Henryk M. Broders Kastrationsängste

29 Mai 08
29. Mai 2008

Henryk M. Broder hat ein Problem mit Tanja Krienen. Er schrieb, ihre „Passion“ sei die „gesellschaftliche Anerkennung der Pädophilie“, empfahl „alleinreisenden Kindern“, einen weiten Bogen um ihren Wohnort zu machen, und nannte sie „eine dumme, ekelhafte, antisemitische schlampe“.

Aber Henryk M. Broder hat es nicht dabei belassen, ihre (tatsächlichen oder unterstellten) politischen Vorstellungen anzugreifen. Henryk M. Broder hat nämlich noch ein anderes Problem mit Tanja Krienen. Sie ist transsexuell.

Dass es so etwas gibt: Menschen, deren gefühltes Geschlecht nicht mit ihrem Körper übereinstimmt, scheint Broders Vorstellungskraft zu übersteigen. Vielleicht empfindet er es als Bedrohung. Vielleicht als Perversion. Vielleicht auch nur als Witz, „Charleys Tante“, man kennt das ja.

Jedenfalls wird Tanja Krienens Transsexualität irgendwann zu seinem Haupt-„Argument“ gegen Tanja Krienen. Er nennt sie „Herr Krienen“ oder „Frau bzw. Herr Krienen“, vergleicht sie mit „Opfern von medizinischen Versuchen“ und schreibt „von einem/einer, der/die nicht weiß, ob er/sie sich zum Pinkeln hinstellen oder hinhocken soll“:

„Sie bzw. er ist naemlich ein antisemitischer Schlamperich und ein weiterer Beweis dafuer, dass man einem Antisemiten brain and balls wegoperieren kann.“

In privater Korrespondenz schrieb er nach Angaben Krienens:

„herr krienen, den Vorwurf, sie seien ‚eine dumme, ekelhafte, antisemitische schlampe‘ nehme ich zurueck. sie sind ein dummer, ekelhafter, antisemitischer schlamper. oder wie man es im amerikanischen geschlechtsneutral sagt: the scum of the world.“

„fraeulein krienen, zu schade, dass ich mich bei ihnen nicht mit einem tritt in die eier bedanken kann, sie verbloedeter paedo-eunuch. b.“

„Den Schwanz hast du schon weg und alles andere bist du auch bald los.“

„kriegen sie erstmal ein kind, dann reden wir weiter.“

Das Landgericht Dortmund hat es Broder gestern untersagt, Frau Krienen als „antisemitischen Schlamperich“ zu bezeichnen oder sich über ihre Transsexualität lustig zu machen, indem er sie „Herr Krienen“ oder „Herr/Frau Krienen“ anredet.

Henryk M. Broder ist Börne-Preisträger und Autor für „Spiegel“ und „Spiegel Online“.

Nachtrag, 30. Mai: Laut „Tagesspiegel“ will Broder Berufung gegen das Urteil einlegen.

 

Weitere Berichte über das Urteil:
„Westdeutsche Allgemeine Zeitung“: Maulkorb für Broder
„Westfalenpost“: Böse Worte auf „Achse des Guten“
Erhard Arendt: „Komödiantenstadl“ vor dem Dortmunder Landgericht
WDR2: Regionalnachrichten Dortmund [Real Audio]
Henryk M. Broder: Niggemeiers faule Eier
112 Gedanken
  1. 51
    Nobilitatis says:

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