim 378ten Mal immer noch interessanter, vielschichtiger und neuer als die Erstausstrahlung irgendeines lächerlichen Barbara Cartland Pamphlets.

    PS: Was glaubt Herr Röhl, warum sich DVDs, gerade älterer Filme und TV-Serien, wie geschnitten Brot verkaufen? Nein, Herr Röhl, die Scheiben haben ökonomische und kulturelle Relevanz.

  15. 15
    Sebastian says:

    Tolle Liste! Sind „Der eiskalte Engel“ und „Der eiskalte Engel“ zwei Filme, oder zählt der einfach so doppelt?

  16. 16
    treets says:

    Neven,

    es ist mitunter erstaunlich, welche Verrenkungen Sie hier anstellen, um einen Zusammenhang zu ihren eigenen Verlautbarungen herzustellen und auf diese hinzuweisen.
    Bei Gelegenheit schauen Sie doch mal nach, was der Ausdruck „thread-hijacking“ bedeutet.

  17. 17
    Konstantin Neven DuMont says:

    @Dierk: Gerade habe ich mir Ihre Website angeschaut: „Funktional ausgerichtete Texte“ entsprechen meiner Vorstellung zwar nicht, dennoch wünsche ich Ihnen alles Gute.

  18. 18
    zoey says:

    dass sich röhl ausgerechnet auf ard und zdf einschießt – sind diese feindbilder vorgegeben oder frei gewählt? er sollte sich mal bei tele 5 und dem vierten umsehen, wo man beim zappen (gefühlt) alle drei monate über die gleichen filme stolpert.

    letztens war ich ziemlich überrascht, dass in tiefster nacht „stay“ von marc forster versendet wurde – allem anschein nach als free-tv premiere. da sollten wohl so wenig leute wie möglich belästigt werden.

  19. 19
    Konstantin Neven DuMont says:

    @treets: Auch Ihnen wünsche ich alles Gute.

  20. 20
    Martin Schröder says:

    Es wäre schön, wenn die Archive der Öffentlich-Rechtlichen etwas häufiger durchwühlt würden. Da schlummern noch teilweise seit Jahrzehnten praktisch ungehobene Schätze. Ich sage nur Fassbinder und Zaluskowski…

  21. 21
    Sanníe says:

    Immer die gleichen Argumente, aber am Kern vorbei.

    > Aus-Knopf betätigen
    Kein Problem, ich schimpfe auch nicht über die privaten, die können senden, was sie wollen. Aber für die ÖRen muß ich bezahlen, und dann wäre es ganz schön, wenn es außer 30 Tatorten im Jahr noch was geben würde, was mir gefällt. Das ist aber eigentlich nicht mehr der Fall, das heißt, wenn ich die Wahl hätte, würde ich die GEZ-Gebühr nicht mehr bezahlen wollen.

    > kein Leben haben
    *seufz* Andere Leute haben eben ein eigenes Leben, Dirk, und das führen sie, wie es ihnen gefällt!
    Mir zum Beispiel gefällt es, zwischen den Feiertagen zuhause herumzulungern und zum Abschluß des Tages, ein zwei Spätfilme zu schauen. In meiner Erinnerung ist es so, daß früher ein Videorecorder nicht ausreichte, um all die gleichzeitig laufenden guten Sachen wegzuschauen. Und heute? Nix. (Außer Vorfreude auf Dieter Wedel im Januar.)

  22. 22
    Stefan W. says:

    @10: 1x Pater Brown, einmal Ehe der Maria Braun, und 2x Pfarrer Braun – braun, braun, braun und braun – ich ziehe 3x braun ab. Alles die gleiche Nazisuppe.

    Außerdem bemängle ich das Fehlen von Casablanca. Tagesschau kommt auch viel zu oft – heute schon wieder! Da suche ich lieber eine Stadt wie Affenschurk … moment – gleich hab‘ ichs.

  23. 23
    Sebastian says:

    Ich bin ganz froh über manche Wiederholung, konnte ich doch endlich mal dieses Kleinod aufzeichnen.

  24. 24
    Konstantin Neven DuMont says:

    Für unsere heutige Diskussion muss ich mich leider verabschieden, da ich eine derart oberflächliche Debatte maximal 30 Minuten am Tag ertragen kann.

  25. 25
    Schnitzel-TV says:

    Verstehe auch nicht, warum die ÖR von dem Herrn so angefeindet werden. Die Dauerwiederholungssender sind ja Pro 7, Sat 1 und vor allem Kabel 1. Aber gut, die kosten ja auch nix ^^

  26. 26
    polyphem says:

    Nachdem ich Nr. 24 hier gelesen habe, bin ich der Meinung, dass meine Nr. 26 vom Weihnachtsmann nach den Plänen aus der dortigen Nr. 29 erweitert werden muss. Penetranz und Arroganz sollten unbedingt eingebaut werden. Auf Eleganz beim Eiertanz kann (ungern) verzichtet werden.

  27. 27
    Konstantin Neven DuMont says:

    @polyphem: Wenn ich ehrlich bin, halte ich mich hier lediglich aufgrund einer beabsichtigten Zusammenarbeit mit Herrn Stefan Niggemeier auf. Treets, der gespaltene westen und Co interessieren mich weniger.

  28. 28
    Hörnchen says:

    Penetrante Aroganz führt in einem Eiertanz zur Akzeptanz von Firlefanz, manchmal hin zur Relevanz.
    Doch hier wedelt derer Schwanz mit dem Hund, in nevender Konstanz!

    So etwa? Aber richtig schön ist das nicht. Die kurzen Version gefällt mir besser. Klingt auch mehr nach Wilhelm Busch.

  29. 29
    Stefan Niggemeier says:

    Im Eintrag oben fehlte übrigens eine arte-Ausstrahlung von „Der Flug des Phoenix“ (und ich habe das Remake herausgenommen). Außerdem habe ich noch ein paar Ausstrahlungen auf dem Sender Das Vierte nachgetragen.

  30. 30
    J. S. says:

    Gute und schöne Filme sollten immer wieder gezeigt werden.
    Lieber ein Hitchcock-Film als eine Billigproduktion aus deutschen Landen.

  31. 31
    filmfreundin says:

    Tja und nicht zuvergessen: „Vom Winde verweht“ Dieser elende Schmachfetzen. Oh Red , oh Skalet – I love you und schon zersauste der Wind die Haare der beiden Gottgegebenen Turteltäubchen!

    Da war doch die Häppchenwiederholung von 24 Stunden Berlin auf RBB direkt aufschlussreich.In den Hauptrollen: Klaus Wowereit und Kai Diekmann.Auch vom Winde verweht. Nur wer war Red und wer war Skalet ???? Mhhhh ick weeß ja mal nicht………….

  32. 32
    JO says:

    @ Konstantin Neven DuMont

    „Kollege Niggemeier hat mir zwar noch keine Recherchefehler vorgeworfen…“

    Hat er nicht? Hat er schon – indirekt, ohne dabei Ihren Namen zu nennen. Beispiele aus den letzten 4 Monaten gefällig?

    Die Wundersalbe des Jahres 2009. – Wer hat das Buch zum Skandal nochmal verlegt?

    Die Fußballspieleransprache des Jahres 2009. Über welche Lokalpresse regt sich denn der arme Herr hier so auf? O.k., das ist hier zwar nie zur Sprache gekommen, war über Monate als Linktipp im Bildblog.

    Das nur mal eben so aus dem Kopf, ohne eine tiefere Recherche. Vielleicht sollten Sie Ihre Verantwortung wirklich mal ernst nehmen und als Vorstand nicht erst handeln, wenn Ihr Name persönlich genannt wird. Das wäre mein persönlicher Wunsch an Sie für nächstes Jahr.

  33. 33
    Herr Olsen says:

    Öhm… wurde „Dinner for One“ schon erwähnt?
    Läuft tatsächlich mehrmals im Jahr im öffentlich-rechtlichen Rundfunk.

  34. 34
    Konstantin Neven DuMont says:

    @JO: Ich versuche gerade meinen Urlaub im Bergischen Land zu genießen. Bevor ich endgültig zu Bett gehe, habe ich noch eine Frage an Sie: Wann haben Sie zuletzt etwas wirklich Relevantes veröffentlicht?

  35. 35
    treets says:

    JO,

    ich muss Neven ein wenig gegen ihren Vorwurf in Schutz nehmen. Man kann Neven tatsächlich keine Recherchefehler vorwerfen, weil er in seinem Leben noch nie selbst recherchiert hat (siehe auch Lebenslauf: http://www.dumont.de/dumont/de/100877/unternehmen/daten).
    Ich bin gespannt, wann endlich die Zusammenarbeit Neven-Niggemeier Früchte trägt. *hüstel*

  36. 36
    Name (notwendig) says:

    Kann der Konstantin nicht seinen eigenen Blog aufmachen? Überhaupt würde Stefan Niggemeier nie mit jemandem zusammenarbeiten, der seine treuen Leser disst. Oder? Oder?!

  37. 37
    SvenR says:

    Eigentlich sollte ich ins Bett gehen, aber Konstatin Neven DuMont hält mich ab. Danke Stefan! Warum muss diese Kommentarspalte auch nach unten offen sein? Warum muss ich immer versuchen, die Welt zu retten? Zumal der feine Herr ja nie Fragen beantwortet, die man ihm stellt.

    Ich hab‘ mir gerade mal den Lebenslauf angeschaut, auf den treets so freundlich verlinkt hat. Konstantin Neven DuMont hat also nach eigenen Angaben von 1985 (=15 bis 16 Jahre) bis 1995 (=25 bis 26 Jahre) „verschiedene Praktika im Verlag M. DuMont Schauberg, Köln“ absolviert und dann 1994 (sic!) einen „Universitäts-Abschluß an der School of Journalism and Communication, Oregon, USA“ erlangt. Ohne Abitur? Ohne Studium? Und ich dachte immer mein Lebenslauf wäre langweilig, uninspiriert und uninteressant.

    Man soll ja weder Witze über Namen machen, noch kritisieren, wie jemand aussieht. Vor allem nicht, wenn man so aussieht, wie ich. Aber ich denke, man kann sich die Frage stellen, ob ein Vorstand eines großen Medienhauses unbedingt ein offenbar 15 Jahre altes Foto in seinem Lebenslauf haben muss.

    Das alles mag nicht wirklich relevant sein. Es ist aber phantastilliardenmal relevanter, als alles, was Konstatin Neven DuMont in diesem Thread abgelassen hat.

    @Konstatin Neven DuMont: Auch Ihnen wünsche ich alles Gute. Sie haben mein Mitleid.

  38. 38
    JO says:

    @ Konstantin Neven DuMont

    Dann erst mal herzliche Grüße ins Bergische, in dem ich meine Kindheit verbracht habe – allerdings im Oberbergischen. Ich „flüchte“ schon seit Jahren über „die Tage“ ins Ausland zu meiner Familie und finde es hier viel entspannender.

    Zu Ihrer Frage: Erst heute Abend habe ich meinem kleinen Neffen als Erstleser eine brandneue Geschichte von mir vorgelesen, so dass er widerstandslos eingeschlafen ist – ich hoffe doch sehr, ich habe ihn damit nicht zu Tode gelangweilt! Für ihn war das sehr relevant.
    2 Tage vor Weihnachten hatte ich dann eine Veröffentlichung, die für 56 Hochschulen eine Relevanz hat. Im November hatte ich eine Auftragsarbeit für die Bundesagentur für Arbeit. Anfang September gab es eine Veröffentlichung von mir in einem Schulbuch. Mitte Februar werde ich dann eine Sachbuch Veröffentlichung haben, die eine Relevanz für alle Lehrer, Eltern und Schüler, die einen Internetanschluss besitzen, haben wird. Ach ja, am 3.1 habe ich noch ein Abgabe für eine Hörspiel (keine Veröffentlichung!), aber das ist nicht relevant sondern macht nur einfach Spass – muss aber auch mal sein, wie mir mein Neffe heute nochmal gezeigt hat. Zufrieden? Ich bin es!

    Aber eine Gegenfrage: Was haben Sie nun von meiner Antwort? Und, was hat das mit dem, was ich unter #32 gesagt hat zu tun? Bin ich durch meine „relevante Arbeit“ in meinen Argumenten nun wirklich relevanter? Wird die Wahrheit dadurch noch wahrer? Ich finde nicht, Sie wahrscheinlich schon – schade.

    Quit pro quo, auch wenn es OT ist: Wie ist Ihre Meinung zu dem Buch „Heilung unerwünscht“? Stimmen Sie Herr Niggemeiers Kritik zu?

  39. 39
    SvenR says:

    Jetzt noch was relevantes. Ich freue mich über so manche Wiederholung. Weihnachten sehe ich immer „Wir sind keine Engel“ und „Ist das Leben nicht schön?“ sehr gern. Silvester ist das o. g. „Dinner for One“ in Deutschland mittlerweile Tradition. Sonntags Nacht schaue ich immer wieder gern die Wiederholungen von „Der Kommissar“ auf 3sat. Miss Marple, Hercule Poirot (gerade läuft im hessischen Dritten „Die Morde des Herrn ABC“), „Mit Schirm, Charme und Melone“, die bereits genannte „Tatort“-Reihe und alles dass, was mir nach 1:00 h nicht mehr einfällt sind immer noch viel sehenswerter, als 90 % des Programms von 90 % der Privatfernsehsenderdarstellerfirmen.

    Das heißt aber natürlich nicht, dass die ÖRs alles richtig machen und man nichts zu kritisieren und darüber zu schreiben hätte. Aber dann muss man es 1. finden, 2. recherchieren und nicht bloß fühlen und 3. noch so aufschreiben, dass der Leser es auch lesen will.

    „Es könnt‘ alles,
    so einfach sein,
    isses aba nich!“

    Fantastische Vier.

