Schleichinspiration bei Spiegel Online

Na sowas! Anscheinend wiederholt die ARD gerade wieder einmal alte Folgen der Krankenhausserie „In aller Freundschaft“, die komplette Handlungsstränge enthalten, die auf von der Pharma-Industrie bezahlten Drehbüchern beruhen. Die konkreten Namen wurden nach dem Bekanntwerden des ARD-Schleichwerbeskandals zwar entfernt, aber die gekauften Plots blieben enthalten.

GlaubenSe nicht? Doch! Berichtet „Spiegel Online“ seit einer guten Stunde.

Wie das führende deutsche Internetangebot plötzlich auf dieses Thema gekommen ist, steht da nicht. Auf irgendeine Quellenangabe hat die Autorin verzichtet.

Gut, die kann man ja vielleicht bei der nächsten Geschichte über die fehlende Relevanz von Blogs nachreichen.

29 Replies to “Schleichinspiration bei Spiegel Online”

  1. sei froh dass spon dich nicht verlinkt hat. wenn die das gemacht hätten wäre diese seite die nächsten 2 tage wieder offline.

  2. Wie das führende deutsche Internetangebot plötzlich auf dieses Thema gekommen ist, steht da nicht.
    Stand doch bei turi2.

    (Die Dame hatte wohl wenig Lust. Fussball und so.)

  3. Bei anderen Themen doch genauso, der Sache mit Callactive z.B. (ich hoffe,ich darf das hier schreiben). Stefan hat das auf call-in-tv.net gelesen, gebloggt, am nächsten Tag sprang DWDL auf, gestern Quotenmeter. Warum die Qualitätsonlinemedien wie SpOn, Stern etc. immernoch nicht berichten, weiß man nicht (ARD/ZDF erst recht nicht…).

  4. Jetzt möchte ich es aber gerne genau wissen. Ich habe es zuerst bei Herrn Niggemeier gelesen. Der verwies aber auf zwei andere Quellen. Wer hat denn nun als Erster auf diese Angelegenheit hingewiesen?

  5. Schick doch einfach mal eine Bewerbung bei Spiegel / Spiegel Online ein Stefan. „Hey, ihr müsst Euch nicht von mir inspirieren lassen und dann nachlegen. Ich kann’s auch direkt machen!“ ;)

  6. Da Spon selbst nachgefragt hat, sehe ich hier kein Problem eine Geschichte aufzugreifen, die schon anderswo stand, ohne darauf aufmerksam zu machen. Zumal es sich nicht gerade um eine große Rechercheleistung handelt.

  7. Vielleicht ist alles ein galaktischer Zufall. Immerhin heisst die Produktionsfirma bei SPON „Bavaria“ und hier „Saxonia“. Klarer Beweis, dass hier nichts abgeschrieben wurde. Wie heisst es bei Siemens?

    Be inspired :-)

  8. Schick doch mal eine Anfrage an den MDR, von wann die Anfrage des Spiegels war, das würde ja klar zeigen, ob sie bei Dir abgekuckt haben, oder es womöglich nur Zufall war.

  9. Ich bin mir sicher, dass man bei SpOn schon davon gehört hat, dass ein gewisser Herr Niggemeier hier und da die Medienlandschaft kritisiert und sogar schon ein eigenes Blog hat. Ich bin mir auch sicher, dass man von dort aus regelmäßig hier reinblickt. Selbst wenn es ein Zufall war, hätte man doch zumindest einen Querverweis auf genannte Blogs richten können á la „XYZ berichtet ebenfalls darüber“. Aber vielleicht sehe ich das auch zu blauäugig :).

  10. @15. Nö, ich finde das nicht blauäugig, weil es erstens von schlechtem kollegialen Stil zeugt, sich mit fremden Federn zu „schmücken“, zweitens ist es – wie von anderer Seite schon erwähnt – eben auch kein Einzelfall. Das mag bei so einem Stück noch harmlos erscheinen, endgültig problematisch wird es, wenn, wie vor Jahren, ein ehemaliger Polizeireporter der Bildzeitung plötzlich in Kabul herum rannte, sich seine „Erkenntnisse“ und „Beobachtungen“ aber auffällig mit denen englischer und amerikanischer Online-Kollegen deckten, so dass man fast einen bösen Verdacht haben konnte.
    Schnell abkupfern und als eigenes verkaufen gab’s natürlich schon vor Online. Dass copy & paste zum internen Synonym für das Medium geworden ist, hat nicht nur aber auch mit den lausigen Honoraren zu tun (was es am Ende aber natürlich nicht entschuldigen kann…)

  11. .. Hr Patalong vom SpOn berichtet auch gern ‚zeitnah‘, was 1-2 Tage vorher in einigen deutschsprachigen Computer-Foren Thema war … allerdings ist das meistens ’nur‘ eine Inspiration für ein Thema, und geht nicht so weit wie in diesem Fall ..