  40. 40
    Die Erklaerung says:

    „Für eine Handvoll Dollar“ – genauso lautet das Motto der TV-Anstalten zu allen Festen. Man kauft Pakete und macht Abgedroschenes zum Kult. Oder machen das eher die, die es sich immer wieder ansehen? Aber was ansehen, wenn nur das Abgedroschene läuft? Weiterhin gilt: Alles, nur nicht Veronika Ferres.

    PS: Ich hasse „Dinner for One“!

  41. 41
    SvenR says:

    @JO #38: Warum schreiben Sie das? Ich habe aus Konstis Sicht noch nie etwas „relevantes“ veröffentlicht. Na und? Es darf doch wohl nicht nur der Sternekoch beurteilen, ob das Gericht versalzen war. Oder? Und: Er wird Ihnen so wieso nicht antworten.

    Gute Nacht.

  42. 42
    mosley says:

    oh, mal wieder bei der schulhofkloppe? alle auf einen? hau-den-dumont (TM)?

    ich hab ja die vorgeschichte nur oberflächlich verfolgt, aber ehrlich gesagt kann ich mir kaum was vorstellen was derartige häme und hetze rechtfertigen würde wie sie hier grad in die kommentarspalte gegossen wird.

  43. 43
    treets says:

    mosley,

    lesen Sie halt nicht nur oberflächlich, gehen Sie alle Threads durch. Für eine Beurteilung, gleichwie diese auch ausfallen möge, ist das allemal besser. Der Tag ist noch jung. :-)

  44. 44
    mosley says:

    also, ok, ich habe jetzt seine beiträge in diesem artikel sowie das von ihm verlinkte interview gelesen (von dem ich mir einiges versprach, so sehr wie er hier allein für das verlinken auf die mütze bekommen hat).

    ich erinnere mich auch an ein paar frühere posts unter den artikeln der vergangenen tage (schön was los hier wieder, finde ich toll!) und würde mich nun thematisch nicht unbedingt mit dem herrn solidarisieren – aber meine einschätzung, dass hier ein paar leute übel übers ziel hinausschiessen hat sich nach nunmehr etwas weniger oberflächlicher betrachtung in keiner weise geändert. der tonfall ist hier teilweise so gehässig dass klar erkennbar ist, dass der jeweilige verfasser eigentlich nur noch weitere verlautbarungen aus dem herrn rauskitzeln will über die er sich dann weiter aufregen kann (am besten zusammen mit mehreren anderen, macht ja schliesslich am meisten spass so) – sorry, da kann der herr dumont sonstwas geschrieben haben, das finde ich ganz generell nur so mitteltoll.

  45. 45
    Chucky says:

    Also ich weiß auch nicht, ob der Sinn dieser Kommentare zu SN-Artikel ist, auf einen der anderen Kommentatoren loszugehen und ihn als Feindbild auf die virtuelle Dartscheibe zu kleben. Nur weil Herr DuMont hier unter seinem Klarnamen (immer vorausgesetzt er ist dies wirklich) auch seinen Senf zum Besten gibt, ist es doch kein Grund gleich einen Lebenslauf, Foto, gesellschaftl. Haltung etc in Frage oder besser fast schon an den Pranger zu stellen. Ist doch sympathisch, daß er seine Meinung nicht unter einem Pseudonym verfasst, sondern, auch hier, dazu steht.

    Nicht falsch verstehen – ich teile mitnichten alle Ansichten von Herrn DuMont die er hier und anderswo vertritt, aber wenn sich jemand hier schon stellt, sollte man miteinander diskutieren und nicht übereinander. Sonst ist das Ergebnis immer gleich 0,0.

  46. 46
    Chat Atkins says:

    Was ist schlimm an einem Journalisten mit ‚Einfühlungsvermögen‘ statt entnervender Faktenhuberei?

  47. 47
    SvenR says:

    @mosley #43, 45 und @Chucky #46: Ich weiß nicht, wo Sie sonst so lesen und/oder kommentieren, aber ich finde es immer wieder erstaunlich, wie kommod das hier bei Stefan abgeht. Konstantin Neven DuMont trägt in den seltesten Fällen zum Thema bei, beantwortet nie kritische Fragen, verlinkt auf unpassendste eigene Beiträge und schwurbelt was das Zeug hält. Sicherlich könnte man ihm anrechnen, dass er dass wohl unter seinem eigenen Namen tut (ich habe die Erschütterung in Stefans Augen gesehen, als er mir sagte, dass das wirklich er sei), wenn er denn diskutierte und zum Thema beitragen würde.

    Es ist ja auch nicht verwunderlich, dass er nichts beitragen kann. Leser, gar kritischer, kann er nicht sein. Redakteur/Journalist war er wohl nie. Oder er verschweigt dass in seinem offiziellen Lebenslauf aus bestimmt wichtigen Gründen. Er ist Verlegersohn und nun wohl selbst so eine Art Verleger. Wenn es nicht so abgedroschen klingen würde, könnte ich „links reden und rechts überholen“ schreiben. Er hätte es in der Hand. Das sieht er nicht. Oder will er nicht sehen. Das ist sein gutes Recht. Genauso wie es mein Recht ist, diese Person des öffentlichen Lebens zu kritisieren.

    Gut, wir sind mittlerweile beim Rugby, nein eher beim American Football angekommen. Florett kann er, versteht er nicht. Früher hätte man gesagt, es mache keinen Sinn sich mit ihm zu Duellieren, da er eh nicht satisfaktionsfähig sei.

    Sie werden sehen, er wird wieder nicht reagieren und beim nächsten Thread wieder zusammenhangloses Zeug schwätzen und auf irgendeinen tollen eigenen Artikel verlinken.

  48. 48
    stan says:

    Das mit den ständigen Wiederholungen ist so eine Sache: Wer regelmäßig das dummdreiste Blog von Broder & Co. liest, das Herr Niggemeier im Artikel verlinkt hat, der eiß wirklich, was ständige Wiederholung bedeutet: Es vergeht kaum ein Tag, an dem dort nicht gefühlte zwanzig Mal auf die vermeintliche Islamisierung Europas und den drohenden Untergang des Abendlandes hingewiesen wird. DAS – verehrter Herr Röhl – ist tatsächlich Recycling von Inhalten. Und das die dort aufgeführten Beispiele meist entweder erfunden oder stark übertrieben sind, braucht hier wohl nicht gesagt zu werden.

  49. 49
    uli says:

    Bei den James-Bond-Wiederholungen jedenfalls liegt die ARD vor Kabel 1 und Pro 7. Übrigens muss niemand fernsehen.

  50. 50
    Nurse Jackie says:

    @Stefan

    „(Das Grüne in diesem Text sind Links. Man kann darauf klicken und sich selbst ein Bild machen.)“

    Ehrlich? Danke für den Hinweis. Ich entschuldige mich für meine schlechte Recherche und ziehe die Frage zurück. Das nächste Mal gönne ich stern.de einen Klick …

  51. 51
    Jeeves says:

    „Früher hätte man gesagt, es mache keinen Sinn…“
    Mitnichten. Früher hätte man gesagt: Es ergibt keinen Sinn…

  52. 52
    Konstantin Neven DuMont says:

    Name (notwendig): „Kann der Konstantin nicht seinen eigenen Blog aufmachen?“

    @Name (notwendig): Im Jahr 2010 werde ich einen Videoblog aufmachen. In diesem Blog werde ich politische Lieder singen. Damit das Ganze nicht zu eintönig wird, gibt es zwischendurch auch Liebeslieder. Den entsprechenden Link stelle ich dann hier ein. Die Erschütterung in Niggemeiers Augen wird bestimmt vorübergehen.

    @Stefan Niggemeier: Es ist wirklich begrüßenswert, dass Sie sich kritisch mit den Sendern ARD und ZDF auseinandersetzen. Ich kann da nämlich nicht mitreden, da mein Fernseher schon seit längerem defekt ist. Aber jetzt mal im Ernst, habe ich bis auf den von mir geschätzten Dieter Moor irgendetwas Wichtiges verpasst?

  53. 53
    SvenR says:

    Aha. Er ist nur nicht nur kein Leser, sondern auch kein Fernsehzuschauer. Aber, ihm liegt das Thema Medien sehr am Herzen. Dabei stellt er zukünftige Prozesse der Meinungsbildung in den Vordergrund. Die Medien sind für ihn kein Selbstzweck, sondern eine unabdingbare Voraussetzung einer funktionierenden Demokratie. Die Diskussion über die zukünftige Ausgestaltung seiner Medien flacht seines Erachtens allerdings zunehmend ab.

    Jeder Tag mit einem Lächeln ist ein gewonnener Tag.

  54. 54
    SvenW says:

    @SvenR(48)

    Als doch regelmässig lesender, doch an sich nie kommentierender Beobachter empfinde ich Ihre Kommentare über Herrn Neven Dumont befremdlicher als dessen eigene Beiträge. Wie auch immer er sein Leben ausgestaltet geht uns herzlich wenig an. Auch aufgrund meines zugegebenen Unwissens seiner publizistischen Tätigkeit (ich als Hamburger habe natürlich ab und zu mal die Morgenpost in der Mittagspause in der Hand, die kein journalistisches Highlight ist, aber zumindest kritisch den aktuellen Senat beäugt) befremdet es mich, mit welcher Hartnäckigkeit Sie nicht nur gegen seine Kommentare schiessen, sondern gegen den Menschen an sich…

  55. 55
    treets says:

    Sven W: Sie sind ein guter Mensch.
    Was meine Kritik an neven betrifft: wenn ein Verleger derart herumtönt, wie sehr ihm der Qualitätsjournalismus und gute/unabhängige Recxherche doch am Herzen liege, finde ich es durchaus angemessen, diesem Verleger einige dazu passende Fragen zur eigenen Verlagspraxis zu stellen.
    Wenn dieser Verleger dann keine Zeit und keine Lust hat, diese Fragen vernünftig zu beantworten und stattdessen hier geradezu impertinent auf seine Verlautbarungen hinweist, die selten etwas mit dem Thread-Thema zu tun haben, kommt bisweilen eine eher spöttische Reaktion.
    Und wenn Sie wüßten, wie notorisch die Nevens Wasser predigen und Wein trinken, könnten Sie das Ganze eventuell mit anderen Augen sehen.
    Hinzugefügt: in den Blättern der Nevens, vor allem im Stammblatt Stadt-Anzeiger, wird nicht selten mit gleicher Inbrunst gegen die Öffentlich-Rechtlichen zu Felde gezogen wie der Kölner „Heimatsender“ Center TV positiv gewürdigt. Dreimal dürfen Sie raten, wer zu den Eigentümern von Center TV Köln gehört. Und wer deswegen dort vor der Kamera als Moderator üben darf.

  56. 56
    steckschuss says:

    Herr Röhl hätte seine Argumentation tatsächlich anders aufzäumen sollen – dass die ÖRs selbst mit ihren Wiederholungen den Privaten hinterherhinken.
    Und bin ich eigentlich alleine mit dem Gefühl, dass in jedem Dritten fast an jedem Tag ein alter Tatort läuft?

  57. 57
    Morgenstund says:

    @Konstantin Neven DuMont

    Sie sind ganz effektiv der Prototyp des:

    http://carta.info/14725/der-troll-im-netz/

    Leider sind Sie weder amüsant, noch eloquent oder gar das, was der Schwabe als „gscheit“ bezeichnet.

    Sie werden sicherlich viel trollen müssen um Besucher auf ihren geplanten Blog locken zu können.

    Einen guten Rutsch ins neue Jahr wünsche ich. !

  58. 58
    Fernsehkritiker says:

    Der eigentliche Skandal bei der ARD speziell ist doch, dass die wirklichen Free-TV-Premieren von hochwertigen Spielfilmen mitten in der Woche nach 23 Uhr versteckt werden (während Hansi Hinterseer & Co. um 20:15 Uhr jodeln dürfen). Hier ein paar Beispiele von Filmen, die in der ARD trotz Erstausstrahlung in diesem Jahr nachts liefen:
    * La Vie En Rose
    * Babel
    * Tagebuch eines Skandals
    * Little Miss Sunshine
    * Blade Runner (Final Cut)
    * Volver
    * München
    * Requiem
    * Ein ungezähmtes Leben

  59. 59
    Jebenaya says:

    Oh die bösen ÖR mal wieder.
    Soviel dünnpfiff lange nicht gehört…hat der Knabe auch einmal richtung privaten geschaut?
    Tagtäglich die selben Staffeln, der x-ten Soap, mehrmals am Tag die gleiche Folge von irgendeinem Rotz.
    Egal ob Privat oder ÖR, um die 24 Stunden vollzubekommen, muss nunmal wiederholt werden.
    Und mal ehrlich….Ich freue mich jedesmal aufs neue, wenn alte Klassiker wiederholt werden.
    Ich brauche nunmal alle paar Wochen Unternehmen Pettycoat mit Funker Hornsby, mind. einmal im Jahr ne Wiederholung eines Weihnachstvierteilers, sehnsüchtig erwarte Ich, das bald mal wieder Kühlwalda und Catweasle im Wohnzimmer flimmern.

    Lieber nen Uralten Tatort im Dritten als Blödbacke Richter Idiotas Troll in ner gestellten Proletengerichtsdoku.

  60. 60
    Gregor Keuschnig says:

    Abgesehen, dass jemand wie Röhl für einen Stefan Niggemeier eigentlich nicht satisfaktionsfähig ist: Die Wiederholungen öden schon an und dabei macht es für mich keinen Unterschied, ob sie bei den privaten oder öffentlich-rechtlichen sind.

    Und was der Fernsehkritiker (#59) sagt, ist richtig, auch wenn das Wort „Skandal“ zu hoch gegriffen ist.

    Leider scheint die ungerechtfertigte und polemisch geführte Legitimationsdiskussion um die öffentlich-rechtlichen Medien bei diesen immer mehr zu verfangen: Sie werden seichter und anbiedernder, kaschieren dies mit ihren Spartenkanälen, die zum Teil unter Ausschluss der Öffentlichkeit senden (was als Beleg dafür herhalten muß, die Sendungen nicht zu vernünftigen Zeiten im Vollprogramm zu senden). Sie machen damit vermehrt die Fehler, die ihnen ihre Gegner immer schon vorgeworfen haben.

  61. 61
    Norbert Handermann says:

    Ob nun der Artikel nicht ganz sauber recherchiert ist, ist doch letztendlich gar nicht so wichtig. Viel wichtiger ist, dass der Artikel (wie auch die vieler anderer Journalisten, die über das TV schreiben) an den eigentlichen Problemen des TV vorbeischreiben, bzw. die eigentlichen Probleme des TV kaum thematisieren.

    Früher, als es nur ganz wenige Sender gab, waren viele Wiederholungen wirklich eine ärgerliche Angelegenheit. Inzwischen aber gibt es soviele Sender und erweiterte technsche Möglichkeiten, dass es fast immer eine Alternative dazu gibt, eine lästige Wiederholung zu sehen. (anderer Sender, DVD gucken, eigene Aufzeichnung gucken, Internet, …)

    Was viel heftiger ist:

    – dass die Primetimes durch senderübergreifende „Gentleman Agreements“ immer qualitätsfreiere Zonen werden, so dass beim Zappen sich kaum noch ein anderer Sender zum Verweilen anbietet, so dass die Leute, denen die oben genannten Alternativen partout nicht einfallen wollen, systematisch verdummt werden. Besonders negativ auffällig ist da, was aus dem klassischen Freitagabend und Samstagabend wurde.

    – dass Qualitätsfilme vom Spektrum „deutsches Arthaus/international Arthaus“ prinzipiell in die Zeit nach 22:45 verlegt werden, so dass die mediokre TV-Film-Landschaft keine direkte Konkurrenz fürchten muss

    Manchmal ist man bei diesem Prinzip gar so frech, dass selbst ein Film für die Zielgruppe 6-12 wie „Die Höhle des gelben Hundes“ beim BR dieses Jahr nach 23:00 ausgestrahlt wurde…

    – dass in Deutschland viele hochwertige Kurzfilme produziert werden, die nur ganz wenige Nischen beim ÖR finden

    – dass das TV-Angebot speziell für intelligente junge Leute so ausgedünnt wurde, dass man sie geradezu aus dem TV gejagt hat. Die wenigen Nischen (arte tracks, arte metropolis) sind natürlich sehr spät zu sehen

    – dass die Quotenmessung, die viele Missstände mitzuverantworten hat, so selten in der Presse analysiert wird. Die QM wurde eigentlich geboren um Werbezeiten zu taxieren, wird aber gern dazu missbraucht, das angeblich so negative TV-Feedback hochwertiger Sendungen zu belegen – dabei laufen viele dieser hochwertigen Sendungen nur zu Zeiten, in denen sie vernünftigerweise nur von Aufzeichnunggeräten gesehen werden können, die lange Zeit aber von der Quotenmessung nicht richtig erfasst wurden. Ebenso ist es ein Unding, dass nun zwar technisch nachgerüstet wurde, das Panel aber nicht ausgetauscht oder neu erstellt wurde (wodurch z.B. auch viele Migranten weiterhin nicht erfasst werden, was z.B. jegliche kulturellen Schlüsse auf Quoten von „Türkisch für Anfänger“ hinfällig macht) Und schliesslich ist das Panel mit etwa 6000 Haushalten eigentlich auch viel zu klein, um gegen Manipulationsversuche gewappnet zu sein. Man braucht gar nicht mal so viele Haushalte zu manipulieren, um schon recht intensive geldwerte Vorteile zu erzielen…

    Aber stattdessen füllt man die Seiten gern mit der Berichterstattung über die Parteienproporzproblematik, was sich im TV aber „nur“ bei den Sendungen von Anne Will &Co. auswirkt, die man sich ja eh kaum noch anschauen mag, weil die Problematik dieser Sendungen (gegenseitiges rhetorisches Aufeinanderhauen von Wahlplakaten bei dem das Einladen parteiunabhängiger Experten nur stören würde) ja dem Zuschauer inzwischen recht bekannt ist…

  62. 62
    The_Vanguard says:

    Liebe Freunde der theoretischen Kommunikation,

    ich finanziere gerade mehrere Studien, die zeigen werden, dass die Wiederholungsrate der öffentlich-rechtlichen Sender verzwirbelnden Einfluss auf die demokratischen Strukturen in unserem Land und die Verdauung der brasilianischen Fledermaus hat. Die Ergebnisse werde ich nächstes Jahr von einem Chor schwangerer Norwegerinnen gesungen auf CD veröffentlichen – Vorbestellungen werden ab jetzt gerne entgegen genommen. Da ich aber momentan mit Urlaub machen und der Nutzbarmachung multilateraler Interessensverflechtungen in mehrdimensionalen sozio-politischen Räumen beschäftigt bin wird es leider noch etwas dauern, bevor ich mit Stefan Niggemeier und Helmut Kohl zusammen die Welt retten kann. Ich hab hier aber schon ein paar tolle Entwürfe für Superhelden-Kostüme am Start. Heißer Tipp: Gebt doch bis dahin einfach mal ein beliebiges Anagramm meines Namens auf YouTube ein und schaut das erste Video, das dabei heraus kommt. Es lohnt sich bestimmt!

  63. 63
    Marcel says:

    Habe diesen Artikel bei stern.de auch gelesen … Mal ganz abgesehen davon, dass er tatsächlich erhebliche Fehler aufweist, habe ich nicht verstanden, was der Aufhänger sein soll … Man kann Filmklassiker gar nicht oft genug wiederholen. Meines Erachtens werden sie sogar viel zu selten gezeigt, stattdessen dieser eigenproduzierte Schrott der Öffentlich-Rechtlichen und der Privaten. Weshalb ich einen Großteil der genannten Filme längst auf DVD habe und mir immer wieder gerne angucke – auch zu Weihnachten!

    Verstehe wirklich nicht das Problem von Herrn Röhl …

  64. 64
    JO says:

    @ (# 41) SvenR

    Selbstverständlich habe ich wie Sie vermutet, dass auf meinen Kommentar darauf keine Reaktion kommen wird. Nur allein um meine Theorie zu beweisen habe ich das geschrieben. Die Schlussfolgerungen im Bezug auf Konstantin Neven DuMonts Auftreten hier im Blog kann sich jeder selber machen.

    Für mich zeigt es die Rhetorik und das Verfahren, wie in Köln mit unliebsamen Themen umgegangen wird: Erst wird die Gegenposition als nicht relevant dargestellt um dann großzügig das Thema unter den Teppich zu kehren und auszuschweigen, damit sich dann die „eingeweihten Relevanten“ untereinander auf irgend etwas einigen. Bei einer lokalen Print-Medienlandschaft, die von nur einer Verlagsgruppe bestimmt wird – die solch eine Kommunikationskultur pflegt – ist es mehr als nur lächerlich, wenn sich ein Vertreter dieser hier hinstellt und Wörter wie Demokratie, kritisch oder Meinungsbildung in den Mund nimmt.

    Und es erklärt ebenfalls die Reaktion von treets, der sich genau damit seit Jahren herumschlagen und ärgern muss. Diese platte Bigotterie nervt halt kolossal und ist dabei schnell sichtbar zu machen – selbst von mir!

  65. 65
    Harald Eisenmann says:

    Es gibt mir entschieden zuviele Leute, die Niggemeiers Einschätzungen kritiklos beipflichten und dessen Meinungen blind als die ihren ansehen. Die Gruppe der Wiederholungsmeckerer scheint mir mit der, die Röhl plötzlich scheisse finden, nur weil Niggemeier ihn bei ein paar Flüchtigkeitsfehlern erwischt hat nahezu deckungsgleich zu sein. Das ist das eigentlich traurige.

  66. 66
    Konstantin Neven DuMont says:

    @Niggemeier: Ich will die wichtige Diskussion über Röhl, ARD und ZDF nicht stören, aber in Ihrem Blog gibt es anonyme Kommentatoren, die ständig irgendwelche Gerüchte in die Welt setzen, ohne entsprechende Beweise liefern zu können. Was halten Sie davon?

    @treets, #56: Lesen Sie sich die anderen Threads noch einmal in Ruhe durch. Dort werden Sie vernünftige Antworten auf Ihre Fragen finden. Ich trinke übrigens grundsätzlich keinen Wein. Mein Lieblingsgetränk ist gefiltertes Brunnenwasser.

    @Morgenstund, #58: Geht es eigentlich noch oberflächlicher? Ich muss Ihnen leider in allen Punkten widersprechen, wünsche Ihnen aber auch einen guten Rutsch ins Jahr 2010.

    @JO, #65: Was haben Sie denn schon sichtbar gemacht, außer Platitüden über die Medienlandschaft Kölns zu verbreiten. Die Prozesse der Meinungsbildung innerhalb einer Redaktion habe ich an anderer Stelle schon beschrieben. Sie scheinen das verpasst zu haben.

  67. 67
    PM says:

    @64
    Dieser STERN-Beitrag fügt sich ganz prima in das „ARD/ZDF-Bashing“ der letzten Wochen und Monate ein (man vgl. etwa aktuell die Stellungnahmen von VPRT, BDZV und Konsorten zu den Überlegungen einer Tagesschau-App.: http://news.magnus.de/mobile/artikel/2-update-iphone-app-fuer-tagesschau-sturm-der-entruestung.html oder diverse Artikel auf BILD-online aus der letzten Zeit: http://www.bild.de/BILD/politik/2009/12/21/gez-einheitstarif-geplant/deutsche-protestieren-gegen-gebuehren-wahnsinn.html oder http://www.bild.de/BILD/politik/2009/12/29/oeffentlich-rechtliche/irrsinn-mit-unseren-tv-gebuehren.html). Das hat schon den Charakter einer Kampagne.

  68. 68
    Stefan Niggemeier says:

    @Harald Eisenmann: „ein paar Flüchtigkeitsfehler“ ist aber eine lustige Umschreibung für den völligen Verzicht auf Recherche. Im übrigen: Wen meinen Sie denn konkret?

  69. 69
    Morgenstund says:

    @Konstantin Neven Dumont

    Wissen Sie überhaupt was oberflächlich ist? Ihren Widerspruch zu dem verlinkten Artikel gebe ich gerne weiter.

    Sonst kann ich nur als Resümee aus Ihren Posts -wie schon meine Vorposter- sagen, es gäbe noch eine Menge mehr Atribute die bezüglich ihrer Person mehr als zutreffend wären. Leider verbietet meine Erziehung und meine Achtung vor Herrn Niggemeier und seiner Arbeit diese auszusprechen.

    Vielleicht kommen Sie, dies wird aber sicherlich eine harte und schwere Schule für Sie werden- irgendwann in die Nähe von Herrn Niggemeier und einigen seiner Kollegen. Für Sie wäre dies zu hoffen, ich glaube aber kaum, daß es Ihnen gelingen wird, schon, weil Sie sicherlich nicht geneigt sind ein Stück zu Fuß und barfuß zu laufen.

    Allerdings demonstrieren Sie hier eindrücklich, wie man den Ruf einer ehemals sicherlich nicht unangesehenen Familie restlos zerstören kann. Ein Problem, welches die 3. oder 4. Generation gerne hat, deshalb geht es da dann auch sehr häufig steil bergab mit ehemals florierenden Unternehmen. Hoffnung für Sie gäbe es nur mit einigermaßen gebildeten und geistig beweglichen Beratern. Ich glaube aber nicht, daß sich Herr Niggemeier soweit herablassen wird um Ihnen diesen Wunsch zu erfüllen und ihr wirklich großes Problem ansatzweise zu lösen.

    Ich wünsche Ihnen auch ein frohes neues Jahr und hoffe in ihrem Interesse, daß nicht allzuviele ihrer Leser und Zuschauer Ihre wirklich bemerkenswerten Äußerungen gelesen haben – oder sie zumindest nicht wirklich verstehen.

    Was wußte schon Karl Kraus:
    Wenn die Sonne der Kultur niedrig steht, werfen selbst Zwerge einen langen Schatten.

    Ich habe noch niemals einen Kommentator hier erlebt -außer dem wilden Pinkler- auf den das Prädikat „Troll“ mehr zutrifft.

  70. 70
    Konstantin Neven DuMont says:

    @Morgenstund: Auf welchen Beitrag beziehen Sie sich? Von mir aus können das ruhig alle mitbekommen.

    An anderer Stelle in diesem Blog hat jemand geschrieben, dass man bei Iken und Diekmann im Gegensatz zu mir wenigstens wüsste, auf wessen Seite sie stehen, und dass das angeblich besser sei. Sind Sie auch der Ansicht, dass das besser wäre? Falls ja, werde ich Ihnen diesen Gefallen dennoch nicht tun.

    Ihren tendenziösen Äußerungen fehlt leider jeglicher Nachweis. Dieses Spielchen scheint bei einigen anonymen Kommentatoren in diesem Blog beliebt zu sein. Leider wird es auf Dauer schnell langweilig. Da ich schon länger in Foren, Blogs und auf Facebook mitdiskutiere, kenne ich mich mit diesen Ritualen mittlerweile gut aus.

    Wenn Sie über die ach so schlimmen Vorwürfe einmal in Ruhe nachdenken würden, würden Sie feststellen, dass da unterm Strich relativ wenig dran ist. Abschließend verrate ich Ihnen noch etwas: Über die Existenz des öffentlich-rechtlichen Rundfunks und einiger Blogger bin ich richtig glücklich. Ich wünsche Ihnen noch einen schönen Tag.