  12. Nur um sicher zu gehen: hier geht es lediglich um die Quellenkette, nicht um Geld, richtig?

    Mir fällt nämlich im Moment im Zuge von einigen eigenen Recherchen immer mehr auf, dass sich Quellen sehr stark ähneln und die ersten zwei bis fünf Seiten von Google im Prinzip immer die gleichen Inhalte haben, sich dann aber nur auf 20 bis 30 Prozent der Seiten eine Quellenangabe befindet – irgendwann landet man dann bei der Ur-Quelle und ist enttäuscht, dass die Information von vorne herein mehr aus Hörensagen bestand und je weiter man sich vom Nullpunkt entfernt die Aussagen immer weniger relativ und weiter zu Aussagen umgeschrieben wurden. Ich bin mittlerweile arg frustriert über diese Art und Weise der „Recherche“ bzw. des Unterlassens der Angabe von Quellen.

    Wenn der Faktor Geld wegfallen würde, würden sich vielleicht auch die ganzen Abschreiber dazu bequemen, Quellen anzugeben.

  13. @3 (twipsy):

    ihr vergleich trifft nicht zu. herr niggemeier pflegt, wie es sich gehört, in solchen fällen quellen zu nennen. recherche ist gewünscht, sollte aber gewissen mindeststandards folgen.

    .~.

  14. @10: Nein, so sollte das eigentlich nicht laufen.
    Es gibt so etwas wie Erstmeldungen, die auf GEschichten aufmerksam machen, ein Thema überhaupt erst auftuen.

    Deutsche Filmkritiker beispielsweise, greifen sehr gerne auf die EInschätzungen ihrer KOllegen von der NYTimes zurück, bzw verweisen hin und wieder auf die dortigen Bonmots. So wie man sich in diesen Fällen dann so ein wenig mit dem Times-branding brüstet, könnte man sich doch an dieser Stelle bei SpOn auch den Niggemeier-Button ans Revers pinnen.

    Adelt das so eine Geschichte nicht?

  15. Den Link hatte ich auch in der Tasche, nur wollte ich SPON für den Nachsatz loben.

    Emph, der Autor ist nicht zickig, er hat es richtig gemacht. Ein korrektes Verhalten zu veräppeln halte ich persönlich für kindisch. Außerdem steht doch die Frage, ob er das jetzt nur wegen dem Blogeintrag hier geschrieben hat, noch auf einem ganz anderen Blatt.

  16. @24: Der Hinweis an sich ist richtig und ein Schritt in die richtige Richtung. Ich störe mich mehr an dem dem „Das will ich nicht verheimlichen.“ Oder interpretiere ich das tatsächlich falsch, wenn ich das als Seitenhieb interpretiere. Dann nehme ich selbstverständlich alles zurück. ;)

  17. Auf jeden Fall ist dieser Nachsatz doppelbödig, was immer er auch aussagen soll. Der Autor behauptet ja, erst nach dem Schreiben auf die Geschichte bei CBS gestoßen zu sein, und wenn es so ist, gibt es nichts zu „verheimlichen“, und keinen Anlass für diesen Nachsatz. Ein „siehe auch“ hätte dann genügt, wäre allerdings für ein Medium wie SpOn ungewöhnlich. Und wieso ist der Artikel ein „Blogeintrag“? Nur, weil er unter „Logbuch Al-Qaida“ läuft?

    Als Leser bin ich durch den Satz nur irritiert und frage mich, was der Autor jetzt eigentlich von mir will.

  18. ok, zugegeben, es ist offensichtlich,dass spon durch dich „inspiriert“ wurde.aber besteht denn überhaupt keine möglichkeit, dass sie selbst recherchiert haben? :P ;) @stefan

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