  71. 71
    treets says:

    Neven,
    ich versuche mal die Dinge konstruktiv anzugehen. So, wie Sie geschrieben haben, hoffen Sie auf ein gemeinsames Projekt mit Stefan Niggemeier.
    Ihre Taktik, um dieses Ziel zu erreichen, erinnert mich etwas an den Werdegang der hochangesehenen Jenny Elvers. Die hat, noch als Mitglied des heidischen Adels, permanent anderer Leute Festivitäten besucht und ungefragt Kontakt zum nicht-adligen Volk gesucht. Diese Liebe zu den Menschen wurde von den Medien goutiert.
    Ob das aber in ihrem Fall, Neven, der richtige Weg ist? Angesichts der irgendwie doch – trotz Medienkrise – eventuell noch vorhandenen Restmittel auf dem familiären Konto schlage ich ihnen, Neven, ein anderes Modell vor, um Niggemeier für Ihr Anliegen zu gewinnen – siehe hier:

    http://www.youtube.com/watch?v=CwE4mk2fbow

  72. 72
    Konstantin Neven DuMont says:

    @Niggemeier: Warum organisieren Sie nicht einen kleinen Wettbewerb in Sachen intellektuelle Intelligenz? Ich würde gerne einmal gegen so aussichtsreiche Kandidaten wie der gespaltene westen, Morgenstund, SvenR oder treets antreten.

    @treets: Soviel Geld habe ich gar nicht übrig. Sie wissen doch, die vielen Investitionen in die Subsistenzwirtschaft…

  73. 73
    Morgenstund says:

    @Konstantin Neven DuMont
    Es tut mir leid, ich hatte nicht impliziert, daß Sie auch über ein fehlendes großes Text- und Leseverständnis verfügen.

    Es tut mir leid, daß es Ihnen nicht gelungen ist auch meinen Beitrag zu verstehen oder einen entsprechenden Kontext herzustellen.

    Tja, Herr DuMont, bevor Sie an einem Wettbewerb zum Thema „Intelligenz“ teilnehmen würde ich Ihnen noch empfehlen sich darüber zu informieren, was man unter „Intelligenz“ überhaupt versteht.
    Seien Sie aber vorsichtig, gehen Sie in keine Klinik und nehmen an einem seriösen medizinischen IQ-Test teil, es könnt ein erheblicher GdB dabei herauskommen, zumindest muß man dies aus Ihren bisherigen Äußerungen leider schließen. :)

  74. 74
    Stefan Niggemeier says:

    Hilfe. Ich werde dann die nächsten Tage einen eigenen Sandkasten aufmachen, in dem diese Diskussion angemessen fortgesetzt werden kann (Förmchen, sehe ich, haben ja alle schon mitgebracht). Vielleicht könnten sich solange alle Beteiligten anderweitig beschäftigen? Vielen Dank.

  75. 75
    polyphem says:

    Herr mit dem Sand! Es gibt Glatteis.

  76. 76
    Konstantin Neven DuMont says:

    @Morgenstund: Da ich in meinem Leben viel Zeit mit Angestellten, Arbeitern und auch Arbeitslosen verbracht habe, kann ich Sie schon verstehen. Einige Mitmenschen scheinen sich wirklich gerne an mir zu reiben. Die Haute-Volee verhält sich übrigens auch nicht anders. Aufgrund der ganzen Kritik habe ich vor ungefähr fünf Jahren meine Managementfähigkeiten bei der Firma Kienbaum untersuchen lassen. Das Ergebnis der umfangreichen Tests wurde anschießend mit 500 weiteren Topmanagern verglichen. Dabei wurden mir absolute Spitzenwerte bescheinigt. Danach waren die meisten Kritiker still.

    Kliniken und Ärzte versuche ich zu meiden. Haben Sie „Bittere Pillen“ gelesen? Die ersten Ausgaben dieses Buches wurden von meinem Onkel verlegt.

    @Niggemeier: Der Sandkasten ist aber nichts für mich. Dennoch bedanke ich mich auch bei Ihnen. Es war gut, dass wir darüber nochmal diskutiert haben.

  77. 77
    Stefan says:

    Kein mensch weiß was wann und wo bei den ÖR läuft,und ob man es gerade mit seiner gez finanziert,oder nicht!

  78. 78
    der gespaltene westen says:

    Ich muss gestehen, dass mir die Kommentar-Spalten dieses Blogs seit ein paar Tagen richtig viel Spaß bereitet haben, mehr als je zuvor. Dafür einmal ein großes Dankeschön, vor allem an Herrn Neven DuMont, den einzigen Grund für diesen scheinbar nicht versiegenden Quell an Realsatire und ad-hoc-Geschwurbel:

    „Kollege Niggemeier hat mir zwar noch keine Recherchefehler vorgeworfen, dafür war er aufgrund meiner Präsenz in seinem Blog schon einmal „erschüttert”. Ich kann diese Erschütterung zwar bis heute nicht nachvollziehen, bin ihm aber dennoch dankbar für seine bisherigen Taten.

    Die Diskussion über die zukünftige Ausgestaltung unserer Medien flacht meines Erachtens allerdings zunehmend ab. Liegt es vielleicht an der Weihnachtszeit?

    Im Jahr 2010 werde ich einen Videoblog aufmachen. In diesem Blog werde ich politische Lieder singen. Damit das Ganze nicht zu eintönig wird, gibt es zwischendurch auch Liebeslieder. Den entsprechenden Link stelle ich dann hier ein. Die Erschütterung in Niggemeiers Augen wird bestimmt vorübergehen.

    Für unsere heutige Diskussion muss ich mich leider verabschieden, da ich eine derart oberflächliche Debatte maximal 30 Minuten am Tag ertragen kann.

    Ich versuche gerade meinen Urlaub im Bergischen Land zu genießen. Bevor ich endgültig zu Bett gehe, habe ich noch eine Frage an Sie: Wann haben Sie zuletzt etwas wirklich Relevantes veröffentlicht?

    …da mein Fernseher schon seit längerem defekt ist. Aber jetzt mal im Ernst, habe ich bis auf den von mir geschätzten Dieter Moor irgendetwas Wichtiges verpasst?

    Ich trinke übrigens grundsätzlich keinen Wein.
    Mein Lieblingsgetränk ist gefiltertes Brunnenwasser.

    Ich muss Ihnen leider in allen Punkten widersprechen, wünsche Ihnen aber auch einen guten Rutsch ins Jahr 2010.

    Dabei wurden mir absolute Spitzenwerte bescheinigt.“

    Noch dazu immer diese Hinweise auf „Subsistenzwirtschaft“. Tolles Wort, ja, ja…

    Wenn man eine ernsthafte Diskussion führen will, dann muss man doch auch mal was relevantes weiter erzählen, nicht nur Kalendersprüche auf einem fremden Blog sammeln, alles Ernste verhöhnen und alles Ironische ernst nehmen.

    Wie dem auch sei. Ich find´s hochkomisch und mir macht´s auch so Spaß. Wenn´s so weitergeht, droht der Comedy-Preis.

  79. 79
    mosley says:

    @48/svenR:

    „Sie werden sehen, er wird wieder nicht reagieren und beim nächsten Thread wieder zusammenhangloses Zeug schwätzen“

    es könnte sich aber auch einfach um eine feedbackschleife handeln. wäre ich dumont, würde ich auf posts wie die von ihnen auch entweder gar nicht oder nur wahlweise polemisch oder süffisant antworten, liegt doch auf der hand.

    also sorum oder sorum sehe ich nicht, inwiefern eine ständige eskalation und vor allem die ständige verlagerung ins persönliche irgendwas bringen soll. empfinde ich irgendwie als reines gekeife (das wort wollte ich schon lang mal schreiben ;)

    aber da ja meister niggemeier nun extra einen sandkasten für diese auseinandersetzung aufzumachen gedenkt: weitermachen! :-)

  80. 80
    Konstantin Neven DuMont says:

    @der gespaltene westen: Ihre Auflistung stimmt mit der chronologischen Reihenfolge meiner Beiträge leider nicht überein. Außerdem ist das Ganze aus dem Zusammenhang gerissen. Es ist mir allerdings klar, dass derartige Kleinigkeiten in diesem Blog wahrscheinlich keine große Rolle spielen. Falls wir wirklich den Comedypreis gewinnen sollten, würde ich mich übrigens freuen. Dann könnte ich nämlich enthüllen, dass das hier alles andere als ein Spaß ist.

    @mosley: Wie ich schon geschrieben habe, werde ich in diesem Sandkasten nicht mitwirken.

  81. 81
    kurt says:

    @Konstantin Neven DuMont:

    Wenn Sie ernsthaft an einem Profil Ihrer intellektuellen Fähigkeiten interessiert sind, rate ich Ihnen zunächst zum Online-IQ-Test von Mensa Deutschland, einem Hochbegabtenverein:

    Mensa-Online-IQ-Test

    Falls Sie bei diesem Test gut abschneiden (allzu ernst sollten Sie ihn nicht nehmen, dazu gleich mehr), können Sie sich hier für einen „echten“, überwachten und psychologisch fundierten IQ-Test bei Mensa anmelden. Die Teilnahme kostet 50 EUR.

    Dazu noch drei Warnungen:

    Erstens: Vertrauen Sie keinen IQ-Tests im Internet. Die allermeisten geben bei weitem zu hohe Werte aus, da nicht selten teure Persönlichkeitsprofile verkauft werden sollen. Für aussagekräftige Werte führt kein Weg an einem überwachten, wissenschaftlich kontrollierten Offline-Test vorbei.

    Zweitens: Wenn Sie beim Mensa-Offline-Test gut abschneiden („gut“ bedeutet, Sie liegen mindestens zwei Standardabweichungen über dem Durchschnitt), wird Mensa Ihnen die Mitgliedschaft andienen. Ich rate aufgrund eigener Erfahrungen mit Mensanern allerdings davon ab, da nach meinem Eindruck die Mitglieder dieses Vereins nach anderen Kriterien als Intelligenz stärker selektiert sind. Überlegen Sie es sich gut.

    Drittens: Die allermeisten Menschen halten sich für wesentlich intelligenter, als sie sind („Nichts ist so gut verteilt wie die Intelligenz: Jeder glaubt, er hätte genug davon“). Also seien Sie nicht enttäuscht, wenn Sie das Ergebnis nicht zufriedenstellt.

    Um die Sache abzuschließen: Es gibt zahlreiche und auch berechtigte Kritik an IQ-Tests bzw. generell an dem Versuch, intellektuelle Fähigkeiten mit Hilfe standardisierter Tests in eine simple Zahl zu pressen. Um die Möglichkeiten und Grenzen solcher Testverfahren besser einschätzen zu können, sollten Sie auf jeden Fall mindestens zwei Bücher gelesen haben: „The Bell Curve“ von Charles Murray und Richard Herrnstein sowie das dazu konträre „The Mismeasure of Man“ von Stephen Jay Gould.

  82. 82
    polyphem says:

    Zitat vom Murmelmeister Sascha Lobo, der Trolle im RL gefilmt hat:

    „..Verwirrendes zu murmeln gehört zu meinen Stärken – mit dem Ziel, sie einzulullen und dann Fotos von ihnen zu machen. Ich habe dafür sogar im Überrumplungsverfahren um Erlaubnis samt Veröffentlichungsrecht gefragt. Dabei sind die obenstehenden Fotos entstanden. Die Lullmenge habe ich allerdings etwas zu klein dosiert,“

    http://saschalobo.com/2009/12/04/trollforschung-aktuell/

  83. 83
    Konstantin Neven DuMont says:

    @kurt: Ich brauche mir das nicht zu überlegen. Weitere IQ-Tests habe ich nämlich nicht nötig. Es sei denn, es handelt sich um einen wissenschaftlich nachvollziehbaren Vergleich mit der gespaltene westen, Morgenstund, SvenR oder treets. Dennoch danke ich Ihnen für Ihre Tipps.

    @polyphem: Da ich Herrn Lobo bald treffe, werde ich ihn persönlich dazu befragen.

    Gute Nacht

  84. 84
    treets says:

    @mosley:

    Sollten wir uns ein Beispiel an ihrer fruchtbaren Diskussion mit „mel“ nehmen?

    ;-)

    Zu Neven kein Wort mehr. Der Test von Kienbaum muss uns alle in Ehrfurcht schweigen lassen. Wie bescheiden von Ihm, darauf nicht öfter hingewiesen zu haben.

    Interessant finde ich die diplomatische und vergleichsweise ungewöhnliche Zurückhaltung von Niggemeier. Vielleicht doch bald ein lukratives Duett mit dem Verlegersöhnchen? Man darf gespannt sein.

  85. 85
    kurt says:

    @Konstantin Neven:

    Ich brauche mir das nicht zu überlegen. Weitere IQ-Tests habe ich nämlich nicht nötig.

    Eigentlich dachte ich, man macht solche Tests, um eine möglichst objektive Einschätzung und Beschreibung der eigenen Fähigkeiten zu erhalten, und nicht, um Überlegenheit gegenüber {anderen Kommentatoren|der Oma|der Welt} zu demonstrieren. Aber vielleicht habe ich da auch zuviel in Ihre Aussage hineininterpretiert.

    Wie auch immer: Ich wünsche Ihnen gleichfalls eine geruhsame Nacht.

  86. 86
    SvenR says:

    @mosley #80: Vielleicht haben Sie recht, vielleicht übergeige, ja keife ich sogar. Es ist schwierig, einen Pudding an die Wand zu nageln. Immerhin hat er mich neben anderen als aussichtsreichen Kandidaten für intellektuelle Intelligenz bezeichnet. Oder so. Was auch immer das wiederum heissen mag. Ich schließe daraus, dass er das liest, was ich keife. Immerhin. Wenn er kudos hätte, würde er auf Fragen, die seine Kommentare aufwerfen, antworten.

    Beim Sandkasten bin ich übrigens in jedem Falle dabei. Jetzt im Winter brauchen die Kinder ihre Förmchen nicht.

    P.S.: Eben eine Wiederholung von Notting Hill im ZDF gesehen.

  87. 87
    polyphem says:

    @KoNeDuM: Ein guter Mensch muss Spott und Häme ertragen. Wenn der dann selbst nicht zum Zyniker wird, läuft er Gefahr, ein Heiliger zu werden. (Ob das ironisch ist, müssen Sie entscheiden.)

  88. 88
    mosley says:

    @treets/85: nein, wohl besser nicht ;-) ich würde aber auf der unterscheidung bestehen, dass ich da letztlich doch stets bei der sache geblieben bin, wenn auch sicherlich undiplomatisch. es ist eine sache, jemanden darauf festzunageln dass er bestimmte argumente so unübersehbar zielgerichtet umschifft (was an sich ja nichts ungewöhnliches ist, aber schon ein geschmäckle bekommt wenn man exakt das eigentlich der gegenseite vorwirft) und jemanden, wenns darum geht diesen oder jenen unterschied zur kenntnis zu nehmen nicht „rausflutschen zu lassen“ – und es ist eine ganz andere sache wenn man so richtig persönlich wird wie das hier teilweise passiert.

    gehen sie gerne zurück und suchen sie nach stellen wo ich meinen gegenüber als „melli“ tituliert habe, mich an seinem lebenslauf ergötzt habe oder sonstiges. werden sie nicht finden, da reklamiere ich also schon einen gewissen unterschied.

    mit gross beleidigter geste aus der diskussion entflohen ist der geschätzte kollege natürlich trotzdem, insofern, nein, nicht zur nachahmung empfohlen und würde ich sicherlich nächstes mal anders machen. ist halt schwierig, wenn man sich immer und immer wieder mit den selben abgelutschten argumenten auseinandersetzen muss und selbst bei faktisch eigentlich kaum streitbaren feststellungen wie „10 lebenswerke/diskographien mit einem mausklick kopieren zu können ist nicht dasselbe wie eine compact cassette zu überspielen“ dann sofort dieser mechanismus einsetzt: „der argumentiert nicht gegen die musikindustrie, also ist er einer von ihnen, also hat er automatisch unrecht“. ist anstrengend. damit ich komme ich manchmal besser und manchmal auch schlechter zurecht, das gebe ich gerne sofort zu :-)

  89. 89
    Nilats says:

    Diese Privat-Duelle und -Trielle und sonstigen Gefechte hier sind eh mehr als gewöhnungsbedüftig, aber bin ich der einzige, den der Original-Beitrag von Herrn Niggemeier aufregt? Das eine wie das andere Provokation um der Provokation willen. Was der Röhl nonchalant runterrotzt, wird vom Niggemeier ernsthaft seziert. Es ist ja schlimm genug, dass diese Branche (bildlich gesprochen) ständig mit 220 km/h durch die verkehrsberuhigte Zone rasen muss, um Aufmerksamkeit zu erregen – aber was kommt hier an Kritik als nächstes? „Der Verkehrssünder ist, nicht wie behauptet, mit 220, sondern mit 217 Kilometern die Stunde, geblitzt worden?“ Birma heißt offiziell Myanmar? Die „Titanic“ zitiert falsch? Leude, macht ma bidde locker.

  90. 90
    Oliver says:

    Erbarmungslos steht auch auf der Liste. Dieser Film lief zwar in den letzten 4 Jahren 2 (bzw. mit einer Wiederholung am nächsten Tag 3) mal im ZDF, aber dieser Film ist u. a. mit 4 Oskars und 2 Golden Globes ausgezeichnet worden und grade einmal 17 Jahre alt.

    Besser wäre es gewesen, wenn sich der Herr mal über die Volksverdummung a la Marienhof oder diesen Dokutainmentdreck ausgelassen hätte – aber dann natürlich in allen Sendern und nicht nur in den ÖR. Da hätte er dann noch meine Zustimmung.

    Ich persönlich finde, dass das es wesentlich schlimmere Formate im TV gibt als gute Spielfilme. Eher im Gegenteil: Meine Gebühren sind besser in guten, wenn auch alten Filmen angelegt als in pseudopolitischen Talkshows mit Tigerenten-Anne, 10 verschiedenen Bundesligashows jedes WE und schlechten täglichen Soaps.

  91. 91
    Chucky says:

    Kann es sein, daß keiner der langsam recht nervenden Diskutanten den Wink mit dem Zaunpahl (75.) durch den Hausherren verstanden hat (Stichwort: Sandkasten) oder ignoriert Ihr es einfach und wartet darauf, daß der Zaunpfahl Euch erschlägt?

    Mal eine, wahrscheinlich doofe Frage, aber wo kann man denn die Ausstrahlungstermine verschiedener Filme über Jahre zurück nachsehen?

  92. 92
    Jeeves says:

    Nilats‘ Aufregung: Ja, du bist der einzige.

  93. 93
    Stefan Niggemeier says:

    @Chucky: gar keine doofe Frage. Zum Beispiel hier.

  94. 94
    SvenR says:

    @Nilats #90: Ich wäre fast geneigt „der Einzigste“ zu schreiben. Aber nur fast.

    @Chucky #92: Das nennt man selektive Wahrnehmung. Alle denken sicherlich, dass sie nicht gemeint sind, weil sie natürlich nicht über die Strenge geschlagen haben, sondern total differenziert und ergebnisoffen, problemlösungsorientiert und vollkommen vorurteilsfrei diskutiert haben. Ich nehme mich da explizit nicht aus.

    Außerdem bin ich der Meinung, dass man einen Kienbaum-zertifizierten Medien-Mogul und Imperiums-Erben durchaus anders behandeln darf, als eine „kleine“ Spiegelredakteurin (wir erinnern uns ans Morgenmagazin) oder eine TAZ-Bloggerin, die zwar irgendwie nicht (mehr) für die TAZ schreibt, aber im Blog auch nicht Hausherrin ist, sondern das dann wieder die TAZ macht.

  95. 95
    oldman says:

    Kurz noch mal zum Thema Wiederholungen:

    1952, das Jahr meiner Einschulung.
    1954, das Jahr meines ersten Fernsehguckens:
    „Kalle Blomquist, der Meisterdetektiv“ o.ä.
    Eine riesige Holzkiste mit monströsem
    Drehschalter für 1 Programm ein/aus und noch
    solch Kurbel für die Feinabstimmung.
    Meine eigenen Kinder sahen ihn, weil er und auch
    andere Filme in den späten 1960ern wiederholt
    wurden.
    Für meine Enkel gilt das ebenso.
    Kinder wachsen nach und kommen in ein Alter,
    das ihnen erlaubt das anzuschauen, was ihnen
    wenige Monate/Jahre vorher noch verboten war.

    Von Wiederholungen zu sprechen, wenn
    unterschiedliche Anbieter Gleiches
    senden ist falsch!
    Die öffentlich rechtlichen Sender haben einen
    Bildungsauftrag.
    Die sogen. Privatsender sind nichts als Werbeträger!
    Aber das muss ich in diesem Kreise wohl nicht
    betonen.
    Daß der von den ÖR produzierte Schrott, von
    „Silbereisen“ bis „Verbotene Liebe“ bekrittelt werden
    kann versteht sich.
    Meine Alters- (höhöhö) -Genossen rennen ja auch
    in die Schleyerhalle um bestätigt zu bekommen,
    daß der alte Holzmichel noch lebt.
    Der Markt ist also vorhanden.

    Früher war es der klobige Drehschalter, den man
    erreichte, wenn man den Arsch hob und durch
    die „Gute Stube“ lief.
    Man unterhielt sich dann, man redete sogar miteinander.

    Heute genügt ein minimaler Druck auf eine der
    zahlreichen Fernbedienungen, um sich mit
    „hochwertigeren“ Sendungen zukleistern zu lassen.

    Ich wünsche ein erfolgreiches Jahr 2010 und
    so manchem einen Zugewinn an Einsicht..

  96. 96
    treets says:

    SvenR, was ihren letzten Absatz betrifft: In den von Ihnen genannten Fällen gab der Hausherr hier doch den Kurs vor, wenn ich nicht irre.

    Dass der Hausherr hier ebenfalls meint, einfache Redakteure müsse man anders behandeln als einen Verlagsvorstand, liegt auf der Hand – aber womöglich in anderer Weise, als Sie und ich das gerne gehabt hätten.

    Wobei die Differenz zwischen Reden und Handeln bei diesem Verlag schon recht ausgeprägt ist. Beispiele findet man genügend, wenn auch vielleicht nicht so viele in diesem Blog.

    Ich hatte den Link zu Kir Royal nicht ganz ohne Grund gesetzt. Bin ich sehr pessimistisch, wenn ich glaube, dass letztlich wohl beinahe jeder Mensch auf irgendeine Weise käuflich ist?

  97. 97
    JO says:

    @ treets

    Sie wissen doch: „Erst kommt das Fressen und dann die Moral.“ (Brecht)

  98. 98
    Konstantin Neven DuMont says:

    @treets: Also ich bin definitiv nicht käuflich.

    @all: Da ich mich jetzt auf die Vorbereitung unserer Sylvesterparty konzentrieren muss, wünsche ich allen Leserinnen und Lesern schon einmal vorab einen guten Rutsch ins neue Jahr! Hier ist meine Agenda für das Jahr 2010: Das Diskussionsniveau zwischen Netzinfrastrukturanbietern, Suchmaschienenbetreibern, öffentlich-rechtlichem Rundfunk, privaten Anbietern, Gewerkschaften, Journalisten, Bloggern und Verlegern zu erhöhen, CO2-Emissionen zu reduzieren, Liebe stärker zuzulassen und mir aus polemisch vorgetragenen Anfeindungen nichts mehr zu machen. Ansonsten wünsche ich mir lediglich eine gerechtere, friedlichere, tiefgründigere, gesündere und humorvollere Welt. Die Liste der Ziele darf ja nicht zu lang werden.

  99. 99
    polyphem says:

    @95 u.a.: In meinem nicht mehr ganz jungen Leben habe ich schon mehrere Menschen kennen gelernt, die glaubten, dass es ausreicht, einen hohen IQ zu haben. Fazit: gescheit, gescheiter, gescheitert.

    Und eine kleine Besserwisserei sei mir erlaubt, werter SvenR: „Über die Strenge schlagen“ ist ja auch ganz niedlich. Vermutlich sind Sie nicht der Einzigste, der das so schreibt. Die Spruchweisheit meint aber ursprünglich Pferde, die vor Kutschen und anderen Fahrzeugen nicht ordentlich im Geschirr gehen, die halt über die „Stränge“ (von Strang) schlagen… Nix für ungut. Ich habe ja Kutschen als Transportmittel noch erlebt. :-)

    Wünsche einen guten Rutsch.

  100. 100
    treets says:

    Doch, Neven, gerade Sie sind käuflich. Wer sich so sehr in den Schoss des Vaters begibt und nichts Eigenes auf die Beine stellt, der hat das Bequeme gesucht.

    Wünsche allen anderen ein gutes neues Jahr. Ich tue Ihnen, Neven, den Gefallen und ziehe mich aus dem Kreis der Poster hier etwas zurück. Ihr inhaltsleeres Blabla (das zudem häufig der eigenen Unternehmenspraxis widerspricht) ärgert mich – vor allem wenn ich an die vielen fleißigen Angestellten im DuMont-Konzern denke, deren Arbeit einen Mehrwert für hochwohlgeborene blasierte Nichtsnutze abwerfen muss.

    Dem Blogbetreiber wünsche ich für 2010, bei aller berechtigten Kritik an einzelnen Journalisten auch das bisweilen fragwürdige Getue von Verlags-Spitzen im Auge zu behalten, mag dies mitunter noch so komödiantisch daherkommen. Wem es um die Qualität der gesamten Branche geht, sollte da nicht nur die unteren Chargen aufs Korn nehmen.

  101. 101
    Trevor Dart says:

    „Auf stern.de ärgert er sich wieder einmal darüber, dass ARD und ZDF dauernd nur alte Filme wiederholen.“
    So fucking what? Ich erwarte von den Oeffentlich-rechtlichen informationelle Grundversorgung plus ein wenig wissenschaftliches und kulturelles Bildungsfernsehen. Als „Fuellmaterial“ die guenstigen alten Meisterwerke zu verwenden ist legitim, und alle mal den teuren, aber wertfreien Trasheigenproduktionen (Soaps, Mutatenstadl etc.) ebenso vorzuziehen wie den Senderechten an dem letzten und neusten hohlen Hollywoodstreifen.

  102. 102
    Konstantin Neven DuMont says:

    @treets: Auch ich würde mir eine Qualitätssteigerung der gesamten Branche wünschen. Ich befürchte aber, dass Ihre substanzlosen Aussagen und persönlichen Beleidigungen dabei wenig zielführend sind. Von daher kann ich Ihre Ankündigung nur begrüßen, dass Sie sich aus dem Kreis der Kommentatoren etwas zurückziehen wollen. Meines Erachtens führt es zu wesentlich gehaltvolleren Diskussionen, wenn Thesen auch mit Beispielen untermauert werden. Ich wünsche Ihnen noch einen schönen Tag.

  103. 103
    der gespaltene westen says:

    @K. Neven duMont
    „…und mir aus polemisch vorgetragenen Anfeindungen nichts mehr zu machen.“

    Ach, kommen Sie schon. Ich hatte den Eindruck, dass Ihnen das auch ein bisschen Spaß macht.
    Die Sache mit dem IQ ist immer ein zweischneidiges Schwert, da ein hoher Wert gar nichts über so etwas wie ´Lebenserfolg´ aussagt. Moral/Ethik ist auch nicht enthalten: An der Wall Street oder in der City of London arbeiten viele Leute mit angeblich einem ziemlich hohen IQ. Kreativität lässt sich auch nicht besonders gut messen. Wahre Management-Fähigkeiten haben meiner Meinung nach mit einer hohen spirituellen Intelligenz zu tun; ich bezweifle deren schlüssige Nachweisbarkeit.

    Wenn Sie wirklich intelligent sind (was ich weder beurteilen kann noch möchte), warum kaprizieren Sie sich so sehr auf relativ unbrauchbare Tests? Sie kommen doch vom Journalismus, oder verstehe ich das falsch? Wo sind denn Ihre Texte? Ich würde wirklich gerne mal etwas von Ihnen lesen. Vielleicht verstehe ich Sie dann auch besser. Und wenn Sie da an einem ganz großen Ding dran sind („Das Diskussionsniveau zwischen Netzinfrastrukturanbietern, Suchmaschienenbetreibern, öffentlich-rechtlichem Rundfunk, privaten Anbietern, Gewerkschaften, Journalisten, Bloggern und Verlegern zu erhöhen“), dann schreiben sie doch mal eine kurzes medientheoretisches Essay darüber. Ich bin auch gespannt auf Ihren Video-Blog (wenn er denn irgendwann existieren wird), obwohl ich das Format ehrlich gesagt nicht so mag. Insofern hat Ihre Selbstvermarktungs-Strategie bei mir schon mal funktioniert.

    Wie immer: Nichts für ungut.

    So, jetzt ist aber Schluss für dieses Jahr…
    Guten Rutsch, alle!

  104. 104
    SvenR says:

    @treets #97: Ich darf doch zufällig oder auch absichtlich in diesem Punkt eine ähnlich Meinung wie Stefan haben, oder? BTW: Heißt Ihre Schwester zufällig Anette und sie beide v. L.?

    @polyphem #100: Das mit den Strängen wusste ich nicht. Dank dafür. Wie mache ich das jetzt, dass ich Sie darauf hinweise, dass man nicht einziger als einzig sein kann und deshalb der Einzigste auch nicht so ganz richtig ist…ohne, dass es zu klugscheisserisch daher kommt?

  105. 105
    treets says:

    @106: BTW: Heißt Ihre Schwester zufällig Anette und sie beide v. L.?

    Nö.

    @Neven: dann untermauern Sie mal schön.

  106. 106
    nouse says:

    ach, ist das wieder herrlich hier. herr neven-dumont: sie machen das großartig. ich bin ihrer branche leider nicht sehr verbunden. finde aber, dass so viel provokation in dieser kirche des angeblichen gutmenschentums mehr ist als nur reine unterhaltung. einfach weitermachen, bitte. ich kann die zornesröte der ganzen spasskameraden hier förmlich sehen. und ich mag auch harald eisenmann. auch ihnen ein herzliches dankeschön dafür, dass sie wahre dinge klar und prägnant artikulieren. einen guten rutsch allen beteiligten. und denn ganzen jüngern hier auch.

  107. 107
    treets says:

    108:
    Wenn ich ihren Gedankengang fortsetze, lande ich dann automatisch dabei, dass Sie in ihrer Nähe Schlecht-Menschen bevorzugen?

    Feiern Sie schön! :-)

  108. 108
    Uwe says:

    Guten Rutsch und ein feines 2010 an alle

  109. 109
    moschus says:

    Guten Rutsch!

  110. 110
    reko says:

    Ihr zieht Eure schönste grammatik an und legt Euer bestes rechtschreibprogramm auf,um bei Konstantin Neven einen guten eindruck zu hinterlassen.
    Ist er auch nicht der schlauste oder sympathischste:
    Er ist doch erbe.Ein verlag!Und vielleicht mag er gerade…Dich
    oder…Dich.
    Also:Nur ein wenig reiben.Nicht stechen.Oder schiessen gar.
    Nur:Widerspenstig sein.Und sich dann zähmen lassen.Ein wenig.
    Ach ja…

  111. 111
    Katzenblogger says:

    ### Striking News !!! ###

    Der Achselschweiß des röhlschen Gutachslerfreundes weist eine mitunter unangenehme Duftnote auf.

    ### Striking News !!! ###

    Sein Unverständnis dafür, was genau mit den Gebührenmilliarden geschieht, teile ich allerdings. Sonst aber nichts. Mich stören eher die deutlich verpilcherten Drehbücher des öffentlich-rechtlichen Fernsehens (und schon gemessen daran, sind die diversen Krimi-Serien eine Wohltat), mich stört die Frequenz, mit der regressive Kulturangebote („Musikantenstadl“) in die Hauptsendezeiten gedrückt werden, mich stört, dass andere musikalische Gattungen (außer: Verblödungsmusik für Senioren) in ARD/ZDF/Dritten kaum eine Rolle spielen – und vieles andere mehr.

    Ich würde mich aber dabei nie an die Seite von Herrn Röhl stellen wollen.

    P.S.
    Gut gerutscht?

    STEFAN UND ALLEN LESERN HIER EIN FROHES NEUES JAHR!

  112. 112
    polyphem says:

    Gesundheit, Glück und Frieden
    sei Allen hier beschieden.

    @SvenR: Es wäre wohl besser gewesen, ich hätte ihre Anführungszeichen von Nr. 95 auch mit kopiert. ;-) So gibt es auch in 2010 noch Ein(z)iges, was ich an meiner Technik verbessern kann. Ich werde mir mich bemühen.

  113. 113
    mosley says:

    „ihr habt doch alle gefickt!“

    (walter moers ’93, kleines arschloch band 2)

    (oder so)

  114. 114
    Konstantin Neven DuMont says:

    @der gespaltene westen: Einige Interessensvertreter der Netzinfrastrukturanbieter, Suchmaschienenbetreiber, Gewerkschaften, Journalisten, Blogger, privaten Rundfunkanbieter, Verleger und des öffentlich-rechtlichen Rundfunks haben sich im Jahr 2009 so einiges gegenseitig an den Kopf geworfen. Haben Sie bitte Verständnis dafür, dass ich die entsprechenden Zitate aus Zeitgründen jetzt unmöglich alle raussuchen kann. Es sollte für Sie allerdings kein Problem sein, diese Verbalinjurien auf die Schnelle ausfindig zu machen, schließlich verfügen Sie über einen Internetanschluss. Seien Sie allerdings vorsichtig, falls Sie die Seiten von Thomas Knüwer ansteuern sollten. Er legt mir in seinem Blog nämlich Worte in den Mund, die ich niemals aussprechen würde. Kann es sein, dass in Zeiten des „World Wide Web“ das gesprochene Wort zuweilen nichts mehr zählt? Ich will an dieser Stelle keinesfalls Knüwer zu nahe treten, da auch er seine hellen Momente hat. Ob sein derzeitiges Sendungsbewußtsein aus Sydney allerdings zielführend ist, wird sich noch herausstellen. Ich sende aus vielerlei Gründen lieber aus dem Bergischen Land. Auch mir sind einige bemerkenswerte Zitate des vergangenen Jahres in Erinnerung geblieben: Thomas Mosch (Geschäftsleitung des Bundesverbandes Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien) sagte zum Beispiel in Bezug auf die Digitalisierung: „Solche revolutionären Prozesse nehmen auf uns alle keine Rücksicht, man muss sich mit den Realitäten abfinden.“ Dazu passt die Aussage der Telekom, dass sie möglichst bald ein richtiger Medienanbieter werden will. Als ich das las, stellte ich mir als erstes die Frage, wie das Oligopol der Stromwirtschaft ursprünglich zustandekommen konnte. Als überzeugter Unterstützer und Befürworter regenerativer Energien bin ich über die Entwicklung in dieser Sparte nämlich nicht besonders glücklich. Lassen Sie mich aber auf den entscheidenden Punkt kommen: Private Besitzer von Wettbewerb tangierenden Versorgungslinien, gleich welcher Art, sollten nicht gleichzeitig die Inhalte darauf bespielen dürfen. Dieses Thema sollten wir an anderer Stelle unbedingt vertiefen. Philipp Schindler, Nord- und Zentraleuropachef von Google, drückt sich wesentlich diplomatischer als Thomas Mosch aus. Er sieht unsere Demokratie anscheinend auf einem guten Weg: „Der Zugang zu Informationen – ein bisschen auch durch uns angetrieben – ist in einem hohen Maße demokratisiert worden. Menschen können sich an den unterschiedlichsten Orten der Welt hinsetzen und faszinierende Dinge programmieren.“ Dafür sollten wir der börsennotierten Firma Google alle gemeinsam dankbar sein. Die offene Frage, wie investigativer Journalismus in den Regionen zukünftig finanziert wird, hat Google allerdings noch nicht beantwortet. Meines Erachtens wäre es auch zuviel verlangt, diese Frage Google aufzubürden. Das müssen unsere hochverehrten Politiker, Netzinfrastruktuaranbieter und Medienschaffende schon selbst beantworten. Heute Nachmittag ereignete sich für mich eine interessante Situation. Ein Bekannter sagte mir, dass es in Zukunft keine Verleger mehr geben würde. Darüberhinaus verlautbarte er, dass auch die Journalistenverbände an Bedeutung verlieren würden. Ein Volker Pispers bräuchte sich bezüglich unserer Demokratie auch keine Sorgen mehr zu machen: http://www.youtube.com/watch?v=yC94FPx0Wio&feature=related
    YouTube – Pispers zu: Demokratie
    Woran erinnert Sie das?

  115. 115
    palosalto says:

    @116: haben sie die einleitung (?) aus ihrem noch unfertigen (?) referat/redemanuskript (?) hier gecopypasted?

  116. 116
    Konstantin Neven DuMont says:

    @palosalto: Nein, ich habe das gestern Abend in 20 Minuten einfach mal so runtergeschrieben. Im Übrigen soll das auch kein medientheoretisches Essay sein, sondern lediglich eine Frage in den Raum stellen (siehe unten). Über eine kritische Auseinandersetzung mit den anderen Formulierungen würde ich mich aber auch freuen.

  117. 117
    der gespaltene westen says:

    Zunächst mal zu Ihren Aussagen bzw. Zitaten:

    Mir ist teilweise im Ansatz, teilweise auch nahezu vollständig bewusst, was sich Netzinfrastrukturanbieter, Suchmaschienenbetreiber, Gewerkschaften, Journalisten, Blogger, privaten Rundfunkanbieter, Verleger und des öffentlich-rechtlichen Rundfunks gegenseitig vorwerfen. Wenn man die Idee verfolgt, alle jene an einer Art „rundem Tisch“ zu versammeln, drängt sich mir der Verdacht auf, dass man versucht etwas zu steuern, was sich nicht steuern lässt. Jahr 2009 war übrigens nur ein Vorgeplänkel, ein Warm Up. 2010 wird heftig, die folgenden Jahre desaströs für die traditionellen Urheberrechts-Branchen. Dabei verstehen einige nicht, dass der Zug längst gestartet ist und bald seine Höchstgeschwindigkeit erreichen wird: das Ende der klassischen Distributionswege von Information, der Beginn von etwas Neuem. Anschnallen!

    „Solche revolutionären Prozesse nehmen auf uns alle keine Rücksicht, man muss sich mit den Realitäten abfinden.” … ist ein Zitat, das man eigentlich nicht zitieren kann, weil es alle fast alle so sagen. Weil es seit einigen Jahren ein blankes Faktum ist, dass sich alle mit der durchs Internet geschaffenen Realität abfinden müssen. Jenseits des großen Teichs und anderswo scheint das verstanden, hierzulande besteht Nachholbedarf.

    …Oligopol der Stromwirtschaft ursprünglich zustandekommen konnte. Als überzeugter Unterstützer und Befürworter regenerativer Energien bin ich über die Entwicklung in dieser Sparte nämlich nicht besonders glücklich. So wie ich das sehe, gibt es kaum eine Sparte in der deutschen Wirtschaft, die in den letzten Jahren stärker gewachsen ist als jene der regenerativen Energien. Von null auf hundert in kurzer Zeit – gedankt ist es v.a. der Tatsache, dass Rot-Grün nicht auf allen Politikfeldern versagt hat. Mit dem Ergebnis, dass dieser Wirtschaftsbereich einer der wenigen ist, bei denen D weltweit einen (abschmelzenden) Vorsprung hat. Und nebenher: Was hat die Entwicklung der Öko-Strom-Versorgung (genuin) mit der Entwicklung des Oligopols der deutschen „Big Four“ zu tun?

    „Der Zugang zu Informationen … ist in einem hohen Maße demokratisiert worden. Das ist in der Tat diplomatisch ausgedrückt, wenn auch sachlich richtig. Es findet eine technische, soziale, phänomenologische Revolution statt, die in ihrer Wirkung (nicht von ihrem Herkommen) auch wie ein Teil einer demokratischen Revolution wirkt. [hier könnte ein kleiner Exkurs über die Expansionsphase des Zeitungsjournalismus im Zeitalter der bürgerlichen Revolutionen (1789-1848) stehen].
    Dafür sollten wir der börsennotierten Firma Google alle gemeinsam dankbar sein. Nein. Dafür müssen wir auch vielen anderen noch viel dankbarer sein. Ohne die Open-Source-Nerds gäbe es Blogger, ja selbst google in der erfolgreichen Variante gar nicht.

    Die offene Frage, wie investigativer Journalismus in den Regionen zukünftig finanziert wird, hat Google allerdings noch nicht beantwortet. Meines Erachtens wäre es auch zuviel verlangt, diese Frage Google aufzubürden. Das stimmt.

    Ein Bekannter sagte mir, dass es in Zukunft keine Verleger mehr geben würde. Das auch.

    Ein Volker Pispers bräuchte sich bezüglich unserer Demokratie auch keine Sorgen mehr zu machen. Das stimmt auch, denn im Internet besteht für alle die Möglichkeit an Informationen und deren Interpretation zu gelangen, ohne die lineare Abhängigkeit von einer zwischengeschalteten Redaktion/Verlag mit irgendeiner Agenda. Die Masse der Menschen, welche sich über die freien Kanäle ausreichend versorgt fühlt, wird in Zukunft stark zunehmen. Google wird das m.E. auch nicht kontrollieren (so viel und so wenig wie google auch heute die freien Informationskanäle kontrolliert).

    Die digitale Revolution entzieht der klassischen Informationsindustrie zwei ihrer wichtigsten Ressourcen. Erstens das Monopol auf die brain power zur Herstellung von Informationen. Zweitens das Monopol auf die Distributionswege zur Verbreitung von Informationen. Beides zusammen ist nicht aufzuhalten und wirkt sich natürlich desaströs auf das einst erfolgreiche und gegenwärtig erstarrte Geschäftsmodell aus. Verleger sollten viel weniger vor google Angst haben, als vor eigenem revisionistischen Gedankengut.

    Die Frage, ob google in Zukunft gefährlich für den demokratischen Impuls der digitalen Revolution werden könnte, halte ich angesichts der Größe, der Vielfalt und der Möglichkeiten des Internets für nicht so interessant. Solange große Geheimdienste Probleme schon mit den einfacheren Rasterfahndungen haben, mache ich mir relativ wenig Sorgen.

    Die Frage der Finanzierung ist wahrscheinlich wirklich die interessantere. Aber bei dieser Diskussion kommt man immer schnell zu einer Kapitalismuskritik. Denken Sie noch mal zurück an Volker Pispers und seine Aussage bzgl. Umverteilung. Für die Verlage konkret: der (erste) „side effect“, dass immer mehr Publikum immer weniger Geld in der Tasche hat, macht es ihnen ja nicht einfacher, ihre Produkte zu einem Preis zu platzieren, der ihre brain power (nach altem Maßstab) angemessen entlohnt. Der (zweite) side effect, dass immer mehr Publikum zweisprachig konsumieren kann, darunter die Internetsprache Englisch, tut sein Weiteres. Klassischer Fall von Ausweitung der Konkurrenz. Angebotsüberschuss lässt die Preise verfallen, dann auch die Löhne. Wirtschafts-ABC. Wenn in solchen Phasen über einen längeren Zeitraum versucht wird, die Lohnniveaus wie gehabt über die klassischen kapitalistischen Mechanismen herzustellen, schlägt die Stunde des Sozialismus. Jedenfalls ist ein Nivellierungsprozess im Gange, den man nicht einfach nur Google anlasten kann. Es besteht gerade im deutschsprachigen Raum ein Mangel an vernetztem Denken, das die realökonomischen und die digitalen Prozesse zusammen denkt.

  118. 118
    genova says:

    Wolfgang Röhl ist nicht nur Gastautor bei der Achse der Guten, sondern auch im Rechtsaußenblog „Deutschlandwoche“, das der Düsseldorfer Inhaber einer PR-Agentur, Wolfgang Osinski, betreibt. Die Deutschlandwoche lobt regelmäßig „Politically Incorrect“ und hat die Seite in der Blogroll, direkt daneben schreibt Röhl seine Artikelchen.

    Vom Stern bis zum braunen Mob ist es manchmal nicht weit.

    http://www.deutschlandwoche.de/ (über Suche findet man die Röhl-Artikel)

  119. 119
    bibo says:

    Der Link auf die deutschlandwoche ist ja eklig. Woher kommt eigentlich diese Sympathie von stramm Rechtskonservativen für Klimawandel-Verleugnern. Das ist mir jetzt schon öfter aufgefallen. Brauchen die einfach ihre tägliche Dosis krude Verschwörungstheorie um in Stimmung zu bleiben?

  120. 120
    genova says:

    bibo,

    das ist rechte Stammtischlogik: Wir sind gegen die Linken, also sind wir auch fürs Klimawandelleugnen (oder gegen Klimawandelhysterie, wie sie das wahrscheinlich nennen). Die brauchen ihre tägliche Dosis Feindbild, um in Stimmung zu bleiben.

  121. 121
    Jeeves says:

    Don A.’s Rennradschwärmerei zum Beispiel liest sich mit mehr Vergnügen als all das neben-dem-Murmeltier-Eintrag-liegende Gebrabbel des Verlegers aus Köln und (!) seiner Kontrahenten. Danke deshalb z.B. an 120 bis 122, die uns wieder auf das Thema zurück führen.

  122. 122
    bibo says:

    Ich habe mich jetzt noch mal ein bisschen auf den entsprechenden Seiten herumgetrieben und herausgefunden, dass der Fachterminus nicht Klimawandel-Leugner sondern „Klima-Dissident“ ist. Cool – oder? Analog dazu wäre Wolfgang Röhl wohl ein „Wiederholungs-Dissident“.

  123. 123
    lokalreporter says:

    spontaner twittersplitter: lieber stefan niggemeier, du meisterliches murmeltier, darf ich dich siezen?

  124. 124
    Katzenblogger says:

    Ein leiser Hauch von Kotgeruch umschwebt die röhlschen Verdikte.

  125. 125
    Konstantin Neven DuMont says:

    @der gespaltene westen: Sie schreiben, dass das Zitat von Thomas Mosch eine Aussage sei, die man eigentlich nicht zitieren könne, weil es Ihrer Meinung nach fast alle so sagen würden. Haben Sie diese Frage repräsentativ untersucht? Ich kann das auf Anhieb nicht glauben. Selbst wenn es so wäre wie Sie schreiben, würde mich das nicht davon abhalten eine gegenteilige Meinung zu vertreten. Ich persönlich finde mich nämlich keineswegs damit ab, dass solche revolutionären Prozesse auf uns alle keine Rücksicht nehmen würde, und dass wir uns mit diesen Realitäten angeblich abzufinden hätten.

    Ferner bin ich der Meinung, dass unsere Demokratie nicht automatisch demokratischer würde, falls Verlage in Zukunft wirklich wegfallen sollten. Ich schreibe das übrigens nicht, weil ich dann meinen Arbeitsplatz wahrscheinlich wechseln müsste, sondern weil ich davon überzeugt bin, dass unsere Demokratie noch undemokratischer werden würde. Meines Erachtens würden die Partikularinteressen in der Folge zunehmen. Gerade das von Ihnen angesprochene Beispiel der USA bestätigt diese These eindrucksvoll.

    Aufgrund dieses Wandels wird mit Sicherheit keine Stunde des Sozialismus schlagen, so wie Sie es hier kolportieren. Von wem soll dieser Sozialismus denn ausgehen? Etwa von den 20 Leuten auf der Montagssdemo? Im Gegenteil, circa 350 Euro scheinen vielen Hartz 4 Empfängern vollkommen zu reichen. Fragen Sie einmal Herrn Niggemeier, was viele Menschen mit ihrer jeweiligen Freizeit anfangen. Eine Einschaltquote von acht Millionen spricht doch wohl für sich. Ich teile allerdings Ihre Meinung, dass freie Bürger sich informieren sollten, wann und wo sie wollen.

    @Jeeves: Sie reduzieren meine Beiträge auf frühsprachliche Lautäußerungen bei Kleinkindern. Selbstverständlich ist es Ihr gutes Recht diese Äußerung ins Netz zu stellen. Es zeigt lediglich, dass uns beide völlig unterschiedliche Sachverhalte wichtig sind. Ich habe hier lediglich für eine Weile mitgemischt, weil ich ursprünglich glaubte, dass man in diesem Blog sachlich diskutieren könne. Jetzt muss ich Ihnen eingestehen, dass ich einem Irrglauben auferlegen war. Ich hatte allerdings noch nie ein Problem damit persönliche Fehler in aller Öffentlichkeit zuzugeben.

  126. 126
    Marc says:

    Stefan, Du übersiehst den entscheidenden Unterschied zwischen Röhlischen und Öffentlich-Rechtlichen Wiederholungen. Wenn Wolfgang Röhl sich zu oft wiederholt, hat der Stern weniger Käufer, wenn die ÖR sich zu oft wiederholen, haben sie dennoch die Rundfunkgebühren. ;-)

    Und wenn ich den Stern nicht mehr kaufe, darf ich dennoch andere Zeitschriften kaufen – wenn ich auf ARD und ZDF verzichte, darf ich zuhause auch kein Privatfernsehen mehr sehen.

  127. 127
    Twipsy says:

    „“Des Waldes Dunkel zieht mich an/doch muss zu meinem Wort ich steh’n/und Meilen geh’n/bevor ich schlafen kann.“ Wenn diese düsterschöne Passage eines Gedichts des amerikanischen Lyrikers Robert Frost aus dem Fernsehgerät perlt, ist das ein untrügliches Zeichen, dass ein öffentlich-rechtlicher Sender eingestellt ist. Darauf läuft die x-te Wiederholung von „Telefon“, einem Thriller mit Charles Bronson von anno 1977. Darin werden die Schläfer mithilfe des oben zitierten Gedichtes aktiviert.“

    Könnte auch sein, dass dann die TV-Premiere von „Deathproof“ läuft.

  128. 128
    Twipsy says:

    Bemerkenswert übrigens, dass die Blöd ebenfalls zu Weihnachten mit einer Titelstory über Gebührenverschwendung aufmachte. Klar, die ärgern sich über die App-Konkurrenz der Tagesschau. Schon unfreiwillig komisch..als wäre das vergleichbar. Oder kann man beim Tagesschau-App etwa Judith Rakers ausziehen?

  129. 129
    hilde says:

    hier verschwinden ja einfach kommentare… wahnsinn.

  130. 130
    Konstantin Neven DuMont says:

    @hilde: Wundert Sie das?

  131. 131
    der gespaltene westen says:

    @127/Neven duMont

    Zu der Sache mit der Realität des Internets und dem Sich-Abfinden: was denn sonst? Sie scheinen gegen Windmühlen zu kämpfen.

    Sie haben mich missverstanden, oder ich habe mich missverständlich ausgedrückt. Reagieren Sie doch bitte nicht auf die Wörter „Kapitalismus“ oder „Kommunismus“ wie auf böse Schatten an der Wand. Beides gehört zum Leben dazu. Ich kolportiere gar nichts. Ich beobachte nur. Wenn ich sagte „…schlägt die Stunde des Sozialismus…“ meinte ich nicht meine Freude darüber (für mein privates Glück ist es mir schnurz, in welchem Mischungsverhältnis Kapitalismus und Kommunismus vorkommen). Sondern ich meinte das Bedürfnis der Menschen danach und ich meinte die Tatsache, auf welche Weise solche Zeiten historisch turbulent waren. Ich vermute, Sie haben die letzten Wahlergebnisse auf Länder- und Bundesebene antizipiert, ich hoffe Sie haben auch die Nichtwählerzahlen registriert. Dort liegen die wirklichen Gefahren für diese Demokratie. Ich hoffe, Sie haben mehrere politische und gesellschaftliche Trends im Blick als nur das Verlagswesen.

    Was Sie dann schreiben – Etwa von den 20 Leuten auf der Montagssdemo? Im Gegenteil, circa 350 Euro scheinen vielen Hartz 4 Empfängern vollkommen zu reichen. Fragen Sie einmal Herrn Niggemeier, was viele Menschen mit ihrer jeweiligen Freizeit anfangen. – ist einfach nur eine ziemlich unverschämte Beleidigung von bestimmten Menschen, die Ihnen nicht nur nichts getan haben, sondern offenbar auch nichts tun werden, worüber Sie froh sein sollten. Im Übrigen könnte ich von Ihnen bei dieser Aussage wohl erst Recht eine repräsentative Untersuchung verlangen, oder?

    Ich fahre jetzt in Urlaub und wünsche Ihnen ebenfalls einen guten Start ins neue Jahr. MfG

  132. 132
    Konstantin Neven DuMont says:

    @der gespaltene westen: Wie kommen Sie darauf, dass ich mit meinen Zeilen irgendjemand beleidigt hätte? Individuelle Freiheit ist für mich ein ebenso hohes Gut wie die Themen Solidarität oder Nachhaltigkeit. Diese Begriffe müssen sich nicht gegenseitig ausschließen, auch wenn das einige Menschen nicht glauben wollen. Die zunehmende Zahl der Nichtwähler ist mir übrigens auch schon aufgefallen. Deshalb habe ich bereits mehrere Aktionen zur Förderung der Demokratie angestoßen. Freundliche Grüße

  133. 133
    JO says:

    @ Konstantin Neven DuMont

    „Wie kommen Sie darauf, dass ich mit meinen Zeilen irgendjemand beleidigt hätte?“

    Vielleicht hätten Sie nicht nur Ihren IQ sondern auch mal Ihren EQ auswerten lassen sollen. Aber wenn Sie Interesse haben, leihe ich mir gerne mal eine Kamera aus und gehe mit Ihnen durch Gremberghoven, Kalk oder Porz-Demo, um Ihre Umfrage zu dokumentieren, ob circa 350 Euro Hartz 4 Empfängern vollkommen reichen. Mal gucken, ob „viele“ Ihnen da zustimmen würden oder ob es „viele“ wären, die Ihnen allein nur für diese dämliche Frage körperliche Gewalt oder schlimmeres androhen würden – ich tippe mal „schlimmeres“!

  134. 134
    Katzenblogger says:

    Ein sehr interessanter Einstieg in eine solche Befragung könnten folgende zwei Sätze sein:

    Guten Tag, wir sind vom Privatfernsehen und machen eine sozialpornografische, äh, sehr interessante Sendung über HartzIV-Bezieher und Sozialmissbrauch. Sagen Sie, Sie können doch sicherlich gut wirtschaften und Ihnen reichen die 350 Euro HartzIV doch ganz bestimmt, oder?

    Im Übrigen, Herrr Neven DuMont, halte ich die Auffassung für – pardon – ziemlich hanebüchen, dass die Betroffenen (gerade die Familien) regelmäßig demonstrieren sollten. Warum sollten sie das? Ich bitte Sie: Demonstrationen sind doch im Prinzip lächerlich – zumal seitens von Vertretern der sogenannten Unterschicht. Vor allem, sie sind ganz sicherlich wirkungslos. Die – ach so verantwortungsvollen und Demokratie erhaltenden – Medien berichten kaum über Demonstrationen (gerne allenfalls im Fall von Ausschreitungen) und kündigen keine Demonstrationen im Voraus an. Wie soll das also funktionieren? Sollen die HartzIV-Abhängigen eigene Verlagshäuser gründen?

    Im Übrigen verstoßen Demonstrationen seitens von HartzIV-Beziehern, sofern diese nicht streng am Wohnort stattfinden, gegen die Residenzpflicht.

    Aber das wussten Sie bestimmt schon.

  135. 135
    tv-terrier says:

    Wir haben im Herbst damit begonnen, auf Twitter alle Erstausstrahlungen deutscher Fiction-Produktionen auf den öffentlich-rechtlichen und kommerziellen Sendern (kurz) zu bewerten. Im Durchschnitt ist das bei den öffentlich-rechtlichen Sendern mehr als ein Film pro Tag. Langfilme, wohlgemerkt, keine Serienfolgen oder Soaps. Die Kommerziellen schaffen gerade mal zwei deutsche Erstausstrahlungen pro Woche.

    Die zeitnahen, meist dreifachen, Ausstrahlungen von Arte können nicht als „Konserven senden“ bezeichnet werden. Das ist die sehr gelungene Programmkonzeption dieses Senders, für dessen Existenz ich ggf. sofort auf alle kommerziellen Sender verzichten würde.

  136. 136
    Albrecht Pachl says:

    Nachdem man sich in dieser Diskussion ausführlich über die Gedanken ,nein, besser Meinungswelt – den Begriff Denken möchte ich dann doch nicht für diese Ausführungen verwenden – eines gewissen K. N. DuMont informieren konnte, möchte ich wieder zu einer der Grundfragen, die der Text von Herrn Röhl aufwirft, zurückkommen:
    Darf ein Journalist seine Meinung – und die Verbreitung von Einschätzungen und Meinungen ist in einer Demokratie wichtig – auf falsche Tatsachenbehauptungen stützen? Oder ist nicht die sorgfältige Recherche der Meinungsäußerung in der Tätigkeit des Journalisten vorgeordnet?

    Ich bin der Meinung, daß die sorgfältige Recherche eines Sachverhaltes die Hauptaufgabe des Journalisten ist. Denn damit erbringt er eine Dienstleistung, die andere Menschen nicht erbringen können, weil ihnen dazu in erster Linie die Zeit aber meist auch die Kompetenz und die Erfahrung fehlt. Zu einem Sachverhalt eine Meinung zu haben, das ist etwas, was jeder kann, dessen graue Zellen halbwegs richtig verdrahtet sind. Wobei ich finde, daß Kommentare in den Medien als Beitrag zur öffentlichen Meinungsbildung auch ihren Platz haben; sie sind aber nicht die Hauptaufgabe des Journalisten. Und wenn sich der Journalist dabei auf falsche Tatsachenbehauptungen stützt, dann ist seine Meinungsäußerung irrelevant und in der öffentlichen Diskussion sogar schädlich.

    Leider ist Herr Röhl kein Einzelfall und große Teile der Medien haben in Deutschland auch nicht die richtige Einstellung zur Recherche und zum Anspruch der sachlichen Richtigkeit.

    Dazu ein Beispiel aus dem Hessischen Rundfunk vom Februar 2009.
    Ich werde den Sachverhalt kurz schildern und nicht den Gang der Briefe und Antwortbriefe nachzeichnen:

    Seit ca. 2005 – aber auf jeden Fall deutlich nach 2000 – meldet eine Organisation mit dem Namenskürzel JLO die Neonazidemo anläßlich des Jahrestages des angloamerikanischen Terrorangriffs auf Dresden an. Das Kürzel steht für Junge Landsmannschaft Ostdeutschland. Diese Organisation ist aus der Jungen Landsmannschaft Ostpreußen – der Jugendorganisation der Landsmannschaft Ostpreußen – hervorgegangen. 2000 hat sich Landsmannschaft von ihrer Jungendorganisation getrennt, weil diese zunehmend rechtsradikale und rechtsextremistische Positionen vertreten hat und auch entsprechend gesinnte Personen in ihren Reihen hatte. 2000 wurde als neue Jugendorganisation der Landsmannschaft der BJO – Bund Junges Ostpreußen gegründet.
    Diese Informationen erhält man leicht, wenn man die Netzauftritte der JLO und Landsmannschaft Ostpreußen besucht – Zeitaufwand max. 5 Minuten. Investiert man weitere 30 Minuten, stößt man mit Hilfe von Suchmaschinen auf die Berichte des Verfassungsschutzes Sachen, der in seinen Berichten 2001 und 2002 diese Informationen bestätigt.

    Am 17.2.2009 hat Herr Lauterbach in der morgendlichen Informationssendung von HR 2 „Mikado“ einen Kommentar gesprochen, in dem er dem Bund der Vertriebenen mangelnde Distanz zu rechtsextremistischen Positionen vorwarf. Als Beleg für seine Einschätzung führte er alleine die Behauptung an, daß die Jugendorganisation der Landsmannschaft Ostpreußen auch 2009 die Nazidemo in Dresden angemeldet habe.

    Ein Journalist eines ör Senders – die sich ja als besonders wichtig für die politische Kultur des Landes darstellen – wirft also dem Bund der Vertriebenen Nähe zu Rechtsextremisten vor, weil er eine Abkürzung falsch „übersetzt“. Er nimmt sich nicht einmal 5 Minuten Zeit, um zu recherchieren.
    Ich bezeichne das als Pfusch. Und halte es für ebenso schlimm, wie das Verhalten eines Automechnikers, der dem Kunden nach der Inspektion das Auto als ok übergibt, aber zu faul gewesen ist, sich die Bremsbeläge angeschaut zu haben.

    Der Fall geht aber noch weiter.
    Ich habe Herrn Lauterbach per e-Post auf seinen Fehler aufmerksam gemacht und die Erwartung geäußert, daß die Falschbehauptung vom HR in irgendeiner Weise öffentlich richtiggestellt wird.
    In seiner Antwort räumte er den Fehler ein, behauptete aber gleichzeitig, daß die JLO bis 2006 Jugendorganisation der Landsmannschaft gewesen sei – also bis zu einem Zeitpunkt, an dem die JLO die Nazidemo schon mindestens einmal angeneldet hatte. Woher hatte Herr Lauterbach nun diese Information – eine Quelle hat er nicht genannt – ? Offensichtlich stammt sie aus einem Artikel der TAZ, den man als ersten Treffer bei GOOGLE angezeigt bekam, wenn man nach der Nazidemo in Dresden 2009 suchte.
    Den Herrn Lauterbach hat also die Erkenntnis seines Fehlers nicht dazu gebracht, nun genau zu recherchieren, sondern er hat sich mit einem Klick bei GOOGLE begnügt – dafür muß die Gesellschaft keinen Journalisten beschäftigen.
    Da Herr Lauterbach keine Anstalten zeigte, seine Falschbehauptung öffentlich zu korrigieren, habe ich mich an den Intendanten und den Rundfunkrat gewandt.
    Nach Wochen bekam ich dann einen Brief des Intendanten, in dem er schrieb, daß er die Wortwahl des Herrn Lauterbach in seinen Nachrichten an mich unangemessen fände – etwas, was ich überhaupt nicht thematisiert hatte und im übrigen war die Wortwahl zwar nicht freundschaftlich, aber korrekt – und Herr Lauterbach in Zukunft keine Kommentare in Mikado mehr sprechen würde.
    Die schlampige Recherche thematisierte der Intendant nicht und auf meine Anregung, wenigstens auf der Netzseite eine Rubrik „Richtigstellungen“ einzurichten, wo nachrecherchierte Fehler berichtigt würden, ging der Intendant auch nicht ein. Eine solche Rubrik existiert beim HR bis heute nicht.

    Aus dem ganzen Vorgang habe ich geschlossen, daß der HR die ordentliche Recherche nicht als Hauptaufgabe seiner Journalisten ansieht.

    Eine ähnliche Erfahrung machte ich 1991 mit der KNA.
    In einer 15 Zeilenmeldung, die die FAZ übernommen hatte, hatte die KNA 4 sachliche (z.B. Gründungsjahr, Mitgliederzahl) Fehler über meinen Korporationsverband eingebaut.
    Einen berichtigenden kurzen Leserbrief hatte die FAZ an die KNA weitergeleitet, und mich informiert, daß die KNA bei ihrer Darstellung bliebe. Ich habe darauf dem Redakteur der KNA einen Brief mit genauen Quellenangaben – alles öffentlich zugängliche Veröffentlichungen – zugeschickt. Antwort: Ein Standardschreiben: Wir danken Ihnen, aber bleiben bei unserer Darstellung.

    Solange diese Einstellung im Journalismus nicht geächtet wird, braucht sich bitte niemand zu beschweren, wenn sich keine ordentlichen Preise für Medienerzeugnisse am Markt durchsetzen lassen.

    Eine eigene Meinung zu allem Möglichen ohne gesicherte Faktenlage kann ich mir auch selber bilden. Dazu muß ich niemanden bezahlen.

    MfG

    A. Pachl

    PS DuMont: Ich bin echt froh seit Jahren Nichtwähler zu sein, wenn sich Leute wie DuMont für’s Wählen einsetzen. Nicht, daß jemand denkt, ich würde mit solchen Leuten sympathisieren.

  137. 137
    Hörnchen says:

    Entschuldigung an den Hausherrn. Es war mir nicht bewusst, daß mein Kommentar eventuell unpassend oder rechtlich problematisch sein könnte. Ich schrieb die Zeilen nicht um Herrn DuMont in irgendeiner Form zu beleidigen, sondern eher als mögliche Erklärung und Entschuldigung seines Verhaltens.

  138. 138
    Chucky says:

    @Stefan: Danke für den Link zur Filmsuche bei RTV! Hast Du noch alternativen zur Filmsuche oder ist dies die Beste Variante, die Du kennst (weil Du „Zum Beispiel“ geschrieben hast)?
    Nur weil ich im FireFox nicht auf „Ausstrahlungen“ klicken kann und deshalb in den IE wechseln muß ;-)

    Nebenbei:
    http://www.nn-online.de/artikel.asp?art=1149700&kat=31&man=3
    Dazu am Rande: Einer der Berater von R.Makay ist zufällig der Betreiber eine Nobel-Pizzeria in Nürnberg

  139. 139
    Albrecht Pachl says:

    Nochmal zur Recherche in gewissen Redaktionen:

    HR-Online meldet heute morgen, daß ein in Frankfurt lebender Rocksänger wegen Fahrerflucht von der Frankfurter Polizei festgenommen worden sei.

    http://www.hr-online.de/website/index.jsp

    Seltsam finde ich dabei, daß der Hessische Rundfunk zu dieser Meldung nichts selbst recherchiert hat.
    Vielmehr wird nur ein Bericht der Bildzeitung zusammengefaßt und weitergemeldet.
    Also schafft es der HR nicht einmal von Frankfurt aus die Frankfurter Polizei zu kontaktieren und sich selbst über den von der Bildzeitung berichteten Sachverhalt zu informieren.

    Wenn aber die einzelnen Medienerzeugnisse nur voneinander abschreiben, dann reicht auch ein einziger „Reichsrundfunk“ oder eine einzige „Reichszeitung“.
    Und die gegenseitige Kontrolle einzelner Medienerzeugnisse fällt dann auch aus.

    MfG

    A. Pachl

  140. 140
    adouani says:

    Mögen Konstatin Neven DuMonts Agendawünsche Wirklichkeit werden. Es gibt doch viel zu wenige Menschen, die noch solche Visionen haben – und sie öffentlich machen.

  141. 141
    Alf says:

    Ein alt bekanntes Thema über das man sich besser nicht mehr auslassen sollte. Wir alle wissen das viele Sendungen mehrmals wiederholt werden aber das ist auch in vielen Fällen ganz gut so. Wenn man sich darüber jedes Jahr unterhält ist das langeweiliger als sich jedes Jahr das selbe anzuschauen, das hat dann noch wenigstens etwas von Tradition.

  142. 142
    Björn says:

    Gibt es eigentlich eine Seite im Netz, wo man die Infos zu den Filmen checken kann? Sprich: Wann ist ein Film wo wie oft gelaufen?

  143. 143
    treets says:

    146, Björn: siehe Link in Beitrag 94. Kann man bei all den hoffnungsvollen Visionen aus Köln glatt übersehen…

  144. 144
    Björn says:

    @treets: Ja, ich weiß, was du meinst. Ich hab da irgendwann auch nur noch die Augen geschlossen. Besten Dank für die schnelle Hilfe!

  145. 145
    Uwe Wallner says:

    Wer so häufig fernsieht, dass ihm Wiederholungen

    a) überhaupt auffallen, und ihn
    b) sogar dermaßen nerven, dass er als Journalist
    c) auch noch drüber schreiben muss (klar! Der findet ja sonst keine Themen),

    der verursacht sehenden Auges (SORRY!) sein eigenes Elend.

  146. 146
    Ehemalige Journalistin says:

    Naja, ich habe jetzt so ziemlich alle Artikel in den Zeitungen über den Rausschmiss von Konstantin Neven DuMont gelesen. – Viel Lärm um nichts.

    Ich glaube das ist ein Sandkasten, in den recht viele hineinpassen, der Autor des Blogs inklusive. Wir alle haben doch schon weitaus Blöderes von Politikern gehört, als das, was da oben aufgezählt wird.

    Ich denke, dass Herr DuMont den Fehler macht, die Bedeutung von Blogs zu überschätzen. Ansonsten fällt mir zu diesem medialen Insider-Blabla nichts ein.

  147. 147
    Stefan Niggemeier says:

    @Ehemalige Journalistin: Gibt es einen Grund, dass Sie das hierhin geschrieben haben?

  148. 148
    sleepcontent says:

    @Stefan Niggemeier:
    Vielleicht ist die „Ehemalige Journalistin“ ein Murmeltier – und will sich just wieder in den Winterschlaf begeben (oder belegen – oder legen)?
    ;-)

  149. 149
    Twipsy says:

    Der Grund könnte sein: Möglichst viele Altthreads mit Spam zuzumüllen. Am besten löschen.

  150. 150
    Ehemalige Journalistin says:

    Naja, dieser Blog wird halt in den Artikeln erwähnt und erscheint beim Googlen. Wussten Sie das nicht? Ansonsten haben Sie aber Recht: was soll es, hier zu posten. Interessiert doch in Wahrheit außer wegen der Schadenfreude über den Streit im Hause DuMont keine Ratte.

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